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In welchen Fällen eine Abmahnung wegen einer Krankheit gültig ist, erklärt dieser Ratgeber

Es kann zudem auch eine Abmahnung während der Krankheit ausgesprochen werden, wenn der Arbeitnehmer in dieser Zeit einer Beschäftigung nachgeht und eine Arbeit ausübt, für die er eigentlich als arbeitsunfähig krankgeschrieben ist. In solch einem Fall kann es unter Umständen sogar zu einer verhaltensbedingten fristlosen Kündigung kommen, da in diesem Fall ein Betrugsversuch vorliegt.

Bei einer Abmahnung bei Krankheit sind sowohl von Arbeitnehmer als auch von Arbeitgeber die rechtlichen Möglichkeiten und Wege sehr genau einzuhalten. Der Arbeitgeber muss in seiner Abmahnung sehr genau aufführen, auf welchem konkreten Vorfall die Abmanhnung beruht.

Im Abmahnschreiben muss auch beschrieben sein, ob es sich um eine Abmahnung wegen verspäteter Krankmeldung, um eine Abmahnung wegen fehlender Krankmeldung oder um eine Verletzung anderer arbeitsrechtlicher Pflichten handelt.

Außerdem ist im Abmahnschreiben die genaue Anschrift des Betroffenen zu nennen sowie Ort, Datum und Uhrzeit des Vorfalls. Darüberhinaus ist das Schreiben deutlich mit dem Wort “Abmahnung” als solche zu kennzeichnen. Eine Abmahnung muss nicht immer schriftlich erfolgen. Eine mündliche Abmahnung ist ebenso möglich, jedoch ist eine schriftliche Ausführung zur besseren Dokumentation ratsam. Denn, kommt es zu einem Verfahren, kann eine schriftliche Abmahnung als Beweis hinzugezogen werden.

Muster: Abmahnung wegen verspäteter/fehlender Krankmeldung

Sehr geehrte(r) Frau/Herr…

zu unserem Bedauern mussten wir feststellen, dass Sie Ihre ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung anlässlich Ihrer Krankheit vom (Datum) bis (Datum) verspätet am (Datum)/bis jetzt noch nicht vorgelegt haben.Sie sind vom (Datum) bis einschließlich (Datum) krankheitsbedingt nicht zur Arbeit erschienen.

Laut der in unserem Unternehmen angewandten Betriebsvereinbarung hätten Sie Ihre ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung innerhalb von … Tagen vorlegen müssen. Das ärztliche Attest hätte somit am (Datum) vorgelegen haben müssen.

Indem Sie Ihr ärztliches Attest erst am (Datum)/bis jetzt noch nicht vorgelegt haben, haben Sie gegen Ihre arbeitsrechtlichen Pflichten verstoßen.

Wir fordern Sie hiermit ausdrücklich auf, Ihre arbeitsrechtlichen Pflichten ordnungsgemäß zu erfüllen und die Vorgaben zur Vorlage des ärztlichen Attests zu beachten.

Im Falle einer Wiederholung des oben geschilderten Vorfalls, behalten wir uns vor eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses auszusprechen.

Eine Durchschrift der Abmahnung legen wir Ihrer Personalakte bei.

Mit freundlichen Grüßen

Ort, Datum, Unterschrift Arbeitgeber

Bestätigung Arbeitnehmers:

Die Abmahnung habe ich erhalten.

Ort, Datum, Unterschrift Arbeitnehmer

Jetzt die Muster-Abmahnung kostenlos herunterladen!

Bei der Übergabe der Abmahnung wegen Krankheit sollten keine spontanen Stellungnahmen oder Rechtfertigungen aufgeführt werden. Kommt es zu einer schriftlichen Stellungnahme, ist diese nicht übereilt zu fertigen und im Zweifel ist ein Anwalt hinzuzuziehen. Eine Bestätigung der Vorwürfe ist nicht durchzuführen und auch nicht verlangbar, selbst wenn diese gerechtfertigt sind. Der Betroffene sollte genau überprüfen, welche Anschuldigungen rechtens sind und welche nicht.

Sollten die Anschuldigungen nicht korrekt sein oder die Kündigung drohen, ist auf jeden Fall ein Anwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen. Der Rechtsanwalt kann die Abmahnung auf Fehler überprüfen und im Falle einer Klage, den abgemahnten Mitarbeiter vor Gericht vertreten.

(46 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)

Ein Bundesgerichtsurteil vom 06. September 2010 hielt fest, dass Krankheiten von Arbeitnehmern im Arbeitszeugnis zu erwähnen sind, sofern diese für die Gesamtbeurteilung der Arbeitsleistung notwendig sind. Dies ist der Fall, wenn eine Krankheit erheblichen Einfluss auf die Leistung und/oder das Verhalten eines Arbeitnehmers hat, oder wenn eine Krankheit die Eignung zum Job in Frage stellt (und deshalb einen sachlichen Grund für eine Kündigung bilden würde).

Ebenfalls zu erwähnen sind längere krankheitsbedingte Unterbrüche der Arbeitstätigkeit, die im Verhältnis zur Anstellungsdauer beachtlich sind (d.h. nicht die Länge der Krankheit an sich ist entscheidend, sondern das Verhältnis zwischen Ausfall und Anstellungsdauer). Grund dafür ist, dass ohne den Hinweis auf diesen Ausfall beim neuen Arbeitgeber ein falscher Eindruck über die Dauer der Berufserfahrung des Arbeitnehmers entstehen könnte.

Im Fall des erwähnte Bundesgerichtsurteils war der Angestellte gut drei Jahre im betreffenden Unternehmen tätig, davon jedoch etwa eineinhalb Jahre wegen Krankheit arbeitsunfähig, also verhältnismässig lange. Dagegen hätte bei einem langjährigen Angestellten ein ähnlicher krankheitsbedingter Ausfall kaum Einfluss auf die Berufserfahrung – eine Erwähnung im Arbeitszeugnis wäre dann kaum gerechtfertigt.

Das Bundesgericht hielt in seinem Entscheid fest:
„Der Beschwerdeführer war während mehr als einem Jahr krankheitshalber unfähig, seine bisherige Tätigkeit auszuüben. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses war nicht absehbar, ob und wann er dazu wieder in der Lage sein wird, weshalb die Krankheit seine weitere Eignung zur Ausübung der bisherigen Tätigkeit erheblich in Frage stellte. Unter diesen Umständen bildete die Krankheit einen berechtigten Kündigungsgrund. Demnach war die Beschwerdegegnerin unabhängig davon, ob sie die Kündigung auf Grund der Krankheit aussprach, gehalten, diese in einem qualifizierten Arbeitszeugnis zu erwähnen. Damit ist eine Verletzung von Art. 330a OR zu verneinen, ohne dass der subjektive Kündigungsgrund bzw. die entsprechende Rüge des Beschwerdeführers geprüft werden müsste. Nicht entscheiderheblich ist auch, ob die Erwähnung der Krankheit sich allenfalls hätte rechtfertigen können, weil sonst bezüglich der Berufserfahrung ein falsches Bild entstanden wäre.“

Im Arbeitszeugnis nicht zu erwähnen sind dagegen geheilte Krankheiten, welche am Ende eines Arbeitsverhältnisses nicht mehr bestehen und damit die Beurteilung von Leistung und/oder Verhalten des Arbeitnehmers nicht mehr betreffen.

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In beide Studien wurden Patienten eingeschlossen, die an einer Bipolar-I-Störung (in der Regel schwere depressive und schwere manische Episoden) litten und kürzlich oder akut entweder eine manische oder eine depressive Episode hatten. Sowohl die Einzelauswertungen als auch die Metaanalyse zeigten, dass Lamotrigin in der Verhinderung affektiver Episoden ebenso wirksam war wie Lithium. Lithium und Lamotrigin unterschieden sich allerdings wesentlich im Wirksamkeitsprofil. Lithium verhinderte signifikant den Ausbruch manischer Episoden, während Lamotrigin hierauf keinen signifikanten Effekt hatte. Dagegen verhinderte Lamotrigin den Rückfall in eine depressive Episode, wogegen Lithium hier keine signifikante Wirksamkeit zeigte. ck

Die antiepileptische Wirkung wird erreicht durch die Blockade aktivitätsabhängiger Natriumkanäle. Darüber hinaus sind Calcium-antagonistische Effekte und eine Senkung extrazellulärer Glutamatspiegel beschrieben.

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1 Arbeitsblatt - Bipolare Störung Viel Spaß bei der Bearbeitung. Um Euch das viele Blättern zu ersparen, stehen die Lösungen direkt bei den Aufgaben. Die Schrift ist ein wenig anstrengend zu lesen, aber das ist Absicht, damit die Lösung nicht direkt ins Auge fällt. In der Sparte Für Besserwisser findet Ihr Informationen, die vielleicht ein wenig über das normale Lernmaß hinausgehen. Schaut wenigstens einmal drüber. Vielleicht könnt Ihr damit mal in der mündlichen Prüfung glänzen. Außerdem ist nie auszuschließen, dass so etwas auch mal in der schriftlichen Prüfung gefragt wird. Das Besserwisser - Areal ist durch dieses gekennzeichnet. Zur Einleitung Ein 65-jähriger Mann sucht Dich wegen psychischer Probleme auf. Im Rahmen der Medikamentenanamnese erfährst Du, dass er seit einiger Zeit Lithium nimmt. Für welche Krankheit spricht diese Therapie am ehesten? O A Alkoholismus O B Affektive Störung O C Alzheimer Demenz O D Dependente Persönlichkeitsstörung O E Schizophrenes Residuum Lösung: B Definition Frage: Was versteht man unter einer bipolaren Störung? Antwort: Die bipolare Störung ist eine Affektstörung, bei der es zum alternierenden Auftreten von manischen bzw. hypomanischen Phasen mit depressiven Episoden kommt. Zwischen den Episoden sind die Betroffenen meist psychiatrisch unauffällig. Epidemiologie Beurteile den Wahrheitsgehalt der Aussagen. 1. Bipolare Störungen kommen relativ häufig vor. 2. Betrachtet man die verschiedenen bipolaren Störungen gemeinsam, dann ergibt sich eine Häufigkeit bei 9,0% bis 15,5%. 3. Überwiegend beginnt eine bipolare Störung zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr. 4. Jenseits des 40. Lebensjahrs ist die Erstmanifestation einer bipolaren Störung selten.

2 5. Es besteht kein Unterschied des Risikos zwischen Männern und Frauen. 6. Mit der Dauer der Krankheit steigt das Risiko, dass sich ein Rapid Cycling entwickelt. Hier sind Männer deutlich häufiger betroffen. Lösung: Wahr: Aufgaben 1,4,5 Falsch: Aufgabe 2: Es sind 3,0% bis 6,5%. Aufgabe 3: Korrekt wäre 17. und 21. Lebensjahr. Aufgabe 6: Frauen sind deutlich häufiger betroffen. Für Besserwisser Ursachen / Auslöser Die Genese einer bipolaren Störung ist wahrscheinlich multifaktoriell bedingt: Erblichkeit Bei Verwandten ersten Grades von Menschen mit einer Bipolar-I- Störung ist die Wahrscheinlichkeit für ein Auftreten der Erkrankung im Vergleich zur Normalbevölkerung um das siebenfache erhöht. Bei eineiigen Zwillingen ist in 60 % der Fälle der zweite Zwilling auch von einer bipolaren Störung betroffen. Biologische Faktoren Psychosoziale Faktoren Die Neurotransmitter (Serotonin, Dopamin und Noradrenalin) zeigen bei Betroffenen quantitative Unterschiede im Vergleich zu den Nichtbetroffenen. traumatische Ereignisse (Trennungen, Mobbing, Verfolgung, Folter) psychosozialer Stress angstauslösende Veränderungen Schwäche des Selbstwertgefühls unregelmäßiger Tag-/Nacht-Rhythmus Überarbeitung Schlafmangel

3 Symptome / Diagnostik Ordne die Symptome der Manie bzw. Depression zu. 1. Ablenkbarkeit 2. Alkoholmissbrauch 3. Appetitstörung 4. Euphorie 5. Feindseligkeit 6. gedrückte Stimmung 7. Hoffnungslosigkeit 8. Hypersexualität 9. Ideenflucht 10. Irritierbarkeit 11. Konzentrationsstörungen 12. Logorrhoe 13. Müdigkeit 14. Schlafstörung 15. Schlafstörungen 16. Selbstüberschätzung 17. Suizidgedanken 18. Suizidversuche 19. Wahnideen 1. O Manie O Depression 2. O Manie O Depression 3. O Manie O Depression 4. O Manie O Depression 5. O Manie O Depression 6. O Manie O Depression 7. O Manie O Depression 8. O Manie O Depression 9. O Manie O Depression 10. O Manie O Depression 11. O Manie O Depression 12. O Manie O Depression 13. O Manie O Depression 14. O Manie O Depression 15. O Manie O Depression 16. O Manie O Depression 17. O Manie O Depression 18. O Manie O Depression 19. O Manie O Depression Lösung Manie: 1, 2, 4, 5, 8, 9, 10, 12, 14, 16 Depression: 3, 6, 7, 11, 13, 14, 15, 17, 18, 19 In der mündlichen Prüfung bist Du glücklich, alle Symptome aufgezählt zu haben. Da holt der Prüfer zum nächsten Schlag aus. Frage: Sie erwähnten die Ideenflucht und die Logorrhoe. Was genau versteht man darunter? Antwort: Die Ideenflucht ist ein außerordentlich ideenreicher und sprunghafter Gedankengang, bei dem das Denken von Assoziationen unterbrochen bzw. weitergeführt wird. Der Betroffene kommt im Gespräch "vom Hundertste ins Tausendste" und wechselt ständig die Themen. Unter einer Logorrhoe versteht man einen verstärkten Redefluss bzw. extremen, nahezu ununterbrochenen Rededrang. Man kann hier zwischen einer kohärenten und inkohärenten Logorrhoe unterscheiden. Bei Letzterer kann man dem Betroffenen inhaltlich nicht mehr folgen. Aus der Praxis Herr Meier sitzt in Deiner Praxis. Du stellst ihm einige Fragen. Welche Symptome willst Du damit in Erfahrung bringen. Handelt es sich bei diesen Krankheitszeichen um Haupt - oder Nebensymptome? 1. Haben Sie sich während der letzten zwei Wochen überwiegend traurig, niedergeschlagen oder deprimiert gefühlt? 2. Konnten Sie sich während der letzten zwei Wochen kaum motivieren, irgendetwas zu tun? Lag der Tag schon morgens wie ein unüberwindbarer Berg vor Ihnen? 3. Hatten sie in den letzten zwei Wochen das Gefühl, dass Ihr Interesse an vielen Dingen schwindet und dass ihnen auch Aktivitäten keinen Spaß mehr machen, die sie früher gerne betrieben haben? zu 1: Gedrückte Grundstimmung - Hauptsymptom zu 2: Antriebsminderung / - verlust - Hauptsymptom zu 3: Interessenverlust / Anhedonie - Hauptsymptom

4 Zurück zu Prüfung Prüfer wollen immer gerne erfahren, ob der Kandidat die Fachbegriffe, die er benutzt auch wirklich kennt. Frage: Was ist denn eine Anhedonie? Antwort: Die Anhedonie ist eine psychische Störung, bei der die Fähigkeit zum positiven emotionalen Erleben eingeschränkt oder aufgehoben ist. Man könnte es auch kurz als Freudlosigkeit bezeichnen. Tipp Meist wird ja nach ICD-10 gelernt. Falls Ihr Euch mal die Kriterien gemäß DSM-IV anschaut, werdet Ihr feststellen, dass sie sich mit denen des ICD-10 decken, aber angenehmer lesbar sind. Differenziertes Wissen freut jeden Prüfer und kann den Verlauf der Prüfung entscheidend positiv beeinflussen, das heißt, Differenzialdiagnosen sollte man drauf haben, aber nicht alle! Sucht Euch 3-4 raus, mit denen Ihr auch bei Nachfragen gut umgehen könnt. Die kursiven Begriffe sind am Ende der Tabelle etwas näher erklärt. Affektive Störungen unipolare Depression rekurrente kurzdauernde Depression Dysthymia Persönlichkeitsstörungen Borderline-Persönlichkeitsstörung Narzisstische, antisoziale Persönlichkeitsstörung Andere psychische Schizophrenie Störungen Schizoaffektive Episode ADHS Verhaltensstörung Internistische Erkrankungen Hyperkortisolismus Schilddrüsenerkrankungen Neurologische Erkrankungen Encephalomyelitits disseminata Morbus Pick Frontalhirntumoren Neurolues Epilepsie Pharmakologische Ursachen, Antidepressiva Substanzen Psychostimulantien, (z. B. Kokain, Amphetamine, Ecstasy) Antihypertensiva (z. B. ACE-Hemmer) Antiparkinsonmittel Hormonpräparate (z. B. Kortison, ACTH) unipolar: "reine" Depression ohne manische Phasen rekurrent: "zurücklaufend". Dysthymia: Chronische Verstimmung, die die Merkmale einer Depression hat, jedoch mit Symptomen, die weniger schwerwiegend sind, aber deutlich länger anhalten. Hyperkortisolismus: Beim Morbus Cushing kann es zu psychischen Veränderungen wie Angstattacken, Depressionen oder Psychosen kommen Encephalomyelitits disseminata (= Multiple Sklerose): Affektive und kognitive Störungen treten häufig im fortgeschrittenen Stadium auf.

5 Frontalhirntumoren / Morbus Pick (frontotemporale Demenz): Frontalhirnprozesse gehen meist mit Persönlichkeitsveränderungen einher. Diese können depressiv oder manisch anmuten. Neurolues: Die progressive Paralyse, die im Rahmen einer Neurolues vorkommen kann, geht mit einer fortschreitenden Demenz einher. Es kann aber auch zu wahnhaften Erscheinungen kommen, insbesondere Größenwahn. Epilepsie: Hier kann es zu Wesensänderungen im Sinne einer Depression kommen. Antihypertensiva (z. B. ACE-Hemmer): Schlafstörungen und Erschöpfung gehören zu den Nebenwirkungen. Antiparkinsonmittel: Sie können Ursache für eine Depression sein. Verlaufsformen Ordne die Beschreibungen (Liste 1) der entsprechenden Verlaufsform (Liste 2) zu. 1. Mindestens 14 Tage andauernde depressive Episode, danach mindestens eine Phase der Hypomanie 2. Die Betroffenen haben mindestens zwei Jahre lang leichte (aber immer noch über dem normalen affektiven Level liegende) depressive und manische Schwankungen 3. Etwa 7 bis 14 Tage andauernde manische Episode, im Anschluss mindestens eine depressive Episode 4. Mindestens vier Stimmungswechsel pro Jahr, hohes Suizidrisiko, schlechte Prognose A. Bipolar I B. Bipolar II C. Rapid Cycling D. Zyklothymia Lösung: 3A, 1B, 4C, 2D Therapie Grundsätzliches Da sich Menschen mit bipolarer Störung in den manischen Phasen oft sehr krankheitsuneinsichtig zeigen, ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Behandler und Patient von großer Bedeutung. Daher sollten intensive Aufklärungsgespräch erfolgen. Phasenprophylaxe Eine prophylaktische Therapie der bipolaren Störung erfolgt mit Stimmungsstabilisierern wie Lithium oder Antikonvulsiva wie Caramazepin (z.b. Tegretal, Timonil), Valproinsäure (z.b. Convulex, Ergenyl, Orfiril) oder Lamotrigin (z.b. Bipolam, Elmendos, Lamapol). Das Lithium gilt hier als das effektivste Medikament. Welche Aussage zum Lithium trifft zu? O A Das Lithium wird als Phasenprophylaktikum angewendet O B Es hat eine hohe therapeutische Breite O E Lithium hat vorrangig eine antriebssteigernde Wirkung O D Lithium schon wenige Minuten nach der Einnahme O C Die Lithiumwirkung wird nicht durch grippale Infekte beeinflusst

6 Zu A - RICHTIG Lithium gehört zur Gruppe der Phasenprophylaktika oder einfacher gesagt - Stimmungsstabilisierer. Sie werden bei bipolaren Störungen eingesetzt und sollen die Stimmungswechsel der Betroffenen auf ein normales Niveau bringen. Hierzu werden auch Antikonvulsiva (= Antiepileptika) wie Carbamazepin (z.b. Tegretal, Timonil), Valproinsäure (z.b. Convulex, Ergenyl, Orfiril) oder Lamotrigin (z.b. Bipolam, Elmendos, Lamapol) gezählt. Das Lithium gilt hier als das effektivste Medikament. Zu B - FALSCH Das Lithium besitzt eine sehr geringe therapeutische Breite, d.h. zwischen Über - und Unterdosierung liegt ein kleiner therapeutischer Bereich. Daher muss der Lithiumspiegel gerade bei Therapiebeginn oft kontrolliert und das Medikament in der Dosierung angepasst werden. Zu E - FALSCH Lithiumsalze mildern oder beheben manische Zustände und beugen einem Rückfall sowohl manischer als auch depressiver Episoden vor. Wäre Lithium tatsächlich antriebssteigern, wäre es bei der Manie kontraindiziert. Auch die Entdeckung der Lithiumwirkung in der Medizin beruhte darauf, dass man in Tierexperimenten die beruhigende Wirkung des Lithiums als Zufallsbefund zur Kenntnis nahm. Zu D - FALSCH Die therapeutische Wirkung kann in 8-10 Tagen einsetzen, manchmal aber auch erst nach einem halben Jahr. Zu C - FALSCH Die Ausscheidung von Lithium ist abhängig von der Flüssigkeits - und Kochsalzzufuhr, bzw. der Natriumkonzentration im Blut. Hat der Körper zu wenig Flüssigkeit oder Natrium, wie es bei grippalen Infekten (hohes Fieber - starkes Schwitzen) vorkommen kann, steigt die Lithiumkonzentration im Blut an. Für Besserwisser Die wichtigsten Kontraindikationen für Phasenprophylaktika Akute Alkohol-, Schlafmittel-,Analgetika- oder Psychopharmaka-Intoxikationen Schwere Störungen des Elektrolythaushalts und Morbus Addison Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen Vorbestehende Knochenmarksschädigung Gerinnungsstörungen Schwere Nierenfunktionsstörungen bzw. Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate alle Lithium Lithium Carbamazepin, Vorsicht mit Valproinsäure. Carbamazepin darf wegen der potenziellen Knochenmarkstoxizität nicht mit Clozapin kombiniert werden. Vorsicht mit Valproinsäure Lithium, Vorsicht mit Valproinsäure und Lamotrigin Schwere Leberschädigung Carbamazepin und besonders Valproinsäure, Vorsicht mit Lamotrigin Pankreatitis Valproinsäure Akute intermittierende Porphyrie Carbamazepin und Valproinsäure Frauen im gebärfähigen Alter Valproat Teratogenität und erhöhtes Risiko für polyzistischer Ovarien

7 Psychotherapie Die Psychotherapie wird bei bipolaren Störungen gemeinhin als ergänzende Therapie zur Erhaltung, Stabilisierung und als Rezidivprophylaxe angesehen. Sie ist keine Alternative zur Pharmakotherapie, sondern kann nur unterstützend sein. Eine effiziente Psychotherapie bei bipolaren Störungen beinhaltet (Minimalforderung): Psychoedukation über die Erkrankung, Medikation usw. Fähigkeit zur Selbstbeobachtung insbesondere im Bezug auf die Stimmungsveränderungen Aufbau der Fähigkeit zum Selbstmanagement der persönlichen Frühwarnzeichen und Stimmungsschwankungen Stressmanagement Normalisierung und Stabilisierung des Lebensrhythmus (v.a. Tag - Nacht - Rhythmus, ausreichender Schlaf, Reizabschirmung falls eine erneute manische Phase droht, adäquate Einnahme der Medikation) Vorbereitung auf Krisen und Notfälle, insbesondere Rezidive Elektrokovulsionstherapie (EKT) Beurteile den Wahrheitsgehalt der Aussagen. 1. Die EKT wird heutzutage kaum noch angewendet. 2. Im Rahmen der EKT wird ein zerebraler Krampfanfall ausgelöst. 3. Die EKT, kann auch ohne Narkose durchgeführt werden, wird dann aber als unangenehm empfunden. 4. Die EKT kann bei Depressionen, Manie, aber auch bei einer Schizophrenie angewendet werden. 5. Eine EKT darf nur einmal im Leben angewendet werden. 6. Bei Menschen, die älter als 50 Jahre alt sind, ist die EKT kontraindiziert. 7. Als Nebenwirkung werden Gedächtnisstörungen genannt.

8 1. falsch - Die EKT ist ein modernes etabliertes Therapieverfahren. 2. wahr - Es wird ein zerebraler Krampfanfall ausgelöst. Da aber vorher ein Muskelrelaxans injiziert wird, findet der Krampf quasi nur im EEG statt. 3. falsch - Wenn ein Muskelrelaxans injiziert wird, funktioniert auch die Atemmuskulatur nicht mehr. Daher immer eine Kurznarkose! 4. wahr - Die EKT ist universell verwendbar und kann bei Depressionen, Manie, aber auch bei einer Schizophrenie angewendet werden. 5. falsch - Im Normalfall hat ein "Behandlungszyklus" Anwendungen. Danach ist eine Pause und gegebenenfalls eine Auffrischungs - EKT. Das kann rein theoretisch beliebig oft wiederholt werden. 6. falsch - Auch bei Menschen über 80 kann eine EKT angewendet werden. EKT kontraindiziert. 7. wahr - Als Nebenwirkung werden Gedächtnisstörungen genannt, die auch eine ganze Zeit lang anhalten können, aber gemeinhin selbstlimitierend sind.

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Ihr sanego - Team

Die Inhalte und Dienste auf sanego dienen der persönlichen Information und dem Austausch von Erfahrungen. Eine individuelle ärztliche Beratung oder eine Fernbehandlung finden nicht statt. Alle Inhalte können in keinem Fall professionelle Beratung und Behandlung durch Ihren Arzt oder Apotheker ersetzen. Nehmen Sie keine Medikamente ohne Absprache mit Ihrem Arzt ein. Stellen Sie auch nicht die Einnahme verschriebener Medikamente ohne ärztliche Rücksprache ein.

Wir sind eine Selbsthilfegruppe in Nürnberg für Menschen mit Bipolarer Störung. Wir treffen uns regelmäßig im KISS in Nürnberg. Unter Kontakt findest du alle nötigen Informationen um dich mit uns in Verbindung zu setzen.

Eine Selbsthilfegruppe ist eine selbstorganisierte Gruppe von Menschen, die alle ein gleiches Problem oder eine Krankheit, in unserem Fall die Bipolare Störung, eint. Unsere Gruppe versucht Menschen mit bipolarer Erkrankung die Möglichkeit zu geben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Vor allem an affektiven Störungen Erkrankte machen leider oft die Erfahrung, dass ihr Umfeld die Erkrankung nicht verstehen oder sogar nicht als wirkliche Krankheit akzeptieren kann. Insbesondere unter depressiven Episoden Leidende ziehen sich dann noch mehr aus ihrem Umfeld in die Isolation zurück. In unserer Gruppe bekommt jeder die Möglichkeit über seine Ängste, Probleme und Schwierigkeiten im Umgang mit der Erkrankung zu reden. Aber genauso reden wir natürlich auch über Erfolge, Fortschritte und ganz normale alltägliche Dinge!

Was ist eine Selbsthilfegruppe nicht?

Eine Selbsthilfegruppe kann keinen Arzt, Psychiater, Psychologen, Neurologen oder Psychotherapeuten ersetzen!
Falls du der Meinung oder im Verdacht bist, unter einer bipolaren Störung zu leiden, dann wende dich bitte zu allererst an einen Arzt!
Um es noch einmal zu sagen: Das wichtigste bei einer bipolaren Erkrankung ist eine kontinuierliche und individuell angepasste medizinische Betreuung!

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Bipolare Störung: Manische Depression als Wechselbad der Gefühle Mittwoch, 02. August 2017

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Auswahl von Fragen

Immer wieder sind hochsensible Menschen, die unter irgendeiner Beeinträchtigung leiden, irritiert, wenn sie mit Diagnosen konfrontiert werden, dann jedoch zusätzlich entdecken, dass sie hochsensibel sind: "Wie geht das zusammen? Was hab ich nun eigentlich? Ein "Syndrom" - oder bin ich einfach hochsensibel?" Auf solche und ähnliche Fragen möchte dieses Kapitel eine Antwort geben.

Psychische Störung generell
". ich habe mich gefragt, weil sie schreiben, Hochsensibilität sei keine Krankheit, ob es da nicht doch Überschneidungen gibt. Ich habe eine psychische Erkrankung und frage mich: Wo beginnt die Krankheit? Sind nicht beides Seiten ein- und derselben Münze. "

Keine Krankheit, jedoch ein möglicher Risikofaktor

Zuerst möchte ich betonen, dass die Forschungen über Hochsensibilität noch lange nicht abgeschlossen sind (siehe die Ausführungen im Kapitel "Wissenschaftliche Forschung"). Wie der Begriff also nach Jahren wissenschaftlicher Forschung letztendlich festgelegt wird, können wir heute noch nicht sagen. Es überwiegt aber nach dem heutigen Stand der Forschung klar die Theorie, dass Hochsensibilität eine angeborene Veranlagung und keine Krankheit ist:

Nach heute vorherrschender Ansicht gilt Hochsensibilität als Veranlagung einer prozentual immer etwa gleichbleibenden Minderheit von 15-20 Prozent der Bevölkerung. Dieser Prozentsatz soll ziemlich stabil und speziesübergreifend sein (siehe z.B. G. Parlow, "Zart besaitet", Festland-Verlag 2003, S.11, S.45ff). Diverse Autoren (z.B. E. Aron) erwähnen jedoch, dass ein kleiner Prozentsatz der HSP ihre Hochsensibilität z.B. auf Grund von Traumata auch erworben haben könnte.

Man stelle sich vor: Wäre Hochsensibilität eine Krankheit, müssten 15-20 Prozent der Weltbevölkerung a priori krankgeschrieben werden:-). Es ist jedoch so, dass ein grosser Teil der Hochsensiblen mit dieser Veranlagung ein gesundes Leben führt, oft mit speziellen Begabungen und Potenzialen.

Schwierige Kindheit und Jugend als Risikofaktor für HSP

Zum Begriff der 'schwierigen Kindheit'

Hilft die Erkenntnis über die eigene Hochsensibilität, wenn man eine psychische Krankheit hat?

Wenn Hochsensible krank werden, dann muss diese Krankheit professionell behandelt werden, - da kann leider die Tatsache allein, dass man seine Hochsensibilität entdeckt hat, nicht viel ändern daran.

Die Hochschulgruppe für Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle in Karlsruhe

Viele Leute landen versehentlich auf unserem Blog, nachdem Sie in Suchmaschinen nach Begriffen wie „xxx“ oder „Gayromeo“ gesucht haben. Auf Platz vier der häufigsten Suchbegriffe findet sich traurigerweise „homosexualität heilbar“. Den derartig Hilfesuchenden möchte ich an dieser Stelle ein paar Gedanken mit auf den Weg geben…

Bevor man sich fragt, ob Homosexualität heilbar ist, sollte man sich zunächst die Frage stellen: Warum sollte man überhaupt versuchen, Homosexuelle zu „heilen“?

„Homosexuelle sind krank.“

Nein. Früher wurde Homosexualität zwar als Krankheit betrachtet, aber bereits 1968 war Homosexualität als Krankheitsbild umstritten. Seit 1992 ist Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) endgültig von der Liste der Krankheitsbilder (International Classification of Diseases – ICD) gestrichen. Als Krankheitsbild vorhanden sind nur noch „Psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung (ICD-10 F66)“, insbesondere die sogenannte Ichdystone Sexualorientierung:

Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Ausrichtung (heterosexuell,
homosexuell, bisexuell oder präpubertär) ist eindeutig, aber die
betroffene Person hat den Wunsch, dass diese wegen begleitender
psychischer oder Verhaltensstörungen anders wäre und unterzieht
sich möglicherweise einer Behandlung, um diese zu ändern.

„Homosexualität ist unnatürlich.“

Nein. Bei über 450 Tierarten wurde homosexuelles Verhalten nachgewiesen – von gelegentlichen Seitensprüngen bis zu fast lebenslangen Bindungen. Aber widerspricht das nicht der Evolutionstheorie? Homosexuelle können sich doch nicht fortpflanzen, müssten also aussterben… Der Soziobiologe E. Wilson meint dazu: „Beteiligen sich Homosexuelle etwa an der Aufzucht der Kinder von Verwandten, dann fördern sie indirekt auch die Verbreitung des eigenen Erbguts.“

“Homosexualität ist Sünde.”

Auch wenn die katholische Kirche uns das weismachen will – ob man Homosexualität als Sünde betrachtet, ist eine Frage der Interpretation von nur wenigen Bibelstellen. Dazu muss man wissen, dass zu der Zeit, in der die Bibel geschrieben wurde, unser heutiges Konzept von Homosexualität nicht existierte: eine liebevolle(!) Beziehung(!) zweier erwachsener(!) Menschen. Nimmt man die Bibelstellen genauer unter die Lupe, so stellt man fest, dass dort die Rede von Vergewaltigung, Pädophilie und heidnischen Ritualen ist – aber nicht von einer homosexuellen Beziehung im heutigen Sinne.

„Homosexualität ist nicht normal.“

Ja, Homosexuelle sind in der Tat eine Minderheit. Genauso geht es Linkshändern und Rothaarigen. All diese Personengruppen sind eben anders als die Mehrheit. Früher wurden Linkshänder „geheilt“ indem sie auf die Benutzung der rechten Hand umerzogen wurden. Inzwischen weiß man, dass diese Behandlung bei den Betroffenen zu psychischen Problemen, schlechteren Schulleistungen, Gedächtnis- oder Sprachstörungen geführt hat. Und warum wurde diese „Umerziehung“ überhaupt versucht? Nur weil Linkshändigkeit nicht die gesellschaftliche Norm war. Genauso geht es uns heute mit der sexuellen Orientierung…

„Aber ich will meine / mein Kind soll seine Homosexualität trotzdem loswerden!“

Warum? Liegt das vielleicht daran, dass Homosexualität im konkreten sozialen Umfeld (Familie, Freunde, Kirchengemeinde, Dorfgemeinschaft) nicht akzeptiert wird? Man sollte sich klarmachen, dass in diesem Fall das Problem nicht beim Homosexuellen zu suchen ist, sondern beim homophoben Umfeld. Die naheliegenden Lösung dieses Problems wäre entweder die Konfrontation mit dem Umfeld und die Bekämpfung der Homophobie, oder der Wechsel des Umfelds, zum Beispiel durch einen Wohnsitzwechsel. Auch wenn ein Outing den Verlust von Freundschaften zur Folge hat: Freunde, die einen Menschen nicht mit allen seinen Eigenarten (insbesondere der sexuellen Orientierung) akzeptieren, sind keine Freunde. Wenn Eltern mit der Homosexualität des Kindes ein Problem haben, hilft vielleicht die Elternbroschüre „Da fiel ich aus allen Wolken“ des hessischen Sozialministeriums.

„Ich will aber unbedingt heterosexuell werden! Wer kann mir helfen?“

Wer jetzt immer noch den Wunsch hat, seine/ihre sexuelle Ausrichtung zu verändern, dem kann man nur raten sich an einen der vom LSVD gelisteten Therapeuten zu wenden, die alle angeben, sich den Problemen von Lesben und Schwulen vorurteilsfrei zu widmen. Wer allerdings hofft, dass diese tatsächlich die sexuelle Ausrichtung verändern können, der wird enttäuscht werden: Führende Psychologen sind der Ansicht, dass sogenannte reparative Therapien nicht nur nicht zum Erfolg führen, sondern potentiell schädigende Wirkung für die Therapierten haben. In einer Studie zum Verhalten von Psychologen gaben nur 4% der Therapeuten an, sie würden auf Nachfrage versuchen, die sexuelle Ausrichtung eines Patienten zu ändern. Ziel einer sogenannten affirmativen Therapie ist vielmehr, dass der Betroffene seine sexuelle Ausrichtung erforscht, akzeptiert, und in sein Leben integriert.

„Aber ich habe gehört, neuste wissenschaftliche Erkenntnisse behaupten, dass eine Heilung möglich ist.“

Vertreter der sogenannten Ex-Gay-Bewegung behaupten, sie könnten helfen, eine vorhandene homosexuelle in eine heterosexuelle Orientierung zu ändern. Wer psychisch halbwegs gesund bleiben will, sollte sich von derartigen „Behandlungen“ unbedingt fernhalten! Unter beyondexgay.com wird sehr gut zusammengestellt, welchen Schaden solche „Therapien“ anrichten: Viele Patienten haben nach jahrelanger Behandlung zwar nicht ihre Homosexualität, dafür aber ihre geistige Gesundheit, ihre Freunde, ihren Partner, ihren Glauben, ihren Job und jede Menge Geld verloren. Grund genug, um aktiv gegen Psychologen vorzugehen, die mit solch „wertlosen Therapien Menschenleben zerstören“.

Diese Gruppen berufen sich oft auf wissenschaftliche Studien, deren Aussagen dann jedoch fehlinterpretiert werden, wie zum Beispiel:

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Münchhausen-Syndrom: Krank sein wollen als Krankheit

Sie erzählen unglaubliche Geschichten, erfinden Krankheiten und verletzen sich selbst. All das nur, um ins Krankenhaus zu kommen. Denn dort bekommen Menschen mit Münchhausen-Syndrom die Aufmerksamkeit, die sie so dringend brauchen.

Lebensfrohe Geister können es sich nur schwer vorstellen: Es gibt tatsächlich Menschen, die scheinbar unbedingt krank sein wollen und Spitalsaufenthalte anstreben. Auf dem Weg zu diesem Ziel scheuen sie teilweise sogar vor Selbstverletzungen nicht zurück und nehmen unnötige, auch schmerzhafte Untersuchungen und Therapien gerne in Kauf. Als Münchhausen-Syndrom (artifizielle Störung, Artefaktkrankheit) bezeichnet man diese psychische Störung ungeklärter Ursache. Mit den fröhlichen Geschichten seines Namensgebers, dem “Lügenbaron“ Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, hat das eigenartige Gebaren aber wenig zu tun. Ebenso wie dessen unterhaltsame Storys dient das gesundheitsschädigende Verhalten der Patienten mit Münchhausen-Syndrom jedoch der Erlangung von Aufmerksamkeit, auch wenn dabei die Wahrheit auf der Strecke bleibt.

Einfach nur Simulanten sind Menschen mit Münchhausen-Syndrom trotzdem nicht, denn ihre Täuschungsmanöver sind Ausdruck eines krank- und zwanghaften unbewussten psychischen Drangs, nicht einer wohl überlegten, berechnenden Taktik mit klar definiertem Ziel (z.B. Frühpensionierung).

Patient sein wollen – das ist vordergründig das Bestreben von Menschen mit Münchhausen-Syndrom. Sie erreichen es mittels Vortäuschung, Verstärkung oder sogar mutwilliger Erzeugung von Krankheitszeichen. Diese Manipulationen lösen oft die Veranlassung zahlreicher kostspieliger diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen aus, die dicke Krankenhausakten – meist mehrerer Kliniken – füllen. Das Spital wird für Münchhausen-Patienten quasi zur “Ersatzheimat“.

In puncto Einfallsreichtum beim Vortäuschen von Krankheiten lassen die – oft medizinisch versierten und in entsprechender Fachliteratur kundigen – Münchhausen-Patienten nichts zu wünschen übrig. Von Magen-Darm-Erkrankungen, Hautproblemen über Wirbelsäulen-Beschwerden, Anfallsleiden und Gangstörungen bis hin zum Herzinfarkt oder Wahnvorstellungen – die Palette an Symptomen ist groß. Wobei bevorzugt körperliche Beschwerden vorgespiegelt werden, denn seelische bergen die “Gefahr“, bei einem professionellen Kenner der eigentlichen Störung, also einem Psychologen, Psychotherapeuten oder Facharzt für Psychiatrie zu landen und enttarnt zu werden. Auch in der Fälschung von Laborwerten (z.B. Blutbeimengungen in Stuhl oder Urin, künstlich herbeigeführte Unterzuckerung usw.) Krankheitszeichen (z.B. Fieberthermometer erwärmen) und medizinischen Unterlagen sind vom Münchhausen-Syndrom Betroffene Meister.

Verwunderlich erscheint, dass ihre Manipulationen häufig recht lange nicht vom medizinischen Personal durchschaut werden. Hier gehen raffinierte Strategien der Münchhausen-Patienten und das stressgeplagte, zugleich übervorsichtige Medizinsystem Hand in Hand. Die Patienten wissen, wie sie Beschwerden glaubhaft schildern und überzeugend präsentieren sowie stattgehabte Erkrankungen geschickt einflechten müssen, um potenzielle Behandler dazu zu bringen, sie nicht abzuwimmeln, sondern weiterführende Untersuchungen zu veranlassen. Und sie verfügen über genug Erfahrung, wann (stressreiche Episoden), wodurch und wo es am besten gelingt, in ein Spital aufgenommen zu werden. Da Ärzte eine Erkrankung kaum vollständig ausschließen können und sie ihre Sorgfaltspflicht nicht verletzen wollen und dürfen, geben sie dem Begehren der Münchhausen-Patienten meist nach. Letztere suchen schlauerweise nicht immer denselben Doktor respektive nicht ständig das gleiche Krankenhaus auf, brechen aber eine Behandlung meistens ab, wenn ein Mediziner den Verdacht auf eine psychische Erkrankung äußert.

Genügt die Schilderung von Symptomen nicht oder wollen sie einen Beweis für ihr Krankseins erbringen, greifen Menschen mit Münchhausen-Syndrom sogar zum Äußersten. Sie führen Selbstschädigungen durch, die teilweise trickreich, teilweise grausam anmuten. Medikamente werden missbraucht, um Krankheitszeichen (z.B. Einnahme von Schilddrüsenhormonen zur Vortäuschung einer Schilddrüsenüberfunktion, Spritzen von Insulin zwecks Unterzuckerung) auszulösen, was gefährlich bis lebensbedrohlich sein kann. Oder die hoffnungsvollen Patienten legen im wahrsten Sinn des Wortes Hand an sich, indem sie beispielsweise Hautleiden hervorrufen durch das Aufbringen von aggressiven Substanzen (z.B. Säuren, Laugen) oder Einspritzen schmutziger Lösungen (z.B. Spülwasser), durch intensives Reiben zur Schaffung von Blutergüssen oder Strangulationen zur Erzeugung eines Lymphstaus. Auch hier sind dem Ideenreichtum keine Grenzen gesetzt.

Eine besondere Rolle bei vielen dieser Manöver spielt Blut. Selbst herbeigeführte Blutungen oder Aderlässe verursachen eine Blutarmut. Eingebrachtes Eigen- oder auch Fremdblut, ja selbst zugefügte Verletzungen simulieren Scheiden-, Blasen- oder Darmblutungen. Ebenso wenig verschont von Manipulationen bleiben Operationsnarben, was gewöhnlich in einer “unerklärlichen“ und damit abklärungswürdigen Wundheilungsstörung endet.

Es geht oft lange gut – das “Spiel“ mit den behaupteten oder provozierten Krankheitszeichen und den begehrten nachfolgenden Spitalsaufenthalten. Doch irgendwann fällt es meist auf, dass hier etwas nicht stimmt. Hinweise auf einen Münchhausen-Patienten können sein:

  • ein auffallendes Medizinwissen, auch ohne berufsmäßige Zugehörigkeit zum Ärzte- oder Schwesternstand
  • eine ungewöhnliche, ja geradezu sklavische Leidensbereitschaft hinsichtlich jeglicher, auch sehr unangenehmer Eingriffe
  • eine seltsame Gleichgültigkeit bezüglich der Untersuchungsergebnisse bzw. des Heilungsverlaufs
  • übertriebene und dramatische Darstellungen der Krankengeschichte
  • eine Pseudologia phantastica, d.h. eine Neigung zum Erzählen von Lügengeschichten, nicht nur bezüglich der Symptome, sondern auch der Lebensumstände
  • häufige Selbstentlassungen entgegen ärztlichen Rat

Am wichtigsten zur Erkennung eines Münchhausen-Syndroms ist, dass Ärzte das Vorliegen eines solchen bizarren Krankheitsbildes überhaupt in Betracht ziehen und bei begründetem Verdacht auch ansprechen. Das Resultat kann sein, dass der Münchhausen-Patient mit recht großer Sicherheit verschwindet, da er fürchtet, überführt zu werden. Gut, weil ihm dadurch etwaige weitere unnötige Eingriffe erspart bleiben. Schlecht, weil er womöglich inmitten eines Heilungsprozesses (z.B. nach einer Operation) die Flucht ergreift, sich woanders wieder aufnehmen lässt und somit dem Problem nicht stellt.

Trotz alledem muss ein Arzt um festzustellen, ob wirklich ein Münchhausen-Syndrom vorliegt, zunächst organische Erkrankungen ausschließen und eventuelle selbst zugefügte Schäden behandeln. Zur Sicherung der Diagnose dienen psychologische bzw. psychiatrische Verhaltensbeobachtungen, ausführliche Gespräche und Fragebögen zur Persönlichkeit.

Bei dieser milderen Art von selbstmanipulierter Krankheit, die im Gegensatz zum Münchhausen-Syndrom vorwiegend das weibliche Geschlecht betrifft und die gehäuft bei medizinischen Berufsgruppen (z.B. Pflegepersonal, medizinisch-technische Dienste) auftritt, kommt es zwar zu einem ähnlichen Beschwerdebild, aber mit weniger krass ausgeprägtem Verhalten (z.B. keine abrupte Spitalsflucht bei nicht wunschgemäßer Behandlung, kein exzessives “Krankenhauswandern“). Weiterer Unterschied zum Münchhausen-Syndrom: Ein Mimikry-Phänomen (eigentliche Artefakt-Krankheit, heimliche Selbstmisshandlung) geht nicht mit schwerwiegenden psychosozialen Konsequenzen einher, d.h. die Betroffenen bleiben in der Regel beruflich und familiär integriert.

Auch wenn sich die genauen Ursachen des Münchhausen-Syndroms bisher nicht zu erkennen geben, scheinen einige Faktoren seine Entstehung zu begünstigen. In Betracht gezogen werden etwa ein Aufwachsen unter sehr negativen Bedingungen, ein erlittenes Trauma, das in den Handlungen neu in Szene gesetzt wird, oder auch Persönlichkeitsstörungen sowie ein Zwang zur Verleugnung der eigenen Identität bzw. zum permanenten Wechsel derselben. Auffallend ist eine deutlich beeinträchtigte Bindungsfähigkeit bis hin zu kompletter sozialer Entwurzelung, häufig auch ein unruhiges Herumreisen. Ein bisschen hat das Phänomen einen Hauch von Spielertum, vielleicht mit dem Kick auszuprobieren, ob man als Falschspieler entlarvt wird oder nicht.

Die Behandlung des Münchhausen-Syndroms gestaltet sich schwierig bis aussichtslos, denn es fehlt an Krankheitseinsicht. Eine ev. hilfreiche Psycho- oder Verhaltenstherapie wird deshalb kaum angestrebt.

Datum: 1. August 2014

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Deshalb gilt es auf solche Patienten besonders zu achten. Einzelheiten siehe das entsprechende Kapitel über die Suizidgefahr. Und im vorliegenden Falle sind es vor allem

- Patienten mit einer schizo-depressiven Krankheitsepisode,
- weibliche Kranke,
- zusätzliche Belastung durch einschneidende Lebensereignisse.

Dabei gilt es zwei Aspekte bei drohender Suizidgefahr im allgemeinen und bei schizoaffektiven Störungen im speziellen zu beachten: Der eine wird charakterisiert durch die Mahnung: "Suizid - das ist die Abwesenheit der anderen", der andere besagt: Wenn man in dieser Hinsicht kein gutes Gefühl hat, dann ist die Behandlung in einer Fachklinik (und nicht im Allgemeinkrankenhaus, um eine psychiatrische Klinik zu umgehen!) sicherer, als ständig zwischen Hoffen und Bangen zu schweben bzw. das Prinzip "Hoffnung" zu überfordern. Wer erst nachträglich klug wird, muss sich später einige unangenehme Fragen gefallen lassen.

Schizoaffektive Störungen im Kindesalter

Die Mehrzahl der seelischen Störungen ist nicht auf das Erwachsenenalter beschränkt. Depressionen und Schizophrenien gibt es auch bei Heranwachsenden, Jugendlichen und sogar Kindern. Allerdings gilt es dort alterstypische Besonderheiten zu berücksichtigten, vor allem was Beschwerdebild, Verlauf und auch Therapie anbelangt. Soll man schon bei jeder seelischen Störung einen Fachmann hinzuziehen, also einen Psychiater oder Nervenarzt, so empfiehlt sich dies in jungen Jahren doppelt, nämlich den Kinder- und Jugendpsychiater mit einer Reihe von spezialisierten zusätzlichen Therapeuten. In diesem Alter heißt es noch weniger "abwarten" bzw. wenn, dann nur unter fachärztlicher Kontrolle.

So gibt es schizoaffektive Störungen auch im Kindes- und Jugendalter, und zwar in einem ähnlichen Verhältnis wie bei den Erwachsenen. Man nimmt also an, dass zwischen 10 und 20 % aller psychotischen Erkrankungen in dieser Altersstufe schizoaffektive Störungen sind. Allerdings ist die Zahl der Psychosen (Geisteskrankheiten) im Kindes- und Jugendalter deutlich seltener als bei Erwachsenen. Deshalb trifft man insgesamt wenig schizoaffektiv Betroffene in jungen Jahren.

Im übrigen gelten hier dann die selben Erkenntnisse wie später, nämlich ein sehr unterschiedlicher Verlauf, aber gute Heilungsaussichten, vor allem unter rechtzeitiger Therapie (die dieselbe ist wie im Erwachsenenalter, nur unter Berücksichtigung der besonderen seelischen, körperlichen und psychosozialen Bedingungen von Kindern und Jugendlichen).

Schizoaffektive Störungen im höheren Lebensalter

Schizoaffektive Störungen sind am häufigsten im mittleren Lebensalter, in jungen Jahren selten (siehe oben), im höheren Lebensalter (z. B. ab 65) aber auch nicht mehr so häufig anzutreffen.

Da im dritten Lebensalter noch eine sogenannte hirnorganische Komponente (also eine alters-bedingte Beeinträchtigung im seelischen, körperlichen und zwischenmenschlichen Bereich) hinzukommt, stellen sich diese Patienten schlechter als in jüngeren Jahren. Dies hat aber nicht unbedingt etwas mit der schizoaffektiven Störung zu tun, das ist ein Problem des altersbedingten Gesamtzustandes (z. B. Hirnatrophie (Hirnschwund), Durchblutungsstörungen, Beeinträchtigung durch eine Reihe zusätzlicher Leiden, insbesondere was Herz-Kreislauf anbelangt usw.).

Dies sind auch jene begrenzenden Faktoren, die den Erfolg einer medikamentösen Therapie einschränken. Einzelheiten siehe die Kapitel Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium/Carbamazepin und Valproinsäure (Phasen-Prophylaktika) u. a.

Schizoaffektive Störungen im Wochenbett

Seelische Störungen im Wochenbett, insbesondere psychotische Symptome sind zwar nicht häufig, aber besonders irritierend. Einzelheiten dazu siehe das Kapitel Wochenbett und seelische Störungen.

Obgleich es zahlreiche Möglichkeiten psychotischer Erkrankung nach der Geburt gibt, scheinen schizoaffektive Störungen besonders häufig zu sein. Man spricht von der Hälfte aller psychotischen Störungen nach einer Entbindung.

Seelische Störungen im Wochenbett generell pflegen besonders zu irritieren. Denn zum einen erwartet man doch eher Freude und Dankbarkeit nach der Geburt eines gesunden Kindes, zum anderen können die Symptome alle Betroffene erheblich verwirren. Dies besonders im Falle einer schizoaffektiven Störung im Wochenbett, nicht nur Partner und Angehörige, sondern auch Ärzte, Schwestern, Hebammen u. a. noch mehr verblüffen, befremden oder gar schockieren können. Auf jeden Fall kann das Krankheitsbild turbulente Ausmaße annehmen, vor allem wenn es sich um eine schizomanische Krankheitsepisode handelt.

Ein solches Leiden erfordert eine sofortige und konkrete Behandlungsstrategie durch Geburtshelfer/Gynäkologen und Psychiater. Man sollte dies nicht zu leicht nehmen. Denn eine schizoaffektive Störung, besonders bei schizodepressiver Tönung geht mit erhöhter Suizidgefahr einher. Und das kann im Falle der Wöchnerin sogar "erweiterter Suizid" bedeuten, d. h. die schwer psychotische und ggf. wahnhafte Mutter versucht nicht nur sich selber, sondern auch das Neugeborene zu töten (Fachausdruck: Infantizid). Einzelheiten siehe Suizidgefahr und erweiterter Suizid.

Es wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die schizoaffektiven Störungen ein komplexes und damit kompliziertes, schwieriges und vor allem nicht ungefährliches Krankheitsbild sind. Das ist nachvollziehbar. Schon die Teil-Krankheiten Schizophrenie, Depression und manische Hochstimmung gehören - für sich allein genommen - zu den problematischsten seelischen Leiden in einer meist schwer durchschaubaren Mischung und entsprechender Belastung für den Betroffenen, seine Angehörigen, Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn.

Früher stellte die Diagnose einer schizoaffektiven Störung, gleichgültig ob schizophren-depressiv oder schizophren-manisch vor erhebliche Probleme. Das hat sich geändert, besonders wegen der medikamentösen Möglichkeiten, auch wenn gerade die Psychopharmaka viel Kritik trifft. Auf was ist zu achten und was verspricht Erfolg. Nachfolgend eine komprimierte Übersicht zur Therapie der schizoaffektiven Störungen (für Einzelheiten siehe die ausführlichen Kapitel über Neuroleptika, Antidepressiva, Beruhigungsmittel (Tranquilizer) und Phasen-Prophylaktika: Lithium, Carbamazepin und Valproinsäure).

· Therapie der schizomanischen Krankheitsepisoden

Eine reine schizophrene oder manische Erkrankung leichterer Art kann ambulant, d. h. "zu Hause" von Nervenarzt, Psychiater, Internist oder Allgemeinmediziner behandelt werden, wenn alle sich gegenseitig unterstützen. Bei mittelschwerem Verlauf kann das schon bedenklicher werden. Ein schwerer Krankheitsverlauf von Schizophrenie oder Manie erfordert grundsätzlich die stationäre Behandlung in einer Fachklinik (und nicht in einem Allgemeinkrankenhaus. Auch wenn der Patient sich gegen die psychiatrische Klinik wehrt und z. B. nur eine internistische Abteilung akzeptiert).

Wenn ein Patient nun beide Krankheitsbilder ertragen muss, also Schizophrenie und manische Hochstimmung zugleich, dann gilt nicht nur das selbe, man sollte noch viel vorsichtiger sein, was die Einschätzung des Schweregrades und seiner psychosozialen Folgen anbelangt. Denn eines muss man sich stets vor Augen halten: Die Medizin im allgemeinen und die Psychiatrie bzw. die Pharmakotherapie im speziellen können die jeweiligen Krankheitszeichen sehr wohl unterdrücken (wenngleich nicht ausheilen!) und damit dieses Leiden mehr oder weniger schell zum Abklingen bringen. Machtlos sind sie hingegen dann, wenn die Krankheit bereits zu folgenschweren Konsequenzen in Partnerschaft, Familie, Freundeskreis, Nachbarschaft und am Arbeitsplatz geführt hat. Und das geht sehr schnell, besonders wenn die Umgebung nicht aufgeklärt ist und ohnehin keine Ahnung von dem krankhaften Hintergrund des ungewöhnlichen Geschehens hat. Und dies ist vor allem bei den beiden Krankheitsbildern Schizophrenie und Manie der Fall. Und kann in der Regel auch nicht mit der "Gnade des raschen Vergessens" rechnen. Mit anderen Worten: Wer sich zu spät zu einer fachlich fundierten Therapie entschließt, den "bestrafen seine Symptome" - und zwar auch rückwirkend und vor allem länger als ihm lieb ist.

Eine stationäre Behandlung ist also nicht nur ein Sicherheitsfaktor (Selbstgefährdung), sondern auch der Schutz vor zwar krankheitsbedingter, aber in den Augen seiner Umgebung letztlich "selbst-verschuldeter" Rufschädigung (sinnlose Einkäufe, finanzielle Gefährdung, sexuelle Enthemmung u. a.).

Welche medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei akuten schizomanischen Krankheitsepisoden greifen die Fachleute zu Neuroleptika oder Lithiumsalzen bzw. zur Kombination von Neuroleptika und Lithium. Außerdem stehen die Antiepileptika Carbamazepin und Valproinsäure zur Verfügung, die alleine oder in Kombination mit Lithium bzw. Neuroleptika genutzt werden können. Das gleiche gilt auch in entsprechenden Situationen für die Beruhigungsmittel vom Typ der Benzodiazepine.

Einzelheiten siehe die jeweilig ausführlichen Kapitel zu diesen psychotropen Arzneimitteln (mit Wirkung auf das Zentrale Nervensystem und damit Seelenleben), so dass man sich im folgenden auf einige erläuternde Stichworte beschränken kann:

Bei hochgradig unruhigen schizomanischen Patienten kommt man um hochpotente Neuroleptika mit antipsychotischer Wirkung nicht herum, meist ergänzt durch mittel- oder niederpotente Neuroleptika, die vorwiegend dämpfen. Bei schwer erregten Kranken muss man ggf. sogar die Injektion (sogenannte parenterale Applikation) nutzen. Nicht selten greift man dann auch zusätzlich zu den beruhigenden und angstlösenden Benzodiazepin-Tranquilizern.

Wenn die manische Leidens-Komponente überwiegt, bietet sich zusätzlich eine Lithiumtherapie an, also letztlich die Kombination aus Lithium und Neuroleptika. In diesem Falle wird man versuchen, die - mit mehr äußerlich beeinträchtigenden Nebenwirkungen behafteten - Neuroleptika etwas geringer zu dosieren und nach und nach auszuschleichen, falls es das Zustandsbild erlaubt. Eine alleinige Behandlung schizomanischer Patienten mit Lithium ist zwar möglich, wird aber nur selten (d. h. bei leichten Verläufen) riskiert.

In dem speziellen Kapitel über Phasen-Prophylaktika mit Lithium, Carbamazepin und Valproinsäure wird auch auf die Möglichkeiten (und Grenzen) der beiden Antiepileptika Carbamazepin und Valproinsäure in der Behandlung von manischen und schizomanischen Zuständen detailliert hingewiesen (Einzelheiten siehe dort).

· Therapie der schizodepressiven Krankheitsepisoden

Wenn im Rahmen einer schizoaffektiven Störung der Kombinations-Schwerpunkt "schizophrene und depressive Symptome" vorliegt, gelten andere Bedingungen. Vor allem ist eines zu beachten: Eine Suizidgefahr ist immer gegeben, selbst beim schizomanischen Beschwerdebild. Bei einem schizodepressiven Leidens-Schwerpunkt aber ist sie besonders hoch. Deshalb wird man hier noch zurückhaltender sein, was eine ambulante Behandlung "zu Hause" anbelangt. Ein hundertprozentiger Schutz ist nie gewährleistet, aber die Therapie in einer Fachklinik ist auf jeden Fall risikoloser. Das muss man wissen, wenn man sich dem Willen des Patienten (und seiner Angehörigen?) beugt und auf eine stationäre Fachbehandlung verzichtet.

Therapeutisch stehen bei der schizodepressiven Episode wiederum verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Neuroleptika (hoch-, mittel- und niederpotente), Antidepressiva, die Kombination von beiden, die zusätzliche Gabe von Lithiumsalzen, Carbamazepin und Valproinsäure, ggf. sogar von Beruhigungsmitteln (Tranquilizer) vom Typ der Benzodiazepine. Möglich sind auch eine Elektrokrampfbehandlung. Diskutiert werden gelegentlich auch Schlafentzug und Phototherapie (Lichttherapie). Im einzelnen:

Die Behandlung schizodepressiver Krankheitsepisoden ist noch schwieriger, ggf. noch folgenschwerer und löst damit mehr Diskussionen aus, und zwar nicht nur unter Ärzten, auch unter Angehörigen. Will man auf jeden Fall sicher gehen, kommt man um eine Kombinationstherapie aus Neuroleptika und Antidepressiva nicht herum. Grund: Es gibt zwar auch (vor allem niederpotente) Neuroleptika, die leicht stimmungsstabilisierend wirken, doch an die antidepressive Potenz der für Depressionen zuständigen Antidepressiva kommen sie bei weitem nicht heran. Es wäre also ein Fehler, bei schizodepressiven Episoden auf Antidepressiva zu verzichten.

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Konsultieren Sie Ihr Arbeitsreglement, um herauszufinden, welche Regelungen in Ihrem Betrieb gelten.

von Rechtsanwalt David Herz

I. Studentenbeschäftigung
II. Arbeitnehmer oder Student
III. Abgrenzung des freien Mitarbeiters zum Arbeitnehmer
IV. Befristung
1. Befristung ohne Sachgrund
2. Befristung mit Sachgrund
3. Zulässige Befristung
4. Unzulässige Befristung
V. Die zulässige und unzulässige Befristung
VI. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
VII. Feiertagsvergütung
VIII. Bezahlter Urlaub

Trotz BAföG müssen viele Studenten vom ersten Semester an neben dem Studium arbeiten gehen. Mit dem ersten Job tauchen auch einige arbeitsrechtliche Fragen auf: Welche Rechte stehen mir zu? Bekomme ich Urlaubsgeld? Bekomme ich eine Feiertagsvergütung?

Im nachfolgenden Artikel beschäftigen wir uns mit den typischen Problemen und Fragen des Arbeitsrechts, die im Rahmen einer Studentenbeschäftigung immer wieder auftauchen.

  • Wenn ich Student bin, kann ich nicht auch Arbeitnehmer sein
  • Wenn ich Rechnungen schreibe, bin ich automatisch selbstständig
  • Arbeitgeber können Arbeitsverhältnisse jederzeit befristen
  • Wenn ich krank bin, bekomme ich kein Geld von meinem Arbeitgeber
  • Als Student habe ich keinen Anspruch auf Urlaub
  • Ich bekomme weder Urlaub noch Feiertage bezahlt

Bei einer Studentenbeschäftigung handelt es sich in der Regel um eine bezahlte Beschäftigung, die nicht zur Berufsausbildung, sondern zu Erwerbszwecken parallel zum Studium ausgeführt wird. Folglich steht hier nicht die Ausbildung im Vordergrund, sondern das Geldverdienen. Klassisches Beispiel ist der Werkstudent, welcher Arbeitsnehmer im Sinne des Arbeitsrechts mit all seinen Rechten und Pflichten ist.

Wie sieht es beispielsweise mit einer Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall aus, wann habe ich einen Anspruch auf Urlaubsentgelt oder besteht ein Anspruch auf Feiertagsvergütung trotz eines befristeten Beschäftigungsverhältnisses?

Diesen u.ä. Fragen werden wir hier auf den Grund gehen.

Zu beachten ist, dass das Volontariat und das Praktikum nicht zu den typischen Studentenbeschäftigungen gehören, da diese keinem Erwerbszweck im Sinne des Arbeitsrechts dienen.

II. Arbeitnehmer oder Student

Geht man als Student zu Erwerbszwecken einer bezahlten Beschäftigung nach, fällt das Beschäftigungsverhältnis unter den Geltungsbereich des Arbeitsrechts, sofern der Student Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitsrechts ist. Die Arbeitnehmereigenschaft eines Studenten ist nicht schon deshalb zu verneinen, weil er die Erwerbstätigkeit nur nebenbei ausübt. Für die Zuordnung des Studenten als Arbeitnehmer oder freien Mitarbeiter ist das entscheidende Kriterium der Grad der persönlichen Abhängigkeit. Er ist dann Arbeitnehmer, wenn er bezüglich des Ob, Wann und Wie der Arbeitsleistung weisungsabhängig ist, also nicht frei über die Arbeitsbedingungen entscheiden kann.

III. Abgrenzung des freien Mitarbeiters zum Arbeitnehmer

Laut dem Bundesarbeitsgericht ist Arbeitnehmer, wer aufgrund eines privatrechtlichen Vertrags im Dienste eines anderen zur Leistung weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit verpflichtet ist, d.h. wer nach Weisungen eines anderen tätig wird, ist fremdbestimmt und damit persönlich abhängig. Entscheidend ist also die Frage, ob sich der Student an die Weisungen seines Arbeitgebers halten muss.

Demnach ist ein Student als freier Mitarbeiter zu betrachten, sofern er für die Erledigung seiner Aufgaben zwar Termine gesetzt bekommt, die Fristen dabei jedoch so bemessen werden, dass er seine Arbeitszeit innerhalb eines vorgesehenen Zeitraums selbständig gestalten kann. Ein solches Dienstverhältnis ist etwa dann gegeben, wenn ein Jurastudent gelegentlich für einen Rechtsanwalt Gutachten erstellt. Ist jedoch der Zeitraum, der dem Studenten zur Bearbeitung der Aufgabe eingeräumt wird, so bemessen, dass er keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten hat, so dass er feste Arbeitszeiten und seine Aufgaben an einem vorgegebenen Ort zu verrichten hat, so liegt eine Abhängigkeit im Sinne des Arbeitsrechts vor. Dann wäre der Student Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitsrechts und eben kein freier Mitarbeiter.

IV. Befristung

Das Beschäftigungsverhältnis kann befristet oder unbefristet sein. Die Beschäftigung von Studenten erfolgt in der Regel befristet. Hieraus ergeben sich verschiedene arbeitsrechtliche Folgen. Zum einen unterscheidet man zwischen der Befristung ohne und mit sachlichem Grund.

1. Befristung ohne Sachgrund

Ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes kann ein Arbeitsvertrag gemäß § 14 Abs. 2 TzBfG bis zu einer Dauer von zwei Jahren befristet werden. Es ist zu beachten, dass der Arbeitsvertrag oder seine höchstens dreimalige Verlängerung die Gesamtdauer von zwei Jahren nicht überschreiten darf. Ein befristetes Arbeitsverhältnis ist nur möglich, wenn es sich um eine Neueinstellung handelt. Eine Befristung ist auch unzulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber zuvor bereits ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat (§ 14 Abs. 2 TzBfG). Dies gilt auch für lang zurückliegende bzw. nur kurzfristige Arbeitsverhältnisse mit demselben Arbeitgeber.

2. Befristung mit Sachgrund

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Ein weit verbreiteter Irrglauben ist, dass Skoliose durch schlechte Haltung oder schwere und einseitig getragene Schultaschen entsteht. Doch diese Annahme ist falsch. Ferner lässt sich die Krankheit auch durch aktives Aufrichten ändern. Prinzipiell sind alle Menschen ein wenig schief, was an der Natur der Anatomie des Menschen liegt, welcher nie vollständig symmetrisch ist. Aber ab einem Krümmungswinkel von zehn Grad liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Skoliose vor. Bei wem eine leichte Skoliose vorliegt, der kann mit Hilfe einer speziellen Physiotherapie dagegen vorgehen.

Sollte die Verkrümmung allerdings größer als 25 Grad sein, muss ein Korsett getragen und Physiotherapie gemacht werden. Ab einer Verkrümmung von 45 bis 50 Grad kann nur noch eine Operation helfen. Für viele Betroffene ist das Tragen eines Korsetts keine angenehme Angelegenheit. Sie fühlen sich eingeengt, das Korsett verursacht Druckstellen und im Sommer kommt man ganz schön ins Schwitzen. Dennoch sollen Kinder und Jugendliche, bei denen Skoliose festgestellt wird, das Korsett tragen bis sie ausgewachsen sind. Trotzdem kann es danach passieren, wenn das Korsett nicht mehr getragen wird, dass sich die Skoliose verschlimmert und nur noch eine Operation helfen kann.

Sollte Skoliose in einem fortgeschrittenen Stadium nicht operiert werden, ist ein Leben ohne Beschwerden undenkbar. Die Folgen von Skoliose sind beispielsweise die schmerzhafte Abnutzung der Wirbel und der Bandscheiben.Ferner ist das Risiko groß, dass der Brustkorb bei fortschreitender Skoliose die Lunge einquetscht, wodurch Atemnot auftreten kann. Darüber hinaus ist es auch möglich, dass es zu einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems kommt. Mädchen sind viel häufiger als Jungen von Skoliose betroffen.

Nachdem diese Einleitung Skoliose einen kurzen Überblick über diese Krankheit liefern konnte erfahren Sie im Folgenden noch viel mehr.Diese Website liefert Ihnen alle wichtigen Informationen rund um Skoliose, wie beispielsweise Skoliose diagnostiziert wird, welche Ursachen für diese Krankheit verantwortlich sind, wie die Krankheit verläuft und wie die Therapie aussieht.

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Fast jeder Fünfte erkrankt mindestens einmal im Leben an einer Depression. (18 Prozent der Bevölkerung). Innerhalb eines Jahres erkrankt mehr als jeder Zehnte depressiv (11 Prozent der Bevölkerung), dabei erkranken Frauen in etwa doppelt so häufig wie Männer. Eine Depression tritt oft zum ersten Mal im Alter von 25 bis 35 Jahren auf.

Eine Depression ist mit einem erhöhten Risiko verbunden, an weiteren psychischen Störungen zu erkranken. Drei von vier Menschen, die depressiv erkrankten, leiden im Laufe ihres Lebens auch noch an einer anderen psychischen Störung, am häufigsten an einer Angststörung.

Pro Jahr versterben ca. 10.000 Menschen in Deutschland durch Suizid, in vielen Fällen vor dem Hintergrund einer depressiven Erkrankung. Insgesamt betrugen die Kosten für Depressionen im Jahr 2008 über 5,2 Milliarden Euro.

Depressive Erkrankungen haben mehrere Ursachen. Fast immer wirken mehrere Faktoren zusammen, die das Risiko für diese seelische Erkrankung erhöhen:

  • Familiäre Faktoren: Aus Studien ist gut belegt, dass Kinder depressiver Eltern ein erhöhtes Risiko für Depressionen aufweisen. Studien mit Zwillingen weisen außerdem darauf hin, dass es genetische Faktoren gibt, die eine Depression wahrscheinlicher machen. Der genetische Einfluss ist jedoch nur bei selteneren bipolaren affektiven Störungen (auch als manisch-depressiv bezeichnet) besonders ausgeprägt.
  • Aktuelle psychische Belastungen: Viele depressiv kranke Menschen hatten, kurz bevor die Störung erstmals auftrat, schwere Belastungen zu ertragen. Sie haben z. B. eine vertraute Person oder den Arbeitsplatz verloren. Auch anhaltende Belastungen am Arbeitsplatz, finanzielle Nöte oder Isolation steigern das Risiko für eine Depression.
  • Trennungen und Verluste in der Kindheit: Depressive Patienten haben in ihrer Kindheit zwei bis dreimal so häufig wichtige Personen verloren, z. B. weil sich die Eltern trennten. Auch vernachlässigte Kinder sind später anfälliger für eine depressive Erkrankung.
  • Auch andere körperliche Erkrankungen können das Risiko einer Depression erhöhen, z. B. Diabetes.

Hauptsymptome einer depressiven Störung („Major Depression“) sind eine gedrückte, niedergeschlagene Gefühlslage, ein Verlust von Interessen und der Fähigkeit, sich zu freuen. Der Patient ist ohne Antrieb, muss sich überwinden, die Dinge des täglichen Lebens zu erledigen, ermüdet schnell und ist nur noch eingeschränkt aktiv. Für eine Diagnosestellung müssen diese Hauptsymptome und weitere depressive Symptome mindestens zwei Wochen lang fortwährend vorhanden sein.

Patienten beschreiben ihre depressive Gefühlslage unterschiedlich: Manche berichten von Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, Andere schildern mehr eine Gefühllosigkeit, bei der sie weder Freude noch Trauer empfinden. Viele depressive Patienten beschreiben auch Ängste; sie fühlen sich sehr unsicher und machen sich große Zukunftssorgen.

Die Hauptsymptome einer depressiven Störung treten zusammen mit einer Vielzahl weiterer Symptome auf, die jedoch nicht immer vorhanden sind. Zu den weiteren emotionalen Symptomen zählen Schuldgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit, Schwermut, aber auch Reizbarkeit oder Leere. An kognitiven Symptomen treten häufig verminderte Aufmerksamkeit und Konzentration, Unentschlossenheit (teilweise auch bei einfachen Entscheidungen), negative Zukunftsgedanken, Grübeln, Selbstzweifel und Suizidgedanken auf. Darüber hinaus berichten depressiv kranke Menschen von körperlich-vegetativen Beschwerden, z. B. Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme, innere Unruhe, Verlust des sexuellen Interesses, sowie von körperlichen Symptomen, wie Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, für die keine körperlichen Ursachen gefunden werden können. Schließlich sprechen und bewegen sich depressive Patienten manchmal langsamer als normal. Bei schweren depressiven Störungen können auch psychotische Symptome, wie Wahnideen, Halluzinationen oder körperliche Starrheit (Stupor), auftreten.

Depressionen treten in der Regel in Phasen auf, d. h., sie sind zeitlich begrenzt und klingen häufig auch ohne eine Behandlung ab. Eine depressive Phase („Episode“) dauert durchschnittlich sechs bis acht Monate, wenn sie nicht behandelt wird.

Der Verlauf einer depressiven Störung unterscheidet sich von Patient zu Patient erheblich. Eine depressive Erkrankung kann bei den meisten Menschen vollständig geheilt werden. Bei manchen Patienten bleiben jedoch Reste der depressiven Symptome bestehen. Manche depressive Erkrankungen entwickeln sich auch chronisch, d. h., die depressiven Phasen wiederholen sich regelmäßig oder es entsteht eine Dysthymie, bei der die Symptome nicht so ausgeprägt sind wie bei einer klassischen Depression, aber ständig (mehr als zwei Jahre) bestehen bleiben.

Bei depressiven Störungen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es nicht bei einer Krankheitsepisode bleibt. Bei über der Hälfte der Patienten kommt es nach einer ersten Erkrankung zu einer weiteren depressiven Episode. Die Wahrscheinlichkeit, erneut zu erkranken, erhöht sich nach zweimaliger Erkrankung auf 70 Prozent und nach der dritten Episode sogar auf 90 Prozent.

Ein ausführliches („differenzialdiagnostisches“) Gespräch ist unerlässlich: Neben der Beurteilung der aktuellen Beschwerden ist immer auch eine Erfassung aller psychischen Beschwerden des Patienten über seine gesamte Lebenszeit erforderlich. Ferner lässt sich der Therapeut die Lebens- und Familiengeschichte sowie aktuelle Belastungen und Probleme schildern.

Der Schweregrad einer Depression bemisst sich an der Zahl, Intensität und Qualität der depressiven Symptome. Klinisch-diagnostische Interviews, z. B. CIDI (Composite International Diagnostic Interview) oder DIPS (Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen), fragen die diagnostischen Kriterien nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation ab (ICD-10). Standardisierte Fragebögen und Fremdeinschätzungsskalen helfen dabei, die Schwere der Erkrankung abzuschätzen. Hierbei eigenen sich u. a. PHQ-D (Patient-Health Questionnaire-Depression), BDI (Beck-Depressions-Inventar) oder HDRS (Hamilton Depression Rating Scale). Vor Beginn einer Therapie ist eine sorgfältige internistische und neurologische Untersuchung zum Ausschluss körperlicher Ursachen sinnvoll, da z. B. Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes) oder bestimmte Arzneimittel (Blutdrucksenker, Steroidhormone) körperliche Ursachen einer depressiven Symptomatik sein können.

Die Empfehlungen für die Behandlung richten sich danach, ob eine Depression erstmals oder wiederholt auftritt und wie schwer der Patient erkrankt ist. Die Behandlung sollte sich an den Empfehlungen orientieren, die in der Nationalen Versorgungsleitlinie „Unipolare Depression“ stehen.

Nicht jede Depression muss sofort psychotherapeutisch oder mit Medikamenten behandelt werden:

  • Bei leichten depressiven Störungen kann sich der Patient zunächst beraten und anleiten lassen, wie er selbst besser mit gedrückten Gefühlslagen umgehen kann. Voraussetzung dafür ist jedoch eine differenzialdiagnostische Untersuchung, die einen schweren Verlauf der Krankheit ausschließt. Kommt es innerhalb von zwei Wochen zu keiner Besserung, sollte mit dem Patienten eine spezifische Behandlung verabredet werden. Hierbei ist Psychotherapie einer Pharmakobehandlung vorzuziehen.
  • Bei mittelschweren depressiven Störungen sollte dem Patienten eine Psychotherapie oder eine Behandlung mit Medikamenten als gleichwertige Behandlungsalternativen angeboten werden.
  • Bei schweren und chronisch-depressiven Störungen ist eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten notwendig.

Bei Depression sind folgende Psychotherapieverfahren hinsichtlich ihrer Wirksamkeit belegt: Verhaltenstherapie, psychodynamische Psychotherapie, Interpersonelle Psychotherapie, Gesprächspsychotherapie und Systemische Therapie. Zur medikamentösen Therapie depressiver Störungen sind insbesondere verschiedene Klassen von Antidepressiva zugelassen.

Die Dauer einer depressiven Erkrankung kann durch eine Behandlung deutlich verkürzt werden – auf durchschnittlich 16 Wochen. Effektive Behandlungen senken die Rückfallrate erheblich. Eine besondere Stärke der Psychotherapie ist, dass sie anhaltend und längerfristig wirkt, insbesondere wenn sie auch nach dem Abklingen der akuten Symptome als Erhaltungstherapie fortgesetzt wird. Die Wiedererkrankungsrate kann durch eine psychotherapeutische Behandlung wesentlich gesenkt werden. Patienten mit einem erhöhten Rückfallrisiko, z. B. wenn die Depression nicht vollständig abklingt, wird eine längerfristige stabilisierende Psychotherapie empfohlen. Auch Antidepressiva vermindern das Rückfallrisiko. Sie sollten auch nach vollständigem Verschwinden der depressiven Symptome weiter eingenommen werden. Die Dauer der Einnahme richtet sich dabei insbesondere nach dem spezifischen Rückfallrisiko des Patienten.

  • DGPPN, BÄK, KBV, AWMF, AkdÄ, BPtK, BApK, DAGSHG, DEGAM, DGPM, DGPs, DGRW (Hrsg). S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, 1. Auflage 2009. DGPPN, ÄZQ, AWMF – Berlin, Düsseldorf 2009. Hautzinger, M. (2010). Akute Depression. Fortschritte der Psychotherapie, Band 40. Göttingen: Hogrefe.
  • Schauenburg, H.; Hofmann, B. (2007). Psychotherapie der Depression. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Wittchen, H.-U. & Hoyer, J. (2006, Hrsg.). Klinische Psychologie und Psychotherapie. Berlin: Springer.

  • Hautzinger, M. (2006). Ratgeber Depression: Informationen für Betroffene und Angehörige. Göttingen: Hogrefe.
  • Rieke-Niklewski, R. & Niklewski, G. (2010). Depressionen überwinden: Niemals aufgeben! Berlin: Stiftung Warentest.

Stimmungsschwankungen sind Gemütszustände oder Verstimmungszustände und können viele Gründe haben. Stimmungsschwankungen sollten nicht mit einer Depression verwechselt werden. Einfache Stimmungsschwankungen kommen jeden Tag vor und sind normale Anzeichen für unsere Hoch- und Tiefgefühle im Alltag.

Stimmungsschwankungen sind vor allem ein psychisches Symptom. Sie können entweder als alleinige Erkrankung oder als begleitendes Symptom auftreten, das auf eine weitere zugrundeliegende Erkrankung hindeuten kann. Unter Stimmungsschwankungen versteht man einen Zustand, der eine Person zuerst extrem glücklich und wenig später extrem niedergeschlagen oder sogar aggressiv machen kann. Die Stimmung des Patienten verändert sich binnen weniger Sekunden oder Minuten von einem Extrem zum anderen. Das schadet nicht nur seiner eigenen Leistungsfähigkeit, sondern sorgt auch dafür, dass er sich bei Mitmenschen in ungünstige Situationen bringt.

Bei Stress und Überforderung treten besonders häufig Stimmungsschwankungen auf. Zumeist machen sie sich durch weitere Begleitsymptome sowohl körperlich als auch psychisch bemerkbar. Dazu gehören Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Müdigkeit, Gewichtsschwankungen und Potenzprobleme. Ebenso können Antriebslosigkeit, Konzentrationsmangel und Traurigkeit typische Anzeichen bei Stimmungsschwankungen sein.

In der Regel sind die alltäglichen Stimmungsschwankungen ungefährlich und werden von fast allen Menschen irgendwann einmal erlebt. Wie sie gekommen sind so gehen sie auch wieder und meist erinnert man sich ein paar Tage später gar nicht mehr an sie.

Die Ursachen von Stimmungsschwankungen sind jedoch zumeist auf der psychischen Seite zu suchen. Sie können gemeinsam mit anderen begleitenden Symptomen auf diverse psychische Erkrankungen hindeuten. Stimmungsschwankungen treten beispielsweise unter depressiven Persönlichkeiten häufig auf. Erkennbar sind sie vor allem durch den plötzlichen Wechsel von Freude zu tiefer Trauer.

Sie können allerdings auch auf psychische Defizite hindeuten. Ein Patient, der beispielsweise nicht alle Stufen der Maslowschen Bedürfnispyramide erfüllt sieht, leidet unter anderem auch unter Stimmungsschwankungen - zu analysieren wären in diesem Fall die Lebenssituation und die zwischenmenschlichen Beziehungen, da hier die Defizite liegen müssen.

Stimmungsschwankungen können aber auch auf eine körperliche Ursache hindeuten. Meist handelt es sich dabei um eine Erkrankung, die das Gehirn oder die Hypophyse beeinflusst, die dort sitzt und durch Erkrankungen die Stimmung des Patienten beeinflussen kann. Tumore können den Druck im Schädelinneren erhöhen und dafür sorgen, dass es dadurch zu starken Stimmungsschwankungen kommt. Auch hormonelle Behandlungen wie die Einnahme der Pille können dazu führen, dass die Patienten Stimmungsschwankungen entwickeln - bei Frauen reichen auch Regelblutungen für kurzfristige Veränderungen aus.

Kommen Stimmungsschwankungen jedoch häufiger und in rythmischen Abständen vor so können psychische bzw. seelische Ursachen (z.B. Stress, zwischenmenschliche Probleme, Jahreszeiten) darin liegen. Auch diverse hormonelle Krankheiten wie Schilddrüsenüberfunktion können eine Ursache sein.

Oft sind auch der übermäßige Konsum von Genussmitteln, wie Alkohol und Zigaretten mögliche Verursacher von starken Stimmungschwankungen.

Stimmungsschwankungen entstehen meistens im Rahmen einer psychischen Erkrankung, aber auch organische Erkrankungen können auch die Ursache sein. Diese haben dementsprechende Komplikationen. Eine Borderline-Störung geht meistens mit weiteren Erkrankungen einher. Dies können vor allem Depressionen sein. Eine Depression kann mit einem Missbrauch von Alkohol und Drogen zusammenhängen.

Ein häufiger Alkoholkonsum kann beim Betroffene zu einer Fettleber führen, die anschließend in eine Leberzirrhose enden kann. Drogen können zu Psychosen und Angststörungen führen. Ein damit verbundener sozialer Rückzug verstärkt die Symptomatik nur. Häufiger Nikotingebrauch verstärkt die Wahrscheinlichkeit an einer Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu erkranken und auch das Risiko eines Lungenkrebses wird erhöht.

Zudem leiden Depressive meist unter Schlaf- und Essstörungen. Ein Schlafmangel oder Adipositas verstärken das Risiko an Herz-Kreislauferkrankungen zu erleiden. Häufig wird auch die Persönlichkeit bei Betroffenen verändert. Im schlimmsten Falle kommt es zu Gedanken an Suizid. Daneben kommt es auch meist zu sozialen Problemen vor allem in der Partnerschaft oder am Arbeitsplatz.

Eine Demenz, die auch zu Stimmungsschwankungen führt, kann ebenfalls Persönlichkeitsstörungen hervorrufen. Alltägliche Dinge können nicht mehr richtig ausgeführt werden. Der Betroffene hat meistens auch Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und auch Sprechen. Ein sozialer Rückzug ist ebenfalls nicht selten. Die Erkrankung kann ebenfalls zu einer Inkontinenz und damit eine Pflegebedürftigkeit führen.

Bei Stimmungsschwankungen ist es in erster Linie nicht notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Diese können bei vielen Menschen mit der Zeit auftreten und dann wieder von alleine verschwinden. Vor allem Frauen sind in einer Schwangerschaft oder während der Periode von Stimmungsschwankungen betroffen. Eine Behandlung durch einen Arzt ist dabei nicht zwingend notwendig.

Ein Arzt kann dann aufgesucht werden, wenn die Stimmungsschwankungen permanent über einen längeren Zeitraum auftreten und dabei nicht von alleine verschwinden. Möglicherweise leidet der Betroffene dann an einem unausgeglichenen Hormonhaushalt oder an einer anderen Erkrankung, die untersucht und behandelt werden muss.

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