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Jetzt bestellen. Hinweis: Wird nicht als Taschenbuch erscheinen.

Tausende von Symptomen, Hunderte von Krankheitsbildern in alphabetischer Reihenfolge gedeutet. Im ersten Teil Deutung der gesunden Organe und Körperstrukturen, im zweiten Teil der Krankheitssymptome.

Grundsituation: Azidose (Übersäuerung)
Körpereb
ene:
Flüssigkeitssysteme
Symptomebene
:
zuviel Männliches (Säure stößt H + -Ionen aus, so wie auf dem Gegenpol die Base, H + -Ionen aufsaugt) kippt das Körperwasser (Seele) aus dem Gleichgewicht.
Bearbeitung
:
mit männlichen Mitteln die Seele durchdringen, Analyse des weiblichen Körpers und der Mutter Natur, um Auswege aus der Einseitigkeit zu finden.
Einlösung, Aufgabe
:
den männlichen Pol kennen, annehmen und verwirklichen lernen. In der Übersäuerung der gesamten Innen und Außenwelt die Aufgabe erkennen, den männlichen Pol in seinen erlösten Eigenschaften zu nutzen, um die Misere, in die er uns mit seinen unerlösten Tendenzen geführt hat, auszugleichen. Das Spirituelle (= männlich) als Gegenpol verwirklichen zum unerlösten Materialismus, der seinem Wesen nach weiblich, vom unerlost Männlichen hemmungslos propagiert wurde. Fernziel auf dem Gegenpol: Harmonie zwischen den Polen erreichen.
Urprinzieller Bezug
: Mars

Symptom: Aufstoßen, saures
Körperebene: Magen (Gefühl, Aufnahmefähigkeit), Speiseröhre.
Symptomebene:
Ausdruck von vertuschtem Widerstand gegenüber Heruntergeschlucktem (K 181); heruntergeschluckte, aber unverdauliche Gefühle drücken nach oben (K 183); Säure steigt nach oben und will zum Ausdruck kommen (K 183); sich Luft machen, Druck ablassen, verdeckte Aggression (K 184); “es stößt einem manches sauer auf”, vor allem die Unfähigkeit, sich angemessen zu artikulieren (V 78); eine Situation hängt einem zum Hals heraus (V 79).
Bearbeitung:
aus der eigenen Tiefe und Körperlichkeit kommende Ausdrucksweise üben (V 79), Gefühle von Widerwillen und Sauersein herauflassen, Aggressionen äußern, Unterdrücktes aufsteigen lassen; Sich Luft machen lernen; Sich von Bedrückendem befreien.
Einlösung:
seinen Bauchgefühlen freien Lauf lassen, aus dem Bauch heraus sprechen und handeln lernen.
Urprinzipieller Bezug: Mond-Mars
Lit.: V 78f.

Die Abkürzungen beziehen sich auf andere Bücher wie V: “Verdauungsprobleme” (Knaur Verlag) oder K: “Krankheit als Weg”

Seltene Krankheiten: Das erschreckend kurze Leben der Greisen-Kinder

Seltene Krankheiten Das erschreckend kurze Leben der Greisen-Kinder

B eim ersten Zusammentreffen reagieren viele Menschen ungläubig und geschockt, können ihr Grauen kaum verbergen. Sie sehen vergreiste Kinder mit faltiger Haut und Altersflecken. Wie alte Menschen leiden sie unter Arterienverkalkung, Osteoporose und Rheuma.

Und doch sind es Kinder mit denselben Wünschen und Träumen wie ihre gesunden Altersgenossen. Nur haben sie weniger Zeit, sie zu verwirklichen. Kinder mit der Erbkrankheit Progerie sterben früh. Sie werden in aller Regel maximal 15 Jahre alt.

Die medizinische Forschung hofft auf baldige Hilfe für die Progerie-Kinder. In den USA und in Frankreich werden zurzeit Medikamente getestet, die die Leiden der kleinen Patienten mindern und ihr Leben verlängern könnten. Bei den klinischen Tests in Frankreich gebe es erste kleine Erfolge, sagt einer der wenigen deutschen Progerie-Experten, der Oberarzt an der Magdeburger Universitätskinderklinik, Thomas Brune.

Vor sechs Jahren lüfteten Forscher das Geheimnis dieser grausamen, aber zum Glück äußerst seltenen Krankheit. Schuld ist ein Defekt am Lamin-Gen, das für die Stabilität der Zellkernwände verantwortlich ist. „Seitdem ist die Diagnose kein Problem mehr“, sagt Brune. Ein relativ einfacher Test reicht aus. Mit einer Therapie aber tun sich die Forscher weltweit schwer, weil bei der Progerie jede Zelle des menschlichen Körpers betroffen ist.

Bereits ab der 34. Schwangerschaftswoche vollzieht das mutierte Gen sein teuflisches Werk. „Je später mit der Therapie begonnen wird, desto geringer sind die Chancen, noch die Zellen zu erreichen, die schon gestört sind“, sagt Brune. Deshalb verspricht man sich am meisten davon, die Kinder sofort nach der Diagnose zu behandeln, wenn die Zellen noch nicht so schwer gestört sind. So könnten schwere Schäden wie die Verkalkung der Arterien zumindest gedämpft werden. Eine Heilung der Progerie ist aber noch nicht in Sicht.

Weltweit sind nach Angaben der Europäischen Stiftung für Kinder mit Progerie seit der erstmaligen Beschreibung der Krankheit im Jahr 1886 rund 150 Fälle bekannt. Im Vorjahr lebten 40 Kinder mit diagnostizierter Progerie überall auf der Welt, sechs davon in Deutschland.

Schätzungen zufolge kommt auf vier Millionen Geburten ein Kind mit dieser tödlichen Spontanmutation zur Welt. Diese findet in den Geschlechtszellen der Eltern statt. Vermutet wird, dass unter den 30 Millionen Samenzellen des Vaters immer einige mit mutierten Genen vorkommen. Bei dem einzigen Fall weltweit, bei dem zwei Kinder in einer belgischen Familie betroffen sind, waren allerdings die Eizellen der Mutter nicht in Ordnung.

Tod durch Herzinfarkt oder Schlaganfall

Die schreckliche Krankheit bricht sechs bis zwölf Monate nach der Geburt aus. Vorher entwickelt sich der Betroffene wie jedes normale Kind. Erste Anzeichen der Krankheit treten an der Haut auf. Sie wird wie Leder, trocken und rot. Im zweiten Lebensjahr legen die Kinder kaum noch an Gewicht und Größe zu. Die Haare gehen aus, Altersflecken werden sichtbar. Später werden die Gelenke steif, vor allem die Finger und die Knie. Durch die fortschreitende Arteriosklerose verändern sich die Blutgefäße und alle anderen Organe. Die Folge sind Durchblutungsstörungen und Verhärtungen der Bindegewebe. Die meisten sterben noch als Kind an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Die Medizin kann bis heute nur die körperlichen Beschwerden lindern – das Rheuma, die Osteoporose, die Arterienverkalkung. Vorbeugende Therapien mit gering dosiertem Aspirin zur Blutverdünnung und Wachstumshormone sind nach Ansicht der Europäischen Stiftung für Kinder mit Progerie nicht sehr hilfreich. Sie empfiehlt, frühzeitig Kontakt zu anderen betroffenen Familien und qualifizierten Therapeuten aufzunehmen, um emotionale Unterstützung, wichtige Informationen und Hilfe zu bekommen. Denn viele Familien glauben mit ihrem Schicksal ganz allein auf der Welt zu sein.

Typische Krankheitskosten sind:

Heute habe ich mal frei. Das ist das Gute an der Frei-Beruflichkeit. Es heißt natürlich nicht, dass ich da immer frei bin. Dafür arbeite ich ja zum Beispiel auch samstags. Es gleicht sich eben nur ab und zu mal aus. Einfach nur rumsitzen? Nö, dazu habe ich keine Lust. Ein Buch lesen? Nö! Was mache ich jetzt mit meiner freien Zeit? Zunächst mal für gemütliches Licht sorgen. Gefrühstückt habe ich schon. Mein Funktionstraining verschiebe ich heute mal nach hinten und zum Spazierengehen fehlt mir gerade die Lust beim Blick aus dem Fenster. Allerdings werde ich nachher noch rausgehen, denn ich brauche Bewegung an der frischen Luft. Frisch? Ich denke schon, dass sie hier frischer ist, als in der Innenstadt. Es riecht jedenfalls draußen natürlich nach modrigen Blättern und feuchter Erde aus dem Wald und die Farben sind trotz des bewölkten Himmels richtig warm und wohltuend. Also, was mache ich nun? Na, schreiben, das seht Ihr ja. 😀 Dazu habe ich gerade richtig Lust. Mir fehlt nur noch ein Thema. Ich habe ja schon so viel über dies und jenes philosophiert, dass mir gerade nichts Neues einfallen möchte. Also schreibe ich einfach das, was mir gerade in den Sinn kommt und wenn es einfach nur mal ein paar Alltagsgedanken im Hier und Jetzt sind.

Meine Kundinnen sind oft erleichtert, wenn sie hören, dass ich als Farbberaterin, die Euch meist sehr fröhlich aus dem Internet anstrahlt, auch „nur“ eine Frau mit ganz normalen Problem(ch)en bin. Wenn zum Beispiel so ein Blick morgens in den Spiegel etwas schräg ausfällt, weil mein fliehendes Kinn in der Nacht um gefühlte zwei Zentimeter gewachsen ist und mein Mann das zu meinem Erstaunen überhaupt nicht erkennen kann oder das linke Augen um mindestens das gleiche Maß geschrumpft ist, weil das Schlupflid meint, sich noch mehr hängen lassen zu müssen. Schließlich soll ich ja auch was vom Älterwerden mitkriegen. Von meinen zerbrechlichen Knochen mal ganz zu schweigen… Ein kleiner Tipp am Rande für alle mit gefühlten zwei Zentimetern fliehendem Kinn. Lasst Euch immer von oben nach unten ablichten und schaut keck nach oben in die Kamera. Das verbirgt so einiges, was Ihr an mir (nicht) seht. 😉

Ja, ich habe eine Osteoporose, die mich in den letzten 21 Monaten, seit sie sich im März 2016 plötzlich bemerkbar machte, sehr in Beschlag genommen hat. Siehe auch „Wie ich positiv mit meiner Diagnose Osteoporose umgehe und mir Gott vorstelle“! Puh, war das eine Odyssee bis ich mal einen Arzt gefunden hatte, der die richtige Diagnose stellen konnte, statt mir Spritzen gegen einen Hexenschuss zu verabreichen und ich endlich ein Rehabilitationsprogramm erhielt, das mir gut tut und nicht noch mehr Knochen bricht. Ich bin sehr lange durch Versuch und Irrtum gehumpelt, habe mich durch das Internet gewuselt und mir letztendlich alles, was ich jetzt weiß, selbst erarbeitet. So fand ich auch eine Selbsthilfegruppe und darüber wieder einen guten Physiotherapeuten, der einzige übrigens unter angeblich dreien in Düsseldorf, der sich wirklich mit Osteoporose auskennt und das Funktionstraining auf ganzheitlicher Ebene ausrichtet. Der Mann ist für mich ein Geschenk des Himmels!

Das muss man sich mal vorstellen. Da ist diese Krankheit eine Volkskrankheit und kaum jemand scheint sich wirklich damit auszukennen. Im Verschreiben von Medikamenten sind alle ganz schnell, aber für den Heilungsprozess und vor allem für die Ur-Sache fühlt sich niemand so richtig verantwortlich. Auch müsste die Knochendichtemessung für jede Frau genau so selbstverständlich ein Bestandteil der Vorsorge ab dem Wechseljahrealter sein, wie die Krebsvorsorge, zumal gerade meine Gynäkologin doch hätte längst bemerken müssen, dass ich zu der gefährdeten Zielgruppe gehöre. Mir wäre einiges erspart geblieben, wenn ich das früher gewusst hätte! Und dann sagt diese Kuh wortwörtlich, sorry für den Ausdruck, aber er ist für mein Empfinden angebracht, die Jahre lang gegen Hormone war und eins auf natürlich gemacht hat: „Tja, Frau Boddem, Hormönchen sind jetzt wieder retro,“ und zückte schon mit dem Stift für das Rezept, das ich dankend ablehnte. Mal abgesehen, dass diese Frau nach ihrem Bandscheibenvorfall und einer längeren Ausfallzeit echt eine schlechte Veränderung ihrer Persönlichkeit durchlebt haben muss und auch sehr unsensibel während den Untersuchungen geworden ist. Sie sieht zwar heute wesentlich erholter und attraktiver aus, aber ich gehe dort nicht mehr hin. Diese Ärztin ist in meinem Alter und sollte sich mal überlegen, warum sie plötzlich, genau so wie viele andere Ärzte, darauf aus ist, an chronischen Erkrankungen Geld zu verdienen, statt wie sie es immer so wichtig fand in früheren Zeiten, Erkrankungen auf ganzheitlichem Wege zu heilen!

Aber auch Wirbelsäulenspezialisten können Nieten sein. Da bekam ich von einem Arzt beispielsweise Krankengymnastik am Gerät verschrieben und mir wurde von ihm ein physiotherapeutisches Zentrum wärmstens empfohlen. Was freute ich mich, dass nach drei Monaten, in denen ich extreme Schwerzen und viel Geld für einen Osteopath ausgegeben hatte, der mir aber zu der Zeit sehr geholfen hat, damit ich überhaupt den Alltag überstehen konnte, endlich diese Maßnahme genehmigt bekam. Die sind in dem Zentrum mit mir umgegangen, als hätte ich normale Rückenprobleme aufgrund normaler Brüche eines Menschen mit stabilen Knochen und ich habe denen vertraut im Glauben, dass sie wissen, was es bedeutet, eine schwere Osteoporose zu haben. Puh, das waren Schmerzen, von denen ich den mir angepriesenen, hochspezialisierten Therapeuten natürlich erzählt habe. „Frau Boddem, die Schmerzen müssen sein. Ihr Körper und Ihr Stoffwechsel stellen sich gerade um. Haben Sie etwas Geduld mit sich und ihrem Körper!“ Ich habe diese Therapie an den Geräten leider zu spät abgebrochen, weil ich dachte, dass ich mal wieder zu ungeduldig sei. Stattdessen bekam ich als Ersatz Einzelsitzungen bei der im Hause tätigen Osteopathin. Als die Schmerzen immer unerträglicher wurden, bin ich nicht mehr hingegangen und das war erst kurz vor der Abschlussanalyse. Hätte ich mal eher auf meinen Körper und auf mein Gefühl gehört! Auch das sollte ich wohl lernen. Und ich dachte, ich sei schon genug geschult in dieser Hinsicht! Das „Ende vom Lied“ war, dass die Gewichte mir noch mehr Sinterungsrisse in den Wirbeldeckplatten verpasst haben, wie sich nach dem MRT herausstellte und ich dann nach einem Hustenanfall während meiner Erkältung in die Notaufnahme musste, weil ein Nerv im Rücken meinte, er müsste mich gefühlt zerreißen. Ich hatte weitere Einbrüche der Wirbeldeckplatten!

Aber ich habe trotzdem immer gearbeitet. Das ist dann das Los der Freiberuflichkeit. Doch soll ich Euch was sagen? Es hat mir richtig gut getan, denn ich war trotz Schmerzen abgelenkt von meinen Belastungen und konnte etwas geben. Das machte mich so glücklich. Wenn ich meine Arbeit nicht gehabt hätte und ich mich nicht gebraucht gefühlt hätte, wäre ich echt verzweifelt. Die Freiberuflichkeit kann also ein gutes Los sein, gerade dann, wenn man seine Arbeit liebt, so wie ich und sie eine Herzensangelegenheit ist.

Ihr müsst Euch vorstellen, dass ich überall, wo ich mit der Osteoporose hinkomme, als 56jährige immer die Jüngste bin. Überall um mich herum sind ca. 65 bis über 80 jährige Frauen, die schon längst in Rente sind. Das fühlt sich schon ziemlich befremdlich an und hat mir anfänglich Angst gemacht. Wenn ich das jetzt schon habe, wie sehe ich dann erst aus und vor allem wie fühle ich mich, wenn ich so alt bin wie sie? Zumal jede zu mir mit besorgter Mine sagt: „Sie sind doch noch so jung und dann haben sie schon so viele Brüche!“ Baut nicht gerade auf, sag ich Euch. Jetzt könnt Ihr Euch sicher vorstellen, wie gut mir dann meine Arbeit getan hat und immer wieder tut! Im Moment fühle ich mich sehr gut, ich meine den Umständen entsprechend, denn ganz so wie früher fühle ich mich nicht mehr. Ich bin nie ganz frei von Einschränkungen, mit denen ich aber gelernt habe, positiv umzugehen. Ja, das ist auch so eine Sache. Lernen mit irgendetwas umzugehen und die Botschaft, den Sinn und die Chance in einer Misere zu erkennen, verstehen zu lernen und danach zu handeln. Als ich im Juli letzten Jahres meinen Beitrag (Link dazu siehe oben!) zu meiner Erkrankung geschrieben habe, da wollte ich diese unbewusst eigentlich noch gar nicht richtig wahrhaben und vor allem habe ich den Ernst der Lage versucht zu verdrängen, obwohl ich mich in meinem Körper fühlte, wie in einem Glashaus, das mir keinen Schutz zu geben schien. Ich gehe heute mit mir völlig anders um. Ich versuche behutsam zu sein und nicht ängstlich, mich zu stellen und nicht wegzulaufen… Irgendwie ist das alles auch sehr spannend. Das sage ich zumindest im Hier und Jetzt, weil es mir gut geht. Im letzten Jahr um diese Zeit verschlimmerte sich nämlich mein Zustand so sehr, dass ich glaubte der Rollator würde schon als Weihnachtsgeschenk auf mich warten.

Ihr merkt, meinen Humor verliere ich selten und heute habe ich ja auch allen Grund dankbar zu sein! 😀 Und ich nehme seit Juli, neben Vitaminen und Mineralien, doch das Medikament (Alendronsäure) ein, wogegen ich mich zuerst gewehrt habe, weil ich keine Chemie in meinen Körper lassen wollte. Das ist meine Entscheidung, für die ich die Verantwortung übernehme. Wenn ich auf der seelischen Ebene etwas verarbeiten muss, dann begleitet mich wie immer und das schon seit vielen Jahren ganz liebevoll, Sigrid Beckendorf ! Wir haben uns 1995 in der Ausbildung zur Kunst- und Gestaltungstherapeutin kennen gelernt. Und jede ist anschließend beruflich ihren eigenen, ganz individuellen Weg gegangen. Unsere Ausbildung war nur ein Puzzlesteinchen auf diesem Weg.

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Die neue „Spitzer-Studie“ [. ], an der 200 hochmotivierte Personen mit dem Wunsch nach Veränderung teilnahmen, zeigt: Vor der therapeutischen Begleitung sehnten sich 78% (Männer) bzw. 81% (Frauen) erotisch-sexuell nach einem Menschen gleichen Geschlechts, nach der Therapie waren dies nur noch 8% [. ] bzw. 4%“.

Die zitierte Studie befasst sich jedoch in Wirklichkeit nicht mit allen Personen, die eine solche Therapie versucht haben, sondern nur solche „die beanspruchen, ihre sexuelle Orientierung von homosexuell nach heterosexuell geändert zu haben“ – also denen, bei denen die Therapie nach eigenen Angaben erfolgreich war. Es konnten in den ganzen USA gerade einmal 200 „Geheilte“ gefunden werden – diejenigen, bei denen eine Therapie nicht erfolgreich war, wurden in der Studie überhaupt nicht erwähnt.

Aktuelles Update: Im April 2012 hat der Verfasser Robert Spitzer sich für derartige Fehlinterpretationen entschuldigt:

Ich entschuldige mich bei allen homosexuellen Menschen, die ihre Zeit und Energie für irgendeine Form der reparativen Therapie verschwendet haben, weil sie glaubten ich habe bewiesen, dass [diese] bei einigen „hochmotivierten“ Personen wirksam sei.

Es werden auch gerne international anerkannte Organisationen zitiert
und dabei die Aussagen verdreht. So wird beispielsweise eine Aussage des Alfred Adler Instituts

wenn ein Klient den Wunsch äußert, seine sexuelle Orientierung zu ändern, dann dient uns diese Äußerung als Leitlinie für den weiteren [. ] therapeutischen Prozeß.

dahingehend interpretiert, dass der „weitere therapeutische Prozeß“ eine Änderung der sexuellen Orientierung zum Ziel habe – dem widerspricht das zitierte Institut entschieden:

„Leider hat [. ] nur zwei Sätze zitiert, nicht unseren ganzen Brief [. ] Dann würde deutlich herauskommen, dass wir gerade keine grundsätzliche Therapiebedürftigkeit annehmen“

„Ich glaube das alles nicht.“

Bis zu 42 Kalendertage hat ein Mitarbeiter gegenüber seinem Arbeitgeber Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Auslöser für diesen Anspruch ist die Arbeitsunfähigkeit, die vom Arzt festgestellt wird. Auf die Art der Tätigkeit im Betrieb kommt es dabei nicht an. Einzige Ausnahme sind Beschäftigte, deren Arbeitsverträge von vornherein auf maximal vier Wochen befristet sind. Mindestens vier Wochen muss auch ein neues Arbeitsverhältnis ununterbrochen bestehen, ehe es im Krankheitsfall zu einem Anspruch auf Entgeltfortzahlung kommt. Erst nach Ablauf dieser Wartezeit setzt die Fortzahlungsverpflichtung des Betriebes ein. Dabei hat die Wartezeit keinen Einfluss auf die maximale Anspruchsdauer von sechs Wochen.

Um zu verhindern, dass kleine Betriebe durch die Entgeltfortzahlung in wirtschaftliche Not geraten, gibt es das so genannte Umlageverfahren U1. In diese Entgeltfortzahlungsversicherung werden Beiträge eingezahlt, die sich nach dem jeweiligen Umlagesatz der Ausgleichskasse sowie den Arbeitnehmerentgelten der Beschäftigten richten. Die Entgeltfortzahlungskosten werden den teilnehmenden Betrieben von der Umlagekasse der zuständigen gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. Die Erstattungssätze richten sich dabei auch nach den Umlagesätzen und werden in den Satzungen entsprechend festgelegt. Welche Unternehmen per Gesetz zur Teilnahme verpflichtet sind, richtet sich nach der Zahl ihrer Mitarbeiter. Ob Ihr Betrieb dazugehört, können Sie z.B. mit Hilfe unseres Umlagerechners selbst feststellen.

Wie viel der Betrieb seinem erkrankten Mitarbeiter zahlen muss, richtet sich grundsätzlich nach dem Bruttoentgelt, das er innerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit erzielt hätte. Zum fortzuzahlenden Entgelt gehören deshalb auch Leistungen wie Gefahren-, Nacht-, Sonntags- oder Feiertagszuschläge und eine etwaige betriebliche Vermögensbildung. Auch laufende Sachleistungen, wie zum Beispiel freie Unterkunft und Verpflegung, müssen weiter gewährt werden. Dagegen spielen erwartete Überstunden keine Rolle, es sei denn, es gibt anderslautende einzel- oder tarifvertragliche Regelungen. Leistungen, für die der Mitarbeiter entstandene Kosten nachweisen müsste, fallen durch die Arbeitsunfähigkeit erst gar nicht an: dazu zählen beispielsweise Reisekosten und Spesen. Einmalbezüge, wie etwa Weihnachtsgratifikationen oder Gewinnbeteiligungen werden dagegen in der Regel während einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit gezahlt. Dies ist in Tarif- oder Arbeitsverträgen geregelt.

Das fortzuzahlende Gehalt wird in der Regel wie folgt berechnet: Bezieht der erkrankte Mitarbeiter einen Stundenlohn, werden die wegen Arbeitsunfähigkeit ausgefallenen Stunden mit dem Stundenlohn multipliziert.

Bei einem Monatslohn richtet sich das fortzuzahlende Entgelt nach den tatsächlich ausgefallenen Arbeitstagen. Dazu ermitteln Sie zunächst den Tagesbetrag, indem Sie das Monatsgehalt durch die Anzahl der Arbeitstage des betreffenden Monats teilen. Anschließend multiplizieren Sie diesen Betrag mit der Anzahl der ausgefallenen Arbeitstage.

Alternativ wird das Monatsgehalt durch die Anzahl der Kalendertage dieses Monats geteilt und mit der Anzahl der ausgefallenen Kalendertage multipliziert. Aus Tarif- oder Arbeitsverträgen können sich andere Berechnungsweisen ergeben. Bei der Beitragsberechnung zur Sozialversicherung gibt es jedoch keine Besonderheiten, denn genau wie Lohn und Gehalt zählt die Entgeltfortzahlung zum laufenden Arbeitsentgelt.

In manchen Branchen, wie dem Baugewerbe, schwanken die Arbeitszeiten oft traditionell von Monat zu Monat. Um dennoch einen realitätsnahen Betrag zu ermitteln, wird die Entgeltfortzahlung vergangenheitsbezogen berechnet. Als Richtgröße nimmt man dabei den letzten Abrechnungsmonat: Das Entgelt, das in diesem Abrechnungszeitraum erzielt wurde, teilt man durch die Anzahl der tatsächlichen Arbeitstage des betreffenden Monats. Danach multipliziert man diesen Wert mit der Anzahl der ausgefallenen Arbeitstage. Spiegelt das Ergebnis nicht die tatsächlichen Verhältnisse wieder, so ist zunächst die Arbeitszeit eines gleichartig beschäftigten Arbeitnehmers zugrunde zu legen. Ist das nicht möglich, so ist der Berechnungszeitraum auf drei Monate (zwölf bzw. 13 Wochen) zu erweitern. Das so ermittelte Arbeitsentgelt ist durch die Zahl der für diesen Zeitraum entfallenden Arbeitstage zu dividieren und mit der Anzahl der infolge Arbeitsunfähigkeit ausgefallenen Arbeitstage zu multiplizieren.

Entgeltfortzahlung bei leistungsabhängiger Entlohnung

Wenn Arbeitnehmer nach Leistung bezahlt werden, wie etwa Akkordarbeiter, ermittelt man das fortzuzahlende Entgelt wie bei schwankenden Arbeitszeiten, ggf. ist auch hier das Arbeitsentgelt eines gleichartig beschäftigten Arbeitnehmers heranzuziehen. Führt das zu keinem vertretbaren Ergebnis, ist als Berechnungsgrundlage vom Arbeitsentgelt des letzten abgerechneten Monats auszugehen. Zunächst wird der so genannte Tagesakkordsatz errechnet. Dazu teilt man das Arbeitsentgelt des Vormonats durch die jeweilige Anzahl der Arbeitstage des laufenden Monats. Danach multipliziert man den Tagesakkordsatz mit der Anzahl der ausgefallenen Arbeitstage. Da Akkordlohn jedoch erfahrungsgemäß monatlichen Schwankungen unterliegt, empfiehlt es sich, von vornherein die letzten drei Monate (zwölf bzw. 13 Wochen) als Richtgröße anzusetzen.

Aus Tarif- und Arbeitsverträgen können sich andere Berechnungsweisen ergeben.

Der Arbeitgeber muss das Entgelt nicht unbegrenzt für jede Erkrankung des Beschäftigten fortzahlen: Innerhalb eines Zeitjahres (Zwölf-Monats-Frist) zahlt er grundsätzlich nur für insgesamt sechs Wochen (42 Kalendertage) wegen derselben Krankheit. Selbst dann, wenn sich der Anspruch auf mehrere Krankheitszeiträume verteilt. Ist der Anspruch des Mitarbeiters von maximal sechs Wochen Entgeltfortzahlung aufgebraucht, setzt die Zahlung von Krankengeld durch seine gesetzliche Krankenversicherung ein.

Ob auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des Arztes "Erstbescheinigung" oder "Folgebescheinigung" steht, ist kein zuverlässiges Indiz über den Anspruch auf Entgeltfortzahlung: Wird ein Mitarbeiter nämlich nach überstandener Krankheit am ersten Tag seiner Rückkehr an den Arbeitsplatz erneut krankgeschrieben, dann steht auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wiederum "Erstbescheinigung"; auch wenn beide Erkrankungen auf derselben Ursache beruhen. Aus diesem Grund sollten Sie sich bei mehrfachen Erkrankungen eines Mitarbeiters direkt an die zuständige Krankenkasse wenden. Generell sind Krankenkassen befugt, Arbeitgebern mitzuteilen, ob die erneute Arbeitsunfähigkeit eines Beschäftigten auf derselben Ursache beruht. Die Übermittlung von Diagnosedaten an Arbeitgeber ist jedoch nicht zulässig. Falls der Beschäftigte vor Beginn einer neuen Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht wegen derselben Krankheit fehlte, besteht allerdings in jedem Fall ein neuer Anspruch auf sechs Wochen Entgeltfortzahlung.

So gehen Sie bei mehreren Erkrankungszeiträumen vor:
Ist Ihr Mitarbeiter innerhalb von zwölf Monaten zweimal krankgeschrieben, schauen Sie zunächst, ob seit der letzten Arbeitsunfähigkeit sechs Monate vergangen sind. Ist das der Fall, hat er erneut Anspruch auf volle sechs Wochen Entgeltfortzahlung. Liegen zwischen den Krankschreibungen weniger als sechs Monate, so besteht die Möglichkeit einer Anfrage bei der zuständigen Krankenkasse, ob die neue Arbeitsunfähigkeit auf derselben Krankheit beruht.

Ab dem 1. Januar 2018 sind für die Anfrage von Vorerkrankungszeiten drei Bedingungen zu erfüllen. Eine Anfrage ist nur dann zulässig, wenn für die aktuelle Arbeitsunfähigkeit ein Nachweis vorliegt, in den letzten 6 Monaten vor Beginn der aktuellen Arbeitsunfähigkeit mindestens eine bescheinigte potenzielle Vorerkrankung in Bezug auf die aktuelle Arbeitsunfähigkeit besteht und die Zeiten der anzufragenden Arbeitsunfähigkeiten mit der aktuellen Arbeitsunfähigkeit zum Zeitpunkt der Meldung mindestens 30 Tage umfassen.

Sind danach Vorerkrankungen anzurechnen, dann müssen Sie nur so lange Lohn oder Gehalt fortzahlen, bis der Anspruch auf sechs Wochen, der durch die erste Arbeitsunfähigkeit ausgelöst wurde, insgesamt ausgeschöpft ist.

Entgeltfortzahlung bei Hinzutritt einer weiteren Krankheit

Auch wenn Ihr Mitarbeiter parallel oder versetzt an verschiedenen Krankheiten leidet, müssen Sie grundsätzlich nur sechs Wochen lang am Stück Entgeltfortzahlung leisten. Dabei gilt folgende Ausnahme: Endet Krankheit A bevor sechs Wochen vergangen sind – und ist Krankheit B ab diesem Zeitpunkt alleinige Ursache für die Arbeitsunfähigkeit, so ist zu prüfen, ob für die hinzugetretene und nunmehr allein fortbestehende Arbeitsunfähigkeit bereits eine anrechenbare Vorerkrankung besteht. Sollte dies der Fall sein, besteht noch Anspruch auf Entgeltfortzahlung für den Rest, der für diese Krankheit an sechs Wochen fehlt. Spätestens nach 42 Tagen ununterbrochener Entgeltfortzahlung, endet die Zahlungsverpflichtung des Arbeitgebers.

Die Ansprüche Ihres Mitarbeiters beschränken sich jedoch nicht nur auf dessen Arbeitsunfähigkeit: Auch bei medizinisch notwendigen Vorsorge- und Reha-Maßnahmen sind Arbeitgeber zur Entgeltfortzahlung verpflichtet, selbst wenn der krankhafte Gesundheitszustand noch nicht zur Arbeitsunfähigkeit führt. Voraussetzungen sind, dass die Maßnahme von einem Sozialleistungsträger (gesetzliche Unfall-, Renten- oder Krankenversicherung) bewilligt wurde und stationär erfolgt. Dabei ist unerheblich, ob die Kosten voll übernommen werden; schon die Bezuschussung reicht, um einen sechswöchigen Anspruch auf Entgeltfortzahlung auszulösen. Liegt der medizinischen Maßnahme und einer vorangegangenen Arbeitsunfähigkeit allerdings dieselbe Krankheit zugrunde, kann sich dadurch der Anspruch während der Kurmaßnahme verkürzen.

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Schizo affektive Störung

Schizo affektive Störung ist eine "Gedanken" und "affektive Störung". Es hat bipolaren affektiven Zuständen (Manie und Depression) sowie Gedanken Staaten von Psychosen (Halluzinationen, Paranoia, Wahnvorstellungen). Es wird mit zwei Störungen, die sich in der gleichen Zeit manifestieren. Das macht so das Leben beeinträchtigende Schizophrenie.

Es gibt 5 Subtypen der Schizophrenie.

Diese Titel werden verwendet, um die hervorstechendes Merkmal der Krankheit zu markieren.

Paranoid ist, wo Verschwörung oder Strafverfolgung ist dominant und in der wahnhaften Gedanken oder Gehör in der Natur. Verschwörungen sind in der Regel die gleichen in der Natur und haben nicht viel variieren.

Disorganized Gedanken sind dominant und Wahnvorstellungen oder Halluzinationen sind weniger häufig. Disorganized Gedanken können so zu beeinträchtigen, dass Zähneputzen diejenigen Zähne oder tun normalen Alltag zu einer großen Herausforderung werden, wenn überhaupt möglich.

Catatonic ist, wo Bewegung Ungleichgewichte sind dominant. Es kann Hyperaktivität, Benommenheit, repetitive Bewegungen, Immobilität (mit Widerstand gegen Veränderungen) oder anhaltende Bewegung mit einem bestimmten Teil des Körpers (ähnlich Toilette-Syndrom) oder imitiert Bewegungen oder Geräusche (wie ein Papagei) betragen.

Undifferenzierte ist jedes Symptom, die nicht in diese Kategorien fällt.

Rest Bedeutung einige Spuren früherer Symptome, die weniger geworden sind.


Wesentliche Unterschiede zwischen den Bipolare Störung und Schizophrenie

Bipolar ist ein "Stimmungsstörung". Schizophrenie ist eine "Denkstörung". Bipolare Störung ist eine extreme Wechsel zwischen Depression und Manie manchmal mit Psychose (bipolar I). Schizophrenie ist eine ständigen Zustand der Psychose (Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Paranoia) mit einer "affektiven Störung" überlagert. Depression ist in der Regel das erste Symptom oder Zustand bei bipolaren Störungen und Halluzinationen oder Wahnvorstellungen sind die ersten Symptome oder den Zustand der Schizophrenie. Menschen, die bipolare Störung auskommen sozial ziemlich gut für den größten Teil, während Menschen, die Schizophrenie beziehen sich auf Menschen in einer "seltsame Weise" oder können selbst extreme Isolation zu unterwerfen und wollen Rückzug aus der Gesellschaft. Akzeptieren ihrer Krankheit ist wegen der ständigen Zustand der Psychose sehr schwer in einer Person mit Schizophrenie. Dies macht die Behandlung der Krankheit komplex. Menschen mit einer bipolaren Störung neigen dazu, ihre Krankheit zu akzeptieren und mit Zeiten der Normalität machen die Behandlung einfacher.

Obwohl beide als Leben lang Krankheiten können alle Formen der bipolaren Störung und Schizophrenie behandelt werden. Anti psychotische Medikamente werden verwendet, um beide Arten von Störungen zu behandeln. Sie helfen normalisieren biochemische Ungleichgewichte. Antidepressiva (Arzneimittel gegen Depression) und Anti-Angst-Medikamente werden auch verwendet, um mehrere Symptome der Krankheit zu bekämpfen. Psychotherapie und verschiedene Formen der Beratung sind auch sehr hilfreich.

Vor ein paar Tagen habe ich von einem Freund einen Artikel geschickt bekommen über eine junge Frau, die Selbstmord begeht, und ihre Mutter, die gegen die Klinik, in der sie untergebracht war, klagt.

Mir geht es jetzt gar nicht um die Frage, ob eine ärztliche Fehlbehandlung zu dem Suizid geführt hat, ihr könnt meinen Beitrag also lesen, ohne dem Link zu folgen. Aber es ist sehr berührend, wenn ihr also zwölf Minuten erübrigen könnt, schaut euch das Video an.

Was mich hier beschäftigt, ist, dass ich bei solchen Vorfällen immer danach suche, welcher Missbrauch demjenigen zugestoßen ist, der die psychischen Problemen ausgelöst hat, dass ich also die Schuldfrage stelle. Aber Melissa hatte offensichtlich eine glückliche Kindheit und Jugend. Da sie durch einen Vater mit bipolarer Störung genetisch vorbelastet war, hat bei ihr anscheinend Druck im Studium als Auslöser gereicht. Etwas, das viele andere gut wegstecken können, hat sie in eine tiefe Depression gestürzt, an deren Ende der Selbstmord stand. Melissas Eltern haben keine Schuld an ihrer Erkrankung und Melissa hat keine Schuld, weil sie sich nicht zusammenreißen konnte, sondern so wie ein Allergiker im Gegensatz zu anderen auf Pollen oder Tierhaaren reagiert oder ein Querschnittsgelähmter keinen Marathon laufen kann, reagieren andere Menschen sensibler auf belastende Situationen. Die Betroffenen können nichts dafür, genausowenig wie der Allergiker oder der Querschnittsgelähmte. Und ich wünsche mir, diese Auslöser hätten von Melissa ferngehalten werden können, sie hätte ein Leben führen können, in dem sie solchen Belastungen nicht ausgesetzt ist. Ich bin traurig über dieses wertvolle Leben, das nicht mehr ist.

Was mir schwer fällt, ist, den Schritt zu machen und mein Leben als genauso wertvoll und schützenswert zu betrachten, mir genauso zuzugestehen, dass ich nicht so viel leisten muss wie andere, um wertvoll zu sein, weil auch ich sensibler auf Belastungen reagiere. Dass ich von meinem Umfeld genauso geliebt werde, auch wenn ich weniger leiste, so wie ich es ganz natürlich finde, dass Melissas Mutter sie weiterhin genauso geliebt hat. Ich muss mich auch nicht dafür schämen, dass Situationen, mit denen andere gut umgehen können, für mich kaum auszuhalten sind. Der Allergiker schämt sich ja auch nicht.

Ich möchte mich einmal von dem Vorurteil lösen, dass in fast allen Fällen andere (im Normalfall die Eltern) Schuld an der Erkrankung sind, weil sie der Person so traumatische Dinge angetan haben. Und ich möchte mich wieder und wieder darin üben, dass das, was ich anderen ganz selbstverständlich zugestehe, auch für mich gilt.

Die bipolare Störung gehört zu den affektiven Erkrankungen.
Das bedeutet, dass die Stimmungslage während einer Erkrankungsphase gegenüber dem Normalzustand verändert ist. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Der Beginn der Erkrankung liegt zumeist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Für die Erkrankung ist die Auslenkung der Stimmung in verschiedene Richtungen hin typisch.
Es gibt einerseits Zeiten mit einer gehobenen Stimmungslage und andererseits Zeiten mit einer tieftraurigen Stimmungslage. Die Redensart „Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt“ beschreibt die Extreme dieser Auslenkung. Es kann zu einem Wechsel von manischen und depressiven Erkrankungsphasen kommen.

Eine stark gehobene Stimmungslage bezeichnet die Medizin als Manie.
Der Betroffene hat meist kein Krankheitsgefühl, da er sich energiegeladen und tatkräftig fühlt. Der Antrieb ist gesteigert, das Schlafbedürfnis nimmt ab. Manche Betroffene entwickeln Größenideen, eine gereizte Stimmungslage oder geben viel Geld aus.

Der Gegenpol der Manie ist die Depression.
Die Betroffenen sind tieftraurig, der Antrieb ist vermindert, es besteht Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit.

Die Betroffenen können sowohl in depressiven als auch in manischen Phasen lebensmüde Gedanken entwickeln. Dann ist es erforderlich die Notwendigkeit einer stationären Aufnahme zu prüfen.

Eine Behandlung mit Medikamenten oder eine Psychotherapie können weitere Krankheitsphasen verhüten.

Eine bipolare Störung kann sowohl ambulant aus auch (teil-)stationär behandelt werden.
Die Indikation zur stationären Behandlung wird in der Regel durch einen niedergelassenen Psychiater gestellt, der die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus veranlassen kann. Bei einer akuten Eigen- und Fremdgefährdung (etwa bei Selbsttötungsversuchen oder riskantem Verhalten) ist eine Krankenhausbehandlung oft unumgänglich.

In unserer Allgemeinpsychiatrie behandeln wir Patienten mit bipolarer Störung.

Mannisch depressive Menschen leiden unter extremem Stimmungsschwankungen – von Depression, über Mannie bis hin zur überschwänglichen Euphorie. Eine groß angelegte internationale Studie ist nun den Ursachen der bipolaren Störung auf den Grund gegangen.

Etwa einer von hundert Menschen erkrankt im Laufe seines Lebens an einer bipolaren Störung, die auch als manisch-depressive Krankheit bekannt ist. Die psychische Störung gehört zu den Affektstörungen und zeichnet sich durch episodische, unkontrollierte extrem gegensätzliche Auslenkungen der Motivation und der Stimmung aus. Betroffene durchlaufen eine Achterbahn der Emotionen – mit Größenwahn, gesteigertem Antrieb und vermindertem Schlafbedürfnis sowie depressive Episoden mit negativer Stimmung bis hin zu Suizidgedanken.

Die Ursachen der Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt, Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass neben psychosozialen auch genetische Faktoren einen Anteil an der Entstehung der psychischen Erkrankung haben. „Für die Ausprägung einer bipolaren Störung hat aber nicht ein einzelnes Gen einen starken Effekt. Es sind offenbar sehr viele verschiedene Gene beteiligt, die mit Umweltfaktoren auf komplexe Weise zusammenwirken“, meint Markus Nöthen vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Bonn.

Ein internationales Forscherteam hat sich nun auf die Suche nach der genetischen Komponente für die Erkrankung gemacht. Die Wissenschaftler untersuchten das Erbgut von mehr als 9.800 erkrankten Menschen und von mehr als 14.000 gesunden Vergleichspersonen. Eine derartig umfassende Studie hat es zur Erforschung der bipolaren Studie bisher noch nicht gegeben. Sven Cichon vom Universitätsspital Basel erklärt, dass „die Beiträge einzelner Gene so gering sind, dass sie normalerweise im ‚Grundrauschen‘ genetischer Unterschiede nicht zu erkennen sind.“ Erst durch die Analyse des Erbguts vieler tausender Patienten lassen sich statistisch gesicherte Unterschiede eruieren.

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Umschreibungen wie jene, von Laien ebenso geäußert wie von Experten, legen nahe, dass sich der Mensch mit dem Verlust seines Gedächtnisses abhanden kommt. Denn traditionell wurde der Begriff der Person ja mit Vernunft und dessen Möglichkeit zum selbstbestimmten Handeln verbunden. Doch Philosophen und Psychiater weisen darauf hin, dass zu einer Person mehr gehört als seine kognitiven Fähigkeiten. Und dass es die philosophischen Schlüsselbegriffe deshalb zu erweitern gilt.

Seit einigen Wochen lebt Maria B., 88, in einem Seniorenzentrum in der Nähe von Köln. Sie kann sich kaum noch orientieren. Traut sich ohne Begleitung nicht einmal aus ihrem Zimmer, weil sie Angst hat, sich zu verlaufen. Wenn ihr ihre Hilflosigkeit bewusst wird, fängt sie an, zu weinen.

"Wenn man die über 80-Jährigen betrachtet, muss man bei jedem Dritten damit rechnen, dass er kognitive Defizite hat und irgendwie eine Entwicklung in Richtung einer Demenz sich entwickeln kann."

Bernd Zimmer, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein

"In der Menge gesehen sind es 1,2, bis 1,4 Millionen."

Margot F., 87 hat kein Problem, über den Gang des Altenheims zu laufen. Aber spricht man mit ihr, erzählt sie eigentlich immer dieselbe Geschichte. Erzählt, wie sie im evangelischen Pfarrhaus ihres Vaters aufgewachsen ist.

"Sie können nicht mehr so selbstverständlich auf ihre Biografie, ihre Erfahrungen zurückgreifen wie das früher der Fall war."

Prof. Wolfgang Maier, Psychiater Uni Bonn:

"Sie erleben einen Identitätsbruch. Gleichwohl sind das Menschen, sie fühlen, sie freuen sich, ärgern sich."

Christa G, 75, läuft den ganzen Tag auf dem Gang der Demenzstation des Pflegeheims hin und her. Geht auf Menschen zu, die sie dort trifft. Schaut sie an, murmelt allenfalls "Ja" und läuft weiter.

"Es ist nach wie vor eine Person, die sich in ihren Eigenschaften verändert hat."

Prof. Dieter Sturma, Philosoph Uni Bonn:

"Dass sie jetzt über den Flur läuft und hinter einem steht oder jedes Mal im falschen Zimmer ist, das ist aus ihrer Situation sicher rekonstruierbar, bloß wir haben keinen Zugang mehr."

Erst sind es nur wenige Nervenzellen, die absterben, dann immer mehr. Der Prozess des Vergessens vollzieht sich langsam, aber unaufhaltsam. Bis zum Jahr 2050, so Schätzungen, sollen in Deutschland bis zu drei Millionen Menschen an Demenz erkrankt sein. Eine große medizinische und pflegerische, aber vor allem auch eine ethische Herausforderung. Denn - was ist ein Mensch ohne Gedächtnis? Der zunehmend "von seinem Geist" verlassen wird - denn nichts anderes bedeutet ja "De-mens"? Ist er ein "auseinanderfallendes Selbst", wie Gedächtnisforscher Hans Markowitsch es nennt? Eine sich auflösende Persönlichkeit? Ist jemand, der am Ende niemanden mehr erkennt, wie es der später selbst an Demenz erkrankte Walter Jens in gesunden Jahren formulierte, "im Sinne des Humanen" kein Mensch mehr?

"Das Wort Person bezeichnet "ein denkendes verständiges Wesen, das Vernunft und Überlegungen besitzt und sich selbst betrachten kann."

So definierte es der englische Philosoph John Locke im 17. Jahrhundert. Vernunft und die Fähigkeit zu selbstbestimmtem Handeln sind in der Tradition der Aufklärung zentrale Kennzeichen des Menschen. Für Immanuel Kant zum Beispiel dürfen nur vernünftige Wesen Personen genannt werden. Und sind sie vernünftig, dann sind sie zugleich in der Lage, selbstbestimmt moralisch zu handeln. Diese Fähigkeit zu Vernunft und Moral begründet für Kant die Würde des Menschen.

"Also Autonomie und vernünftiges Handeln, das sind Konzepte, die sich aus dem Leben ohne Demenz, aus dem Leben in Gründen, wie das Philosophen sagen, herleiten."

Wolfgang Maier ist der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uni Bonn:

"In der Demenz ist es ab einem gewissen Grad immer schwerer möglich, zum Beispiel bei einer Entscheidung die Konsequenzen zu betrachten, also zu betrachten, wie verhält sich das zu meinen früheren Handlungen, also die Beziehungssetzung, das Zurückdenken und das Vorausdenken."

Sind Demente also am Ende keine Personen mehr, weil sie nicht mehr vernünftig und autonom handeln können? Der US-Philosoph Jeff McMahan bezeichnet schwer Demenzkranke als "Post-Personen". Ähnlich der australische Philosoph Peter Singer. Er spricht von "ehemaligen Personen". Und Menschen, die viel Wert darauf legen, ihr Leben frei und selbstbestimmt zu gestalten, werden den Zustand der Demenz möglicherweise als unakzeptabel, ja als würdelos empfinden. Prof. Dieter Sturma, Philosoph an der Universität Bonn und Direktor mehrerer Ethik-Institute:

"Wer jetzt natürlich sagt, für mich ist ganz entscheidend vor allem aus der Perspektive eines autonomen Lebens, der wird den Zustand in einer Demenz als nicht akzeptabel auffassen und wird entsprechend auch Vorkehrungen treffen wollen, dass er den Zuständen nicht zu lange ausgesetzt ist."

Die Auseinandersetzung mit der Demenz wirft die Frage nach unserem Menschenbild auf. Wird der Mensch mit seiner geistigen Leistung gleichgesetzt, erscheint Demenz als Zerstörung dieses Menschen. Wird er auch als empfindendes, soziales, emotionales Wesen verstanden, kann sich der Blick leichter auf dessen noch vorhandene Fähigkeiten richten.

"Wenn jemand sagt, personales Leben ist nicht durchgängig an kognitive Fähigkeiten gebunden, der kriegt einen viel umfassenderen Blick darauf und wird sagen, ich kann mit dem Zustand, nicht mehr autonom zu sein am Ende meines Lebens, anders umgehen. Der sagt, ich akzeptiere das als eine Form des Lebens oder der Existenz."

Dieter Sturma war Leiter des Forschungsverbunds "Person und Demenz" am Institut für Neurowissenschaften und Medizin in Jülich. Er hält einen Begriff von Person, der vor allem, an deren kognitive Kompetenzen gebunden ist, für verkürzt:

"Wir haben im Rahmen unseres Forschungsprojekts 'Person und Demenz' mal ein großes umfassendes Bild gezeichnet von Eigenschaften der humanen Lebensform, wie wir das genannt haben. Und da stand nicht mehr nur Autonomie oder personale Identität, sondern noch 60 andere Begriffe drauf, wie Kontemplation, wie Ausdruck, wie ästhetische Komponenten und moralische Komponenten, die noch lange intakt bleiben.. Übrigens auch emotionale Nähe."

Es gelte also, den Personenbegriff der Aufklärung zu erweitern, meint Dieter Sturma. Und damit, so Dr. Michael Wunder, Mitglied des Deutschen Ethikrates, müsse man auch die zentralen Attribute dieses Personenbegriffs neu denken:

"Erstens stellt sich die Frage, was wir unter Vernunft eigentlich verstehen? Verstehen wir eine objektiv messbare Handlung, einen Outcome einer Handlung oder würden wir es eher in das Handeln hinein verlegen, was er für vernünftig und damit für sich für erklärbar hält, für plausibel machbar. Und ich neige dem Zweiten zu."

Dann, so Michael Wunder, könnte man vielleicht auch Handlungsweisen verstehen, die auf den ersten Blick unvernünftig erscheinen.

"Zum Beispiel wenig bekleidet in der kalten Jahreszeit rauszugehen, ist unvernünftig. Es kann aber vernünftig sein, weil dicke Sachen drum herum unangenehm empfunden werden, dann ist es auf eine andere Art und Weise vernünftig, nämlich erklärlich für den Betroffenen. Also die genaue Beobachtung von Dementen und Mitgehen mit ihren Empfindungen lehrt uns, bescheiden zu sein mit den großen Überzeugungen, das ist Vernunft, das ist Selbstbestimmung."

Und auch wenn Selbstbestimmung und Demenz wie zwei weit auseinanderliegende Pole des menschlichen Daseins erscheinen, gelte es, den dementiell Erkrankten in die Gestaltung seines Lebens mit einzubeziehen.

"Natürlich ist es so, dass wir nicht sagen, es ist die volle Selbstbestimmung, sondern es ist eine Teilselbstbestimmung und die gilt es ernst zu nehmen. Und natürlich ändert sich der Rahmen, in dem die Selbstbestimmung möglich ist."

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OLG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2007, 11 Wx 66/06:

Bei krankhafter Ablehnung jeglicher Hilfe ist Betreuung notwendig

Wer auf das mündliche Angebot einer Betreuung sichtlich aufgeregt wird und mit überschlagener Sprache pauschal jegliche Hilfe ablehnt, mit Suizid droht, falls die Betreuung bestehen bleibe, seine Papiere bei der Schuldnerberatung abgestellt und sein gesamtes Guthaben vom Konto abgehoben hat, kann krankheitsbedingt die Notwendigkeit seiner Betreuung nicht einsehen. Die Einsichtsfähigkeit setzt die Fähigkeit des Betroffenen voraus, im Grundsatz die für und wider eine Betreuerbestellung sprechenden Gesichtspunkte zu erkennen und gegeneinander abzuwägen.

Kann der Betroffene aufgrund einer psychischen Erkrankung seine Angelegenheiten hinsichtlich der Aufgabenbereiche Gesundheitssorge und Heilbehandlung nicht selbst besorgen, so ist ihm hierfür grundsätzlich auch dann ein Betreuer zu bestellen, wenn er die notwendige Behandlung ablehnt.

Psychische Krankheit - "Altersstarrsinn" gehört nicht dazu

Die Feststellung einer psychischen Krankheit oder seelischen Behinderung des Betroffenen als Voraussetzung der Betreuung erfordert die fachpsychiatrische Konkretisierung. Dabei müssen die Auswirkungen auf die kognitiven und voluntativen Fähigkeiten des Betroffenen genau dargelegt werden. Die allgemeine Beschreibung des Zustandes als "Altersstarrsinn" reicht dafür nicht aus:

AG Obernburg, Beschluss vom 26.01.2009, XVII 269/08:

Das Vorliegen einer misstrauischen Persönlichkeit kann für sich genommen nicht zur Einrichtung einer Betreuung führen. Die Einrichtung einer Betreuung gegen den Willen des Betroffenen stellt einen erheblichen Eingriff in dessen Persönlichkeit dar und bedarf daher gewichtiger Anlassgründe. Das Vorliegen einer misstrauischen Persönlichkeit kann für sich genommen nicht zur Einrichtung einer Betreuung führen; es sei denn, es wird festgestellt, dass diese den Grad einer psychischen Erkrankung erreicht und deswegen in einzelnen Bereichen der Wille nicht frei bestimmt werden kann. Die Wahrung des Persönlichkeitsrechts gebietet eine zurückhaltende Zuschreibung der Krankheitswertigkeit, wenn fachwissenschaftlich keine exakte Abgrenzung zur psychischen Erkrankung möglich ist.

Stellt ein Beschenkter einen grundlosen Antrag auf Betreuung des Schenkers, so ist dieser berechtigt seine Schenkung zu widerrufen.

Nach einem Streit über ein Bankkonto, für das die Eltern ihrer Tochter eine Vollmacht erteilten, behauptete die Tochter gegenüber dem Amtsgericht, die Zustände in der Wohnung seien unhaltbar und den Eltern sei daher ein Betreuer zu verpassen. Ihr Vater verbrauche außerdem sechs Flaschen Schnaps die Woche. Die Anschuldigungen erwiesen sich als grundlos. Das Gericht urteilte, dass unter diesen Umständen eine grobe Verfehlung vorliege, die die Eltern zum Widerruf einer Schenkung wegen groben Undanks berechtige.

Keine Betreuerbestellung bei Alkoholsucht ohne Folgeerkrankung

Das Oberlandesgericht Frankfurt in NJW 1988,1527 führte bereits zum früheren Recht aus: Auch der Alkoholsüchtige hat grundsätzlich allein zu befinden, ob er geheilt werden will. Auch ihm steht das Grundrecht der persönlichen Freiheit und damit auch das Recht zu, sein Leben falsch anzulegen und zu führen. Das Bayerische Oberste Landesgericht führt aus (Rpfleger 1991, 154): Trunksucht rechtfertigt die Anordnung einer Gebrechlichkeitspflegschaft (jetzt „Betreuung“) nur, wenn sie auf einer Erkrankung beruht oder eine solche bereits ausgelöst hat. Alkoholismus ist zwar ein Mangel, aber für sich allein betrachtet keine geistige Erkrankung. Hierauf kann die Anordnung einer Betreuung/Pflegschaft n i c h t gestützt werden. Etwas anderes gilt nur, wenn der Alkoholismus entweder im ursächlichen Zusammenhang mit einem geistigen Gebrechen steht oder ein darauf zurückzuführender Zustand im psychischen Bereich eingetreten ist, der dann – besonders bei hochgradigem Alkoholismus - die Annahme eines geistigen Gebrechens rechtfertigt.

Verleugnet der Betreute seine Alkoholabhängigkeit und ignoriert oder vergisst selbst Rückfälle in jüngerer Zeit, so dass er die aus dem Alkoholkonsum folgende Gefahr nicht erkennen kann, fehlt ihm also insoweit jegliche Krankheitseinsicht, dann fehlt ihm die Fähigkeit, seinen Alkoholgenuss selbstverantwortlich zu steuern und einen alsbaldigen Rückfall in lebensbedrohliche Zustände zu vermeiden (u.a. BayObLG, NJWE-FER 2001, 150).

Dabei kann auch die Gefahr einer akut drohenden Verwahrlosung beachtlich sein (OLG Naumburg, OLGReg 2002, 468), wobei deren Erheblichkeit mit konkret festgestellten Tatsachen belegt sein muss (OLG Hamm, BtPrax 2001, 40). Es gilt aber immer noch der Grundsatz: Grob unvernünftiges Umgehen mit der eigenen Gesundheit indiziert allein eine Unfähigkeit zur Willensbildung (und somit den Grund einer Betreuungsanordnung) nicht.

  1. Alkoholismus ist für sich gesehen keine psychische Krankheit bzw. geistige oder seelische Behinderung im Sinne von § 1906 Abs. 1 Nr. 1 BGB; ebenso wenig vermag die bloße Rückfallgefahr eine Anordnung der zivilrechtlichen Unterbringung zu rechtfertigen. Etwas anderes gilt, wenn der Alkoholismus entweder im ursächlichen Zusammenhang mit einem geistigen Gebrechen steht, insbesondere einer psychischen Erkrankung, oder ein auf den Alkoholmissbrauch zurückzuführender Zustand eingetreten ist, der das Ausmaß eines geistigen Gebrechens erreicht hat.
  2. Nach der Herrschaft des Grundgesetzes steht es zwar in der Regel jedermann frei, Hilfe zurückzuweisen, sofern dadurch nicht Rechtsgüter anderer oder der Allgemeinheit in Mitleidenschaft gezogen werden; das setzt jedoch die Fähigkeit des Betroffenen voraus, einen freien Willen zu bilden (im Anschluss an BVerfGE 58, 208, 224 ff.).

Unterschied Betreuungsbedarf - Betreuungsbedürftigkeit

  1. Zur Notwendigkeit der Differenzierung zwischen Betreuungsbedürftigkeit und Betreuungsbedarf bei der Prüfung der Frage, ob eine rechtliche Betreuung erforderlich ist.
  2. Die - erstmalige - Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts ist dem Landgericht als Gericht der Erstbeschwerde aus Rechtsgründen verwehrt.

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Konsultieren Sie Ihr Arbeitsreglement, um herauszufinden, welche Regelungen in Ihrem Betrieb gelten.

von Rechtsanwalt David Herz

I. Studentenbeschäftigung
II. Arbeitnehmer oder Student
III. Abgrenzung des freien Mitarbeiters zum Arbeitnehmer
IV. Befristung
1. Befristung ohne Sachgrund
2. Befristung mit Sachgrund
3. Zulässige Befristung
4. Unzulässige Befristung
V. Die zulässige und unzulässige Befristung
VI. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
VII. Feiertagsvergütung
VIII. Bezahlter Urlaub

Trotz BAföG müssen viele Studenten vom ersten Semester an neben dem Studium arbeiten gehen. Mit dem ersten Job tauchen auch einige arbeitsrechtliche Fragen auf: Welche Rechte stehen mir zu? Bekomme ich Urlaubsgeld? Bekomme ich eine Feiertagsvergütung?

Im nachfolgenden Artikel beschäftigen wir uns mit den typischen Problemen und Fragen des Arbeitsrechts, die im Rahmen einer Studentenbeschäftigung immer wieder auftauchen.

  • Wenn ich Student bin, kann ich nicht auch Arbeitnehmer sein
  • Wenn ich Rechnungen schreibe, bin ich automatisch selbstständig
  • Arbeitgeber können Arbeitsverhältnisse jederzeit befristen
  • Wenn ich krank bin, bekomme ich kein Geld von meinem Arbeitgeber
  • Als Student habe ich keinen Anspruch auf Urlaub
  • Ich bekomme weder Urlaub noch Feiertage bezahlt

Bei einer Studentenbeschäftigung handelt es sich in der Regel um eine bezahlte Beschäftigung, die nicht zur Berufsausbildung, sondern zu Erwerbszwecken parallel zum Studium ausgeführt wird. Folglich steht hier nicht die Ausbildung im Vordergrund, sondern das Geldverdienen. Klassisches Beispiel ist der Werkstudent, welcher Arbeitsnehmer im Sinne des Arbeitsrechts mit all seinen Rechten und Pflichten ist.

Wie sieht es beispielsweise mit einer Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall aus, wann habe ich einen Anspruch auf Urlaubsentgelt oder besteht ein Anspruch auf Feiertagsvergütung trotz eines befristeten Beschäftigungsverhältnisses?

Diesen u.ä. Fragen werden wir hier auf den Grund gehen.

Zu beachten ist, dass das Volontariat und das Praktikum nicht zu den typischen Studentenbeschäftigungen gehören, da diese keinem Erwerbszweck im Sinne des Arbeitsrechts dienen.

II. Arbeitnehmer oder Student

Geht man als Student zu Erwerbszwecken einer bezahlten Beschäftigung nach, fällt das Beschäftigungsverhältnis unter den Geltungsbereich des Arbeitsrechts, sofern der Student Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitsrechts ist. Die Arbeitnehmereigenschaft eines Studenten ist nicht schon deshalb zu verneinen, weil er die Erwerbstätigkeit nur nebenbei ausübt. Für die Zuordnung des Studenten als Arbeitnehmer oder freien Mitarbeiter ist das entscheidende Kriterium der Grad der persönlichen Abhängigkeit. Er ist dann Arbeitnehmer, wenn er bezüglich des Ob, Wann und Wie der Arbeitsleistung weisungsabhängig ist, also nicht frei über die Arbeitsbedingungen entscheiden kann.

III. Abgrenzung des freien Mitarbeiters zum Arbeitnehmer

Laut dem Bundesarbeitsgericht ist Arbeitnehmer, wer aufgrund eines privatrechtlichen Vertrags im Dienste eines anderen zur Leistung weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit verpflichtet ist, d.h. wer nach Weisungen eines anderen tätig wird, ist fremdbestimmt und damit persönlich abhängig. Entscheidend ist also die Frage, ob sich der Student an die Weisungen seines Arbeitgebers halten muss.

Demnach ist ein Student als freier Mitarbeiter zu betrachten, sofern er für die Erledigung seiner Aufgaben zwar Termine gesetzt bekommt, die Fristen dabei jedoch so bemessen werden, dass er seine Arbeitszeit innerhalb eines vorgesehenen Zeitraums selbständig gestalten kann. Ein solches Dienstverhältnis ist etwa dann gegeben, wenn ein Jurastudent gelegentlich für einen Rechtsanwalt Gutachten erstellt. Ist jedoch der Zeitraum, der dem Studenten zur Bearbeitung der Aufgabe eingeräumt wird, so bemessen, dass er keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten hat, so dass er feste Arbeitszeiten und seine Aufgaben an einem vorgegebenen Ort zu verrichten hat, so liegt eine Abhängigkeit im Sinne des Arbeitsrechts vor. Dann wäre der Student Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitsrechts und eben kein freier Mitarbeiter.

IV. Befristung

Das Beschäftigungsverhältnis kann befristet oder unbefristet sein. Die Beschäftigung von Studenten erfolgt in der Regel befristet. Hieraus ergeben sich verschiedene arbeitsrechtliche Folgen. Zum einen unterscheidet man zwischen der Befristung ohne und mit sachlichem Grund.

1. Befristung ohne Sachgrund

Ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes kann ein Arbeitsvertrag gemäß § 14 Abs. 2 TzBfG bis zu einer Dauer von zwei Jahren befristet werden. Es ist zu beachten, dass der Arbeitsvertrag oder seine höchstens dreimalige Verlängerung die Gesamtdauer von zwei Jahren nicht überschreiten darf. Ein befristetes Arbeitsverhältnis ist nur möglich, wenn es sich um eine Neueinstellung handelt. Eine Befristung ist auch unzulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber zuvor bereits ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat (§ 14 Abs. 2 TzBfG). Dies gilt auch für lang zurückliegende bzw. nur kurzfristige Arbeitsverhältnisse mit demselben Arbeitgeber.

2. Befristung mit Sachgrund

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Da­her ist vor Aus­spruch ei­ner Kündi­gung aus krank­heits­be­ding­ten Gründen kei­ne Ab­mah­nung des Ar­beit­neh­mers er­for­der­lich.

Welche Fallkonstellationen gibt es bei der Kündigung wegen Krankheit?

Die Recht­spre­chung der Ar­beits­ge­rich­te un­ter­schei­det bei der krank­heits­be­ding­ten Kündi­gung vier ty­pi­sche Fall­kon­stel­la­tio­nen oder Fall­grup­pen, bei de­nen die oben ge­nann­ten drei Vor­aus­set­zun­gen in je­weils et­was an­de­rer Wei­se zu prüfen sind. Hier­bei han­delt es sich um die fol­gen­den Fall­kon­stel­la­tio­nen:

1. Fall­kon­stel­la­ti­on - häufi­ge Kurz­er­kran­kun­gen: Der Ar­beit­neh­mer ist vor Aus­spruch der Kündi­gung im­mer wie­der für kürze­re Zeit, d.h. für ei­ni­ge Ta­ge oder Wo­chen ar­beits­unfähig krank, so daß die Fehl­zei­ten auf Dau­er ein Aus­maß er­rei­chen, das der Ar­beit­ge­ber nicht mehr hin­neh­men muss.

2. Fall­kon­stel­la­ti­on - dau­ern­de Ar­beits­unfähig­keit: Bei Aus­spruch der Kündi­gung steht fest, dass der Ar­beit­neh­mer auf Dau­er ar­beits­unfähig krank blei­ben wird, d.h. daß ei­ne Wie­der­her­stel­lung der Ar­beitsfähig­keit aus­zu­sch­ließen ist.

3. Fall­kon­stel­la­ti­on - lang­an­dau­ern­de Krank­heit: Hier ist die Wie­der­her­stel­lung der Ge­sund­heit zum Zeit­punkt der Kündi­gung zwar nicht aus­ge­schlos­sen, doch weiß der Ar­beit­ge­ber auf­grund ei­ner be­reits länger an­dau­ern­der Krank­heit nicht, ob und wann mit ei­ner Ge­ne­sung zu rech­nen ist.

4. Fall­kon­stel­la­ti­on - krank­heits­be­ding­te Leis­tungs­min­de­rung: Die Krank­heit des Ar­beit­neh­mers führt da­zu, dass der Ar­beit­neh­mer auch dann, wenn er bei der Ar­beit er­scheint, er­heb­lich hin­ter der zu er­war­ten­den Leis­tung zurück­bleibt.

Wann ist eine Kündigung wegen häufiger Kurzerkrankungen zulässig?

Häufi­ge Kurz­er­kran­kun­gen des Ar­beit­neh­mers (1. Fall­kon­stel­la­ti­on) stel­len dann ei­nen Kündi­gungs­grund dar, wenn die fol­gen­den drei Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen.

Ne­ga­ti­ve Ge­sund­heits­pro­gno­se: Es muß von wei­te­ren häufi­gen Kurz­er­kran­kun­gen in der Zu­kunft aus­zu­ge­hen sein. Weil der Ar­beit­ge­ber die Ur­sa­chen der Kurz­er­kran­kun­gen zum Zeit­punkt der Kündi­gung zu­meist nicht kennt, darf er nach der Recht­spre­chung zunächst ein­mal da­von aus­ge­hen, daß ein Ar­beit­neh­mer, der über ei­nen Be­ob­ach­tungs­zeit­raum von drei Jah­ren vor Aus­spruch der Kündi­gung auf­grund von Kurz­er­kran­kun­gen ins­ge­samt mehr als sechs Wo­chen pro Jahr ar­beits­unfähig krank war, auch wei­ter­hin oft krank sein wird.

Will der Ar­beit­neh­mer die­se ne­ga­ti­ve Pro­gno­se im Kündi­gungs­schutz­pro­zess wi­der­le­gen, muß er sei­ne Ärz­te von der Schwei­ge­pflicht ent­bin­den und kon­kret dar­le­gen, daß sei­ne häufi­gen Kurz­er­kran­kun­gen nicht auf ein chro­ni­sches Grund­lei­den, son­dern auf von­ein­an­der un­abhängi­ge Krank­heits­ur­sa­chen zurück­zuführen sind und die häufi­gen Kurz­er­kran­kun­gen da­her letzt­lich durch ei­ne unglück­li­che Ver­ket­tung von Umständen be­dingt sind.

In­ter­es­sen­be­ein­träch­ti­gung: Häufi­ge Kurz­er­kran­kun­gen sind für den Ar­beit­ge­ber ver­gleichs­wei­se teu­er, da er im­mer wie­der er­neut bis zu sechs Wo­chen Ent­gelt­fort­zah­lung leis­ten muß, wo­hin­ge­gen er bei ei­ner lang­an­dau­ern­den Krank­heit nur ein­mal für sechs Wo­chen zur Ent­gelt­fort­zah­lung ver­pflich­tet ist und da­nach die Kran­ken­kas­se Kran­ken­geld zahlt.

Die Recht­spre­chung geht da­von aus, daß wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers in der Re­gel er­heb­lich be­ein­träch­tigt sind, wenn er über ei­nen Zeit­raum von zwei oder drei auf­ein­an­der fol­gen­den Jah­ren je­weils mehr als sechs Wo­chen pro Jahr Ent­gelt­fort­zah­lung leis­ten muss. Wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen können auch durch Um­satz­ein­bußen oder durch zusätz­li­che Per­so­nal­kos­ten be­ein­träch­tigt wer­den. Ei­ne Be­ein­träch­ti­gung be­trieb­li­cher In­ter­es­sen nimmt die Recht­spre­chung an, wenn im­mer wie­der Aus­hilfs­kräfte ein­ge­ar­bei­tet wer­den müssen oder wenn der Be­triebs­frie­den durch die ständi­ge Mehr­be­las­tung von Ar­beits­kol­le­gen gestört wird.

In­ter­es­sen­abwägung: Hier ist zu prüfen, ob dem Ar­beit­ge­ber un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände des Ein­zel­falls die zu Punkt 2.) fest­ge­stell­te Be­ein­träch­ti­gung sei­ner be­trieb­li­chen und/oder wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen (noch eben ge­ra­de) zu­ge­mu­tet oder eben nicht mehr zu­ge­mu­tet wer­den kann. Da die­ser Prüfungs­punkt vom je­wei­li­gen Ein­zel­fall abhängt, läßt sich all­ge­mein nur so­viel sa­gen, daß der Ar­beit­ge­ber ei­nem Ar­beit­neh­mer, der 20 Jah­re zur Zu­frie­den­heit ge­ar­bei­tet hat, mehr so­zia­le Rück­sicht­nah­me schul­det als ei­nem erst we­ni­ge Jah­re beschäftig­ten und be­reits von An­fang an im­mer wie­der krank­heits­be­dingt aus­fal­len­den Ar­beit­neh­mer.

Be­ru­hen die Be­ein­träch­ti­gun­gen der In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers al­lein auf der Be­las­tung mit Lohn­fort­zah­lungs­kos­ten, müssen die­se nach der Recht­spre­chung pro Jahr für min­des­tens un­gefähr 45 bis 60 Krank­heits­ta­ge an­fal­len und da­mit "er­heb­lich" über dem Sechs­wo­chen­zeit­raum des § 3 Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­setz (EFZG) lie­gen.

Wann ist eine Kündigung wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit zulässig?

Bei krank­heits­be­ding­ter dau­ern­der Leis­tungs­unfähig­keit des Ar­beit­neh­mers (2. Fall­kon­stel­la­ti­on) ist die Ge­sund­heits­pro­gno­se of­fen­sicht­lich ne­ga­tiv.

BEISPIEL: Ein Gerüstbau­er fällt vom Gerüst und er­lei­det ei­ne Quer­schnittslähmung, so dass er dau­er­haft auf ei­nen Roll­stuhl an­ge­wie­sen ist. Sei­ne ar­beits­ver­trag­li­che Tätig­keit als Gerüstbau­er wird er da­her vor­aus­sicht­lich nie mehr ausüben können.

In ei­nem sol­chen Fall ist auch in der Re­gel oh­ne wei­te­res von ei­ner er­heb­li­chen Be­ein­träch­ti­gung der (be­trieb­li­chen) In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers aus­zu­ge­hen, d.h. ei­ne In­ter­es­sen­be­ein­träch­ti­gung liegt in al­ler Re­gel vor. Dies kann aus­nahms­wei­se ein­mal an­ders sein, falls der Ar­beit­neh­mer auf ei­nem an­de­ren, "lei­dens­ge­rech­ten" Ar­beits­platz wei­ter beschäftigt wer­den kann.

Liegt dau­ern­de Leis­tungs­unfähig­keit vor und ist ein lei­dens­ge­rech­ter Ar­beits­platz nicht vor­han­den, kann die In­ter­es­sen­abwägung nur in sel­te­nen Aus­nah­mefällen ein­mal zu­guns­ten des Ar­beit­neh­mers aus­ge­hen.

Im Fal­le ei­ner krank­heits­be­ding­ten dau­ern­den Leis­tungs­unfähig­keit des Ar­beit­neh­mers ist ei­ne Kündi­gung da­her in der Re­gel zulässig.

Wann ist eine Kündigung wegen langandauernder Krankheit zulässig?

Ei­ne lang­an­dau­ern­de Krank­heit des Ar­beit­neh­mers (3. Fall­kon­stel­la­ti­on) stellt ei­nen Kündi­gungs­grund dar, wenn die fol­gen­den drei Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen.

Ne­ga­ti­ve Ge­sund­heits­pro­gno­se: Der Ar­beit­neh­mer muß zum Zeit­punkt der Kündi­gung be­reits "seit länge­rer Zeit" ar­beits­unfähig er­krankt sein. Hier geht es prak­tisch um Fälle, in de­nen der Ar­beit­neh­mer zu­min­dest mehr als sechs Wo­chen bzw. ei­ni­ge Mo­na­te lang krank war. Wei­ter­hin muß die Krank­heit zum Zeit­punkt der Kündi­gung für vor­aus­sicht­lich länge­re oder für nicht ab­seh­ba­re Zeit an­dau­ern. Die Fra­ge, wie lan­ge denn nun die "vor­aus­sicht­lich länge­re" Krank­heit vor­aus­sicht­lich dau­ern muß, da­mit ei­ne Kündi­gung zulässig ist, wird durch die Recht­spre­chung nicht klar be­ant­wor­tet, so daß ei­ne Kündi­gung we­gen lang­an­dau­ern­der Krank­heit mit er­heb­li­chen Un­si­cher­hei­ten für den Ar­beit­ge­ber ver­bun­den ist.

Klar­heit schafft nur die fol­gen­de, vom Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) auf­ge­stell­te Re­gel: Ist aus­weis­lich ärzt­li­cher Gut­ach­ten mit ei­ner Ge­ne­sung in den nächs­ten 24 Mo­na­ten nach Aus­spruch der Kündi­gung nicht zu rech­nen, steht die­se Un­ge­wißheit ei­ner krank­heits­be­ding­ten dau­ern­den Ar­beits­unfähig­keit (Fall­kon­stel­la­ti­on II.) recht­lich gleich (BAG, Ur­teil vom 12.04.2002, 2 AZR 148/01, NZA 2002, S.1081), so daß die Kündi­gung in ei­nem sol­chen Fall in der Re­gel wirk­sam ist. Da al­ler­dings ein Arzt die Ge­ne­sung in­ner­halb ei­nes so lan­gen Zeit­raums (24 Mo­na­te!) kaum de­fi­ni­tiv aus­sch­ließen wird, oh­ne zu­gleich ei­ne dau­er­haf­te Ar­beits­unfähig­keit zu dia­gnos­ti­zie­ren, ist der prak­ti­sche An­wen­dungs­be­reich die­ser Re­gel ge­ring.

In­ter­es­sen­be­ein­träch­ti­gung: Die lang­an­dau­ern­de Krank­heit muß be­trieb­li­che oder wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers be­ein­träch­ti­gen. Da der Ar­beit­ge­ber nach Ab­lauf von sechs Wo­chen in der Re­gel kei­ne wei­te­re Ent­gelt­fort­zah­lung mehr leis­ten muß, ist ei­ne Be­ein­träch­ti­gung wirt­schaft­li­cher In­ter­es­sen sel­ten ge­ge­ben, wes­halb die die Recht­spre­chung auch da­zu ten­diert, die Kündi­gung we­gen lang­an­dau­ern­der Krank­heit ein­zu­gren­zen.

Der Ar­beit­ge­ber muß da­her ei­ne er­heb­li­che Be­ein­träch­ti­gung be­trieb­li­cher In­ter­es­sen dar­le­gen, die sich aus or­ga­ni­sa­to­ri­schen Pro­ble­men bei der zeit­lich be­grenz­ten Ein­stel­lung von Er­satz­kräften er­ge­ben kann. - Steht aus­nahms­wei­se ein­mal fest, daß ei­ne Ge­ne­sung in den nächs­ten 24 Mo­na­ten aus­zu­sch­ließen ist, liegt ei­ne In­ter­es­sen­be­ein­träch­ti­gung (wie bei der Kündi­gung we­gen dau­ern­der Leis­tungs­unfähig­keit) in der Re­gel oh­ne wei­te­res vor.

In­ter­es­sen­abwägung: Hier ist zu prüfen, ob dem Ar­beit­ge­ber un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände des Ein­zel­falls die zu Punkt 2.) fest­ge­stell­te Be­ein­träch­ti­gung sei­ner In­ter­es­sen (noch eben ge­ra­de) zu­ge­mu­tet oder nicht mehr zu­ge­mu­tet wer­den können. Hier fragt sich vor al­lem, ob wei­te­re Über­brückungs­maßnah­men nicht mehr möglich sind und da­her das Be­en­di­gungs­in­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers über­wiegt. Zu­dem kommt es natürlich auch hier auf die so­zia­le Si­tua­ti­on des Ar­beit­neh­mers an, d.h. auf Al­ter, Dau­er der Be­triebs­zu­gehörig­keit, Un­ter­halts­ver­pflich­tun­gen, Chan­cen auf dem Ar­beits­markt usw.

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