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Manchmal sind Glück und Verzweiflung zwei Seiten derselben Medaille. So wie die Depression Menschen in den Abgrund reißt, kann ihr Gegenteil – die Manie – sie zu ungeahnten Höhenflügen antreiben. Sie fühlen sich großartig, wenn sie erkranken und erleben meistens nach einiger Zeit den Absturz in die Depression.

Es ist schwer zu sagen, wie häufig bipolare affektive Störungen eigentlich auftreten. Das hat mehrere Gründe. Zum einen wurden die Diagnosekriterien immer wieder verändert, was insgesamt dazu führte, dass bipolare Störungen heute häufiger diagnostiziert werden als früher und auch leichtere Verlaufsformen die Diagnosekriterien erfüllen. (. ) Zum anderen suchen Menschen eher in einer depressiven Phase ärztliche Hilfe und werden dann oft als unipolar depressiv diagnostiziert.

Man kann davon ausgehen, dass etwa 4 Prozent der Bevölkerung einmal oder öfter im Laufe ihres Lebens an einer bipolaren affektiven Störung erkranken. (. )

Wenn sich manische und depressive Episoden abwechseln, spricht man von einer bipolaren Störung. Man unterscheidet dabei noch zwei verschiedene Formen der bipolaren Störung (. ). Wenn sowohl die depressiven Phasen als auch die manischen Phasen voll ausgeprägt sind, spricht man von einer Bipolar I-Störung. Es gibt aber auch Verlaufsformen, bei denen zwar die depressiven Phasen voll ausgeprägt sind, die manischen Phasen aber nur in abgeschwächter Form auftreten. Dann spricht man von einer Bipolar II-Störung.

Gemeinsam ist allen affektiven Störungen, dass zwischen den depressiven oder manischen Erkrankungsphasen meistens längere Intervalle ohne Symptome erlebt werden, in denen die Betroffenen sich relativ gut fühlen und auch Fachkräfte oder Angehörige kaum Auswirkungen der Erkrankung mehr an ihnen wahrnehmen.

Damit eine Manie diagnostiziert werden kann, müssen mindestens drei der folgenden Symptome erfüllt sein:

  • Vermindertes Schlafbedürfnis (. )
  • Aktivitätssteigerung (. )
  • Rededrang (. )
  • Gesteigertes Selbstwertgefühl oder Größenideen (. )
  • Eingeschränktes Urteilsvermögen (. )
  • Gedankenrasen oder Ideenflucht (. )
  • Psychotische Symptome (. )

Verschiedene Modelle versuchen die Entstehung bipolarer Erkrankungen zu erklären. Es leuchtet völlig ein, dass eine Erkrankung mit so unterschiedlichen Phasen sich nicht auf eine einfache Ursache zurückführen lässt. Man nimmt wie bei den meisten psychischen Erkrankungen an, dass genetische, biologische und psychosoziale Ursachen zusammenwirken.

Die genetische Veranlagung scheint bei bipolaren Erkrankungen höher ausgeprägt zu sein als bei unipolaren. Vererbt wird vermutlich eine gewisse Veranlagung, auf Belastungen mit einer raschen Destabilisierung biologischer Rhythmen zu reagieren und so gewissermaßen leicht aus dem Takt zu geraten. (. ) Eine andere biologische Erklärung der Manie könnte in einer nachweisbaren Übererregbarkeit der Betroffenen zu suchen sein. (. )

Psychologische Erklärungsmodelle suchen die Ursache einer bipolaren Störung eher in der Art, wie Betroffene ihren Alltag erleben und bewerten. Es gibt Hinweise darauf, dass bipolare Persönlichkeiten auch außerhalb akuter Krankheitsphasen gewissermaßen zwischen den Extremen schwanken. (. )

Ein anderes psychologisches Erklärungsmodell (. ) nimmt an, dass Menschen mit bipolaren Störungen besonders bemüht sind, soziale Rollen zu erfüllen und den Erwartungen anderer zu entsprechen. (. )

Die medikamentöse Therapie spielt bei bipolaren Störungen eine zentrale Rolle. Außer Antidepressiva gegen die depressiven Phasen werden häufig sogenannte Phasenprophylaktika eingesetzt, z. B. Lithium. Sie tragen dazu bei, extreme Stimmungsschwankungen abzumildern und biologische Rhythmen zu stabilisieren. (. )

Mit Medikamenten allein lässt sich die Erkrankung allerdings nicht bewältigen. Betroffene können durch Beachtung ihrer Frühwarnzeichen, durch rechtzeitiges Gegensteuern und durch Einhaltung fester Rhythmen und zeitlicher Strukturen viel für ihre Krankheitsbewältigung tun. Und Fachkräfte können die Betroffenen dabei unterstützen, ihre Mitte zu finden und so einen sicheren Abstand von den Extremen der Manie und der Depression einzuhalten.

Geregelte Abläufe, gleichmäßige Rhythmen, ausreichender Schlaf und ausgewogene Anforderungen können vor der Entgleisung in die Manie schützen. Doch viele Menschen, vor allem mit bipolaren Erkrankungen, setzen den Bereich der Mitte, der Regelmäßigkeit und Ausgewogenheit mit Langeweile gleich.

In stabilen Phasen haben Menschen mit bipolaren Erkrankungen manchmal das Gefühl, ihr Potenzial nicht wirklich auszuschöpfen, nicht genug aus sich und ihrem Leben zu machen. Sie haben den Eindruck, nur in der Manie ihre Möglichkeiten wirklich zu nutzen. In der Manie haben sie eine extreme Belastbarkeit kennengelernt, enorm viel in kürzester Zeit erledigen können und wenig Schlaf benötigt. Sich mit einem geringeren Arbeitspensum zufriedenzugeben und ausreichend Zeit für Schlaf einzuplanen, fällt ihnen schwer.

Fachkräfte sollten daher mit den Betroffenen daran arbeiten, ein gemäßigtes Haushalten mit den eigenen Kräften als positiven, erstrebenswerten Zielzustand zu bewerten. Wenn es immer nur darum geht, Krisen und manische Episoden zu vermeiden, so ist dies für die Betroffenen auf Dauer wenig erstrebenswert und motivierend. Wenn die eigene Mitte dagegen mit positiven Gefühlen wie Ausgeglichenheit, Leichtigkeit, Lebensfreude und Zuversicht verbunden wird, erscheint sie als erstrebenswertes Ziel.

Die eigene Mitte kann man als den Zustand definieren, in dem man sich im Gleichgewicht fühlt. Diesen Zustand können Betroffene unter anderem an folgenden Punkten erkennen:

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Zum Beispiel können Medikamente die Anzahl manischer bzw. depressiver Episoden einschränken, was sich nun als wichtiger Faktor erweist, betrachtet man den im Gehirn entstehenden Schaden.

"Dieses Ergebnis legt nahe, dass wir uns verstärkt bemühen sollten, manische und depressive Episoden zu verhindern", stimmt Kessing zu.

Die Gruppe um McIntosh wird nun eingehender Faktoren untersuchen, die zum Verlust grauer Hirnmasse beitragen könnten. In diesem Zusammenhang könnten Stresshormone ebenso infrage kommen wie genetische Faktoren.

Forscher weisen darauf hin, dass gelegentlich schlecht gelaunt oder aufgebracht zu sein nicht ausreicht, um das Gehirn zu zerstören. "Es geht nicht darum, einfach launisch zu sein", erklärt Kessing, "diese Patienten leiden an ziemlich schwerwiegenden bipolaren Störungen."

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Bipolare Störung: Verlauf: Vom Licht ins Dunkel und zurück

Einige Monate hält dieser Zustand der „Hypomanie“ – des Hochgefühls – in der Regel an. Die Betroffenen sind zunehmend ausgelassen, kommunikativ, oft auf dem Gipfel ihres Leistungsniveaus, aber auch sprunghaft oder übertrieben selbstbewusst. Unbemerkt und unumgänglich rutschen sie schließlich eine letzte Stufe hinauf, in den Zustand der „Manie“.

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Bin Mitte 30, habe nach 4 Versuchen endlich einen kompetenten Psychiater gefunden, 350km von meinem Wohnort entfernt. Seroquel Quilonum Venlafaxin haben mich stabilisiert und ich kann endlich wieder langfristig planen. Denn die Leistungseinbrüche haben ein normales Leben, trotz abgeschlossenem Ingenieursstudium unmöglich gemacht. Kann auf 10 Jahre Fehldiagnosen zurückblicken.

Seit über 30 Jahren der Überflieger mit vielen Bruchlandungen und schweren Burn-outs. Erst mit den Medikamenten Litium und Citralopram und einem spitzen Psychiater bin ich seit 3 Jahren auf guten Wegen. Der Artikel könnte auf mich zutreffen. Habe mich sofort wiedererkannt. Stimmungstagebuch ist sehr zu empfehlen. Mittlerweile rieche ich meine Schübe und steuere dagegen.

Das hab ich doch auch seit 20 Jahren.

Es ist immer noch ein Tabu. Darüber spricht man nicht. Bzw. man kann jemanden sagen, dass man depressiv ist. Sagt man jedoch, man ist bipolar, haben die Leute keine Ahnung, was das bedeutet. Sagt man dann, ich bin manisch-depressiv, ist oft die Antwort: Aber Du machst mir aber nichts! Was für ein Mist! Das tut echt weh. Die Leute lachen über einen. Deshalb ist Öffentlichkeitsarbeit wichtig.

06.07.2010 | bald Psychologin

vielen Dank für diesen interessanten Artikel! Bin bald eine Diplompsychlogin und lese sehr gerne ähliche Artikel

ich seit 25 Jahren bipolar undkann aus eigener Erfahrung sagen: der Artikel ist sachlich richtig aber untertrieben. Ohne richtige ärztliche Behandlung ist dieseKrankheit die schiere Hölle. Die richtige Diagnose und Behandlung sind nicht nur für den Patienten sondern auch für sein Umfeld von Bedeutung.

Nach Lesen dieses Artikels könnte ich denken das ich selbst und fast jeder den ich kenne an dieser Krankheit leidet. Für mich gilt eine einfache Regel: Solange man es nicht übertreibt soll man so bipolar sein wie man will. Ich habe lieber emotionsgeladene Menschen um mich als ein Haufen gefühlsloser Roboter zu denen wir ja gerade alle erzogen werden.

Tückische Krankheit: Was ist eine Bipolare Störung?

10.02.2018, 08:25 Uhr | hm, az, dpa, t-online.de

Für Menschen mit einer Bipolaren Störung ist das Leben eine ständiges Auf und Ab. (Quelle: KatarzynaBialasiewicz/Thinkstock by Getty-Images)

Im einen Moment noch glücklich, doch im nächsten scheint der Weltuntergang nah? Wer sich so einen heftigen, aber anhaltenden Emotionswechsel nicht erklären kann, sollte sich wegen einer bipolaren Störung untersuchen lassen. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nervenärzte hin. Wir erklären, was es mit der Erkrankung zwischen Depression und Manie auf sich hat.

Bipolare Störungen verlaufen in depressiven und manischen Phasen. Während der Depressionen sind Betroffene bedrückt, antriebslos und sehen keine Perspektive.

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  1. Die Diagnose dient als Basis für die Behandlung.
  2. Die Symptome und Verläufe – inklusive der Dauer einer depressiven Episode – können sehr unterschiedlich sein. Das Wissen über die eigene Depressionsart kann einem helfen die eigenen Symptome besser einzuordnen und auch schwere depressive Episoden besser zu überstehen.
  3. Eine gestellte Diagnose kann einen das Gefühl geben, etwas gegen etwas Konkretes machen zu können. Selbst wenn die Depression für einen noch nicht greifbar ist.
  4. Das Wissen ermöglicht einem, sich über die eigene Depression oder die einer nahestehenden Person noch besser zu informieren. Sich selbst noch gezielter damit auseinander zu setzen und die Depression etwas besser zu verstehen.
  5. Die Tatsache, dass noch andere an der gleichen Depressionsart erkrankt sind oder waren kann einen das Gefühl geben, nicht ganz allein zu sein und Hoffnung machen, auch wieder gesund zu werden.
  6. Die eigene Depressionsart zu kennen gibt einem zudem die Chance sich besser mit anderen auszutauschen und über die eigene Erkrankung zu reden. So kann man z.B. auch gezielte Tipps von andere Betroffenen bekommen, was Ihnen geholfen hat.

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Varianten herauskristallisiert, um Depressionen in Depressionsarten einzuteilen. Die wichtigsten stellen wir Euch im Folgenden kurz vor.

Die Einteilung von Depressionen nach ICD ist dabei die weltweit verbreiteste und anerkannteste Variante. ICD steht dabei für „Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (Übersetzt vom Englischen International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems ). Sie wird von der Weltgesundheitsorganisation – kurz WHO – herausgegeben und verpflichtet alle Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten in Deutschland die Diagnosen nach ICD zu verschlüsseln.

Die Einteilung der Depressionen in Depressionsarten erfolgt hierbei rein nach den (möglichen) Phasen, die die Krankheit haben kann und nicht nach möglichen Ursachen. Dabei geht es vorrangig um folgende Fragen:

  1. Welchen Schweregrad hat die Depression jetzt gerade?
  2. Wie war der bisherige Verlauf der psychischen Störung?

Hier schon mal ein kurzer Überblick über verschiedene Depressionsarten nach ICD:

Unipolare Depression, Dysthymie oder doch eher eine bipolare affektiven Störung? Damit es nicht bei der verschlüsselten Diagnose bleibt, sondern Du auch weißt, woran Du erkrankt bist, gehen wie auf die einzelnen Diagnosen und Episoden noch gesondert ein. Natürlich informieren wir auch für interessierte Angehörige, die das Krankheitsbild eines nahestehenden oder geliebten Menschen besser verstehen wollen, um zu unterstützen und zu helfen.

Spezifische Depressionsarten nach Lebensumständen und Ursachen

Neben der Einordnung einer Depression nach ICD haben sich heute vor allem im normalen Sprachgebrauch einige spezifische Depressionsarten durchgesetzt, deren Unterscheidung eher auf bestimmte Lebensumstände, der eigenen Person oder konkreten Ursachen zurückzuführen sind.

Hierzu gehört unter anderem die Wochenbettdepression, die Winterdepression und die Erschöpfungsdepression. Aber auch Depressionen die auf den Verlust eines geliebten Menschen, einer körperlichen Krankheit oder einem Medikament zurückgehen, können hierzu gezählt werden.

Hier findest Du bald einen Überblick und gezielte Informationen zu den einzelnen spezifischen Depressionsarten.

Darüber hinaus sind noch ein paar Begriffe für Depressionsarten im Umlauf, die heute normalerweise nicht mehr verwendet werden. Da sie aber weiterhin existieren und an der ein oder anderen Stelle für Verwirrung sorgen, möchten wir hier auch kurz auf die ältere Einteilung der Depressionen eingehen.

Nähere Infos zu den einzelnen Depressionsarten findet Ihr bald in unserer Übersichtsliste und den dazugehörigen Artikeln.

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Die Entwicklung, hin zur Entstehung einer Krankheit, zeigt er den Betroffenen relativ zeitnah in Form kleinerer Symptome an. Hierbei könnte es sich um eine anhaltende Erkältung, häufigen Kopfschmerz, eine Verschlechterung des Hautbildes, diverse Darmprobleme etc. handeln.

Findet diese Information bei den Betroffenen nicht die gebührende Beachtung, werden die Symptome schnell deutlicher und schliesslich manifestiert sich eine Krankheit, die nun nicht mehr übersehen werden kann.

Ganz gleich, ob diese Krankheit Rheuma, Arthrose, Osteoporose oder wie auch immer genannt wird - ein Energiemangel ist ursächlich immer an ihrer Entstehung beteiligt. Doch dieser Mangel wirkt sich nicht nur auf einzelne Körperbereiche aus, sondern er betrifft letztlich den gesamten Körper.

Selbstverständlich bedürfen vordergründig betroffene Organe oder Organsysteme wie Herz-Kreislauf, Lymphe, Leber, Nieren, Haut etc. einer speziellen therapeutischen Behandlung, aber dennoch darf das Energiedefizit des Körpers keinesfalls ausser Acht gelassen werden.

Um eine wirkliche Heilung des Körpers zu erreichen, muss der Ausgleich dieses Defizits in jede Art von Therapie integriert werden.

Ist die Krankheit dann da, macht es natürlich überhaupt keinen Sinn, sie als Feind zu betrachten, den es schnellstmöglich zu bekämpfen gilt. Da der Körper mit dem Symptom ja "nur" zum Ausdruck bringt, dass er sein Gleichgewicht verloren hat, geht es gar nicht um die Krankheit als solche, sondern darum, dass der Körper über den Weg der Krankheit auf seine Notsituation aufmerksam macht.

Demnach besteht die wichtigste Massnahme darin, die Krankheit als hilfreiche Information des Körpers zu verstehen, sie anzunehmen und umgehend zu handeln.

Therapeutische Behandlungen können das betroffene Organ sicher bei der Regeneration unterstützen, doch das reicht in der Regel nicht aus. Auch der Kranke selbst muss aktiv werden, denn er hat viele Möglichkeiten, seinen Körper bei der Wiederherstellung der Gesundheit effektiv zu unterstützen. Theoretisch ist das sogar sehr einfach!

Wir wissen nun, dass eine Krankheit immer dann entsteht, wenn das Energie-Defizit des Körpers so gross ist, dass er nicht mehr in der Lage ist, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Demnach brauchen wir ihn also auch "nur" wieder mit jeder Menge Energie versorgen – soweit die Theorie.

Die praktische Umsetzung dessen stellt für die meisten Menschen jedoch eine enorme Herausforderung dar, denn sie umfasst, bisherige Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie die geistige Einstellung sich selbst und anderen Menschen gegenüber grundlegend zu verändern. Doch sich der Herausforderung zu stellen lohnt in jedem Fall, denn auf diese Weise können sämtliche energieraubenden Faktoren minimiert werden.

Beginnen wir mit dem Stress – einem Faktor, der sowohl zur physischen als auch psychischen Krankheit führen kann. Stress ist ein Phänomen unserer Gesellschaft, dem man sich nur schwer entziehen kann. Allerdings kann ihm effektiv entgegengewirkt werden, indem man sich einerseits in Gelassenheit übt und andererseits einen Gegenpol dazu schafft, denn Stress lässt sich durch ausgleichende Entspannung abbauen.

Den Ausgleich eines Bewegungsmangels in Angriff zu nehmen ist ebenfalls leicht möglich, denn hierzu bieten sich zahlreiche Optionen. Für den einen ist es regelmässiger, moderater Sport oder das Fitnessstudio und für den anderen ist es Schwimmen, Radfahren, Wandern o.ä.

Zu den wichtigsten Massnahmen, einer Krankheit entgegenzuwirken, gehört eine gesunde Ernährung. Von einer Umstellung der Ernährungsgewohnheiten profitiert der Körper gleich doppelt: Einerseits wird er nicht fortwährend durch die unendliche Vielfalt chemischer Lebensmittelzusatzstoffe, giftiger Spritzmitteln etc. überlastet und andererseits erhält er jede Menge gesundheitsfördernder Nähr- und Vitalstoffe, die er auch zur Energiegewinnung verwenden kann. Somit steigt sein Energiepotential wieder sukzessiv an.

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Wenn wir krank sind, neigen wir gerne dazu, uns als unschuldiges Opfer irgendwelcher Unvollkommenheiten der Natur zu sehen. Allenfalls glauben wir noch, dass manche Krankheiten eine Folge von schädlichen äußeren Einflüssen sind, an denen wir Menschen nicht unschuldig sind, wie z.B. ungesundes Essen oder Rauchen oder Schadstoffe in der Luft oder im Essen, schädliche Erdstrahlen, unglückliche Lebensumstände usw. Dass unser Kranksein aber auch Ausdrucksform psychischer Konflikte ist, weisen wir in der Regel weit von uns.

Genau aber die seelischen Aspekte vom Kranksein rückt der Arzt und Psychotherapeut Ruediger Dahlke mit seinen beiden Büchern: "Krankheit als Weg" und "Krankheit als Sprache der Seele" in den Vordergrund. Der Kranke wird nicht mehr als Opfer gezeigt, sondern als Täter, als Verursacher seiner eigenen Krankheit. In der Symbolik der Krankheit spiegelt sich dabei das jeweilige Problem des Patienten.

Diese Sichtweise mag auf den ersten Blick unbequem sein, entpuppt sich aber bald für einen lernwilligen Menschen als große Chance. Die Krankheit verliert das (Un)heimliche. Es gibt keine unbekannte, unkontrollierbare, suspekte Kraft außerhalb von uns mehr, die jeden von uns jederzeit unheilvoll treffen könnte, vor der keiner sicher ist. Nein, die Krankheit wird zur Sprache der Seele, die uns damit hilft, unsere seelischen Probleme zu sehen. Sie ermöglicht uns dadurch, unsere inneren Konfklikte zu lösen, um von innen her wieder frei, glücklich und energievoll zu werden.

Nahezu alle wesentlichen Krankheitssymptome werden in den beiden Büchern besprochen und die verblüffende Symbolik offen gelegt. Man kann nur staunen, mit welcher Deutlichkeit der Körper zu uns spricht. Vieles spiegelt sich auch in unserem Wortschatz und unseren Redewendungen wieder: So hat man die Nase voll, man fiebert einer Sache entgegen, man ist weitsichtig oder kurzsichtig, man begreift, aber behauptet. Man kann jemanden nicht riechen, in gewissen Situationen bekommt man keine Luft mehr, man will jemandem etwas husten, man muss vor Wut nach Luft schnappen, süße Mädchen möchte man am liebsten vernaschen. Einiges verschlägt einem den Appetit, von vielem wird einem ganz übel, oder es wird einem schlecht, wenn man ihn sieht, man schluckt seinen Ärger hinunter, ist sauer, oder etwas schlägt einem auf den Magen. Man hat Schiss oder macht vor Angst in die Hosen, oder man schwitzt Blut und Wasser oder etwas liegt einem im Magen oder man spuckt Gift und Galle. usw. usf.

Wer kennt nicht Krankheiten? Es tut echt gut, nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern auch den Ursachen seiner Krankheit mehr und mehr auf die Spur zu kommen. Es ist zwar im ersten Augenblick möglicherweise nicht angenehm, die Symbolik einer Krankheit auf sich wirken zu lassen, aber schließlich macht es enorm frei, je mehr wir die Hintergründe erfassen und auch bereit sind, von einer Krankheit zu lernen und etwas in unserem Leben zu verändern.
Die Symbolik einer Krankheit zu entdecken, ist mit diesen wunderbaren Büchern von Dahlke nicht schwer. Jeweils am Ende gibt es ein ausführliches Register, das einem die Suche und Orientierung erleichtert.

Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg. Deutung und Be-Deutung der Krankheitsbilder.
Ruediger Dahlke: Krankheit als Sprache der Seele. Be-Deutung und Chance der Krankheitsbilder.

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Der Darm ist bei Parkinson oft träge, so dass sich eine Verstopfung entwickelt. Eine solche Obstipation kann auch schon als Frühzeichen von Parkinson auftreten.

Bei Männern zeigen sich manchmal Potenzprobleme (Erektile Dysfunktion). Diese Impotenz kann sowohl durch die Krankheit selbst als auch durch die Parkinson-Medikamente entstehen.

Achtung: Alle genannten Begleitsymptome können auch durch andere Erkrankungen ausgelöst werden, nicht nur durch Parkinson.

Parkinson-Patienten sind anfälliger für eine Demenz als die Allgemeinbevölkerung: Ungefähr ein Drittel der Patienten entwickelt im Krankheitsverlauf zusätzlich eine Demenz. Einigen Untersuchungen zufolge ist das Demenz-Risiko bei Parkinson sogar noch höher (bis zu 80 Prozent).

Zu den Symptomen der Parkinson-Demenz zählen in erster Linie eine gestörte Aufmerksamkeit und ein verlangsamtes Denken. Das ist ein wichtiger Unterschied zu Alzheimer - der häufigsten Form von Demenz. Alzheimer-Patienten leiden hauptsächlich unter Gedächtnisstörungen. Solche treten bei der Parkinson-Demenz dagegen erst in späteren Krankheitsstadien auf.

Mehr zum Thema lesen Sie im Beitrag Demenz bei Parkinson.

Mediziner nenen die Parkinson-Erkrankung auch primäres oder idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS). "Idiopathisch" bedeutet, dass keine greifbare Ursache für die Erkrankung gefunden werden kann. Dieser "echte" Parkinson macht etwa 75 Prozent aller Parkinson-Syndrome aus. Er steht im Fokus dieses Textes. Davon zu unterscheiden sind die seltenen genetischen Formen von Parkinson, das "sekundäre Parkinson-Syndrom" und das "Atypische Parkinson-Syndrom". Sie werden weiter unten kurz beschrieben.

Die Parkinson-Erkrankung geht von einer bestimmten Hirnregion aus, die sogenannte "schwarze Substanz" (Substantia nigra) im Mittelhirn. Diese Hirnregion enthält viel Eisen und den Farbstoff Melanin. Beides färbt die "Substantia nigra" auffallend dunkel (im Vergleich zum sonst hellen Hirngewebe).

In der "Substantia nigra" befinden sich spezielle Nervenzellen, die den Nervenbotenstoff (Neurotransmitter) Dopamin produzieren. Dopamin ist sehr wichtig für die Steuerung von Bewegungen. Beim Idiopathischen Parkinson sterben immer mehr Dopamin-produzierende Nervenzellen ab. Warum, weiß man nicht.

Durch diesen fortschreitenden Zelltod sinkt der Dopaminspiegel im Gehirn immer weiter ab – es entwickelt sich ein Dopaminmangel. Der Körper kann ihn eine lange Zeit ausgleichen: Erst wenn etwa 60 Prozent der Dopamin-produzierenden Nervenzellen abgestorben sind, macht sich der Dopaminmangel bemerkbar: Der Patient bewegt sich immer langsamer (Bradykinese) oder teilweise gar nicht mehr (Akinese).

Doch der Dopaminmangel an sich ist nicht die alleinige Parkinson-Ursache: Er bringt zudem das empfindliche Gleichgewicht der Nervenbotenstoffe außer Balance: Weil immer weniger Dopamin vorhanden ist, steigt zum Beispiel die Menge des Botenstoffes Acetylcholin relativ betrachtet an. Experten vermuten, dass dies der Grund für das Zittern (Tremor) und die Muskelsteifheit (Rigor) bei Parkinson ist.

Das Ungleichgewicht der Neurotransmitter bei Parkinson könnte auch schuld daran sein, dass viele Patienten zusätzlich depressiv werden. Denn man weiß, dass generell bei Depressionen das Gleichgewicht der Nervenbotenstoffe gestört ist. Der Zusammenhang zwischen Morbus Parkinson und Depression ist aber noch nicht abschließend geklärt.

Parkinson-Ursachen: Viele Vermutungen, wenige Beweise

Weshalb bei der Parkinson-Krankheit Nervenzellen in der "Substantia nigra" absterben, ist noch unklar. Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass an der Entstehung von Parkinson mehrere Faktoren beteiligt sind.

So haben Wissenschaftler etwa herausgefunden, dass die Nervenzellen bei Parkinson-Patienten schädigende Substanzen nur unzureichend beseitigen können. Zellschädigende Stoffe sind zum Beispiel die sogenannten "freien Radikale". Das sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die bei verschiedenen Stoffwechselprozessen in der Zelle entstehen.

Möglicherweise sind die Nervenzellen bei Parkinson-Patienten nicht fähig, diese gefährlichen Stoffe abzubauen, bevor sie Schaden anrichten. Oder aber die Entgiftungsfähigkeit der Zellen ist normal, aber es werden übermäßig viele "freie Radikale" bei Parkinson produziert. In beiden Fällen könnten sich die zellschädigenden Substanzen in den Nervenzellen anreichern und sie absterben lassen.

Daneben gibt es noch andere mögliche Parkinson-Ursachen, die derzeit diskutiert und erforscht werden.

Wenn ein Familienmitglied an Parkinson erkrankt ist, verunsichert dies viele Angehörige. Sie fragen sich, ob Parkinson vererbbar ist. In den allermeisten Fällen handelt es sich bei Parkinson aber um den oben beschriebenen idiopathischen Parkinson. Vererbung ist bei dieser sporadisch auftretenden Erkrankungsform kein Thema, glauben Experten.

Anders ist das bei den sogenannten monogenetischen Formen von Parkinson: Jede von ihnen wird durch die Veränderung (Mutation) in einem bestimmten Gen verursacht. Diese Genmutationen können an die Nachkommen weitergegeben werden. Monogenetische Formen von Parkinson sind also vererbbar. Sie werden oft auch als familiäres Parkinson-Syndrom bezeichnet. Zum Glück sind sie aber selten.

Im Unterschied zum idiopathischen Parkinson hat das symptomatische (oder sekundäre) Parkinson-Syndrom eindeutig erkennbare Ursachen. Dazu zählen:

  • Medikamente: Hemmstoffe des Dopamins (Dopaminantagonisten) wie Neuroleptika (zur Behandlung von Psychosen) oder Metoclopramid (gegen Übelkeit und Erbrechen), Lithium (gegen Depressionen), Valproinsäure (gegen Krampfanfälle), Kalziumantagonisten (gegen Bluthochdruck)
  • andere Erkrankungen wie Hirntumoren, Entzündungen des Gehirns (etwa infolge von AIDS), Unterfunktion der Nebenschilddrüsen (Hypoparathyreoidismus) oder Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit)
  • Vergiftungen, etwa mit Mangan oder Kohlenmonoxid
  • Verletzungen des Gehirns

Das Atypische Parkinson-Syndrom entsteht im Rahmen verschiedener neurodegenerativer Erkrankungen. Das sind Erkrankungen, bei denen fortschreitend Nervenzellen im Gehirn absterben. Im Unterschied zum idiopathischen Parkinson-Syndrom betrifft dieser Zelluntergang aber nicht nur die "Substantia nigra", sondern auch andere Hirnregionen. Deshalb treten beim Atypischen Parkinson-Syndrom neben Parkinson-ähnlichen Beschwerden noch weitere Symptome auf.

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Achtung: nicht alle zornigen, depressiven, verzweifelten und angstvollen Menschen leiden an bipolaren Störungen

Aus psychiatrischer Sicht ist emotionale Instabilität, die zu Komplikationen führt, verschiedenen grundlegenden Leidenszuständen zuzuordnen.

Unzufriedenheit mit sich selbst. Ein im Grunde gekränkter und enttäuschter Mensch kann sehr instabil sein. Sein Selbstwert ist nicht hoch, aber er kann durch das Gefühl andere beeinflussen zu können steigen. Kündigen diese anderen - meist Familienmitglieder - die Bereitschaft auf ihn zu hören auf, kann es zu Schwierigkeiten kommen.

Depressive Grundstimmung. Gerade an der Schwelle zur Depression, bei Beginn einer depressiven Phase und manchmal auch bei deren Ende kann die Stimmung als quälend und schmerzhaft unbefriedigend empfunden werden. Der Wiener nennt es "Grant", der Psychiater Dysphorie, allgemein wird dieser Zustand als Gereiztheit verstanden. Ein explosiver Zwischenbereich zwischen dem Wohlergehen und dem schlechten Zustand. Hier kann ein andere den Zündfunken für eine Entladung bilden. Auch bei dem Beginn der Wirkung von Psychopharmaka können solche instabile Zustände vorkommen.

Angst und Zwangshandlungen: Menschen, deren Handeln durch Angst, Zwänge und Riten geprägt ist, reagieren unsicher und gereizt, wenn es Abweichungen von ihrem Plan gibt. Durch ihre von vornherein festgelegten und genau geplanten Handlungen bekommen sie Sicherheit, allerdings um den Preis einer hohen Arbeitsbelastung. Stress, Erschöpfung und aufkeimende Panik kann sie zu Kurzschlusshandlungen verleiten. So können auch diese sehr beherrschten und meist ruhigen Zeitgenossen in emotionale Extremzustände gelangen.

Sucht und Persönlichkeitsstörungen: sie können Teil oder Ursache einer anderen psychischen Erkrankung sein oder auch für sich selbst Gemütsschwankungen verursachen. (Auf dieses komplexe Thema möchte ich hier nicht eingehen.)

Wirklich heftige Gemütschwankungen haben Krankheitswert und sind eine Belastung für den Betroffenen selbst und für seine Mitmenschen. Es sollte daher rasch ein Facharzt aufgesucht werden, der durch ein verhältnismäßig einfaches Therapieangebot Hilfe bringen kann. Interessanterweise sind die meisten der dafür wirksamen Medikamente eigentlich für etwas anderes gedacht.

Die Bipolare (lateinisch bis = zwei) Störung zeichnet sich durch Stimmungs­schwankungen zwischen dem depressiven und dem maniformen Pol aus. Da die Schwankungen das Gefühl betreffen, wird auch von Bipolarer affektiver Störung gesprochen. Affekt ist von lateinisch afficere = hinzutun abgeleitet. Der Begriff verweist darauf, dass die pathologische Qualität der Stimmung als etwas Gemachtes (facere = machen) erscheint, das dazukommt ohne dazuzugehören.

  • Manisch-depressive Erkrankung (MDE)
  • Zykloide Psychose
  • Bipolare Psychose

Auch die Stimmung Gesunder schwankt. Daher hängt die Abgren­zung zwischen gesund und krank von den individuellen Bewer­tungen sowohl des Untersuchers als auch des Betroffenen ab. Schwankungen, die der eine als Ausdruck lebendiger Reaktivität empfindet, bezeichnet ein Anderer als krank.

  • Je schwerer die depressive Verstimmung ist, desto häufiger wird sie als krankhaft empfunden.
  • Maniforme Symptome werden vom Betroffenen oft nicht als krankhaft, sondern als Ausdruck eigentlicher Gesundheit erlebt. Erst im Nachhinein und wenn er mit den Folgen vernunftwidriger Taten konfrontiert wird, erkennt er die problematische Qualität der Manie.
  • Schwere, wahnhafte Depressionen deutet der Kranke oft nicht als krankhaft, sondern als Strafe Gottes für vermeintliche Sünden oder als folgerichtige Reaktion auf existenzielle Bedrohungen (z.B.: Verarmung, Krankheit, Weltuntergang oder Strafgericht).

Treten im Rahmen der Bipolaren Störung psychotische Symptome auf, wird auch von Bipolarer Psychose gesprochen.

Bipolare affektive Störungen werden in der Internationalen Klassifikation der Krank­heiten (ICD-10) nach drei Kriterien aufgeteilt:

  1. Polarität (depressiv, manisch, gemischt)
  2. Ausprägung (abwesend, leicht-mittelschwer, schwer)
  3. Vorliegen psychotischer Symptome: Wahn, Halluzinationen (ja/nein)

Bipolare Störungen gemäß ICD-10-Klassifikation der WHO

Den gemischten Episoden kann auch die agitierte Depression zugeordnet werden. Die agitierte Depression zeichnet sich durch innere Unruhe und Getriebenheit aus. Sie ist von der gehemmten Depression zu unterscheiden. Bei der gehemmten Depression ist der Antrieb vermindert.

Seelische Erlebnisweisen sind individuell. Deshalb sind sich Psychiater oft uneins, wel­cher diagnostischen Kategorie ein Zustandsbild zugeordnet werden sollte. Das betrifft auch die Bipolare Störung. Sie wird sowohl gegenüber anderen Diagnosen abgegrenzt als auch intern unterschieden.

Als Sonderform der Bipolaren Störung ist das Rapid cycling bekannt. Dabei wechseln sich mindestens vier depressive und / oder maniforme Phasen innerhalb eines Jahres ab. Der Phasenwechsel kann sogar in Tagen oder Stunden erfolgen. Dann spricht man von Ultra-rapid-cycling bzw. Ultra-ultra-rapid-cycling.

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Ein hochbegabtes Kind mit einem Prozentrang von >10% (z.B. 11%) im Mathetest kann nicht mehr als rechenschwach gelten, obwohl durch die immer noch sehr geringe mathematische Leistung auch psychische Probleme drohen.

Von deiner Geburt bis zu deinem 18. Lebensjahr bist du vor deutschen Gesetzen ein Kind bzw. ein Jugendlicher.

Das wohl bekannteste Gesetz für Kinder und Jugendliche ist das Jugendschutzgesetz (JuSchG).

Es regelt unter anderem, in welchem Alter du dich, wo und wie lange in der Öffentlichkeit aufhalten darfst.

Daneben gibt es eine ganze Reihe anderer Gesetze, die dich schützen, versorgen und absichern. Solche Gesetze gibt es nicht überall auf der Welt.

Und auch in Deutschland gibt es noch eine Menge zu tun, um das Leben für Kinder besser zu machen.

Ein erster Schritt auf einem langen Weg

Am 20. November 1989 haben die Vereinten Nationen ein gemeinsames Abkommen über Kinderrechte beschlossen. Darin wurde festgelegt, wie alle Kinder dieser Erde geschützt und gefördert werden sollen. Bis zum Jahr 2002 haben 192 Staaten die sogenannte Kinderrechtskonvention unterzeichnet und versprochen, in ihren Ländern die Zukunft für und mit Kindern besser zu machen.

Dies kann die Versorgung mit frischem Trinkwasser, Medikamenten und Schulen bedeuten oder wie es in Deutschland gefordert wird, die Kinderrechte im Grundgesetz festzuschreiben.

Wir haben die 54 Artikel der Kinderrechtskonvention in vier große Bereiche unterteilt:

1. Alle Kinder haben das Recht auf Leben.
Alle Kinder dieser Erde haben die gleichen Rechte. Die Regierungen der Länder müssen Bedingungen für die Sicherheit und Versorgung aller Kinder schaffen und ihre persönlichen Rechte wahren. Dazu gehören z. B. Hilfen zum Leben und zur Gesunderhaltung, das Recht bei seinen Eltern zu leben, das Briefgeheimnis oder das Recht auf freie Zeit zum Spielen. Kinder mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen benötigen besondere Förderung und Hilfen.

2. Alle Kinder haben das Recht, sich ihren Fähigkeiten nach zu entwickeln.
Die Regierungen müssen für alle Kinder Möglichkeiten und Einrichtungen schaffen, in denen sie sich Fähigkeiten und Wissen aneignen können, um ihre Zukunft selbst zu gestalten. Dazu gehören z. B. Kindergärten, Schulen, Sonderschulen, aber auch Bücher, Filme, Radio, Webseiten und Zeitungen für Kinder.
Erst mit der Durchsetzung des Bildungsrechts, der Meinungs- und der Glaubensfreiheit, werden aus Kindern unabhängige und kritische Erwachsene.

3. Alle Kinder haben das Recht, geschützt zu werden.
Kinder können sich nicht selbst schützen. Daher sind die Regierungen aufgefordert, Bedingungen zu schaffen, die Leib und Leben aller Kinder schützen. Dazu gehört z. B. der Schutz vor Ausbeutung und Gewalt, Misshandlung oder abhängig machenden Dingen wie das Rauchen oder Onlinespielen.

4. Alle Kinder haben ein Recht auf Mitsprache.
Kinder haben das Recht, zu sagen, was sie wollen. Das gilt innerhalb der Familie ebenso wie außerhalb. Deshalb sollen die Länder Möglichkeiten schaffen, den Vorschlägen und Forderungen von Kindern durch Mitsprache in Schulen, Vereinen, Gemeinden, Ratsversammlungen und Parlamenten Nachdruck zu verleihen.

Für die World Health Organisation scheint das Problem der Videospielsucht nun so ernst zu sein, dass sie die "Gaming Disorder" als psychische Störung in die Neuauflage ihres Registers für Krankheiten aufnehmen will. Nicht alle Wissenschaftler halten das für eine gute Idee.

Von Mira Fricke

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Können Videospiele süchtig machen? Dass es Menschen gibt, deren Vorliebe für Videospiele ihr ganzes Leben dominiert und die auch gegen den eigenen Willen einfach nicht aufhören können zu spielen, darüber sind sich Forscher grundsätzlich einig. Ebenso darüber, dass diesen Betroffenen geholfen werden sollte.

Kontrovers diskutiert wird jedoch der Vorstoß der Weltgesundheitsorganisation WHO, Gaming Disorder, also zu Deutsch Videospielsucht, als eigenständige Krankheit zu klassifizieren und im offiziellen Krankheitskatalog ICD-11 aufzulisten. Befürworter wie Prof. Matthias Brand sind überzeugt, das wäre ein Fortschritt – auch weil es dadurch leichter würde, Forschungsprojekte zu finanzieren:

"Es hilft dabei, die Grundlagen-Mechanismen der Störung besser zu verstehen, wenn man entsprechende Forschungsgelder auch für diese Störungen zur Verfügung gestellt bekommt. Das heißt, es hilft sowohl auf der rein wissenschaftlich akademischen Ebene als auch insbesondere auf der Ebene der Betroffenen, um die es geht, um die besser diagnostizieren und therapieren zu können."

Matthias Brand beschäftigt sich an der Universität Duisburg-Essen mit der Erforschung der psychologischen und neurobiologischen Grundlagen von Verhaltenssüchten wie der Videospielsucht. Gegner des WHO-Vorstoßes wie Dr. Antonius van Rooij vom Institute of Mental Health and Addiction in den Niederlanden warnen wiederum vor Überschlagshandlungen. Sie haben sich in mehreren Diskussions-Papern bereits gegen das Vorhaben ausgesprochen.

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