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Der Begriff emotional instabile Persönlichkeitsstörung, früher Borderline-Syndrom, bezeichnet langfristige Probleme in der Steuerung von Gefühlen und innerer Anspannung: dabei kommt es vor allem zu Auswirkungen

  • in zwischenmenschlichen Beziehungen, diese können konflikthaft und instabil sein; oder /und
  • Selbstbeschädigungen, Selbstverletzungen, ausgeprägten Spannungs- und Angstgefühlen,
  • Empfindungen von innerer Leere und Selbstentwertungen.

Da dieses Beschwerdebild oft längerfristig besteht und dabei vor allem um das 20. Lebensjahr erstmals auftritt, spricht man heutzutage von einer Persönlichkeitsstörung.

Wie erkennt man, dass man möglicherweise an einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung leidet?

Die Fähigkeit zur spontanen und bewussten Steuerung von Gefühlen und inneren Spannungen ist besonders in sozial fordernden Situationen wichtig: bei zwischenmenschlicher Nähe, bei Konflikten, bei Enttäuschungen und Zurückweisungen und bei der Äußerung und bei der Umsetzung von Wünschen und Erwartungen. Solche sozialen Situationen und Frustrationen überfordern manche Menschen so sehr, dass sie mit unkontrollierbarer Wut, Verstimmungen, Vorwürfen, Impulsdurchbrüchen, Aggression, aber auch Gefühllosigkeit, Selbstentwertungen oder Rückzug reagieren. Menschen mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung sind für solche Reaktionsweisen besonders gefährdet. Dabei kann es auch zu so ausgeprägter innerer Spannung kommen, dass sie sich selbst beschädigen, um Erleichterung zu erfahren. Selbstbeschädigungen können sich auch nach außen richten durch riskantes Verhalten in Form von ungezügeltem Geldausgeben oder übermäßigem Essen, exzessivem Gebrauch von Alkohol oder Drogen oder enthemmtes Sexualverhalten. Selbstverletzendes Verhalten („Ritzen“), Selbstmordgedanken und Selbstmordhandlungen treten bei Menschen mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung häufig auf. Das Gefühlsleben ist oft überdauernd schwankend und von innerer Leere geprägt. In mehr als der Hälfte der Fälle berichten Betroffene, dass ihnen aufgrund einer ungewollten und anhaltenden Achterbahn der Gefühle die Sicherheit fehlt, „wer man wirklich ist“. Die Beziehungen zu anderen Menschen sind durch Instabilität und Wechselhaftigkeit gekennzeichnet bei gleichzeitiger bestehender Angst vor Trennung und dem Bemühen, Verlassenwerden unbedingt zu vermeiden.

Welche Möglichkeiten hat ein Arzt, eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren?

Am Anfang muss eine detaillierte biographische Anamnese erfolgen. Zu ihr gehören die Rekonstruktion der Lebensgeschichte in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen und Gefühle, ihren Entwicklungen und Gefährdungen, sowie das Vorliegen familiärer Veranlagungen. Mithilfe moderner Klassifikationssysteme wie ICD-10 und DSM-IV wird die Diagnose gestellt.

Was sind die Risikofaktoren und begleitenden Erkrankungen?

Junges Lebensalter, weibliches Geschlecht, gestörte Schmerzempfindung sowie familiäre Belastung mit psychiatrischen Erkrankungen zählen zu den Hauptrisikofaktoren. Die Erkrankung tritt überwiegend zwischen dem 18-30 Lebensjahr auf. Die Diagnose wird häufiger bei Frauen (75%) als bei Männern gestellt. In Studien haben Patienten oft traumatische Erfahrungen in ihrer Lebensgeschichte angegeben. Die häufigsten begleitenden psychischen Störungen stellen lang anhaltende Depressionen (70%), depressive Episoden (50%), Substanzmissbrauch (30%) sowie eine Überlappung mit chronischen und komplizierten Verläufen von posttraumatischen Belastungsstörungen (30%) dar. Weitere Symptomüberschneidungen bestehen zu bipolaren Störungen, zu Aufmerksamkeits-Defizit-Störungen und zur Bulimie. Die häufigsten körperlichen Erkrankungen bei Diagnosestellung sind ernährungsbedingte Störungen, Infektionen und Selbstverletzungsfolgen.

Langzeitstudien in den USA haben gezeigt, dass sich die Symptome der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung im Verlauf von 10 Jahren nachhaltig zurückbilden - unabhängig von der durchgeführten Therapie - und die Wiederauftretenswahrscheinlichkeit nachlässt. Jedoch bleiben der Grad psychosozialer Beeinträchtigung und die Probleme in der psychosozialen Integration deutlich erhöht. Dies gilt im Durchschnitt auch im Vergleich zu der früh beginnenden Depression.

Wie werden emotional instabile Persönlichkeitsstörungen behandelt?

Bildgebende Verfahren haben belegt, dass Patienten mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung schnell auf emotionalen Stress reagieren. Die Grundlagen der Therapie beruhen daher auf der fundierten Kenntnis neuro-psychologischer Grundlagen der Emotions- und Stressregulation, sowie daraus abgeleiteter dialektisch-behavioraler Techniken (DBT) und verhaltensregulierender Interventionen. Die Behandlung erfolgt generell auf unterschiedlichen Versorgungsstufen (stationäre, teilstationäre, intensiv ambulante und ambulante Stufe) mit jeweils definierten Zielen und Zeiträumen. Die berufliche Rehabilitation wird in den ambulanten Versorgungsstufen erreicht. In unserer Klinik werden kriseninterventionelle Behandlungen mit einer Zeitdauer von bis zu maximal 14 Tagen unter stationären Behandlungsbedingungen durchgeführt. Vorrangig ist die Problematik akut suizidaler oder oft auch parasuizidaler, d.h. nicht mit dem eigentlichen Ziel der Selbsttötung angelegter Handlungen. Zum Einsatz kommen psychotherapeutische Interventionen aus der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT) und kognitiv-verhaltenstherapeutische Techniken. Langfristige stationäre Aufenthalte halten wir für nicht förderlich.
Medikamente werden - wenn erforderlich - nach differenzieller Indikationsstellung eingesetzt. Zum Einsatz kommen die folgenden Substanzgruppen: Antidepressiva bei anhaltender depressiver Symptomatik, Stimmungsstabilisierer und Lithium bei bipolarer Symptomatik, moderne Antipsychotika bei häufigen Realitätsbrüchen, sowie Opioidrezeptorantagonisten bei starker Dissoziationsneigung. Benzodiazepine werden generell nicht verschrieben. Eine Bedarfsmedikation wird nur in Rücksprache mit dem zuständigen Oberarzt in definierten Situationen verschrieben.

Was kann man als Betroffener selbst gegen diese Krankheit tun?

Bei Diagnosestellung ist es besonders wichtig, sich für ein therapeutisches Bündnis mit klaren Absprachen zu entscheiden. Im weiteren Verlauf kommen der Beachtung und Pflege eines regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus, gesundheitsbezogenes Verhalten und regelmäßiges Üben von Fertigkeiten zur Emotions- und Verhaltensregulation die größte Bedeutung zu.

Wie können Angehörige einem Menschen mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung helfen?

Interventionen sind auf längere Sicht dann sinnvoll, wenn die Kommunikationsweisen in der Familie oder die Beziehungen untereinander im Sinne der Therapieziele verändert werden müssen. Die Familienmitglieder können lernen Verbündete des Betroffenen zu werden. Sie können ihn so aktiv bei seinen Veränderungen unterstützen. Mittlerweile gibt es auch Selbsthilfegruppen für Angehörige. Zu oft wird die Störung auch heute noch als entwicklungsbedingte Störung verharmlost, oder es werden zu starke Hoffnungen in rein medikamentöse Ansätze gesetzt.

Welche Folgen kann eine unbehandelte emotional instabile Persönlichkeitsstörung haben?

Deutlich erniedrigte Lebens- und gesundheitsbezogene Qualität mit Ausbildungsunterbrechungen, wiederholten Stellenverlusten, gescheiterten Beziehungen und Ehen. Erhöhtes Risiko für begleitende psychische und körperliche Erkrankungen sowie Behinderungen und frühzeitiges Versterben. Die Selbsttötungsgefahr (9%) ist in den jungen Erwachsenenjahren am größten.

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In den manischen Phasen kann die Tendenz zu einem erhöhten Alkoholgebrauch oder zu Substanzmissbrauch bestehen, mit der Gefahr, dass sich hieraus eine Abhängigkeit entwickelt.

Ungefähr jeder Dritte Erkrankte erlebt in den manischen Phasen eine gesteigerte Libido. Bei einzelnen Erkrankten kann diese mit einem promiskuitivem Verhalten einhergehen.

Zusätzlich können psychotische Symptome wie z.B. Wahnideen oder (zumeist akustische) Halluzinationen auftreten.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze

Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com

  • Hypomanie (ICD-10 F30.0),
  • Manie (ICD-10 F30.1 bzw. F30.2) sowie die
  • Bipolare affektive Störung (ICD-10 F31).

Differentialdiagnostisch kommt unter anderem die Zyklothyme Störung (ICD-10 F34.0) in Betracht.

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO plant, 2018 die 11. Revision der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (engl. International Classification of Diseases) zu veröffentlichen.

Die endgültige Version der ICD-11 wird voraussichtlich im Sommer 2018 veröffentlicht. Weitere Informationen werden wir hier im Verlauf entsprechend ergänzen.

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In den DSM-5-Diagnosekriterien der Bipolaren Störungen gab es einige Änderungen im Vergleich zum DSM-IV. Eine ausführliche Übersicht finden Sie im Kapitel Bipolare Störungen: DSM-5.

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Die bipolaren Erkrankungen beginnen in den meisten Fällen nicht mit einer Depression sondern mit einer manischen oder hypomanen Phase.

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Die Therapie der Bipolaren Störungen besteht zumeist in der Kombination aus Psychotherapie und einer medikamentösen Stimmungsstabilisierung.

Die psychotherapeutische Behandlung der Bipolaren Störungen ähnelt in weiten Teilen der Behandlung der Depression, siehe dazu das Kapitel Depressive Störungen: Psychotherapie.

Bei der medikamentösen Behandlung der bipolaren affektiven Störungen wird in die

  • Behandlung der akuten Manie sowie in die
  • Rezidiv- bzw. Phasenprophylaxe

Falls die oben genannten Behandlungsmethoden keinen ausreichenden Effekt zeigen, kann eventuell eine Elektrokonvulsionstherapie (EKT) sinnvoll und erforderlich werden.

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Die Behandlung der Bipolaren Störungen erfordert oftmals ein ausreichendes Grundlagenwissen und ein gut strukturiertes Vorgehen der Therapeuten. In Bipolare Störungen: Kognitiv-verhaltens­therapeutisches Behandlungs­manual stellen Thomas D. Meyer und Martin Hautzinger ein Therapieprogramm vor, welches sich im klinischen Alltag gut bewährt hat.

In Leben mit bipolaren Störungen von Peter Bräunig findet sich eine umfangreiche Sammlung der häufigsten Fragen zum Thema Bipolare Erkrankungen und deren ausführlicher Beantwortung.

  • Meyer TD, Hautzinger M (2013). Bipolare Störungen: Kognitiv-verhaltens­therapeutisches Behandlungsmanual. Weinheim, Basel: Beltz.
  • American Psychiatric Association - APA (2002). Practice Guideline for the treatment of patients with bipolar disorder. 2nd edition. Arlington: APPI.
    Full text (pdf) >>
  • DGBS, DGPPN (Hrsg) (2012). S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen. Dresden: DGBS, DGPPN.
    Full text (pdf) >>
  • Goodwin GM, Haddad PM, Ferrier IN, Aronson JK, Barnes T, et al. (2016). Evidence-based guidelines for treating bipolar disorder: Revised third edition recommendations from the British Association for Psychopharmacology. J Psychopharmacol 30(6): 495-553.
    Full text (pdf) >>
  • National Institute for Health an Clinical Excellence - NICE (2014). Bipolar disorder: The NICE guideline on the assessment and management of bipolar disorder in adults, children an young people in primary and secondary care. National Clinical Practice Guideline 185. London: British Psychological Society, The Royal College of Psychiatrists.
    Full text (pdf) >>
  • National Institute for Health an Clinical Excellence - NICE (2003). Guidance on the use of electroconvulsive therapy. Technology Appraisal Guideline 59. London: NICE.
    Full text (pdf) >>
  • Royal Australian and New Zealand College of Psychiatrists RANZCP - Clinical Practice Guidelines Team for Bipolar Disorder (2004). Australian and New Zealand clinical practice guidelines for the treatment of bipolar disorder. Australian and New Zealand Journal of Psychiatry 38:280–305.
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Letzte Aktualisierung: 28.02.2018

Autoren des Artikels: Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze

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befristetes – sachgrundloses – Arbeitsverhältnis mit Probezeit und anschließender Abschluss eines befristeten Probearbeitszeitverhältnis möglich?

Auch im befristeten Arbeitsverhältnis ohne Sachgrund (§ 14 Abs. 2 TzBfG) kann eine Probezeit vereinbart werden. Theoretisch kann sogar zunächst ein sachgrundlos befristetes Arbeitsverhältnis für z.B. 3 Monate geschlossen werden und anschließend eine befristetes Arbeitsverhältnis mit dem Sachgrund der Erprobung. Dies ist grundsätzlich möglich; allerdings wird es hier Probleme geben, wenn die Erprobung dann faktisch über 6 Monate hinaus geht und nicht nachvollziehbar ist, weshalb eine Erprobung im ersten Arbeitsverhältnis nicht möglich gewesen sein soll. Denkbar wäre aber, dass sich zum Beispiel die Arbeitsaufgaben des Arbeitnehmers geändert haben und von daher eine „zweite“ Erprobung notwendig war.

Probezeit auch ohne Vereinbarung im Arbeitsvertrag möglich?

Grundsätzlich muss die Probezeit im Arbeitsvertrag vereinbart sein; es sei denn es gibt bereits anwendbare Tarifverträge, die eine Probezeit im Arbeitsverhältnis grundsätzlich regeln. Im öffentlichen Dienst ist die Probezeit ist z.B. in § 5 BAT und § 2 Abs. 4, Satz 1 TvÖD geregelt. Außerhalb des öffentlichen Dienstes, also in der Privatwirtschaft, ist es in der Praxis aber so, dass man in fast jeden Arbeitsvertrag eine Vereinbarung über die Probezeit findet. Teilweise sogar mit einem geringeren Lohn für die Dauer der Erprobung. Die Vereinbarung der Probezeit findet man in unbefristeten als auch in befristeten Arbeitsverhältnissen.

Die Probezeit kann maximal für 6 Monate vereinbart werden; so steht dies jedenfalls im Gesetz (§ 622 Abs. 3 BGB). Die Vereinbarung eines kürzeren Zeitraumes ist unproblematisch möglich. Im Berufsausbildungsverhältnis beträgt die Probezeit minimal 1 Monat und maximal 4 Monate (§ 20 Berufsbildungsgesetz). Beim Azubi ist nach dem Ablauf der Probezeit einer ordentliche Kündigung grundsätzlich ausgeschlossen; anders als beim Arbeitnehmer.

Ist eine Verlängerung der Probezeit über 6 Monate hinaus möglich?

Eine längerer – über 6 Monate hinausgehender Zeitraum – kann nur in Ausnahmefällen und innerhalb enger Grenzen vereinbart werden. Hier wäre denkbar, dass der Arbeitnehmer lange während der Probezeit krank war und deshalb eine kurze Verlängerung vereinbart wird. Auch hier kommt es auf den Einzelfall an, nämlich auch darauf, ob eine längere Erprobung wegen der Art der Tätigkeit nötig ist, wie z.B. bei komplizierten Tätigkeiten. Dem Arbeitgeber bringt dies aber nicht viel (ausser der kürzeren Kündigungsfrist), da nach 6 Monaten – wenn die übrigen Voraussetzungen vorliegen – der allgemeine Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz gilt und es dann viel schwerer für den Arbeitgeber wird den Arbeitnehmer zu kündigen. Die Verlängerung der Probezeit heisst also nicht, dass der allgemeine Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz (dann kann braucht der Arbeitgeber für die Kündigung einen Kündigungsgrund und die Kündigung muss sozial gerechtfertigt sein) damit hinausgeschoben wird. Dieser tritt nach 6 Monaten ein (siehe Wartezeit nach dem Kündigungsschutzgesetz). Besser wäre es für den Arbeitgeber wenn er statt ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit vorgeschalteter Probezeit abzuschließen ein befristetes Arbeitsverhältnis mit sachgrundloser Befristung abschließt; hier kann er bis zur Dauer von 2 Jahren befristen.

faktische Verlängerung über einen Aufhebungsvertrag in der Probezeit mit Auslauffrist

Eine faktische Verlängerung kann der Arbeitgeber aber dadurch herbeiführen, dass er mit dem Arbeitnehmer einen Aufhebungsvertrag mit einer Auslauffrist schließt und diesen für den Fall der Bewährung eine Wiedereinstellung zusagt. Die Auslauffrist darf allerdings nicht zu lang sein, da ansonsten eine Umgehung der gesetzlichen Regelungen durch die Arbeitsgerichte vermutet wird.

Manchmal wird auch diskutiert, ob eine Kündigung durch den Arbeitgeber am Ende der Probezeit mit einer langen Frist möglich ist, ebenfalls verbunden mit der Wiedereinstellung für den Fall der Bewährung. Zum Beispiel bei einer Kündigung 1 Tag vor Ende der Probezeit mit einer Kündigungsfrist von 2 Monaten, was grundsätzlich möglich ist, allerdings hier durchaus auch ein Problem wegen der Umgehung der kündigungsrechtlichen Arbeitnehmerschutzvorschriften darstellen kann.

Aber!: Zugang der Kündigung beim Arbeitnehmer noch wenigstens am letzten Tag der Probezeit

Grundsätzlich kann also der Arbeitgeber auch am letzten Tag der Probezeit kündigen, wenn dies nicht völlig treuwidrig oder willkürlich wäre; wichtig ist aber, dass die Kündigung dem Arbeitnehmer auch noch am letzten Tag der Probezeit (oder vorher) zugehen muss!

Der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer müssen aber keine Probezeit vereinbaren und können das Arbeitsverhältnis auch ohne Probezeit beginnen. Wie gesagt, dies heißt nicht, dass keine Kündigung durch den Arbeitgeber mehr möglich ist. Das Kündigungsschutzgesetz findet erst nach 6 Monaten (wenn mehr als 10 Arbeitnehmer im Betrieb in Vollzeit regelmäßig arbeiten) Anwendung, so dass eine gewisse Sicherheit vor einer ordentlichen Kündigung ohnehin erst nach 6 Monaten eintritt. Man spricht hier vom allgemeinen Kündigungsschutz, der eben eine eigenständige Wartezeit von 6 Monaten voraussetzt.

abweichende Regelungen im Berufsausbildungsverhältnis

Andere Grundsätze gelten beim Berufsausbildungsverhältnis. Hier muss eine Probezeit vereinbart werden, die wenigstens 1 Monat beträgt. Die Probezeit beim Auszubildenden darf maximal 4 Monate (also hier nicht 6 Monate) betragen, § 20 BBiG.

Auch Regelungen in auf das Arbeitsverhältnis anwendbaren Tarifverträgen sind zu beachten. Es gibt Tarifverträge, die Näheres zur Dauer und Ausgestaltung der Probezeit regeln; oder die sogar eine Probezeit in bestimmten Fällen ausschließen.

Kündigungsfrist während der Probezeit

Der Sinn und Zweck der Probezeit besteht in der kürzeren Kündigungsfrist, die während der Probezeit gilt. Die Kündigungsfrist beträgt 2 Wochen (taggenau) und muss nicht zum Monatsende oder zum 15. eines Monats erklärt werden.

Beispiel: Der Arbeitgeber kündigt das Arbeitsverhältnis während der Probezeit am 16.09.2015 und übergibt die Kündigung dem Arbeitnehmer auch an diesem Tag (dies ist wichtig, da der Anfang der Frist der Zugang der Kündigungserklärung ist und nicht das Datum auf der Kündigung!). Das Ende des Arbeitsverhältnis ist von daher der 30.09.2015.

Probezeit und Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz

Wichtig ist, dass die Probezeit zunächst zu einer kürzeren Kündigungsfrist führt. Der allgemeine Kündigungsschutz – nach dem Kündigungsschutzgesetz – wird grundsätzlich nicht beeinflusst.

Ablauf der Probezeit = Beginn des Kündigungsschutzes?

Dies heißt, dass auch während der Probezeit das Kündigungsschutzgesetz Anwendung finden kann, wenn dessen Voraussetzungen vorliegen (länger als 6 Monate beschäftigt und mehr als 10 Arbeitnehmer). Ob und wann eine Probezeit vereinbart wurde, ist unerheblich. Der Umstand, dass meist am Anfang des Arbeitsverhältnis eine Probezeit vereinbart wird und daher meist die 6 Monate bei Kündigungen in der Probezeit noch nicht abgelaufen sind, führt aber dazu, dass dann meist auch das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet,was aber – rechtlich gesehen – nichts mit der Probezeit, sondern allein mit der Dauer des Arbeitsverhältnisses zu tun hat.

Fazit: Nicht immer, aber meistens bedeutet das Ende der Probezeit auch der Beginn des Kündigungsschutzes nach dem Kündigungsschutzgesetz, obwohl – rein rechtlich – beides nichts miteinander zu tun hat, nur beide mit einer 6-Monatsfrist enden (Probezeit) bzw. beginnen (Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz). Wichtig ist aber, dass neben der 6-Monatsfrist beim Kündigungsschutz noch mehr als 10 Arbeitnehmer regelmäßig in Vollzeit im Betrieb beschäftigt sein müssen, damit der Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz besteht.

Besonderer Kündigungsschutz (Schwangere, Schwerbehinderte etc.) besteht auch während der Probezeit.

Kündigungserklärung in der Probezeit

Um die Probezeit einzuhalten, muss dem Arbeitnehmer die Kündigungserklärung noch vor Ablauf der Probezeit zugehen. Es kommt also nicht darauf an, wann der Arbeitgeber die Kündigung abschickt, sondern wann der Arbeitnehmer die Kündigung bekommt. Wann die Kündigungsfrist wirksam wird, ist unerheblich. Bekommen heißt hier juristisch „Zugang“. Nach der Rechtsprechung des BAG setzt der Zugang unter Abwesenden zweierlei voraus:

  • Schreiben gelangt in verkehrsüblicher Weise in die tatsächliche Verfügungsgewalt des Empfängers
  • ist unter gewöhnlichen Umständen mit einer Kenntnisnahme zu rechnen

Da die Rechtsprechung auf den Zeitpunkt der gewöhnlichen Kenntnisnahmemöglichkeit abstellt, ist es unerheblich wann die tatsächliche Kenntnisnahme erfolgt. Faktisch heißt dies, dass ein Schreiben das über einen Zeugen beim Arbeitnehmer am letzten Tag der Probezeit um 10 Uhr in den Briefkasten geworfen wird, noch am gleichen Tag zugeht und damit für den Arbeitgeber die Frist gewahrt wird, auch wenn der Arbeitnehmer das Schreiben erst am nächsten Tag liest. Anders ist dies allerdings bei einem Einwurf um 19 Uhr; ein solches Schreiben wird erst am nächsten Tag zugehen, da man eben nicht damit rechnen kann, dass man abends um 19 Uhr noch den Briefkasten leert.

Der Arbeitgeber darf die Probezeit grundsätzlich bis zum letzten Tag ausnutzen. Eine solche Kündigung wird in der juristischen Rechtsprechung / Literatur als vorfristige Kündigung bezeichnet. Eine Kündigung am letzten Tag der Probezeit bedeutet nicht, dass eine solche Kündigung problematisch wäre; im Gegenteil, dass Gesetz räumt dem Arbeitgeber ja gerade das Recht ein die Probezeit auszunutzen. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber bereits lange vor Ablauf der Probezeit sicher ist, dass er den Arbeitnehmer später nicht weiterbeschäftigen will. Wie oben aber ausgeführt wurde, muss die Kündigung dem Arbeitnehmer auch noch am letzten Tag zugehen.

willkürliche Kündigung – ohne sachlichen Grund – am letzten Tag der Probezeit

Trotzdem kann unter Umständen eine solche Kündigung für den Arbeitgeber problematisch sein, wenn eine solche Kündigung willkürlich erfolgt (treuwidrig oder sittenwidrig). Dabei liegt die Darlegungs- und Beweislast aber beim Arbeitnehmer. Die Chancen hier aber gegen die Kündigung vorzugehen sind gering, wenn man als Arbeitnehmer nicht die Willkürlichkeit nachweisen kann. Der Arbeitgeber braucht – wenn er sich rechtfertigen muss (siehe Mindestkündigungsschutz nach dem Bundesverfassungsgericht) nur irgendeinen sachlichen Grund. Es reicht schon aus, wenn er ausführt, dass sich ein Vertrauensverhältnis zum Arbeitnehmer nicht aufbauen konnte.

Kündigung um Eintritt des Kündigungsschutzes zu verhindern

Das BAG hatte bereits entschieden, dass eine Kündigung am letzten Tag der Probezeit (hier gleichzeitig letzter Tag der Wartezeit nach dem Kündigungsschutzgesetz) in Ausnahmefällen treuwidrig sein kann, wenn der Arbeitgeber in treuwidriger Weise den Eintritt des allgemeinen Kündigungsschutzes nach dem Kündigungsschutzgesetz verhindern will. Es ging hier also nicht nur um die Verhinderung des Eintrittes des Kündigungsschutzes, sondern um dessen Verhinderung in treuwidriger Weise! Dabei geht es vor allem um Kündigungen mit langer Kündigungsfrist ohne das es dafür einen Grund gibt. So könnte der Arbeitgeber, der den Arbeitnehmer auch noch über die Wartezeit hinaus beschäftigen möchte, diesen z.B. kurz vor Ablauf der Wartezeit / Probezeit z.B. mit einer Frist von 3 Monaten das Arbeitsverhältnis kündigen. Damit würde er dann erreichen, dass der Arbeitnehmer auch noch nach Ablauf der Probezeit / Wartezeit bei ihm arbeitet und trotzdem das Arbeitsverhältnis beendet wird ohne dass der allgemeine Kündigungsschutz nach dem KSchG eintritt. Das BAG hält solche Kündigungen nur für zulässig, wenn der Arbeitgeber hierfür einen nachvollziehbaren Grund hat, z.B. wenn er den Arbeitnehmer noch eine 2. Chance geben möchte.

Anhörung des Betriebsrates während der Probezeit

Der Betriebsrat ist auch bei Kündigungen während der Probezeit anzuhören (§ 102 BetrVG). Ohne Anörung ist die Kündigung unwirksam. Dies ist ein ganz wesentlicher Punkt. Manchmal ist eben nicht ordnungsgemäß der Betriebsrat angehört worden. Ob der Betriebsrat richtig angehört wurde, kann der Arbeitnehmer meist gar nicht selbst beurteilen, da ihm hier meist die rechtlichen Kenntnisse fehlen. Dies kann aber der „Notanker“ im Kündigungsschutzrechtsstreit sein. Scheitert hieran die Kündigung und wird dies taktisch klug vom Arbeitnehmeranwalt verwendet (also recht spät gerügt), dann kann der Arbeitgeber meist nicht mehr erneut – unter Anhörung des Betriebsrates – kündigen, da dann meist die Probezeit schon abgelaufen ist und die erste Kündigung unwirksam war.

Die entscheidende Frage für den gekündigten Arbeitnehmer ist, ob während der Probezeit irgendein Kündigungsschutz besteht. Im Arbeitsrecht unterscheidet man zwischen dem allgemeinen Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz, dem Sonderkündigungsschutz für bestimmte Personengruppen und dem sog. Mindestkündigungsschutz.

Der Arbeitnehmer ist während der Probezeit vor Kündigungen in der Regel nicht nach dem Kündigungsschutzgesetz geschützt (allgemeiner Kündigungsschutz), da dieses erst nach 6-monatiger Wartezeit Anwendung finden kann (auch wenn die übrigen Voraussetzungen vorliegen; Stichworte:Arbeitnehmer und Mindestmitarbeiterzahl). Wie bereits ausgeführt, hat das Kündigungschutzgesetz eine eigene Wartezeit (6 Monate) und auch die Probezeit (aber auch z.B. das Bundesurlaubsgesetz).

Beispiel: Wird also z.B. eine Probezeit von 3 Monaten vereinbart, besteht ab dem 4. Monat noch kein allgemeiner Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz, da dieser erst nach 6 Monaten besteht und darüber hinaus auch mehr als 10 Arbeitnehmer in Vollzeit abzüglich der Auszubildenden im Betrieb beschäftigt sein müssen (anderer Schwellenwert bei Verträge vor 2004).

Völlig rechtlos ist der Arbeitnehmer aber nicht, da hier zum Beispiel schon der besondere Kündigungsschutz für bestimmte Arbeitnehmergruppen gelten kann, wie z.B. für Schwangere, Betriebsratsmitglieder ect.. Man spricht hier vom sog. Sonderkündigungsschutz.

Beispiel: Der schwangeren Arbeitnehmerin wird während der Probezeit nach 3 Monaten des Arbeitsverhältnis gekündigt. Hier gilt zwar das Kündigungsschutzgesetz noch nicht, aber es besteht Sonderkündigungsschutz nach dem Mutterschutzgesetz und die Kündigung ist von daher unwirksam (wobei hier zur Feststellung der Unwirksamkeit eine Kündigungsschutzklage eingereicht werden muss – 3- Wochenfrist).

Weiter gilt der sog. Mindestkündigungsschutz, der auch für Arbeitnehmer zur Anwendung kommt, auf deren Arbeitsverhältnis – auch nach der Probezeit – eben das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet, wie zum Beispiel für Arbeitnehmer in Kleinbetrieben (unter 10 Arbeitnehmern). Mindestkündigungsschutz bedeutet, dass der Arbeitnehmer – auch außerhalb des allgemeinen und des Sonderkündigungsschutzes – einen Mindestschutz vor Kündigungen haben muss. Der Schutz beschränkt sich aber im Allgemeinen auf sittenwidrige (§ 138 BGB) und treuwidrige (§ 242 BGB) Kündigungen. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Arbeitgeber auch außerhalb des Kündigungsschutzgesetzes nicht völlig willkürlich kündigen darf. Gerade bei der Kündigung von Arbeitnehmern, die lange im Betrieb sind (dies ist bei einer Kündigung in der Probezeit natürlich nicht der Fall, sondern bei Kündigungen im Kleinbetrieb) muss der Arbeitgeber einen sachlichen und nachvollziehbaren Grund haben. Die allgemeine Handlungsfreiheit und das allgemeine Persönlichkeitsrecht gebieten ebenfalls den Mindestkündigungsschutz des Arbeitnehmers.

Bei einer Kündigung während der Probezeit reicht es für den Vortrag des Arbeitgebers aber grundsätzlich aus, wenn dieser angibt, dass sich kein Vertrauensverhältnis zum Arbeitnehmer gebildet hat. Der Arbeitnehmer muss dann dies widerlegen und nachweisen, dass die Kündigung auf unsachlichen Motiven beruht. Dies hat das Bundesarbeitsgericht – auch unter Berücksichtigung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts – bereits mehrfach entschieden. Von daher hat der Arbeitnehmer mit den Vorwurf einer sittenwidrigen oder treuwidrigen Kündigung gegen den Arbeitgeber es schwierig, da er dies im vollen Umfang darlegen und beweisen muss.

Probezeit im befristeten Arbeitsverhältnis

Wird zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein befristetes Arbeitsverhältnis (siehe hier: häufige Fehler im befristeten Arbeitsvertrag) geschlossen, so können die Parteien nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetzes die Möglichkeit der ordentlichen Kündigung ausschließen oder aber auch zulassen. Wird die ordentliche Kündigungsmöglichkeiten nicht ausgeschlossen, dann wird der Arbeitgeber in der Regel – was zulässig ist – auch eine Probezeit vereinbaren. Während dieser Probezeit ist dann eine ordentliche Kündigung mit 2 -wöchiger Frist möglich. Greift hier ein besonderer Kündigungsschutz, wie z.B. nach dem Mutterschutzgesetz (Schwangere), so ist eine Kündigung nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis endet aber mit der Befristung ohne das es einer Kündigung bedarf, so dass der besondere Kündigungsschutz der Schwangeren hier nicht viel nutzt.

Manchmal wird in der Praxis das so genannte echte Probearbeitsverhältnis geschlossen. Es handelt sich dabei um Arbeitsverhältnis, das zum Zwecke der Erprobung dient und von daher ein befristetes Arbeitsverhältnis nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz ist (§ 14 Abs. 1 Nr. 5 Teilzeit- und Befristungsgesetz). Das unechte Probearbeitsverhältnis ist ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit „vorgeschalteter Probezeit“, so wie oben beschrieben. Beim echten Probearbeitsverhältnis bzw. bei der echten Probezeitvereinbarung wird das Arbeitsverhältnis auf die Dauer der vereinbarten Probezeit befristet und endet automatisch mit dem Ende der Probezeit ohne dass es einer Kündigung bedarf. Dies darf aber nicht irgendwo im „Kleingedruckten“ des Arbeitsvertrages stehen, sondern muss ausdrücklich und eindeutig geregelt sein. Weiter muss ein Probebedürfnis bestehen und der Vertrag muss schriftlich geschlossen werden, ansonsten ist er unwirksam.

Probezeit ohne Hinweis auf die 2-Wochenkündigungsfrist

Manchmal sieht man in Arbeitsverträgen nur die Regelung:

„für die ersten 6 Monate des Arbeitsverhältnisses wird eine Probezeit vereinbart“

Ein Hinweis darauf, dass das Arbeitsverhältnis während der Probezeit mit einer Frist von 2 Wochen gekündigt werden kann, fehlt. Dies ist aber nicht problematisch, da sich dies aus dem Gesetz ergibt. Von daher wäre auch in diesen Fällen eine Kündigung mit einer Frist von 2 Wochen von beiden Seiten möglich.

Ein Problem für den Arbeitgeber besteht aber dann, wenn er an anderer Stelle die Kündigungsfristen regelt und dort z.B. schreibt, dass das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 6 Wochen von beiden Seiten gekündigt werden kann ohne auf die kurze Frist für die Kündigung während der Probezeit hinzuweisen. Dann liest sich der Arbeitsvertrag so, dass generell das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 6 Wochen gekündigt werden kann. Das Bundesarbeitsgericht (Urteil vom 23. März 2017 – 6 AZR 705/15) hat hier entschieden, dass dann sich der Arbeitgeber nicht auf die kurze Kündigungsfrist von 2-Wochen berufen kann.

Das Berufsausbildungsverhältnis von Azubi´s beginnt stets mit einer Probezeit; sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen. Dies ist in § 20 BBiG geregelt. Während dieser Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Der Arbeitgeber braucht für die Kündigung auch keinen Grund.

Danach ist im Berufungsausbildungsverhältnis eine ordentliche Kündigung nicht mehr möglich. Der Arbeitgeber darf nur noch außerordentlich kündigen, wenn er einen entsprechenden Grund (§ 626 BGB) hat.

Das Arbeitsverhältnis eines Schwerbehinderten kennt ebenfalls eine Probzeit. Der besondere Kündigungsschutz des Schwerbehinderten besteht gemäß § 90 Abs. 1 Nr. 1 SGB IX erst mit Ablauf von sechs Monaten. Von daher kann das Arbeitsverhältnis eines Schwerbehinderten während der ersten sechs Monate noch ohne Zustimmung des Integrationsamts gekündigt werden. Die Anzeigeverpflichtung beim Integrationsamt ist nur eine Ordnungsvorschrift. Ein Verstoß dagegen führt nicht zur Unwirksamkeit der Kündigung. Dies wurde schon mehrfach entschieden. Das BAG hat auch (siehe Rechtsprechung unten) entschieden, dass der Arbeitgeber bei einer Kündigung in der Probzeit kein Präventionsverfahren nach § 84 Abs. 1 SGB IX durchgeführen muss.

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Geisteskrankheit ( § 51 EheG):

Die Scheidung kann begehrt werden, wenn der andere Ehegatte an einer Geisteskrankheit leidet und die Krankheit einen solchen Grad erreicht hat, dass die geistige Gemeinschaft zwischen den Ehegatten aufgehoben ist und deren Wiederherstellung nicht mehr erwartet werden kann.

Ansteckende oder ekelerregende Krankheit ( § 52 EheG):

Nach dem Ehegesetz kann ein Ehegatte die Scheidung begehren, wenn der andere an einer schweren ansteckenden oder ekelerregenden Krankheit leidet und ihre Heilung oder Beseitigung der Ansteckungsgefahr in absehbarer Zeit nicht erwartet werden kann.

Härteklausel:

Eine Scheidung wegen geistiger Störung, Geisteskrankheit (§ 51 EheG) oder einer ansteckenden oder ekelerregenden Krankheit (§ 52 EheG) ist dann nicht möglich, wenn anzunehmen ist, dass die Auflösung der Ehe den anderen Ehegatten außergewöhnlich hart treffen würde. Zu berücksichtigen sind die Umstände des Einzelfalls (Dauer der Ehe, Lebensalter der Ehegatten, Anlass der Erkrankung etc.).

Auflösung der ehelichen Gemeinschaft ( § 55 EheG):

Ist die Ehe unheilbar zerrüttet und die häusliche Gemeinschaft der Ehegatten seit 3 Jahren aufgehoben, kann jeder der Ehegatten die Scheidung begehren.

Unter häuslicher Gemeinschaft ist eine Wohnungs-, Wirtschafts – und Geschlechtsgemeinschaft zu verstehen.

Eine Aufhebung der häuslichen Gemeinschaft ist aber auch bei Verbleib beider Ehegatten in derselben Wohnung möglich, wenn die persönlichen Beziehungen der Ehegatten weitestgehend ausgeschaltet sind.

Dem Scheidungsbegehren ist nicht stattzugeben, wenn das Gericht die Ansicht vertritt, dass die Wiederherstellung einer dem Wesen der Ehe entsprechenden Lebensgemeinschaft zu erwarten ist oder wenn der Ehegatte, der die Scheidung begehrt, die Zerrüttung allein oder überwiegend verschuldet hat und den beklagten Ehegatten die Scheidung härter trifft, als den klagenden Ehegatten die Abweisung des Scheidungsbegehrens.

Dem Scheidungsbegehren ist auf jeden Fall stattzugeben, wenn die häusliche Gemeinschaft der Ehegatten seit 6 Jahren aufgehoben ist.

All you need is love - so lautet ein Song der Beatles. Reicht Liebe alleine wirklich, um eine Partnerschaft am Leben zu erhalten? Was ist wahre Liebe? Wie die Liebe in einer Partnerschaft am Leben erhalten? Bild © snyggg.de - Fotolia

In der Regel haben wir von der Liebe eine verklärte und romantische Vorstellung.

Kein Wunder. In den Texten der Liedermacher und Schriftsteller, in Filmen und Romanen wird die Liebe verklärt und als das höchste der Gefühle dargestellt.

Da ist die Rede von Glück, Schmetterlingen im Bauch, inniger Zuneigung und jeder Menge Romantik.

Diese schöne Seite von Liebesbeziehungen und die damit verbunden Gefühle erleben wir meist nur sehr kurz.

Die mit der verklärten Liebe verbundenen positiven Gefühle sind nämlich meist nur in der Phase des Verliebtseins da und diese dauert in der Regel höchstens ein Jahr - in vielen Fällen nur einige Monate.

Danach tritt an die Stelle der Liebesgefühle eine Routine, die die meisten Beziehungen mit der Zeit erstickt.

Das einstige Liebespaar lebt dann wie auf Eisenbahnschienen nebeneinander her, ohne jemals wieder die Gefühle zu erleben, die es in der Verliebtheitsphase verspürt hat.

Mit Ausnahme der Phase der Verliebtheit empfinden wir in aller Regel das Gefühl der Liebe für einen anderen nur, wenn dieser uns das gibt, was wir möchten.

In dem folgenden PDF lernen Sie, sich wieder mehr auf die positiven Seiten Ihres Partners zu konzentrieren und so die Liebe zu ihm aufzufrischen.

Wir lieben einen Menschen nicht um seiner selbst willen, sondern immer nur, weil er uns gewisse Bedürfnisse und Wünsche erfüllt.

Wenn der Partner unsere Wünsche nicht mehr erfüllt, beispielsweise den Wunsch nach Anerkennung, Sex, Zärtlichkeit, Verständnis, Zuwendung, etc., verwandelt sich unsere Liebe in Enttäuschung, Hass, Gleichgültigkeit.

Mit anderen Worten: fast niemand ist zur bedingungslosen Liebe fähig, mal abgesehen von einigen Mönchen oder Buddhisten.

Wir Normalsterblichen erwarten immer etwas, stellen Bedingungen an unsere Zuneigung zum anderen.

Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, werden die Erwartungen enttäuscht, gibt uns der andere nicht (mehr), was wir uns von ihm erhofft haben, dann erlischt die Liebe und wir denken über eine Trennung nach.

Jede Liebesbeziehung lebt von der Erfüllung der Bedürfnisse des anderen.

Das ist ein realistisches Modell der Partnerschaft, das nichts mit romantischer Liebe oder schwärmerischer Verliebtheit zu tun hat. Aber es funktioniert.

Bei wahrer Liebe geht es um das Geben und nicht um das Nehmen. Wahre Liebe ist selbstlos.

Wahre Liebe fragt nicht, was kann der andere für mich tun, sondern: was kann ich für den anderen tun?

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Ich verwende das „Krankheit als Symbol“ – Wissen als Basis für die daraus folgenden und wesentlichen Schritte an, z.B. um an den entsprechenden Blockaden und Widerständen zu arbeiten, die bisher der Heilung im Wege standen, und diese zu überwinden. Meine Arbeit diesbezüglich hat nie zum Ziel, die Schulmedizin zu ersetzen, sie ist lediglich eine erweiterte Sichtweise, die zur Heilung beitragen kann.

Wissenswertes über „Krankheit als Symbol“

Dr. med. Ruediger Dahlke ist bekannt als Arzt und Buch-Autor. Seit 1978 ist er als Psychotherapeut, Fastenarzt und Seminarleiter tätig. Seit 1989 leitet er das Heil-Kunde-Zentrum für Psychotherapie, ganzheitliche Medizin und Beratung in Johanniskirchen. Er hält Seminare und Ausbildungen in Psychosomatik, Atem- und Psychotherapie, Fasten und Bilder-Meditation. Man kennt ihn auch aus Vorträgen und Firmen-Trainings im deutschsprachigen Raum und in Italien.

Dahlke achtet schon bei der Symptombeschreibung auf die verwendete Symptomsprache. Symptomsprache ist ein Sonderfall der Körpersprache und wohl die am verbreitetste Sprache auf dieser Erde. Obwohl sie eine universelle Sprache ist, wird sie allerdings nur von wenigen Menschen unserer Kultur bewusst verstanden.

Dabei wäre es gar nicht so schwer, sie wieder zu erlernen. Denn unser Körper spricht nicht nur, sondern unsere Sprache ist auch körperlich. Ob wir etwas begreifen oder verstehen, bestimmte Dinge uns an die Nieren gehen oder andere zu Kopf steigen, ob wir uns etwas zu Herzen nehmen, oder es uns auf den Magen schlägt, ob Läuse über unsere Leber laufen oder der Atem vor Schreck stockt, immer ist die Sprache psychosomatisch und zeigt uns eine Verbindung zwischen Körper und Seele, die diese Kultur erst langsam wieder entdeckt.

Rüdiger Dahlke versteht Krankheiten darüber hinaus als SINNvolles Geschehen, nämlich als einen Weg der Seele, ungelöste Konflikte zu Bewußtsein zu bringen.

Für dieses Bewußtwerden ist es hilfreich, die symbolische Bedeutung von Krankheitssymptomen zu verstehen und die Botschaft der Krankheit entschlüsseln zu können. Das ebnet den Weg, sich der anstehenden Lernaufgabe zu stellen, auf die die Krankheit hinweist.

Kerstin Scheffé
Dipl. Psychologin
Heilpraktikerin (Psychotherapie)
Praxis für ganzheitliche Therapie

Thomas Melle wirft in „Die Welt im Rücken“ einen schonungslosen Blick auf sein Leben mit der bipolaren Störung

„Meine Krankheit hat mir meine Heimat genommen. Jetzt ist meine Krankheit meine Heimat.“ Das schreibt Thomas Melle gegen Ende seines Buches Die Welt im Rücken. Mit „Heimat“ meint er hier allerdings weniger einen konkreten Ort, sondern vor allem seine Identität. Ein normales Leben, wie auch immer man das definieren mag, ist mit und durch die bipolare Störung, ebenfalls bekannt als manisch-depressive Erkrankung, an der in Deutschland etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung leiden, nicht mehr möglich. Seinen ersten Schub hat Melle, geboren 1975, im Jahr 1999, seinen bis jetzt letzten 2010/11. Damit ist auch der Zeitraum umrissen, in dem es in seinem Buch geht.

Das Schreiben an Die Welt im Rücken ist für den Autor eine Art Therapie, ein Freischreiben von den Schatten der Krankheit. Schon in seine früheren Bücher, beispielsweise in die Erzählungen Raumforderungen (2007) und die Romane Sickster (2011) und 3000 Euro (2014), hat die Krankheit Eingang gefunden: „Sie handeln von nichts anderem und versuchen doch, es dialektisch zu verhüllen.“ Damit müsse jetzt Schluss sein: „Die Fiktion muss pausieren (und wirkt hinterrücks natürlich fort). Ich muss mir meine Geschichte zurückerobern“. Das Buch ist der Versuch, sich „das klassische, von allen Eigenheiten und Widerständen und Löchrigkeiten gezeichnete, aber eben doch: das souveräne Erzählen“, das durch die Krankheit verloren gegangen ist, wieder zu erarbeiten. Der Autor nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, sondern wirft einen schonungslosen Blick auf die Zeit der manisch-depressiven Schübe und lässt den Leser dadurch unglaublich nah an sich herankommen.

Im Jahr 1999, noch zu Studienzeiten, ist für Thomas Melle von einem auf den anderen Tag plötzlich alles anders: „Die Panik steckte dumpf in mir, und ich wusste nicht mehr, wo oben und wo unten, wo innen und außen war.“ Er streift orientierungslos durch die Straßen Berlins, die er eigentlich gut kennt, doch in der Manie verwandeln sie sich in ein undurchdringliches Labyrinth, die „ganze Welt ist plötzlich anders strukturiert als bisher angenommen.“ Alles steht mit allem in Beziehung, die üblichen Grenzen scheinen aufgehoben. Melle sieht sich als Mittelpunkt der Welt, in dem alle Botschaften zusammenlaufen; er ist stets mitgemeint, egal, ob es um Fernsehnachrichten geht, um Romanplots oder Gespräche wildfremder Leute. Er entwickelt fixe Ideen, beispielsweise dass er der Messias ist, auf den Hitler schon vorausgedeutet habe, er im ständigen Austausch mit Christoph Schlingensief und Michel Foucault steht und es in den Alpen ein „suhrkamp-gestütztes Ressort“ gibt, wohin sich die „Geisteskrieger“ – gemeint sind Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard und Samuel Beckett, die Melle noch am Leben wähnt – zurückgezogen hätten, wo sie auf seine Ankunft warteten. Oder er verliert sich in Zerstörungsphantasien, etwa gegen seine „Feinde Springer und Daimler-Benz“, dessen Limousinen er „zu futuristischer Schrottkunst zerhauen“ will: „ein Statement gegen den Kapitalismus und gegen die Kunst“. Zum Glück jedoch scheitert das Meiste an der konkreten Umsetzung. Dass er seine Wohnung verkommen lässt, dort wahllos Bücher und LPs aus dem Fenster in den Innenhof schleudert oder dass er Hotelzimmer verwüstet, daran kann er indes nicht gehindert werden.

Die bipolare Störung ist eine Krankheit, die einsam macht, das wird in Melles Buch besonders deutlich. Zwar hat er zuweilen mit vielen Frauen Sex, was typisch für die Manie ist, doch vermag das nicht darüber hinwegzutäuschen, dass dem Autor nach den Krankheitsschüben kaum mehr tragfähige Beziehungen bleiben. Mit seinem unberechenbaren Verhalten, vor allem in den manischen Phasen, stößt er seine engeren Freunde, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten um ihn kümmern, vor den Kopf. Immer kleiner wird mit der Zeit die Schar derjenigen, die trotz aller Eskapaden zu ihm halten. Und immer wieder durchkreuzt die Krankheit sämtliche Lebenspläne, was Melle mehr und mehr zum Stigmatisierten werden lässt, der sich von seinem Umfeld signifikant unterscheidet: „Um mich herum wurden bürgerliche Existenzen zusammengelötet, ich glaube, das nennt man Ehe. Darin gab es Kinder und Struktur und Zukunft. Bei mir gab es nicht einmal eine Gegenwart.“ Als er seinem besten Freund ins Gesicht schlägt, wendet auch der sich schließlich von ihm ab. Letztlich ist es trotz aller Einsamkeit eine sich noch während der Krankheit anbahnende Beziehung zu einer Frau, die für Melle in einer besonders schweren Phase lebensrettend ist.

Verbunden mit dem Verlust an Freunden ist der generelle soziale Abstieg: Melle macht Schulden, weil er aufgrund der Bipolarität kaum mehr einer geregelten (schriftstellerischen) Tätigkeit nachgehen kann, ruhe- und ziellos von Stadt zu Stadt zieht, wo er zum Teil „auf irgendwelchen Grünflächen“ übernachtet, und seine Wohnungen häufig verliert, weil er sie im Wahn entweder selbst kündigt oder sie von seinen Vermietern gekündigt wird. In der letzten schweren Krankheitsphase lagern Melles verbliebene Habseligkeiten in einem Container und er fristet sein Dasein in einem Übergangsheim. Manchmal hat er so wenig Geld, dass er sich „Maggi in den Rachen“ schüttet, „einfach, um den Geschmack von Nahrung im Mund zu haben.“ Der Autor wird mehrfach – entweder auf Drängen seiner Freunde oder auch zwangsweise durch die Polizei – in die Psychiatrie eingewiesen, aus der er, durch Tabletten noch nicht ganz ruhiggestellt, nach einigen Tagen flüchtet. Die Frage, ob die Klinikaufenthalte hilfreich gewesen seien, beantwortet Melle lakonisch: „Nein, sie haben rein gar nichts gebracht. Oder doch: Die anderen konnten zweitweise aufatmen. Die Gesundung aber kam durch andere Faktoren.“ Seine Kritik an den psychiatrischen Kliniken, in denen er gewesen ist, lassen an Rainald Goetzʼ Roman Irre denken, etwa wenn Melle schreibt, dass die Psychiatrie ein „Sammelsurium von Fehlexemplaren“ sei, „die, grob durcheinandergemischt, entsprechend wild miteinander reagieren“, oder bekennt, dass er sich an manche Zeiträume in der Psychiatrie überhaupt nicht mehr erinnern könne, weil er dort mit Medikamenten derart vollgepumpt wurde.

Die Welt im Rücken ist ein Buch, das aufrüttelt und verstört, eines, das die Leser „mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt“ (Franz Kafka). Obwohl sogenannte Selbsterfahrungsberichte über verschiedenste psychische Krankheiten mittlerweile auf dem Buchmarkt massenhaft vorhanden sind, ist Melles Text einzigartig, weil es der Autor schafft, einen in das Geschehen hineinzuziehen und einen – soweit das überhaupt möglich ist – realitätsnahen Eindruck von der Krankheit zu vermitteln. Dabei wird er trotz aller Nabelschau nie larmoyant. Bei aller Drastik und Schwärze des Themas kann man sich ob der Abstrusitäten manchmal ein Lächeln kaum verkneifen – das einem jedoch postwendend im Hals stecken bleibt. Hinzu kommt Melles lebendiger Erzählstil, der das Buch schon allein deshalb aus dem großen Brei der Selbsterfahrungsberichte heraushebt. Nicht umsonst stand es auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016. Es gibt nicht wenige, die Thomas Melle den Preis gegönnt hätten.

Ganz anders Maxim Biller, der im Literarischen Quartett (14.10.2016) bekundete, es sei eine Katastrophe, dass Melles Buch überhaupt erschienen ist. Und er wisse nicht, ob er an das Buch überhaupt literaturkritische Wertmaßstäbe anlegen könne. Auch wenn seinem Werturteil hier nicht zuzustimmen ist, berührt er doch einen wichtigen Punkt, denn Die Welt im Rücken ist kein Roman und nur bei Verwendung eines dehnbaren Literaturbegriffs überhaupt als solcher zu bezeichnen. Am ehesten ist sein Text ein mit literarischen Mitteln erzählter autobiografischer Bericht. Betrachtet man ihn als genuin literarisches Produkt, so kann man durchaus bemängeln, dass es darin einige Wiederholungen gibt, da die drei beschriebenen manisch-depressiven Schübe zwangsläufig Parallelen zueinander aufweisen. Das liegt aber mehr an der Natur der Sache als an Melles Erzählstil. Langweilig ist das Buch keineswegs.

Interessante Einsichten gibt Melle in Die Welt im Rücken nicht nur in seine Krankheitsgeschichte, sondern ebenso in den Literaturbetrieb. Beispielsweise beschreibt er mehrere Engagements als Drehbuchautor bei verschiedenen Theatern in Deutschland, wo man seine krankheitsbedingten Beleidigungen und Affronts meist lediglich als gewöhnliche Marotten eines Jungautors zu deuten scheint. Man fragt sich als Leser, wer denn hier die „Verrückteren“ sind. Schonungslos ist Melles Blick auf die Lesungen beim Wettbewerb um den Bachmann-Preis in Klagenfurt, denn dort gehe es „vor allem um den sich selbst feiernden Betrieb aus Kritikern, Agenten und Verlegern, und die Autoren stehen irgendwo wie billige Nutten herum und bieten ihr rohes Fleisch feil.“ Seine Lesung bringt er, obwohl er sich „schon monatelang in diesem halbdeliranten Zustand aus Psychose und Alkoholkonsum“ befindet, halbwegs glimpflich über die Bühne, auch wenn er kurz daran denkt, sich wie Rainald Goetz dort vor vielen Jahren die Stirn aufzuschlitzen – aber das wäre dann doch ein „sehr albernes Zitat gewesen“.

Derzeit sorgt die sogenannte Ice Bucket Challenge weltweit für Aufsehen. Viele Prominente wie Bill Gates oder NDR Intendant Lutz Marmor machen mit und lassen sich mit Eiswasser überschütten. Sie engagieren sich für diese beispiellose Aktion, die rund um den Globus Spenden sammelt für den Kampf gegen die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).

Mit etwa 6.000 Betroffenen in Deutschland ist diese unheilbare Nervenerkrankung so selten, dass für ihre Erforschung und die Entwicklung wirksamer Therapieverfahren kaum Forschungsgelder zur Verfügung gestellt werden. So ist bis heute weder die Ursache der ALS geklärt noch gibt es Medikamente, die sie aufhalten können.

Bei der ALS schädigen Ablagerungen die Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark, die für die Steuerung der Muskeln zuständig sind - bis schließlich keine funktionierende Verbindung zwischen Hirn und Muskeln mehr existiert.

Das erste Symptom der Erkrankung ist meist eine Muskelschwäche in der Hand, die plötzlich Probleme beim Schreiben verursacht oder in den Beinen, die durch einen unsicheren Gang auffällt. Auch Muskelkrämpfe in der Wadenmuskulatur gehören zu den typischen Beschwerden bei Krankheitsbeginn. Einige Betroffene leiden zu Beginn eher unter Sprech- oder Schluckstörungen. Die Ärzte sprechen dabei von einem "bulbären Krankheitsbeginn" im Unterschied zu dem "spinalen Krankheitsbeginn" an den Extremitäten.

Unabhängig davon, wo sich die Krankheit am Anfang bemerkbar macht, breiten sich Muskelschwund und Lähmungen unaufhaltsam aus, bis der Patient in einem völlig hilflosen Körper gefangen ist. Die Krankheit beginnt meistens zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, nur selten sind jüngere Erwachsene betroffen - wie zum Beispiel der Physiker und Nobelpreisträger Stephen Hawking. Er lebt seit Jahrzehnten mit einer Sonderform dieser Krankheit, während die meisten Patienten innerhalb weniger Jahre nach den ersten Symptomen sterben.

Das einzige Medikament gegen ALS, Riluzol, kann den Verlauf der Krankheit nur verlangsamen, indem es den Botenstoff Glutamat hemmt und so die Nervenzellen schützt. Je früher die Betroffenen dieses Medikament einnehmen, desto besser wirkt es. Daneben kommt es auf die Therapie der ALS-Symptome an, um den Betroffenen das Leben mit ihrer Krankheit zu erleichtern. Logopäden, Physiotherapeuten und Ernährungsberater behandeln die Schluck- und Sprechstörungen, bei einer Lähmung der Atemmuskulatur können Spezialisten zum Beispiel mit einem Zwerchfellschrittmacher die Atemfunktionen unterstützen.

Derweil suchen Forscher weltweit weiter nach neuen Therapien. Ein Ansatz ist die Nogo-A-Studie, bei der der Antikörper Ozanezumab spezielle Eiweiße blockiert, die für die Nervenschädigungen bei ALS verantwortlich sind. Auf diese Weise könnte dieses Medikament den Krankheitsverlauf weiter verlangsamen. Ein ähnlicher Forschungsansatz ist das Parkinson-Medikament Rasagilin, das ebenfalls Nervenzellen vor Angriffen schützen könnte.

Informationen zur Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). extern

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