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Maria, Heil der Kranken

Maria, wir ehren dich als Heil der Kranken.
Du bist uns geschenkt als treusorgende Mutter.

Gegrüßest seist du, Maria

Gegrüßest seist du, Maria,
voll der Gnade, der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

Litanei für die Kranken

Herr, erbarme dich unser.

Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.
Bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt.
Bleibe bei uns und bleibe bei mir. Amen.

Josef Hinterberger,
verfasst anlässlich des Welttags der Kranken 2013

Fürbitten für kranke Menschen und ihre Helfer

Vater im Himmel, dein Sohn Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um den Menschen zu helfen und sie zu heilen. Durch ihn wissen wir, dass du uns deine Gaben nicht versagst, wenn wir darum bitten. Sieh die Gefahren und Nöte, die uns bedrängen, und höre unser Gebet:

  • Wir bitten für alle Kranken in ihren Wohnungen, in Krankenhäusern, Sanatorien und Pflegeheimen.
  • Für alle, die krank sind an Seele und Geist, ob sie mit uns zusammenleben oder in Heilstätten betreut werden.
  • Für die, deren Persönlichkeit angeschlagen ist durch Medikamente, Genussmittel und Rauschgift.
  • Für die, die vom Erwerbsleben überfordert sind, und für alle, die unter Hektik und Stress leiden.
  • Für alle, die ihre Gesundheit ruinieren durch unverantwortlichen Verschleiß ihrer Kräfte im Beruf und in der Freizeit.
  • Für die, die sich und anderen im Übermaß Leistung und Erfolg abverlangen.
  • Für alle Ärzte und Heilkundigen und für jene, die in Pflegeberufen anderen dienen.
  • Für alle, die ihre Kräfte gebrechlichen Menschen widmen und Sterbenden beistehen.
  • Für alle, die Behinderte betreuen und an ihrer Eingliederung in die Gesellschaft mitarbeiten.
  • Für alle, die sich derer annehmen, die nicht mehr im vollen Besitz ihrer geistigen Kräfte sind.

Gott, unser großer Heiler, dir vertrauen, dienen und danken wir durch deinen Sohn Jesus Christus. Amen.
(aus: Liturgische Kommission der Diözese Rottenburg-Stuttgart)

Herr,
ich kann nichts mehr ausrichten,
doch du richtest mich auf.

Gebet um Ordensberufe

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Das Ziel der Akuttherapie ist es, mit Hilfe von stimmungsstabilisierenden Medikamenten eine akute manische oder depressive Episode abzuschwächen. In schweren Fällen wird der Erkrankte manchmal zu seinem eigenen Schutz in eine Klinik eingewiesen, bis sich seine Stimmung wieder stabilisiert hat. Neben der Medikamentengabe helfen unterstützende psychiatrische Gespräche, die Diagnose zu bewältigen und die Rehabilitation zu planen.

Die vorbeugende Therapie zielt darauf ab, die Stimmungslage langfristig zu stabilisieren und einen Rückfall in eine depressive oder manische Episode zu verhindern. Ein wichtiger Baustein ist die individuell abgestimmte Medikamenteneinnahme. Häufig wird Lithium verordnet, denn seine antimanische Wirkung ist gut belegt. Welche Medikamente sinnvoll sind, ist jedoch vom Einzelfall abhängig.

Daneben ist auch eine psychotherapeutische Langzeitbehandlung sinnvoll, bei der Erkrankte darin unterstützt werden, (wieder) einen normalen Alltag zu führen.

Häufig geben Angehörige den Anstoß zur Behandlung: Sie spiegeln dem Betroffenen wider, dass sein Verhalten ihm selbst und seinem Umfeld schadet und drängen zum Arztbesuch. Für eine optimale Diagnose ist es sinnvoll, wenn die Angehörigen bei der Untersuchung dabei sind, um ihre Eindrücke zu schildern. Denn die Diagnose basiert auf einem ausführlichen Gespräch, bei dem der Arzt die aktuellen Beschwerden, Probleme und Vorerkrankungen sowie die Lebens- und Familiengeschichte erfragt.

Familie und Freunde stehen oft vor einer schwierigen Situation und wissen nicht, wie sie mit der Erkrankung umgehen sollen. Gefühle wie Wut und Überlastung können das Verhältnis zum Erkrankten beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, eigene Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen, sich Freiräume zu schaffen oder den Kontakt zu anderen Angehörigen in Selbsthilfegruppen zu suchen.

  • Akzeptieren Sie die bipolare Störung als Erkrankung.
  • Motivieren Sie den Betroffenen, einen Arzt aufzusuchen und die Behandlung konsequent wahrzunehmen. Insbesondere während der manischen Episode ist es wichtig, ihn davon zu überzeugen, dass er Hilfe benötigt. Holen Sie sich gegebenenfalls selbst Unterstützung.
  • Helfen Sie ihm, sich über die Erkrankung zu informieren.
  • Überfordern Sie den Erkrankten in der depressiven Episode nicht. Aufgrund der typischen Antriebsarmut ist er vor allem in der akuten Erkrankungsphase nicht in der Lage, selbst einfache Aktivitäten durchzuführen.
  • Nehmen Sie Äußerungen Ihres Angehörigen, nicht mehr leben zu wollen, immer ernst und informieren Sie umgehend seinen behandelnden Arzt darüber.
  • Hat der Erkrankte wichtige Entscheidungen zu treffen, so sollte er dieses nicht alleine tun. Sowohl in depressiven als auch manischen Episoden kann bei den Betroffenen die Wahrnehmung der Realität erheblich verzerrt sein. Gegebenenfalls ist auch die Einrichtung einer Betreuung für finanzielle Entscheidungen sinnvoll. Besprechen Sie dies am besten gemeinsam mit dem Betroffenen und dem behandelnden Arzt.

In vielen Regionen gibt es Selbsthilfegruppen für Menschen mit einer bipolaren Störung und deren Angehörige. Betroffene profitieren besonders von Initiativen wie zum Beispiel "TRIALOG", einem Erfahrungsaustausch zwischen Patienten, Angehörigen und Therapeuten, der von Selbsthilfegruppen organisiert wird.

Aktuelle regionale Kontaktadressen finden Sie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen: www.dgbs.de.

S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen, Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS) und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) (Stand: 18.07.2014).
Pfennig, A.; Krüger, S.; Mönter, N.: Bipolare Störungen: Behandlung in der Hausarztpraxis. Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS), 2013.
Bauer R.; Bauer M.; Schäfer U.; Mehlfeld V.; Kolbe M.: Manie und Depression. Die Bipolare Störung. Ratgeber für Betroffene und Angehörige. Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS), 3. Auflage 2017.

Bipolare Störung: Leben extrem – zwischen Manie und Depression

Bipolare Störung: Leben extrem – zwischen Manie und Depression

Extreme Gefühsschwankungen sind bei bipolaren Störungen typisch. Der Leidensdruck für die Betroffenen ist enorm - gerade wenn die Störung unerkannt und unbehandelt bleibt.

Ein Hochgefühl und Energie für drei und dann wieder Ängste, Wahnvorstellungen, Depressionen. Das Leben mit einer bipolaren Störung ist wie eine Achterbahnfahrt. Wie Betroffene das aushalten und warum die Krankheit oft nicht erkannt wird.

Es ist ein interessanter Lebenslauf, der von Thomas Stein (Name geändert). Der Hamburger hat schon vieles angepackt, an vielen unterschiedlichen Orten der Welt gelebt und gearbeitet. Er hat Unternehmen beraten, Nichtregierungsorganisationen betreut und Internet-Startups gegründet. Aber auch harte Brüche und lange Klinikaufenthalte gehören zum Leben des heute Fünfzigjährigen.

Als er 18 Jahre alt ist, wirft es ihn zum ersten Mal aus der Bahn. Es ist eine sehr stressige Lebensphase. Thomas Stein macht sein schriftliches Abitur, nebenbei noch die Fahrschule. Er fühlt sich zunächst unter Druck, durch die Anforderungen belastet, doch dann schlägt die Gefühlslage um. Er ist wie beflügelt von grenzenlosem Tatendrang und Euphorie. Freunde überredet er nach dem schriftlichen Abitur, mit ihm nach Frankreich zu kommen und ein Haus zu kaufen. Den nicht vorhandenen finanziellen Background blendet er dabei völlig aus. Er ist inmitten seiner ersten Manie.

„In der Manie kann es passieren, dass Patienten im Job eine ganze Firma ins Wackeln bringen, indem Sie zum Beispiel als Banker an der Börse durch waghalsige Geschäfte viel Geld verspekulieren“, erklärt Prof. Martin Schäfer, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Suchtmedizin in Essen und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen.

Der Körper schüttet zu viele euphorisch machende Botenstoffe wie Dopamin aus. „Man fühlt sich wie unter Drogen: euphorisch, enthemmt, gut drauf, voller Energie, Schlaf scheint überflüssig“, sagt Schäfer. Im grenzenlosen Überschwang der Gefühle trauen sich Betroffene oft alles zu, blenden Gefahren aus, handeln übertrieben und stürzen sich in riskante Geschäfte. Auch Wahrnehmungsverschiebungen können bei extremer Ausprägung einer Manie auftreten.

Dieselben Menschen kennen aber auch die Kehrseite - die oft langen Phasen der Depression, geprägt von Ängsten, Schuldgefühlen, Suizidgedanken, Entscheidungsunfähigkeit und völliger Energie- und Antriebslosigkeit. Die extremen Gefühlsschwankungen sind typisch für eine bipolare Störung, unter der auch Thomas Stein leidet.

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Deshalb gilt es auf solche Patienten besonders zu achten. Einzelheiten siehe das entsprechende Kapitel über die Suizidgefahr. Und im vorliegenden Falle sind es vor allem

- Patienten mit einer schizo-depressiven Krankheitsepisode,
- weibliche Kranke,
- zusätzliche Belastung durch einschneidende Lebensereignisse.

Dabei gilt es zwei Aspekte bei drohender Suizidgefahr im allgemeinen und bei schizoaffektiven Störungen im speziellen zu beachten: Der eine wird charakterisiert durch die Mahnung: "Suizid - das ist die Abwesenheit der anderen", der andere besagt: Wenn man in dieser Hinsicht kein gutes Gefühl hat, dann ist die Behandlung in einer Fachklinik (und nicht im Allgemeinkrankenhaus, um eine psychiatrische Klinik zu umgehen!) sicherer, als ständig zwischen Hoffen und Bangen zu schweben bzw. das Prinzip "Hoffnung" zu überfordern. Wer erst nachträglich klug wird, muss sich später einige unangenehme Fragen gefallen lassen.

Schizoaffektive Störungen im Kindesalter

Die Mehrzahl der seelischen Störungen ist nicht auf das Erwachsenenalter beschränkt. Depressionen und Schizophrenien gibt es auch bei Heranwachsenden, Jugendlichen und sogar Kindern. Allerdings gilt es dort alterstypische Besonderheiten zu berücksichtigten, vor allem was Beschwerdebild, Verlauf und auch Therapie anbelangt. Soll man schon bei jeder seelischen Störung einen Fachmann hinzuziehen, also einen Psychiater oder Nervenarzt, so empfiehlt sich dies in jungen Jahren doppelt, nämlich den Kinder- und Jugendpsychiater mit einer Reihe von spezialisierten zusätzlichen Therapeuten. In diesem Alter heißt es noch weniger "abwarten" bzw. wenn, dann nur unter fachärztlicher Kontrolle.

So gibt es schizoaffektive Störungen auch im Kindes- und Jugendalter, und zwar in einem ähnlichen Verhältnis wie bei den Erwachsenen. Man nimmt also an, dass zwischen 10 und 20 % aller psychotischen Erkrankungen in dieser Altersstufe schizoaffektive Störungen sind. Allerdings ist die Zahl der Psychosen (Geisteskrankheiten) im Kindes- und Jugendalter deutlich seltener als bei Erwachsenen. Deshalb trifft man insgesamt wenig schizoaffektiv Betroffene in jungen Jahren.

Im übrigen gelten hier dann die selben Erkenntnisse wie später, nämlich ein sehr unterschiedlicher Verlauf, aber gute Heilungsaussichten, vor allem unter rechtzeitiger Therapie (die dieselbe ist wie im Erwachsenenalter, nur unter Berücksichtigung der besonderen seelischen, körperlichen und psychosozialen Bedingungen von Kindern und Jugendlichen).

Schizoaffektive Störungen im höheren Lebensalter

Schizoaffektive Störungen sind am häufigsten im mittleren Lebensalter, in jungen Jahren selten (siehe oben), im höheren Lebensalter (z. B. ab 65) aber auch nicht mehr so häufig anzutreffen.

Da im dritten Lebensalter noch eine sogenannte hirnorganische Komponente (also eine alters-bedingte Beeinträchtigung im seelischen, körperlichen und zwischenmenschlichen Bereich) hinzukommt, stellen sich diese Patienten schlechter als in jüngeren Jahren. Dies hat aber nicht unbedingt etwas mit der schizoaffektiven Störung zu tun, das ist ein Problem des altersbedingten Gesamtzustandes (z. B. Hirnatrophie (Hirnschwund), Durchblutungsstörungen, Beeinträchtigung durch eine Reihe zusätzlicher Leiden, insbesondere was Herz-Kreislauf anbelangt usw.).

Dies sind auch jene begrenzenden Faktoren, die den Erfolg einer medikamentösen Therapie einschränken. Einzelheiten siehe die Kapitel Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium/Carbamazepin und Valproinsäure (Phasen-Prophylaktika) u. a.

Schizoaffektive Störungen im Wochenbett

Seelische Störungen im Wochenbett, insbesondere psychotische Symptome sind zwar nicht häufig, aber besonders irritierend. Einzelheiten dazu siehe das Kapitel Wochenbett und seelische Störungen.

Obgleich es zahlreiche Möglichkeiten psychotischer Erkrankung nach der Geburt gibt, scheinen schizoaffektive Störungen besonders häufig zu sein. Man spricht von der Hälfte aller psychotischen Störungen nach einer Entbindung.

Seelische Störungen im Wochenbett generell pflegen besonders zu irritieren. Denn zum einen erwartet man doch eher Freude und Dankbarkeit nach der Geburt eines gesunden Kindes, zum anderen können die Symptome alle Betroffene erheblich verwirren. Dies besonders im Falle einer schizoaffektiven Störung im Wochenbett, nicht nur Partner und Angehörige, sondern auch Ärzte, Schwestern, Hebammen u. a. noch mehr verblüffen, befremden oder gar schockieren können. Auf jeden Fall kann das Krankheitsbild turbulente Ausmaße annehmen, vor allem wenn es sich um eine schizomanische Krankheitsepisode handelt.

Ein solches Leiden erfordert eine sofortige und konkrete Behandlungsstrategie durch Geburtshelfer/Gynäkologen und Psychiater. Man sollte dies nicht zu leicht nehmen. Denn eine schizoaffektive Störung, besonders bei schizodepressiver Tönung geht mit erhöhter Suizidgefahr einher. Und das kann im Falle der Wöchnerin sogar "erweiterter Suizid" bedeuten, d. h. die schwer psychotische und ggf. wahnhafte Mutter versucht nicht nur sich selber, sondern auch das Neugeborene zu töten (Fachausdruck: Infantizid). Einzelheiten siehe Suizidgefahr und erweiterter Suizid.

Es wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die schizoaffektiven Störungen ein komplexes und damit kompliziertes, schwieriges und vor allem nicht ungefährliches Krankheitsbild sind. Das ist nachvollziehbar. Schon die Teil-Krankheiten Schizophrenie, Depression und manische Hochstimmung gehören - für sich allein genommen - zu den problematischsten seelischen Leiden in einer meist schwer durchschaubaren Mischung und entsprechender Belastung für den Betroffenen, seine Angehörigen, Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn.

Früher stellte die Diagnose einer schizoaffektiven Störung, gleichgültig ob schizophren-depressiv oder schizophren-manisch vor erhebliche Probleme. Das hat sich geändert, besonders wegen der medikamentösen Möglichkeiten, auch wenn gerade die Psychopharmaka viel Kritik trifft. Auf was ist zu achten und was verspricht Erfolg. Nachfolgend eine komprimierte Übersicht zur Therapie der schizoaffektiven Störungen (für Einzelheiten siehe die ausführlichen Kapitel über Neuroleptika, Antidepressiva, Beruhigungsmittel (Tranquilizer) und Phasen-Prophylaktika: Lithium, Carbamazepin und Valproinsäure).

· Therapie der schizomanischen Krankheitsepisoden

Eine reine schizophrene oder manische Erkrankung leichterer Art kann ambulant, d. h. "zu Hause" von Nervenarzt, Psychiater, Internist oder Allgemeinmediziner behandelt werden, wenn alle sich gegenseitig unterstützen. Bei mittelschwerem Verlauf kann das schon bedenklicher werden. Ein schwerer Krankheitsverlauf von Schizophrenie oder Manie erfordert grundsätzlich die stationäre Behandlung in einer Fachklinik (und nicht in einem Allgemeinkrankenhaus. Auch wenn der Patient sich gegen die psychiatrische Klinik wehrt und z. B. nur eine internistische Abteilung akzeptiert).

Wenn ein Patient nun beide Krankheitsbilder ertragen muss, also Schizophrenie und manische Hochstimmung zugleich, dann gilt nicht nur das selbe, man sollte noch viel vorsichtiger sein, was die Einschätzung des Schweregrades und seiner psychosozialen Folgen anbelangt. Denn eines muss man sich stets vor Augen halten: Die Medizin im allgemeinen und die Psychiatrie bzw. die Pharmakotherapie im speziellen können die jeweiligen Krankheitszeichen sehr wohl unterdrücken (wenngleich nicht ausheilen!) und damit dieses Leiden mehr oder weniger schell zum Abklingen bringen. Machtlos sind sie hingegen dann, wenn die Krankheit bereits zu folgenschweren Konsequenzen in Partnerschaft, Familie, Freundeskreis, Nachbarschaft und am Arbeitsplatz geführt hat. Und das geht sehr schnell, besonders wenn die Umgebung nicht aufgeklärt ist und ohnehin keine Ahnung von dem krankhaften Hintergrund des ungewöhnlichen Geschehens hat. Und dies ist vor allem bei den beiden Krankheitsbildern Schizophrenie und Manie der Fall. Und kann in der Regel auch nicht mit der "Gnade des raschen Vergessens" rechnen. Mit anderen Worten: Wer sich zu spät zu einer fachlich fundierten Therapie entschließt, den "bestrafen seine Symptome" - und zwar auch rückwirkend und vor allem länger als ihm lieb ist.

Eine stationäre Behandlung ist also nicht nur ein Sicherheitsfaktor (Selbstgefährdung), sondern auch der Schutz vor zwar krankheitsbedingter, aber in den Augen seiner Umgebung letztlich "selbst-verschuldeter" Rufschädigung (sinnlose Einkäufe, finanzielle Gefährdung, sexuelle Enthemmung u. a.).

Welche medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei akuten schizomanischen Krankheitsepisoden greifen die Fachleute zu Neuroleptika oder Lithiumsalzen bzw. zur Kombination von Neuroleptika und Lithium. Außerdem stehen die Antiepileptika Carbamazepin und Valproinsäure zur Verfügung, die alleine oder in Kombination mit Lithium bzw. Neuroleptika genutzt werden können. Das gleiche gilt auch in entsprechenden Situationen für die Beruhigungsmittel vom Typ der Benzodiazepine.

Einzelheiten siehe die jeweilig ausführlichen Kapitel zu diesen psychotropen Arzneimitteln (mit Wirkung auf das Zentrale Nervensystem und damit Seelenleben), so dass man sich im folgenden auf einige erläuternde Stichworte beschränken kann:

Bei hochgradig unruhigen schizomanischen Patienten kommt man um hochpotente Neuroleptika mit antipsychotischer Wirkung nicht herum, meist ergänzt durch mittel- oder niederpotente Neuroleptika, die vorwiegend dämpfen. Bei schwer erregten Kranken muss man ggf. sogar die Injektion (sogenannte parenterale Applikation) nutzen. Nicht selten greift man dann auch zusätzlich zu den beruhigenden und angstlösenden Benzodiazepin-Tranquilizern.

Wenn die manische Leidens-Komponente überwiegt, bietet sich zusätzlich eine Lithiumtherapie an, also letztlich die Kombination aus Lithium und Neuroleptika. In diesem Falle wird man versuchen, die - mit mehr äußerlich beeinträchtigenden Nebenwirkungen behafteten - Neuroleptika etwas geringer zu dosieren und nach und nach auszuschleichen, falls es das Zustandsbild erlaubt. Eine alleinige Behandlung schizomanischer Patienten mit Lithium ist zwar möglich, wird aber nur selten (d. h. bei leichten Verläufen) riskiert.

In dem speziellen Kapitel über Phasen-Prophylaktika mit Lithium, Carbamazepin und Valproinsäure wird auch auf die Möglichkeiten (und Grenzen) der beiden Antiepileptika Carbamazepin und Valproinsäure in der Behandlung von manischen und schizomanischen Zuständen detailliert hingewiesen (Einzelheiten siehe dort).

· Therapie der schizodepressiven Krankheitsepisoden

Wenn im Rahmen einer schizoaffektiven Störung der Kombinations-Schwerpunkt "schizophrene und depressive Symptome" vorliegt, gelten andere Bedingungen. Vor allem ist eines zu beachten: Eine Suizidgefahr ist immer gegeben, selbst beim schizomanischen Beschwerdebild. Bei einem schizodepressiven Leidens-Schwerpunkt aber ist sie besonders hoch. Deshalb wird man hier noch zurückhaltender sein, was eine ambulante Behandlung "zu Hause" anbelangt. Ein hundertprozentiger Schutz ist nie gewährleistet, aber die Therapie in einer Fachklinik ist auf jeden Fall risikoloser. Das muss man wissen, wenn man sich dem Willen des Patienten (und seiner Angehörigen?) beugt und auf eine stationäre Fachbehandlung verzichtet.

Therapeutisch stehen bei der schizodepressiven Episode wiederum verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Neuroleptika (hoch-, mittel- und niederpotente), Antidepressiva, die Kombination von beiden, die zusätzliche Gabe von Lithiumsalzen, Carbamazepin und Valproinsäure, ggf. sogar von Beruhigungsmitteln (Tranquilizer) vom Typ der Benzodiazepine. Möglich sind auch eine Elektrokrampfbehandlung. Diskutiert werden gelegentlich auch Schlafentzug und Phototherapie (Lichttherapie). Im einzelnen:

Die Behandlung schizodepressiver Krankheitsepisoden ist noch schwieriger, ggf. noch folgenschwerer und löst damit mehr Diskussionen aus, und zwar nicht nur unter Ärzten, auch unter Angehörigen. Will man auf jeden Fall sicher gehen, kommt man um eine Kombinationstherapie aus Neuroleptika und Antidepressiva nicht herum. Grund: Es gibt zwar auch (vor allem niederpotente) Neuroleptika, die leicht stimmungsstabilisierend wirken, doch an die antidepressive Potenz der für Depressionen zuständigen Antidepressiva kommen sie bei weitem nicht heran. Es wäre also ein Fehler, bei schizodepressiven Episoden auf Antidepressiva zu verzichten.

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Differenzialdiagnose der Manie mit psychotischen Symptomen

Die schwierigste differentialdiagnostische Abgrenzung der Manie mit psychotischen Symptomen ist die gegenüber der Schizophrenie.

Die „bipolare Psychose“ (manisch-depressive Erkrankung)

Wenn bei einem Patient zeitversetzt sowohl mindestens eine depressive als auch mindestens eine manische Phase aufgetreten sind, spricht man von einer „bipolaren Störung“. Die Manie ist symptomatisch dabei das „Gegenstück“ zur Depression. Manische und depressive Symptome können sowohl als voneinander getrennte Phasen auftreten, was der typische Verlauf ist, als auch in gemischter Form vorliegen. In der ICD-10 heisst es dazu:

„Bei dieser Störung treten einmal eine gehobene Stimmung, vermehrter Antrieb und Affektivität (Manie oder Hypomanie) auf, dann wieder eine Stimmungssenkung, verminderter Antrieb und ‚Aktivität (Depression). Charakteristischerweise ist die Besserung zwischen den Episoden vollständig.“ (ICD-10, S. 135)Für die „gemischte“ Form gilt:

„Der Betreffende hatte wenigstens eine manische, hypomanische oder gemischte affektive Episode in der Anamnese und zeigt gegenwärtig entweder eine Mischung oder einen raschen Wechsel von manischen, hypomanischen und depressiven Symptomen“ (ICD-10, S. 138)

Allgemeine Kennzeichen der bipolaren Störung:

  • die manischen Phasen beginnen meist abrupt
  • depressive Phasen dauern im Schnitt länger (6 Monate) als die manischen Phasen (4 Monate)
  • beide Geschlechter sind gleich häufig betroffen
  • Episoden werden oft nach belastenden Lebensereignissen oder anderem Stress ausgelöst
  • die Erkrankung kann in jedem Alter beginnen
  • das Verlaufsmuster ist sehr variabel und wenig vorhersehbar
  • im Alter gibt es eine Tendenz zur Verkürzung der Phasenintervalle und zur Verlängerung depressiver Phasen

In den modernen Klassifikationssystemen (ICD-10 und DSM-IV) versucht man bewusst auf theoretische Vorannahmen über die Entstehungsursachen der Manie, der bipolaren Störung oder anderer Störungsbilder zu verzichten und macht die Definition möglichst ausschliesslich an objektivierbaren, beschreibbaren und „operationalisierbaren Kriterien“ fest. Dieses Vorgehen hat grob gesagt den Vorteil, dass bei entsprechender Schulung auf die vorher festgelegten „Kriterien“ Psychiater und Therapeuten unterschiedlichster Schulen diese Kriterien wiedererkennen und dann bei der Diagnosestellung zum gleichen Ergebnis kommen. Es hat, wenn man der diagnostischen Erfahrung eines Arztes einen Wert beimessen möchte, den Nachteil, dass die diagnostizierenden Ärzte eben nicht mehr ihrer Erfahrung und ihrer Intuition vertrauen können, sondern an das Manual mit den Diagnosekriterien gebunden sind, ferner dass davon abweichende Symptommuster oder Beschwerden nicht in einer Diagnose formuliert werden können und dass die „Validierung“ des Diagnosemanuals, also die Feststellung, ob mit dem Kriteriensatz wirklich das abgebildet wird, was vorgegeben wird (z.B. eine Depression oder eine Manie) nur noch den mit der Weiterentwicklung des Manuals befassten Wissenschaftlern und Hochschullehrern vorbehalten bleibt. Pointiert und etwas provokativ formuliert: Der Arzt vor Ort wird gezielt zum „Spezialisten für die Anwendung eines vorgegebenen Diagnosemanuals“ geschult, und die Forschung läuft Gefahr, sich im Kreise zu drehen und nur noch Belege für die selbst aufgestellten Prämissen (Vorannahmen) zu produzieren! Da auf theoretische Vorannahmen über die Entstehung der Störungen verzichtet werden soll, ist man in der Bezeichnung vorsichtiger geworden. Man spricht nicht mehr von der Manie als „Krankheit„, sondern man spricht von einem „manischen Syndrom“ und von einer „manischen oder bipolaren Störung“. Die Bezeichnung „manisches Syndrom“ kennzeichnet nur noch eine Gruppe von Kern-Symptomen, die vorhanden sein muss, um die Diagnose stellen zu können. Der Begriff „Störung“ wirkt weniger wuchtig als „Krankheit“ und öffnet die Türe zu einer „störungsorientierten“ (d.h. Symptom-bezogenen) Forschung und Therapie. Philosophisch-hermeneutische Verstehens- und Forschungsansätze und psychodynamische Therapiemethoden verlieren aktuell eher an Bedeutung zugunsten einer pragmatisch ausgerichteten und am Symptom orientierten Forschung und Therapie. Dazu korrespondiert der Trend, der Behandlung mit und der weiteren Erforschung von spezifischen Medikamenten sowie den eher symptomorientierten Psychotherapieverfahren (kognitive Therapie, Verhaltenstherapie) mehr Bedeutung für die Heilung zuzuerkennen. Diese Behandlungs- und Forschungsschwerpunkte finden deshalb auch am ehesten eine begriffliche Entsprechung in den modernen Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-IV.

Entsprechend den ICD-10-Kriterien für die einzelne depressive bzw. manische Phase wird unterschieden:

  • Bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode (F31.0)
    Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode ohne psychotische Symptome (F31.1)

    Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Phase mit psychotischen Symptomen (F31.2)

  • synthyme (F31.20) oder parathyme (F31.21) psychotische Symptome

Bipolare affektive Störung, gegenwärtig leichte oder mittelgradige depressive Episode (F31.3)

Bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F31.4)
Bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F31.5)

  • Bipolare affektive Störung, gegenwärtig gemischte Episode (F31.6)
  • Zusätzlich gibt es (analog zu den rezidivierenden depressiven Störungen, siehe oben) auch hier die

    • Bipolare affektive Störung, gegenwärtig remittiert (F31.7)

    Und für die spezielle Verlaufsform eines sehr raschen Phasenwechsels gibt es noch die Rubrik:

    • Sonstige bipolare affektive Störungen (F31.8)

    Dazu gehören die Begriffe

    • bipolare-II-Störung
    • kurzphasische bipolare Störungen (Kurzzykler)
    • rapid cycler

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    Auch kurzfristig Beschäftigte können Anspruch auf Krankengeld haben.

    Selbstständige und Freiberufler, die freiwillig bei der AOK versichert sind, können sich für das Krankengeld ab der 7. Woche entscheiden.

    Sind Sie als Künstler oder Publizist in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert, zahlen wir Ihnen ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld.

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    • betreut Sie während Ihrer Arbeitsunfähigkeit individuell und umfassend,
    • erklärt Ihnen, worauf Sie bei der Beantragung von Krankengeld achten müssen, und unterstützt Sie bei den Formalitäten,
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    • Entgeltfortzahlung Ihres Arbeitgebers
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    • Mutterschaftsgeld
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    • Versorgungskrankengeld.

    Der Krankengeldanspruch ruht außerdem,

    • wenn Sie Ihre Arbeitsunfähigkeit der Krankenkasse nicht spätestens innerhalb einer Woche gemeldet haben oder
    • wenn Sie während Ihrer Arbeitsunfähigkeit eine Urlaubsreise ins Ausland ohne vorherige Zustimmung der Krankenkasse antreten.

    Achten Sie bitte darauf, uns Ihre Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig zu melden. Auch wenn Sie eine Reise antreten möchten oder sich Ihre persönliche Situation ändert, sprechen Sie uns an.

    Die AOK unterstützt Sie bei einer stufenweisen Wiedereingliederung in Ihren Beruf und arbeitet dabei eng mit Ihnen, Ihrem Arzt und Ihrem Arbeitgeber zusammen.
    So könnten Sie beispielsweise statt wie bisher acht Stunden zunächst nur vier Stunden täglich arbeiten. In dieser Zeit zahlen wir Ihr Krankengeld weiter. Soweit Ihr Arbeitgeber Ihnen Gehalt zahlt, verringert sich das Krankengeld.

    Ziel einer medizinischen Rehabilitation ist die dauerhafte Wiedereingliederung ins Arbeitsleben nach einer schweren Erkrankung oder Operation. Die Rehabilitation kann ambulant oder auch stationär erfolgen. Für Arbeitnehmer bietet sich in vielen Fällen ergänzend eine stufenweise Wiedereingliederung in den Beruf an.

    Für Rehabilitationsmaßnahmen ist die Rentenversicherung zuständig. Sie trägt in der Regel auch die Kosten. Wir unterstützen Sie bei der Beantragung einer Maßnahme und klären gegebenenfalls offene Fragen mit dem zuständigen Leistungsträger.

    Nehmen Sie im Laufe der Krankengeldzahlung an einer medizinischen Reha-Maßnahme der Rentenversicherung teil, brauchen Sie den täglichen Zuzahlungsbetrag von zehn Euro für den Aufenthalt nicht zu zahlen.

    Sie beziehen eine Rente und arbeiten zusätzlich? Dann können Sie – je nach Rentenart – trotzdem Krankengeld erhalten. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern.

    Sie erhalten Krankengeld und bekommen währenddessen eine Rente zugebilligt? Dann wird das Krankengeld gekürzt oder es entfällt. Dies gilt auch für ausländische Renten und vergleichbare Leistungen.

    Bei einigen Rentenarten verringert sich die Krankengeldhöhe um den Betrag der Rente, zum Beispiel bei

    • Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung
    • Rente wegen Berufsunfähigkeit
    • Teilrente wegen Alters.

    Sie haben keinen Anspruch auf Krankengeld, wenn Sie eine der folgenden Leistungen erhalten:

    • Vollrente wegen Alters
    • Rente wegen voller Erwerbsminderung
    • Rente wegen Erwerbsunfähigkeit
    • Vorruhestandsgeld oder Ruhegehalt.

    Ihr Krankengeldanspruch endet in diesem Fall einen Tag, bevor die Rente beginnt.

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    2 Einteilung der Bipolaren Störungen

    3 Ätiologie
    3.1 Genetische Prädisposition
    3.2 Biologische Faktoren
    3.3 Psychosoziale Faktoren

    4 Symptome
    4.1 Manische Episode
    4.2 Hypomanische Episode
    4.3 Depressive Episode
    4.4 Gemischte Episode

    5 Behandlungsansätze
    5.1 Medikamentöse Therapie
    5.2 Elektrokrampftherapie (EKT)
    5.3 Lichttherapie
    5.4 Wachtherapie
    5.5 Psychotherapie

    6 Literaturverzeichnis

    Nur wenigen Menschen ist der Begriff Bipolare Störung bekannt. Einigen ist die dahinter stehende Erkrankung als manische Depression geläufig. Aus den Medien geht hervor, dass vermutlich zahlreiche intelligente, kreative Persönlichkeiten unter diesen Stimmungsstörungen leiden und litten. Bekannte Beispiele dafür sind Vincent van Gogh, Robert Schumann, Ernest Hemingway sowie die Sänger Sting und Kurt Cobain (Nirvana). Jüngst wird sogar vermutet, dass die Eskapaden von Britney Spears auf diese Erkrankung zurück zu führen sein könnten.

    Obwohl Hippokrates bereits im 5. Jh. v. Chr. die Begriffe Melancholie und Manie prägte, dauerte es relativ lange bis sich die wissenschaftliche Forschung mit der Zusammengehörigkeit dieser Erkrankungen beschäftigte. Erst im Jahre 1999 wurde die Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS) gegründet, um „die Bedürfnisse von Menschen mit einer bipolaren Störung in Öffentlichkeit und Gesundheitspolitik zur Geltung zu bringen, sowie die Forschung, Fortbildung und Selbsthilfe zu fördern“ (DGBS 2007).

    Mittlerweile liest man auch in der Presse von „Leben auf einer Achterbahn – Manisch – depressive Erkrankungen können immer besser behandelt werden“ (Berliner Morgenpost vom 23.10.2004) oder von „Launen der Natur“ (Die Tageszeitung - Berlin lokal vom 09.10.2004). Am 9. Mai 2007 lautete das Thema der ZDF-Talkshow Johannes B. Kerner „Bipolare Störungen brauchen mehr Öffentlichkeit.“ Darin sprachen eine Betroffene und ihr Partner über diese psychische Erkrankung. Die Schauspielerin Eleonore Weißberger stellte die neu gegründete Stiftung IN BALANCE vor, mit deren Hilfe sie mehr Aufklärung und Transparenz für Betroffene und Angehörige anstrebt. Dies scheint tatsächlich notwendig zu sein, wenn man den Fakten der DGBS (2007) Glauben schenkt. Nach deren Angaben sind in Deutschland circa zwei Millionen Menschen betroffen, von denen allerdings weniger als 50% diagnostiziert und adäquat behandelt sind. Alarmierend ist die Erkenntnis, dass es zwischen 10 und 15 Jahre dauert, bis die richtige Diagnose gestellt und die notwendige medikamentöse Behandlung eingeleitet wird. Auch wenn die Krankheitszeichen nur sehr schwer zu erkennen sind, ist der Leidensdruck sowohl der Patienten als auch der nahen Angehörigen immens. Zudem besteht gerade in den Anfangsphasen der Erkrankung ein erhöhtes Suizidrisiko. Laut einer Publikation von Krüger versucht „jeder vierte Betroffene […] mindestens einmal, sich das Leben zu nehmen, insgesamt versterben 15% der Menschen mit einer bipolaren Störung durch Suizid“ (Krüger 2002, S. 1).

    Die Bipolaren Störungen bilden nach der ICD-10-GM Version 2007 (International Classification of Diseases) eine Untergruppe von Erkrankungen aus der Kategorie der affektiven Störungen. Hierbei handelt es sich um eine psychische Störung, bei der nicht kontrollierbare, extreme Stimmungs- und Gefühlsschwankungen vorliegen. Die Patienten leiden entweder unter verminderter oder gehobener Stimmung. Bei bipolaren Erkrankungen treten die Gemütsschwankungen zwischen den zwei Polen der Manie und der Depression auf. Man spricht hierbei von manischen und depressiven Episoden. Das Auftreten und die Dauer dieser Krankheitsepisoden sind sehr verschieden und können zwischen einigen Tagen, mehreren Monaten, aber auch einigen Jahren variieren. Manche Patienten berichten über mehr manische, andere über mehr depressive Episoden. Die Episoden können zeitlich nacheinander oder ineinander vermischt auftreten. Zwischen den Episoden kann der Patient mehrere Monate oder sogar Jahre völlig beschwerdefrei sein, was nicht mit einer Heilung zu verwechseln ist. Die Krankheit bleibt lebenslänglich bestehen.

    Aufgrund dieser vielschichtigen Verlaufsformen werden bipolare Erkrankungen in Bipolar-I-Störung, Bipolar-II-Störung und Zyklothyme Störung eingeteilt. Diese sind in der folgenden Abbildung vereinfacht dargestellt.

    Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

    Quelle: Bräunig und Dietrich 2004, Seite 15

    Bipolar-I-Störung

    Als Bipolar-I bezeichnet man eine bipolare Krankheit, wenn mindestens zwei voll ausgeprägte Episoden aufgetreten sind, von der eine eindeutig die Symptome einer Manie erfüllt.

    Bipolar-II-Störung

    Bipolar-II charakterisiert eine Erkrankungsform mit depressiven Episoden unterschiedlicher Schwere, die durch Hypomanien ergänzt wird. Hierbei treten keine voll ausgeprägten Manien auf.

    Zyklothyme Störung

    Eine Zyklothymia ist eine wesentlich schwächer verlaufende Form der bipolaren Störung. Die Symptome erreichen nicht die Stadien einer Depression oder Manie sondern pendeln zwischen Hypomanien und Dysthymien hin und her und dauern mindestens 2 Jahre an. Häufig sind Angehörige bipolar Erkrankter davon betroffen.

    Eine andere Einteilung kann auf Grund der Auftretenshäufigkeit der Episoden vorgenommen werden.

    Rapid Cycler sind Patienten, die im vorausgegangenen Jahr mindestens 4 oder mehr Episoden erlebten.

    Unter Ultra rapid Cycling sind Stimmungsumschwünge innerhalb weniger Tage zu verstehen.

    Die am schnellsten wechselnde Verlaufsform wird als Ultra ultra rapid Cycling bezeichnet und bedeutet, dass die Episoden innerhalb von wenigen Stunden umschlagen.

    Unsere Stimmung ist oft wechselhaft wie das Wetter. Hat es gestern noch geregnet, scheint heute vielleicht schon wieder die Sonne. Derartige Schwankungen sind normal. Die Gemütslage von Menschen mit einer manisch-depressiven Erkrankung gleicht jedoch Naturgewalten: Mal lässt eine eisige Kälte alles Leben für Wochen erstarren - dann bricht plötzlich ein Wirbelsturm herein und stellt die Welt komplett auf den Kopf.

    Die manisch-depressive Erkrankung bewegt sich zwischen zwei Polen: auf der einen Seite ungehemmte Euphorie, auf der anderen Seite abgrundtiefer Trübsinn. Die Fachwelt nennt die Krankheit daher bipolare Störung. Beide Stimmungsextreme treten phasenweise auf. Dazwischen liegen oft Zeiträume, in denen die Stimmung normal ist.

    Im Spannungsverhältnis von Manie und Depression fällt es Erkrankten schwer, ein geregeltes Leben zu führen. Unbehandelt treten die Stimmungsepisoden meist immer stärker auf und beeinträchtigen Partnerschaft, Familie und Berufsleben auf das Äußerste. Wird die bipolare Störung jedoch erkannt, ist sie heute gut behandelbar.

    Eine bipolare Störung äußert sich bei jedem Erkrankten anders. Die Stimmungsepisoden können sich zum Beispiel langsam aufbauen oder schlagartig auftreten. Sie können zwei Wochen oder ein halbes Jahr anhalten. Einige Betroffene durchleben mehrere depressive Phasen nacheinander bis sich eine manische Episode einstellt. Auch Mischzustände, in denen gleichzeitig Merkmale einer Depression und einer (Hypo-)Manie auftreten, sind möglich.

    • Gehobene oder gereizte Stimmung
    • Vermindertes Schlafbedürfnis
    • Ruhelosigkeit, tausend Ideen gleichzeitig
    • Rededrang und rasende Gedanken
    • Zerstreutheit, leicht ablenkbar
    • Selbstüberschätzung, Größenwahn
    • Gesteigerte Libido
    • Unkontrollierter Alkoholkonsum
    • Unkontrollierte Geldausgaben
    • Riskantes, ungehemmtes Verhalten
    • Schwermut, Niedergeschlagenheit
    • Antriebslosigkeit
    • Gleichgültigkeit und Verlust von Interessen
    • Gefühl, nichts mehr zu empfinden
    • Gefühl der Wertlosigkeit
    • Schuldgefühle
    • Schlafstörungen
    • Denk- und Konzentrationsstörungen
    • Vielfältige körperliche Beschwerden
    • Wiederkehrende Gedanken an den Tod

    Die sogenannte Hypomanie ist eine abgeschwächte Form der Manie. Hypomanische Menschen stecken voller Energie und Kreativität, wirken aber nervös, zerstreut und überreizt.

    Eine schwere depressive oder manische Episode wird in Einzelfällen auch von psychotischen Symptomen begleitet. Diese können erschreckend sein, da Betroffene dann an Wahnvorstellungen leiden, sich verfolgt fühlen und mitunter halluzinieren.

    Die bipolare Störung ist keine klassische Erbkrankheit, es gibt jedoch eine genetische Prädisposition. Das bedeutet, dass Familienangehörige von Erkrankten anfälliger sind. Dennoch entwickelt sich bei ihnen nicht zwangsläufig eine bipolare Störung. Auch Umweltfaktoren sind beteiligt, und erst ein komplexes Zusammenspiel aus Genen und Umwelt kann eine bipolare Störung auslösen.

    Häufig geht der Erkrankung ein belastendes Lebensereignis wie zum Beispiel der Tod eines nahestehenden Menschen voraus. Aber auch enormer Stress, Drogen oder eine körperliche Erkrankung sind mögliche Auslöser.

    Bis die richtige Diagnose und Behandlung erfolgen, dauert es in vielen Fällen mehrere Jahre. Dies liegt zum einen daran, dass sich Erkrankte in manischen Zeiträumen vollkommen gesund fühlen und keine Notwendigkeit sehen, einen Arzt aufzusuchen. Zum anderen verwechseln Außenstehende die bipolare Störung leicht mit anderen Erkrankungen, zum Beispiel einer unipolaren, also einfachen Depression ohne Manie oder der Borderline-Persönlichkeitsstörung.

    Wenn Sie sich in einem depressiven Zustand an einen Arzt wenden, ist es sehr wichtig, ihm von eventuell bereits erlebten manischen oder hypomanischen Phasen zu berichten. Liegt der Verdacht auf eine bipolare Störung vor, sollten Sie sich umgehend von einem Facharzt, zum Beispiel für Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchen lassen.

    Unterschiede zwischen einer bipolaren Störung und der Borderline - Persönlichkeitsstörung

    Einige Merkmale der bipolaren Störung und der Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ können sehr ähnlich sein, zum Beispiel euphorische Stimmungen oder schwermütige Zustände mit suizidalen Gedanken. Menschen mit Borderline leiden jedoch durchgehend unter einer emotionalen Instabilität und im Vordergrund steht vor allem eine mangelhafte Kontrolle der eigenen Gefühle (Impulskontrolle): Ihre Stimmung kann innerhalb von Minuten kippen. Menschen mit bipolarer Störung durchleben in der Regel länger anhaltende manische oder depressive Phasen, zwischen denen immer wieder auch Zeiträume mit normaler beziehungsweise ausgeglichener Stimmung liegen.

    Bipolare Störungen sind heute gut behandelbar. Ärzte unterscheiden allgemein zwischen einer akuten und einer vorbeugenden Behandlung. Die wichtigste Voraussetzung für eine gute Prognose ist jedoch, die Diagnose anzunehmen und zu lernen, langfristig mit ihr zu leben.

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    Autoren des Artikels: Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze

    Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt.

    © Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze

    Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com

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    Eine bipolare Störung kann unterschiedliche Ursachen haben

    Die Ursachen einer bipolaren Störung sind noch nicht eindeutig geklärt. Ärzte gehen aber davon aus, dass unterschiedliche Faktoren zusammenwirken und miteinander in Wechselwirkung stehen.

    Die wichtigsten Faktoren, die die Entstehung einer bipolaren Störung begünstigen sind:

    • genetische Faktoren
    • Veränderungen im Neurotransmitter-Stoffwechsel des Gehirns
    • Umwelteinflüsse, insbesondere Stress

    Obwohl die bipolare Störung keine klassische Erbkrankheit ist, ist eine starke genetische Komponente vorhanden. Allerdings ist nicht wie bei einer klassischen Erbkrankheit ein einziges defektes Gen verantwortlich, sondern eine Vielzahl verschiedener Gene. Forscher gehen davon aus, dass mehr als 100 Gene zur Entstehung einer bipolaren Störung beitragen. Durch den genetischen Einfluss ist vor allem für Angehörige ersten Grades (also zum Beispiel für Kinder erkrankter Eltern) das Risiko, an einer bipolaren Störung zu erkranken, deutlich erhöht. Grundsätzlich gehen Ärzte davon aus, dass jeder Mensch an einer bipolaren Störung erkranken kann. Die Gene bestimmen dabei, wie sensibel oder anfällig jeder einzelne Mensch für die Erkrankung ist.

    Neurotransmitter sind Botenstoffe, die innerhalb des Gehirns Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weiterleiten. Dabei stehen die verschiedenen Botenstoffe mit ihrer unterschiedlichen Wirkung in einem empfindlichen Gleichgewicht zueinander. Wird dieses gestört, zum Beispiel dadurch, dass ein Botenstoff vermehrt oder weniger stark gebildet wird als es normalerweise der Fall ist, wird die Kommunikation zwischen den Nervenzellen im Gehirn beeinträchtigt. Experten vermuten, dass bei Depressionen eine verminderte Konzentration folgender Botenstoffe vorliegt:

    Bei einer Manie sind wahrscheinlich erhöhte Konzentrationen dieser Neurotransmitter für die Symptome verantwortlich.

    Neben genetischen Faktoren tragen auch verschiedene Umwelteinflüsse dazu bei, dass sich eine bipolare Störung entwickelt. Vor allem Stress oder besondere emotionale Ereignisse können die Krankheit auslösen oder den Beginn einer neuen Krankheitsepisode begünstigen. Hierzu zählen zum Beispiel finanzielle oder familiäre Probleme wie Verschuldung, Arbeitslosigkeit, Scheidung oder der Tod eines Angehörigen. Was als Stress empfunden wird, kann allerdings von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Während der eine zum Beispiel eine anstehende Geburtstagsfeier oder eine Hochzeit als positiv empfindet, können die gleichen Ereignisse bei einem anderen Menschen ein Gefühl von Stress und Überforderung auslösen. Für Menschen, die an einer bipolaren Erkrankung leiden ist es deshalb besonders wichtig, die eigenen Stressfaktoren zu erkennen und diese so weit wie möglich zu vermeiden.

    Erleben Personen scheinbar unerklärliche Wechsel zwischen euphorischen und depressiven Gemütszuständen, sollten sie diese Schwankungen der Stimmung fachärztlich abklären lassen, denn sie können auf eine Bipolare Störung hinweisen. Bei Menschen, die an Bipolaren Störungen leiden, kommt es zu Krankheitsepisoden mit völlig übersteigerten Stimmungsschwankungen. Diese werden zwar oft durch äussere Umstände wie Prüfungsstress oder ein Hochzeitsfest ausgelöst, doch erklären diese Umstände das Ausmass und vor allem die Dauer der Stimmungsveränderung nicht.

    Fast alle Betroffene, die eine Manie erleben, in der sie überaktiv, euphorisch oder gereizt sind, erleiden auch depressive Phasen mit Lustlosigkeit, gedrückter Stimmung und pessimistischen Gedanken. Zwischen diesen Phasen treten oft weniger stark ausgeprägte Stimmungsschwankungen auf. Bipolare Erkrankungen können individuell recht unterschiedliche Formen und Verläufe haben. Besonders ausgeprägt und schwerwiegend sind Bipolare Erkrankungen, wenn psychotische Symptome auftreten. Dies bedeutet, dass die Realitätswahrnehmung und –verarbeitung gestört ist, was zu verzerrten Sinneseindrücke und Wahnvorstellungen führt. Psychotische Symptome kommen dabei häufiger bei Manien als bei Depressionen vor. Über zwei Drittel aller Patienten mit Manien zeigen einzelne psychotische Symptome, am häufigsten grenzenlose Selbstüberschätzung. Leichtsinnige Geldausgaben und der Verlust sozialer Hemmungen sind häufige Folgen der gestörten Realitätswahrnehmung.

    Man schätzt, dass etwa 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung von einer Bipolaren Erkrankung betroffen ist. Frauen und Männer erkranken jeweils gleich häufig. Als Ursache wird ein multifaktorielles Geschehen angenommen, bei dem biologische Faktoren wie Störungen im Neurotransmitterhaushalt oder hormonelle Störungen sowie auch psychosoziale Einflüsse eine Rolle spielen könnten.

    Bipolare Störung und Studentenleben – Strategien für den Erfolg

    Die bipolare Störung tritt oft im Alter von 20 auf. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Studium trotz Krankheit erfolgreich meistern können.

    Bei den meisten Menschen, die später mit einer bipolaren Störung diagnostiziert werden, tritt die erste depressive oder manische Episode vor dem 25. Lebensjahr auf, gerade dann, wenn sich viele Patienten mitten in ihrem Studium befinden.

    Die Jugend und die ersten Jahre des Erwachsenenseins sind eine kritische Zeit in der kognitiven Entwicklung, in der das Gehirn „verkabelt“ wird. Bei Menschen mit einer genetischen Neigung zur bipolaren Störung kann sie ganz unerwartet von einem äußeren Ereignis ausgelöst werden. Und das Uni-Leben ist nicht gerade arm an derartigen Ereignissen. Man verlässt das Elternhaus zum ersten Mal, muss lernen, unabhängig zu leben und mit neuen Menschen auszukommen, studiert Nächte hindurch für Examen und hat Zugang zu Alkohol und Drogen– all dies ist für viele Menschen eine große Herausforderung für ihre psychische Gesundheit.

    Die Diagnose einer bipolaren Störung bedeutet nicht, dass Sie Ihr Studium aufgeben müssen oder die Richtung, die Sie eingeschlagen, ändern sollten. Wenn man die Situation intelligent und vernünftig angeht, dann bietet Ihre Krankheit eigentlich nur kleine Hindernisse, die durchaus zu lösen sind. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen einige Möglichkeiten, um nach der Diagnose einer bipolaren Störung das Studium mit Erfolg weiterzuführen.

    Schritt für Schritt

    Sie müssen soweit wie möglich Situationen von akademischem Stress meiden, indem Sie vorbeugen. Mit den Medikamenten, die Sie einnehmen ist es wirklich schwierig, die Konzentration viele Stunden lang aufrecht zu halten, und schlaflose Nächte mit „aufgestützten Ellbogen“ sind ausgesprochen schlecht für Ihr Problem (siehe weiter unten). Daher ist es viel besser, wenn Sie große Projekte (wie eine Hausarbeit oder Klausur) in übersichtlichere Teile einteilen und sie in kurzen Sitzungen abarbeiten. Bereiten Sie einen Studienkalender vor und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nur auf eine einzige Aufgabe, während Sie an Ihrem Schreibtisch sitzen.

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    In Deutschland leben etwa 800.000 Menschen mit einer bipolaren Störung. Ihr Leben gleicht einer Achterbahn, die - einmal angeschoben - nur schwer zum Stehen kommt. Dennoch werden ihre Probleme oft übersehen oder falsch therapiert. Von der ersten Episode bis zu einer angemessenen Behandlung vergehen bei der Krankheit im Durchschnitt fünf bis zehn Jahre. Vor allem die euphorischen Phasen sind häufig nicht so stark ausgeprägt, dass sie auffallen.

    Zwar seien die Betroffenen in den sogenannten hypomanen Phasen äußerst arbeitswütig, besonders kreativ oder sehr selbstbewusst und exzentrisch. "Aber sie fallen nicht aus dem gesellschaftlichen Rahmen. Für manche sind es subjektiv sogar die besten, kreativsten Phasen ihres Lebens", sagt Wolfgang Maier, der die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bonn leitet. Ernest Hemingway, Virginia Woolf und Robert Schumann schufen in gemäßigten Hochs der Krankheit Weltliteratur und Musikklassiker. Doch dann flaute die Euphorie wieder ab. Unauffällige Zeiten folgten, bis die Depression übernahm.

    Viele Betroffenen gehen erst in schwermütigen Zeiten zum Arzt, bei drei von vieren beginnt die Erkrankung gar mit einer Depression. Gewöhnlich behandeln Psychiater dann ausschließlich diese, der andere Pol der Erkrankung bleibt ihnen verborgen. "Auch wenn die Patienten vorher schon leicht manische Phasen erlebt haben, werden sie entweder nicht danach gefragt oder erinnern sich nicht unbedingt daran", sagt Psychiater Michael Bauer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden.

    Einige Betroffene verheimlichen auch, dass sie bereits ausgeprägte manische Phasen erlebt haben. "Das veraltete Bild vom durchgedrehten, manisch-depressiven Irren ist in der Gesellschaft noch stark verankert. Viele wollen da lieber nicht dazu zählen", sagt Bauer, der seit 25 Jahren Betroffene behandelt und sich im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen engagiert.

    Ohne angemessene Behandlung erleben die Erkrankten immer wieder Episoden mit manischen oder depressiven Symptomen. Die Abstände zwischen den Krankheitsschüben verkürzen sich, das Auf und Ab setzt vielen zu. Suizidgedanken beginnen, sie zu plagen. Im Unterschied zu Menschen mit Depressionen sind sie jedoch auch in ihren depressiven Phasen recht agil, haben eher Wut im Bauch und setzen den Todeswunsch deshalb öfter um. Jeder dritte Betroffene versucht, sich das Leben zu nehmen; etwa einer von fünf Todesfällen unter Bipolar-Patienten geht auf einen Suizid zurück. So auch die von Hemingway, Woolf und Schumann.

    Ein fast normales Leben

    Dabei lässt sich auch mit der Erkrankung ein normales Leben führen, wenn sie schnell und korrekt behandelt wird. "Die Diagnose bedeutet zwar, dass man ein Leben lang ein sehr hohes Risiko für erneute manische oder depressive Episoden hat", sagt Wolfgang Maier, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. "Bei günstigem Verlauf machen diese Krankheitsphasen aber im Durchschnitt kaum mehr als 15 Prozent der Lebenszeit aus. Zwischen den Episoden liegen oft mehrere Jahre."

    Ohne Medikamente beträgt die Wahrscheinlichkeit, in eine neue Episode zu rutschen, 80 Prozent. Mit Medikamenten lebt etwa ein Drittel ohne Symptome. Bei einem Großteil schwanken zwar weiterhin Stimmung, Aktivität und Antrieb, doch nicht annähernd so gravierend wie ohne Therapie. "Sicher gibt es in den Biografien von Menschen mit bipolarer Störung mehr Brüche zu verzeichnen. Die meisten sind aber in die Gesellschaft integriert, gehen arbeiten, leben in Beziehungen und haben Kontakt zu ihrer Familie und Freunden", sagt Maier. So auch die Buchautorin Kay Redfield Jamison.

    Die bipolare Erkrankung hat sie in ihrem Leben mehrfach aus der Bahn geworfen, heißt es in ihrer Autobiografie "Meine ruhelose Seele. Die Geschichte einer bipolaren Störung". Dennoch: Die heute 68-Jährige ist verheiratet und hat trotz oder auch in Teilen wegen ihrer Krankheitsepisoden Karriere gemacht - als Psychologin und Psychiatrieprofessorin sowie international angesehene Expertin für bipolare Störungen. Die Erkrankung war für sie Hindernis und Antrieb zugleich, wie sie schreibt: "Manisch-depressive Störungen sind eine Krankheit, die sowohl tötet als auch Leben gibt. Es liegt in der Natur des Feuers, dass es erschafft und zerstört Die Manie ist eine sonderbare treibende Kraft, eine Zerstörerin und ein Feuer im Blut."

    Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie - auch anonyme - Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.

    Erfahrungsberichte - bipolaris - Manie & Depression Selbsthilfevereinigung Berlin-Brandenburg e. V.

    Für alle Berichte liegt das Copyright bei bipolaris e.V. oder den Autoren. Vervielfältigung im Ganzen oder in Teilen ist ohne ausdrückliche Zustimmung nicht gestattet. Dies gilt auch für das Einstellen auf anderen Webseiten.

    Hier stellen wir einige Erfahrungsberichte zur Verfügung, die von Menschen mit einer Bipolaren Störung oder von ihren Angehörigen geschrieben worden sind.

    Gerne können auch Sie uns Ihre Erfahrungen mitteilen: Kontakt.

    Erfahrungsberichte von Menschen mit Bipolaren Störungen

    Die bipolare Störung, medizinisch korrekt auch bipolare affektive Störung (BAS) genannt, ist eine psychische Erkrankung, die zur Gruppe der Affektstörungen gehört. Früher war die bipolare Störung unter dem Namen manisch-depressive Erkrankung bekannt.

    Bis vor wenigen Jahren wurde die bipolare Störung in medizinischen Fachkreisen als manisch-depressive Erkrankung oder manisch-depressive Psychose bezeichnet. Auch manische Depression ist ein gebräuchliches Synonym.

    Die bipolare Störung ist eine schwere psychische Erkrankung, die in der Regel einen chronischen Verlauf nimmt. Charakteristisch ist ein episodischer Verlauf mit depressiven und manischen Episoden. Während die Patienten in der depressiven Episode eher unter einer gedrückten Stimmung bis hin zu Suizidgedanken leiden, ist die manische Episode durch einen gesteigerten Antrieb und eine unangemessene euphorische Stimmung gekennzeichnet. Auch gemischte Episoden mit depressiven und manischen Anteilen können auftreten.

    Zwischen den einzelnen Phasen befinden sich die Betroffenen meist in einem normalen und unauffälligen Zustand. Die bipolare Störung kann in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten. Einige Patienten können mit ihrer psychischen Erkrankung gut leben, Patienten mit stark ausgeprägten Episoden leben hingegen oft im gesellschaftlichen Aus.

    Die bipolare Störung beginnt häufig schon im frühen Erwachsenenalter. Bis schlussendlich die Diagnose bipolare Störung gestellt wird, vergehen nicht selten mehrere Jahre, sodass die Betroffenen bei der Diagnosestellung schon einen langen Leidensweg hinter sich haben.

    Die bipolare Störung gehört zu den häufigeren psychischen Erkrankungen. Wenn auch leichtere Fälle in die Statistiken eingerechnet werden, leiden drei bis vier Prozent der Bevölkerung in Industrieländern unter einer bipolaren Störung.

    Bei der bipolaren Störung handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein multifaktoriell bedingtes Krankheitsgeschehen. Aufgrund von Zwillingsstudien gehen Forscher davon aus, dass die bipolare Störung zu einem Großteil genetisch bedingt ist. Allerdings wird nicht die Erkrankung, sondern lediglich ein erhöhtes Risiko, an der Störung zu erkranken, vererbt. Das bedeutet, dass das Erbgut lediglich eine Prädisposition darstellt. Umweltfaktoren beeinflussen jedoch den Beginn, den Verlauf und das Ende der Erkrankung. Bisher konnten viele verschiedene genetische Veränderungen bei den Erkrankten identifiziert werden. Jede dieser genetischen Veränderungen stellt für sich allein betrachtet jedoch nur ein geringes Risiko für die Entwicklung der Krankheit dar. Nur bei einer Polygenie, also bei mehreren Veränderungen, kann die Störung zum Ausbruch kommen. Ferner ist zu beachten, dass die bisher identifizierten genetischen Veränderungen nicht krankheitsspezifisch sind, sondern auch ein erhöhtes Risiko für andere psychische und körperliche Erkrankungen beinhalten.

    Studienergebnisse aus dem Bereich der Hirnforschung zeigen bei Patienten mit bipolarer Störung deutliche Abweichungen in den neuronalen Netzen, die für die Verarbeitung von Gefühlen und für die Emotionsregulation zuständig sind. Diese Abweichungen treten vor allem im präfrontalen und temporalen Cortex sowie im Hippocampus und in der Amygdala auf. Zudem ist die neurochemische Übertragung der Neurotransmitter Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Glutamat gestört. Ebenso zeigen sich bei den sekundären Botenstoffen, den sogenannten Second Messengern, Abweichungen in den Nervenzellen. Diese Störungen scheinen bei der Entstehung und dem Verlauf der Erkrankung eine entscheidende Rolle zu spielen.

    Neben den genetischen und biologischen Faktoren sind auch Umweltfaktoren an der Entstehung der bipolaren Störung beteiligt. Insbesondere traumatische Erlebnisse wie schmerzhafte Trennungen, der Verlust des Arbeitsplatzes, sexueller Missbrauch oder Mobbing begünstigen die Entstehung der psychischen Krankheit. Ebenso negativ wirkt sich psychosozialer Stress aus. Zu den psychosozialen Stressoren gehören Konflikte in der Partnerschaft sowie Konflikte innerhalb der Familie oder im Beruf. Auch große Veränderungen wie beispielsweise ein Umzug in eine neue Wohnung oder ein Jobwechsel können sich auf den Verlauf und die Entstehung der bipolaren Störung auswirken. Drei Viertel aller Patienten berichten im Rückblick darüber, dass sie unmittelbar vor dem Ausbruch der Erkrankung starken Stress hatten.

    Zu den auslösenden Faktoren der bipolaren Störung gehören zudem Alkohol– und Drogenmissbrauch sowie ein gestörter oder unregelmäßiger Tag- und Nachtrhythmus beispielsweise durch Schicht- oder Nachtarbeit. Insbesondere Schlafmangel wirkt sich negativ auf den psychischen Zustand der Patienten aus.

    Grundsätzlich können die bipolaren Störungen in Bipolar I und Bipolar II unterteilt werden. Die meisten Patienten leiden unter der Bipolar-II-Störung. Diese ist durch eine mindestens zwei Wochen andauernde depressive Episode gekennzeichnet, auf die eine Phase der Manie oder Hypomanie folgt. Die Hypomanie ist die leichtere Form der Manie. Wenn diese hypomanische Phase sehr dezent verläuft, kann die Bipolar-II-Störung leicht mit einer rezidivierenden depressiven Störung verwechselt werden.

    Die Bipolar-I-Störung beginnt mit einer 7 bis 14 Tage andauernden manischen Hochphase. An diese schließt sich eine depressive Episode an. Normalerweise durchlaufen die Betroffenen zwischen den einzelnen Episoden Phasen mit einem normalen Gemütszustand. Wechseln Manie bzw. Hypomanie und Depression übergangslos, so bezeichnet man dies als Switching oder Polaritätswechsel.

    Eine manische Episode ist durch eine abnorme und dauerhaft gehobene Hochstimmung gekennzeichnet. Es gibt jedoch auch Patienten, die eine ausgeprägte gereizte Stimmung aufweisen. Während der manischen Periode haben die Patienten ein übertriebenes Selbstbewusstsein bis hin zum Größenwahn. Das Schlafbedürfnis ist verringert, sodass sie häufig mit nur drei Stunden Schlaf auskommen. Die Betroffenen fallen durch einen großen Rededrang und eine Zerstreutheit auf. Sie haben das Gefühl, dass ihre Gedanken rasen. Diese innere Nervosität spiegelt sich in einer psychomotorischen Unruhe wider. Auffallend ist, dass sich Menschen in einer manischen Episode exzessiv mit angenehmen Tätigkeiten beschäftigen, die vermutlich negative Konsequenzen für sie haben werden. So geben sich Patienten mit bipolarer Störung beispielsweise ungehemmt einem Kaufrausch hin oder tätigen unnütze Investitionen.

    In der depressiven Episode leiden die Patienten hingegen unter einer depressiven Stimmung. Sie fühlen sich traurig und leer oder erscheinen weinerlich. Das Interesse an Aktivitäten des Alltags, auch an Aktivitäten, die den Betroffenen früher Freude bereitet haben, ist deutlich vermindert. Im Gegensatz zur manischen Episode ist in der depressiven Episode das Schlafbedürfnis übersteigert. Auch Schlaflosigkeit kann in der Depression auftreten. Patienten in der depressiven Episode sind erschöpft und leiden unter einem starken Energieverlust. Oft können sie den normalen Alltag ohne Hilfe nicht mehr bewältigen. Sie können sich nur sehr schwer konzentrieren und sind unfähig Entscheidungen zu treffen. Ausgeprägte depressive Episoden gehen mit wiederkehrenden Todes- und Suizidgedanken einher.

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