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Ärzte- Kliniken

Dupuytren-Operationen werden im allgemeinen möglichst gründlich durchgeführt, damit ein erneutes Auftreten der Krankheit möglichst lange hinausgezögert wird. Die Gründlichkeit erfordert aber auch eine größere Operation, die dann u. U. unerwünschte Nebenwirkungen hat. Deshalb wird teilweise auch mit minimalen chirurgischen Eingriffen gearbeitet, die weniger Nebenwirkungen haben und viel schneller heilen.

Ein Beispiel ist die Perforation der Dupuytren-Stränge mit Nadeln (Nadelfasziotomie), gelegentlich auch Nadel-Fasziotomie, Perkutane Nadelfasziotomie (PNF), Nadel-Chordotomie, Nadel-Aponevrotomie (NA) oder Fibrosenperforation genannt. Die Nadelfasziotomie wurde vor mehr als zwanzig Jahren in Frankreich entwickelt und wird seitdem dort häufig angewandt. Bei dieser Methode werden die Dupuytren-Stränge mit Nadelstichen so weit geschwächt, dass sie manuell gestreckt und zerrissen werden können. Die Methode ist minimal-invasiv, wird ambulant und i. a. mit lediglich schwacher, örtlicher Betäubung durchgeführt. Eine ausführliche Beschreibung dieser Technik ist z.B. Meinel_PNF. Diese Veröffentlichung wendet sich allerdings primär an Ärzte.

Positive Ergebnisse der Nadelfasziotomie (PNF)

Im allgemeinen gelingt es, zumindest im nicht zu weit fortgeschrittenen Stadium, mit der Nadelfasziotomie die Finger wieder gerade und funktionsfähig zu machen. Der Eingriff dauert nur kurz und ist meistens nur wenig schmerzhaft. Die Folgen des Eingriffs sind gering, verheilen meist rasch, und man kann die Hand i. a. schon nach wenigen Tagen wieder benutzen. Da nur die Haut punktiert wird, entstehen äußerlich keine oder fast keine Narben und auch in der Hand wenige. Bei Bedarf ist eine Wiederholung der Perforation möglich und meist unkompliziert.

Die Krankheit kann wieder kommen (Rezidiv)

Die hier gezeigten guten Ergebnisse sollen nicht verschweigen, dass die Dupuytren'sche Kontraktur im Lauf der Zeit wieder kommen kann (Rezidiv), da die Dupuytren-Stränge bei der Nadelfasziotomie nur aufgetrennt, aber nicht entfernt werden. Die Rezidivperiode ist bei Nadelfasziotomie kürzer als bei der klassischen Operation (partielle Fasziektomie). Eine holländische Studie ergab, dass 5 Jahren nach der Behandlung bei ca. 85% der PNF-Patienten, aber nur bei 21% der operierten Patienten der Finger wieder gekrümmt war; englische Veröffentlichung: Annet van Rijssen et al. "Five-Year Results of a Randomized Clinical Trial on Treatment in Dupuytren’s Disease: Percutaneous Needle Fasciotomy versus Limited Fasciectomy" Plastic Reconstr Surg 129 (2012): 469–477 abstract. Die Autorin erhielt für diese Untersuchung den Dupuytren-Preis 2013. Die folgenden Bilder wurden uns von Dr. A. Meinel, Dupuytren Ambulanz, zur Verfügung gestellt.

Finger mit Dupuytren'scher Kontraktur vor der Nadelfasziotomie

Unmittelbar nach der Nadelfasziotomie; der Finger kann wieder fast vollständig gestreckt werden.

Handfläche unmittelbar nach der Nadelfasziotomie mit Hauteinzügen im Bereich

des Dupuytren'schen Knoten. Die Einstichstellen sind schwach sichtbar.

Die gleiche Hand 6 Monate danach. Der Finger ist jetzt nahezu gerade, der ursprünglich

dicke Strang deutlich flacher. Der Patient hatte 3 Monate lang eine Nachtschiene getragen.

Diese Hand nach 5 Jahren. Die Finger sind immer noch gerade, hier kein Rezidiv.

B ei YouTube gibt es einige Filme, die eine Nadelfasziotomie live zeigen. Auf Deutsch, mit Kommentaren des behandelnden Chirurgen Prof. Reichert, Nürnberg:

Manche Videos sind aus dem englischen Sprachraum, die Kommentare also englisch. Die Filme sind aber auch ohne Englischkenntnisse verständlich, z. B.

Nadelfasziotomie durch Dr. Kline (komplette Prozedur, 20 min Film, aus etwas entfernter Perspektive)

Nadelfasziotomie im fortgeschrittenen Stadium der Dupuytren'schen Kontraktur

Typischerweise wird die Nadelfasziotomie (PNF) schon im Stadium 1 der Dupuytren'schen Kontraktur eingesetzt, weil das Streckdefizit bereits stört. In bestimmten Fällen, wenn z. B. eine Operation nicht möglich ist, kann sie aber auch im fortgeschrittenen Stadium eine wertvolle Behandlungsmöglichkeit sein. Teilweise können sogar Patienten im Stadium 4 erfolgreich behandelt werden. Eine vollkommene Streckung der befallenen Gelenke ist dabei nicht mehr zu erwarten, jedoch ist eine deutlich Verbesserung des Zustands oft möglich. Das unten gezeigte Beispiel wurde uns von Dr. K. Denkler, Kalifornien, zur Verfügung gestellt. Das Grundgelenk (MCP) konnte voll gestreckt werden, das diffizilere Mittelgelenk (PIP) konnte auf 35° geöffnet werden, für den Patienten insgesamt eine sehr deutliche Verbesserung des Zustands.

Behandlung der Dupuytren'schen Kontraktur im Stadium 4 mit Nadelfasziotomie. Obere Reihe: Ausgangszustand. 70 Grad Streckdefizit am Grundgelenk und 65 am Mittelgelenk (Summe = 135 Grad = Stadium 4). Untere Reihe: 8 Monate nach der Nadelfasziotomie.

Einen Überblick über den Einsatz der Nadelfasziotomie für fortgeschrittene Fälle gibt die Präsentation von Keith Denkler auf der Jahrestagung 2009 der American Association of Plastic Surgeons (AAPS) Voll_Text_(Englisch), die uns vom Autor zur Verfügung gestellt wurde.

Kürzlich wurde eine modifizierte PNF-Technik vorgestellt, bei der der Strang in einer OP-Umgebung unter örtlicher Betäubung durch viele kleine Stiche entlang des ganzen Strangs so weit geschwächt wird, dass er zerrissen werden kann. Anders als bei der PNF wird nicht versucht den Strang mit der Nadel vollständig zu durchtrennen. Statt dessen werden nur kleine Nadelstiche gemacht, die nicht tief eindringen, so Nervenschäden vermeiden und die Verbindung der Haut mit Knoten und Strang lösen und den Strang vorschädigen sollen. Anschließend wird der Strang mechanisch durch Strecken des Fingers zerrissen und Körperfett unter die Haut gespritzt. Das Körperfett wird vorher an anderer Stelle, typischerweise im Bauchbereich, entnommen. Ein Überblick über diese Methode wurde auf der Dupuytren-Konferenz in Miami im Jahr 2010 von Roger Khouri gegeben. Der (englische) Vortrag ist auf YouTube video. Diese Methode könnte möglicherweise durch das Fett zu geringerer Narbenbildung führen, den Finger besser polstern und durch das Lösen der Verbindung mit der Haut vielleicht auch ein Rezidiv hinausschieben. Jedoch liegen noch keine vergleichenden Langzeitstudien vor. Kurzzeitdaten sind veröffentlicht von Steven ER Hovius et al. "Extensive Percutaneous Aponeurotomy and Lipografting: A New Treatment for Dupuytren Disease" Plast Reconstr Surg. 2011;128(1 ):221–8 abstract.

Diese Seite wurde zuletzt überarbeitet am 24.02.2017

Keine Termine gefunden

Am 11.11.2017 fand die "Tulip Gala 2017" der Deutschen Parkinson Hilfe e.V. in der Metropolishalle in Potsdam statt.

zum Beispiel für:

Mit folgenden Institutionen arbeitet die Deutsche PSP-Gesellschaft zusammen:

selbst wenn sich nur der kleine Finger bewegt

oder man sich vorstellt,

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In welchen Fällen eine Abmahnung wegen einer Krankheit gültig ist, erklärt dieser Ratgeber

Es kann zudem auch eine Abmahnung während der Krankheit ausgesprochen werden, wenn der Arbeitnehmer in dieser Zeit einer Beschäftigung nachgeht und eine Arbeit ausübt, für die er eigentlich als arbeitsunfähig krankgeschrieben ist. In solch einem Fall kann es unter Umständen sogar zu einer verhaltensbedingten fristlosen Kündigung kommen, da in diesem Fall ein Betrugsversuch vorliegt.

Bei einer Abmahnung bei Krankheit sind sowohl von Arbeitnehmer als auch von Arbeitgeber die rechtlichen Möglichkeiten und Wege sehr genau einzuhalten. Der Arbeitgeber muss in seiner Abmahnung sehr genau aufführen, auf welchem konkreten Vorfall die Abmanhnung beruht.

Im Abmahnschreiben muss auch beschrieben sein, ob es sich um eine Abmahnung wegen verspäteter Krankmeldung, um eine Abmahnung wegen fehlender Krankmeldung oder um eine Verletzung anderer arbeitsrechtlicher Pflichten handelt.

Außerdem ist im Abmahnschreiben die genaue Anschrift des Betroffenen zu nennen sowie Ort, Datum und Uhrzeit des Vorfalls. Darüberhinaus ist das Schreiben deutlich mit dem Wort “Abmahnung” als solche zu kennzeichnen. Eine Abmahnung muss nicht immer schriftlich erfolgen. Eine mündliche Abmahnung ist ebenso möglich, jedoch ist eine schriftliche Ausführung zur besseren Dokumentation ratsam. Denn, kommt es zu einem Verfahren, kann eine schriftliche Abmahnung als Beweis hinzugezogen werden.

Muster: Abmahnung wegen verspäteter/fehlender Krankmeldung

Sehr geehrte(r) Frau/Herr…

zu unserem Bedauern mussten wir feststellen, dass Sie Ihre ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung anlässlich Ihrer Krankheit vom (Datum) bis (Datum) verspätet am (Datum)/bis jetzt noch nicht vorgelegt haben.Sie sind vom (Datum) bis einschließlich (Datum) krankheitsbedingt nicht zur Arbeit erschienen.

Laut der in unserem Unternehmen angewandten Betriebsvereinbarung hätten Sie Ihre ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung innerhalb von … Tagen vorlegen müssen. Das ärztliche Attest hätte somit am (Datum) vorgelegen haben müssen.

Indem Sie Ihr ärztliches Attest erst am (Datum)/bis jetzt noch nicht vorgelegt haben, haben Sie gegen Ihre arbeitsrechtlichen Pflichten verstoßen.

Wir fordern Sie hiermit ausdrücklich auf, Ihre arbeitsrechtlichen Pflichten ordnungsgemäß zu erfüllen und die Vorgaben zur Vorlage des ärztlichen Attests zu beachten.

Im Falle einer Wiederholung des oben geschilderten Vorfalls, behalten wir uns vor eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses auszusprechen.

Eine Durchschrift der Abmahnung legen wir Ihrer Personalakte bei.

Mit freundlichen Grüßen

Ort, Datum, Unterschrift Arbeitgeber

Bestätigung Arbeitnehmers:

Die Abmahnung habe ich erhalten.

Ort, Datum, Unterschrift Arbeitnehmer

Jetzt die Muster-Abmahnung kostenlos herunterladen!

Bei der Übergabe der Abmahnung wegen Krankheit sollten keine spontanen Stellungnahmen oder Rechtfertigungen aufgeführt werden. Kommt es zu einer schriftlichen Stellungnahme, ist diese nicht übereilt zu fertigen und im Zweifel ist ein Anwalt hinzuzuziehen. Eine Bestätigung der Vorwürfe ist nicht durchzuführen und auch nicht verlangbar, selbst wenn diese gerechtfertigt sind. Der Betroffene sollte genau überprüfen, welche Anschuldigungen rechtens sind und welche nicht.

Sollten die Anschuldigungen nicht korrekt sein oder die Kündigung drohen, ist auf jeden Fall ein Anwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen. Der Rechtsanwalt kann die Abmahnung auf Fehler überprüfen und im Falle einer Klage, den abgemahnten Mitarbeiter vor Gericht vertreten.

(46 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)

Ein Bundesgerichtsurteil vom 06. September 2010 hielt fest, dass Krankheiten von Arbeitnehmern im Arbeitszeugnis zu erwähnen sind, sofern diese für die Gesamtbeurteilung der Arbeitsleistung notwendig sind. Dies ist der Fall, wenn eine Krankheit erheblichen Einfluss auf die Leistung und/oder das Verhalten eines Arbeitnehmers hat, oder wenn eine Krankheit die Eignung zum Job in Frage stellt (und deshalb einen sachlichen Grund für eine Kündigung bilden würde).

Ebenfalls zu erwähnen sind längere krankheitsbedingte Unterbrüche der Arbeitstätigkeit, die im Verhältnis zur Anstellungsdauer beachtlich sind (d.h. nicht die Länge der Krankheit an sich ist entscheidend, sondern das Verhältnis zwischen Ausfall und Anstellungsdauer). Grund dafür ist, dass ohne den Hinweis auf diesen Ausfall beim neuen Arbeitgeber ein falscher Eindruck über die Dauer der Berufserfahrung des Arbeitnehmers entstehen könnte.

Im Fall des erwähnte Bundesgerichtsurteils war der Angestellte gut drei Jahre im betreffenden Unternehmen tätig, davon jedoch etwa eineinhalb Jahre wegen Krankheit arbeitsunfähig, also verhältnismässig lange. Dagegen hätte bei einem langjährigen Angestellten ein ähnlicher krankheitsbedingter Ausfall kaum Einfluss auf die Berufserfahrung – eine Erwähnung im Arbeitszeugnis wäre dann kaum gerechtfertigt.

Das Bundesgericht hielt in seinem Entscheid fest:
„Der Beschwerdeführer war während mehr als einem Jahr krankheitshalber unfähig, seine bisherige Tätigkeit auszuüben. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses war nicht absehbar, ob und wann er dazu wieder in der Lage sein wird, weshalb die Krankheit seine weitere Eignung zur Ausübung der bisherigen Tätigkeit erheblich in Frage stellte. Unter diesen Umständen bildete die Krankheit einen berechtigten Kündigungsgrund. Demnach war die Beschwerdegegnerin unabhängig davon, ob sie die Kündigung auf Grund der Krankheit aussprach, gehalten, diese in einem qualifizierten Arbeitszeugnis zu erwähnen. Damit ist eine Verletzung von Art. 330a OR zu verneinen, ohne dass der subjektive Kündigungsgrund bzw. die entsprechende Rüge des Beschwerdeführers geprüft werden müsste. Nicht entscheiderheblich ist auch, ob die Erwähnung der Krankheit sich allenfalls hätte rechtfertigen können, weil sonst bezüglich der Berufserfahrung ein falsches Bild entstanden wäre.“

Im Arbeitszeugnis nicht zu erwähnen sind dagegen geheilte Krankheiten, welche am Ende eines Arbeitsverhältnisses nicht mehr bestehen und damit die Beurteilung von Leistung und/oder Verhalten des Arbeitnehmers nicht mehr betreffen.

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Auch kurzfristig Beschäftigte können Anspruch auf Krankengeld haben.

Selbstständige und Freiberufler, die freiwillig bei der AOK versichert sind, können sich für das Krankengeld ab der 7. Woche entscheiden.

Sind Sie als Künstler oder Publizist in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert, zahlen wir Ihnen ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld.

Erhalten Sie Arbeitslosengeld I, zahlt es Ihnen die Agentur für Arbeit bei einer Erkrankung bis zu sechs Wochen weiter. Danach können Sie Krankengeld in Höhe des Arbeitslosengeldes erhalten.

Bei der AOK ist die persönliche Beratung zum Krankengeld ganz selbstverständlich Teil unseres Services. Inzwischen ist dieser Service sogar für alle gesetzlichen Krankenkassen Pflicht, bedarf aber Ihrer Zustimmung. Die Beratung hat für Sie viele Vorteile, denn Ihr persönlicher Berater

  • betreut Sie während Ihrer Arbeitsunfähigkeit individuell und umfassend,
  • erklärt Ihnen, worauf Sie bei der Beantragung von Krankengeld achten müssen, und unterstützt Sie bei den Formalitäten,
  • hilft Ihnen bei der Vereinbarung erforderlicher Behandlungstermine,
  • unterstützt Sie bei der stufenweisen Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag,
  • berät Sie beim Ausfüllen notwendiger Anträge, beispielsweise für Reha-Maßnahmen und
  • steht für Ihre Fragen gern zur Verfügung.

Beziehen Sie während Ihrer Erkrankung bestimmte andere Geldleistungen, ruht Ihr Anspruch auf Krankengeld. Dazu zählen unter anderem:

  • Entgeltfortzahlung Ihres Arbeitgebers
  • Arbeitslosengeld
  • Mutterschaftsgeld
  • Übergangsgeld
  • Kurzarbeitergeld und
  • Versorgungskrankengeld.

Der Krankengeldanspruch ruht außerdem,

  • wenn Sie Ihre Arbeitsunfähigkeit der Krankenkasse nicht spätestens innerhalb einer Woche gemeldet haben oder
  • wenn Sie während Ihrer Arbeitsunfähigkeit eine Urlaubsreise ins Ausland ohne vorherige Zustimmung der Krankenkasse antreten.

Achten Sie bitte darauf, uns Ihre Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig zu melden. Auch wenn Sie eine Reise antreten möchten oder sich Ihre persönliche Situation ändert, sprechen Sie uns an.

Die AOK unterstützt Sie bei einer stufenweisen Wiedereingliederung in Ihren Beruf und arbeitet dabei eng mit Ihnen, Ihrem Arzt und Ihrem Arbeitgeber zusammen.
So könnten Sie beispielsweise statt wie bisher acht Stunden zunächst nur vier Stunden täglich arbeiten. In dieser Zeit zahlen wir Ihr Krankengeld weiter. Soweit Ihr Arbeitgeber Ihnen Gehalt zahlt, verringert sich das Krankengeld.

Ziel einer medizinischen Rehabilitation ist die dauerhafte Wiedereingliederung ins Arbeitsleben nach einer schweren Erkrankung oder Operation. Die Rehabilitation kann ambulant oder auch stationär erfolgen. Für Arbeitnehmer bietet sich in vielen Fällen ergänzend eine stufenweise Wiedereingliederung in den Beruf an.

Für Rehabilitationsmaßnahmen ist die Rentenversicherung zuständig. Sie trägt in der Regel auch die Kosten. Wir unterstützen Sie bei der Beantragung einer Maßnahme und klären gegebenenfalls offene Fragen mit dem zuständigen Leistungsträger.

Nehmen Sie im Laufe der Krankengeldzahlung an einer medizinischen Reha-Maßnahme der Rentenversicherung teil, brauchen Sie den täglichen Zuzahlungsbetrag von zehn Euro für den Aufenthalt nicht zu zahlen.

Sie beziehen eine Rente und arbeiten zusätzlich? Dann können Sie – je nach Rentenart – trotzdem Krankengeld erhalten. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern.

Sie erhalten Krankengeld und bekommen währenddessen eine Rente zugebilligt? Dann wird das Krankengeld gekürzt oder es entfällt. Dies gilt auch für ausländische Renten und vergleichbare Leistungen.

Bei einigen Rentenarten verringert sich die Krankengeldhöhe um den Betrag der Rente, zum Beispiel bei

  • Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung
  • Rente wegen Berufsunfähigkeit
  • Teilrente wegen Alters.

Sie haben keinen Anspruch auf Krankengeld, wenn Sie eine der folgenden Leistungen erhalten:

  • Vollrente wegen Alters
  • Rente wegen voller Erwerbsminderung
  • Rente wegen Erwerbsunfähigkeit
  • Vorruhestandsgeld oder Ruhegehalt.

Ihr Krankengeldanspruch endet in diesem Fall einen Tag, bevor die Rente beginnt.

Persönlich und nah mit unseren Geschäftsstellen

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Der AOK-Portalnewsletter schickt monatlich die neuesten Meldungen aus den Bereichen Medizin, Fitness, Ernährung, Karriere und Gesundheit in Ihr Postfach.

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Im Ein­zel­nen fin­den Sie In­for­ma­tio­nen zu der Fra­ge, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ne Kün­di­gung we­gen Krank­heit im Sin­ne des Kün­di­gungs­schutz­ge­set­zes (KSchG) so­zi­al ge­recht­fer­tigt ist und wel­che Fall­kon­stel­la­tio­nen die Recht­spre­chung da­bei un­ter­schei­det.

Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, wann ei­ne Kün­di­gung we­gen Krank­heit in je­dem Fall un­wirk­sam ist und wel­che Fol­gen es in ei­nem Kün­di­gungs­schutz­ver­fah­ren hat, wenn der Ar­beit­ge­ber vor Aus­spruch ei­ner krank­heits­be­ding­ten Kün­di­gung kein kor­rek­tes Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ment (BEM) durch­ge­führt hat.

von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Fach­an­walt für Ar­beits­recht, Ber­lin

Ei­ne krank­heits­be­ding­te Kündi­gung ist ei­ne Kündi­gung, die der Ar­beit­ge­ber we­gen er­heb­li­cher krank­heits­be­ding­ter Ver­tragsstörun­gen aus­spricht.

Wenn Ihr Ar­beits­verhält­nis un­ter das Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) fällt und Sie da­her all­ge­mei­nen Kündi­gungs­schutz ge­nießen, braucht Ihr Ar­beit­ge­ber nicht nur für ei­ne außer­or­dent­li­che, son­dern auch für ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung ei­nen vernünf­ti­gen Grund, da­mit die Kündi­gung wirk­sam ist.

Das KSchG bie­tet dem Ar­beit­ge­ber drei Gründe an, nämlich

Die krank­heits­be­ding­te Kündi­gung ist der wich­tigs­te Un­ter­fall der (or­dent­li­chen) Kündi­gung aus Gründen in der Per­son des Ar­beit­neh­mers (per­so­nen­be­ding­te Kündi­gung).

Als "krank­heits­be­ding­te Kündi­gung" be­zeich­net man da­her ei­ne vom Ar­beit­ge­ber aus­ge­spro­che­ne per­so­nen­be­ding­te Kündi­gung, mit der ei­nem Ar­beit­neh­mer, der durch das KSchG geschützt ist, (trotz­dem) in recht­lich zulässi­ger Wei­se or­dent­lich gekündigt wer­den kann, falls der Ar­beit­neh­mer auf­grund sei­ner Krank­heit den Ar­beits­ver­trag künf­tig nicht mehr erfüllen kann.

Ist die Kündigung während einer Krankheit zulässig?

Nach dem Ar­beits­recht der ehe­ma­li­gen DDR (§ 58d Ar­beits­ge­setz­buch der DDR) war die Kündi­gung ei­nes Ar­beit­neh­mers während ei­ner Krank­heit aus­ge­schlos­sen, d.h. als Ar­beit­neh­mer war man vor dem Aus­spruch ei­ner Kündi­gung während der Dau­er ei­ner Krank­heit si­cher.

Dies war nach bun­des­deut­schem Recht nie­mals so und ist auch heu­te an­ders: Das KSchG schützt den Ar­beit­neh­mer ent­ge­gen ei­ner weit­ver­brei­te­ten An­sicht mit­nich­ten vor ei­ner Kündi­gung, die während ei­ner Krank­heit aus­ge­spro­chen wird.

Um­ge­kehrt gilt: Die Krank­heit des Ar­beit­neh­mers kann un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen so­gar der Grund für ei­ne Kündi­gung durch den Ar­beit­ge­ber sein.

Wann kann Ihr Arbeitgeber wegen Krankheit kündigen?

Nach der Recht­spre­chung müssen die fol­gen­den drei Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen, da­mit ei­ne krank­heits­be­ding­te Kündi­gung wirk­sam ist (fehlt auch nur ei­ne die­ser Vor­aus­set­zun­gen, ist die Kündi­gung un­wirk­sam):

  1. Es müssen zum Zeit­punkt der Kündi­gung Tat­sa­chen vor­lie­gen, die die Pro­gno­se wei­te­rer Er­kran­kun­gen des Ar­beit­neh­mers in dem bis­he­ri­gen Um­fang recht­fer­ti­gen. Die­se Vor­aus­set­zung heißt "ne­ga­ti­ve Ge­sund­heits­pro­gno­se".
  2. Es muß fest­ste­hen, daß die zu er­war­ten­den Fehl­zei­ten des Ar­beit­neh­mers zu ei­ner er­heb­li­chen Be­ein­träch­ti­gung der be­trieb­li­chen oder wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers führen. Ei­ne sol­che In­ter­es­sen­be­ein­träch­ti­gung liegt vor al­lem dann vor, wenn es auf­grund der Fehl­zei­ten des Ar­beit­neh­mers zu Störun­gen des Be­triebs­ab­laufs oder zu er­heb­li­chen Be­las­tun­gen des Ar­beit­ge­bers mit Lohn­fort­zah­lungs­kos­ten kommt.
  3. Sch­ließlich muß ei­ne In­ter­es­sen­abwägung vor­ge­nom­men wer­den. Sie muß zu­guns­ten des Ar­beit­ge­bers aus­ge­hen, d.h. sie muß er­ge­ben, daß ihm bei ei­ner um­fas­sen­den Abwägung der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen un­ter Berück­sich­ti­gung der Dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses, der Krank­heits­ur­sa­chen, der Fehl­zei­ten ver­gleich­ba­rer Ar­beit­neh­mer und des Le­bens­al­ter des Ar­beit­neh­mers die oben fest­ge­stell­te Be­ein­träch­ti­gung sei­ner In­ter­es­sen (sie­he Punkt 2.) nicht mehr wei­ter zu­ge­mu­tet wer­den kann.

Wie ge­sagt müssen die­se drei Vor­aus­set­zun­gen al­le­samt vor­lie­gen. Fehlt auch nur ei­ne, ist die Kündi­gung un­wirk­sam.

Muss der Arbeitgeber vor der Kündigung eine Abmahnung aussprechen?

Nein. An­ders als bei der Kündi­gung aus ver­hal­tens­be­ding­ten Gründen wird dem Ar­beit­neh­mer bei ei­ner krank­heits­be­ding­ten Kündi­gung kei­ne Ver­let­zung des Ar­beits­ver­tra­ges zum Vor­wurf ge­macht. Für Krank­hei­ten kann man nichts.

Da­her ist vor Aus­spruch ei­ner Kündi­gung aus krank­heits­be­ding­ten Gründen kei­ne Ab­mah­nung des Ar­beit­neh­mers er­for­der­lich.

Welche Fallkonstellationen gibt es bei der Kündigung wegen Krankheit?

Die Recht­spre­chung der Ar­beits­ge­rich­te un­ter­schei­det bei der krank­heits­be­ding­ten Kündi­gung vier ty­pi­sche Fall­kon­stel­la­tio­nen oder Fall­grup­pen, bei de­nen die oben ge­nann­ten drei Vor­aus­set­zun­gen in je­weils et­was an­de­rer Wei­se zu prüfen sind. Hier­bei han­delt es sich um die fol­gen­den Fall­kon­stel­la­tio­nen:

1. Fall­kon­stel­la­ti­on - häufi­ge Kurz­er­kran­kun­gen: Der Ar­beit­neh­mer ist vor Aus­spruch der Kündi­gung im­mer wie­der für kürze­re Zeit, d.h. für ei­ni­ge Ta­ge oder Wo­chen ar­beits­unfähig krank, so daß die Fehl­zei­ten auf Dau­er ein Aus­maß er­rei­chen, das der Ar­beit­ge­ber nicht mehr hin­neh­men muss.

2. Fall­kon­stel­la­ti­on - dau­ern­de Ar­beits­unfähig­keit: Bei Aus­spruch der Kündi­gung steht fest, dass der Ar­beit­neh­mer auf Dau­er ar­beits­unfähig krank blei­ben wird, d.h. daß ei­ne Wie­der­her­stel­lung der Ar­beitsfähig­keit aus­zu­sch­ließen ist.

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آمين- Amien -- Amen.

قُلْ هُوَ ٱللَّهُ أَحَدٌ - Qul huwa llahu ahad -- Sprich: Er ist der eine Gott

ٱللَّهُ ٱلصَّمَدُ - Allahu ssamad -- GOTT, der Alleiniger

لَمْ يَلِدْ وَلَمْ يُولَدْ - Lam yalid wa lam yulad -- Er zeugt nicht und wird nicht gezeugt

وَلَمْ يَكُن لَّهُۥ كُفُوًا أَحَدٌۢ - Wa lam yakun lahu kufuwan ahad -- und keiner ist ihm gleich.

سبحان ربي الاعلئ - Subhana rabbiya laґla -- Gepriesen sei mein oberster Gott

سبحان ربي الاعلئ - Subhana rabbiya laґla -- Gepriesen sei mein oberster Gott

Alle diese Bewegungen (Verhalten und Lesung) sind eine Rakaa.

تشهد - Attaschahhud -- Glaubenszeugnis

الصَّلَـواتُ الطَّيِّـبات للهِ - Assalawatu attayyibatu lillah -- Die guten Gebete seien GOTT

السَّلامُ عَلَيکَ أَيُّها النَّبِيُّ وَ رَحمَةُ اللهِ وَ بَرَکاتُه - Assalamu aliaka ayyuha nnabiiyyu wa rahmatu llahi wa barakatuh -- Friede sei mit Dir, o Prophet, und mit Dir seien auch Erbarmen und Segen GOTTES

السَّلامُ عَلَينا وَ عَلَی عِبادِ اللهِ الصَّالِحين - Assalamu alaina wa ala ibadi llahi ssalihien -- Friede sei mit uns und mit den guten Dienern GOTTES

وَ أَشهَدُ أَنَّ مُحَمَّدًا عَبدُهُ وَ رَسُولُه - Wa aschhadu anna mahammadan abduhu wa rasuluh -- Und ich bezeuge dass Muhammad der Diener und Gesandte GOTTES ist

السَّلامُ عَلَيکُم - Assalamu alaykum -- Friede sei mit euch

السَّلامُ عَلَيکُم - Assalamu alaykum -- Friede sei mit euch

Das Gebet ist jetzt vollendet.

Wenn das Gebet jedoch aus vier Rakaas besteht, wie zum Beispiel Dohr, Asr und Ischa, oder aus drei Rakaas, wie nur das Maghribgebet, musst du die Tahiyya ohne Assalamu alaykum zu sagen beenden.

Du musst aufstehen nachdem du gesagt hast:

وَ أَشهَدُ أَنَّ مُحَمَّدًا عَبدُهُ وَ رَسُولُه - Wa aschhadu anna mahammadan abduhu wa rasuluh -- Und ich bezeuge dass Muhammad der Diener und Gesandte GOTTES ist

Nachdem du die dritte Rakaa oder zwei Rakaas gemacht hast, sagst du zum zweiten Mal "Attahiyyatu". Danach drehst du deinen Kopf nach rechts und sagst: Assalamu alaykum. Darauf drehst du ihn nochmals nach links und sagst: Assalamu alaykum.

محمد رسول الله - muhammadun rasalu llah -- Muhammad ist der Gesandte GOTTES

لاَ تَأْخُذُهُ سِنَةٌ وَلاَ نَوْمٌ - La taakhuduhu sinatun wa la naum -- Nicht ergreift Ihn Schlummer und nicht Schlaf.

لَهُ مَا فِي السَّمَاوَاتِ وَمَا فِي الأَرْضِ - Lahu ma fi ssamawati wa ma fi lard -- Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden.

وَلاَ يَؤُودُهُ حِفْظُهُمَا - Wala yauduhu hifduhuma -- und nicht beschwert ihn bei der Hut.

وَهُوَ الْعَلِيُّ الْعَظِيمُ - Wa huwa lґaliyyu lґadiem -- Denn Er ist der Hohe, der Erhabene.

Dann musst du 33 mal wiederholen:

الحمد لله - Al hamdu li llah -- GOTT sei Dank (33 mal)

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Münchhausen-Syndrom: Krank sein wollen als Krankheit

Sie erzählen unglaubliche Geschichten, erfinden Krankheiten und verletzen sich selbst. All das nur, um ins Krankenhaus zu kommen. Denn dort bekommen Menschen mit Münchhausen-Syndrom die Aufmerksamkeit, die sie so dringend brauchen.

Lebensfrohe Geister können es sich nur schwer vorstellen: Es gibt tatsächlich Menschen, die scheinbar unbedingt krank sein wollen und Spitalsaufenthalte anstreben. Auf dem Weg zu diesem Ziel scheuen sie teilweise sogar vor Selbstverletzungen nicht zurück und nehmen unnötige, auch schmerzhafte Untersuchungen und Therapien gerne in Kauf. Als Münchhausen-Syndrom (artifizielle Störung, Artefaktkrankheit) bezeichnet man diese psychische Störung ungeklärter Ursache. Mit den fröhlichen Geschichten seines Namensgebers, dem “Lügenbaron“ Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, hat das eigenartige Gebaren aber wenig zu tun. Ebenso wie dessen unterhaltsame Storys dient das gesundheitsschädigende Verhalten der Patienten mit Münchhausen-Syndrom jedoch der Erlangung von Aufmerksamkeit, auch wenn dabei die Wahrheit auf der Strecke bleibt.

Einfach nur Simulanten sind Menschen mit Münchhausen-Syndrom trotzdem nicht, denn ihre Täuschungsmanöver sind Ausdruck eines krank- und zwanghaften unbewussten psychischen Drangs, nicht einer wohl überlegten, berechnenden Taktik mit klar definiertem Ziel (z.B. Frühpensionierung).

Patient sein wollen – das ist vordergründig das Bestreben von Menschen mit Münchhausen-Syndrom. Sie erreichen es mittels Vortäuschung, Verstärkung oder sogar mutwilliger Erzeugung von Krankheitszeichen. Diese Manipulationen lösen oft die Veranlassung zahlreicher kostspieliger diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen aus, die dicke Krankenhausakten – meist mehrerer Kliniken – füllen. Das Spital wird für Münchhausen-Patienten quasi zur “Ersatzheimat“.

In puncto Einfallsreichtum beim Vortäuschen von Krankheiten lassen die – oft medizinisch versierten und in entsprechender Fachliteratur kundigen – Münchhausen-Patienten nichts zu wünschen übrig. Von Magen-Darm-Erkrankungen, Hautproblemen über Wirbelsäulen-Beschwerden, Anfallsleiden und Gangstörungen bis hin zum Herzinfarkt oder Wahnvorstellungen – die Palette an Symptomen ist groß. Wobei bevorzugt körperliche Beschwerden vorgespiegelt werden, denn seelische bergen die “Gefahr“, bei einem professionellen Kenner der eigentlichen Störung, also einem Psychologen, Psychotherapeuten oder Facharzt für Psychiatrie zu landen und enttarnt zu werden. Auch in der Fälschung von Laborwerten (z.B. Blutbeimengungen in Stuhl oder Urin, künstlich herbeigeführte Unterzuckerung usw.) Krankheitszeichen (z.B. Fieberthermometer erwärmen) und medizinischen Unterlagen sind vom Münchhausen-Syndrom Betroffene Meister.

Verwunderlich erscheint, dass ihre Manipulationen häufig recht lange nicht vom medizinischen Personal durchschaut werden. Hier gehen raffinierte Strategien der Münchhausen-Patienten und das stressgeplagte, zugleich übervorsichtige Medizinsystem Hand in Hand. Die Patienten wissen, wie sie Beschwerden glaubhaft schildern und überzeugend präsentieren sowie stattgehabte Erkrankungen geschickt einflechten müssen, um potenzielle Behandler dazu zu bringen, sie nicht abzuwimmeln, sondern weiterführende Untersuchungen zu veranlassen. Und sie verfügen über genug Erfahrung, wann (stressreiche Episoden), wodurch und wo es am besten gelingt, in ein Spital aufgenommen zu werden. Da Ärzte eine Erkrankung kaum vollständig ausschließen können und sie ihre Sorgfaltspflicht nicht verletzen wollen und dürfen, geben sie dem Begehren der Münchhausen-Patienten meist nach. Letztere suchen schlauerweise nicht immer denselben Doktor respektive nicht ständig das gleiche Krankenhaus auf, brechen aber eine Behandlung meistens ab, wenn ein Mediziner den Verdacht auf eine psychische Erkrankung äußert.

Genügt die Schilderung von Symptomen nicht oder wollen sie einen Beweis für ihr Krankseins erbringen, greifen Menschen mit Münchhausen-Syndrom sogar zum Äußersten. Sie führen Selbstschädigungen durch, die teilweise trickreich, teilweise grausam anmuten. Medikamente werden missbraucht, um Krankheitszeichen (z.B. Einnahme von Schilddrüsenhormonen zur Vortäuschung einer Schilddrüsenüberfunktion, Spritzen von Insulin zwecks Unterzuckerung) auszulösen, was gefährlich bis lebensbedrohlich sein kann. Oder die hoffnungsvollen Patienten legen im wahrsten Sinn des Wortes Hand an sich, indem sie beispielsweise Hautleiden hervorrufen durch das Aufbringen von aggressiven Substanzen (z.B. Säuren, Laugen) oder Einspritzen schmutziger Lösungen (z.B. Spülwasser), durch intensives Reiben zur Schaffung von Blutergüssen oder Strangulationen zur Erzeugung eines Lymphstaus. Auch hier sind dem Ideenreichtum keine Grenzen gesetzt.

Eine besondere Rolle bei vielen dieser Manöver spielt Blut. Selbst herbeigeführte Blutungen oder Aderlässe verursachen eine Blutarmut. Eingebrachtes Eigen- oder auch Fremdblut, ja selbst zugefügte Verletzungen simulieren Scheiden-, Blasen- oder Darmblutungen. Ebenso wenig verschont von Manipulationen bleiben Operationsnarben, was gewöhnlich in einer “unerklärlichen“ und damit abklärungswürdigen Wundheilungsstörung endet.

Es geht oft lange gut – das “Spiel“ mit den behaupteten oder provozierten Krankheitszeichen und den begehrten nachfolgenden Spitalsaufenthalten. Doch irgendwann fällt es meist auf, dass hier etwas nicht stimmt. Hinweise auf einen Münchhausen-Patienten können sein:

  • ein auffallendes Medizinwissen, auch ohne berufsmäßige Zugehörigkeit zum Ärzte- oder Schwesternstand
  • eine ungewöhnliche, ja geradezu sklavische Leidensbereitschaft hinsichtlich jeglicher, auch sehr unangenehmer Eingriffe
  • eine seltsame Gleichgültigkeit bezüglich der Untersuchungsergebnisse bzw. des Heilungsverlaufs
  • übertriebene und dramatische Darstellungen der Krankengeschichte
  • eine Pseudologia phantastica, d.h. eine Neigung zum Erzählen von Lügengeschichten, nicht nur bezüglich der Symptome, sondern auch der Lebensumstände
  • häufige Selbstentlassungen entgegen ärztlichen Rat

Am wichtigsten zur Erkennung eines Münchhausen-Syndroms ist, dass Ärzte das Vorliegen eines solchen bizarren Krankheitsbildes überhaupt in Betracht ziehen und bei begründetem Verdacht auch ansprechen. Das Resultat kann sein, dass der Münchhausen-Patient mit recht großer Sicherheit verschwindet, da er fürchtet, überführt zu werden. Gut, weil ihm dadurch etwaige weitere unnötige Eingriffe erspart bleiben. Schlecht, weil er womöglich inmitten eines Heilungsprozesses (z.B. nach einer Operation) die Flucht ergreift, sich woanders wieder aufnehmen lässt und somit dem Problem nicht stellt.

Trotz alledem muss ein Arzt um festzustellen, ob wirklich ein Münchhausen-Syndrom vorliegt, zunächst organische Erkrankungen ausschließen und eventuelle selbst zugefügte Schäden behandeln. Zur Sicherung der Diagnose dienen psychologische bzw. psychiatrische Verhaltensbeobachtungen, ausführliche Gespräche und Fragebögen zur Persönlichkeit.

Bei dieser milderen Art von selbstmanipulierter Krankheit, die im Gegensatz zum Münchhausen-Syndrom vorwiegend das weibliche Geschlecht betrifft und die gehäuft bei medizinischen Berufsgruppen (z.B. Pflegepersonal, medizinisch-technische Dienste) auftritt, kommt es zwar zu einem ähnlichen Beschwerdebild, aber mit weniger krass ausgeprägtem Verhalten (z.B. keine abrupte Spitalsflucht bei nicht wunschgemäßer Behandlung, kein exzessives “Krankenhauswandern“). Weiterer Unterschied zum Münchhausen-Syndrom: Ein Mimikry-Phänomen (eigentliche Artefakt-Krankheit, heimliche Selbstmisshandlung) geht nicht mit schwerwiegenden psychosozialen Konsequenzen einher, d.h. die Betroffenen bleiben in der Regel beruflich und familiär integriert.

Auch wenn sich die genauen Ursachen des Münchhausen-Syndroms bisher nicht zu erkennen geben, scheinen einige Faktoren seine Entstehung zu begünstigen. In Betracht gezogen werden etwa ein Aufwachsen unter sehr negativen Bedingungen, ein erlittenes Trauma, das in den Handlungen neu in Szene gesetzt wird, oder auch Persönlichkeitsstörungen sowie ein Zwang zur Verleugnung der eigenen Identität bzw. zum permanenten Wechsel derselben. Auffallend ist eine deutlich beeinträchtigte Bindungsfähigkeit bis hin zu kompletter sozialer Entwurzelung, häufig auch ein unruhiges Herumreisen. Ein bisschen hat das Phänomen einen Hauch von Spielertum, vielleicht mit dem Kick auszuprobieren, ob man als Falschspieler entlarvt wird oder nicht.

Die Behandlung des Münchhausen-Syndroms gestaltet sich schwierig bis aussichtslos, denn es fehlt an Krankheitseinsicht. Eine ev. hilfreiche Psycho- oder Verhaltenstherapie wird deshalb kaum angestrebt.

Datum: 1. August 2014

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Karl C. Mayer , Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Bei der ALS erkranken die Vorderhornzellen im Rückenmark und die motorischen Hirnnervenkerne im unteren Teil des Hirnstamms. Nervenimpulse die vom Gehirn ausgehen können so nicht mehr zur Muskulatur weitergeleitet werden. Die Kontrolle über die Muskulatur geht verloren. Da die entsprechenden Muskelzellen nicht mehr benutzt werden können, schrumpfen sie. Der Name beschreibt die Degeneration von motorischen Nervenfasern, die vom Gehirn ins Rückenmark ziehen mit Verlust von myelinisierten Nervenfasern und einer Gliose. Die Schädigung ist meist am ausgeprägtesten im unteren Rückenmark betrifft aber auch den Hirnstamm und sogar die Capsula interna. Die Veränderungen zeigen sich deutlich in den motorischen Vorderwurzeln des Rückenmarkes, wären die hinteren für die Sensibilität zuständigen Wurzeln intakt bleiben.
Auch nicht mit den Lähmungen zusammenhängende Hirngebiete werden geschädigt. Bei vielen Verstorbenen finden sich Ubiquitinpositive Einschlusskörperchen im Gehirn dort besonders in Nervenellen des Hippocampus und frontotemporalen Nervenzellen. Letztere können für die manchmal vorkommenden kognitiven Defizite verantwortlich sein.

Der bekannte Baseballspieler, Lou Gehrig’s der Physiker Stephen Hawking, Mao Tsetung, David Niven haben darunter gelitten In Deutschland besonders bekannt ist der Maler Jörg Immendorff, der offen über seine Erkrankung und die diversen unternommenen unkonventionellen Heilversuche spricht.

Symptome: Schwäche und Atrophie der Muskeln, Faszikulationen und Muskelkrämpfe, Spastik, Dysarthrie, Dysphagie, Dyspnoe, emotionale Labilität. Wenn 30-50 % der Nervenzellen geschädigt sind, kommt es zu Muskelschwäche und Muskelschwund. Die gelähmten Muskeln scheinen dabei manchmal recht lebendig, da es bei dieser Erkrankung häufig zu unwillkürlichen Muskelzuckungen (Faszikulationen) oder wenn es die Zunge betrifft zu Fibrillationen kommt. You Tube Video mit Faszikulationen und Muskelatrophien. Eine Betroffene berichtet (engl.) Faszikulationen Die obersten motorischen Nervenzellen die Vorderhornzellen entsprechen liegen im Hirnstamm wenn dieser betroffen ist, ist die Augen (sehr selten)-,Sprach-, Kau- und Schluckmuskulatur geschwächt. Diese Form der ALS nennt man progressive Bulbärparalyse. Da auch darüber liegende zentrale motorische Nervenzellen der Hirnrinde und ihrer Verbindungen zum Rückenmark betroffen sein können kommt es bei vorhandener Schwäche auch zu einer Erhöhung der Muskelanspannung im Sinne einer Spastik. Die ALS betrifft nur das motorische Nervensystem (das für die Steuerung der Muskeln zuständig ist). Die Empfindung für Berührung, Schmerz und Temperatur, das Sehen, Hören, Riechen und Schmecken, die Funktionen von Blase und Darm sind nicht betroffen. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen ist auch die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. 2-5% der Patienten mit ALS leiden zusätzlich an einer frontotemporalen Demenz. Neuropsychologische Untersuchungen und die funktionelle Bildgebung zeigen, dass auch Patienten mit klassischer ALS neuropsychologische Defizite aufweisen können. Zu Lebzeiten nur motorisch betroffene Patienten zeigen neuropathologisch oft Atrophien des frontotemporalen Kortex. Umgekehrt finden sich bei Patienten mit frontotemporaler Demenz, die klinisch keine motorischen Einschränkungen aufweisen, neuropathologisch Atrophien der spinalen und bulbären Motoneurone. Ungeklärt ist, ob es sich bei der ALS mit neuropsychologischen Störungen um eine distinkte nosologische Entität handelt oder um einen Teil eines kontinuierlichen Spektrums, das von rein motorischen zu rein neuropsychologischen Symptomen verläuft. Im Verlauf droht den Patienten der langsame Erstickungstod, da die Atemmuskulatur regelmäßig betroffen wird. (A. Flöel, H. Lohmann, S. KnechtDer Nervenarzt 12/2002). Etwa 4% der Patienten leben länger als 10 Jahre mit der Erkrankung. Sekundär zu den Krankheitssymptomen kommt es bei vielen Patienten zu psychischen Störungen, Schlafstörungen, Verstopfung, Speichelfluss, verdicktem Bronchialsekret, Symptomen der chronischen Atemnot und Hypoventilation, Schmerzen M R Turner, et al., Prolonged survival in motor neuron disease: a descriptive study of the King’s database 1990–2002 J Neurol Neurosurg Psychiatry 2003; 74: 995-997. [Abstract] [Full text] [PDF] J D Mitchell, G D Borasio Amyotrophic lateral sclerosis Lancet 2007; 369: 2031–41

  • Schädigungs-Zeichen des oberen oder 1. Motoneurons: pathologische Reflexe oder gesteigerte Eigenreflexe, Kloni, spastische Tonuserhöhung, erhaltene Reflexe trotz Atrophie der Gliedmaße,
  • Schädigungs-Zeichen des unteren oder 2. Motoneurons: Schwäche, Atrophie, Faszikulationen

Häufigkeit: 1-3 Fälle / 100000 Einwohner / Jahr oder etwa 6/100 000 Einwohner die derzeit mit der Erkrankung leben. Weltweit schätzungsweise 150000 ALS-Fälle, in Deutschland gibt es etwa 6000 Patienten mit einer ALS. An der sporadischen (nicht erblichen) Form leiden 90-95%, an der familiären Variante 5- 10%. Männer > Frauen (3:2). Bei etwa 5% der ALS-Patienten kommen weitere Krankheitsfälle in der Familie vor. Bei der sporadischen Form scheint häufig eine Mutation eines einzelnen Nukleotides im FLJ10986- Gen eine Rolle zu spielen. (N Engl J Med 2007;357:775-88). Das potentielle Substrat für FLJ10986 ist bisher nicht bekannt, damit ist auch nicht bekannt, wie es zur Auslösung der sporadischen Form der ALS beiträgt. ALS beginnt meist zwischen 50 und 70 Jahren, kann aber auch jüngere Menschen treffen. Die ALS tritt als sporadische (spontane) Form, familiäre Form (seltener, ca. 5-10% der Fälle), endemische (nur in einer bestimmten Region vorkommende, z.B. Guam, Kii Halbinsel) Form auf. ALS scheint bei Weißen häufiger zu sein als bei Afroamerikanern, Lateinamerikanern oder Asiaten. Die Ursache der ALS ist weiter unklar. Manche Studien weisen darauf hin, dass ein vererbtes Retrovirus verantwortlich sein könnte. Im Blut von ALS- Patienten und deren Blutsverwandten wurde eine im Vergleich zu Kontrollpersonen signifikant höhere Prävalenz der reversen Serumtranskriptase- Aktivität gefunden.

Vesikel-assoziiertes Membranprotein/Synaptobrevin-assoziiertes Membranprotein B ( VAPB ) Gen

CHMP2B (charged multivesicular body protein 2B),

Die Diagnose wird oft erst sehr spät im Verlauf gestellt. Interessant ist dabei die Feststellung, dass der Hausarzt 3x schneller auf die Idee kommt und seine Patienten zum Neurologen zur Abklärung schickt als dies andere Fachärzte wie Rheumatologen tun. (Vorläufige Ergebnisse der „From First Symptoms to Diagnosis Study" Rh�ne-Poulenc Rorer GmbH. Es handelt sich um eine Ausschlußdiagnose. Die Diagnosekriterien der ALS sind als "El Escorial-Kriterien" international standardisiert und werden momentan überarbeitet ("erweiterte El Escorial-Kriterien"). Dies bedeutet, dass die Erkrankung erst diagnostiziert wird, wenn andere (besser behandelbare) Ursachen der Symptome ausgeschlossen sind. Insbesondere eine cervicale Myelopathie, motorische Neuropathien, Autoimmunerkrankungen (MS, Motorische Neuropathie mit multiplen Leitungsblöcken, Myasthenie, Einschlußkörperchen-Myositis, paraneoplastische Syndrome), toxisch infektiös oder durch Stoffwechselerkrankungen bedingte Polyneuropathien. Für diese Ausschlussdiagnostik sind entsprechende laborchemische Untersuchungen und eventuell auch radiologische Untersuchungen wie Kernspintomographien der Halswirbelsäule oder manchmal auch des Kopfes oder ein SSEP erforderlich. Eine Kernspintomographie der Halswirbelsäule oder des Kopfes dient also nicht dem Nachweis der Erkrankung sondern nur dem Ausschluss anderer Ursachen der Lähmungen. Manchmal ist auch eine Untersuchung des Nervenwassers im Rahmen der Ausschlussdiagnostik sinnvoll. Die Bestimmung der Blutgase und eine Lungenfunktionsprüfung kann im Verlauf sinnvoll sein um das Ausmaß der vorhandenen Beeinträchtigung der Atmung besser beurteilen zu können.

Letztlich entscheidend für die Diagnose ist der neurologische Befund und der EMG- Befund. Bei der neurologischen Untersuchung finden sich Zeichen einer Spastik mit gesteigerten Muskeleigenreflexen und einem erhöhten Muskeltonus bei gleichzeitiger Muskelatrophie. Dabei Fehlen in der Regel sensible Ausfallserscheinungen. Der EMG- Befund ist, wenn man einen befallenen Muskel untersucht meistens typisch für die Erkrankung. Kein einzelner Befund alleine kann jedoch die Diagnose wirklich sichern. Genauso nachteilhaft wie zu späte Diagnosen, sind verfrühte und besonders nicht wirklich gesicherte Diagnosen. Ich selbst habe vor ein paar Jahren eine Patientin gesehen, bei der in einer renommierten neurologischen Klinik 12 Jahre zuvor die Diagnose ALS mitgeteilt worden war, und die außer einem leichten Restbefund einer Polyneuropathie beschwerdefrei war. Dabei aber wartete sie immer noch auf das Fortschreiten dieser schrecklichen Krankheit. Die Diagnose sollte deshalb nie von einem Neurologen alleine gestellt werden. Hier ist immer auch eine stationäre Einweisung um eine 2. und 3. Meinung einzuholen sinnvoll. Klinisch und neuropathologisch wird die ALS eingeteilt in die klassische ALS/PBP, bei der neben den Motoneuronen in Rückenmark und Hirnstamm ("zweite Motoneurone") auch die übergeordneten Motoneurone (sog. "erste Motoneurone" oder Betz´schen Riesenzellen) des präzentralen Großhirns zugrunde gehen, die progressive muskuläre Atrophie (PMA), bei der nur die Motoneurone des Vorderhorns zugrunde gehen. Die PMA betrifft dabei mehr als 10% aller ALS-Patienten. Sie führt ebenso zu fortschreitenden Lähmungen an Armen und Beinen, und zu Atemlähmung, seltener oder später aber zur Bulbärsymptomatik (was günstiger ist als bei der ALS). Reflexsteigerungen bzw. Zeichen einer begleitenden Spastik fehlen hier, da das 1. motorische Neuron nicht betroffen ist. Der Verlauf der PMA ist ansonsten dem Verlauf der ALS ähnlich, wobei die Überlebenszeit hauptsächlich wegen der später eintretenden Bulbärsymptomatik länger ist und bei bis zu 2/3 der Patienten bei mehr als 5 Jahren liegen soll. Eine Abgrenzung zu den Erwachsenenformen der spinalen Muskelatrophie ist meist erst durch den bei letzterer Erkrankung gutartigeren Verlauf möglich. Daneben gibt es die primäre Lateralsklerose (PLS), bei der die übergeordneten Motoneurone, nicht jedoch die Motoneurone des Vorderhorns zugrunde gehen.

Häufigste Fehldiagnosen nach Chio J Neurol 1999 246 suppl 3

Die Prognose ist nach wie vor schlecht. Alter, bulbäre Symptome beim Beginn, fehlen eines Partners, weibliches Geschlecht bedingen eine schlechtere Prognose, allgemein gute Gesundheit verbessert die Prognose hinsichtlich der Überlebenszeit. M.A. del Aguila, PhD, W.T. Longstreth, Jr, MD MPH, V. McGuire, PhD, T.D. Koepsell, MD MPH and G. van Belle, PhDPrognosis in amyotrophic lateral sclerosis A population-based study Neurology 2003;60:813-819

Ein für die Behandlung der MS zugelassenes Medikament könnte nach den Ergebnissen von Tierversuchen an Mäusen eine Behandlung der ALS ermöglichen. Glatirameracetat (Copaxone ®), Eiweiß mit Ähnlichkeiten zu Eiweißen in der Nervenscheidewand muss bei MS- Kranken täglich gespritzt werden. Bei Mäusen führt eine Impfung mit Copaxone ® zu einer Lebensverlängerung, Nervenzellen am Gesichtsnerven der Mäuse überlebten doppelt so lange, wenn die Mäuse mit der Substanz geimpft wurden. Akute wie chronische Abbauprozesse von Nerven wurden durch die Substanz verzögert. Die Autoren der Studie vermuten, dass die Substanz über einen Schutz vor dem Autoimmunprozess wirkt, der für die vorzeitige Zerstörung der Vorderhornzellen im Rückenmark und motorischer Nervenzellen verantwortlich ist. Möglicherweise könnte das Medikament auch bei anderen Verletzungen von Nerven den Heilungsprozess beschleunigen.

Tierversuche sind nicht immer auf den Menschen übertragbar. Bis Studien an Menschen überprüft haben, ob eine Wirkung der Substanz auch bei ALS vorhanden ist, wird es noch ein paar Jahre dauern. Das Medikament ist sehr teuer und wird die nächsten Jahre für die Behandlung der ALS nicht zugelassen sein. Bis jetzt gibt es für ALS- Patienten auch noch keinen Grund sich Copaxone ® zu besorgen. Angesichts des bisherigen Mangels an gut wirksamen Behandlungen für diese schreckliche Erkrankung wird es mit Sicherheit bald Studien geben. Diese zu beobachten lohnt sich auf jeden Fall. Die Injektion von Copaxone ® wird meist gut vertragen. Kurzdauernde Reaktion mit Beklemmungsgefühl und Flush-Symptomen wurden berichtet. Juckreiz und Schwellungen an der Injektionsstelle kommen ebenfalls vor. Eine laufende Nase, Tremor; ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche sowie Gewichtszunahmen wurden berichtet. D. N. Angelov et al. PNAS 2003 100: 4790-4795;

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Therapeutische Strategien der ventilatorischen Insuffizienz bei amyotropher Lateralsklerose (ALS)B. Schönhofer Der Nervenarzt 69, S. 312

Molekularbiologische Befunde bei der amyotrophen Lateralsklerose R. Bachus Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Charité, Humboldt-Universität, Berlin –Der Nervenarzt 68/1997, S. 785

Empfehlung der bayerischen Muskelzentren in der DGM zur Heimbeatmung bei neuromuskulären Erkrankungen Erwachsener M. Winterholler Der Nervenarzt 68/1997, S. 351

Bitte beachten Sie, diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist. Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung wo dies nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden. Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten).. Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig. Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. 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"Wann ist man wegen Krankheit von seiner Erwerbsobliegenheit befreit?"

Aus dem Gebot der Eigenverantwortlichkeit und gegenseitigen Rücksichtnahme folgt, sowohl für den Unterhaltsgläubiger, als auch für den Unterhaltsschuldner grundsätzlich die Obliegenheit einer -> Vollzeittätigkeit nachzugehen (-> Erwerbsobliegenheiten nach deutschem Unterhaltsrecht). Wer gegen diese Erwerbsobliegenheit verstößt, dem werden in -> Höhe des erzielbaren Einkommens fiktive Einkünfte zugerechnet (-> Erwerbsobliegenheiten & fiktive Einkünfte). Gründe, die gegen eine zumutbare -> Vollzeittätigkeit sprechen können, sind vielschichtig (-> Voraussetzungen für Erwerbsobliegenheit). Ein Grund gegen die Erwerbsobliegenheit ist die erwerbsmindernde Krankheit. Wie muss die Krankheit -> dargelegt und beweisen werden, damit sie als anerkannter Grund für eine fehlende oder verminderte Erwerbsobliegenheit ins Feld geführt werden kann? Dieses Thema greift der -> Wegweiser zur "Erwerbsobliegenheit bei Krankheit" auf.

Autor: Dr. Schröck - Kanzlei für Familienrecht


Wegweiser zur "Erwerbsobliegenheit bei Krankheit"


I. Situation: Krankheit als Einwand gegen die Erwerbsobliegenheit

Erwerbsobliegenheit oder erwerbsmindernde Krankheit?

Dem von Krankheit Betroffenen obliegt es, seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Einzelnen darzulegen und genau vorzutragen, welche Auswirkungen diese auf seine Erwerbsfähigkeit haben. Nur dann kommt eine Entlastung von der Erwerbsobliegenheit zum tragen (BGH FamRZ 2OO7,2OO). Derjenige, der sich auf krankheitsbedingt geminderte Erwerbsfähigkeit beruft, muss diese im Streifall auch beweisen. Wer sich auf seine Krankheit berufen möchte, um diese einer möglichen -> Erwerbsobliegenheit entgegenzuhalten, sollte sich bereits im Vorfeld eines -> Unterhaltsverfahrens stets um ein ausführliches medizinisches Privatgutachten bemühen und dieses im Prozess vorlegen. Denn die Erkrankungen, aus denen sich eine Erwerbsminderung ergeben sollen, müssen mit einem schriftlich Vortrag dem Gericht im Detail angegeben und dargelegt werden, dass die Krankheit kausal dafür sei, dass sich eine angemessene Erwerbstätigkeit nicht finden lässt und Bewerbungsbemühungen obsolet sind. Dafür muss im Schriftsatz für den Bestreitensfall ein Beweisantrag zur Einholung eines gerichtlich bestellten Sachverständigengutachtens enthalten sein. Einem solchen Beweisantrag braucht jedoch ein Gericht nicht zu folgen, wenn der dazu entsprechende Vortrag schon nicht hinreichend substantiiert, d.h. ausreichend -> dargelegt ist. Erst ein schlüssiger Vortrag von ernsthafter gesundheitlicher Einschränkungen, der die Kausalität zwischen Erkrankung und Erwerbsfähigkeit, veranlasst das Gericht zur die Einholung eines beantragten Sachverständigengutachtens (BVerfG, Beschluss vom 15.02. 2010 - 1 BvR 2236/09). Hierzu muss nicht exakt angeggeben werden zu welchem Grad eine Erwerbsminderung vorliegt. Ungefähre Schätzungen genügen.

(Zitat, Rn 15) "Der Unterhalt begehrende Ehegatte muss (. ) im Einzelnen die Krankheiten, an denen er leidet, angeben und vortragen, inwiefern sich diese auf seine Erwerbsfähigkeit auswirken. Er darf sich nicht generell auf eine Erwerbsunfähigkeit im Sinne des § 1572 BGB berufen, sondern von ihm ist, insbesondere im Hinblick darauf, dass (. ) nur eine teilweise Erwerbsunfähigkeit vorliegen kann, zu verlangen, dass er Art und Umfang der gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Leiden darlegt (Senatsurteil vom 27. Juni 2001 - XII ZR 135/99 - FamRZ 2001, 1291, 1292)."

(Zitat, Rn 13) "Wer sich gegenüber seiner Erwerbsobliegenheit auf eine krankheitsbedingte Einschränkung seiner Erwerbsfähigkeit berufen will, muss grundsätzlich Art und Umfang der behaupteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Leiden angeben, und er hat ferner darzulegen, inwieweit die behaupteten gesundheitlichen Störungen sich auf die Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. Senatsurteile vom 25. Oktober 2006 - XII ZR 190/03 - FamRZ 2007, 200, 201 f. und vom 27. Juni 2001 - XII ZR 135/99 - FamRZ 2001, 1291, 1292).

(Zitat, Rn 14) "Inwieweit die tatsächliche nachhaltige Ausübung einer vollschichtigen Tätigkeit mit dem Vorbringen einer krankheitsbedingten Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit in Einklang gebracht werden kann, ist eine der Beweiswürdigung vorzubehaltende Frage."


♦ Darlegungslast für zumutbare Heilbehandlung (Therapiemaßnahmen)

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Man unterscheidet die Ursache vom Auslöser. Die bipolare Störung selbst kann offenbar nicht vererbt werden, die Anfälligkeit für solch eine Erkrankung möglicherweise schon. Diese Anfälligkeit im Sinne einer besonderen Verwundbarkeit des Gehirnstoffwechsels steht für die Ursache.

Belastende Lebensereignisse, ein Schädelhirntrauma oder Infektionen können dann die Krankheit auslösen. Bei Betroffenen wurde während einer Krankheitsepisode eine veränderte Aktivität des sogenannten limbischen Systems – verantwortlich für das Empfinden und Verarbeiten von Gefühlen – im Gehirn festgestellt. Die veränderte Aktivität bei der Verarbeitung von Gefühlen erklärt, warum gerade Schicksalsschläge eine Erkrankung auslösen können.

Ein Kind mit einem erkrankten Elternteil trägt ein Erkrankungsrisiko von 10 bis 20 %. Sind beide Eltern betroffen, steigt das Risiko für das Kind auf 50 bis 60 %.

Im Vordergrund der bipolaren Erkrankung kann entweder die Manie oder die Depression stehen. Die Diagnose lässt sich erst stellen, wenn beide Stimmungsextreme beobachtet wurden. Es ist wichtig, auch länger zurückliegende Episoden zu hinterfragen.

In der Manie fühlt sich der Betroffene bei gehobener Stimmung voll unbändiger Energie, die Stimmung kann aber auch gereizt sein. Der Schlaf verkürzt sich auf wenige Stunden, ohne zu einem Energieverlust zu führen. Die Betroffenen reden „wie ein Wasserfall“, sind gedanklich sprunghaft und unkonzentriert, überschätzen sich selbst bis hin zum Größenwahn. Alles ist übersteigert: Gesprächigkeit, Geselligkeit, Geldausgaben u.a. – Wesentlich ist in Summe der Kontrollverlust. Häufig ist auch ein allgemeiner Spannungszustand, der verschiedenste Bereich betreffen kann.

Auf die manische Phase kann die Depression entweder direkt als depressive „Nachschwankung“ oder auch später als einzelne Episode folgen. Im Vordergrund stehen dann Energie- und Antriebslosigkeit, Interessensverlust und Lethargie mit genereller Empfindungslosigkeit und Schlafstörungen.

Die umgekehrte Variante mit einem depressiven Beginn ist die häufigere Variante.

Grundlage ist eine Befragung der Betroffenen und der nächsten Angehörigen, vor allem, um zurückliegende Episoden beurteilen zu können. Es soll immer gefragt werden, ob es früher schon ähnliche Phasen oder Episoden gegeben hat, ob es Auslenkungen der Stimmungslage gegeben hat, ob es in der Familie jemanden gibt oder gegeben hat, der Stimmungsschwankungen, Probleme mit Alkohol oder Suizidhandlungen gehabt hat.

Tritt im Krankheitsverlauf zuerst eine Depression auf, kann zunächst nicht entschieden werden, ob es sich um eine unipolare (ohne Stimmungsschwankungen) oder um eine bipolare Depression (mit Stimmungsschwankungen) handelt.

Einige Merkmale weisen aber auf eine bipolare Störung hin: Bei bipolaren Depressionen leiden die Erkrankten häufiger unter Energieverlust, vermehrtem Schlafbedürfnis und gesteigertem Appetit als bei einer unipolaren Depression, vor allem auch natürlich, wenn Familienangehörige die Diagnose einer bipolaren Störung haben. 25 % der bipolaren Erkrankungen beginnen vor dem 20. Lebensjahr.

Andere psychische Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden. Für eine sichere Diagnose muss der Betroffene auch körperlich untersucht werden, um so organische Ursachen (Epilepsie, Hirntumore, Schilddrüsenerkrankungen, die Hormonstörung Cushing-Syndrom u.a.) ausschließen zu können.

Die frühe Diagnose ist sehr wichtig. Je weniger Krankheitsepisoden bis zum Beginn einer entsprechenden Therapie stattgefunden haben, desto besser spricht der Betroffene in der Regel auf die Behandlung an. Außerdem kann durch einen frühen Behandlungsbeginn vermieden werden, dass es zu schweren sozialen Veränderungen kommt.

Die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist einerseits die frühe Diagnose, andererseits die konsequente Weiterführung auch in symptomarmen oder -freien Phasen. Bipolare Störungen sind chronische Erkrankungen, die eine lebenslange Behandlung erfordern.

Die Therapieziele liegen in der Vermeidung von Krankenhausaufenthalten, kurzen Krankenstandszeiten, Minimierung des Leidensdrucks sowie im Abfangen sozialer Probleme. Nur durch die Kombination von regelmäßiger Medikamenteneinnahme und konsequenter Inanspruchnahme von Therapieangeboten können gute und dauerhafte Behandlungserfolge erzielt werden.

Bei der bipolaren Depression sollten Antidepressiva immer mit Medikamenten zur Stabilisierung der Stimmung gegeben werden. Antidepressiva verbessern die depressive Verstimmung und wirken sich auch auf andere Symptome, wie Antriebs- oder Konzentrationsschwäche aus. Manche Antidepressiva haben auch eine beruhigende oder schlafverbessernde Wirkung, ohne selbst Schlaf- oder Beruhigungsmittel zu sein. Sie machen daher auch nicht abhängig. Antidepressiva sollten bei der bipolaren Depression so kurz wie möglich genommen werden.

Lithiumsalze und bestimmte Antikonvulsiva (Antiepileptika, wie etwa Valproinsäure und Carbamazepin) werden zur Behandlung der Manie eingesetzt und wirken darüber hinaus generell stimmungsstabilisierend. Sie werden daher auch als sogenannte Phasenprophylaxe eingesetzt, d.h., sie dienen der Vorbeugung weiterer manischer bzw. depressiver Episoden. Atypische (neuere) Antipsychotika haben sich in der Akutbehandlung der Manie und deren Rückfallverhütung ebenfalls positiv bewährt. Ein bestimmtes Antiepileptikum hat in der Rückfallverhütung der bipolaren Depression einen wichtigen Stellenwert.

Ergänzend zur medikamentösen Therapie sollten wie bei allen psychischen Erkrankungen unbedingt auch nicht medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten wahrgenommen werden, wie spezifische Psychotherapie, Psychoedukation, Schlafentzug bei Depression, Lichttherapie, Selbsthilfegruppen etc. Wesentlich sind auch ein geregelter Tagesablauf bzw. geregelte Arbeitszeiten. Nachtarbeit oder Schichtdienste sind daher für Personen mit einer bipolaren Erkrankung weniger geeignet. Auch hier liegen mit der mTGT (medizinorientierte tiergestützte Therapie) positive Behandlungserfolge vor, da sie in der Lage ist, die Eigenkontrolle der Patienten und damit ihre Sozialisierungsfähigkeit zu verbessern.

Mit einer guten Struktur und gutem Lifestyle.

Es gibt drei wesentliche Verlaufsformen (siehe oben):

  • Bipolar-I-Störung
  • Bipolar-II-Störung
  • Rapid-Cycling

Wann sollte ich einen Arzt bei einer bipolaren Störung aufsuchen?

Eine bipolare Störung ist eine chronische Erkrankung und bedarf einer kontinuierlichen ärztlichen sowie therapeutischen Betreuung. Insbesondere auch wegen der hohen Selbstmordneigung in den ersten jahren der Erkrankung.

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