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Published by München: Goldmann, (1999)

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About this Item: München: Goldmann, 1999. Kl.-8°, Softcover/Paperback. Condition: Gut. Taschenbuchausgabe. 446 Seiten guter Zustand Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 418. Seller Inventory # 395465

Krankheit als Sprache der Seele - Be-Deutung und Chance der Krankheitsbilder

Dahlke, Rüdiger:

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About this Item: C. Bertelsmann, München, o. J. Condition: Gut. 444 Seiten Guter Zustand - sichtbare Gebrauchsspuren am Schutzumschlag (SU berieben und einige sauber geklebte Randeinriße). 11. Auflage (1. Auflage 1992). Unter Mitarbeit von Dr. med. Peter Fricke und Dr. med Robert Hößl. "Mit Krankheit als Sprache der Seele setzt Rüdiger Dahlke sein vor mehr als zehn Jahren mit Thorwald Dethlefsen veröffentlichtes Buch Krankheit als Weg fort. Der Arzt und Psychotherapeut beschreibt in diesem Buch viele Krankheitsbilder, die in das erste Buch nicht aufgenommen worden sind. Ziel ist es wiederum, daß der Leser selbst die Symptome deuten und mit den seelischen Ursachen in Beziehung setzen kann. Die Darstellung einer neuen Psychosomatik, mit Krankheit als Weg begonnen, erhält mit Krankheit als Sprache der Seele die von Betroffenen und Fachkreisen geforderte Ergänzung."(Verlagstext). Autorenporträt: Ruediger Dahlke (geboren am 24. Juli 1951 in Berlin) ist ein deutscher Humanmediziner und Psychotherapeut, der auch auf dem Gebiet der Esoterik tätig ist. Er wuchs in Freising auf und studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Humanmedizin. 1978 promovierte er mit der Arbeit Zur Psychosomatik des kindlichen Asthma bronchiale. Mitte der 1970er Jahre begann die Weiterbildung zum Arzt für Naturheilweisen und in verschiedenen Psychotherapie-Richtungen aus dem Bereich der humanistischen Psychotherapie. An Thorwald Dethlefsens Institut für außerordentliche Psychologie machte er eine Ausbildung zum Reinkarnationstherapeuten und wirkte dort von 1977 bis 1989. Wegen inhaltlicher Differenzen trennte er sich 1989 von Dethlefsen und gründete zusammen mit seiner Frau Margit 1990[1] das Heilkundezentrum in Johanniskirchen in Niederbayern. Als Grundlage der therapeutischen Arbeit des Heilkundezentrums wird die Hermetik des Hermes Trismegistos benannt, in Dahlkes Büchern?Schicksalsgesetze?,?Schattenprinzip? und?Lebensprinzipien? dargestellt. 2010?2012 baute er mit seiner neuen Partnerin Rita Fasel das Heilkundeinstitut Taman-Ga in der Steiermark (Österreich) auf. 2013 erhielt er den Negativpreis "Goldenes Brett vorm Kopf" für sein Lebenswerk, insbesondere für seine Praxis der Homöopathie. Zudem hieß es in der Laudatio, es gäbe "ob Homöopathie, Bachblüten, oder die Kunst des Hand- und Fußlesens, ob Erdstrahlen, Astrologie oder Lichtnahrung, kein pseudowissenschaftlich-esoterisches Gebiet der Alternativmedizin, das von ihm noch nicht mit wohlwollender Aufmerksamkeit bedacht worden wäre." Als ein Resultat seiner Krankheitsbilder-Psychotherapie mit Krebspatienten führt Ruediger Dahlke an, häufig sei ein "schockhaft unverarbeitetes Erlebnis in der Vorgeschichte" anzutreffen, "das offenbar das Immunsystem blockiert und dem Krebs erst die Chance gibt, wirklich auszubrechen". Er konstatiert der Seele eine zentrale Rolle bei Entstehung und Verlauf von Krebs und stellt fest, dass drei Viertel seiner Deutungen in "Krankheit als Symbol" bei "gutwilliger Prüfung" gut mit der Germanischen Neuen Medizin übereinstimmen, die er jedoch auch in Teilen als fanatisch und naiv kritisiert. Entgegen dem naturwissenschaftlichtlichen Konsens ist Dahlke der Ansicht, eine Ernährung ohne "grobstoffliche" (feste oder flüssige) Nahrung, beispielsweise durch Lichtnahrung, sei möglich und zu verbreitet um "von intelligenten Menschen noch länger geleugnet zu werden". Er selbst habe durch den Lichtnahrungsprozess eine "andere Energiequelle" angezapft. Dabei habe ihm auch seine Erfahrung aus vorangegangenen Reinkarnationstherapien geholfen. Colin Goldner bezeichnete die in dessen Buch geäußerten Ansichten Dahlkes zur Lichtnahrung als "hochgefährlichen Unsinn".(aus Wikipedia). Sprache: Deutsch OLeinen mit OSchutzumschlag, 22 x 13,8 cm. Seller Inventory # 35787

Derzeit sorgt die sogenannte Ice Bucket Challenge weltweit für Aufsehen. Viele Prominente wie Bill Gates oder NDR Intendant Lutz Marmor machen mit und lassen sich mit Eiswasser überschütten. Sie engagieren sich für diese beispiellose Aktion, die rund um den Globus Spenden sammelt für den Kampf gegen die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).

Mit etwa 6.000 Betroffenen in Deutschland ist diese unheilbare Nervenerkrankung so selten, dass für ihre Erforschung und die Entwicklung wirksamer Therapieverfahren kaum Forschungsgelder zur Verfügung gestellt werden. So ist bis heute weder die Ursache der ALS geklärt noch gibt es Medikamente, die sie aufhalten können.

Bei der ALS schädigen Ablagerungen die Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark, die für die Steuerung der Muskeln zuständig sind - bis schließlich keine funktionierende Verbindung zwischen Hirn und Muskeln mehr existiert.

Das erste Symptom der Erkrankung ist meist eine Muskelschwäche in der Hand, die plötzlich Probleme beim Schreiben verursacht oder in den Beinen, die durch einen unsicheren Gang auffällt. Auch Muskelkrämpfe in der Wadenmuskulatur gehören zu den typischen Beschwerden bei Krankheitsbeginn. Einige Betroffene leiden zu Beginn eher unter Sprech- oder Schluckstörungen. Die Ärzte sprechen dabei von einem "bulbären Krankheitsbeginn" im Unterschied zu dem "spinalen Krankheitsbeginn" an den Extremitäten.

Unabhängig davon, wo sich die Krankheit am Anfang bemerkbar macht, breiten sich Muskelschwund und Lähmungen unaufhaltsam aus, bis der Patient in einem völlig hilflosen Körper gefangen ist. Die Krankheit beginnt meistens zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, nur selten sind jüngere Erwachsene betroffen - wie zum Beispiel der Physiker und Nobelpreisträger Stephen Hawking. Er lebt seit Jahrzehnten mit einer Sonderform dieser Krankheit, während die meisten Patienten innerhalb weniger Jahre nach den ersten Symptomen sterben.

Das einzige Medikament gegen ALS, Riluzol, kann den Verlauf der Krankheit nur verlangsamen, indem es den Botenstoff Glutamat hemmt und so die Nervenzellen schützt. Je früher die Betroffenen dieses Medikament einnehmen, desto besser wirkt es. Daneben kommt es auf die Therapie der ALS-Symptome an, um den Betroffenen das Leben mit ihrer Krankheit zu erleichtern. Logopäden, Physiotherapeuten und Ernährungsberater behandeln die Schluck- und Sprechstörungen, bei einer Lähmung der Atemmuskulatur können Spezialisten zum Beispiel mit einem Zwerchfellschrittmacher die Atemfunktionen unterstützen.

Derweil suchen Forscher weltweit weiter nach neuen Therapien. Ein Ansatz ist die Nogo-A-Studie, bei der der Antikörper Ozanezumab spezielle Eiweiße blockiert, die für die Nervenschädigungen bei ALS verantwortlich sind. Auf diese Weise könnte dieses Medikament den Krankheitsverlauf weiter verlangsamen. Ein ähnlicher Forschungsansatz ist das Parkinson-Medikament Rasagilin, das ebenfalls Nervenzellen vor Angriffen schützen könnte.

Informationen zur Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). extern

Frage: Ihre drei Bestseller "Krankheit als Weg", "Krankheit als Sprache der Seele" und "Krankheit als Symbol" haben ja alle das gleiche Thema. Wie unterscheiden sie sich? Was ist im Symbolbuch neu?

R. Dahlke: "Krankheit als Weg" ist ja nun schon sehr alt. Ich habe angefangen zu deuten Ende der Siebziger Jahre. Anfang der Achtziger haben wir schon "Krankheit als Weg" geschrieben. Das handelt eigentlich nur von den größten Krankheitsbildern, die ich aus meiner Psychotherapieerfahrung ausgewertet habe, sozusagen der Übersetzungsschritt vom Körper auf die Seelenebene. Sonst ist da nicht viel dabei. Dann 10 Jahre später "Krankheit als Sprache der Seele". Das enthält die Krankheitsbilder, die im ersten Buch nicht drinnen waren, also MS, Parkinson, Schilddrüsenprobleme etc. und darüber hinaus auch die Bearbeitungs- und Einlösungsebenen. Es enthält auch ein Kapitel über die Urprinzipien und richtet sich insgesamt mehr an den Patienten.

"Krankheit als Symbol" ist letztlich wie ein Lexikon aufgebaut mit über 1000 Krankheitsbildern und enthält auch die Informationen aus den 4 Taschenbüchern "Herzprobleme", "Verdauungsprobleme" etc.

Frage: Bezieht sich ihr Symboldenken auf eine bestimmte Tradition oder haben Sie das selbst entwickelt?

R. Dahlke: Eigentlich ist es eine uralte Geschichte, Paracelsus hat schon gesagt: "die Welt und der Mensch sind eins. - Microkosmos Macrokosmos. Aus diesem Analogiedenken heraus, war es naheliegend, wenn man davon ausgeht das alles, was eine Form hat, auch einen Inhalt hat, daß auch einmal auf Krankheitsbilder anzuwenden. Meines Wissens nach ist das so konsequent aus der esoterischen Philosophie heraus noch nie gemacht worden. Da gibt es gute Ansätze, die ich aber erst spät gefunden habe mit Georg Roddeck. Der aus der Psychoanalyse kommend da schon weit hineingegangen ist. Er hat allerdings sehr viel sexuell interpretiert, was ich heute eher auf der Ebene der Polarität interpretiert hätte. Es ist also sicherlich nicht neu, aber sehr viel konsequenter umgesetzt. Paracelsus hat es letztlich nicht in so einer Form gemacht, und ich versuche auch die Forschungsergebnisse der Wissenschaft mit herein zu nehmen und die zu deuten. Und damit eine Synthese der alten Medizin und der neuen zu machen. Es ist so zusagen die Anwendung des esoterischen Denkens auf die Medizin.

Frage: Wer hat den eigentlich die Psychosomatische Medizin erfunden und wie läßt sich diese mit Ihrer vergleichen?

R. Dahlke: der Zusammenhang mit der schulischen Psychosomatik ist auf vielen Ebenen ähnlich. Wir gehen davon aus, daß alles was eine Form hat, einen Inhalt hat. Jedes Krankheitsbild, daß sich im Körper niederschlägt, hat auch eine seelische Bedeutung. Die Psychoanalytiker sind sehr auf die Psyche fixiert und haben mit dem Körper wenig zu tun. Ich meine wirklich mit Psychosomatik Körper und Seele und versuche es möglichst zu verbinden. "Krankheit als Symbol" ist die Idee, das Symbol als Brücke zu nehmen von Körper und Seele. Ich würde auch nie etwas nur psychisch behandeln, wie die Psychoanalytiker das tun. Wenn man zum Beispiel Asthma-Patienten nur psychoanalytisch behandelt, hat das wenig Effekt auf das Asthma. Ich würde immer versuchen Körper und Seele mit einzubeziehen. Wilhelm Reich ging da schon etwas weiter.

Frage: Sie haben ja sehr viele Bedeutungen und Lösungsmöglichkeiten beschrieben in ihrem Buch, aber wie kann das konkret umgesetzt werden? Wie sieht das praktisch aus? Könnten Sie mir ein Beispiel aus der Praxis geben? Kann jemand durch das Verständnis der Bedeutung allein schon etwas an seinem Symptom ändern?

R. Dahlke: Das intellektuelle Verständnis alleine wird nicht helfen, dies wird auch nirgendwo behauptet. Es braucht dann immer noch den anderen Pol, die andere Gehirnhemisphäre. Man muß also noch die rechte Gehirnhälfte dazu bringen, d. h. es muß auf die inneren Seelenebenen gehen, denn dort liegen die Lösungen. Wenn man das zusammen nimmt, und sich wirklich mit Reisen auf den Weg nach innen macht und das über längere Zeit, dann kann das wirklich helfen auch im Sinne von Eigentherapie. Bei den Leuten die bei uns zur Psychotherapie kommen haben wir sowieso gute Erfahrung, sonst würde das nicht laufen. Aber ich kriege auch viele Briefe von Leuten, die ich gar nicht kenne, die sich so ein Kapitel vorgenommen haben, und dann irgendeine Meditation im Sinne der geführten Reisen, die es auf Kassette gibt, benutzt und dann auch Schritte gemacht haben. Da habe ich schon Tausende von Briefen erhalten, wo sie von deutlicher Besserung ihres Symptomes berichtet haben bis hin zum verschwinden, zum Beispiel Dinge wie Allergien oder Rheuma. Ich gehe davon aus, wenn jemand wirklich will, dann kann er sein Rheuma los werden. Die vier bis fünf Millionen Rheumatiker in Deutschland, das muß nicht sein. Das heißt aber nicht nur die Deutung, sondern auch entsprechende Lebensumstellung, in dem Fall das Thema Beweglichkeit angehen (oder bei der Allergie das Thema Aggression) und Reinigung im Sinne von fasten, entschlacken, reinigen. Wenn das zusammen kommt, kann man damit fertig werden. Das habe ich schon sehr oft erlebt.

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Links finden Sie alle Informationen zur Bipolaren Störung, Kapitel für Kapitel "verdaubar" aufbereitet. Klicken und lesen Sie sich Step by Step von oben nach unten durch die Symptome, die Möglichkeiten zur Selbsthilfe, mögliche Therapieformen und die Chancen für Kinder von bipolar Erkrankten. Wenn Sie sich vorher einen Account anlegen (Pseudonym und Email genügt), können Sie die bereits gelesenen Kapitel markieren - damit Sie morgen wissen, wo Sie heute waren und so bequem weiterlesen können.

Von psychischen Erkrankungen sind viele – auch junge – Menschen betroffen. Trotzdem sind Depression und bipolare Störung noch immer ein Tabu-Thema. Woran das liegt? An der Tatsache, dass Kopfschmerzen und Bandscheibenvorfälle nicht das Freak-Dasein mit sich bringen.

In unserer vorletzten Ausgabe hat eine Freundin von „Futter“ offen und ehrlich über ihre Depression geschrieben. Viele haben sich in dem Text vielleicht wiedererkannt oder haben Freunde und Bekannte mit ähnlichen Erfahrungen. Depression und bipolare Störung sind im österreichischen Krankheitsbild keine Seltenheit mehr. Man hat sogar den Eindruck, dass immer mehr Menschen davon betroffen sind. „Das kann man so nicht sagen“, meint Eva Reininghaus, Leiterin der „Spezialambulanz für Patient/innen mit bipolar affektiver Erkrankung“ an der Medizinischen Universität Graz. „Diese Erkrankungen hat es immer schon gegeben“. Sie werden nicht häufiger, sondern sichtbarer. Einer besseren medizinische Behandlung und einer veränderten gesellschaftlichen Wahrnehmung sei Dank. Unschöne Assoziationen wie Klapse oder Irrenanstalt werden immer seltener. Trotzdem ist diese Krankheit noch immer ein Tabu-Thema. Ich hatte eine Depression kommt den meisten noch eher über die Lippen als ich habe eine Depression. Aber beginnen wir ganz von vorne...

Was ist eine Depression?
Was ist eine bipolare Störung?

Depressionen und bipolare Störungen zählen zu den affektiven Erkrankungen, die sich durch eine Veränderung der Stimmung und des Gefühlslebens auszeichnen. Eine gedrückte Stimmungslage, reduzierter Antrieb und Anhedonie, also die Freud- und Interessenslosigkeit, gelten laut den Diagnosekriterien der ICD-10 (International Classification of Diseases) als typische Anzeichen für eine Depression. Zumindest zwei von diesen drei Symptomen müssen für einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen durchgehend vorhanden sein. Dazu kommen Zusatzsymptome wie Appetitlosigleit, Schlafstörungen, Pessimismus, Suizidgedanken etc., von denen wiederum mindestens drei erfüllt sein müssen. Je nach Anzahl und Schwere der Symptome wird zwischen einer leichten, mittelgradigen oder schweren Depression unterschieden.

Von einer bipolaren Störung spricht man, wenn sich depressive Episoden und manische Episoden abwechseln. Typische Symptome einer Manie sind gesteigerter Antrieb, gehobene oder gereizte Stimmungslage, gesteigerte Aktivität, Steigerung der Libido, hohe Kontaktfreudigkeit, extrem reduzierter Schlaf und Enthemmung des Verhaltens. Ähnlich wie bei der Depression wird auch bei der Manie zwischen verschiedenen Phasen unterschieden. Bei einem schweren Verlauf kann es zu einer Verzerrung der Realität, Wahnideen und Sinnestäuschungen kommen.

Eine Depression oder eine bipolare Störung entwickelt sich in den meisten Fällen schleichend. Ein Auslöser ist nicht immer sofort erkennbar. Viele Betroffene stellen sich dann die Frage: Warum trifft es mich? Antwort darauf gibt es keine – zumindest keine einfache. Die Erkrankung hängt nämlich von vielen Faktoren ab. „Es gibt eine genetische Komponente. Die muss allerdings nicht zum Ausbruch der Krankheit führen“, erklärt Reininghaus. Die Anfälligkeit eines Menschen, an einer psychischen Krankheit zu erkranken, kann mit dem Vulnerabilitäs-Stress-Konzept beschrieben werden: „Jeder Mensch hat eine persönliche genetische Verletzbarkeit, die man bei seiner Geburt sozusagen mitbekommen hat. Ob es zu einem Ausbruch der Erkrankung kommt, hängt davon ab, wie viele Stressoren darauf treffen. Wenn jemand eine hohe genetische Wahrscheinlichkeit hat, an einer Depression zu erkranken, und ein extrem stressiges Leben hinzukommt, ist das Risiko höher.“ Auslöser können dann überdauernde Stressoren wie z.B. chronische Konflikte in der Familie, andauernde Belastungen oder akute Krisen oder Traumata sein.

Depression und bipolare Störung sind grundsätzlich gut behandelbar. Je nach Krankheitsverlauf und Schweregrad bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten der Behandlung an – von einer Psychotherapie bis hin zu einer medikamentösen Unterstützung. Auch eine vollständige Genesung ist möglich. Sich selbst einzugestehen, dass man Hilfe braucht, an Depression oder bipolarer Störung leidet, ist allerdings ein erster wichtiger Schritt. „Man muss bereit sein, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen, denn ohne die Mitarbeit der Betroffenen geht es nicht. Das ist eine Grenze der Behandlungsmöglichkeit.“ Die Anbindung an eine Vertrauensperson – Arzt, Therapeut, Freunde –, kann dabei erfahrungsgemäß sehr hilfreich sein, sagt Reininghaus.

Eine wertvolle Maßnahme ist auch die Aufklärung über die Krankheit, sodass Betroffene zum Spezialisten der eigenen Erkrankung werden. Psychoedukation lautet der Fachbegriff. Das Ziel: Frühwarnsymptome selbst erkennen. „Ich muss mich so gut kennen, um zu sehen, wann die Krankheitsepisode wieder beginnt, ohne dass ich noch wirklich depressiv oder manisch bin.“

Obwohl man mittlerweile das Gefühl hat, dass jeder jemanden kennt, der psychisch krank ist, gelten Depression und bipolare Störung immer noch als Tabu-Themen – besonders am Arbeitsplatz. In der heutigen Gesellschaft muss man permanent funktionieren – oder hat zumindest das Gefühl zu müssen. Da wollen diese Krankheitsbilder nicht so recht hineinpassen. Nur wenige trauen sich, offen zu sagen: Ja, ich bin psychisch krank. Aus Scham und Angst als Freak oder Sozialfall abgestempelt zu werden, schweigen sie lieber. Das Wort Depression möchte man nicht über sich schweben haben. Aber warum ist das so?

Eva Reininghaus glaubt, dass das Problem in der Unwissenheit bei einer Mehrheit der Bevölkerung liegt: „Viele Menschen wissen gar nicht, um was es bei diesen Erkrankungen genau geht. Den meisten ist nicht bekannt, dass Depressive und Bipolare auch Phasen haben, in denen sie vollkommen normal sind. Besonders die bipolare Störung wird oft als ein ewiges Hin und Her der Episoden dargestellt. In Wirklichkeit gibt es oft Phasen, die über Jahre andauern können, wo der Patient nichts hat und auch leistungsfähig ist.“ Gerade deshalb sind Vorträge und Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen so wichtig.

Was würde sich ändern, wenn Depression und bipolare Störung in einem Atemzug mit Migräne oder Bandscheibenvorfall genannt werden? „Man würde die Erkrankung vermutlich viel leichter und viel früher erkennen. Dann würde der Arbeitskollege vielleicht sagen: Ich glaube, du bist depressiv. Genauso wie man sagen würde: Ich glaube, du kriegst eine Grippe, geh nach Hause und ruh dich aus.“

Aber genau darin liegt die Schwierigkeit. Noch. Viele Leute trauen sich oft nicht, eine Person direkt darauf anzusprechen. Weil sie eben auch nicht wissen wie. Den Verdacht zu äußern ist trotzdem sehr wichtig. „Die Motivation, sich profesionelle Hilfe zu holen, kommt oft aus dem persönlichen Umfeld“, weiß Reininghaus. Man muss dabei nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, aber hilfreich sind Fragen wie „Ich habe den Eindruck, dass du dich nicht gut fühlst, stimmt das? Kann ich etwas für dich tun?“

Von heute auf morgen wird ein komplettes Umdenken nicht stattfinden – aber es geht voran. Immer mehr junge Leute interessieren sich für psychische Erkrankungen und informieren sich auch darüber – durch Vorträge oder im Internet. Aber auch die Betroffenen selbst wollen nicht mehr länger schweigen und gehen mit ihrer Krankheit an die Öffentlichkeit. Beispielsweise auf Twitter, wo Tausende unter dem Hashtag #notjustsad von ihrem Leben und ihrem Alltag mit Depression berichten. Die Tweets sollen aufklären und anderen Mut machen – denn sie sind mit ihrer Krankheit nicht alleine. Ein bisschen wird es noch dauern, aber irgendwann ist es eine ernstzunehmende Sache, aber kein großes Ding mehr, wenn einem die Welt da draußen einfach zu viel wird.

Angehörige – die andere Seite der psychischen Erkrankungen

Eine psychische Erkrankung ist nicht nur für die betroffene Person eine Herausforderung. Familie, Partner und Freunde leiden darunter ebenso. Dass der Partner seit Wochen kaum aus dem Bett hochkommt, ist manchmal nur schwer nachvollziehbar. Oder wenn die beste Freundin beim gemeinsamen Kaffeetrinken nur schweigt. Gut zureden hilft dann auch nichts. Aus Unwissenheit über die Krankheit und den richtigen Umgang damit interpretieren Angehörige dieses Verhalten oft falsch – und reagieren gereizt und frustriert. Wenn Aufmunterungsversuche kläglich scheitern, kommen Gefühle wie Machtlosigkeit und Überforderung dazu. Man will helfen.

In einer akuten Krankheitsphase ist es vor allem wichtig, den Betroffenen zu motivieren und zu aktivieren. Die Spezialistin rät, gezielt Aktivitäten zu planen: „Zweimal am Tag gemeinsam Spazierengehen zum Beispiel reicht oft schon. Den Rest des Tages kann sich die Person dann ausruhen.“ Unter Druck setzten, bringt allerdings nichts. Geduld und Verständnis sind gefragt. Auch Suizidgedanken können bei einer Depression ein Thema werden. Dabei gilt: Immer sofort ansprechen und bei Andeutungen Hilfe holen. „Es ist nicht die Aufgabe der Angehörigen zu entscheiden, ob jemand suizidgefährdet ist oder nicht. Dafür gibt es Spezialeinrichtungen.“ Nach einer überstandenen Depression ist es dann wichtig, wieder einen normalen Alltag einkehren lassen. Sinnvoll ist dann auch, gemeinsam zu überlegen, wie der Alltag anders gestaltet werden kann, um eine neue Episode zu verhindern.

Aber: Als Angehöriger muss man auch seine eigenen Grenzen der Belastbarkeit kennen. Nur wenn es einem selbst gut geht, kann man auch den anderen unterstützen.

TERMIN:
Depression, Burnout, Bipolare Störung – Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung.
Vortrags- und Gesprächsabend mit Priv.-Doz.in Dr.in Eva Reininghaus.

Wann: Donnerstag, 26. November
Wo: Quartier Leech, Leechgasse 24, 8010 Graz
Beginn: 19:30 Uhr

Autorin: Kerstin Hatzi

Bipolare Störung: Die typischen Merkmale in der Übersicht

Dieser Text dient lediglich dazu, dass Sie sich oder einen Betroffenen besser einschätzen können und bei einem Gespräch mit einem Psychologen oder Psychiater die richtigen Worte finden. Sie können eine bipolare Störung oder Depression auf keinen Fall selbst diagnostizieren. Suchen Sie bei Verdacht einen Psychologen oder Psychiater auf!

Die hier aufgeführten diagnostischen Kriterien für eine bipolare Störung oder Depression sind nach dem Klassifikationssystem DSM-IV für psychische Krankheiten zusammengestellt. Bei der Diagnose muss der Psychologe oder Arzt Drogenkonsum (vor allem Alkohol, Kokain/Amphetamine, Cannabis, Ecstasy) oder auch bestimmte organische Störungen ausschließen können, da auch sie zu Symptomen einer bipolaren Störung führen können.

Bipolare Störung: Diagnose einer Manie ohne psychotische Symptome

Wenn drei bis vier der folgenden Symptome in ausgeprägtem Maß vorhanden sind, kann eine Manie ohne psychotische Symptome als bipolare Störung vorliegen:

  • gesteigertes Selbstwertgefühl oder Größenideen
  • vermindertes Schlafbedürfnis (z. B. nur noch drei Stunden)
  • ungewöhnlich redselig bis unaufhörlich plappernd
  • Ideenflucht oder die subjektive Erfahrung des Gedankenjagens
  • Ablenkbarkeit durch alle Dinge der Umgebung
  • Steigerung zielgerichteter Aktivität oder psychomotorische Unruhe
  • exzessive Beschäftigung mit angenehmen Aktivitäten, die mit großer Wahrscheinlichkeit unangenehme Konsequenzen haben werden.

Wenn die abnorm veränderte Stimmungslage so schwer ausgeprägt ist, dass sie die berufliche Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt, ist das ein weiterer Hinweis auf eine manische Episode.

Bipolare Störung: Diagnose einer Manie mit psychotischen Symptomen

Wenn drei der folgenden Merkmale vorliegen (oder vier, wenn die Stimmung nur gereizt ist) und die persönliche Lebensführung dadurch stark gestört ist, kann eine als bipolare Störung Manie mit psychotischen Symptomen vorliegen:

  • gesteigerte Aktivität oder motorische Ruhelosigkeit
  • gesteigerte Gesprächigkeit („Rededrang")
  • Ideenflucht oder subjektives Gefühl von Gedankenrasen
  • Verlust normaler sozialer Hemmungen, was zu einem den Umständen unangemessenen Verhalten führt
  • vermindertes Schlafbedürfnis
  • überhöhte Selbsteinschätzung oder Größenwahn
  • Ablenkbarkeit oder andauernder Wechsel von Aktivitäten oder Plänen
  • tollkühnes oder leichtsinniges Verhalten, dessen Risiken die Betroffenen nicht erkennen, z. B. rücksichtsloses Autofahren, verrückte Geschäftsinvestitionen, weit übertriebenen Ausgaben für Großeinkäufe
  • gesteigerte Libido oder sexuelle Praktiken, die für diese Person ungewöhnlich sind.

Ein weiterer Hinweis auf diese Form der Manie liegt vor, wenn die Episode wenigstens eine Woche dauert und schwer genug ist, um die berufliche und soziale Funktionsfähigkeit mehr oder weniger vollständig zu unterbrechen.

Mindestens drei der folgenden Merkmale müssen vorhanden sein und die persönliche Lebensführung beeinträchtigen:

  • gesteigerte Aktivität oder motorische Ruhelosigkeit
  • gesteigerte Gesprächigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten oder Ablenkbarkeit
  • vermindertes Schlafbedürfnis
  • gesteigerte Libido
  • übertriebene Einkäufe oder andere Arten von leichtsinnigem oder verantwortungslosem Verhalten
  • gesteigerte Geselligkeit oder übermäßige Vertraulichkeit.

Einige der genannten Merkmale sollen an mindestens zwei bis vier aufeinanderfolgenden Tagen deutlich und durchgehend vorhanden sein. Außerdem müssen die gesteigerte Aktivität, Ruhelosigkeit und der häufige Gewichtsverlust als bipolare Störung von ähnlichen Symptomen bei einer Schilddrüsenüberfunktion und Magersucht unterschieden werden.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 09. Oktober 2008
Quellen: Literatur beim Verfasser

Genetische und neurobiologische Befunde besitzen für die aktuelle Forschung einen besonderen Stellenwert für das Verständnis der bipolaren (manisch-depressiven) Störung. Einige epidemiologische Daten (gleiche Prävalenz in verschiedenen Kulturen, familiäre Häufung, früher durchschnittlicher Krankheitsbeginn) führen zu der Annahme, dass die bipolare Störung stärker als die Depression von genetischen Faktoren bestimmt wird und der Einfluss äusserer Faktoren entsprechend geringer ist. Man vermutet einen komplexen Erbgang mit Veränderungen mehrerer verschiedener Gene bei ein und derselben Person. Erst die Wechselwirkung zwischen ihnen führen dazu, dass ein Mensch für die bipolare Erkrankung prädisponiert ist. Damit es tatsächlich zum Ausbruch kommt, müssen wahrscheinlich nicht-genetische, äussere Faktoren hinzukommen.

Familienstudien, Zwillingsstudien und Adoptivstudien

Es fanden sich wiederholt

  • familiäre Häufungen bipolarer Störungen mit eindeutigen manischen Phasen. Die Bedeutung genetischer Faktoren bei der bipolaren Störung ist dabei höher als bei der Depressionen.
  • Für bipolare Störungen fand sich eine Konkordanzrate von 72% bei eineiigen Zwillingen und von 14% bei zweieiigen Zwillingen
  • Für unipolare manische Störungen betragen die Konkordanzraten 40% (eineiige) und 14% (zweieiige)
  • Kinder, deren einer Elternteil an einer bipolaren Störung leidet, erkranken mit 24% Wahrscheinlichkeit an derselben oder einer anderen affektiven Störung
  • Wenn beide Eltern erkrankt sind, beträgt die Erkrankungswahrscheinlichkeit für die Kinder > 55%
  • Biologische Verwandte von Adoptivkindern, die an einer affektiven Störung leiden, haben ein deutlich höheres Risiko, ebenfalls an einer uni- oder bipolaren Störung zu erkranken/erkrankt zu sein als die Mitglieder der Gastfamilie

Auch bei den monopolar manischen und bipolaren Störungen ließ sich bislang keine direkte Verantwortlichkeit bestimmter Gene nachweisen. In sogenannten genetischen „Kopplungsanalysen“ konnten jedoch inzwischen einzelne Gene lokalisiert werden, die mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit für die Disposition zur Krankheit mitverantwortlich sind. Es handelt sich um folgende „Dispositionsgene“:

  • das G72-Gen auf Chromosom 13, wichtig für die glutamaterge Transmission an den Synapsen
  • das BDNF (brain-derived neurotrophic factor) – Gen auf Chromosom 11, beteiligt an der Neubildung und am Wachstum von Nervenzellen
  • das GRK 3 (G-Protein-Rezeptorkinase) – Gen auf Chromosom 22, beteiligt an dem wichtigen Prozess der Signaltransduktion und v. a. auch im limbischen System verbreitet, welches für das Gefühlserleben und Stimmungen eine besondere Bedeutung hat

Im Verlauf affektiver Störungen kommt es auch zu funktionellen und strukturellen Veränderungen des Gehirns. Dabei finden sich bei bipolaren Störungen Auffälligkeiten in der gesamten Kette der neuronalen Transmission von der Genexpression bis zum Neurotransmitter (Baumann et al, 2003). Bei den verfügbaren Befunden handelt es sich bislang jedoch erst um einzelne Nachweise signifikanter Veränderungen, die in bestimmte Richtungen weisen. Von einer zusammenhängenden neurobiologischen Theorie der bipolaren Störung scheint die Forschung noch weit entfernt. Es verdichten sich aber die Hinweise, dass die gemeinsame Grundstörung bei affektiven Erkrankungen in einer fehlerhaften postsynaptischen Signaltransduktion zu suchen ist.

  • Nachweis funktioneller metabolischer Abweichungen in bildgebenden Verfahren:
    • PET- und SPECT-Untersuchungen zeigen inkonsistent aber signifikant eine verringerte (v. a. frontale) kortikale Aktivität des Glucosestoffwechsels während (bipolar oder unipolar) depressiver Phasen (im Vergleich zu gesunden Probanden oder Phasen euthymer oder manischer Stimmung). Die Stimmung scheint also mit der Glucoseaktivität bzw. metabolischen Veränderungen im Gehirn assoziiert zu sein.
  • Stukturelle hirnmorphologische Befunde:
    • Die in PET- und SPECT-Untersuchungen gefundene Verringerung des Glucosestoffwechsels im präfrontalen Kortex in monopolar oder bipolare depressiven Phasen scheint auch strukturell bedingt zu sein. Im MRT fand sich im Vergleich zu Gesunden in dieser Hirnregion eine Volumenreduktion von 39% bei bipolaren Patienten und von 48% bei monopolar depressiven Patienten.
    • Die beobachteten Störungen der chonobiologischen Rhythmen bei affektiven Störungen und insbesondere der bipolaren Störung scheinen auf Störungen im Nucleus suprachiasmaticus („Zeitgeber“), Gewebsuntergänge im Nucleus paraventricularis des Thalamus (PVN) und eine Verminderung der Melatonin-Sekretion zurückzuführen zu sein.
    • Relativ spazifisch für bipolare Störungen scheinen zu sein eine Vergrößerung des 3. Ventrikels, Veränderungen der Basalganglien und eine Verkleinerung des Temporallappens.
    • Wie unipolare manische oder depressive Störungen gehen auch bipolare Störungen oft mit einer Verkleinerung des Cerebellums (Kleinhirns) einher.
    • Nach Verletzungen der rechten Hirnhemisphäre treten häufiger manische Symptome auf.
  • neurochemische und neuroendokrine Befunde:
    • Es konnte in einigen Studien bei manischen Episoden gleichzeitig erniedrigte Serotoninspiegel und erhöhte Noradrenalinspiegel gefunden werden. Es fand sich bei bipolaren Störungen auch eine Verminderung von MHPG (Noradreanlinmetabolit) im Urin
    • Es finden sich Hinweise auf eine erhöhte zentrale cholinerge Aktivität bei bipolaren Störungen
    • Depressive Störungen, auch solche bei bipolaren Störungen, gehen mit einem Hyperkortisolismus einher (erhöhtes 24-Stunden-Kortisol und pathologischer Dexamethason-Test)

Detailliertere Informationen über Transmittersysteme und Modellvorstellungen zur Entstehung affektiver Störungen inkl. einer zusammenfassenden Bewertung der Erkenntnislage finden Sie bei den Informationen zur Depression

Bipolare Störung: Manische Depression als Wechselbad der Gefühle Mittwoch, 02. August 2017

Leben zwischen den Extremen: Bei einer manisch depressiven Erkrankung schwankt der Gemütszustand von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Die bipolare Störung ist aufgrund der symptomfreien Zeit nur sehr schwer zu erkennen – die Diagnose wird meist erst nach zehn bis 15 Jahren gestellt. Wir erklären, was die Erkrankung bedeutet und wie Betroffene und Angehörige am besten damit umgehen.

Die manisch depressive Erkrankung gehört zu den affektiven Störungen – sie wirkt sich erheblich auf die Stimmungslage des Erkrankten aus. Er durchlebt mehrere Tage, Wochen oder gar Jahre lang eine absolute Hochphase (Manie), auf die ein tiefes Loch (Depression) folgen kann. Zwischen den krankhaften Phasen liegen beschwerdefreie Zeiträume. Sind die Symptome dieser bipolaren Erkrankung nicht so stark ausgeprägt, spricht man auch von einer Hypomanie.

Während einer manischen Phase ist dem Betroffenen nicht bewusst, dass es sich um eine Krankheit handelt. Er fühlt sich extrem leistungsfähig, belastbar und fit. Das Schlafbedürfnis ist sehr gering, die eigenen Fähigkeiten, die finanziellen Mittel und die Attraktivität werden zum Teil enorm überschätzt. Die Manie ist von Aktionismus geprägt: Der Erkrankte kann kaum einen Moment still sitzen, die Sprechgeschwindigkeit nimmt zu und es kommt zu schnellen Gedankensprüngen.

Handlungen im Affekt können den Betroffenen in die Bredouille bringen. So kann es zu spontanen Autokäufen, der Aufnahme eines Kredits oder rauschartigen Shoppingerlebnissen kommen. Nicht selten überschreiten Erkrankte dabei ihre finanziellen Mittel. Durch das gesteigerte Selbstbewusstsein und eine Steigerung des sexuellen Verlangens kann es während der Manie zu exzessiven Ausschweifungen kommen. Nicht selten schämen sich Betroffene im Nachhinein für ihr Verhalten. Ist eine Manie extrem ausgeprägt und kommt es zu gefährlichen Situationen für den Patienten oder sein Umfeld, kann eine Zwangseinweisung in eine Klinik erforderlich sein.

Symptomfreie Zeit: Langeweile und Unzufriedenheit

Wenn die Manie nach einigen Tagen oder Wochen wieder abklingt, kann eine Zeit ohne körperliche und geistige Beschwerden folgen. Hier kann sich der Betroffene gelangweilt und unausgefüllt fühlen. Die emotionale Hochphase während der Manie wird als erstrebenswertes Ziel erachtet – das „normale“ Leben und die „normalen“ Empfindungen reichen nicht mehr aus.

Liegt eine bipolare Störung vor, kann der Betroffene nach einer Hochphase auch in ein tiefes Loch fallen. Auf die Manie folgt die Depression. Hier treten für Depressionen typische Symptome wie Antriebslosigkeit, Bedrücktheit, Traurigkeit und Suizidgedanken auf. Der Betroffene ist abgeschlagen, müde und nicht in der Lage seinen Alltag zu bewältigen. Meist wird während der ersten depressiven Phase ein Arzt aufgesucht. Es kommt häufig zur Fehldiagnose Depression, da der Patient die manische Phase nicht als krankhaft erachtet und im Anamnesegespräch nicht weiter beschreibt. Fälschlicherweise werden deshalb viele Betroffene unipolar gegen Depressionen behandelt.

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Anspruch auf Hartz IV bei Schülern, Studenten und Auszubildenden

Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie hier:

Dabei wird auch auf den Bezug von BAföG, Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) und Ausbildungsgeld eingegangen.

Bis zur abschließenden Bearbeitung des Antrags auf ALG II kann geraume Zeit vergehen. Die Bearbeitung von ALG II-Anträgen kann unter Umständen mehrere Monate beanspruchen. Für Hilfebedürftige kann das verhängnisvoll sein, wenn sie weder über eigene finanzielle Mittel verfügen noch materielle Unterstützung von dritter Seite erwarten können.

Um Hilfebedürftige aufzufangen, denen eine solche Notlage droht, besteht die Möglichkeit, eine Vorschussleistung auf die ALG II-Bezüge zu beantragen (§ 42 Abs.1 SGB I). Sie kann gewährt werden, wenn ein Leistungsanspruch dem Grunde nach gegeben ist, die Berechnung seiner genauen Höhe aber voraussichtlich noch längere Zeit dauert und der Hilfebedürftige glaubhaft macht, dass bis zur Auszahlung der ersten Leistungen sein Lebensunterhalt nicht gesichert ist.

Die Höhe des Vorschusses ist in das Ermessen des Leistungsträgers gestellt. Kann dargelegt und nachgewiesen werden, dass der Hilfebedürftige tatsächlich über keinerlei Mittel verfügt, um seinen Lebensunterhalt sicherzustellen, reduziert sich dieses Ermessen aber auf Null, und der Leistungsträger ist verpflichtet, die angemessenen Kosten vorzuschießen. Die Aufnahme der Vorschusszahlungen beginnt dabei spätestens nach Ablauf eines Monats nach Eingang des Antrages gemäß § 42 Abs.1 SGB I.

Weiterführende und ausführliche Informationen siehe Hartz IV Vorschuss

Ausländer sind zum Leistungsbezug berechtigt, wenn sie die aufenthaltsrechtliche Erlaubnis zur Aufnahme einer Beschäftigung in der Bundesrepublik erhalten haben oder die Erteilung grundsätzlich möglich wäre. Einen Anspruch auf ALG II haben auch freizügigkeitsberechtigte Ausländer aufgrund des Freizügigkeitsgesetzes/EU. Schließlich steht auch Ausländern ALG II zu, die als Geduldete, Flüchtlinge oder politisch Verfolgte ein Bleiberecht genießen.

Grundsätzlich ausgeschlossen vom Leistungsbezug sind Ausländer, die sich nur zum Zweck der Arbeitssuche in der Bundesrepublik aufhalten. Dieser Anspruchsausschluss betrifft auch die Familienangehörigen des Arbeit suchenden Ausländers. ALG II kommt auch nicht infrage für Ausländer, denen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zustehen können.

Grundsätzlich besteht für Bezieher von Hartz 4 und die leistungsberechtigten Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft kein Anspruch auf Sozialhilfe (§ 21 SGB XII). Der Anspruch auf Hartz IV ist vorrangig und schließt ergänzende Sozialhilfe aus. Eine Ausnahme gilt nur für die Personen, die nicht hilfebedürftig im Sinne des § 9 SGB II sind und denen damit ALG II nicht zusteht. Sie können Hilfe zum Lebensunterhalt in Sonderfällen beanspruchen (§ 34 SGB XII).

Der Ausschluss von Sozialhilfe für ALG II-Bezieher bedeutet aber nicht, dass diesen generell keine Leistungen nach dem SGB XII zustehen können. Das Gesetz ordnet diesen Ausschluss vielmehr nur für die Hilfe zum Lebensunterhalt an (Leistungen nach dem Dritten Kapitel, § 5 Abs. 2 SGB II). Sonstige Leistungen des SGB XII können daneben in Betracht kommen, wenn sie im SGB II für ALG II-Empfänger und Bezieher von Sozialgeld nicht vorgesehen sind. Das SGB II soll zwar für ALG II-Berechtigte ein geschlossenes System darstellen, dem § 5 Abs.2 S.2 SGB II ist aber zu entnehmen, dass zusätzliche Hilfen nach dem SGB XII dann infrage kommen, wenn die grundlegende Funktion der persönlichen Existenzsicherung durch die Ansprüche des SGB II nicht gewährleistet ist.

Für Hilfebedürftige im ALG II-Bezug können daher ergänzend folgende Ansprüche bestehen, da sie gar nicht oder aber nur unzureichend durch vorrangige Leistungsvorschriften des SGB II abgedeckt sind

  • Hilfen zur Gesundheit nach §§ 47ff SGB XII, die medizinische Vorsorgeleistungen und Untersuchungen zur Verhütung und Früherkennung von Krankheiten, Leistungen zur Krankenbehandlung sowie Familienplanung umfassen
  • Hilfe zur Pflege nach §§ 61ff SGB XII für Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die üblichen und wiederkehrenden Verrichtungen im täglichen Leben in erheblichem Maße der Hilfe bedürfen
  • Hilfe in anderen Lebenslagen nach §§ 70ff SGB XII, wie die Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, die Blinden- und Altenhilfe und die Übernahme von Bestattungskosten
  • Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach §§ 67ff SGB XII für Personen, die aufgrund besonderer Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen haben (Beratungs- und Betreuungsleistungen)
  • Eingliederungshilfen für behinderte Menschen nach §§ 53ff SGB XII, die etwa Hilfen für eine angemessene Schul- und Berufsausbildung umfassen können

Das Wohngeld ist gegenüber Hartz IV regelmäßig die vorrangige Sozialleistung, so dass es stets auch vorrangig zu beantragen ist, um einen Hartz IV-Bezug zu vermeiden. Die Pflicht zur vorrangigen Wohngeldbeantragung ergibt sich für Hilfebedürftige aus § 5 SGB II.

Wohngeld wird neben ALG II nicht erbracht, wenn bei den Leistungen bereits die Kosten für die Unterkunft berücksichtigt sind (§ 7 Abs.1 Nr.1 WoGG). Mit dieser Regelung soll gewährleistet werden, dass die Kosten für die Unterkunft bei der Ermittlung der Höhe der Sozialleistungen nur von einem Sozialleistungsträger erfasst werden.

Wird Arbeitslosengeld II lediglich als Darlehen geleistet, greift der Anspruchsausschluss aber nicht ein, so dass ein Anspruch auf Wohngeld dem Grunde nach in Betracht kommt. Das gleiche gilt, wenn durch das Wohngeld die Hilfebedürftigkeit vermieden werden kann (§ 7 Abs.1 Nr.1 und 2 WoGG). Damit ist der grundsätzliche Vorrang des Wohngelds gegenüber dem ALG II ausgedrückt. Bei der Prüfung der Hilfebedürftigkeit im Sinne des § 9 SGB II sind das Bestehen eines Wohngeldanspruchs und dessen Höhe entscheidend zu berücksichtigen. Kann durch eigene Einnahmen und Wohngeld der Bedarf gedeckt werden, ist Hilfebedürftigkeit grundsätzlich nicht gegeben. Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II scheidet unter diesen Voraussetzungen aus.

Für Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft gilt Entsprechendes. Auch sie sind grundsätzlich vom Wohngeldbezug ausgeschlossen, wenn sie bei der Ermittlung des gemeinsamen Bedarfes berücksichtigt worden sind, und auch bei ihnen besteht ein Wohngeldanspruch, wenn Hartz IV als Darlehen erbracht wird oder die Wohngeldleistung geeignet ist, die Hilfebedürftigkeit abzuwenden (§ 7 Abs. 2 WoGG).

Elternteile, die Sozialleistungen beziehen, erhalten als Elterngeld einen monatlichen Betrag in Höhe von 300 Euro (Sockelbetrag). Dieser wird seit 2011 vollständig als sonstiges Einkommen auf Hartz IV Leistungen angerechnet. Ausnahmen bestehen nur, wenn vorher Erwerbseinkommen bezogen wurde. Mehr unter Elterngeld und Hartz IV

Bei Hartz IV Beziehern rechnet das Kindergeld zum sonstigen Einkommen und kann sich mindernd auf den Bezugsanspruch auswirken, es sei denn, das Kindergeld wird zur Bedarfsdeckung vom Kind selbst eingesetzt.

Das Kindergeld volljähriger Kinder zählt stets zum Einkommen der hilfebedürftigen Eltern. Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn das volljährige Kind nicht im Hauhalt der Eltern lebt und das Kindergeld von den Eltern an das Kind weitergeleitet wird. Ausführliches unter Hartz IV und Kindergeld

Gerät der Hilfebedürftige in besondere Notlagen, kommen zusätzliche Leistungen in Betracht. Für Hilfebedürftige, deren Antrag auf ALG II-Bezug noch nicht beschieden ist, gilt die bereits erwähnte Möglichkeit der Beantragung eines Vorschusses (§ 42 SGB I).

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Die Blase ist der Sammelbehälter, in dem alle in der Niere ausgeschiedenen Stoffe als Urin darauf warten, den Körper verlassen zu können. Der durch die Urinmenge entstehende Druck zwingt nach einer gewissen Zeit zum Loslassen, das zur Erleichterung führt. Wir alle wissen jedoch aus Erfahrung, daß Urindrang recht häufig mit bestimmten Situationen in einem auffallenden Zusammenhang steht. Es sind dies immer Situationen, in denen der Mensch unter psychischem Druck steht, sei es Prüfung, Therapie oder ähnliche, mit Erwartungsängsten oder Streß verbundenen Bedingungen. Der zuerst psychisch erlebte Druck wird nach unten in die Blase geschoben und nun hier als körperlicher Druck empfunden.
Druck fordert uns immer auf, loszulassen und zu entspannen. Wenn dies psychisch nicht gelingt, müssen wir es über die Blase körperlich zulassen. Über diesen Umweg wird deutlich spürbar, wie groß der Druck einer Situation in Wirklichkeit ist, wie schmerzhaft er werden kann, wenn man nicht losläßt, und wie befreiend andererseits das Loslassen ist. Weiterhin ermöglicht die Somatisierung auch, den passiv empfundenen Druck in einen aktiven Druck umzuwandeln, indem man mit dem Argument, auf die Toilette zu müssen, fast jede Situation unterbrechen und manipulieren kann. Wer auf die Toilette muß, spürt Druck und übt gleichzeitig Druck aus - das weiß ein Schüler (»Sextanerblase«) so gut wie ein Patient und setzt dieses Symptom deshalb auch unbewußt, aber immer zielsicher ein.
Dieser hier besonders deutliche Zusammenhang zwischen Symptom und Machtausübung spielt auch bei allen anderen Symptomen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Jeder Kranke neigt dazu, seine Symptome auch als Machtmittel einzusetzen. Damit berühren wir eines der stärksten Tabus unserer Zeit. Machtausübung ist ein Grundproblem des Menschen. Solange der Mensch ein Ich hat, strebt er nach Dominanz und Machtentfaltung. Jedes ». aber ich will« ist Ausdruck dieses Strebens nach Egodominanz. Da Macht andererseits ein sehr negativ gefärbter Begriff geworden ist, sehen sich die Menschen gezwungen, ihre Machtspiele immer besser zu tarnen. Verhältnismäßig wenig Menschen haben den Mut, ihren Anspruch auf Macht offen zu erklären und zu leben. Die Mehrzahl versucht, ihre verdrängten Machtwünsche über Umwege durchzusetzen. Dafür benutzt man z. Z. vor allem die Ebenen der Krankheit und der sozialen Schwäche. Diese Ebenen sind vor Entlarvung relativ sicher, da die Projektion der Schuld auf funktionale Abläufe und Umwelt als Erklärungsmodell allgemein akzeptiert und legalisiert ist.
Da fast alle Menschen diese Ebenen mehr oder minder für ihre Machtstrategien mitbenützen, ist niemand an deren Entlarvung interessiert, und jeder Versuch wird mit tiefer Entrüstung zurückgewiesen. Mit Krankheit und Tod ist unsere Welt erpreßbar. Durch Krankheit kann man fast immer das erreichen, was man ohne Symptome niemals bekäme: Zuwendung, Anteilnahme, Geld, Freizeit, Hilfe und Kontrolle über andere. Der sekundäre Krankheitsgewinn, der durch den Einsatz des Symptoms als Machtinstrument entsteht, verhindert nicht selten die Heilung.
Gut nachvollziehbar ist das Thema »Symptom als Machtäußerung« auch beim Bettnässen. Steht ein Kind tagsüber so stark unter Druck (Eltern, Schule), daß es weder loslassen noch seine eigenen Ansprüche vertreten kann, so löst das nächtliche Bettnässen gleichzeitig mehrere Probleme auf einmal: Es verwirklicht das Loslassen als Antwort auf den erlebten Druck und stellt gleichzeitig eine Gelegenheit dar, die sonst so mächtigen Eltern in die Hilflosigkeit zu verbannen. Über das Symptom kann das Kind, sicher getarnt, all jenen Druck wieder zurückgeben, den es tagsüber empfängt. Gleichzeitig sollte man die Beziehung des Bettnässens zum Weinen nicht übersehen. Beide dienen der Entladung und Entlastung eines inneren Drucks durch Loslassen. Man könnte daher Bettnässen auch als »unteres Weinen« bezeichnen.
Auch bei allen anderen Blasensymptomen sind die bisher besprochenen Themenbereiche beteiligt. Bei der Blasenentzündung zeigt das Brennen beim Wasserlassen sehr eindeutig, wie schmerzhaft das Loslassen vom Patienten erlebt wird. Häufiger Harndrang, bei dem jedoch gar kein Urin oder nur geringe Mengen ausgeschieden werden, ist Ausdruck für die absolute Unfähigkeit, trotz des Druckes loszulassen. Es sollte bei all diesen Symptomen nicht übersehen werden, daß die Stoffe bzw. Themen, von denen man loslassen sollte, allesamt überlebt sind und nur noch Ballast darstellen.


Erkrankungen der Blase werfen folgende Fragen auf:
1. An welchen Bereichen halte ich fest, obwohl sie überlebt sind und darauf warten, ausgeschieden zu werden?
2. Wo setze ich mich selbst unter Druck und projiziere ihn auf andere (Prüfung, Chef)?
3. Von welchen verbrauchten Themen sollte ich loslassen?
4. Worüber weine ich?

Im Zusammenhang mit MS:
Weitere Symptome betreffen die Blase, jenes Organ, mit dem wir loslassen, aber auch Druck ausüben können. Im Vordergrund steht bei vielen MS-Patienten auch hier Schwäche. Sie können ihr Wasser nicht mehr halten, d.h., bei geringsten Anlässen läuft die Blase über. Das Symptom zwingt zurück in die Situation der frühen Kindheit mit ihrer Unfähigkeit, die Körperfunktionen und das eigene Leben zu kontrollieren. Die oben nicht geweinten Tränen, die sich MS-Patienten in ihrer Reaktionslosigkeit und Gefühlsblockierung nicht zugestehen können, lassen sie unten überfließen, wo es niemand anderes merkt. Dieses verschobene Weinen kann sich bei vollausgebildetem Krankheitsbild, wenn die Abwehrmaßnahmen unter dem Leid tendenziell zusammenbrechen, auch wieder in richtiges Weinen zurückverwandeln. Nicht selten kommt es dann sogar zu richtiggehender Weinerlichkeit, die niemandem so peinlich ist wie den Betroffenen selbst. Bei der geringsten Kleinigkeit, einer rührenden Filmszene oder dergleichen, befreit sich die so lange gestaute seelische Flut in Tränenbächen. Oder aber die Tränen sickern ständig vor sich hin und zeigen den Patienten, wie nahe sie eigentlich ans (Seelen)Wasser bauen müßten. Ein gefühlstrockenes Leben entspricht offensichtlich nicht ihrer Bestimmung, und die ständig feuchten Augen zeigen, wie angerührt sie im Innersten sind. Das gilt generell für die nach außen gekehrte Gefühllosigkeit und Härte. Wo der Staudamm bricht, ergeben sich Gefühlsausbrüche, die einen ganz anderen Menschen zeigen.
In Blasenentzündungen verkörpert sich der Konflikt ums Loslassen. Es wird zum brennenden Bedürfnis. Das Symptom zwingt ständig dazu, ohne daß man viel von sich und seiner Seele geben könnte. Es demonstriert nicht nur, wie not-wendig Loslassen ist, sondern auch, wie schwer es fällt und wie schmerzhaft es empfunden wird.
.
Die überlaufende Blase will anregen, die Tränen überfließen zu lassen, den Überdruck des seelischen Staus bei jeder Gelegenheit abzulassen. Die Blasenreizung lenkt Aufmerksamkeit auf den Konflikt um das Thema »Loslassen«. Die Harnverhaltung, eine komplette Zurückhaltung und Abkehr vom Austausch mit der Welt, legt im erlösten Sinne nahe, sich auf sich selbst zu besinnen, die seelischen Energien für sich zu nutzen: statt Zurückhaltung und Rückzug Rückbesinnung und Rücksicht auf sich selbst.

EMOTIONALE BLOCKADE
Da die Nieren für das Gleichgewicht von Menge und Druck der Körperflüssigkeit zuständig sind, deuten Nierenerkrankungen u. a. auf ein gestörtes emotionales Gleichgewicht hin. Nierenkranken Menschen fehlt es oft an Unterscheidungsvermögen. Es fällt ihnen schwer, Entscheidungen zu treffen, um ihren eigenen Bedürfnissen zu entsprechen. Oft sind sie leicht reizbar und machen sich viele Sorgen um andere.
Sie fühlen sich bestimmten Situationen oder Personen nicht gewachsen. In schwierigen Situationen stehen sie machtlos vor einer Mauer der Ungerechtigkeit. Oft lassen sie sich auch zu sehr von den Ansichten ihrer Mitmenschen beeinflussen und sind nicht in der Lage, das Spreu fremder Ideen vom Weizen zu trennen, da sie sich vor allem auf ihre Helferrolle konzentrieren.
Nierenkranke neigen dazu, andere Menschen oder Ereignisse zu idealisieren und sind um so mehr enttäuscht, wenn ihre Erwartungen sich schließlich nicht erfüllen. So haben sie oft etwas an anderen oder an bestimmten Umständen auszusetzen und beschweren sich über großes Unrecht. Im Laufe der Zeit setzen sie immer höhere Erwartungen in ihre Mitmenschen, während sie selbst zu Opfern ihrer eigenen Lebenssicht werden.

MENTALE BLOCKADE
Je ernster Dein Nierenproblem ist, desto dringender ist auch die Nachricht Deines Körpers. Er versucht Dir klarzumachen, daß Du Dich Deiner inneren Kraft besinnen sollst und Deine Schwellenangst loswerden mußt, die Dich glauben läßt, Du könntest in schwierigen Situationen nicht ebenso gut bestehen wie andere. Die Überzeugung, das Leben sei nun einmal ungerecht, verstellt Dir die Sicht auf Deine innere Kraft. Du verbringst viel zu viel Zeit und Energie damit, Dich mit Deinen Mitmenschen zu vergleichen und sie zu kritisieren.
Deine große Sensibilität ist in falsche Bahnen geraten. Deine rege Geistestätigkeit läßt Dich von einer Emotion in die andere schlittern, so daß Dir der Klarblick fehlt, die nötigen Maßnahmen für Dein seelisches Gleichgewicht zu treffen, um mit schwierigen Situationen fertig werden zu können. Es läge in Deinem eigenen Interesse, Menschen und Dinge so zu betrachten, wie sie sind, ohne Dir sofort ein Idealbild von ihnen zu schaffen. Hegst Du weniger Erwartungen, wird auch Dein Ungerechtigkeitsgefühl schwinden.

Was ist „Krankheit als Symbol“?

Es ist eine Möglichkeit, die symbolische Botschaft von Krankheitssymptomen zu entschlüsseln.

Auswahl meiner Anwendungserfahrungen:

  • Was fehlt dem Mensch? Um das zu erkennen, muss auf allen Ebenen des menschlichen Daseins geschaut und gearbeitet werden
  • Die Sprache des Körpers verstehen auf der Basis: alles körperliche Geschehen ist Ausdruck eines seelischen Inhalts
  • Selbstverwirklichung und gesunder Wachstum anstelle von Expansion auf falscher Ebene

Wie kann ich mir eine Therapie mit „Krankheit als Symbol“ vorstellen?

Wir suchen und finden die Bedeutung Ihrer Krankheit und deren Symptome – um dieser dann eine Entwicklungsmöglichkeit anzubieten.

Dazu stelle ich Ihnen z.B. Fragen wie:

Warum geschieht gerade Dir, gerade das, gerade jetzt? Woran hindert Dich die Symptomatik? Wozu zwingt sie Dich? Und welchen Sinn erfüllt sie gerade jetzt in Deinem Leben?

Darüber hinaus befragen Sie in geführten Meditationen Ihren Körper, um verdeckte Botschaften zu erfahren.

Des Weiteren biete ich Ihnen mein umfangreiches Wissen an, welche Bedeutung man den jeweiligen Beschwerden zuspricht. Doch da jedes Krankheitsbild vollkommen individuell ist, ist es auch nur in der persönlichen Situation ganz stimmig zu deuten. Und wirklich erschöpfend werden Deutungen erst, wenn sowohl die persönlichen Umstände mit in Betracht gezogen werden, wie natürlich auch die betroffenen Organebenen.

Hierbei geht es nie darum, eine Schuldzuweisung zu finden, sondern die eigene Verantwortung für die Entwicklungschance, die in der Krankheit steckt, übernehmen zu können und damit als bewußten Teil der eigenen Persönlichkeit zu leben.

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Links finden Sie alle Informationen zur Bipolaren Störung, Kapitel für Kapitel "verdaubar" aufbereitet. Klicken und lesen Sie sich Step by Step von oben nach unten durch die Symptome, die Möglichkeiten zur Selbsthilfe, mögliche Therapieformen und die Chancen für Kinder von bipolar Erkrankten. Wenn Sie sich vorher einen Account anlegen (Pseudonym und Email genügt), können Sie die bereits gelesenen Kapitel markieren - damit Sie morgen wissen, wo Sie heute waren und so bequem weiterlesen können.

Von psychischen Erkrankungen sind viele – auch junge – Menschen betroffen. Trotzdem sind Depression und bipolare Störung noch immer ein Tabu-Thema. Woran das liegt? An der Tatsache, dass Kopfschmerzen und Bandscheibenvorfälle nicht das Freak-Dasein mit sich bringen.

In unserer vorletzten Ausgabe hat eine Freundin von „Futter“ offen und ehrlich über ihre Depression geschrieben. Viele haben sich in dem Text vielleicht wiedererkannt oder haben Freunde und Bekannte mit ähnlichen Erfahrungen. Depression und bipolare Störung sind im österreichischen Krankheitsbild keine Seltenheit mehr. Man hat sogar den Eindruck, dass immer mehr Menschen davon betroffen sind. „Das kann man so nicht sagen“, meint Eva Reininghaus, Leiterin der „Spezialambulanz für Patient/innen mit bipolar affektiver Erkrankung“ an der Medizinischen Universität Graz. „Diese Erkrankungen hat es immer schon gegeben“. Sie werden nicht häufiger, sondern sichtbarer. Einer besseren medizinische Behandlung und einer veränderten gesellschaftlichen Wahrnehmung sei Dank. Unschöne Assoziationen wie Klapse oder Irrenanstalt werden immer seltener. Trotzdem ist diese Krankheit noch immer ein Tabu-Thema. Ich hatte eine Depression kommt den meisten noch eher über die Lippen als ich habe eine Depression. Aber beginnen wir ganz von vorne...

Was ist eine Depression?
Was ist eine bipolare Störung?

Depressionen und bipolare Störungen zählen zu den affektiven Erkrankungen, die sich durch eine Veränderung der Stimmung und des Gefühlslebens auszeichnen. Eine gedrückte Stimmungslage, reduzierter Antrieb und Anhedonie, also die Freud- und Interessenslosigkeit, gelten laut den Diagnosekriterien der ICD-10 (International Classification of Diseases) als typische Anzeichen für eine Depression. Zumindest zwei von diesen drei Symptomen müssen für einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen durchgehend vorhanden sein. Dazu kommen Zusatzsymptome wie Appetitlosigleit, Schlafstörungen, Pessimismus, Suizidgedanken etc., von denen wiederum mindestens drei erfüllt sein müssen. Je nach Anzahl und Schwere der Symptome wird zwischen einer leichten, mittelgradigen oder schweren Depression unterschieden.

Von einer bipolaren Störung spricht man, wenn sich depressive Episoden und manische Episoden abwechseln. Typische Symptome einer Manie sind gesteigerter Antrieb, gehobene oder gereizte Stimmungslage, gesteigerte Aktivität, Steigerung der Libido, hohe Kontaktfreudigkeit, extrem reduzierter Schlaf und Enthemmung des Verhaltens. Ähnlich wie bei der Depression wird auch bei der Manie zwischen verschiedenen Phasen unterschieden. Bei einem schweren Verlauf kann es zu einer Verzerrung der Realität, Wahnideen und Sinnestäuschungen kommen.

Eine Depression oder eine bipolare Störung entwickelt sich in den meisten Fällen schleichend. Ein Auslöser ist nicht immer sofort erkennbar. Viele Betroffene stellen sich dann die Frage: Warum trifft es mich? Antwort darauf gibt es keine – zumindest keine einfache. Die Erkrankung hängt nämlich von vielen Faktoren ab. „Es gibt eine genetische Komponente. Die muss allerdings nicht zum Ausbruch der Krankheit führen“, erklärt Reininghaus. Die Anfälligkeit eines Menschen, an einer psychischen Krankheit zu erkranken, kann mit dem Vulnerabilitäs-Stress-Konzept beschrieben werden: „Jeder Mensch hat eine persönliche genetische Verletzbarkeit, die man bei seiner Geburt sozusagen mitbekommen hat. Ob es zu einem Ausbruch der Erkrankung kommt, hängt davon ab, wie viele Stressoren darauf treffen. Wenn jemand eine hohe genetische Wahrscheinlichkeit hat, an einer Depression zu erkranken, und ein extrem stressiges Leben hinzukommt, ist das Risiko höher.“ Auslöser können dann überdauernde Stressoren wie z.B. chronische Konflikte in der Familie, andauernde Belastungen oder akute Krisen oder Traumata sein.

Depression und bipolare Störung sind grundsätzlich gut behandelbar. Je nach Krankheitsverlauf und Schweregrad bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten der Behandlung an – von einer Psychotherapie bis hin zu einer medikamentösen Unterstützung. Auch eine vollständige Genesung ist möglich. Sich selbst einzugestehen, dass man Hilfe braucht, an Depression oder bipolarer Störung leidet, ist allerdings ein erster wichtiger Schritt. „Man muss bereit sein, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen, denn ohne die Mitarbeit der Betroffenen geht es nicht. Das ist eine Grenze der Behandlungsmöglichkeit.“ Die Anbindung an eine Vertrauensperson – Arzt, Therapeut, Freunde –, kann dabei erfahrungsgemäß sehr hilfreich sein, sagt Reininghaus.

Eine wertvolle Maßnahme ist auch die Aufklärung über die Krankheit, sodass Betroffene zum Spezialisten der eigenen Erkrankung werden. Psychoedukation lautet der Fachbegriff. Das Ziel: Frühwarnsymptome selbst erkennen. „Ich muss mich so gut kennen, um zu sehen, wann die Krankheitsepisode wieder beginnt, ohne dass ich noch wirklich depressiv oder manisch bin.“

Obwohl man mittlerweile das Gefühl hat, dass jeder jemanden kennt, der psychisch krank ist, gelten Depression und bipolare Störung immer noch als Tabu-Themen – besonders am Arbeitsplatz. In der heutigen Gesellschaft muss man permanent funktionieren – oder hat zumindest das Gefühl zu müssen. Da wollen diese Krankheitsbilder nicht so recht hineinpassen. Nur wenige trauen sich, offen zu sagen: Ja, ich bin psychisch krank. Aus Scham und Angst als Freak oder Sozialfall abgestempelt zu werden, schweigen sie lieber. Das Wort Depression möchte man nicht über sich schweben haben. Aber warum ist das so?

Eva Reininghaus glaubt, dass das Problem in der Unwissenheit bei einer Mehrheit der Bevölkerung liegt: „Viele Menschen wissen gar nicht, um was es bei diesen Erkrankungen genau geht. Den meisten ist nicht bekannt, dass Depressive und Bipolare auch Phasen haben, in denen sie vollkommen normal sind. Besonders die bipolare Störung wird oft als ein ewiges Hin und Her der Episoden dargestellt. In Wirklichkeit gibt es oft Phasen, die über Jahre andauern können, wo der Patient nichts hat und auch leistungsfähig ist.“ Gerade deshalb sind Vorträge und Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen so wichtig.

Was würde sich ändern, wenn Depression und bipolare Störung in einem Atemzug mit Migräne oder Bandscheibenvorfall genannt werden? „Man würde die Erkrankung vermutlich viel leichter und viel früher erkennen. Dann würde der Arbeitskollege vielleicht sagen: Ich glaube, du bist depressiv. Genauso wie man sagen würde: Ich glaube, du kriegst eine Grippe, geh nach Hause und ruh dich aus.“

Aber genau darin liegt die Schwierigkeit. Noch. Viele Leute trauen sich oft nicht, eine Person direkt darauf anzusprechen. Weil sie eben auch nicht wissen wie. Den Verdacht zu äußern ist trotzdem sehr wichtig. „Die Motivation, sich profesionelle Hilfe zu holen, kommt oft aus dem persönlichen Umfeld“, weiß Reininghaus. Man muss dabei nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, aber hilfreich sind Fragen wie „Ich habe den Eindruck, dass du dich nicht gut fühlst, stimmt das? Kann ich etwas für dich tun?“

Von heute auf morgen wird ein komplettes Umdenken nicht stattfinden – aber es geht voran. Immer mehr junge Leute interessieren sich für psychische Erkrankungen und informieren sich auch darüber – durch Vorträge oder im Internet. Aber auch die Betroffenen selbst wollen nicht mehr länger schweigen und gehen mit ihrer Krankheit an die Öffentlichkeit. Beispielsweise auf Twitter, wo Tausende unter dem Hashtag #notjustsad von ihrem Leben und ihrem Alltag mit Depression berichten. Die Tweets sollen aufklären und anderen Mut machen – denn sie sind mit ihrer Krankheit nicht alleine. Ein bisschen wird es noch dauern, aber irgendwann ist es eine ernstzunehmende Sache, aber kein großes Ding mehr, wenn einem die Welt da draußen einfach zu viel wird.

Angehörige – die andere Seite der psychischen Erkrankungen

Eine psychische Erkrankung ist nicht nur für die betroffene Person eine Herausforderung. Familie, Partner und Freunde leiden darunter ebenso. Dass der Partner seit Wochen kaum aus dem Bett hochkommt, ist manchmal nur schwer nachvollziehbar. Oder wenn die beste Freundin beim gemeinsamen Kaffeetrinken nur schweigt. Gut zureden hilft dann auch nichts. Aus Unwissenheit über die Krankheit und den richtigen Umgang damit interpretieren Angehörige dieses Verhalten oft falsch – und reagieren gereizt und frustriert. Wenn Aufmunterungsversuche kläglich scheitern, kommen Gefühle wie Machtlosigkeit und Überforderung dazu. Man will helfen.

In einer akuten Krankheitsphase ist es vor allem wichtig, den Betroffenen zu motivieren und zu aktivieren. Die Spezialistin rät, gezielt Aktivitäten zu planen: „Zweimal am Tag gemeinsam Spazierengehen zum Beispiel reicht oft schon. Den Rest des Tages kann sich die Person dann ausruhen.“ Unter Druck setzten, bringt allerdings nichts. Geduld und Verständnis sind gefragt. Auch Suizidgedanken können bei einer Depression ein Thema werden. Dabei gilt: Immer sofort ansprechen und bei Andeutungen Hilfe holen. „Es ist nicht die Aufgabe der Angehörigen zu entscheiden, ob jemand suizidgefährdet ist oder nicht. Dafür gibt es Spezialeinrichtungen.“ Nach einer überstandenen Depression ist es dann wichtig, wieder einen normalen Alltag einkehren lassen. Sinnvoll ist dann auch, gemeinsam zu überlegen, wie der Alltag anders gestaltet werden kann, um eine neue Episode zu verhindern.

Aber: Als Angehöriger muss man auch seine eigenen Grenzen der Belastbarkeit kennen. Nur wenn es einem selbst gut geht, kann man auch den anderen unterstützen.

TERMIN:
Depression, Burnout, Bipolare Störung – Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung.
Vortrags- und Gesprächsabend mit Priv.-Doz.in Dr.in Eva Reininghaus.

Wann: Donnerstag, 26. November
Wo: Quartier Leech, Leechgasse 24, 8010 Graz
Beginn: 19:30 Uhr

Autorin: Kerstin Hatzi

Bipolare Störung: Die typischen Merkmale in der Übersicht

Dieser Text dient lediglich dazu, dass Sie sich oder einen Betroffenen besser einschätzen können und bei einem Gespräch mit einem Psychologen oder Psychiater die richtigen Worte finden. Sie können eine bipolare Störung oder Depression auf keinen Fall selbst diagnostizieren. Suchen Sie bei Verdacht einen Psychologen oder Psychiater auf!

Die hier aufgeführten diagnostischen Kriterien für eine bipolare Störung oder Depression sind nach dem Klassifikationssystem DSM-IV für psychische Krankheiten zusammengestellt. Bei der Diagnose muss der Psychologe oder Arzt Drogenkonsum (vor allem Alkohol, Kokain/Amphetamine, Cannabis, Ecstasy) oder auch bestimmte organische Störungen ausschließen können, da auch sie zu Symptomen einer bipolaren Störung führen können.

Bipolare Störung: Diagnose einer Manie ohne psychotische Symptome

Wenn drei bis vier der folgenden Symptome in ausgeprägtem Maß vorhanden sind, kann eine Manie ohne psychotische Symptome als bipolare Störung vorliegen:

  • gesteigertes Selbstwertgefühl oder Größenideen
  • vermindertes Schlafbedürfnis (z. B. nur noch drei Stunden)
  • ungewöhnlich redselig bis unaufhörlich plappernd
  • Ideenflucht oder die subjektive Erfahrung des Gedankenjagens
  • Ablenkbarkeit durch alle Dinge der Umgebung
  • Steigerung zielgerichteter Aktivität oder psychomotorische Unruhe
  • exzessive Beschäftigung mit angenehmen Aktivitäten, die mit großer Wahrscheinlichkeit unangenehme Konsequenzen haben werden.

Wenn die abnorm veränderte Stimmungslage so schwer ausgeprägt ist, dass sie die berufliche Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt, ist das ein weiterer Hinweis auf eine manische Episode.

Bipolare Störung: Diagnose einer Manie mit psychotischen Symptomen

Wenn drei der folgenden Merkmale vorliegen (oder vier, wenn die Stimmung nur gereizt ist) und die persönliche Lebensführung dadurch stark gestört ist, kann eine als bipolare Störung Manie mit psychotischen Symptomen vorliegen:

  • gesteigerte Aktivität oder motorische Ruhelosigkeit
  • gesteigerte Gesprächigkeit („Rededrang")
  • Ideenflucht oder subjektives Gefühl von Gedankenrasen
  • Verlust normaler sozialer Hemmungen, was zu einem den Umständen unangemessenen Verhalten führt
  • vermindertes Schlafbedürfnis
  • überhöhte Selbsteinschätzung oder Größenwahn
  • Ablenkbarkeit oder andauernder Wechsel von Aktivitäten oder Plänen
  • tollkühnes oder leichtsinniges Verhalten, dessen Risiken die Betroffenen nicht erkennen, z. B. rücksichtsloses Autofahren, verrückte Geschäftsinvestitionen, weit übertriebenen Ausgaben für Großeinkäufe
  • gesteigerte Libido oder sexuelle Praktiken, die für diese Person ungewöhnlich sind.

Ein weiterer Hinweis auf diese Form der Manie liegt vor, wenn die Episode wenigstens eine Woche dauert und schwer genug ist, um die berufliche und soziale Funktionsfähigkeit mehr oder weniger vollständig zu unterbrechen.

Mindestens drei der folgenden Merkmale müssen vorhanden sein und die persönliche Lebensführung beeinträchtigen:

  • gesteigerte Aktivität oder motorische Ruhelosigkeit
  • gesteigerte Gesprächigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten oder Ablenkbarkeit
  • vermindertes Schlafbedürfnis
  • gesteigerte Libido
  • übertriebene Einkäufe oder andere Arten von leichtsinnigem oder verantwortungslosem Verhalten
  • gesteigerte Geselligkeit oder übermäßige Vertraulichkeit.

Einige der genannten Merkmale sollen an mindestens zwei bis vier aufeinanderfolgenden Tagen deutlich und durchgehend vorhanden sein. Außerdem müssen die gesteigerte Aktivität, Ruhelosigkeit und der häufige Gewichtsverlust als bipolare Störung von ähnlichen Symptomen bei einer Schilddrüsenüberfunktion und Magersucht unterschieden werden.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 09. Oktober 2008
Quellen: Literatur beim Verfasser

Genetische und neurobiologische Befunde besitzen für die aktuelle Forschung einen besonderen Stellenwert für das Verständnis der bipolaren (manisch-depressiven) Störung. Einige epidemiologische Daten (gleiche Prävalenz in verschiedenen Kulturen, familiäre Häufung, früher durchschnittlicher Krankheitsbeginn) führen zu der Annahme, dass die bipolare Störung stärker als die Depression von genetischen Faktoren bestimmt wird und der Einfluss äusserer Faktoren entsprechend geringer ist. Man vermutet einen komplexen Erbgang mit Veränderungen mehrerer verschiedener Gene bei ein und derselben Person. Erst die Wechselwirkung zwischen ihnen führen dazu, dass ein Mensch für die bipolare Erkrankung prädisponiert ist. Damit es tatsächlich zum Ausbruch kommt, müssen wahrscheinlich nicht-genetische, äussere Faktoren hinzukommen.

Familienstudien, Zwillingsstudien und Adoptivstudien

Es fanden sich wiederholt

  • familiäre Häufungen bipolarer Störungen mit eindeutigen manischen Phasen. Die Bedeutung genetischer Faktoren bei der bipolaren Störung ist dabei höher als bei der Depressionen.
  • Für bipolare Störungen fand sich eine Konkordanzrate von 72% bei eineiigen Zwillingen und von 14% bei zweieiigen Zwillingen
  • Für unipolare manische Störungen betragen die Konkordanzraten 40% (eineiige) und 14% (zweieiige)
  • Kinder, deren einer Elternteil an einer bipolaren Störung leidet, erkranken mit 24% Wahrscheinlichkeit an derselben oder einer anderen affektiven Störung
  • Wenn beide Eltern erkrankt sind, beträgt die Erkrankungswahrscheinlichkeit für die Kinder > 55%
  • Biologische Verwandte von Adoptivkindern, die an einer affektiven Störung leiden, haben ein deutlich höheres Risiko, ebenfalls an einer uni- oder bipolaren Störung zu erkranken/erkrankt zu sein als die Mitglieder der Gastfamilie

Auch bei den monopolar manischen und bipolaren Störungen ließ sich bislang keine direkte Verantwortlichkeit bestimmter Gene nachweisen. In sogenannten genetischen „Kopplungsanalysen“ konnten jedoch inzwischen einzelne Gene lokalisiert werden, die mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit für die Disposition zur Krankheit mitverantwortlich sind. Es handelt sich um folgende „Dispositionsgene“:

  • das G72-Gen auf Chromosom 13, wichtig für die glutamaterge Transmission an den Synapsen
  • das BDNF (brain-derived neurotrophic factor) – Gen auf Chromosom 11, beteiligt an der Neubildung und am Wachstum von Nervenzellen
  • das GRK 3 (G-Protein-Rezeptorkinase) – Gen auf Chromosom 22, beteiligt an dem wichtigen Prozess der Signaltransduktion und v. a. auch im limbischen System verbreitet, welches für das Gefühlserleben und Stimmungen eine besondere Bedeutung hat

Im Verlauf affektiver Störungen kommt es auch zu funktionellen und strukturellen Veränderungen des Gehirns. Dabei finden sich bei bipolaren Störungen Auffälligkeiten in der gesamten Kette der neuronalen Transmission von der Genexpression bis zum Neurotransmitter (Baumann et al, 2003). Bei den verfügbaren Befunden handelt es sich bislang jedoch erst um einzelne Nachweise signifikanter Veränderungen, die in bestimmte Richtungen weisen. Von einer zusammenhängenden neurobiologischen Theorie der bipolaren Störung scheint die Forschung noch weit entfernt. Es verdichten sich aber die Hinweise, dass die gemeinsame Grundstörung bei affektiven Erkrankungen in einer fehlerhaften postsynaptischen Signaltransduktion zu suchen ist.

  • Nachweis funktioneller metabolischer Abweichungen in bildgebenden Verfahren:
    • PET- und SPECT-Untersuchungen zeigen inkonsistent aber signifikant eine verringerte (v. a. frontale) kortikale Aktivität des Glucosestoffwechsels während (bipolar oder unipolar) depressiver Phasen (im Vergleich zu gesunden Probanden oder Phasen euthymer oder manischer Stimmung). Die Stimmung scheint also mit der Glucoseaktivität bzw. metabolischen Veränderungen im Gehirn assoziiert zu sein.
  • Stukturelle hirnmorphologische Befunde:
    • Die in PET- und SPECT-Untersuchungen gefundene Verringerung des Glucosestoffwechsels im präfrontalen Kortex in monopolar oder bipolare depressiven Phasen scheint auch strukturell bedingt zu sein. Im MRT fand sich im Vergleich zu Gesunden in dieser Hirnregion eine Volumenreduktion von 39% bei bipolaren Patienten und von 48% bei monopolar depressiven Patienten.
    • Die beobachteten Störungen der chonobiologischen Rhythmen bei affektiven Störungen und insbesondere der bipolaren Störung scheinen auf Störungen im Nucleus suprachiasmaticus („Zeitgeber“), Gewebsuntergänge im Nucleus paraventricularis des Thalamus (PVN) und eine Verminderung der Melatonin-Sekretion zurückzuführen zu sein.
    • Relativ spazifisch für bipolare Störungen scheinen zu sein eine Vergrößerung des 3. Ventrikels, Veränderungen der Basalganglien und eine Verkleinerung des Temporallappens.
    • Wie unipolare manische oder depressive Störungen gehen auch bipolare Störungen oft mit einer Verkleinerung des Cerebellums (Kleinhirns) einher.
    • Nach Verletzungen der rechten Hirnhemisphäre treten häufiger manische Symptome auf.
  • neurochemische und neuroendokrine Befunde:
    • Es konnte in einigen Studien bei manischen Episoden gleichzeitig erniedrigte Serotoninspiegel und erhöhte Noradrenalinspiegel gefunden werden. Es fand sich bei bipolaren Störungen auch eine Verminderung von MHPG (Noradreanlinmetabolit) im Urin
    • Es finden sich Hinweise auf eine erhöhte zentrale cholinerge Aktivität bei bipolaren Störungen
    • Depressive Störungen, auch solche bei bipolaren Störungen, gehen mit einem Hyperkortisolismus einher (erhöhtes 24-Stunden-Kortisol und pathologischer Dexamethason-Test)

Detailliertere Informationen über Transmittersysteme und Modellvorstellungen zur Entstehung affektiver Störungen inkl. einer zusammenfassenden Bewertung der Erkenntnislage finden Sie bei den Informationen zur Depression

Bipolare Störung: Manische Depression als Wechselbad der Gefühle Mittwoch, 02. August 2017

Leben zwischen den Extremen: Bei einer manisch depressiven Erkrankung schwankt der Gemütszustand von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Die bipolare Störung ist aufgrund der symptomfreien Zeit nur sehr schwer zu erkennen – die Diagnose wird meist erst nach zehn bis 15 Jahren gestellt. Wir erklären, was die Erkrankung bedeutet und wie Betroffene und Angehörige am besten damit umgehen.

Die manisch depressive Erkrankung gehört zu den affektiven Störungen – sie wirkt sich erheblich auf die Stimmungslage des Erkrankten aus. Er durchlebt mehrere Tage, Wochen oder gar Jahre lang eine absolute Hochphase (Manie), auf die ein tiefes Loch (Depression) folgen kann. Zwischen den krankhaften Phasen liegen beschwerdefreie Zeiträume. Sind die Symptome dieser bipolaren Erkrankung nicht so stark ausgeprägt, spricht man auch von einer Hypomanie.

Während einer manischen Phase ist dem Betroffenen nicht bewusst, dass es sich um eine Krankheit handelt. Er fühlt sich extrem leistungsfähig, belastbar und fit. Das Schlafbedürfnis ist sehr gering, die eigenen Fähigkeiten, die finanziellen Mittel und die Attraktivität werden zum Teil enorm überschätzt. Die Manie ist von Aktionismus geprägt: Der Erkrankte kann kaum einen Moment still sitzen, die Sprechgeschwindigkeit nimmt zu und es kommt zu schnellen Gedankensprüngen.

Handlungen im Affekt können den Betroffenen in die Bredouille bringen. So kann es zu spontanen Autokäufen, der Aufnahme eines Kredits oder rauschartigen Shoppingerlebnissen kommen. Nicht selten überschreiten Erkrankte dabei ihre finanziellen Mittel. Durch das gesteigerte Selbstbewusstsein und eine Steigerung des sexuellen Verlangens kann es während der Manie zu exzessiven Ausschweifungen kommen. Nicht selten schämen sich Betroffene im Nachhinein für ihr Verhalten. Ist eine Manie extrem ausgeprägt und kommt es zu gefährlichen Situationen für den Patienten oder sein Umfeld, kann eine Zwangseinweisung in eine Klinik erforderlich sein.

Symptomfreie Zeit: Langeweile und Unzufriedenheit

Wenn die Manie nach einigen Tagen oder Wochen wieder abklingt, kann eine Zeit ohne körperliche und geistige Beschwerden folgen. Hier kann sich der Betroffene gelangweilt und unausgefüllt fühlen. Die emotionale Hochphase während der Manie wird als erstrebenswertes Ziel erachtet – das „normale“ Leben und die „normalen“ Empfindungen reichen nicht mehr aus.

Liegt eine bipolare Störung vor, kann der Betroffene nach einer Hochphase auch in ein tiefes Loch fallen. Auf die Manie folgt die Depression. Hier treten für Depressionen typische Symptome wie Antriebslosigkeit, Bedrücktheit, Traurigkeit und Suizidgedanken auf. Der Betroffene ist abgeschlagen, müde und nicht in der Lage seinen Alltag zu bewältigen. Meist wird während der ersten depressiven Phase ein Arzt aufgesucht. Es kommt häufig zur Fehldiagnose Depression, da der Patient die manische Phase nicht als krankhaft erachtet und im Anamnesegespräch nicht weiter beschreibt. Fälschlicherweise werden deshalb viele Betroffene unipolar gegen Depressionen behandelt.

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Der Sinn von Normen besteht darin, eine Vergleichbarkeitsbasis her- bzw. einen Vergleichbarkeitsbewertungsmaßstab bereitzustellen. Im Prinzip erscheinen beim derzeitigen Stand des Wissens fünf solcher Vergleichbarkeitskriterien sinnvoll: Definitions-Norm, konstruktiv-operationale Norm, statistische, funktionelle und ideale Norm.

Definitions-Norm. Zum Zwecke der Kommunikation und Verständigung werden Übereinkünfte oder Konventionen getroffen, was jeweils unter diesem oder jenem Definiendum (das zu Definierende) verstanden werden soll. Beispiel: Was soll Psychoanalyse, Implosion, Symptomverschreibung, Kongruenz bedeuten? Die normative Bedeutung einer Definition liegt in der Festlegung des Definitionsinhalts. Eine Definition ist im Grunde nichts anderes als eine begriffliche Normierung eines Wortes.

Konstruktiv-operationale Norm. In der Psychologie, Psychopathologie und Psychotherapie ist es nicht damit getan, die Begriffe zu definieren. Das wird seit Jahrhunderten mehr oder minder erfolglos gemacht. Eine richtige Ordnung und Forschungsbasis wird in unser Fach erst kommen, wenn zugleich zu den Definitionen auch konstruktiv-operationale Normen ausgearbeitet werden, wie Vorliegen, Nichtvorliegen oder die Ausprägung eines Vorliegens oder die Wahrscheinlichkeit davon intersubjektiv wiederholbar hergestellt bzw. überprüft werden kann. Beispiel in der Therapie: "Streifen Sie mit Ihrem rechten Zeigefinger über ihren linken Unterarm hin und her. Drücken Sie mal mehr, mal weniger dabei. Wie nennen Sie das, was Sie soeben erlebt haben?" Die PatientIn wird sich schwer tun, weil zwar das Tun - streichen, kitzeln, berühren, streifen - einen Namen hat, aber nicht diese spezifische Empfindung. Man kann nun sagen: Ok, Sie hatten soeben eine Empfindung, für die wir keinen Namen haben. Ich habe das Beispiel extra gewählt, um Ihnen zu zeigen, daß es für das Empfinden nicht wichtig ist, daß man einen Namen oder einen Begriff hat, sondern eine Empfindung ist eben eine Empfindung und kein Name. Empfinden ist Empfinden, Denken ist Denken. Können Sie mir nun eine ähnliche Aufgabe stellen, damit ich sehen kann, ob ich es Ihnen richtig erklären konnte?" Man kann den Versuch so lange durchführen, bis PatientIn die Sachverhaltsnormierung beherrscht.

  • Querverweis: Beispiel für eine konstruktiv-operationale Definition von phantasieren.


Statistische Norm. Bedeutet statistische Normen, z. B. relative Häufigkeiten oder Wahrscheinlichkeiten, Prozentränge, d. h. kummulierte relative Häufigkeiten oder Wahrscheinlichkeiten, IQ-Werte, T-Werte, Schulnoten, Quantorenzuordnungen (> Normwerte). Ob statistische Normen bedeutsam sind, muß in jedem Fall erst einmal geprüft (validiert, evaluiert) werden. Schon gar nicht muß ein statistischer Extremwert etwas Pathologisches bedeuten. Ein extremer statistischer Normwert bedeutet zunächst sich selbst und sonst nichts. Ist eine Pathologieskala geeicht, dann ist ein statistischer Extremwert in aller Regel (Vorsicht: auch hier sind Ausnahmen möglich und besonders zu kontrollieren, z. B. bei Rentenbegehren, Opferentschädigungen) bedeutsam.

Exkurs: Verschiedene statistische Normbegriffe

Norm_Stat_Quer_Über_N. Hier wird über eine Stichprobe oder Population eine Querschnittsstatistik bezüglich eines festgelegten Zeitraumes erstellt. Typische Kennwerte einer solchen Querschnittsstatistik sind z. B. Median, Mittelwert, Standardabweichung, Quartile, Prozentränge. Anwendung Psychotherapieforschung: Vergleich z. B. der Symptomausprägung von Fall- und Kontrollgruppenwerten.

Norm_Stat_Längs_i. Hier geht es um eine statistische Längsschnittanalyse über ein Individuum, etwa bei Verlaufsforschungen, z. B. ganz typisch in der Psychotherapieforschung und Einzelfallevaluierung der Prae-Post-Vergleich.

Norm_Stat_Längs_Über_Quer_Über_N. Hier werden mehrere statistische Querschnittserhebungen einer bestimmten Stichprobe über die Zeit hinweg gemacht, z. B. in der Testevaluation für die Reliabilität-, Stabilitäts- und Ergodizitätsprüfung (Parameterkonstanz über die Zeit), wenn etwa die Gültigkeit von Normen, z. B. des HAWIE, überprüft wird. Ein sehr unangenehmes Problem ist hier die Stichprobenfluktuation: das Stichproben- Missing- Data- Problem. Empirisch ist es fast unmöglich, zwei genau gleiche Stichproben nach einem größeren zeitlichen Abstand wieder zusammenzubekommen.

Norm_Stat_Quer_Über_n-Bezüge_Dimension-i_bei_Indiv. DEF =: Eindimensionale Querschnitts-Statistik über n-Bezüge bei einem Individuum. Anwendungsbeispiel: (1) Lebenszufriedenheitstest LZS. (2) Alle Testskalen, die beanspruchen, Information zu einer Dimension zu erheben, z. B. Depressions- oder Angstskala. Hier wäre es ein Fehler, wenn Äpfel und Birnen zusammengewürfelt würden.

Norm_Stat_Quer_Über_n-Dimension-i_bei_Indiv. Einführung: Hier werden Äpfel und Birnen zusammengeworfen und es wird ein komplexer, mehrdimensionaler Indexwert gebildet. Solche komplexen, d. h. zusammengesetzten, mehrdimensionalen Größen spielen in vielen Wissenschaften und Lebensbereichen eine Rolle. Die Qualität einer Wohnung, die Qualität eines Lebens, die Qualität einer Beziehung, der Therapieerfolg sind typische Beispiele für mehrdimensionale, komplexe, d. h. zusammengesetzte Größen. Mit der LGW Lebensgrundsatzskala habe ich z. B. einen solchen Indexwert für die Selbstheilungskraft eines Menschen gebildet (Sponsel 1984).

Funktionsnorm. Hier ist das Normkriterium eine Funktion, z. B. laufen, heben, sprechen, lieben können. Als Funktionsnorm kann man aber auch ganz allgemein das Gesamtbefinden hernehmen. Eine Störung oder Krankheit ist funktionell unbedeutend, wenn keinerlei oder keine nennenswerte Beeinträchtigung spürbar ist 1). Die Funktionsnorm kann u. a. als Orientierungs- und Bewertungsrahmen für die Beurteilung dienen, ob eine statistische Norm bedeutsam ist oder nicht.
Beispiel Napoleon. 2) Napoleon hatte einen statistisch extrem niedrigen Puls, nämlich eine Rate von 40 (statistische Mittelwertsnorm = 70), wie viele HochleistungssportlerInnen. Da Napoleon hierdurch keinerlei Funktionseinbußen erlitt, er konnte denken, schreiben, reiten, lieben, Kriege führen, muß man wohl sagen: sein statistisch extremer Puls ist funktionsnormiert bewertet als normal zu bezeichnen.

Idealnorm. Hier ist das Normkriterium ein Ideal, in der Regel nach traditionellen oder individuellen Werten (Schönheit, Rechtmäßigkeit, Richtigkeit, Begründetheit usw.). Idealnormen spielen auch in der Wissenschaft eine große Rolle, nämlich in den wissenschaftlichen Grundfragen: ist eine Theorie richtig, wie gut ist sie begründet und bestätigt, wie viel Unklarheit oder Widersprüche ergeben sich in oder mit ihr? Ideale spielen auch in der Psychotherapie eine ganz bedeutende Rolle. Das Selbst-Ideal ist z. B. ein wesentlicher und grundlegender Begriff in der Psychodynamischen Psychotherapie, aber auch in der Krankheitslehre bei Rogers und in der Gesprächspsychotherapie.

Grundlagen und die drei Tatsachen jeglicher Normierung

Damit ein Sachverhalt normiert werden kann, muß es ihn "geben": er muß in irgendeiner Form für die Kommunizierenden, die ihn verwenden wollen, "existieren". Ist die "Existenz" - in welcher Welt [zu den verschiedenen Weltkonzepten in der GIPT] sei zunächst einmal offen gelassen - gesichert, so ist im Prinzip auch eine Normierung möglich. Normieren heißt im wesentlichen, vergleichen bezüglich als Norm ausgezeichneten Sachverhalts. Jede Normierung beruht auf drei Tatsachen: 1) Existenz, 2) Möglichkeit einer Normierung und 3) Einigung oder Übereinkunft (Konvention) auf eine Auswahl der Möglichkeiten zur Auszeichnung und Festlegung als Norm.

Die Relativität jeglicher Normierung

Jede Norm beruht auch auf einer Übereinkunft, hängt also auch ab von der Bezugsgruppe der zur Norm Übereinkommenden. Aus dem Bereich der Möglichkeiten wählen die Übereinkommenden Teilbereiche für ihre Normen aus. Im Bereich der Sprache und des Verhaltens kommt es dann durch den entsprechenden Gebrauch der Auswahlen durch die Kommunizierenden zu einer Verankerung in der Wissenschaft-, Bildungs- und Alltagskultur, so daß bei naiver Betrachtung gewisse normative Erscheinungsformen normativen Verhaltens für Fakten und Tatsachen gehalten werden (so etwas tut man / nicht). Die Relativität jeder Norm ist eine zweifache: (1) die relative Willkür bei der Auswahl der Möglichkeiten (2) durch die Bezugsgruppe der Übereinkommenden. Normen sind daher nicht richtig, wahr oder falsch, sondern ähnlich wie Definitionen mehr oder weniger zielangemessen und zweckdienlich oder nicht. Absolute Normansprüche sind daher wissenschaftlicher Unsinn und zu verwerfen.

Der Wertbegriff und seine Normierung

Wert, y GIPT Werten, y GIPT Werten_primär. Ein Sachverhalt erhält einen Wert, indem die psychologische Elementarfunktion y GIPT Werten auf ihn angewendet wird. werten führen wir (1) auf die Elementarfunktion y GIPT Wünschen und ihre Kontradiktion ( y GIPT Nicht [Wünschen [. ]) zurück. Ein Sachverhalt erhält also in dem Maße einen Wert, wie er gewünscht oder nicht gewünscht wird.
(2) y GIPT Empfinden_fühlen_spüren 3) dem Ereignisstrom richtig zuordnen können bezeichnen wir als y GIPT Werten_primär.

Der Begriff der Abweichung und seine Normierung

Der Begriff der Abweichung ist zentral für die Beurteilung und Abschätzung des Therapieerfolgs, selbst wenn nur einmal katamnestisch erhoben würde. Auch dann wären die dort erhobenen Werte mit anderen zu vergleichen und das heißt, man würde die Abweichung ermitteln. Daher setzt der Begriff der Abweichung eine Ausprägungs-, Schätz-, Meß- oder eine Abstandsfunktion 4) und eine hieraus entwickelte Skala bzw. Skalierung voraus. Man beachte: Eine statistische Abweichung besagt für sich noch nichts. Abweichungen gelten immer relativ zu einem Meßsystem und Meßverfahren. In der Psychotherapie sind das sehr oft subjektive Schätzungen, z. B. "ich habe sehr starke Angst". Das Wort abweichendes Verhalten beruht im Prinzip, wie die Namensgebung ja schon verrät, auf einer Abstandsdefinition gegenüber einer Bezugsnorm.

Allgemein braucht man für eine fundierte Theorie der Abweichungen eine Theorie der Ausprägungs-, Schätz- oder Maßeinheiten. Solche Ausprägungs- und Maßeinheiten, die für die praktische Anwendung der Psychologie und Psychotherapie tauglich sind, können mit Hilfe der sog. "Quantoren" in Anwendung auf bestimmte psychische Gegenstandsbereiche (z. B. nach Grundfunktionen klassifiziert: Fühlen, Wollen, Handeln, Befinden, Fähig sein,. ) normiert und geeicht werden.

Normierung der Einheiten mit Hilfe der Quantoren
in Psychologie & Psychotherapie 5)

Auswahl_Quantoren (Qualitaet)
z. B.: was, welche von. wählen, auswählen, entscheiden
Sehr bedeutsam bei den Therapiezielen, aber auch den Methoden und wo man den Hebel ansetzt in der Psychotherapie. Wichtig für die Indikationsfrage und natürlich für die Erstellung des Therapieplans.

Begrenzungs_Quantoren
z. B.: Mindestens, höchstens, von. bis, ab, bis
Hier ist das Problem der Grenzen, Bereiche, Anfang und Ende angesprochen. Was soll mindestens erreicht werden? Wo hören wir auf, geben uns zufrieden? Auch das Gebiet der Bedingungen ist berührt: notwendig, hinreichend, höchstens, mindestens, für den Bereich i. j.

Beschleunigungs_Quantoren
z. B.: gleichförmig, beschleunigt ansteigend (flach, steil), beschleunigt verlangsamend (flach, steil): Bremsen.
Bei maniformen Prozessen laufen viele Funktionen beschleunigt ab, während in der Depression der umgekehrte Effekt, die Verlangsamung und Hemmung zu beobachten ist. Bei Symptomverläufen interessiert auch der Verlauf: Bricht es plötzlich herein? Wie schnell entwickelt sich die Symptomatik? Bei allen Wachstumsprozessen z. B. beim Lernen in
der Psychologie stellt sich die Frage, ob der Lernzuwachs beschleunigt verläuft. Die Vergessenskurve von Ebbinghaus ist ebenfalls keine lineare, sondern eine abnehmend negativ weniger beschleunigte Funktion.

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Heutzutage weiss man, das jede Form von Rauch die Lungenfunktion beeinträchtigt. Selbst die vermeintlich okölogische Heizform des, sich immer weiter verbreitenden, Kachel- oder Kaminofens ist eine starke Gesundheitsgefahr für alle die bereits mit einer geschwächten Lunge zu Kämpfen haben. Wer in einem Gebiet mit erhöhter Schadstoffbelastung lebt und/oder eine geschwächte Lungenfunktion hat sollte deshalb in jedem Falle darüber nachdenken ein empfehlenswertes Gerät zur Reinigung der Luft (Luftreinigung) einzusetzen.

Lebenserwartung und Behandlung der Copd Krankheit mit Cannabis

Cannabis wird in der Medizin immer häufiger genutzt um bisher schwierig zu behandelnde Krankheiten zu bekämpfen oder deren Symptome zu lindern. Auch bei der Lungenerkrankung COPD scheint Cannabis positive Effekte auf den Krankheitsverlauf zu haben. Geringe Verabreichungsdosen erlauben die Behandlung ohne High-Gefühl. In einer Doppelblindstudie britischer Forscher erhielten die Patienten entweder ein Placebo oder ein […]

Im Gebet begegne ich Gott. Beim Beten stehe nicht ich mit meinen Sorgen und Problemen im Mittelpunkt, sondern Gott, mein und unser Vater. Er nimmt mich an, weil er mich liebt, und gibt, worum ich ihn bitte. Wenn ich mich ihm nur offen und ehrlich anvertraue. Je mehr ich mich Gott, dem Herrn, öffne und ihn in mir wirken lasse, desto mehr kann er mir helfen und mich heilen.


Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.

Der Herr ist mein Hirte

Der Herr ist mein Hirte,
nichts wird mit fehlen.

Abba, lieber Vater

Ich weiß, daß du mein Vater bist,
in dessen Arm ich wohlgeborgen.
Ich will nicht fragen, wie du führst,
ich will dir folgen ohne Sorgen.

Denn du bist mein Vater

Mein Vater,
ich überlasse mich dir,
mach mit mir, was dir gefällt.
Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir.
Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an.
Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt
Und an allen deinen Geschöpfen,
so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.
In deine Hände lege ich meine Seele.
Ich gebe sie dir, mein Gott,
mit der ganze Liebe meines Herzens,
weil ich dich liebe,
und weil diese Liebe mich treibt,
mich dir hinzugeben,
mich in deine Hände zu legen,
ohne Maß,
mit einem grenzenlosen Vertrauen;
denn du bist mein Vater.

Ich bin erschöpft und habe keine Kraft mehr

Lieber Gott,
du weiß wie ich mich heute fühle;
mutlos, traurig, ängstlich und niedergeschlagen.
Ich bin erschöpft und habe keine Kraft mehr.
Ich bin unruhig, denn ich weiß nicht genau,
was auf mich wartet.

(übersandt von Pater Joshy)

Um eine gute Heimkehr

Werft all eure Sorgen auf ihn!

Herr, ich übergebe dir all meine Sorgen, die ich mit mir und
meinen Angehörigen habe,
mit meinen seelischen und körperlichen Schmerzen.
Du hast mir durch den heiligen Petrus gesagt:
"Werft all eure Sorgen auf den Herrn, denn er kümmert sich um euch"
(1. Petrusbrief 5,7).
Ich nehme dich beim Wort und lege all meine Sorgen in deine Hand.
Mach du damit, was du willst.
Von nun an gehören sie dir.

Laß mich zur Ruhe kommen

Vater im Himmel,
es will mir noch nicht gelingen,
diese Krankheit anzunehmen.
Ungeduldig warte ich darauf,
wieder gesund zu werden.
Hilf mir, daß ich zur Ruhe komme
und erkenne, daß du es so willst.
Vielleicht ist diese Zeit
ganz heilsam für mich.
Gib mir deinen Frieden.
Laß mich wieder Hoffnung haben
und anderen Mut machen.
Amen.

Herr Jesus Christus,
du hast die Not des Leidens und Sterbens durchlitten
und zum Weg der Erlösung gemacht.
Laß auch mein Leiden gesegnet sein
und allen zugute kommen, für die ich bitte.

Laß mich versöhnt mir dir sterben

Herr, ich weiß, daß du mich liebst,
daß mein Sterben genauso in
deinen Händen liegt wie mein Leben.
Hilf mir, deinen Willen zu verstehen
und anzunehmen.
Hilf mir, täglich bereit zu sein,
wenn du mich rufst.
Laß mich versöhnt mir dir sterben,
in der Hoffnung, daß du mir
alles zum Guten wendest,
Herr, dein Wille geschehe.
Amen.

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir.

Schenke mir Trost und Hoffnung

Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Ich komme, um von dir Trost zu erfahren und neue Hoffnung zu schöpfen.
Ich brauche deine Nähe und Hilfe, denn auf mich selbst verwiesen
finde ich nicht die Kraft, die Bitterkeit des Leidens, die Not der Krankheit,
die Armut in meiner Schuld, die Angst vor der
Unausweichlichkeit des Todes zu bestehen.

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