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Die Morgellons-Haut- und System-Krankheit tritt zwar bereits weltweit auf. Mehr dazu und zur Frage der Ansteckbarkeit durch Morgellons.

Es ist aber immer noch eine "verschwiegene Epidemie", die vom Medizinestablishment entweder noch ignoriert bzw. als 'Delusional Parasitosis' (Dermatozoenwahn) verkannt wird.

Eine psychiatr. Beschreibung des echten Wahns s. hier

Links zu zahlreichen Mikroskop-Morgellons-Fotos und Erfahrungsberichten z.B.:

  • Frequently Asked Questions zu Morgellons (engl.)
    • mitunter kleine Lichtblitze
    • Abkapselung von Mikrofasern, Bindegewebeknoten
    • Depigmentation der Haut (helle Flecken) und Perforationen auf den weissen, erhabenen Flecken, die durch ein- und auswandernde Mikrorganismen entstehen.

    s. eine detailierte Symptomschilderung eines seit mehr als 10 Jahren davon Betroffenen (engl.) hier

  • Schwellung der Lymphknoten
  • Chronischer Morgellons-Krankheitsverlauf nach 8 - 12 Monaten

    Ausbreitungswege, Infektionsrisiko durch Morgellons

    Sind die Morgellons genetisch manipulierte Organismen, Nanoroboter oder was sonst?

    Aufschlussreiche Videos zu diesem brisanten Thema finden Sie bei YouTube unter den Stichworten "Morgellons / Biochemical Warheads – Crimes against Humanity", z.B. in http://www.youtube.com/watch?v=Gxs99wISMfA&playnext=1&list=PLFD7A61CDBBA713D0 (Teil 1 von 2)
    http://www.youtube.com/watch?v=ay4wZOLanDk&feature=related (Teil 2 von 2)

    Sind Lebensmittelzusatzstoffe E 1201(PVP) und E 1202 (PVPP) eine Mitursache?

    Mehr zum Thema Chemtrails- und Morgellons-Inhalte im Feinstaub

    • Nachweis von Polymerfasern per Mikroskop
    • Mikroskopbilder von Schneewasser- und Regenwasseranalysen
    • Gefahren durch besondere Kristallformen in Feinstaub?
    • Research and Videos: The Staninger Report by Hildegarde Staninger, Ph.D - MORGELLONS: A NANO-911 FOREIGN INVADER
    • Fiber Sensors in Morgellons (engl. Video)
    • Fibers in Morgellons
    • Morgellons - Identifying Marks
    • Morgellons - Advanced BioWarfare
    • Morgellon - Macrocycles
    • Insects fly out of permanent sores
    • Morgellons - Dictyostelium
    • Aerobiology and Toxins
    • MORGELLONS: COCOONS, WORMS, SYNTHETIC BIOLOGY, QUANTUM DOTS, SENSORS
    • MORGELLONS: Diamondoids (Carbon) Come Out of Morgellons' Victim's Skin
    • MORGELLONS: Nano Artifacts Identified-Polymer Brush Found in Skin: Stars, Ladders, Comb
    • MORGELLONS: The People Who Know-Ask Them How to Kill Polymer
    • MORGELLONS- Something About Polymer
    • Morgellons-Self-Assembling Organogel-June 7, 2010
    • Morgellons-Parasitic Infection-June 9, 2010
    • MORGELLONS-AntiOxidants, Sunlight, Peroxides, Free Radicals
    • Morgellons-Self-Assembling Organogel-June 7, 2010
    • Microbe Polymer Fibers-June 5, 2010
    • Morgellons-Nano Radio Transmitters-June 3, 2010
    • MORGELLONS: WHERE DO THE FIBERS COME FROM?
    • MORGELLONS: BioStructure-Micelles, Dendrimers, Bioadhesives, Time Release
    • MORGELLONS: Time Release Implant
    • MORGELLONS IS A GENETIC WEAPON
    • MORGELLONS HORROR PICTURE SHOW NANOTECHNOLOGY 2010
    • NASA SIGNED ITS NAME ON MORGELLONS FIBER
    • HEXAGON FOUND IN SKIN--Light Activated-Similar patent 5226902
    • Semiconductor Parent/Child Hexagons Come Out of Skin
    • HEXAGON FOUND IN SKIN--Light Activated-Similar patent 5226902
    • Who Made Morgellons?
    • MORGELLONS IS A GENETIC WEAPON
    • Morgellons: NASA has Cyclodextrin Lab-Navy Defense Research 1994
    • MORGELLONS POPULATION CONTROL-INFERTILITY
    • NASA, NASA, NASA-MORGELLONS-INFERTILITY
    • TRANSGENIC WEAPON
    • Morgellons The Reaper: Aluminum, Barium, Mycoplasma
    • What Did They Do To Our Hair?
    • MORGELLONS GROWS BLOOD VESSELS
    • REAL SENSORS SWARM UNDER MORGELLONS SKIN
    • Silicon Nanowires In Blood for Imaging
    • Living Polymerization, RAFT, CSIRA, DUPONT and Nematodes Von: skizi
    • The Polymer Knocks and The Cell Says "Come In"
    • FUNGUS AMONGUS
    • Bioterrorist Products developed in S-Series Agriculture Program
    • MORGELLONS: What Are spherulites?
    • MORGELLONS-Biofiber Living Polymer Catalyzed by Metals-Funded DOE & NSF
    • MORGELLONS-Encapsulated Bacteria Research by DOE

    • Bin ich hochsensibel?
    • Hochsensibilität auf dem Lebensweg
    • Was kann ich nicht ändern?
    • Was kann ich ändern?

    "Ich bin jemand. Ich bin ich. Ich bin gerne ich. Und ich
    brauche niemanden, der mich zu jemandem macht."

    (Louis L'Amour)

    Bin ich hochsensibel?

    Endlich können hochsensible Menschen aufatmen: das von Elaine N. Aron in den Neunzigerjahren erstmals beschriebene Phänomen der Hochsensibilität existiert tatsächlich und wird langsam einer wachsenden Anzahl von Menschen bewusst.
    Viele HSP werden dadurch befreit von einem oft lebenslangen Gefühl: "ich bin anders, ich bin nicht richtig so, wie ich bin": Es gibt uns! Nur schon diese Tatsache kann einen erlösenden Einfluss auf einen hochsensiblen Menschen haben: Sie/er fühlt sich vielleicht nicht mehr isoliert, ist gar froh, nicht "verrückt" zu sein - und lernt langsam, die persönliche Sensibilität zu erkennen und zu schätzen. Man liest und hört in Berichten hochsensibler Menschen oft, dass es für sie eine Zeit vor der Entdeckung ihrer Hochsensibilität - und eine Zeit danach gibt - und dass das "Nachher" eine entscheidend positivere Lebensqualität aufweist.

    Hochsensibilität auf dem Lebensweg

    Den hochsensiblen Menschen nun in einer Kurzzusammenfassung vollständig und umfassend zu beschreiben, ist nicht gut möglich, denn jede HSP ist ein Individuum, welches seine Hochsensibilität auf ganz persönliche Art auslebt. Klar existieren dennoch - in verschiedenem Masse - auch viele Ähnlichkeiten zwischen hochsensiblen Menschen (siehe weiter unten bei "Was können Sie nicht ändern/Was können Sie ändern").

    Was können Sie nicht ändern?

    • Ihre Veranlagung, welche beinhaltet, dass Ihre Wahrnehmung und die Art Ihres Temperaments nicht der Norm entsprechen, sondern einer hochsensiblen Minderheit (ca. 15-20 Prozent der Menschen). Ebenso können Sie leider Ihre Vergangenheit nicht mehr ändern, falls diese traumatische, belastende Erfahrungen beinhaltete, die sie zu einem hochempfindlichen Menschen machten.
    • Aus diesem Grund können Sie somit schneller eine Reizschwelle erreichen und sich schneller von Reizen (äusseren oder inneren) überflutet, überstimuliert und nervlich übererregt fühlen als Normalsensible, weil Ihr Gehirn weniger gut in der Lage ist, Reize, welche normalerweise als unwichtiger erkannt werden, herauszufiltern. Es ist nicht so, dass Normalsensible nie überreizt sind, - ihre Reizschwelle ist lediglich höher angesetzt.
    • Eventuell sind auch ihre Körpersinne (z.B. Augen, Ohren, Geruchsinn, Tastsinn. ) und ihre Fähigkeit, unterschwellige Reize wahrzunehmen, differenzierter - und führen Sie daher oftmals zu Überstimulation und Übererregung.
    • Vielleicht funktioniert auch Ihr Körper nicht so, wie sie es gerne hätten: vielleicht erträgt er diverse Genussmittel nicht, hat Mühe mit Schlafen - oder Sie müssen bei Ihrer Ernährung sorgfältiger sein als Ihre normalsensiblen Freunde. Vielleicht leiden Sie auch unter Allergien und Überempfindlichkeiten.

    Was können Sie ändern?

    Wichtige Vorbemerkung: Die Vorstellung, "sich zu ändern" ruft bei vielen Menschen schon Gefühle der Überforderung und daher Abwehr hervor: "ich soll mehr rauskommen, als ich in der Lage bin", "ich soll Dinge tun, die mir widerstreben", "ich soll. " So ist dies natürlich nicht gemeint. Es geht in keiner Weise darum, sich selber zu stressen und das frühere Gefühl von Überforderung und Überreizung aufrecht zu erhalten. Wandel kann nur stattfinden, wenn wir den Weg dazu mit unserem individuellen Naturell in Einklang bringen. Vielleicht ist es auch wichtig, sich zuerst einmal wertfrei zu fragen: Will ich mich überhaupt verändern? Bin ich bereit dazu? Und was möchte ich tatsächlich verändern?

    • "Ich bin richtig, so wie ich bin!" Sie können Ihr Gefühl langsam verändern, sie seien "nicht normal" und würden dauernd etwas "falsch machen", wenn Sie sich schneller überstimuliert, überfordert und "am Rand der Nerven" fühlen als normalsensible Menschen.
    • "Ich muss mich nicht mit andern vergleichen." Sie können ein wachsendes Bewusstsein darüber entwickeln, wer Sie eigentlich wirklich sind. Lernen Sie also, sich nicht mehr mit anderen zu vergleichen und nicht mehr zu versuchen, sich an deren Realität anzupassen. Dieser neue Weg braucht vielleicht viel Geduld. Ihre jahrelangen Gewohnheiten können Sie meistens nicht nullkommaplötzlich ändern, und ich würde denken, dass dies noch vermehrt der Fall ist, wenn Sie nicht mehr ganz jung und flexibel sind (obwohl hier positiv mitwirkt, dass HSP häufig "SpätzünderInnen" sind und sich auch im höheren Alter noch als recht "jung" wahrnehmen.)
    • "Wie nehme ich die Welt wahr?" Sie können damit beginnen, kontinuierlich Ihre Art der Wahrnehmung zu hinterfragen, zu studieren - und zu akzeptieren. Unsere persönliche Wahrnehmung kommt uns immer als die "richtige Sicht" vor: fragen Sie sich, ob es wirklich immer die "richtige" Sicht ist? Vielleicht nehmen andere Menschen ja eine Situation nur anders wahr - und wollen Sie z.B. gar nicht brüskieren und verletzen? Wir müssen lernen, sowohl unsere wie fremde Wahrnehmungen als das zu sehen, was sie sind: persönliche Wahrnehmungen.
        • "Ich habe keine Lust mehr, mich immer zu stressen." Wagen Sie es, vom Leistungsstress wegzukommen und sich dafür vielmehr mit Ihrer wachsenden Selbstachtung zu befassen.
        • "Ich werde mein eigener Manager, meine eigene Managerin. " Beginnen Sie damit, ein gesundes Selbstmanagement zu entwickeln, was viel mit Selbstverantwortung zu tun hat. Fragen Sie sich, ob Sie bis jetzt vielleicht noch nicht wirklich die Verantwortung für sich übernommen haben, weil Sie sich dazu nicht in der Lage gefühlt haben?
        • "Wie fühle ich mich eigentlich?!" Lernen Sie den Umgang mit Ihren Gefühlen. (Manchmal braucht dies professionelle Begleitung, gerade, wenn man leicht von Gefühlen überwältigt wird. Seien Sie diesbezüglich selbstverantwortlich.) Es könnte sein, dass Sie Ihre Gefühle gar noch nicht richtig kennen und einmal einen geschützten Rahmen brauchen, um sie kennen zu lernen.
        • "Ich entdecke meine starken Seiten. " Machen Sie sich also auf einen, Ihnen entsprechenden Weg, Ihre Energien nicht mehr in Gefühle des Andersseins, in Scham- und Schuldgefühle, Wut und Groll, Angst und Leiden, Rückzugstendenzen, Opferbewusstsein, Hilflosigkeit oder Unsicherheit etc. zu investieren, sondern zu entdecken, was Ihre Stärken sind.
        • ". und ich nehme meine Schwächen an." Versuchen Sie aber gleichzeitig, vorhandene Schwächen anzunehmen. Sich selber annehmen, wie sie sind, ist für HSP ein sehr wichtiger Lernprozess, da sie sich selber gegenüber häufig negative Gefühle - bis hin zum Selbsthass entwickeln können. Entwickeln Sie vielmehr ein Bewusstsein darüber, dass das, was Sie bis jetzt vielleicht auf vielfältige Weise gequält und blockiert hat, ein anderes Extrem besitzt: nämlich eine positive Seite, ein Potenzial.
        • "Was verbirgt sich hinter meinen Schwächen?" Reflektieren Sie: Könnte es z.B. sein, dass Ihrer, bis jetzt so ungeliebten "Überempfindlichkeit" oder "Hysterie" oder "Schüchternheit" oder "Pingeligkeit bis zur Zwangshaftigkeit". vielleicht ganz andere Eigenschaften zugrunde liegen? Zum Beispiel eine hohe Feinfühligkeit, eine tiefe Intuition, unterschwellige Wahrnehmungsfähigkeiten bis zur 'Hellsichtigkeit', empathische Fähigkeiten, ein hoher Grad an Gewissenhaftigkeit, eine starke "kreative Ader"? (um nur ein paar Eigenschaften zu nennen. )
        • "Eigentlich habe ich einen klaren Durchblick!!" Machen Sie sich auch klar, dass ein schneller Überreizungszustand theoretisch wahrscheinlich auch Fähigkeiten zur Differenzierung und Selbstreflexion enthält, welche über das "normale" Mass hinausgehen.
        • "Wie kann ich mir helfen?" Und werden Sie sich bewusst, dass bedrohliche Gefühle wie zum Beispiel erhöhte Verletzlichkeit, Angst, Panik, Konkurrenzgefühle oder Schuldgefühle. nicht unwiderruflich zu Ihrem Leben gehören müssen, sondern mit Ihrer bisher nicht erkannten Hochsensibilität im Zusammenhang stehen könnten. Seien sie in der Erforschung dieser Punkte ausdauernd, holen Sie sich Hilfe, wenn nötig - und vergessen Sie Ihre bisherige Ausdauer in Eigenschaften wie, sich selber kleiner zu machen als sie tatsächlich sind.
        • "I am 'somebody' - ich bin 'jemand' - durch meinen Körper. " Der englische Ausdruck "somebody" ("ein Körper") für "jemand" zeigt sehr schön, dass es für einen Menschen eigentlich genügt, einen Körper zu haben, um daseinsberechtigt zu sein. Kennen und akzeptieren Sie Ihren Körper? Dies müsste zur Folge haben, dass Sie lernen, für sich in allen Lebenslagen wirklich zu sorgen. Die Zuwendung zu Ihrem Körper, falls Sie diesen bis jetzt vorwiegend "benutzt" haben, um auf dieser Erde zumindest irgendwie "sichtbar" und handlungsfähig zu sein, ist ein ganz wichtiger Punkt. Reflektieren Sie des weiteren, ob Sie ihren Körper bis jetzt gar abgelehnt – oder an verschiedene ÄrztInnen oder HeilerInnen "delegiert" haben, weil er Ihnen mehr Mühe als Freude bereitet.

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    Viele Betroffene erhalten daher über lange Jahre keine adäquate Behandlung. Der Leidensdruck, den die ausufernden Gefühlszustände hervorrufen können, ist enorm - gerade wenn die bipolare Störung unerkannt und unbehandelt bleibt. „Die Suizidrate bei Menschen mit bipolaren Störungen ist 10 bis 15 Mal höher als in der Normalbevölkerung“, sagt Schäfer. Ohne Medikamente verläuft die manisch depressive Erkrankung wesentlich schwerer. Stress und Belastung, vor allem verbunden mit Schlafmangel, stellen ein besonderes Risiko dar. Selbstbeobachtung und Selbstkontrolle sind sehr wichtig, um sich vor dem Abgleiten in Extremphasen zu schützen.

    „Meine Erfahrung ist, dass Menschen mit bipolarer Störung eher überangepasste Menschen sind, die es anderen rechtmachen wollen, die nicht gelernt haben, sich genügend abzugrenzen. Und dann werden sie erschlagen von allen Ansprüchen, den fremden und den eigenen“, sagt Prof. Bock. Mehr auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, sei entscheidend bei der Erkrankung und dies zu vermitteln, eine wichtige Aufgabe der Psychotherapie. Gesprächs- und Verhaltenstherapien können Betroffenen helfen, sich besser kennenzulernen und auch frühe Warnsignale zu erkennen. Es gibt wenige Störungen, bei denen die Information so wichtig ist, bei denen man so viel erreichen kann, indem man sich schult und schulen lässt, ergänzt Prof. Schäfer.

    „Man braucht mit dieser Krankheit enorm viel Disziplin“, sagt Thomas Stein. Doch es lohne sich zu kämpfen, denn das Leben sei mehr als die Krankheit. „Ich möchte anderen Menschen ebenso wie mir selbst zeigen, dass sich das 'Abenteuer Dasein' lohnt.“ Thomas Stein hat in dieser Hinsicht viel geschafft. Die Arbeit ist ein für ihn sehr wichtiger Lebensaspekt. Privat hat die Krankheit vieles kaputt gemacht. (dpa/tmn)

    Im Hoch und Tief der Gefühle gefangen –
    die Bipolare Störung ist eine Erkrankung mit zwei Gesichtern


    Rund zwei Millionen Deutsche leiden unter einer bipolaren Störung. Dabei sind neben depressiven Phasen auch sogenannte manische Phasen charakteristisch: Euphorie und Depression zeigen sich in Wechselwirkung bei Betroffenen in den verschiedensten Gesichtern, Schweregraden und Abfolgen. Da es gerade manisch-depressiven Menschen schwerfällt, sich ihr Leiden einzugestehen, ist es dem Team der Limes Schlossklinik besonders wichtig betroffene Menschen sehr einfühlsam und adäquat zu behandeln.

    Personen die an einer bipolaren Störung erkrankt sind, kennen extreme Schwankungen ihrer Stimmungslage, welche das seelische Gleichgewicht und die psychische Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. In den meisten Fällen beginnt die Störung mit einer manischen Episode, gefolgt von einer Depression.

    Durch ihr krankhaft erhöhtes Selbstbewusstsein zeigen Betroffene besonders in der manischen Phase keine Einsicht an einer seelischen Störung zu leiden. Häufig bleiben sie auch nach Diagnose und Therapie uneinsichtig. Bei schweren akuten Krankheitszuständen kann es zusätzlich zu ausgeprägten, psychomotorischen Störungen kommen – den sogenannten katatonen Symptomen. Zu den Häufigsten zählen:

    • Gesteigerte Aktivität
    • Ruhelosigkeit
    • Rededrang
    • Ideenflucht oder Gedankenrasen
    • Vermindertes Schlafbedürfnis
    • Gesteigerte Libido
    • Eingeschränktes Urteilsvermögen
    • Neigung zu aggressivem Verhalten
    • Ungewöhnliche Bewegungsabläufe

    Die Anlage an einer bipolaren Störung zu erkranken, ist prinzipiell bei jedem Menschen vorhanden – die Ursachen sind multifaktoriell. Man geht von unterschiedlichen Faktoren aus, die in verschiedenen Kombinationen als Ursache zum Entstehen der Erkrankung beitragen können.

    Als ursächliche Faktoren gelten die folgenden:

    • Genetische Ursachen
    • Neurotransmitterveränderungen und Nervenzellenveränderung
    • Stress und besondere Lebensereignisse
    • Medikamente wie Cortisol, Beta-Blocker oder Antibiotika

    Das Expertenteam der Limes Schlossklinik Rostocker Land bietet Betroffenen eine Vielzahl an Methoden und Therapien an, um – getreu nach unseren Leitlinien – die Förderung und den Erhalt der Gesundheit der Patienten zu gewährleisten.
    Nicht selten leiden Menschen mit bipolaren Störungen an weiteren behandlungsbedürftigen psychischen Störungen, insbesondere an Angst-oder Suchterkrankungen. Ein ganzheitlicher und individualisierter Therapieplan setzt daher eine Differentialdiagnostik voraus, um Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen und zu einer klaren Diagnose zu gelangen.

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    Manchmal sind Glück und Verzweiflung zwei Seiten derselben Medaille. So wie die Depression Menschen in den Abgrund reißt, kann ihr Gegenteil – die Manie – sie zu ungeahnten Höhenflügen antreiben. Sie fühlen sich großartig, wenn sie erkranken und erleben meistens nach einiger Zeit den Absturz in die Depression.

    Es ist schwer zu sagen, wie häufig bipolare affektive Störungen eigentlich auftreten. Das hat mehrere Gründe. Zum einen wurden die Diagnosekriterien immer wieder verändert, was insgesamt dazu führte, dass bipolare Störungen heute häufiger diagnostiziert werden als früher und auch leichtere Verlaufsformen die Diagnosekriterien erfüllen. (. ) Zum anderen suchen Menschen eher in einer depressiven Phase ärztliche Hilfe und werden dann oft als unipolar depressiv diagnostiziert.

    Man kann davon ausgehen, dass etwa 4 Prozent der Bevölkerung einmal oder öfter im Laufe ihres Lebens an einer bipolaren affektiven Störung erkranken. (. )

    Wenn sich manische und depressive Episoden abwechseln, spricht man von einer bipolaren Störung. Man unterscheidet dabei noch zwei verschiedene Formen der bipolaren Störung (. ). Wenn sowohl die depressiven Phasen als auch die manischen Phasen voll ausgeprägt sind, spricht man von einer Bipolar I-Störung. Es gibt aber auch Verlaufsformen, bei denen zwar die depressiven Phasen voll ausgeprägt sind, die manischen Phasen aber nur in abgeschwächter Form auftreten. Dann spricht man von einer Bipolar II-Störung.

    Gemeinsam ist allen affektiven Störungen, dass zwischen den depressiven oder manischen Erkrankungsphasen meistens längere Intervalle ohne Symptome erlebt werden, in denen die Betroffenen sich relativ gut fühlen und auch Fachkräfte oder Angehörige kaum Auswirkungen der Erkrankung mehr an ihnen wahrnehmen.

    Damit eine Manie diagnostiziert werden kann, müssen mindestens drei der folgenden Symptome erfüllt sein:

    • Vermindertes Schlafbedürfnis (. )
    • Aktivitätssteigerung (. )
    • Rededrang (. )
    • Gesteigertes Selbstwertgefühl oder Größenideen (. )
    • Eingeschränktes Urteilsvermögen (. )
    • Gedankenrasen oder Ideenflucht (. )
    • Psychotische Symptome (. )

    Verschiedene Modelle versuchen die Entstehung bipolarer Erkrankungen zu erklären. Es leuchtet völlig ein, dass eine Erkrankung mit so unterschiedlichen Phasen sich nicht auf eine einfache Ursache zurückführen lässt. Man nimmt wie bei den meisten psychischen Erkrankungen an, dass genetische, biologische und psychosoziale Ursachen zusammenwirken.

    Die genetische Veranlagung scheint bei bipolaren Erkrankungen höher ausgeprägt zu sein als bei unipolaren. Vererbt wird vermutlich eine gewisse Veranlagung, auf Belastungen mit einer raschen Destabilisierung biologischer Rhythmen zu reagieren und so gewissermaßen leicht aus dem Takt zu geraten. (. ) Eine andere biologische Erklärung der Manie könnte in einer nachweisbaren Übererregbarkeit der Betroffenen zu suchen sein. (. )

    Psychologische Erklärungsmodelle suchen die Ursache einer bipolaren Störung eher in der Art, wie Betroffene ihren Alltag erleben und bewerten. Es gibt Hinweise darauf, dass bipolare Persönlichkeiten auch außerhalb akuter Krankheitsphasen gewissermaßen zwischen den Extremen schwanken. (. )

    Ein anderes psychologisches Erklärungsmodell (. ) nimmt an, dass Menschen mit bipolaren Störungen besonders bemüht sind, soziale Rollen zu erfüllen und den Erwartungen anderer zu entsprechen. (. )

    Die medikamentöse Therapie spielt bei bipolaren Störungen eine zentrale Rolle. Außer Antidepressiva gegen die depressiven Phasen werden häufig sogenannte Phasenprophylaktika eingesetzt, z. B. Lithium. Sie tragen dazu bei, extreme Stimmungsschwankungen abzumildern und biologische Rhythmen zu stabilisieren. (. )

    Mit Medikamenten allein lässt sich die Erkrankung allerdings nicht bewältigen. Betroffene können durch Beachtung ihrer Frühwarnzeichen, durch rechtzeitiges Gegensteuern und durch Einhaltung fester Rhythmen und zeitlicher Strukturen viel für ihre Krankheitsbewältigung tun. Und Fachkräfte können die Betroffenen dabei unterstützen, ihre Mitte zu finden und so einen sicheren Abstand von den Extremen der Manie und der Depression einzuhalten.

    Geregelte Abläufe, gleichmäßige Rhythmen, ausreichender Schlaf und ausgewogene Anforderungen können vor der Entgleisung in die Manie schützen. Doch viele Menschen, vor allem mit bipolaren Erkrankungen, setzen den Bereich der Mitte, der Regelmäßigkeit und Ausgewogenheit mit Langeweile gleich.

    In stabilen Phasen haben Menschen mit bipolaren Erkrankungen manchmal das Gefühl, ihr Potenzial nicht wirklich auszuschöpfen, nicht genug aus sich und ihrem Leben zu machen. Sie haben den Eindruck, nur in der Manie ihre Möglichkeiten wirklich zu nutzen. In der Manie haben sie eine extreme Belastbarkeit kennengelernt, enorm viel in kürzester Zeit erledigen können und wenig Schlaf benötigt. Sich mit einem geringeren Arbeitspensum zufriedenzugeben und ausreichend Zeit für Schlaf einzuplanen, fällt ihnen schwer.

    Fachkräfte sollten daher mit den Betroffenen daran arbeiten, ein gemäßigtes Haushalten mit den eigenen Kräften als positiven, erstrebenswerten Zielzustand zu bewerten. Wenn es immer nur darum geht, Krisen und manische Episoden zu vermeiden, so ist dies für die Betroffenen auf Dauer wenig erstrebenswert und motivierend. Wenn die eigene Mitte dagegen mit positiven Gefühlen wie Ausgeglichenheit, Leichtigkeit, Lebensfreude und Zuversicht verbunden wird, erscheint sie als erstrebenswertes Ziel.

    Die eigene Mitte kann man als den Zustand definieren, in dem man sich im Gleichgewicht fühlt. Diesen Zustand können Betroffene unter anderem an folgenden Punkten erkennen:

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    3 Und ich? Wann hat es angefangen? Eine ziemlich beeindruckende Darstellung eines bipolaren Patienten liefert der charmante Richard Gere im Hollywood-Film Mr. Jones, großes Kino, empfehlenswert. So überzeugend er in die Patientenrolle schlüpft, so einfach kann er sie nach den Dreharbeiten wieder abstreifen. Und ich? Ich lebe seit fast 20 Jahren mit der Diagnose einer bipolaren Störung. Tage- oder wochenlanger Rückzug, dann wieder Party bis zum Morgengrauen in der Pubertät gehört das doch dazu, oder? Auch mein Mann, meine Familie und meine Freunde müssen damit leben. Zurzeit geht es mir ziemlich gut, aber ich weiß, dass ein Rückfall möglich ist. Für bipolare Störungen typisch sind Zeiten sehr niedergeschlagener Stimmung und Zeiten extremer Hochstimmung, die aufeinander folgen. Dauer, Grad der Ausprägung und Häufigkeit unterscheiden sich von Patient zu Patient. Die Trennung von meinem ersten Freund kam, als ich gerade 18 war. Er ging für ein Jahr ins Ausland und ich verbrachte die folgenden Wochen fast ausschließlich im Bett. Ich konnte nichts essen und wollte niemand sehen. Was meine Eltern für heftigen Liebeskummer hielten, war in der Rückschau wohl meine erste depressive Phase. Etwa ein halbes Jahr später fuhr ich nach einer mit Freunden durchwachten Nacht spontan 300 km nach München. Wir hatten stundenlang über Gott und die Welt diskutiert und ich kann mich noch gut an meine aufgekratzte Stimmung erinnern. Als die anderen ins Bett gingen, fuhr ich mit dem Auto meiner Mutter los und verbrachte einen ganzen Tag in München. Tief in der Nacht kam ich wieder nach Hause und meine Eltern überhäuften mich mit Vorwürfen. Dass ich ihre Aufregung überhaupt nicht verstehen konnte, machte sie noch wütender. Ich fühlte mich großartig und schlief kaum noch. Die nächsten Wochen waren von sex and drugs and rock n roll geprägt. Dann kam der Zusammenbruch. Ich heulte stundenlang, bis ich nicht mehr konnte. Bipolare Störungen beginnen meistens im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter. Negative sowie positive Lebensereignisse können die Erkrankung auslösen. Vom Auftreten der Symptome bis zur korrekten Diagnosestellung vergehen oft mehrere Jahre. 4 5

    4 Schrecklich müde Damals war ich der Depression hoffnungslos ausgeliefert. Heute weiß ich ziemlich gut, wie sich eine depressive Phase bei mir ankündigt und vor allem wissen es auch mein Mann und meine beste Freundin: Ich wache gegen 4 Uhr morgens auf und kann nicht mehr einschlafen. Den ganzen Vormittag fühle ich mich deshalb wie gerädert. Ich habe das Gefühl, dass mich jede Kleinigkeit mehr Kraft kostet, als ich habe. Wenn ich es endlich aus dem Bett geschafft habe, schlurfe ich noch bis zum Mittag im Schlafanzug durch die Wohnung. In den ersten Tagen fühle ich mich wenigstens nachmittags dazu in der Lage, ein bisschen aufzuräumen oder den Müll hinauszubringen. Ich weiß, dass mir dann ein Spaziergang guttut. Aber ich schaffe es kaum, mich dazu aufzuraffen, wenn nicht jemand mit mir geht. Bevor ich gelernt habe, mit meiner Krankheit offener umzugehen, ging es mir nach den ersten Anzeichen von Tag zu Tag schlechter. Schließlich fehlte mir jeder Antrieb, morgens aufzustehen. Manchmal gönnte ich mir schon am frühen Morgen einen Cognac, um wieder einschlafen zu können. Appetitlosigkeit und Lustlosigkeit steigerten sich bis zu einer vollkommenen inneren Leere. Alles erschien sinnlos. Mehr als einmal habe ich daran gedacht, Schluss zu machen. Eine depressive Episode kündigt sich häufig durch Schlafstörungen an. Früherwachen und ein sogenanntes Morgentief sind typisch. Psychische Symptome der Depression niedergedrückte oder ängstliche Stimmung, Lustlosigkeit bis zum Lebensüberdruss, Verlangsamung, Konzentrationsschwäche, aber auch Unruhe und Reizbarkeit werden oft von körperlichen Symptomen begleitet. Dazu gehören Appetitstörungen, die zur Gewichtsabnahme, manchmal aber auch zur Gewichtszunahme führen. 6 Eine Depression bedeutet für mich, Landschaften des eigenen Selbst durchwandern zu müssen, die abgebrannt, tot, niedergetrampelt oder einfach nur leer sind. (Kommentar eines Betroffenen, zitiert auf 7

    5 Großartig! Großartig! Ich fühle mich großartig! Wenn ich so auf die Frage antworte, wie es mir geht, sieht mich mein Mann schon skeptisch an. Manische Phasen fürchtet er fast mehr als depressive. Dann schlafe ich wenig und fühle mich trotzdem topfit. Mir kommen viele Ideen, ich bin unternehmungslustig Das fühlt sich anfangs so gut an, dass ich in Gefahr bin, meine Medikamente wegzulassen. Von meiner letzten manischen Episode habe ich noch ein paar Einzelheiten in Erinnerung: Einmal fuhr ich mit der S-Bahn in die Stadt und schaffte es, das ganze Abteil zu unterhalten. Wir erfanden den Rap gegen die Sorgen am frühen Morgen. Im Musikgeschäft bestellte ich ein Schlagzeug. Um Platz dafür zu schaffen, räumte ich zu Hause das Wohnzimmer um. Bis mein Mann von seiner zweitägigen Dienstreise zurückkam, hatte ich es auch schon neu gestrichen orange! und außerdem eine bessere Stereoanlage besorgt. Zur Einweihung organisierte ich eine Willkommensparty für ihn mit Nachbarn und Freunden. Weil er sich offensichtlich gar nicht darüber freute, gerieten wir in heftigen Streit. Den Rest der Nacht verbrachte ich in einer Kneipe, bis der Wirt in den frühen Morgenstunden meinen Mann anrief, um mich abzuholen Die meisten Menschen würden heutzutage in der Leistungsund Mediengesellschaft alles dafür geben, einmal besonders zu sein, besonders interessant, selbstsicher, kreativ, belastbar, einmal aus der Reihe zu fallen, etwas Verrücktes zu machen, immer fröhlich zu sein etc. sie nehmen sogar Drogen für diese Illusion. Wir kriegen das leider umsonst und können am eigenen Leib erfahren, wie grausam das alles sein kann und wie wenig der Mensch dafür gemacht ist, so zu sein. Und wir müssen diese Suppe dann jedes Mal auslöffeln, wenn der schöne Schein vorbei ist. (Kommentar eines Betroffenen*, zitiert auf Eine gehobene, oft überdreht-fröhliche Stimmungslage ist typisch für die manische Episode, aber auch erhöhte Reizbarkeit und Streitsucht kommen vor. Vorbote einer manischen Episode kann ein deutlich vermindertes Schlafbedürfnis sein. Die gehobene Stimmung führt nicht selten zu risikoreichem Verhalten, darunter leichtsinnige Geldausgaben und sexuelle Abenteuer. 8 * Mit Betroffener wird im vorliegenden Text sowohl ein Mann als auch eine Frau mit bipolarer Störung bezeichnet. 9

    6 Meine Eltern und ihre Schuldgefühle Mein mutiger Mann Meine Eltern wollten es zunächst nicht wahrhaben, dass ich dem verrückten Cousin meiner Mutter nachschlage. Sie hatten lange Zeit das Gefühl, in der Erziehung versagt zu haben. Dann machten sie sich wieder Vorwürfe, nicht früher erkannt zu haben, dass ich krank bin. Die nächste Selbsthilfegruppe für Angehörige ist von ihrem Wohnort über 70 km entfernt, aber es gab Jahre, da ließen sie keines der monatlichen Treffen aus. An schlechten Tagen frage ich mich, was meinen Mann noch bei mir hält. Ich fange dann häufig Streit an oder ziehe mich völlig zurück. Manchmal gelingt es ihm, durch eine bestimmte Art, meinen Namen auszusprechen, mich zurückzuholen. Das ist wie eine Geheimsprache zwischen uns. Ich bin Einzelkind, daher weiß ich nicht aus eigener Erfahrung, wie Geschwister reagieren. Eine Mitpatientin hat mir einmal erzählt, dass ihre kleine Schwester für sie immer diejenige war, zu der sie am meisten Vertrauen hatte. Damals habe ich mich nach einer Schwester gesehnt Die bipolare Erkrankung kommt familiär gehäuft vor. Es gibt aber nicht das Bipolar-Gen. Das Behandlungsteam sollte die Angehörigen nach Möglichkeit einbeziehen. Dies ist nicht nur für die Erhebung der bisherigen Krankengeschichte ( Anamnese ), sondern auch für den weiteren Krankheitsverlauf wesentlich. Die Angehörigen sollten sich nicht scheuen, selbst Rat zu suchen. Den Bedürfnissen des Erkrankten stehen die eigenen Grenzen der Belastbarkeit gegenüber. Schweben zwischen Hoffnung, Enttäuschung, Resignation. Ungläubiges Entsetzen (das kann doch nicht wahr sein, meine Tochter). Aufbieten aller Kräfte, um helfen zu wollen. Weich geklopft sein vom ewigen Auf und Ab. (Kommentar eines Elternteils, zitiert auf 10 An guten Tagen, wenn ich ihn mit meinen Geschichten zum Lachen bringe, sehe ich uns gemeinsam als älteres Pärchen auf der Bank vor einem rosenumrankten Häuschen Wir haben uns vor zehn Jahren in einem Volkshochschulkurs getroffen. Ich war in einer stabilen Phase meiner Erkrankung, arbeitete halbtags und wollte Leute außerhalb meiner Therapiegruppe und außerhalb meiner Arbeitsstelle kennenlernen. Weil der Konversationskurs Französisch schon belegt war, entschied ich mich für einen Kochkurs aus dem Pfundskur -Programm. (Unter der regelmäßigen Medikamenteneinnahme hatte ich schon ein bisschen zugenommen ) Mein Mann war aus beruflichen Gründen zugezogen und hoffte ebenfalls, beim Kochen neue Leute kennenzulernen. Wir hatten viel Spaß in dem Kurs, gingen erst ein paarmal mit der Gruppe aus und irgendwann planten wir eine Fahrradtour zu zweit. Die Tour war zwar verregnet, aber in einem Unterstand im Wald erreichten wir bald eine so vertrauliche Gesprächsatmosphäre, dass ich von meinen bipolaren Schwankungen und der Therapie erzählen konnte. Wenn ich sage, dass ich ihn mutig finde, weil er sich auf eine Beziehung mit mir eingelassen hat, widerspricht er mir. Er meint, er sei weniger mutig als einfach mit einer gewissen Gelassenheit auf die Welt gekommen! 11

    7 Mein mutiger Mann Freundschaften und Freundschaften Eine wirklich gute Freundin ist mir aus Schultagen geblieben und es hat sich ergeben, dass wir im selben Ort gelandet sind. Sie kennt mich in- und auswendig und hat sich in schwierigen Phasen nicht abschrecken lassen. Von ihr lasse ich mir viel mehr sagen als von irgendjemand sonst. Ich habe aber auch viele Freunde verloren: In der Depression habe ich mich so vollkommen zurückgezogen, dass sie nicht mehr an meine Freundschaft geglaubt haben, und in der Manie habe ich einige wohlmeinende Freunde sehr verletzt. Entweder du kannst damit leben und dann läuft s oder du kannst es nicht, dann musst du einen Schlussstrich ziehen. (Nach einem Beitrag auf Die bipolare Störung stellt auch für den Lebenspartner oder die -partnerin eine große Belastung dar, nicht allein in psychischer Hinsicht. Schwierigkeiten am Arbeitsplatz bis hin zur Kündigung, aber auch übertriebene Geldausgaben in der Manie können zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Wenn sich der oder die Betroffene von gemeinsamen Freunden abwendet, ist die Freundschaft oftmals ungewollt auch für den Lebenspartner oder die -partnerin zu Ende. Das sexuelle Verlangen kann sich in einer akuten Episode der Erkrankung ändern, vom völligen Desinteresse in der Depression bis zum erheblich gesteigerten Interesse in der Manie. Dabei richtet sich die Lust der Betroffenen häufig auch auf Personen außerhalb der Partnerschaft. In der Manie habe ich auch immer wieder falsche Freunde gefunden, die mit mir getrunken und mit Drogen experimentiert haben. Dann bin ich noch tiefer abgestürzt. Freunde zu finden ist auch deshalb nicht leicht, weil mich praktisch schon beim ersten Kennenlernen die Frage quält, ob ich ihr (oder ihm) von meiner bipolaren Störung erzähle und wann der beste Zeitpunkt dafür ist. Dann bin ich verkrampft und anders, als ich sein möchte Freunde und Bekannte können zur Stabilisierung erheblich beitragen. Nähere Freunde sollten über die bipolare Störung Bescheid wissen. So können sie den Betroffenen auf erste Anzeichen einer neuen Episode hinweisen und ggf. eingreifen (s. Notfallplan, S. 29). Seit ich gelernt habe, meine Gefühle, Ängste und Befürchtungen, aber auch die Verbundenheit und Liebe zu diesen Menschen zu beschreiben und zu vermitteln, habe ich das Gefühl, dass sich echte und tiefe Beziehungen entwickelt haben. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf

    8 Am Arbeitsplatz Berufstätigkeit bei bipolarer Erkrankung ist ein heikles Thema. Viele Betroffene werden früher oder später als erwerbsunfähig in Rente geschickt. Ich bin bisher nur mehrfach arbeitslos gewesen, meine Eltern und später mein Mann haben mich finanziell unterstützt. In einem Ratgeber habe ich gelesen, dass ich nicht verpflichtet bin, meine bipolare Störung am Arbeitsplatz zu erwähnen. Damit habe ich einmal ganz massiv Schiffbruch erlitten: Ich hatte zu Beginn einer manischen Phase die Medikamente abgesetzt und flippte bei der Arbeit mehrfach aus. Ich machte die Kolleginnen beim kleinsten Fehler nieder und pöbelte die Kunden an. Daraufhin setzte mich mein Chef kurzfristig für Arbeiten ohne Kundenkontakt ein, aber nach mehreren Beschwerden von Mitarbeiterseite schickte er mich eines Nachmittags nach Hause. Ich war so wütend, dass ich mich ins Auto setzte und fuhr und fuhr. Am Bodensee suchte ich mir ein Hotel. Erst am nächsten Tag meldete ich mich bei meinem Mann, um mich darüber zu beschweren, wie man mich behandelt hatte. Er holte mich ab und beschwor mich, in die Klinik zu gehen. Ich willigte zunächst nur ein, mit meinem Arzt zu sprechen und mich krankschreiben zu lassen. Eine geregelte Tätigkeit ist ein wichtiges Element, um in einem sozialen Rhythmus zu bleiben. Schichtarbeit ist nicht geeignet. Die Entscheidung, am Arbeitsplatz über die Erkrankung zu sprechen, sollte sorgfältig abgewogen werden: Wer genau soll ins Vertrauen gezogen werden? Eine Einzelperson oder mehrere? Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter? Wie genau soll(en) diese Person(en) informiert werden? Die Sicherheit, dass im Notfall professionelle Hilfe zur Verfügung steht, kann dem Arbeitgeber ggf. die Entscheidung für die Anstellung leichter machen. In Absprache mit dem behandelnden Arzt können z.b. dessen Kontaktdaten hinterlegt werden. Ich habe mich bei einer Besprechung geoutet, das heißt zumindest gesagt, dass ich bipolare Störungen habe und welche Auswirkungen das haben kann. Mit einem Kollegen kann ich sehr offen über das Thema sprechen, den Rest hab ich eher nur grob informiert. Seit ich das gemacht habe, fühle ich mich auf der Arbeit viel freier. Ich hätte vorher nie gedacht, dass mir so viel Verständnis und Wohlwollen entgegengebracht werden würden. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf Es hat lange gedauert, mir einzugestehen, dass ich nicht mehr in Vollzeit arbeiten kann. Inzwischen bin ich echt froh, dass ich mich dafür entschieden habe. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf

    9 Die Erkrankung akzeptieren Eine ältere Mitpatientin hat mir einmal gesagt, dass sie ihre Medikamente nimmt wie ein Diabetiker sein Insulin. So sei das eben mit chronisch Kranken. Zu akzeptieren, dass ich krank bin, zwar behandelbar, aber doch chronisch krank, war ein weiter Weg für mich. Welcher Mensch hat denn keine Stimmungsschwankungen? Was ist schon normal? Darf man denn niemals traurig sein? So spielte ich lange herunter, was mit mir geschah. Lange Phasen der Normalität ließen mich hoffen, dass der Spuk vorbei sei. Als ich mit den Anforderungen des Studiums nicht mehr zurechtkam, suchte ich die Studienberatung auf. Besser gesagt: Meine Wohnungsgenossin schleppte mich förmlich dorthin. Ich hatte großes Glück, dass mich die Studienberaterin direkt zur psychologischen Beratungsstelle begleitete. Von dort ging es in die nächste Landesklinik: mein erster Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, meine erste Auseinandersetzung mit der Diagnose bipolare Störung. Meine Probleme als Krankheit anzusehen hatte auch etwas Entlastendes. Endlich war ich nicht mehr an allem schuld. Für eine erfolgreiche Behandlung der bipolaren Störung ist es unabdingbar, dass sich die Betroffenen mit dem Krankheitsbild und den Therapiemöglichkeiten auseinandersetzen. Selbst nach Jahren ohne Beschwerden können neue Episoden auftreten. Meine Diagnose Bipolare Störung wurde gestellt, als ich mein gesamtes Leben bereits ruiniert hatte. Für neun Jahre Chaos gab es plötzlich eine Erklärung, einen Namen, deshalb konnte ich die Diagnose sofort annehmen. Was mir noch hilft, verhältnismäßig unbekümmert mit der Erkrankung zu leben, ist der Umgang meines Arztes damit. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf Am Ende ist man nicht nur ein selbsternannter Experte auf diesem Gebiet, sondern man sieht die Diagnose auch sehr viel nüchterner und nimmt sich nicht selbst immer alles sooo übel. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf

    10 Behandlung: Akutphase Mein Vater hatte einmal ein Problem mit seinem Fernsehgerät: Er hatte versehentlich die Einstellung gewählt, mit der die Kanäle ständig wechseln, ohne dass man die Fernbedienung drückt. In der Klinik von der Manie herunterzukommen ist so, als ob nach ständigem Programmwechsel auf einmal ein langer, ruhiger Naturfilm läuft. Das ist erholsam und ein bisschen langweilig. Aus dem Loch der Depression herauszuklettern dauert bei mir auch mit Medikamenten mindestens drei Wochen. Und dann bin ich immer noch erschöpft von der Kletterei ans Tageslicht. Wenn dann gleich zu viel von mir erwartet wird, ziehe ich mich unwillkürlich wieder zurück. Besucher sind mir in dieser Phase oft zu anstrengend. Die Behandlung verläuft in drei Phasen: Akutphase, Erhaltungsphase und Rückfallverhütung. Ziel der Akutphase ist, den Betroffenen aus dem Hoch oder Tief in den normalen Bereich von Stimmungsschwankungen zurückzuholen. Die Akuttherapie kann mehrere Wochen dauern. Eine Abschirmung von Außenreizen während der Akutphase ergänzt die medikamentöse Behandlung. Häufig ist eine Psychotherapie in dieser Phase nicht möglich

    11 Erhaltungstherapie Nicht noch einmal! Wenn die tiefe Traurigkeit oder die große Maßlosigkeit abgeklungen ist, kommt eine schwierige Phase. Die Klinik zu verlassen ist, wie wenn ich aus einem schallisolierten Raum auf die Straße trete: Ich muss erst einmal stehen bleiben, mich orientieren und an den Lärm gewöhnen. Manchmal spüre ich dann, wie Angst und Mutlosigkeit wieder auftauchen. Durch Rückfälle habe ich gelernt, dass ich an einer medikamentösen Dauertherapie nicht vorbeikomme. Das heißt nicht, dass ich damit überhaupt keine Stimmungsschwankungen mehr kenne, aber mit der Zeit sind die Ausschläge geringer geworden, die Hochs sind nicht mehr so hoch und die Tiefs nicht mehr so tief. Ich weiß, dass ich besonders in dieser Phase engen Kontakt zu meinem Arzt halten muss. Anpassungen der Tabletten und regelmäßige Gespräche helfen mir, nach und nach in den Alltag zurückzukehren. Spaziergänge im Wald mit meinem Mann oder mit meiner Freundin gehören zu meinem persönlichen Erholungsprogramm. Wenn es passt, setzen wir uns danach noch zum Tee zusammen und lassen den Nachmittag ausklingen. Ähnlich wie bei körperlichen Erkrankungen sind Zeit und Geduld für den Heilungsprozess erforderlich. Restsymptome können noch eine gewisse Zeit nach der Akutphase weiterbestehen. Gerade in der Erhaltungsphase sollte nicht zu früh das Risiko einer erneuten Belastung eingegangen werden, z.b. aus Angst vor Arbeitsplatzverlust oder Sorge um den Haushalt. 20 Auch wenn sich normal ein bisschen langweilig anfühlt, ändere ich ohne meinen Arzt nichts mehr an den Tabletten, und mit meiner aktuellen Kombination habe ich seit drei Jahren keine Krankheitsepisode mehr gehabt. Die verschiedenen Tabletten wirken nicht bei allen Patienten gleich gut und auch die Nebenwirkungen fallen unterschiedlich aus. Nicht nur ich, auch mein Arzt musste viel Geduld beweisen, bis wir diese Kombination gefunden haben. Die Nebenwirkungen, die mir im Alltag zu schaffen machen, sind vor allem Müdigkeit und Gewichtszunahme. Ich bin ganz stolz, dass ich seit über zwei Jahren mit einer Walking-Gruppe zweimal pro Woche unterwegs bin. Außerdem habe ich Limonade ganz abgeschafft, ich trinke stattdessen fast nur noch Wasser. Mit meinem Mann probiere ich aus, welche kalorienarmen Rezepte wirklich schmecken Zur Rückfallverhütung werden vor allem die sogenannten Stimmungsstabilisierer eingesetzt. Dazu zählen neben Lithium bestimmte Mittel, die auch gegen Epilepsie wirken (Valproinsäure, Carbamazepin, Lamotrigin), sowie verschiedene atypische Neuroleptika, die seltener die typischen Nebenwirkungen von Neuroleptika hervorrufen. Die medikamentöse Rückfallverhütung bedeutet in der Regel eine Dauertherapie. 21

    12 Psychotherapie und Notfallplan Stress soll neue Episoden auslösen. Gar nicht so leicht ist herauszufinden, was Stress im Einzelfall bedeutet. Für mich ist Stress z.b., wenn ich an drei Tagen hintereinander aus irgendwelchen Gründen weniger als sieben Stunden Nachtschlaf bekomme. Selbst Urlaub kann für mich in Stress ausarten, wenn die Anreise zu lang ist, der Tagesrhythmus sich zu stark verschiebt oder das Abendprogramm zu laut ist. Ein wichtiges Ergebnis der Gespräche mit meinem Therapeuten ist mein persönlicher Notfallplan. Ich habe aufgeschrieben, wer über meine Erkrankung und die Frühwarnzeichen informiert ist. Mein Mann oder meine Freundin sollen mich darauf ansprechen, wenn sie den Eindruck haben, dass ich in eine neue Episode rutsche. Wenn sie in Sorge sind, dass ich ihnen entgleite, habe ich ihnen mein schriftliches Einverständnis erteilt, dass sie mit meinem Arzt Kontakt aufnehmen. Betroffene und Angehörige müssen Frühwarnzeichen und Symptome akuter Episoden kennen und lernen, auf eine beginnende Symptomatik richtig zu reagieren. Nein, ich lege mich nicht auf eine Couch und erzähle meinem Doktor, was mir in den Sinn kommt. Wir setzen uns zu längeren Gesprächen auf zwei bequeme Sessel, die sich nicht genau gegenüberstehen, so dass ich ihn nicht immer anschauen muss, während ich rede. Meine Krankheit kennenzulernen war das Wichtigste für mich in den ersten Gesprächen. Dazu hat mir mein Therapeut viele Informationen gegeben. Die nächste Stufe bestand darin, wahrzunehmen, wie sich eine Episode bei mir ankündigt. Zu erkennen, was dazu beiträgt, eine Episode auszulösen, oder was hilft, ein Wiederaufflackern zu vermeiden, ist dann sozusagen die hohe Kunst. 22 Ein schriftlicher Notfallplan sollte zumindest Vertrauenspersonen und den behandelnden Arzt benennen. Als psychotherapeutische Verfahren werden Verhaltenstherapie, Familientherapie und auch tiefenpsychologische Verfahren erfolgreich eingesetzt. Vom Opfer zum Moderator des eigenen Lebenswegs werden (Kommentar eines Betroffenen, zitiert auf 23

    13 Selbsthilfe mit der Gruppe Eine psychoedukative Gruppe, in der ein Therapeut mit mehreren Betroffenen arbeitet, gibt es in meiner Region leider nicht, aber eine Selbsthilfegruppe. Ab und zu laden wir uns zu den Abenden Referenten ein. Neulich haben wir gemeinsam den Film Tanz mit dem Einhorn angeschaut, von dem einer aus der Gruppe einen begeisterten Bericht gelesen hatte. Die Treffen beginnen und enden üblicherweise mit einer Blitzlichtrunde, in der jeder sagen kann, wie es ihm gerade geht. Spannend finde ich immer wieder, wie die verschiedenen Teilnehmer ihre Stimmung beobachten. Da gibt es diejenigen, die standardisierte Fragebögen konsequent jeden Abend ausfüllen, und andere, die sogar ihr persönliches Stimmungsbarometer entwickelt haben. Wenn wir uns in der Runde darüber austauschen, was einem Einzelnen Stress macht, lerne ich, mich selbst noch genauer zu beobachten. Wir sind eine Gruppe nur für Betroffene, andere Gruppen stehen auch für Angehörige offen. Verschwiegenheit nach außen ist verpflichtend. Ein Tipp, wenn du dich entschließt, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen: Geh öfter hin, ehe du entscheidest, ob das was für dich ist oder nicht. Jede Gruppe läuft anders, je nach Aggregatzustand der Leute und wer gerade da ist. Nicht alle gehen jedes Mal hin. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf 24 Selbsthilfegruppen dienen dem Erfahrungsaustausch und bieten sowohl praktische Lebenshilfe als auch emotionale Unterstützung. Adressen von Selbsthilfegruppen finden sich z.b. auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS). Ein Stimmungstagebuch kann helfen, Anzeichen einer beginnenden Phase zu erkennen. Als Nachteil empfinden manche Patienten, dass sie durch die tägliche Fahndung nach depressiven oder manischen Anzeichen täglich mit ihrer Erkrankung konfrontiert sind. Es gibt Hinweise, dass bei Patienten, die ein Stimmungstagebuch führen, die Anzahl der bipolaren Episoden zurückgeht. Neben Stimmung, Antrieb, Konzentration und Schlafrhythmus ist es sinnvoll, Medikamente und wichtige Ereignisse des Tages zu notieren. 25

    14 Auf dem Weg zur natürlichen Schönheit Die Ratgeber scheinen voneinander abzuschreiben. Dieselben Tipps, die für uns Bipolare gelten, nämlich gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, möglichst kein Alkohol, finden sich auch in Empfehlungen für die natürliche Schönheit oder für Herzkranke Umgekehrt heißt das wohl auch, dass wir mit vielen anderen in einem Boot sitzen, wenn wir uns mit Ernährungsvorschlägen befassen, bei sportlichen Aktivitäten abmühen und als Langweiler gelten, weil wir bei Alkohol abwinken und früh ins Bett gehen. Vielleicht wird es ganz nebenbei doch noch etwas mit meiner natürlichen Schönheit! Was bedeutet natürliche Schönheit? (. ) Eine schöne Haut benötigt eine gesunde Ernährungsweise, die reich an Gemüse, Obst, also an Vitaminen und Mineralstoffen ist. Gleichzeitig braucht unsere Haut eine gesunde Luft, Schlaf, aber auch körperliche Aktivität und Entspannung. (Gefunden auf 26 Lesehinweise Internetadressen: Bücher für Betroffene und Angehörige: Thomas Bock: Achterbahn der Gefühle: Mit Manie und Depression leben lernen, Balance-Verlag, Bonn (2007) Peter Bräunig: Leben mit bipolaren Störungen, Trias-Verlag, Stuttgart (2009) Christian Simhandl, Klaudia Mitterwachauer: Depression und Manie erkennen und erfolgreich behandeln, Springer-Verlag, Wien (2007) 27

    15 Für Ihre Notizen Mein persönlicher Notfallplan In Ihrem persönlichen Notfallplan legen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Psychotherapeuten fest, welche Maßnahmen im Akutfall für Sie wichtig sind. Die vorgesehenen Schritte sollen aufeinander aufbauen und charakterisieren einen zunehmenden Schweregrad der Situation. Schritt 1 könnte daher die Rücksprache mit einem Freund oder Angehörigen darstellen, Schritt 7 der Anruf beim behandelnden Arzt oder die Fahrt zur Notaufnahme in die Klinik. Fassen Sie Ihren Notfallplan so konkret wie möglich ab und bestimmen Sie dabei auch die Rolle Ihres Partners und der Familie. Nicht vergessen: Legen Sie fest, wo der Plan im Notfall zu finden ist. Was tue ich, wenn es kritisch wird?

    16 Notfallplan Für Ihre Notizen 7. Fachliche Hilfe aufsuchen: Arzt Name: Adresse: Telefonnummer: Klinik Name: Adresse: Telefonnummer: Psychotherapeut Name: Adresse: 30 Modifiziert nach Hautzinger M, Meyer T: Bipolar affektive Störungen. Fortschritte der Psychotherapie. Göttingen: Hogrefe Verlag (2011) Telefonnummer: 31

    17 Arztstempel Ein Service von: Lundbeck GmbH Ericusspitze Hamburg Tel.: 0 40/ Fax: 0 40/ /2012 Wir wünschen gute Besserung!

    Erfahrungsbericht Catheriné – Bipolare Störung & Alexithymie

    Mein Name ist Catheriné, ich bin 30, beziehe Hartz 4 und habe eine Bipolare Störung (Typ 2) und eine leichte bis mittlere Alexithymie. Ich habe keinen Job und schaffe inzwischen auch keinen 1 € – Job mehr. Ich lebe mit 2 Meerschweinchen zusammen und kontrolliere meine Störung ganz ohne medikamentöse Hilfe. Und das ist meine Geschichte:

    Streitende Eltern, Mobbing, Angst, unzählige Therapien. Ich bin quasi „kaputt“ groß geworden. Ohne je gelernt zu haben, wie eine intakte elterliche Beziehung aussieht oder was Liebe ist, wie es aussieht, wenn sich jemand liebt. Ich bin nur mit sich hassenden Eltern groß geworden.

    Meine größte Angst? Je wieder eingewiesen zu werden. Ich bin 30. Wenn es nach mir geht, nach meinem Gefühl, ist genau das der Fehler. Das ich 30 geworden bin. Ich habe das Gefühl, ich dürfte längst nicht mehr existieren, hätte eigentlich nicht 30 werden dürfen. Mein Freund hat mich vor kurzem gefragt, ob ich Selbstmordgedanken habe. Selbstmordgedanken? Nein. Das stimmt. Aber wenn ich aufwache ist mein erster Gedanke oft, dass ich mir wünschte, tot zu sein.

    Komisch. Eigentlich bin ich glücklich und lebe gerne. Ich verstehe diesen Gedanken selbst nicht. Ich bin eher dankbar, jeden Tag aufs Neue die Welt entdecken zu dürfen, zu leben und atmen zu dürfen. Trotzdem ist das an vielen Tagen der erste Gedanke, der mir kommt, wenn ich aufwache oder: „Eigentlich dürftest du gar nicht mehr existieren“. Frage ich mich wieso, ist die Antwort: „Weil ich eigentlich nicht mehr existieren dürfte.“ Ich kämpfe jeden Tag gegen meine schlechte Seite, gegen meine negativen Instinkte und Gedanken an. Ich würde so gerne aufgeben, aber das kommt nicht in Frage.

    Als Teenager war ich vollkommen überfordert. Mir war alles zu viel. Richtig schlimm wurde es erst in der „WG“. Ich kam mit 14 in das Haus in V. und dachte von Anfang an darüber nach, wie ich zurück zu meiner Familie komme. 2 Jahre lang. Ich habe die WG gehasst. Drogen, Gewalt, Manipulation war dort nichts Neues. Das war an der Tagesordnung. Ich war fast 2 Jahre da. Ausgebildete Erzieher? Nein. KEINER hatte die Ausbildung, keiner hätte da als Erzieher Kinder betreuen dürfen. Das hat aber keinen interessiert. Die, die als Erzieher angestellt waren, waren nichts weiter als Sozialhilfeempfänger. Der Grund, aus dem ich dahin kam, war, dass ich nicht mit der Scheidung meiner Eltern klarkam und den Schmerz und die Wut an meiner Mutter ausgelassen habe.

    Ich beschloss, zu meinem Vater zu ziehen. Ich war zu der Zeit ein Papakind. Ein Kind, das durch die Zeit bei seinem Vater lernen musste, dass er nicht der tolle Vater war, als das es ihn sah. Er war Alkoholiker und hatte Alexithymie. Er konnte seine Gefühle nicht zeigen. Ich ging mit in Gaststätten, wo er sich bewusstlos trank. Ich musste. Konnte nicht allein zu Hause bleiben. Also musste ich mit angucken, wie er sich bewusstlos getrunken hat. In dem Zustand hat er mir auch jedes Mal gute Nacht gewünscht und war der liebste Vater der Welt.

    Ich hatte Angst. 3 Wochen später war mir das auch zu viel. Ich ging zu meiner Mutter, vertraute mich ihr an und kam durch das Jugendamt, in eine WG. Grund: Ich konnte nicht mehr nach Hause. Durfte nicht. Mich hat keiner gefragt. Also kam ich in die WG.

    Ich habe schnell festgestellt, dass es da nicht so toll ist, wie es schien. Aber das interessierte keinen. Ich war psychisch krank. Alles Einbildung. Ich musste selbst klarkommen. Die WG wollte, als sie rausbekam, dass ich immer wieder zu meiner Mutter ging und ihr erzählte, was passiert ist, den Kontakt zwischen uns unterbrechen und vermeiden. Drogen, Gewalt, Mädchen, die zu Abtreibungen gezwungen wurden – würde das rauskommen, wäre die WG geliefert gewesen. Das Haus wäre geschlossen worden. Das ging nicht.

    Nach 2 Jahren wurde ich vergewaltigt. Ab da gingen die Probleme richtig los. Ich wurde dadurch gebrochen und wurde manisch-depressiv. Ich weiß noch, dass ich das Gefühl hatte, etwas würde zerbrechen. Hilfe? Nein. Ich hatte nur meine Tage, hieß es. Ein Arzt war nicht nötig. Mich fragen? Unnötig. Ich hatte Verletzungen, blutete, der Teppich war voll.

    Der „Erzieher“ – Ein Witz. Ich würde lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Der „Erzieher“ der zu der Zeit Nachtdienst hatte in jener Nacht war eigentlich mal als Hausmeister angestellt worden, hatte keine Ausbildung. Wurde trotzdem für die Erziehung eingesetzt. Grund: Er hatte 2 erwachsene Kinder. Er rauchte gerne mal mit ein paar der älteren Jugendlichen Marihuana, zum Teil auch mit jüngeren. Es blieb aber nicht nur dabei. Alkohol war auch oft im Spiel. Für viele Jugendliche war das der einzige Weg, um die WG auszuhalten und zu vergessen. In jener Nacht war er Sturzbetrunken. Er hatte sich mit einem Kollegen zusammen betrunken und als einer der älteren Jugendlichen mich fand und den beiden Herren Bescheid sagte, wurde es richtig übel. Ich erinnere mich noch sehr klar. Es ist, als hätte ich alles als Außenstehende gesehen. Er säuberte den Teppich, ich stand neben seinem Kollegen, verängstigt und fertig. Ich hatte keine Ahnung, was passiert ist. Mein einziger, klarer Gedanke war, dass ich mein erstes Mal gerade hatte und sterben werde. Ich war mir sicher, dass ich sterben muss. Sein Kollege fragte ihn, ob ich nicht zum Arzt sollte. Er sah auf, grinste und meinte nur: „Nö, die hat nur ihre Tage“.

    Dann machte er weiter als wäre nichts gewesen. Als er fertig war, gingen sie ohne sich weiter um mich zu kümmern und ich blieb mit Angst, verwirrt, verletzt und Schmerzen zurück. Am folgenden Morgen wurde ich geweckt und mir mitgeteilt, dass ich zur Schule zu gehen habe. Da ich Angst hatte, widersprach ich nicht. 4 Tage darauf hatte jener „Erzieher“ Wochenenddienst. Er stand morgens plötzlich hinter mir und raunte mir ins Ohr, dass ich meine Familie nie wiedersehen würde, wenn ich es wagen würde, jemandem davon zu erzählen. Ganz ehrlich? Wem hätte ich davon denn erzählen sollen… Ich war auf mich gestellt.

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    Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft@gew-berlin.de

    Dieses Kapitel gilt mit Ausnahme des letzten Teils „Vorsicht Fallen“ nicht für Lehrkräfte im berufsbegleitenden Referendariat. Sie finden alle arbeitsrechtlichen Hinweise in der neuen Broschüre „Hilfe für den Berufseinstieg in die Berliner Schule – 2017/18“ unter https://www.gew-berlin.de/berufseinstieg.php.

    Letzte Aktualisierung: 30.11.2017

    Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne

    Die Bezüge im Referendariat (Anwärterbezüge) sind altersunabhängig, aber lehramtsbezogen gestaffelt. Sie setzen sich zusammen aus einem

    1. Grundbetrag
    2. evtl. Familienzuschlag für Verheiratete und/oder mit Kindern.

    Berlin hat die Anwärtergrundbeträge ab 01.08.2017 um 75 € und die Familienzuschläge um 2,6 % erhöht. Zum 1. Juni 2018 (bisher war August beschlossen) erfolgt eine Erhöhung um weitere 75 € und bei den Familienzuschlägen um 3,2 %. Ein großer Erfolg für die GEW BERLIN ist die Anhebung der Bezahlung im neuen Grundschullehramt auf A 13!

    Monatliche Anwärterbezüge - Grundbeträge Berlin

    Lehrämter ISS / Gymnasium und berufsbildende Schule (einschließlich mit Sonderpädagogik):
    A13 plus Zulage

    Lehramt Grundschule (einschließlich mit Sonderpädagogik):
    A 13

    Monatliche Familienzuschläge, Berlin

    Verheiratete / eingetragene Lebenspartner*innen und

    ggf. Ledige mit Kind im Haushalt

    Zuschlag für das erste und zweite Kind jeweils

    Zuschlag für das dritte und jedes weiteres Kind

    Ledige mit Kind im Haushalt erhalten den Zuschlag „Verheiratet“ (126, 89 €) ebenfalls, wenn das Gesamteinkommen des Kindes den sechsfachen Betrag dieses Zuschlags nicht überschreitet (also aktuell nicht höher als 761, 34 € ist). Zum Einkommen des Kindes zählen das staatliche Kindergeld, der kinderbezogene Anteil im Familienzuschlag und der Unterhalt Dritter (i. d. R. des anderen Elternteils).

    Beamt*innen erhalten ihre Bezüge immer am ersten des Monats im Voraus für diesen Monat. Bitte beachtet aber, dass die erste Zahlung (für Februar 2018) möglichweise erst rückwirkend mit den Bezügen für März 2018 am 28.02.18 erfolgen könnte.

    Nach dem Gesetz über die Gewährung einer jährlichen Sonderzahlung erhalten Anwärter*innen in Berlin ab 2018 einen Betrag von 400 € (2017: 300 €). Das „Weihnachtsgeld“ wird nur gewährt, wenn das Dienstverhältnis am 1. Dezember des jeweiligen Jahres besteht und seit dem ersten Arbeitstag im Monat Juli (i.d.R. 1. Juli) ununterbrochen bestanden hat. Wer also im August ins Referendariat eingestellt wird, erhält erst im darauf folgenden Jahr das „Weihnachtsgeld.

    Hat das Referendariat nicht das ganze Kalenderjahr bestanden, wird das „Weihnachtsgeld“ gekürzt – für jeden vollen Kalendermonat ohne Bezüge um 1/12. Wer also im Februar ins Referendariat eingestellt wird, erhält 11/12 von 300 bzw. 400 Euro (der Monat Februar zählt noch mit).

    Bei Elternzeit wird das Weihnachtsgeld bis zum vollendeten 12. Lebensmonat des Kindes nicht gekürzt, wenn vor Beginn der Elternzeit das Referendariat bereits bestand.

    Zuschlag für Kinder:
    Für jedes Kind, für das ein Anspruch auf Kindergeld im Monat Dezember besteht, wird zusätzlich ein Sonderbetrag in Höhe von 25,56 € gewährt. Eine Kürzung (s.o.) erfolgt hier nicht.

    Die Auszahlung des „Weihnachtsgeldes“ erfolgt mit den Bezügen im Monat Dezember.

    Der staatliche Dienstherr zahlt einen kleinen Zuschuss zur „Vermögensbildung“. Voraussetzung dafür ist die Einrichtung eines entsprechenden Kontos. Näheres erfährt man bei seiner Bank oder Sparkasse.
    Der monatliche Zuschuss beträgt:

    • 13,29 € (für alle Anwärter*innen mit Bezügen von weniger als 971,45 €, inklusive Familienzuschlag Stufe „verheiratet“)
    • 6,65 € (für alle anderen).

    4. Was bleibt Netto in der Tasche? (Steuern, Versicherungen)

    Das Referendariat wird grundsätzlich im Beamtenverhältnis auf Widerruf abgeleistet (Ausnahme: Nicht EU-Bürger*innen). Beamtinnen und Beamte sind "sozialversicherungsfrei". Es fallen also keine Beiträge zur Rentenversicherung und keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung an.

    Das heißt:
    Von den Anwärterbezügen (einschließlich evtl. Familienzuschlag und „Weihnachtsgeld“) sind abzuziehen:

    a) Steuern (evtl. auch Kirchensteuer) Die Höhe hängt von der individuellen Steuerklasse und dem Familienstand ab.

    Beispiel: ledige Referendarin, Lehramt ISS/Gymnasium, ohne Kind, ohne Kirchensteuer:

    Anwärterbezüge monatlich in Berlin (seit 01.08.2017: 1.310,88 Euro (ohne vermögenswirksame Leistungen)
    monatlicher Steuerabzug 2017: 59,83 Euro
    verbleibt monatliches Netto von: 1.251,05 Euro (Angaben ohne Gewähr!)

    b) Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung (KV und PV).

    Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann sich entweder freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse oder privat in einer privaten Krankenkasse versichern. Beides hat Vor- und Nachteile. In den meisten Fällen ist eine private Kranken- und Pflegeversicherung günstiger, da die sog. „Beihilfeberechtigung“ (Zuschuss des Staates zu den Krankheitskosten der Beamten) bei der Höhe des Beitragssatzes berücksichtigt wird. Darüber hinaus bieten die privaten Krankenkassen einen sog. Ausbildungstarif an. Die freiwillige gesetzliche KV ist immer eine Vollversicherung. Allerdings gilt bei der privaten KV das Individualprinzip: Je jünger und gesünder man ist, desto günstiger ist der Beitragssatz – und umgekehrt. Bei der gesetzlichen KV gilt das Solidarprinzip: Alter und Gesundheitszustand spielen keine Rolle. Zu beachten ist ferner, dass es bei der privaten KV keine beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen (Ehepartner, Kinder) gibt. Nicht zu unterschätzen ist außerdem, dass man als privat Versicherte/r die Rechnungen für Arztbesuche und Leistungen i.d.R. zunächst selbst bezahlen muss.

    Nach Beendigung des Referendariats und damit des Beamtenverhältnisses ist ein Wechsel von der privaten zur gesetzlichen Krankenversicherung nur in folgenden Fällen möglich:

    • bei einem Anspruch auf Familienversicherung, wenn der Ehepartner/die Ehepartnerin Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse ist. Die (beitragsfreie) Familienversicherung ist aber nur möglich, wenn man selbst nicht erwerbstätig ist. Lediglich ein Minijob bis zu 450 Euro im Monat ist zulässig. Die Familienversicherung ist auch ausgeschlossen, wenn sich die ehemalige und bisher privat versicherte Referendarin nach Ende des Beamtenverhältnisses (Referendariats) im Mutterschutz oder in der Elternzeit befindet.
    • bei Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung (abhängige Beschäftigung mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 450 Euro im Monat; nicht bei selbstständigen Tätigkeiten wie z. B. Honorar- oder Werkverträgen!). Wer bereits mit Beginn des Arbeitsverhältnisses die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet (2018 liegt sie bei 59.400,- €/Jahr), wird nicht versicherungspflichtig. Man kann sich dann nur innerhalb von drei Monaten nach erstmaliger Aufnahme einer Beschäftigung nach der Ausbildung freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Allerdings kann es bei der Kündigung der privaten Krankenkasse zu Problemen kommen. Lasst euch daher frühzeitig beraten - GEW-Mitglieder bei der GEW.
    • bei (Rest-)Ansprüchen auf Arbeitslosengeld I. Bei Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") entsteht keine gesetzliche Versicherungspflicht. Man muss in dieser Zeit in der privaten Kasse bleiben.

    Wenn keiner der Fälle zutrifft, ist ein „Wechsel“ in die gesetzliche KV zunächst nicht möglich. Die private Krankenversicherung muss dann nach Ende des Referendariats weitergeführt werden. Dann steigen auch die Beiträge, da mit dem Beamtenverhältnis die Beihilfeberechtigung endet. Wichtig ist, sich vor Abschluss eines privaten Krankenversicherungsvertrages gründlich darüber zu informieren, wie die Kündigungsregelungen und Kündigungsfristen dieses Vertrages sind. Achtet darauf, dass eine Kündigung zum Ende der Ausbildung (zum Ende des Beamtenverhältnisses auf Widerruf) möglich ist.

    Wir können als GEW keine Empfehlung für eine bestimmte Krankenkasse aussprechen. Erkundigt euch deshalb bei eurer gesetzlichen Krankenkasse und bei einigen privaten Kassen und lasst euch Angebote schicken. Genaue Angaben zur Höhe der Beiträge sind nicht möglich und können euch nur die Krankenkassen geben.

    Achtung: Wer bereits im Studium privat versichert war, hat in den meisten Fällen keine Möglichkeit, sich im Referendariat freiwillig gesetzlich zu versichern. Genauere Auskünfte erteilen die Krankenkassen bzw. die GEW für ihre Mitglieder.

    c) keine Renten- und keine Arbeitslosenversicherung

    Aufgrund des Beamtenverhältnisses fallen hier keine Beiträge an. Nachteil: Kein Anspruch auf Arbeitslosengeld I nach dem Referendariat. Wer bereits vor dem Referendariat, i.d.R. nach dem Studium längere Zeit versicherungspflichtig gearbeitet hat, kann evtl. schon einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I erworben haben. In diesem Fall bitte unbedingt beraten lassen (GEW-Kontakt: siehe unten), da dann eine Arbeitslosmeldung vor Beginn des Referendariats notwendig ist.

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    • . Körperliche Untersuchung Dies kann bedeuten, Messen Ihrer Körpergröße und-gewicht; Überprüfung Ihrer Vitalfunktionen, wie Herzfrequenz, Blutdruck und Temperatur; hören Sie Ihre Herz und Lunge, und prüft den Bauch.
    • Lab-Tests. Dazu kann auch Blut-und Urintests. Diese Tests können helfen, irgendwelche körperlichen Probleme, die verursachen könnten Ihre Symptome.
    • Psychologische Evaluation. Ein Arzt oder psychische Gesundheit Anbieter wird Sie über Ihre Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu sprechen. Sie können auch füllen eine psychologische Self-Assessment oder Fragebogen. Mit Ihrer Erlaubnis, können Familienmitglieder oder enge Freunde gebeten, Informationen über Ihre Symptome und mögliche Folgen von Manie oder Depression liefern.
    • Mood Charting. Um genau, was los ist zu erkennen, kann Ihr Arzt Sie haben immer eine tägliche Aufzeichnung Ihrer Stimmungen, Schlafstörungen oder andere Faktoren, die bei der Diagnose helfen könnte und die richtige Behandlung.

    Diagnostische Kriterien für die bipolare Störung
    Um eine bipolare Störung diagnostiziert werden, müssen Sie erfüllen die Kriterien des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) geschrieben. Dieses Handbuch wird von der American Psychiatric Association veröffentlicht und von psychiatrischen Diensten verwendet werden, um mentale Zustände zu diagnostizieren und von Versicherungen für die Behandlung zu erstatten. Diagnostische Kriterien für die bipolare Störung sind von der spezifischen Art der bipolaren Störung basiert.

    • Bipolar-I-Störung. Sie hatten mindestens eine manische oder ein gemischtes Folge haben. Sie kann oder auch nicht haben eine depressive Episode. Da Bipolar-I variiert von Person zu Person, es gibt mehr spezifische Unterkategorien der Diagnose auf Ihre speziellen Zeichen und Symptome.
    • Bipolar-II-Störung. Sie hatten mindestens eine depressive Episode und mindestens einer manischen Episode (aber nicht voll manischen oder gemischten Episode) haben. Bei bipolaren II, Symptome verursachen Not oder Schwierigkeiten in einigen Bereichen Ihres Lebens – wie Beziehungen oder Arbeit. Bipolar-II-Störung hat auch Unterkategorien auf Ihre speziellen Zeichen und Symptome.
    • Zyklothyme Störung. Du hattest zahlreichen hypomanische Episoden und Zeiten der Depression – aber man hatte noch nie eine vollständige manische Episode, eine depressive Episode oder eine gemischte Episode. Für die Diagnose einer cyclothymic Krankheit, Symptome letzten zwei Jahre oder mehr (1 Jahr bei Kindern und Jugendlichen). Während dieser Zeit, die Symptome gehen nie weg für mehr als zwei Monate. Symptome verursachen bedeutsamer Weise Leiden oder Schwierigkeiten in einigen Bereichen Ihres Lebens – wie in Beziehungen oder bei der Arbeit.

    Die DSM hat sehr spezifische Kriterien für die manisch, hypomanisch, depressive und gemischte Episoden.

    Kriterien für eine manische Episode
    einer manischen Episode ist eine deutliche Zeit ungewöhnlich und dauerhaft gehobener, expansiver oder reizbarer Stimmung, die mindestens eine Woche (oder weniger als einer Woche, wenn Krankenhausaufenthalt notwendig ist) dauert. Während der Dauer des gestörten Stimmung, müssen drei oder mehr der folgenden Symptome vorhanden sein (vier, wenn die Stimmung nur gereizt ist):

    • Aufgeblasenen Selbstwertgefühl oder Größenwahn
    • Vermindertes Schlafbedürfnis (z. B. fühlt man ausgeruht nach nur drei Stunden Schlaf)
    • Ungewöhnliche talkativeness
    • Racing Gedanken
    • Ablenkbarkeit
    • Erhöhte zielgerichtete Aktivität (entweder sozial, am Arbeitsplatz oder in der Schule oder sexuell)
    • Dinge zu tun, die ein hohes Potenzial für die schmerzhafte Folgen haben – zum Beispiel, hemmungslos Kauf sprees, sexuelle Indiskretionen oder töricht geschäftliche Investitionen

    Um als manischen Episode werden:

    • Die Stimmung Störung muss stark genug, um spürbare Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, in der Schule oder im üblichen sozialen Aktivitäten oder Beziehungen führen; zur Hospitalisierung erforderlich, um Schaden von sich selbst oder andere zu verhindern, oder um eine Pause von der Realität (Psychose) auslösen.
    • Symptome erfüllen nicht die Kriterien für eine gemischte Episode (siehe Kriterien für gemischten Episode unten).
    • Die Symptome sind nicht durch die direkten Auswirkungen der etwas anderes wie Alkohol-oder Drogenkonsum, ein Medikament oder eine mit einer Erkrankung wie Hyperthyreose.

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    Selbsthilfe und Selbsthilfegruppe

    • Was ist eigentlich bipolar?
    • Eine fiktive Episode und Symptome von Manie und Hypomanie
    • Eine weitere fiktive Episode, diesmal zur Depression, und die Symptome der Depression
    • Was ist eine gemischte Episode?
    • Auch die Bipolare Störung hat ihre gute Seite
    • Wie verbreitet sind Bipolare Störungen?
    • Welche Ursachen gibt es?
    • Und was kann man tun?

    Service

    Es tut gut, mit Leuten zu sprechen, die in ähnlicher Situation sind und einen einfach verstehen. Es hilft uns bei der Bewältigung unseres manchmal sehr schwierigen Alltags und unserer Krankheit.

    Balance ist eine Selbsthilfegruppe von Menschen, die mit einer Bipolaren Störung leben (ehemals auch als manisch-depressiv bezeichnet).

    Du bist bipolar betroffen und würdest Dich gern mit anderen Betroffenen austauschen? Dann bist Du bei uns oder einer der weiteren Selbsthilfegruppen in Berlin und Brandenburg richtig.

    Wir, und auch die anderen Selbsthilfegruppen, freuen uns über neue Mitglieder!

    Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise zu Therapien, Medikamenten und sonstigen Informationen auf dieser Website! Diese Hinweise finden Sie beim Impressum.

    Sollten Sie / Solltest Du Fragen, Kritik oder Anregungen zu dieser Website haben oder Fehler finden, dann scheuen Sie sich / Du dich bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen!

    AB SOFORT: Wir von bipolaris beraten Dich (Angehörige/r, Betroffene/r, Freund/in) kostenlos und anonym. Bitte Termin vereinbaren: Telefon 030/12064247 oder Email an beratung@bipolaris-mail.de

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