floxin aufdosierung

Manische Episoden werden normalerweise mit Lithium behandelt, das möglicherweise eine neuroprotektive Wirkung hat [10].

Einige Veränderungen im Lebensstil des Patienten können zu einer besseren Prognose führen. Patienten mit einer bipolaren depressiven Erkrankung wird geraten eine adäquate Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren über ihre Ernährung zu gewährleisten [11]. Die Salzzufuhr sollte vermindert werden. Die Erstellung und Einhaltung eines passenden Trainingsplans kann sich ebenfalls positiv auswirken.

Eine bipolare Störung ist mit starken Einschränkungen verbunden und hat einen starken Einfluss auf viele Lebensbereiche des Patienten [7]. Ein typischer Patient mit einer bipolaren Störung durchläuft durchschnittlich acht bis zehn depressive Episoden in seinem Leben. Es ist nicht klar wie oft eine Erkrankung im Kindesalter bis ins Erwachsenenalter andauert oder eine zukünftige Erkrankung begünstigt.

Patienten mit einer bipolaren Störung haben auch ein erhöhtes Risiko für Atemwegs- oder Kreislauferkrankungen [8]. Aufgrund dieser Komorbiditäten sterben Patienten mit einer bipolaren Störung durchschnittlich neun Jahre früher als statistisch erwartet [9].

Eine genetische Prädisposition spielt bei der Entwicklung einer bipolaren Störung eine herausragende Rolle. Markante Stressfaktoren im Lebenslauf und externe Faktoren können sowohl den Ausbruch als auch weitere Episoden auslösen.

Genetische Faktoren

Eine bipolare Störung wird über gut erforschte genetische Prädispositionen verursacht. Bei eineiigen Zwillingen tritt eine bipolare Störung in 40-70% der Fälle bei beiden Zwillingen auf, bei zweieiigen Zwillingen nur in 5-25%. 50% der Patienten mit einer bipolaren Störung haben zumindest ein Elternteil mit einer psychischen Erkrankung.

Die wichtigsten bisher gefundenen Gene für die Ausprägung einer bipolaren Störung sind das ANK3-, CACNA1C-, und CLOCK-Gen [1] [2].

Biochemische Faktoren

Medikamente oder Drogen, die zu erhöhten Werten von Monoamin-Neurotransmittern führen (z.B. Serotonin, Norepinephrin, Dopamin), können eine bipolare Störung verursachen. Erhöhte Glutamatwerte wurden auch mit dieser Erkrankung in Verbindung gebracht. Calciumkanalinhibitoren und ein hormonelles Ungleichgewicht können zur Ausbildung einer bipolaren Störung beitragen.

Umweltfaktoren

Psychischer Druck und eine hohe Arbeitsbelastung können bei Patienten mit einer bipolaren Störung zu einer verstärkten Stressreaktion führen. Beispielsweise stellt eine Schwangerschaft für Frauen mit einer Vergangenheit mit manisch-depressiven Episoden eine besondere Stresssituation dar.

Die bipolare Störung ist eine der am häufigsten diagnostizierten psychischen Erkrankungen. Normalerweise manifestiert diese Erkrankung im Alter zwischen 15 und 30 Jahren. Die Inzidenz ist in gehobenen sozioökonomischen Schichten größer.

In den Vereinigten Staaten variiert die Prävalenz der bipolaren Störung zwischen 1 und 1.6%. Studien weisen darauf hin, dass Unterschiede zwischen der Prävalenz der bipolaren Störung bestehen und bei 1% für Typ 1 (BP-I) bzw. bei 1.1% für Typ 2 (BP-II) liegen [3].

Weltweit betrachtet liegt die Prävalenz bei 0.3-1.5%. Die Lebenszeitprävalenz beträgt 0.6% für BP-I, 0.4% für BP-II; für die subklinische Ausprägung der bipolaren Störung wurde eine Lebensprävalenz von 1.4% ermittelt [4].

Patienten mit einer bipolaren Störung leiden häufig auch an anderen Erkrankungen. Typisch sind kardiovaskuläre Krankheitsbilder, Diabetes mellitus, Adipositas und weitere psychische Störungen [5]. Diese sekundären Erkrankungen sind der Hauptgrund für die beobachtete verringerte Lebenserwartung bei Patienten mit einer bipolaren Störung.

Die Pathophysiologie der bipolaren Störung ist noch nicht vollständig erforscht.

Die genetische Rolle bei der Prädisposition der Patienten ist für diese Krankheit gut beschrieben. Die zugrundeliegende Regulationsstörung biogener Amine oder Neurotransmitter - speziell bezogen auf Serotonin, Norepinephrin und Dopamin - ist ebenfalls bekannt.

Magnetresonanztomografien deuten auf Anomalien im Bereich des präfrontalen kortikalen Bereichs, des Striatums und der Amygdala hin.

Funktionelles Neuroimaging hat gezeigt, dass in bestimmten Gehirnregionen bei einer bipolaren Störung Hyper- bzw. Hypoaktivitäten bestehen [6].

Eine bipolare Störung kann nicht verhindert werden, eine geeignete Medikation kann jedoch die Stimmungsschwankungen eindämmen und kontrollieren.

Bipolare Störungen sind psychische Störungen, welche zu den affektiven Störungen gehören. Sie sind gekennzeichnet vom Wechsel zwischen depressiven, manischen und hypomanischen Zuständen oder gemischten Episoden. Dauer und Frequenz der Stimmungswechsel bei bipolaren Störungen variieren.

Die Ätiologie der bipolaren Störung ist durch ein Zusammenwirken verschiedener biochemischer, psychischer, genetischer und umweltbedingter Faktoren charakterisiert.

Die bipolare Störung ist eine häufige, ernste und anhaltende psychische Erkrankung, die durch wechselnde Episoden mit Depressionen und erhöhter Reizbarkeit gekennzeichnet sind. Diese Krankheit wird normalerweise bei Patienten diagnostiziert, die jünger als 21 Jahre sind. Der Ausprägungsgrad der Erkrankung ist patientenabhängig. Geeignete Medikamente können die Depressionen und Stimmungsschwankungen erfolgreich kontrollieren.

  1. Sklar P, Smoller JW, Fan J, et al. Whole-genome association study of bipolar disorder. Molecular Psychiatry. 2008;13(6):558-569.
  2. Baum AE, Akula N, Cabanero M, et al. A genome-wide association study implicates diacylglycerol kinase eta (DGKH) and several other genes in the etiology of bipolar disorder. Molecular Psychiatry. 2008;13(2):197-207.
  3. Calabrese JR. Overview of patient care issues and treatment in bipolar spectrum and bipolar II disorder. The Journal of Clinical Psychiatry. 2008;69(6):e18.
  4. Merikangas KR, Jin R, He JP, et al. Prevalence and correlates of bipolar spectrum disorder in the world mental health survey initiative. Archives of General Psychiatry. 2011;68(3):241-251.
  5. Price AL, Marzani-Nissen GR. Bipolar disorders: a review. American Family Physician. 2012;85(5):483-493.
  6. Houenou J, Frommberger J, Carde S, et al. Neuroimaging-based markers of bipolar disorder: evidence from two meta-analyses. Journal of Affective Disorders. 2011;132(3):344-355.
  7. Ketter TA. Diagnostic features, prevalence, and impact of bipolar disorder. The Journal of Clinical Psychiatry. 2010;71(6):e14.
  8. Hoang U, Stewart R, Goldacre MJ. Mortality after hospital discharge for people with schizophrenia or bipolar disorder: retrospective study of linked English hospital episode statistics, 1999-2006. BMJ. 2011;343:d5422.
  9. Crump C, Sundquist K, Winkleby MA, Sundquist J. Comorbidities and mortality in bipolar disorder: a Swedish national cohort study. JAMA Psychiatry. 2013;70(9):931-939.
  10. Bauer M, Alda M, Priller J, Young LT, International Group For The Study Of Lithium Treated P. Implications of the neuroprotective effects of lithium for the treatment of bipolar and neurodegenerative disorders. Pharmacopsychiatry. 2003;36 Suppl 3:S250-254.
  11. Sarris J, Mischoulon D, Schweitzer I. Omega-3 for bipolar disorder: meta-analyses of use in mania and bipolar depression. The Journal of Clinical Psychiatry. 2012;73(1):81-86.

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Was ist eine bipolare Störung oder manische Depression?

Die bipolare Störung oder manische Depression wird den affektiven psychischen Störungen zugeordnet. Affektiv bedeutet sinngemäß: Von der aktuellen Stimmung geleitet. Eine bipolare Störung beinhaltet sowohl manische als auch depressive Phasen. Die jeweiligen Phasen sind nicht mit dem Willen beeinflussbar, können aber mit den richtigen Maßnahmen und den passenden Psychopharmaka mitunter abgeschwächt werden. Auf die medikamentöse Unterstützung kann bei dieser psychischen Erkrankung in der Regel nicht verzichtet werden. Manchmal ist eine Anpassung der Medikamentenzusammenstellung und -dosis erforderlich. Ist der Patient medikamentös wieder richtig eingestellt, kann er bis zum nächsten Ausbruch einer Phase wieder ein relativ normales Leben führen.

Bei der bipolaren Störung sind auch Mischphasen möglich. So gibt es eine Art Zwischenphase auf dem Weg zur Manie, die hypomanische Phase, in der die Veränderungen im Verhalten noch nicht sehr auffällig sind und schnell als hoher Antrieb, gesteigertes soziales Bedürfnis oder schlicht gute Laune missgedeutet werden. Als Angehöriger freut man sich dann möglicherweise, dass der Betroffene aus der Depression heraus ist und es scheinbar wieder aufwärts geht. Daher übersieht man eventuell die feinen Anzeichen dafür, dass sich auch wieder eine Manie anbahnen könnte. Eine weitere Mischphase ist die, in der manische Aspekte mit einer eher depressiven Grundstimmung vermengt ist.

Die einzelnen manischen und depressiven Phasen sind auf der Internetseite von Falk Richter noch näher beschrieben. Auch mögliche Maßnahmen zur Prophylaxe von Depressionen können Sie dort nachlesen.

Die Dauer der Phasen kann – ebenso wie der gesamte Krankheitsverlauf – ganz unterschiedlich sein. Über mehrere Wochen kann sich die manische Phase hinziehen. Die Depression kann noch länger dauern. Nicht immer kann ein konkreter Auslöser für die Phasen von außen festgestellt werden. Im späteren Verlauf genügen immer geringere Auslöser für den Ausbruch einer manischen oder depressiven Phase, und die Frequenz zwischen den Phasen kann sich verringern. Allerdings kann es auch sein, dass die depressiven Phasen mit steigendem Alter häufiger werden und länger anhalten.

Eine genetische Veranlagung ist möglich. Ob diese psychische Krankheit jedoch tatsächlich auftaucht, hängt auch mit anderen Faktoren wie den biografischen Erfahrungen, der Persönlichkeit des Betroffenen und wie er etwa mit Schicksalsschlägen umgeht zusammen. Meist sind Betroffene eher dünnhäutig und schnell durch belastende Ereignisse aus der Bahn geworfen. Wenn sie dann nicht einen gesunden Umgang damit finden, kann sich die Gefahr einer bipolaren Erkrankung möglicherweise vergrößern.

Auch ein hormoneller Einfluss kann die beiden Phasen einer bipolaren Störung begünstigen. So wird bei einer Manie im Körper deutlich mehr Dopamin und Noradrenalin ausgeschüttet, was den gesteigerten Antrieb erklärt. Bei der Depression hingegen ist zu wenig Serotonin und Noradrenalin vorhanden, so dass der Antrieb stark vermindert ist und sich der Betroffene kaum mehr an etwas erfreuen kann.

Zu Beginn der Erkrankung gibt es meist einen konkreten Auslöser. Das kann ein schicksalhaftes oder gar traumatisches Ereignis oder der Verlust / Tod eines geliebten Menschen sein. Ist die bipolare Störung dann einmal ausgebrochen, verselbstständigt sich diese psychische Krankheit praktisch.

Bipolare Störung - Symptome der Manie und der Depression

Wodurch äußert sich eine manische Phase?

  • Der Betroffene wirkt überdreht, redet fast ununterbrochen und sprunghaft mit abrupten Themenwechseln. Für den Zuhörer ist es meist sehr schwer, den rasend schnellen Gedankengängen der bipolaren Person zu folgen. Auf dem Höhepunkt der Manie dichtet diese auch Aspekte hinzu.
  • Sein Drang zu handeln ist in der manischen Phase stark erhöht. Dabei muss die Handlung nicht immer Sinn ergeben. Eine Prioritätensetzung erfolgt nicht. Seine Aufmerksamkeit kann sich auf im Augenblick unwichtige Dinge richten und im nächsten Moment schon einen anderen Anreiz finden.
  • Er kann sich offenbar nicht längere Zeit auf eine Sache konzentrieren. Alles, was ihm gerade wild durcheinander im Kopf herumwirbelt, hat für ihn in dieser Situation subjektiv die gleiche Wichtigkeit.
  • Es findet kein vollständiger Realitätsverlust statt. Seine Handlungen und geäußerten Gedanken beziehen sich meist auf eine reale Begebenheit oder Ereignisse aus seinem Leben (auch vergangene Erlebnisse werden angesprochen). Lediglich auf dem Höhepunkt der Manie treten Wahnvorstellungen jeweils kurzfristig und sehr abrupt auf. Fakten kann er meist auf Nachfrage abrufen. Das Gedächtnis wird durch die Erkrankung an sich grundsätzlich nicht beeinträchtigt.
  • In der Manie ist ein Bipolarer generell sehr unruhig. Da er keine Ruhe findet, kann er oft nicht schlafen und verspürt auch nicht das Bedürfnis danach. Er bemerkt nicht, wenn er erschöpft ist, und nimmt die Anzeichen von Erschöpfung oder von gesundheitlichen Beschwerden nicht ernst. Mitunter hält er sich für unbesiegbar.
  • Auch kann es sein, dass er in der manischen Phase übermäßig viel Geld ausgibt oder sich in sozialen Situationen taktlos verhält. Ein Risikobewusstsein ist in der manischen Phase nicht vorhanden.

Was kennzeichnet die depressive Phase?

  • In der depressiven Phase ist der bipolare Mensch eher antriebslos und verspürt keine Freude mehr an den Aktivitäten, die ihm sonst angenehm waren.
  • Alles erscheint ihm sinnlos, seine Lage hoffnungslos, sein Selbstwertgefühl ist im Keller. Im schlimmsten Fall sehnt er sich nach dem Tod. Der suizidale Anteil muss nicht zwangsläufig Teil der Depression sein, kann aber auftreten.
  • Er grübelt ständig über Dinge, die ihm Sorgen bereiten. Negative Gedankenschleifen bilden sich, aus denen er letztendlich ohne Hilfe von außen nicht mehr herauskommt. Er gibt sich selbst die Schuld an allem (auch unbegründet) und macht sich Vorwürfe.
  • Seine Energiekapazität ist sehr eingeschränkt. Selbst einfache Alltagsverrichtungen fallen ihm schwer und er kann sich oft nicht dazu überwinden. Dafür ist er in der Depression viel schneller erschöpft als sonst.
  • Als Nebenerscheinung kann er an Gewicht verlieren, weil er keinen Appetit hat. Oder er nimmt in der depressiven Phase zu, weil er mehr isst (Frustessen, Genuss von Süßigkeiten zur kurzfristigen Stimmungsaufhellung).
  • Die Depression kann auch von Unruhe begleitet sein.

Tipps für Angehörige von einer bipolaren Störung Betroffener

Allgemeine Ratschläge bei einer manischen Depression

  • Halten Sie denKontakt zum Betroffenen aufrecht. Gehen Sie aufmerksam mit ihm um und beobachten Sie seinen Zustand auf etwaige Auffälligkeiten und Symptome. Nehmen Sie ihn als Person, seine Wünsche und Bedürfnisse ernst und gehen Sie auf diese ein.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ansprechpartner – insbesondere die Fachärzte und der behandelnde Psychiater und / oder Psychotherapeut – für akute Fälle zur Verfügung stehen.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie nicht alleine dastehen. Da die Belastung und Verantwortung für eine Person alleine zu groß ist, manchmal sogar die Hilfe mehrerer Leute notwendig ist, sollten sich mehrere Vertrauenspersonen bei der Betreuung des Bipolaren gegenseitig unterstützen. Idealerweise wechseln Sie sich im akuten Fall mit der Begleitung ab.
  • Wägen Sie größere Veränderungen gemeinsam mit dem Betroffenen gründlich ab und bereiten Sie diese, falls diese umgesetzt werden sollen, mit ihm vor. Dies gilt nicht nur für objektiv notwendige Veränderungen (wie einem Umzug wegen Jobwechsel), sondern auch für Veränderungen, die aus Eigenantrieb geschehen. Zur Prophylaxe bei unvorhersehbaren Veränderungen, etwa einem persönlichen Schicksalsschlag oder dem Verlust eines nahestehenden Menschen, hilft eventuell, mit dem Betroffenen offen über seine diesbezüglichen Ängste zu reden.
  • Generell sollten Sie ihm in ernsthaften Gesprächen zugewandt sein, bei Bedarf auch über Tabuthemen mit ihm sprechen können, und ihn auch über möglicherweise Belastendes aus der Vergangenheit sprechen lassen. Bleiben Sie mit dem Bipolaren in Verbindung und hören Sie ihm zu, wenn er sich etwas für ihn Wichtiges von der Seele reden möchte.
  • Tauschen Sie sich mit den anderen Vertrauenspersonen aus. Reden Sie miteinander über Ihre Eindrücke, aber auch Sorgen und Ängste bezüglich des Betroffenen und seiner psychischen Erkrankung.

Vorsicht mit Lichttherapie!

Während bei einer reinen Depression oder einer saisonalen Depression eine Lichttherapie hilfreich sein kann, ist sie bei einer bipolaren Störung eher mit Vorsicht zu genießen. Steckt der Betroffene nicht gerade tief in einer depressiven Phase, kann eine Lichttherapie im Gegenteil kontraproduktiv wirken oder bei einer Überdosis gar eine Manie auslösen! Wenn überhaupt, sollte eine Lichttherapie – falls man sich unter diesen Umständen für eine solche Behandlung entscheidet – bei Bipolaren daher nur im ohnehin lichtarmen Winter im Falle einer akuten Depression, vorsichtig dosiert und in Absprache mit dem behandelnden Facharzt eingesetzt werden.

In der hellen Saison dürfte hingegen ein Spaziergang bei Tageslicht zur Stimmungsaufhellung genügen. Auf jeden Fall ist diese sanfte Maßnahme risikofrei, zumal das Tageslicht natürlich vorhanden und der Betroffene ihm daher ohnehin ausgesetzt ist. Ein weiterer Vorteil des Tageslichts ist es, dass der Biorhythmus sich danach richtet. Somit fördert es wohl einen geregelteren Schlaf-Wach-Rhythmus und kann vielleicht in einer nicht allzu akuten Phase Schlafprobleme lindern.

Manische Phase – wie Angehörige am besten vorgehen

  • Erstellen Sie am besten bereits vorher einen Notfallplan, wie im akuten Fall vorgegangen werden muss. Schreiben Sie auch die Telefonnummern aller wichtigen Ansprechpartner (Fachärzte, Notdienste sowie alle Dienste, die bei der Betreuung des von der bipolaren Störung Betroffenen beteiligt sind) auf einen Zettel und bewahren diesen gut auf.
  • Umgang mit dem Betroffenen: Lassen Sie ihn einfach reden. Geben Sie Acht, aber geben Sie ihm nach Möglichkeit nicht zu sehr das Gefühl, dass er kontrolliert wird. Ungefährliche Dinge können Sie ihn einfach tun lassen. Schreiten Sie nur bei wirklich heiklen Aktivitäten ein. Das entstandene Chaos können Sie auch später noch beseitigen. So lange Sie alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen haben, kann nicht allzu viel Schlimmes passieren. Provozieren Sie ihn nicht zusätzlich, versuchen Sie ihn möglichst zumindest etwas zu beruhigen. Lassen Sie sich auch nicht auf denselben Rhythmus ein, sondern versuchen Sie, so gut es geht, Ruhe zu bewahren und auszustrahlen.
  • Grenzen Sie sich so gut es geht ab. Nutzen Sie bei der Betreuung die Ruhephasen des Betroffenen, um sich selber zu erholen. Sorgen Sie für Entlastung, indem Sie sich bei der Betreuung mit den anderen Angehörigen und sonstigen Vertrauenspersonen abwechseln.
  • Weihen Sie vertrauenswürdige Nachbarn des Betroffenen in seine psychische Erkrankung ein, damit diese im Fall der Fälle besser helfen können. Aufmerksame und hilfsbereite Nachbarn merken zwar auch so, wenn etwas nicht stimmt, und unterstützen Sie und den Bipolaren im Notfall ohnehin. Wenn Sie oder der Betroffene die bipolare Störung nicht direkt erwähnen möchten, sollten Sie wenigstens sicherstellen, dass im Akutfall die Nachbarn mit aufpassen und bei Bedarf auch jemand zum Helfen da ist.
  • Warten Sie lieber nicht zu lange, um dieFachärzte über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren. Mit der richtigen Anpassung der Medikamente kann vielleicht das Schlimmste verhindert werden. Wenn eine manische Phase bereits merklich fortgeschritten ist, sollten Sie besser nicht bis zum Wochenende mit den weiteren Schritten warten. Am Wochenende sind viele Notdienste nicht erreichbar oder nur notdürftig besetzt, und auch die Einweisung in die Psychiatrie könnte sich dann schwieriger gestalten.
  • Ist die Manie noch nicht allzu sehr fortgeschritten, etwa in der Anfangsphase oder beim Abklingen im Rahmen der Behandlung, sind moderate Ausgänge in Begleitung, möglichst nur in reizarmer Umgebung (etwa für Spaziergänge), möglich.
  • In einer akuten Manie sollten Sie den Betroffenen niemals alleine in der Wohnung lassen.

Wenn die Manie bereits ihren Höhepunkt erreicht hat:

  • Es mussrund um die Uhr jemand zur Betreuung da sein, idealerweise im Wechsel. Auf jeden Fall sollten mehrere Vertrauenspersonen sich gegenseitig so gut es geht entlasten.
  • An seine Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, grundsätzliche Hygiene) muss der Betroffene in dieser Phase nicht nur erinnert werden, sondern benötigt dabei ggf. konkrete Unterstützung. Sonst werden diese vergessen. Auch auf die Medikamentengabe müssen Sie und alle anderen ihn betreuenden Angehörigen verstärkt achten und dass diese auch tatsächlich (mit ausreichend Flüssigkeit) hinuntergeschluckt werden. Erschwert wird dies in der Manie dadurch, dass sich der von einer bipolaren Störung Betroffene mitunter vehement dagegen wehren kann, wenn er gerade aufgedreht ist und Hunderte anderer durcheinander wirbelnder Ideen im Kopf hat. Hier ist behutsames, ruhig bestimmtes Vorgehen gefragt.
  • Schließen Sie wichtige Papiere und Wertgegenstände weg, damit der Betroffene sie nicht verlegen kann. In der manischen Phase kann es nämlich sein, dass er alles durcheinander bringt, etwas vernichtet oder wegschmeißt.
  • Halten Sie alle spitzen Gegenstände sowie alkoholische Getränke(falls vorhanden)außer Reichweite des Betroffenen. Es besteht sonst Verletzungsgefahr. Alkoholische Getränke, egal wie hochprozentig sie auch sein mögen, könnten einfach gekippt werden. Generell würden sich auch geringere Mengen Alkohol bei einer Manie fatal auswirken. Auch auf Kaffee und andere Aufputschmittel sollte in der manischen Phase verzichtet werden.
  • Schließen Sie die Wohnung des Bipolaren ab und nehmen Sie die Schlüssel in Verwahrung. Der Betroffene wird sich natürlich gegen die Einschränkung seiner Freiheit wehren, womöglich laut schimpfen und vielleicht auch Aggressionen äußern. In diesem Zustand bestünde bei einem unbeaufsichtigten Ausgang allerdings eine sehr große Gefahr für einen Unfall. Alles, was ihm zurzeit im Kopf herumschwirrt, hat dann für ihn eine größere Priorität wie zum Beispiel der Straßenverkehr. Ein Sicherheitsbewusstsein ist dann praktisch nicht vorhanden, ebenso wenig wie er für vernünftige Argumente empfänglich wäre.
  • In dieser Phase ist die Einweisung in eine Psychiatrie meist unumgänglich. Da die manischen Phasen besonders am Anfang insgesamt über mehrere Wochen gehen können, wäre die Belastung und Verantwortung für Angehörige andernfalls irgendwann nicht mehr tragbar.

Handlungsempfehlungen und Hinweise für die depressive Phase

  • Auch in der Depression sollte die Stimmung des Betroffenen beobachtet werden.
  • Kommunizieren Sie mit dem Betroffenen. Wichtig ist, wieder einen Zugang zu ihm zu finden. (In der Manie hingegen ist der Zugang noch da, aber eben sehr flüchtig und durch den ständigen Stimmungs- und Themenwechsel erschwert.)
  • Animieren Sie ihn behutsam zu angenehmen Aktivitäten. Ermuntern Sie ihn, seinen Hobbies nachzugehen, die ihm früher Spaß gemacht haben.
  • Achten Sie auch hier darauf, dass er seine Grundbedürfnisse erfüllt, und unterstützen Sie den Depressiven bei Bedarf dabei. In dieser Phase wird er sich nicht wehren, sondern braucht eher Anleitung. Fordern Sie ihn aber nicht zu sehr. Auch kleine Schritte sind in der Depression viel wert. Größere Schritte und vor allem zu viel auf einmal überfordern den Betroffenen in dieser Situation.
  • Grundsätzlich ist die depressive Phase für Angehörige längst nicht so schwer zu handhaben wie die manische Phase. Da der Antrieb des Betroffenen in der Depression ohnehin reduziert ist, ist die Gefahr, dass etwas Ernsthaftes passiert, in diesem Fall deutlich geringer. Dennoch sollten Sie auch hier den Zustand beobachten und die nötige Unterstützung geben. Auch wird es Sie als Angehöriger beruhigen, wenn alle wichtigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen sind.
  • Aufpassen sollten Sie insbesondere dann, wenn Sie konkrete Anzeichen einer Suizidgefahr sehen oder der Betroffene anfängt, davon zu reden, dass er sich umbringen will. Dann ist Obacht angesagt, und der behandelnde Psychiater oder Therapeut sollte schnellstmöglich informiert werden, damit weitere Schritte eingeleitet werden können.

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Erblindung allein rechtfertigt nicht die Einrichtung einer Betreuung

OLG Köln, Beschluss vom 05.11.2001, 16 Wx 220/01; FamRB 2002, 143 = EzFamRB aktuell 2002, 227 ( LS ) = OLGR 2002, 45:

Die Erblindung des Betroffenen alleine rechtfertigt, auch wenn der Betroffene sie selbst beantragt, noch nicht die Einrichtung einer Betreuung. Erst dann, wenn nach Ausschöpfung aller dem Betroffenen nach den gesetzlichen Bestimmungen zustehenden sozialen Hilfen immer noch Hilfs- bedürftigkeit besteht, kommt die Einrichtung einer Betreuung für bestimmte Aufgaben in Betracht:

Wer selbst für sich sorgen kann, muss den Staat schonen

Auch wenn ein Mann an einer psychischen Erkrankung leidet, aber seine "eigenen Angelegenheiten" (hier die Abwicklung einer Rechtsanwaltskanzlei) noch selbst erledigen kann, steht ihm kein auf Staatskosten zu finanzierender Betreuer zu. "Unnötige Betreuungen" sind im öffentlichen Interesse zu vermeiden. (Hier empfahl das OLG München dem Mann, sich einer von ihm zu bezahlenden Hilfe zu bedienen, etwa einem Anwalt oder einem Steuerberater. Das Gericht vermutete, dass der Antragsteller nur darauf aus gewesen sei, "die kostenlose Abwicklung seiner Rechtsanwaltsgeschäfte und die Erledigung der ihn betreffenden Prozesse zu erreichen".)

Nur "mit Geld nicht umgehen können" reicht nicht aus

OLG Köln, Beschluss vom 02.02.2005; 16 Wx 17/05; JMBl NW 2006, 24 = MDR 2005, 1114 = OLGR 2005, 234:

Kann eine alte Frau lediglich "nicht mit Geld umgehen", so dass sie stark verschuldet ist, rechtfertigt dies nicht die Bestellung eines amtlichen Betreuers (hier unter anderem angeordnet für den Aufgabenkreis "Vermögenssorge") auf Staatskosten. Dies wäre nur gerechtfertigt, wenn die Person wegen einer psychischen Erkrankung oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung unfähig wäre, ihre Vermögensangelegenheiten "sinnvoll und realitätsbezogen" zu regeln. (Hier vom Oberlandesgericht Köln verneint, weil die alte Dame durchaus noch in der Lage sei, für sich selbst zu sorgen, was zum Beispiel dadurch bewiesen sei, dass sie - mit Hilfe des diakonischen Werkes - ein Verbraucherinsolvenzverfahren eingeleitet habe.)

§ 1896 BGB kann auf Analphabeten nicht analog angewendet werden, da es sich bei Analphabetismus nicht um eine Behinderung handelt. Da alle Menschen als Analphabeten geboren werden, liegt kein angeborenes Intelligenzdefizit vor. Auch ein später erworbenes Intelligenzdefizit scheidet aus, es handelt sich schlichtweg um eine nicht erlernte Fähigkeit, die auch nicht den Schluss auf eine geistige Behinderung zulässt – schließlich sind fast die Hälfte der Weltbevölkerung Analphabeten.

Betreuerbestellung zur Verhinderung einer (weiteren) Verschuldung des Betroffenen

BayObLG, Beschluss vom 04.02.1997, 3Z BR 8/97; BayObLGR 1997, 60 =BtE 1996/97, 57 = BtPrax 1997, 160 = FamRZ 1997, 902 = FuR 1998, 89 = Rpfleger 1997, 307:

  1. Die Bestellung eines Betreuers für den Aufgabenkreis Vermögenssorge kann auch erforderlich sein, um eine (weitere) Verschuldung eines Betroffenen zu verhindern, selbst wenn er vermögenslos ist.
  2. In einem solchen Fall ist in der Regel auch die Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts erforderlich.

Keine Betreuung, soweit der Betroffene selbst handeln kann

BayObLG, Beschluss vom 13.12.2000, 3Z BR 353/00; BayObLGR 2001,19 (LS) = BtPrax 2001, 79 = FamRZ 2001, 1249 (LS) = NJWE-FER 2001, 151:

Die Betreuung darf Aufgabenkreise nicht umfassen, die der Betreute noch selbst besorgen kann.

Ein Aufgabenkreis kann auch eine einzige oder wenige einzelne Angelegenheiten umfassen. Ein Betreuungsbebürfnis besteht nicht, wenn der Betreute psychisch in der Lage ist, zur Regelung seiner Angelegenheiten Hilfe eines anderen, z.B. eines Rechtsanwalts oder Steuerberaters in Anspruch zu nehmen und ein Gesunder dies auch tun würde.

Es ist nicht erforderlich, den Aufgabenkreis eines Betreuers zu erweitern, wenn der Betroffene geistig behindert ist, seine Angelegenheiten in dem fraglichen Bereich aber gleichwohl selbst besorgen kann. Die hierfür erforderlichen tatsächlichen Feststellungen hat das Vormundschaftsgericht zu treffen, sie dürfen nicht allein einem medizinischen Gutachter überlassen werden.

Eine psychische Erkrankung allein rechtfertigt noch nicht die Anordnung der Betreuung, wenn nicht gleichzeitig konkret festgestellt wird, dass der Betroffene nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten ganz oder teilweise selbst zu besorgen. Pauschale Befürchtungen ohne konkrete Anhaltspunkte insoweit reichen nicht aus.

Erforderlichkeit der Betreuerbestellung bei Zeugen Jehovas - Ablehnung einer Bluttransfusion. Zur Verfassungsmäßigkeit der amtsgerichtlichen Anordnung einer befristeten vorläufigen Betreuung (gemeint ist wohl die Bestellung eines vorläufigen Betreuers) im Zusammenhang mit der Bluttransfusion auf eine bewusstlose Patientin, die sich aus Glaubensgründen (Zeugen Jehovas) zuvor gegen eine solcheTransfusionausgesprochen hat.

BayObLG, Beschluss vom 03.08.1995, 3Z BR 190/95, EzFamR aktuell 1995,354 = =BtPrax 1995, 218 = FamRZ 1996, 250 (LS)

Das Vormundschaftsgericht hatte für eine psychisch kranke Frau einen Betreuer mit den Aufgabenkreisen Sorge für die Gesundheit, Aufenthaltsbestimmung und Entscheidung über die Unterbringung bestellt. Die dagegen erhobene Beschwerde, mit der die Frau geltend machte, sie sei nicht krank und brauche keinen Betreuer, wurde vom Landgericht zurückgewiesen mit der Begründung, sie erlebe ihre Symptome nicht als krankheitswertig, weshalb bei ihr keine Krankheitseinsicht bestehe.

Das BayObLG hat die weitere Beschwerde der Betroffenen für begründet erachtet. Nach § 1896 Abs. 2 BGB dürfe ein Betreuer nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist. Das Prinzip der Erforderlichkeit durchziehe das gesamte Betreuungsrecht; soweit die Betreuung oder weitere mit ihr verbundene Anordnungen sich, wie hier, als Eingriffe in die Freiheitssphäre der Person darstellten, habe der Erforderlichgkeitsgrundsatz Verfassungsrang. Dieser sich aus dem Rechtsstaatsprinzip ergebende Grundsatz verlange für die Bestellung eines Betreuers die konkrete Feststellung, dass sie auch unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit notwendig ist, weil die Betroffene auf entsprechende Hilfen angewiesen ist und weniger einschneidende Maßnahmen nicht in Betracht kommen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze könne die angefochtene Entscheidung keinen Bestand haben. Das LG habe sich zwar mit der Frage befaßt, ob die Betroffene trotz ihrer psychischen Erkrankung noch imstande ist, ihre Angelegenheiten zu besorgen. Den getroffenen Feststellungen lasse sich jedoch nicht entnehmen, ob und inwieweit sie ihren Willen frei bestimmen kann. Das Sachverständigengutachten gehe auf diese Frage nicht ein, lasse aber Zweifel aufkommen, ob sie bejaht werden kann.

Nach Auffassung des BayObLG tragen die Feststellungen des LG auch nicht den Umfang der Aufgabenkreise des Betreuers. Für den Aufgabenkreis ”Aufenthaltsbestimmung” sei nach dem Sachverständigengutachten die Betreuung für den Fall erforderlich, dass die Betroffene trotz der Betreuung nicht ambulant behandelt werden kann. Das LG habe nicht festgestellt, ob diese Voraussetzung erfüllt oder ihre Erfüllung durch die Erkrankung bereits als unmittelbar bevorstehend anzusehen ist. Der Aufgabenkreis ”Sorge für die Gesundheit” umfasse die Gesundheitsfürsorge in allen Bereichen der Medizin. Dem Gutachten lasse sich jedoch allenfalls entnehmen, dass die Betreute im nervenärztlichen Bereich einer Betreuung bedarf.

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Erblindung allein rechtfertigt nicht die Einrichtung einer Betreuung

OLG Köln, Beschluss vom 05.11.2001, 16 Wx 220/01; FamRB 2002, 143 = EzFamRB aktuell 2002, 227 ( LS ) = OLGR 2002, 45:

Die Erblindung des Betroffenen alleine rechtfertigt, auch wenn der Betroffene sie selbst beantragt, noch nicht die Einrichtung einer Betreuung. Erst dann, wenn nach Ausschöpfung aller dem Betroffenen nach den gesetzlichen Bestimmungen zustehenden sozialen Hilfen immer noch Hilfs- bedürftigkeit besteht, kommt die Einrichtung einer Betreuung für bestimmte Aufgaben in Betracht:

Wer selbst für sich sorgen kann, muss den Staat schonen

Auch wenn ein Mann an einer psychischen Erkrankung leidet, aber seine "eigenen Angelegenheiten" (hier die Abwicklung einer Rechtsanwaltskanzlei) noch selbst erledigen kann, steht ihm kein auf Staatskosten zu finanzierender Betreuer zu. "Unnötige Betreuungen" sind im öffentlichen Interesse zu vermeiden. (Hier empfahl das OLG München dem Mann, sich einer von ihm zu bezahlenden Hilfe zu bedienen, etwa einem Anwalt oder einem Steuerberater. Das Gericht vermutete, dass der Antragsteller nur darauf aus gewesen sei, "die kostenlose Abwicklung seiner Rechtsanwaltsgeschäfte und die Erledigung der ihn betreffenden Prozesse zu erreichen".)

Nur "mit Geld nicht umgehen können" reicht nicht aus

OLG Köln, Beschluss vom 02.02.2005; 16 Wx 17/05; JMBl NW 2006, 24 = MDR 2005, 1114 = OLGR 2005, 234:

Kann eine alte Frau lediglich "nicht mit Geld umgehen", so dass sie stark verschuldet ist, rechtfertigt dies nicht die Bestellung eines amtlichen Betreuers (hier unter anderem angeordnet für den Aufgabenkreis "Vermögenssorge") auf Staatskosten. Dies wäre nur gerechtfertigt, wenn die Person wegen einer psychischen Erkrankung oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung unfähig wäre, ihre Vermögensangelegenheiten "sinnvoll und realitätsbezogen" zu regeln. (Hier vom Oberlandesgericht Köln verneint, weil die alte Dame durchaus noch in der Lage sei, für sich selbst zu sorgen, was zum Beispiel dadurch bewiesen sei, dass sie - mit Hilfe des diakonischen Werkes - ein Verbraucherinsolvenzverfahren eingeleitet habe.)

§ 1896 BGB kann auf Analphabeten nicht analog angewendet werden, da es sich bei Analphabetismus nicht um eine Behinderung handelt. Da alle Menschen als Analphabeten geboren werden, liegt kein angeborenes Intelligenzdefizit vor. Auch ein später erworbenes Intelligenzdefizit scheidet aus, es handelt sich schlichtweg um eine nicht erlernte Fähigkeit, die auch nicht den Schluss auf eine geistige Behinderung zulässt – schließlich sind fast die Hälfte der Weltbevölkerung Analphabeten.

Betreuerbestellung zur Verhinderung einer (weiteren) Verschuldung des Betroffenen

BayObLG, Beschluss vom 04.02.1997, 3Z BR 8/97; BayObLGR 1997, 60 =BtE 1996/97, 57 = BtPrax 1997, 160 = FamRZ 1997, 902 = FuR 1998, 89 = Rpfleger 1997, 307:

  1. Die Bestellung eines Betreuers für den Aufgabenkreis Vermögenssorge kann auch erforderlich sein, um eine (weitere) Verschuldung eines Betroffenen zu verhindern, selbst wenn er vermögenslos ist.
  2. In einem solchen Fall ist in der Regel auch die Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts erforderlich.

Keine Betreuung, soweit der Betroffene selbst handeln kann

BayObLG, Beschluss vom 13.12.2000, 3Z BR 353/00; BayObLGR 2001,19 (LS) = BtPrax 2001, 79 = FamRZ 2001, 1249 (LS) = NJWE-FER 2001, 151:

Die Betreuung darf Aufgabenkreise nicht umfassen, die der Betreute noch selbst besorgen kann.

Ein Aufgabenkreis kann auch eine einzige oder wenige einzelne Angelegenheiten umfassen. Ein Betreuungsbebürfnis besteht nicht, wenn der Betreute psychisch in der Lage ist, zur Regelung seiner Angelegenheiten Hilfe eines anderen, z.B. eines Rechtsanwalts oder Steuerberaters in Anspruch zu nehmen und ein Gesunder dies auch tun würde.

Es ist nicht erforderlich, den Aufgabenkreis eines Betreuers zu erweitern, wenn der Betroffene geistig behindert ist, seine Angelegenheiten in dem fraglichen Bereich aber gleichwohl selbst besorgen kann. Die hierfür erforderlichen tatsächlichen Feststellungen hat das Vormundschaftsgericht zu treffen, sie dürfen nicht allein einem medizinischen Gutachter überlassen werden.

Eine psychische Erkrankung allein rechtfertigt noch nicht die Anordnung der Betreuung, wenn nicht gleichzeitig konkret festgestellt wird, dass der Betroffene nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten ganz oder teilweise selbst zu besorgen. Pauschale Befürchtungen ohne konkrete Anhaltspunkte insoweit reichen nicht aus.

Erforderlichkeit der Betreuerbestellung bei Zeugen Jehovas - Ablehnung einer Bluttransfusion. Zur Verfassungsmäßigkeit der amtsgerichtlichen Anordnung einer befristeten vorläufigen Betreuung (gemeint ist wohl die Bestellung eines vorläufigen Betreuers) im Zusammenhang mit der Bluttransfusion auf eine bewusstlose Patientin, die sich aus Glaubensgründen (Zeugen Jehovas) zuvor gegen eine solcheTransfusionausgesprochen hat.

BayObLG, Beschluss vom 03.08.1995, 3Z BR 190/95, EzFamR aktuell 1995,354 = =BtPrax 1995, 218 = FamRZ 1996, 250 (LS)

Das Vormundschaftsgericht hatte für eine psychisch kranke Frau einen Betreuer mit den Aufgabenkreisen Sorge für die Gesundheit, Aufenthaltsbestimmung und Entscheidung über die Unterbringung bestellt. Die dagegen erhobene Beschwerde, mit der die Frau geltend machte, sie sei nicht krank und brauche keinen Betreuer, wurde vom Landgericht zurückgewiesen mit der Begründung, sie erlebe ihre Symptome nicht als krankheitswertig, weshalb bei ihr keine Krankheitseinsicht bestehe.

Das BayObLG hat die weitere Beschwerde der Betroffenen für begründet erachtet. Nach § 1896 Abs. 2 BGB dürfe ein Betreuer nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist. Das Prinzip der Erforderlichkeit durchziehe das gesamte Betreuungsrecht; soweit die Betreuung oder weitere mit ihr verbundene Anordnungen sich, wie hier, als Eingriffe in die Freiheitssphäre der Person darstellten, habe der Erforderlichgkeitsgrundsatz Verfassungsrang. Dieser sich aus dem Rechtsstaatsprinzip ergebende Grundsatz verlange für die Bestellung eines Betreuers die konkrete Feststellung, dass sie auch unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit notwendig ist, weil die Betroffene auf entsprechende Hilfen angewiesen ist und weniger einschneidende Maßnahmen nicht in Betracht kommen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze könne die angefochtene Entscheidung keinen Bestand haben. Das LG habe sich zwar mit der Frage befaßt, ob die Betroffene trotz ihrer psychischen Erkrankung noch imstande ist, ihre Angelegenheiten zu besorgen. Den getroffenen Feststellungen lasse sich jedoch nicht entnehmen, ob und inwieweit sie ihren Willen frei bestimmen kann. Das Sachverständigengutachten gehe auf diese Frage nicht ein, lasse aber Zweifel aufkommen, ob sie bejaht werden kann.

Nach Auffassung des BayObLG tragen die Feststellungen des LG auch nicht den Umfang der Aufgabenkreise des Betreuers. Für den Aufgabenkreis ”Aufenthaltsbestimmung” sei nach dem Sachverständigengutachten die Betreuung für den Fall erforderlich, dass die Betroffene trotz der Betreuung nicht ambulant behandelt werden kann. Das LG habe nicht festgestellt, ob diese Voraussetzung erfüllt oder ihre Erfüllung durch die Erkrankung bereits als unmittelbar bevorstehend anzusehen ist. Der Aufgabenkreis ”Sorge für die Gesundheit” umfasse die Gesundheitsfürsorge in allen Bereichen der Medizin. Dem Gutachten lasse sich jedoch allenfalls entnehmen, dass die Betreute im nervenärztlichen Bereich einer Betreuung bedarf.

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Subtitel: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder

Levertijd: Levertijd 5-10 dagen

Uitgever: Van Ditmar Boekenimport B.V.

Afmeting: 219 x 146 x 30 mm

Aantal pagina's: 379

Bindwijze: BB

Gewicht: 475

Annotatie: Das Standardwerk jetzt als Sonderausgabe Der Psychologe Thorwald Dethlefsen, und der Mediziner Ruediger Dahlke vermitteln in diesem bahnbrechenden Werk eine Alternative zur Schulmedizin und wecken ein tieferes Verständnis von Krankheit. Die Autoren zeigen, dass alle psychischen und physischen Leiden letztendlich wertvolle Botschaften der Seele sind. Indem wir sie entschlüsseln und den tieferen Sinn hinter Krankheitsbildern sehen, eröffnet sich für jeden von uns ein neuer, besserer Weg, sich selbst zu finden.

Bijzonderheden: Bassermann, Edition

Was bedeutet diese Bezeichnung?

4.1. Erneuter Anspruch auf Krankengeld wegen derselben Krankheit

Das Krankengeld ist eine sog. Lohnersatzleistung, d.h. es wird nur gezahlt, wenn nach 6 Wochen kein Anspruch (mehr) auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz) besteht. Weitere Voraussetzungen sind:

Bezieher von Arbeitslosengeld erhalten ebenfalls unter diesen Voraussetzungen Krankengeld.

Keinen Anspruch auf Krankengeld haben:

  • Familienversicherte
  • Studenten (in der Regel bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres)
  • Praktikanten
  • Bezieher von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld
  • versicherungspflichtige Personen in Einrichtungen der Jugendhilfe

  • Abschluss einer privaten Krankentagegeldversicherung

  • 70 % des Bruttoarbeitsentgelts,
  • maximal aber 90 % des Nettoarbeitsentgelts.

4.1. Erneuter Anspruch auf Krankengeld wegen derselben Krankheit

Homepage von Gerd Kunath

Herzlich willkommen auf dieser Seite. Hier finden Sie Links zum Thema Amyotrophe Lateralsklerose, abgekürzt ALS. Eine in Deutschland noch weitgehend unbekannte Krankheit des zentralen und peripheren Nervensystems, an der schätzungsweise 6000 Menschen in Deutschland erkrankt sind. Obwohl bereits seit mehr als 140 Jahren bekannt, ist sie immer noch unheilbar. ALS hat nichts mit Multipler Sklerose (MS) zu tun, es sind zwei vollkommen unterschiedliche Erkrankungen. Mehr zu dem Thema ALS, die vor allen Dingen in den USA auch unter dem Namen "Lou-Gehrig-Krankheit" (Lou Gehrig: ein im Jahre 1941 verstorbener Baseballspieler, der an ALS erkrankt war) bekannt ist, finden Sie unter dem Link ALS-Links.

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Diese Seite ist speziell meinem verstorbenen Vater Gerd J. Kunath und allen ALS-Erkrankten und deren Angehörigen gewidmet.
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Verantwortlich im Sinne des Presserechts und des § 6 des Mediendienste-Staatsvertrages: Susanne Kunath, Köln

Le­sen Sie hier, was ei­ne krank­heits­be­ding­te Kün­di­gung ist, wann sie recht­lich zu­läs­sig ist und was be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer be­ach­ten soll­ten.

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  • Brille oder Kontaktlinsen
  • Geburt eines Kindes
  • Haarausfall oder ein Toupet
  • Impfungen
  • Krankengymnastik
  • Pflanzenheilkunde
  • Schwangerschaftsabbruch
  • Zahnarztbehandlung
  • Zahnspange und Retainer

Suchterkrankung: Heilkosten sind auch Krankheitskosten

Chronische Erkrankung: Verordnung nur einmal vorlegen

  • Trinkgelder an das Personal

Manche Krankheitskosten werden nur unter zwei Bedingungen anerkannt

  1. Das Attest muss vor Beginn der Behandlung ausgestellt werden.

  • Bade- und Heilkuren
  • Betreuung durch eine Begleitperson
  • Massagen
  • Psychotherapeutische Behandlungen
  • Unterbringung eines an einer Behinderung leidenden Kindes
  • Therapie von Legasthenie

IGeL sind nur selten als Krankheitskosten absetzbar

Wer heiratet oder Vater wird, muss dafür keine Urlaubs­tage abzwa­cken. Er bekommt Sonder­urlaub. Ein Blick in den Arbeits­vertrag lohnt sich. Denn die Frage des Sonder­urlaubs können Arbeit­geber unterschiedlich regeln. Ist nichts vereinbart, gilt das Bürgerliche Gesetz­buch. test.de erklärt, wann eine bezahlte Frei­stellung in Frage kommt und wie lange sie gegebenenfalls dauert.

Die Part­nerin bekommt ein Kind, ein Arbeitnehmer zieht aus betriebs­bedingten Gründen um, ein naher Verwandter stirbt – mit Entspannung hat all das nichts zu tun. Arbeitnehmer müssen dafür keinen regulären Urlaubs­tag in Anspruch nehmen, sondern bekommen bezahlten Sonder­urlaub. Denn der reguläre Urlaub soll der Erholung dienen.

Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetz­buches (BGB) regelt, dass Arbeitnehmer bei Bezahlung frei­gestellt werden müssen, wenn sie unver­schuldet nicht zur Arbeit kommen können, weil sie vorüber­gehend verhindert sind. Eine Erkrankung des Arbeitnehmers ist damit nicht gemeint. Für diese Fälle gilt das Entgelt­fortzahlungs­gesetz. Vielmehr erfasst Paragraf 616 BGB Situationen, in denen es dem Arbeitnehmer nicht möglich oder zumut­bar ist, bei der Arbeit zu erscheinen: die eigene Eheschließung, die Geburt eines Kindes oder der Tod eines nahen Angehörigen gehören dazu. Arbeit­geber können dieses Recht vertraglich ausschließen oder eingrenzen. Dann gilt die Regelung im Arbeits­vertrag.

Die Dauer des bezahlten Sonder­urlaubs ist im Bürgerlichen Gesetz­buch nicht fest­gelegt. In der Regel sind es ein oder mehrere Tage. „Es hängt häufig davon ab, in welchem Arbeits­verhältnis sich der Arbeitnehmer befindet. Jemand, der für ein halbes Jahr befristet beschäftigt ist, wird für einzelne Ereig­nisse weniger Sonder­urlaubs­tage bekommen als jemand, der seit zwanzig Jahren in einem Betrieb arbeitet“, sagt der auf Arbeits­recht spezialisierte Rechts­anwalt Harald Klinke aus Bonn.

Eine Geburt ist ein klassischer Fall für bezahlten Sonder­urlaub. „Sitzt ein Mann im Büro und bekommt von seiner Frau den Anruf, dass sein Kind im Anmarsch ist, kann er natürlich nicht alles sofort stehen und liegen lassen“, erklärt Steffan Schwerin, Rechts­anwalt mit Schwer­punkt Arbeits­recht. „Ein Gemüsehändler kann seinen Laden ebenso wenig verlassen wie ein Lehrer seine Klasse.“ Der Chef muss recht­zeitig von der bevor­stehenden Geburt informiert werden, ebenso die Kollegen. So können sich alle absprechen und die Vertretung regeln. Das geht in einer großen Firma meist leichter als in einem Zwei-Mann-Unternehmen.

Krankenkasse springt ein. Eltern dürfen zu Hause bleiben, wenn ihr Kind krank ist. Ob sie dafür bezahlten Sonder­urlaub bekommen, hängt von ihrem Arbeits­vertrag ab. Oft regeln Arbeit­geber, dass ihre Mitarbeiter lediglich frei­gestellt werden, wenn sie bei einem kranken Kind zu Hause bleiben und ein ärzt­liches Attest vorlegen können. Eine Vergütung gibt es nicht. In diesem Fall springt allerdings die gesetzliche Kranken­versicherung ein. Statt des Gehalts zahlt diese Kinder­krankengeld.

Groß­zügige Ober­grenze. Sind Eltern und Kind gesetzlich kranken­versichert, können sich Beschäftigte direkt an ihre Krankenkasse wenden. Nach Paragraf 45 des Sozialgesetz­buches V darf jeder beschäftigte Eltern­teil für die Betreuung seines kranken Kindes 10 Tage im Jahr freinehmen, Allein­erziehende sogar 20 Tage. Wer zwei oder mehr Kinder hat, dem stehen auch mehr Tage zur Verfügung. Es gilt jedoch eine Ober­grenze: Diese liegt bei 25 Arbeits­tagen pro Eltern­teil, bei Allein­erziehenden bei 50 Tagen.

Nur bis zwölf. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt, wenn der Arzt bescheinigt, dass das Kind zu Hause betreut werden muss und keine andere im Haushalt lebende Person diese Aufgabe über­nehmen kann. Außerdem muss das erkrankte Kind jünger als zwölf Jahre alt sein. Mehr zum Thema in unserer Meldung Kind krank: Diese Rechte haben berufstätige Eltern.

Sonder­urlaub gibt es nicht nur für die eigene Hoch­zeit, sondern auch für die goldene Hoch­zeit der Eltern.

Für die eigene Hoch­zeit gibt es einen Tag bezahlten Sonder­urlaub. Dasselbe gilt für die Trauung der Eltern oder der Kinder und für die goldene Hochzeits­feier der Eltern. All diese Ereig­nisse wurden von der Recht­sprechung als Anlass für eine bezahlte Frei­stellung anerkannt. Auch das 25- oder 40-jährige Arbeits­jubiläum zählt in der Regel als vorüber­gehende Verhinderung. Der Arbeitnehmer kann sich nach Absprache mit dem Chef einen Tag frei nehmen. „Bei geplanten Ereig­nissen ist es ratsam, recht­zeitig mit dem Chef über den Sonder­urlaub zu sprechen“, so der Arbeits­rechtler Schwerin.

Der Tod stellt den Alltag auf den Kopf. Stirbt ein naher Angehöriger wie zum Beispiel der Lebens­partner, die Eltern, Geschwister oder das eigene Kind, so hat der Arbeitnehmer in der Regel Anspruch auf zwei Tage Sonder­urlaub, nämlich am Todes­tag selbst und am Tag der Beerdigung. Nach Absprache mit dem Chef können Angehörige auch mehr freie Tage erhalten – beispiels­weise wenn sie für die Beerdigung eine weite Reise antreten müssen. Der Chef kann Hinterbliebene auch aus Kulanz unbe­zahlt frei­stellen, wenn sie keinen Anspruch auf Sonder­urlaub haben.

Geht es um andere als die genannten Ereig­nisse, die den Arbeitnehmer verhindern, muss der Arbeit­geber Sonder­urlaub nicht bewil­ligen, er kann es aber. Nach­fragen schadet also nicht. „In der Privatwirt­schaft ist es zum Beispiel durch­aus üblich, dass Mitarbeiter nicht nur für einen arbeits­bedingten, sondern auch für einen persönlichen Umzug einen Tag Sonder­urlaub erhalten“, sagt Rechts­anwalt Schwerin. Arzt­termine sollten möglichst nicht während der Arbeits­zeit statt­finden. Nur in dringenden Fällen und wenn ein anderer Termin nicht möglich ist, kann der Chef auf freiwil­liger Basis Sonder­urlaub gewähren.

Betriebs­ver­einbarung. Steht nichts zum Sonder­urlaub im Arbeits­vertrag, lohnt es sich, in den Betriebs­ver­einbarungen oder im Tarif­vertrag nach­zusehen. Für Beamte und Richter gelten die Sonder­urlaubs­ver­ordnung des Bundes beziehungs­weise Rege­lungen der einzelnen Bundes­länder. Wer sich unsicher ist, kann sich in der Personal­stelle Rat holen.

Fest­stellungs­klage. Wenn der Chef den Sonder­urlaub zu Unrecht verweigert, kann der Arbeitnehmer sein Recht mit einer Fest­stellungs­klage gericht­lich einklagen. Hier empfiehlt sich ein Vorgespräch mit dem Betriebsrat oder einem Anwalt. Hat der Arbeit­geber das Geld für die freien Tage vom Lohn abge­zogen, können die Mitarbeiter ihn auf Zahlung des fehlenden Lohnes verklagen.

„Grund­sätzlich gilt: Wenn sich nichts Gegen­teiliges oder Beschränkendes in den Verträgen zum Sonder­urlaub findet, so kann sich jeder Dienst­verpflichtete auf eine unver­schuldete vorüber­gehende Verhinderung beziehen“, erklärt Anwalt Klinke.

Für Hoch­zeiten von Freunden und Beerdigungen außer­halb des engen Familien­kreises gibt es regulär keinen Sonder­urlaub. Ehren­amtliche Tätig­keiten in privaten Vereinen oder Kandidaturen für öffent­liche Ämter zählen ebenfalls nicht, sagt Rechts­anwalt Klinke aus Bonn: „Auch im Rhein­land wird das Prinzen­paar zu Karneval Erholungs­urlaub opfern müssen, wenn es sich mit dem Arbeit­geber nicht auf eine unbe­zahlte Frei­stellung einigen kann.“

Diese Meldung erschien erst­mals am 12. November 2013 auf test.de. Sie wurde am 15. August 2017 aktualisiert.

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chronische Faulheit - ist das eine psychische Krankheit?

chronische Faulheit - ist das eine psychische Krankheit?

von Faulpelz » Mi. 21.12.2005, 14:23

von Dark Soul » Mi. 21.12.2005, 14:40

von Lutz » Mi. 21.12.2005, 19:55

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Die Kriterien für eine der oben beschriebenen Störungen F33.0-F33.3 sind in der Anamnese erfüllt, aber in den letzten Monaten bestehen keine depressiven Symptome.

F33.9 Rezidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet

Hierbei handelt es sich um anhaltende und meist fluktuierende Stimmungsstörungen, bei denen die Mehrzahl der einzelnen Episoden nicht ausreichend schwer genug sind, um als hypomanische oder auch nur leichte depressive Episoden gelten zu können. Da sie jahrelang, manchmal den größeren Teil des Erwachsenenlebens, andauern, ziehen sie beträchtliches subjektives Leiden und Beeinträchtigungen nach sich. Gelegentlich können rezidivierende oder einzelne manische oder depressive Episoden eine anhaltende affektive Störung überlagern.

Hierbei handelt es sich um eine andauernde Instabilität der Stimmung mit zahlreichen Perioden von Depression und leicht gehobener Stimmung (Hypomanie), von denen aber keine ausreichend schwer und anhaltend genug ist, um die Kriterien für eine bipolare affektive Störung (F31.-) oder rezidivierende depressive Störung (F33.-) zu erfüllen. Diese Störung kommt häufig bei Verwandten von Patienten mit bipolarer affektiver Störung vor. Einige Patienten mit Zyklothymia entwickeln schließlich selbst eine bipolare affektive Störung.

Inkl.: Affektive Persönlichkeit(sstörung) Zykloide Persönlichkeit Zyklothyme Persönlichkeit

Hierbei handelt es sich um eine chronische, wenigstens mehrere Jahre andauernde depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung (F33.-) zu erfüllen.

Inkl.: Anhaltende ängstliche Depression Depressiv:

  • Neurose
  • Persönlichkeit(sstörung)
Neurotische Depression Exkl.: Ängstliche Depression (leicht, aber nicht anhaltend) (F41.2)

F34.9 Anhaltende affektive Störung, nicht näher bezeichnet

Hierbei handelt es sich um eine Restkategorie für Stimmungsstörungen, die die Kriterien der oben genannten Kategorien F30-F34 in Bezug auf Ausprägung und Dauer nicht erfüllen.

Erst himmelhoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt – so stellen sich die extremen Stimmungswechsel für Menschen mit einer bipolaren Störung dar.

Unter Leitung von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Bonn, des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim und des Universitätsspitals Basel hat eine internationale Forscherkollaboration zwei neue Genregionen entdeckt, die mit der verbreiteten Erkrankung zusammenhängen.

Im Labor: Prof. Dr. Markus Nöthen, Direktor des Instituts für Humangenetik des Universitätsklinikums Bonn.

(c) Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Die weltweit einmalige Studie nutzte Patientenzahlen im bisher nicht gekannten Umfang. Die Ergebnisse sind jetzt im renommierten Fachjournal „Nature Communications” veröffentlicht.

Rund ein Prozent der Bevölkerung erkrankt im Laufe seines Lebens an einer bipolaren Störung, die auch als manisch-depressive Krankheit bekannt ist. Die Patienten durchlaufen eine wahre Achterbahn der Emotionen: Im extremen Wechsel erleben sie manische Phasen mit Größenwahn, gesteigertem Antrieb und vermindertem Schlafbedürfnis sowie depressive Episoden mit stark gedrückter Stimmung bis hin zu Suizidgedanken.

Die Ursachen der Erkrankung sind noch nicht vollständig verstanden, jedoch haben über psychosoziale Auslöser hinaus genetische Faktoren einen großen Anteil. „Für die Ausprägung einer bipolaren Störung hat nicht ein einzelnes Gen einen starken Effekt“, sagt Prof. Dr. Markus M. Nöthen, Direktor des Instituts für Humangenetik des Universitätsklinikums Bonn. „Es sind offenbar sehr viele verschiedene Gene beteiligt, die mit Umweltfaktoren auf komplexe Weise zusammenwirken.“

Größenordnung der Untersuchung ist weltweit einmalig

Die Wissenschaftler des Instituts für Humangenetik waren in den vergangenen Jahren bereits an der Entschlüsselung mehrerer Gene beteiligt, die mit der bipolaren Störung in Zusammenhang gebracht werden. Die Forscher um Prof. Dr. Marcella Rietschel vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, Prof. Dr. Markus M. Nöthen vom Universitätsklinikum Bonn und Prof. Dr. Sven Cichon vom Universitätsspital Basel nutzten nun in einer internationalen Forschungskollaboration Patientenzahlen in einem bisher nicht gekannten Umfang:

Es wurden neue Erbgut-Daten von 2.266 Patienten mit manisch-depressiver Erkrankung und 5.028 Kontrollpersonen gewonnen, mit bestehenden Datensätzen zusammengefügt und gemeinsam analysiert. Insgesamt wurden Daten über das Erbgut von 9.747 Patienten mit Daten von 14.278 gesunden Menschen verglichen. „Die Untersuchung der genetischen Grundlagen der bipolaren Störung in dieser Größenordnung ist weltweit bislang einmalig“, sagt Prof. Rietschel vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim.

Die Fahndung nach Genen, die an der manisch-depressiven Erkrankung beteiligt sind, gleicht einer Suche im Heuhaufen. „Die Beiträge einzelner Gene sind so gering, dass sie normalerweise im `Grundrauschen´ genetischer Unterschiede nicht zu erkennen sind“, erklärt Prof. Cichon vom Universitätsspital Basel. Erst wenn die DNA von extrem vielen Patienten mit bipolarer Störung gegen das Erbgut von einer ebenfalls sehr großen Zahl an gesunden Menschen abgeglichen wird, schälen sich Unterschiede statistisch abgesichert heraus. Solche Verdachtsregionen, die auf eine Erkrankung hindeuten, nennen Wissenschaftler Kandidatengene.

Zwei neue Genregionen entdeckt und drei bekannte bestätigt

Die Forscher erfassten mit automatisierten Analyseverfahren im Erbgut der Patienten und Vergleichspersonen jeweils rund 2,3 Millionen verschiedene genetische Marker. Die anschließende Auswertung mit biostatistischen Methoden ergab insgesamt fünf Risikoregionen auf der DNA, die mit der bipolaren Störung in Zusammenhang stehen. Davon wurden zwei neu entdeckt:

Das Gen „ADCY2“ auf Chromosom fünf und die sogenannte „MIR2113-POU3F2“-Region auf Chromosom sechs. Die Risikoregionen „ANK3“, „ODZ4“ und „TRANK1“ wurden bereits in vorangegangenen Studien beschrieben. „Diese Genregionen wurden jedoch in unserer aktuellen Untersuchung statistisch nochmals besser abgesichert - der Zusammenhang mit der bipolaren Störung ist nun noch deutlicher geworden“, sagt Prof. Nöthen.

Besonders interessieren sich die Forscher nun für die neu entdeckte Genregion „ADCY2“. Sie codiert ein Enzym, das an der Weiterleitung von Signalen in Nervenzellen hinein beteiligt ist. „Das passt sehr gut zu Beobachtungen, dass in Patienten mit bipolarer Störung die Signalübertragung in bestimmten Regionen des Gehirns beeinträchtigt ist“, erklärt der Humangenetiker des Bonner Universitätsklinikums. Die Wissenschaftler klären mit ihrer Fahndung nach genetischen Regionen die Ursachen der manisch-depressiven Krankheit Schritt für Schritt auf. „Nur wenn wir die biologischen Grundlagen dieser Erkrankung kennen, können wir auch Ansatzpunkte für neue Therapien identifizieren“, sagt Prof. Nöthen.

Die Forschung ist durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzwerkes plus (NGFNplus) im Integrierten Genomforschungsnetzwerk MooDS (Systematic Investigation of the Molecular Causes of Major Mood Disorders and Schizophrenia) und im Rahmen des e:Med Programms zur Systemmedizin im Integrierten Netzwerk IntegraMent (Integrated understanding of causes and mechanisms in mental disorders) gefördert worden.

Publikation: Mühleisen, Leber, Schulze et al., Genome-wide association study reveals two new risk loci for bipolar disorder, Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms4339

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>>> Anmerkung / WICHTIGE ERKENNTNIS:

Die Erklärung des Leidens durch angeborene Faktoren birgt eine fatale Gefahr: das Gefühl der Ohnmacht gegenüber einem unüberwindbaren Damokles-Schwert, welches über einem schwebt. Die Schneide dieses Schwertes hat zwei Seiten.

Seite 1 fühlt sich zunächst erleichternd an: Niemand kann etwas dafür, es ist kein persönliches Versagen, man ist "berechtigt", immer wieder Mitgefühl, Hilfe, Geduld und Verständnis zu erhalten. Angst, Schmerz, Feigheit, Faulheit bzw. Schwächung empfinden die Diagnose als Erklärung und den bio-genetischen Hintergrund als Trost. Man kann "selbst nichts dafür (tun)".

Der Preis für diese vermeintliche Beruhigung ist hoch, denn Seite 2 ist die der OHNMACHT. Diese vermittelt dem Erkrankten das Gefühl eine Marionette zu sein, in letzter Konsequenz die Zügel nicht in den eigenen Händen zu halten. Das kann in der grausamen Konsequenz zu suizidalen Gedanken und Taten führen. Der Suizid lockt dann als Freiheit aus der Sackgasse heraus. Vermeintlich.

Meinem Leiden und dem Damokles-Schwert entkomme ich nur mit Mut. Dem Mut, hin und dem Grauen ins Auge zu sehen, im Feuer stehen zu bleiben, die Marionettenfäden zu kappen und die Zügel wieder aufzunehmen.

Eigenmacht und Selbstwirksamkeit schlagen die Ohnmacht.

Das ist möglich. Entweder ein- und letztmalig und ich bleibe fortan gesund oder eben immer wieder und wieder. Und wenn ich nicht aufgebe, wird meine Ausdauer letztlich belohnt. Mit immer längeren und stabileren gesunden und immer seltener und schwächer auftretenden Phasen.

Und dem Leben!

Grundsätzlich kann jede körperliche Erkrankung zu psychiatrischen, d.h. auch zu manisch-depressiven Symptomen führen oder sie verursachen.

• Beispielsweise Veränderungen des Schilddrüsensystems zu Zuständen von Inaktivität und gedrückter Stimmung führen, aber auch zu gesteigerter Aktivität und Getriebenheit.


Drogenkonsum und Alkohol verändern die affektive Gemütslage des Menschen und können zu großer Antriebssteigerung führen, aber auch den gegenteiligen Effekt haben. (Alkohol verändert das Gehirn auf die Dauer so, dass sich affektive Erkrankungen manifestieren können.)

Traumata wie sexueller oder auch emotionaler Missbrauch, körperliche Misshandlung, fortgesetzte Vernachlässigung und andere belastende Lebensereignisse (sog. „life events“) wie frühe Scheidung der Eltern, Trauerfälle, frühe schwere körperliche Erkrankungen, Partnerschaftkonflikte, etc. aber auch erfreuliche Ereignisse wie Hochzeit, Umzug, Jobwechsel oder Schwangerschaft können bei einer vorbestehenden individuellen Disposition psychiatrische Erkrankungen wie die Bipolare Störung mitverursachen.

• Psychoedukation, Psychotherapie, Selbstmanagement, Psychopharmakotherapie etc.


• Die Lebensführung ist sehr wichtig:

Wie gehe ich mit Stress um? Schlafe ich ausreichend? Wie steht es mit Bewegung und Ernährung? Achte ich auf genügend Erholung? Betäube ich mich oder schaue ich hin (Tagebuch, Meditation)?

• Entlarven und vermeiden von Stressoren

* Weil das Familiensystem solch großen Einfluss auf Ausbruch und Verlauf der Krankheit hat und Briefe ein so effektives Tool sind, habe ich einen weiteren formuliert:

Liebe/r Angehörige/r,


die Erkrankung deines Angehörigen spielt eine Rolle in deinem Leben.
Weißt du, dass auch umgekehrt Du eine Rolle in der Erkrankung deines Angehörigen spielst?


Auch wenn wissenschaftliche Forschungen vermuten lassen, das es genetische Hintergründe für die bipolare Erkrankung gibt, so sind doch die tatsächlichen Ursachen im Ganzen bis heute noch immer unklar. Falls etwas vererbt wird, so ist es lediglich eine Disposition. Wenn diese auf eine vulnerabile Persönlichkeit trifft und sich äußere und systemische Faktoren hinzu gesellen, kann diese Disposition zu Erkrankung führen. (Bemerkenswert in diesem Zusammenhang sind die modernen Erkenntnisse der Quantenphysik: Nichts ist wirklich fest und statisch. Dann kann auch keine Krankheit chronisch sein.)

Krass ausgedrückt: Du bist Teil der Krankheit oder auch der Gesundung deines Angehörigen.

"Resilienz" heißt das Zauberwort, ihr beide könnt jeweils eure eigene aufbauen und ausbauen.

Alles Gute Euch allen,

und auch meiner Familie

Bipolar? Die ultimativen Media-Tipps der bipolaren Muse – Bücher, Filme, Magazin!

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  • Halten Sie denKontakt zum Betroffenen aufrecht. Gehen Sie aufmerksam mit ihm um und beobachten Sie seinen Zustand auf etwaige Auffälligkeiten und Symptome. Nehmen Sie ihn als Person, seine Wünsche und Bedürfnisse ernst und gehen Sie auf diese ein.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ansprechpartner – insbesondere die Fachärzte und der behandelnde Psychiater und / oder Psychotherapeut – für akute Fälle zur Verfügung stehen.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie nicht alleine dastehen. Da die Belastung und Verantwortung für eine Person alleine zu groß ist, manchmal sogar die Hilfe mehrerer Leute notwendig ist, sollten sich mehrere Vertrauenspersonen bei der Betreuung des Bipolaren gegenseitig unterstützen. Idealerweise wechseln Sie sich im akuten Fall mit der Begleitung ab.
  • Wägen Sie größere Veränderungen gemeinsam mit dem Betroffenen gründlich ab und bereiten Sie diese, falls diese umgesetzt werden sollen, mit ihm vor. Dies gilt nicht nur für objektiv notwendige Veränderungen (wie einem Umzug wegen Jobwechsel), sondern auch für Veränderungen, die aus Eigenantrieb geschehen. Zur Prophylaxe bei unvorhersehbaren Veränderungen, etwa einem persönlichen Schicksalsschlag oder dem Verlust eines nahestehenden Menschen, hilft eventuell, mit dem Betroffenen offen über seine diesbezüglichen Ängste zu reden.
  • Generell sollten Sie ihm in ernsthaften Gesprächen zugewandt sein, bei Bedarf auch über Tabuthemen mit ihm sprechen können, und ihn auch über möglicherweise Belastendes aus der Vergangenheit sprechen lassen. Bleiben Sie mit dem Bipolaren in Verbindung und hören Sie ihm zu, wenn er sich etwas für ihn Wichtiges von der Seele reden möchte.
  • Tauschen Sie sich mit den anderen Vertrauenspersonen aus. Reden Sie miteinander über Ihre Eindrücke, aber auch Sorgen und Ängste bezüglich des Betroffenen und seiner psychischen Erkrankung.

Vorsicht mit Lichttherapie!

Während bei einer reinen Depression oder einer saisonalen Depression eine Lichttherapie hilfreich sein kann, ist sie bei einer bipolaren Störung eher mit Vorsicht zu genießen. Steckt der Betroffene nicht gerade tief in einer depressiven Phase, kann eine Lichttherapie im Gegenteil kontraproduktiv wirken oder bei einer Überdosis gar eine Manie auslösen! Wenn überhaupt, sollte eine Lichttherapie – falls man sich unter diesen Umständen für eine solche Behandlung entscheidet – bei Bipolaren daher nur im ohnehin lichtarmen Winter im Falle einer akuten Depression, vorsichtig dosiert und in Absprache mit dem behandelnden Facharzt eingesetzt werden.

In der hellen Saison dürfte hingegen ein Spaziergang bei Tageslicht zur Stimmungsaufhellung genügen. Auf jeden Fall ist diese sanfte Maßnahme risikofrei, zumal das Tageslicht natürlich vorhanden und der Betroffene ihm daher ohnehin ausgesetzt ist. Ein weiterer Vorteil des Tageslichts ist es, dass der Biorhythmus sich danach richtet. Somit fördert es wohl einen geregelteren Schlaf-Wach-Rhythmus und kann vielleicht in einer nicht allzu akuten Phase Schlafprobleme lindern.

Manische Phase – wie Angehörige am besten vorgehen

  • Erstellen Sie am besten bereits vorher einen Notfallplan, wie im akuten Fall vorgegangen werden muss. Schreiben Sie auch die Telefonnummern aller wichtigen Ansprechpartner (Fachärzte, Notdienste sowie alle Dienste, die bei der Betreuung des von der bipolaren Störung Betroffenen beteiligt sind) auf einen Zettel und bewahren diesen gut auf.
  • Umgang mit dem Betroffenen: Lassen Sie ihn einfach reden. Geben Sie Acht, aber geben Sie ihm nach Möglichkeit nicht zu sehr das Gefühl, dass er kontrolliert wird. Ungefährliche Dinge können Sie ihn einfach tun lassen. Schreiten Sie nur bei wirklich heiklen Aktivitäten ein. Das entstandene Chaos können Sie auch später noch beseitigen. So lange Sie alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen haben, kann nicht allzu viel Schlimmes passieren. Provozieren Sie ihn nicht zusätzlich, versuchen Sie ihn möglichst zumindest etwas zu beruhigen. Lassen Sie sich auch nicht auf denselben Rhythmus ein, sondern versuchen Sie, so gut es geht, Ruhe zu bewahren und auszustrahlen.
  • Grenzen Sie sich so gut es geht ab. Nutzen Sie bei der Betreuung die Ruhephasen des Betroffenen, um sich selber zu erholen. Sorgen Sie für Entlastung, indem Sie sich bei der Betreuung mit den anderen Angehörigen und sonstigen Vertrauenspersonen abwechseln.
  • Weihen Sie vertrauenswürdige Nachbarn des Betroffenen in seine psychische Erkrankung ein, damit diese im Fall der Fälle besser helfen können. Aufmerksame und hilfsbereite Nachbarn merken zwar auch so, wenn etwas nicht stimmt, und unterstützen Sie und den Bipolaren im Notfall ohnehin. Wenn Sie oder der Betroffene die bipolare Störung nicht direkt erwähnen möchten, sollten Sie wenigstens sicherstellen, dass im Akutfall die Nachbarn mit aufpassen und bei Bedarf auch jemand zum Helfen da ist.
  • Warten Sie lieber nicht zu lange, um dieFachärzte über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren. Mit der richtigen Anpassung der Medikamente kann vielleicht das Schlimmste verhindert werden. Wenn eine manische Phase bereits merklich fortgeschritten ist, sollten Sie besser nicht bis zum Wochenende mit den weiteren Schritten warten. Am Wochenende sind viele Notdienste nicht erreichbar oder nur notdürftig besetzt, und auch die Einweisung in die Psychiatrie könnte sich dann schwieriger gestalten.
  • Ist die Manie noch nicht allzu sehr fortgeschritten, etwa in der Anfangsphase oder beim Abklingen im Rahmen der Behandlung, sind moderate Ausgänge in Begleitung, möglichst nur in reizarmer Umgebung (etwa für Spaziergänge), möglich.
  • In einer akuten Manie sollten Sie den Betroffenen niemals alleine in der Wohnung lassen.

Wenn die Manie bereits ihren Höhepunkt erreicht hat:

  • Es mussrund um die Uhr jemand zur Betreuung da sein, idealerweise im Wechsel. Auf jeden Fall sollten mehrere Vertrauenspersonen sich gegenseitig so gut es geht entlasten.
  • An seine Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, grundsätzliche Hygiene) muss der Betroffene in dieser Phase nicht nur erinnert werden, sondern benötigt dabei ggf. konkrete Unterstützung. Sonst werden diese vergessen. Auch auf die Medikamentengabe müssen Sie und alle anderen ihn betreuenden Angehörigen verstärkt achten und dass diese auch tatsächlich (mit ausreichend Flüssigkeit) hinuntergeschluckt werden. Erschwert wird dies in der Manie dadurch, dass sich der von einer bipolaren Störung Betroffene mitunter vehement dagegen wehren kann, wenn er gerade aufgedreht ist und Hunderte anderer durcheinander wirbelnder Ideen im Kopf hat. Hier ist behutsames, ruhig bestimmtes Vorgehen gefragt.
  • Schließen Sie wichtige Papiere und Wertgegenstände weg, damit der Betroffene sie nicht verlegen kann. In der manischen Phase kann es nämlich sein, dass er alles durcheinander bringt, etwas vernichtet oder wegschmeißt.
  • Halten Sie alle spitzen Gegenstände sowie alkoholische Getränke(falls vorhanden)außer Reichweite des Betroffenen. Es besteht sonst Verletzungsgefahr. Alkoholische Getränke, egal wie hochprozentig sie auch sein mögen, könnten einfach gekippt werden. Generell würden sich auch geringere Mengen Alkohol bei einer Manie fatal auswirken. Auch auf Kaffee und andere Aufputschmittel sollte in der manischen Phase verzichtet werden.
  • Schließen Sie die Wohnung des Bipolaren ab und nehmen Sie die Schlüssel in Verwahrung. Der Betroffene wird sich natürlich gegen die Einschränkung seiner Freiheit wehren, womöglich laut schimpfen und vielleicht auch Aggressionen äußern. In diesem Zustand bestünde bei einem unbeaufsichtigten Ausgang allerdings eine sehr große Gefahr für einen Unfall. Alles, was ihm zurzeit im Kopf herumschwirrt, hat dann für ihn eine größere Priorität wie zum Beispiel der Straßenverkehr. Ein Sicherheitsbewusstsein ist dann praktisch nicht vorhanden, ebenso wenig wie er für vernünftige Argumente empfänglich wäre.
  • In dieser Phase ist die Einweisung in eine Psychiatrie meist unumgänglich. Da die manischen Phasen besonders am Anfang insgesamt über mehrere Wochen gehen können, wäre die Belastung und Verantwortung für Angehörige andernfalls irgendwann nicht mehr tragbar.

Handlungsempfehlungen und Hinweise für die depressive Phase

  • Auch in der Depression sollte die Stimmung des Betroffenen beobachtet werden.
  • Kommunizieren Sie mit dem Betroffenen. Wichtig ist, wieder einen Zugang zu ihm zu finden. (In der Manie hingegen ist der Zugang noch da, aber eben sehr flüchtig und durch den ständigen Stimmungs- und Themenwechsel erschwert.)
  • Animieren Sie ihn behutsam zu angenehmen Aktivitäten. Ermuntern Sie ihn, seinen Hobbies nachzugehen, die ihm früher Spaß gemacht haben.
  • Achten Sie auch hier darauf, dass er seine Grundbedürfnisse erfüllt, und unterstützen Sie den Depressiven bei Bedarf dabei. In dieser Phase wird er sich nicht wehren, sondern braucht eher Anleitung. Fordern Sie ihn aber nicht zu sehr. Auch kleine Schritte sind in der Depression viel wert. Größere Schritte und vor allem zu viel auf einmal überfordern den Betroffenen in dieser Situation.
  • Grundsätzlich ist die depressive Phase für Angehörige längst nicht so schwer zu handhaben wie die manische Phase. Da der Antrieb des Betroffenen in der Depression ohnehin reduziert ist, ist die Gefahr, dass etwas Ernsthaftes passiert, in diesem Fall deutlich geringer. Dennoch sollten Sie auch hier den Zustand beobachten und die nötige Unterstützung geben. Auch wird es Sie als Angehöriger beruhigen, wenn alle wichtigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen sind.
  • Aufpassen sollten Sie insbesondere dann, wenn Sie konkrete Anzeichen einer Suizidgefahr sehen oder der Betroffene anfängt, davon zu reden, dass er sich umbringen will. Dann ist Obacht angesagt, und der behandelnde Psychiater oder Therapeut sollte schnellstmöglich informiert werden, damit weitere Schritte eingeleitet werden können.

Einweisung in die Psychiatrie – Problematik der aktuellen Rechtsgrundlage

Bei einer akuten Selbst- oder Fremdgefährdung kann eine Einweisung in die Psychiatrie auch gegen den Willen des psychisch Erkrankten veranlasst werden. Ist diese nicht gegeben beziehungsweise können Sie keine konkreten Argumente für eine drohende Selbst- oder Fremdgefährdung vorbringen, muss der Betroffene damit einverstanden sein. In der Depression ist die Wahrscheinlichkeit der Einsicht bei dem Betroffenen oft noch recht groß.

Problematisch kann die aktuelle Rechtslage sich im Falle einer Manie auswirken. Denn so lange die manische Phase noch nicht den akut gefährdenden Punkt (der zwangsläufig irgendwann kommt) erreicht hat, müssen Angehörige selber und mit der ärztlichen Hilfe des Betroffenen inklusive Medikamentenanpassung damit klarkommen. Der Betroffene selbst weigert sich in der Manie meist, da er meint, es ginge ihm gut, und alles andere inklusive vorhandener gesundheitlicher Beschwerden in der manischen Phase für ihn unwichtig ist. Gegen alles, was ihn in seiner Freiheit einschränkt, wehrt er sich vehement. Für die Angehörigen stellt diese Situation eine sehr große Belastung dar, da in dieser Phase praktisch in jeder Minute etwas geschehen kann.

Die Kontrollmöglichkeiten sind in der manischen Phase hingegen auch, wenn alle wichtigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden, sehr eingeschränkt. Es wäre daher wünschenswert, wenn der Gesetzgeber die Gefahr, der alle Beteiligten in so einer Situation ausgesetzt sind, erkennt, und eine Zwangseinweisung bereits vor der Eskalation möglich macht. Damit nicht erst ein Unfall passieren muss, bevor eine stationäre Behandlung des von dieser psychischen Erkrankung Betroffenen erfolgt.

Nach der Krise eines Bipolaren sollten sich Angehörige erholen

Sobald Sie wieder etwas Ruhe haben oder die Verantwortung in den Händen der Fachkräfte liegt, sollten Sie unbedingt eine (wenn möglich mehrtägige) Ruhepause für sich einlegen. Holen Sie in den kommenden Tagen den fehlenden Schlaf nach, nehmen Sie sich in dieser Zeit der Erholung keine größeren Dinge vor, erledigen Sie nur das Nötigste und schonen Sie Ihre Kräfte.

Die körperliche und seelische Erschöpfung werden Sie normalerweise ohnehin spüren. Aber selbst wenn Sie meinen, Sie könnten wieder mit dem Alltag weitermachen wie bisher: Gönnen Sie sich eine Phase der Erholung und Entschleunigung!

Vielleicht können Sie einen Wellnesstag einlegen. Machen Sie etwas Schönes, das nicht körperlich anstrengend ist und Sie nicht zu vielen Reizen aussetzt. Sie haben momentan genug zu verarbeiten, da braucht Ihr Geist nicht unbedingt gleich wieder etwas Neues. Möglicherweise ist Ihre Aufnahmekapazität im Moment aus diesem Grund sowieso eingeschränkt. Das ist okay. Es ist lediglich ein Zeichen dafür, dass Sie nach der Belastung eine Pause brauchen.

Die sogenannte bipolare Störung und die Schizophrenie sind zwar zwei verschiedene psychiatrische Krankheitsbilder, dennoch existiert eine gemeinsame Wurzel. Aufgrund der häufig ähnlichen Symptome ist die Differenzialdiagnose auch für Fachärzte nicht immer leicht. Die bipolare Störung wird in Fachkreisen oft auch als manische Depression bezeichnet. Zeitweilige Störungen des Realitätsbezugs im Sinne einer Psychose können bei beiden Krankheitsbildern im Alltag auftreten. In der Therapie sprechen bipolare Störung aber auch die Schizophrenie oft auf die gleichen Gruppen von Psychopharmaka an, was sich in einer Besserung der Symptomatik und einer Stabilisierung im Alltag zeigt. Aufgrund dieser und anderer Ähnlichkeiten wird in psychiatrischen Fachkreisen seit Langem darüber diskutiert, ob bei beiden Krankheiten bestimmte zusammenhängende biologische Mechanismen zugrunde liegen.

Eine Langzeitstudie konnte genetische Dispositionen zweifelsfrei nachweisen

Im Rahmen einer groß angelegten Langzeitstudie konnten Forscher des renommierten Karolinska-Institutes in Stockholm nun herausfinden, dass beiden Krankheitsbildern tatsächlich gemeinsame genetische Wurzeln zugrunde liegen. Insgesamt wurden in der Studie Daten von 9 Millionen Bewohnern aus 2 Millionen schwedischen Familien ausgewertet. Der Zeitraum der Studie umfasste 30 Jahre, unter den Studienteilnehmern waren etwa 40000 Patienten mit bipolarer Störung und etwa 36000 Patienten mit Schizophrenie. Menschen mit einem Verwandten ersten Grades, die entweder unter einer bipolaren Störung oder einer Schizophrenie litten, hatten im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung für beide Krankheiten ein überdurchschnittlich hohes Risiko. Patienten, welche einen Stimmungskalender oder ein Tagebuch führen, haben für das Arztgespräch erhebliche Vorteile. Der Arzt kann sich dadurch beispielsweise ein viel genaueres Bild vom Krankheitsverlauf machen und die Medikation bei abweichender Schlafdauer oder Stimmungsschwankungen zeitnah anpassen. Mit einer Tagebuch-App können jetzt immer und überall Stimmung und Befinden ganz einfach mit dem Handy eingetragen werden.

Bei beiden Krankheitsbildern spielen Umwelteinflüsse eine geringere Rolle

Auch leibliche Eltern, die ihre erkrankten Kinder zur Adoption freigaben, wiesen ein deutlich erhöhtes Risiko für die Gesundheit auf. In Prozentzahlen ausgedrückt lässt das Ergebnis der Studie den Schluss zu, dass ein Schizophrenie-Risiko nur zu etwa 36 Prozent auf Umwelteinflüsse zurückgeführt werden kann, aber zu 64 Prozent genetisch bedingt ist. Für die bipolare Störung spielen Umwelteinflüsse mit 41 Prozent eine etwas größere Rolle. Die gemeinsamen genetischen Wurzeln von bipolarer Störung und Schizophrenie sind bei eineiigen Zwillingen am augenscheinlichsten. Litt ein Zwilling unter bipolarer Störung, so verachtfachte sich das Risiko für den anderen Zwilling. Litt ein Zwilling unter Schizophrenie, so hatte der andere Zwilling sogar ein zehnfach erhöhtes Risiko, ebenfalls daran zu erkranken.

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