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Die Diagnose erfolgt anhand eines Kriterienkatalogs, z.B. des von der WHO herausgegebenen ICD-10, der eine Auflistung von Symptomen enthält. Wenn mehrere dieser Symptome über längere Zeit auftreten, gilt die Diagnose als gesichert. Dabei ist der diagnostizierende Arzt auf seine Beobachtungen und die Angaben der Erkrankten angewiesen.

Die Anamnese des Patienten ist die wichtigste Diagnosemethode. Während einer manischen Phase können psychotische Symptome auftreten, daher kann die bipolare Störung als Schizophrenie fehldiagnostiziert werden. Auch die Abgrenzung von Borderline, einer durch Impulsivität gekennzeichneten Persönlichkeitsstörung, ist zu beachten.

Organische Erkrankungen, wie Schilddrüsenüberfunktion, sollten ausgeschlossen werden. Betroffene können einen einfachen Test, den Goldberg-Test, durchführen, der aus 18 Fragen zur Selbstprüfung besteht. Diese „Fragen“ dienen sowohl der Selbsteinschätzung des Patienten und fungieren ebenso als diagnostisches Mittel für den behandelnden Arzt. Die Antworten sind vorgeschrieben und variieren von „überhaupt nicht“ bis hin zu „in sehr hohem Maße“ mit vier Zwischenstufen.

1) Ich verrichte meine Aufgaben nur langsam.
2) Meine Zukunft erscheint mir hoffnungslos.
3) Beim Lesen kann ich mich nur schwer konzentrieren
4) Mein Leben ist Freudlos und ohne Vergnügen.
5) Ich kann keine Entscheidungen fällen.
5) Dinge, die früher für mich interessant waren, sind jetzt uninteressant.
7) Ich bin oft unglücklich, traurig und niedergeschlagen.
8) Ich finde keine Ruhe, bin rastlos.
9) Ich bin immer müde.
10) Schon kleinste Aufgaben sind für mich eine große Anstrengung.
11) Ich fühle mich schuldig und habe es verdient, bestraft zu werden.
12) Ich bin ein Versager.
13) Ich habe eine Leere in mir, eher tot als lebendig.
14) Ich kann nicht Schlafen, nicht einschlafen oder durchschlafen.
15) Ich habe schon überlegt, wie ich Selbstmord begehe.
16) Ich fühle mich gefangen.
17) Selbst über schöne Dinge kann ich mich nicht freuen.
18) Ich habe einfach so stark zu- oder abgenommen.

Beantworten Probanden mehr als drei Fragen mit „in sehr hohem Maße“ deutet dies stark in Richtung einer bipolaren Störung.

Die bipolare Störung ist ein weltweit auftretendes Phänomen mit einer wohl nicht zu überschauenden Menge an Betroffenen. Viele Menschen sind darüber hinaus von dieser psychischen Erkrankung betroffen, ohne es zu wissen. Besonders mildere Formen dieses Leidens werden vom Umfeld als bloße Eigenschaften des zur Debatte stehenden Individuums interpretiert und nicht als psychische Störung wahrgenommen.

Tatsächlich äußerten sich diesbezüglich in letzter Zeit immer mehr Psychologen und Psychiater, die die bipolare Störung für „überbehandelt“ halten. Nach deren Aussage ist die vorliegende Erkrankung eine grundsätzliche menschliche Eigenschaft und sollte nicht künstlich zu einer Krankheit stilisiert werden. Darüber hinaus bemängelte man, dass viele Personen sich auf ihrer „ausruhen“ würden. Diese Thesen scheinen zwar zunächst radikal, finden aber eine immer größer werdende Anhängerschaft. Nichtsdestoweniger ist nicht zu leugnen, dass eine bipolare Störung eine real existierende mentale Beeinträchtigung darstellt, die das Leben der Betroffen stark beschränken kann.

Auch die aus einer Diagnose gewonnenen Daten sind meist recht diskutabel. Zwar lassen sich manische Depressionen im Vergleich zu anderen psychischen Störungen relativ leicht als solche identifizieren, aber dennoch ist auch dieses Leiden, wie alle mentalen Beeinträchtigungen, leicht falsch zu diagnostizieren. Insbesondere einige Formen schizoider Störungen weisen ähnliche Symptome auf. Darüber hinaus sollte man nicht Vergessen, dass eine Krankheit wie die vorliegende meist nicht alleine auftritt, sondern weitere Begleiterkrankungen bedingt oder selbst „nur“ als solche in Erscheinung tritt. Auch das kann die gewonnenen Diagnosedaten verfälschen und schwammig erscheinen lassen.

Ebenso werden etwaige Indikatoren oftmals durch Sucht- und Konsumfaktoren verwaschen. So sind Drogen, Alkohol, Tabak und sogar Koffein alle mögliche Auslöser einer manischen Depression. Dieser Umstand kann eine Diagnose stark verfälschen und den behandelnden Arzt zu falschen Schlussfolgerungen veranlassen.

Komplikationen der bipolaren Störung sind meist nicht physisch, wie bei anderen Krankheiten, sondern ebenso psychischer Natur. Dazu betreffen sie meist das Umfeld des Betroffenen mehr als den Betroffenen selbst. Dies liegt daran, dass eine manisch-depressive Gemütskrankheit eine große Belastungen für nahestehende Personen darstellt. Diese Belastung kann ebenso so schwerwiegend sein wie die Krankheit an sich. Das sollte man niemals unterschätzen.

Typische destruktive Verhaltensweisen, die ein manisch Depressiver auslebt, können sein:

Während einer depressiven Phase:

  • Verunsicherung des Umfeldes durch Suizidgedanken oder Suizidversuche. Selbsttötung ist oft integraler Bestandteil einer Depression. Die Magnitude der Belastung, die solches Verhalten auf das Umfeld ausübt, ist den Erkrankten oftmals nicht bewusst.
  • Finanzielle Nöte durch Unfähigkeit zu arbeiten.
  • Vernachlässigung der Familie und der Freunde und damit einhergehende Isolation.
  • Autodestruktives Verhalten, wie bspw. ritzen kann das Umfeld ebenso belasten
  • Vermittlung des allgemeinen Gefühls der Hilflosigkeit.

Während einer manischen Phase:

  • Einschüchterung des Umfeldes durch überschwängliches Verhalten und Größenwahn.
  • Verschrecken von Freunden und Familie durch gesteigerte Aggressivität und überhöhtes Geltungsbedürfnis
  • Als peinlich empfundene Unternehmungen, die den Betroffenen als „verrückt“ stigmatisieren betreffen auch die ganze Familie.
  • Überforderung des Umfeldes damit, den Manischen in Zaum zu halten.

Hieraus lässt sich klar erkennen, dass eine bipolare Störung nicht nur eine Herausforderung für den Betroffenen selbst, sondern auch sein nächstes Umfeld ist. Das sollten beide Seiten stets im Hinterkopf behalten.

Sicherlich ist es nicht notwendig, einen Arzt aufzusuchen, nur weil man sich einmal außer der Reihe besonders fröhlich oder besonders traurig fühlt. Halten diese Gemütszustände aber über längere Zeiträume hinweg und dazu ohne ersichtlichen Grund an, so kann es hilfreich sein, sich professionelle Hilfe zu besorgen.

Zu Beginn hilft einem oft der Hausarzt weiter und überweist einen an einen befähigten Kollegen. Dieser beginnt darauf hin eine Reihe von Tests, um zu determinieren, welche etwaige psychologische Störung für die Tief- oder Hochstimmungen des Betroffenen verantwortlich sein könnten.

Viele Menschen mit einer manisch-depressiven Verstimmung realisieren oftmals nicht, dass sie an einer solchen leiden. Daher ist es für potentielle Patienten oftmals ratsam, auch dahingehende Feststellungen und Beobachtungen aus dem näheren Umfeld zu Rate zu ziehen und sich selbst die Frage zu stellen, ob das eigene Verhalten normal ist. Dies erleichtert den Weg in die Praxis oft sehr stark. Denn auch Scham und Furcht halten viele Personen mit psychischen Erkrankungen zurück.

Aber es sollte hier, wie bei allen anderen Erkrankungen, immer der Leitspruch gelten: Lieber einmal zu viel zum Arzt gegangen, als einmal zu wenig.

Die Behandlung der Bipolaren Störung erfolgt als Langzeittherapie. Während der depressiven und manischen Episoden ist medikamentöse Behandlung erforderlich. Während einer depressiven Phase können Antidepressiva verordnet werden, während einer manischen Phase Neuroleptika.

Eine Psychotherapie, wie kognitive Verhaltenstherapie, kann die Betroffenen beim Umgang mit ihrer Krankheit unterstützen und Rückfälle verhindern. Die Art der angewendeten Psychotherapie hängt von der Schwere der Erkrankung ab. In schweren manischen Zuständen mit fehlender Krankheitseinsicht und bei Suizidgefahr kann Zwangsbehandlung in einer Klinik erfolgen. Die Erkrankten können einer Vertrauensperson eine Vollmacht erteilen, die ihre Interessen vertritt, wenn sie selbst nicht in der Lage dazu sein sollten.

Ein regelmäßiger Lebensstil mit Medikamenteneinnahme, ausreichend Schlaf, körperlicher Bewegung und gesunder Ernährung erlaubt den Betroffenen ein weitgehend normales Leben. Selbsthilfegruppen für Betroffene und für Angehörige können ebenfalls stabilisierend wirken.

Zur Prävention stehen einige Mittel zur Verfügung, die zwar keinen 100%igen Schutz vor einer manisch-depressiven Verstimmung bieten, aber einer solchen dennoch hilfreich entgegenwirken und somit schlimmeres verhindern können.

  • Strukturierter Tagesplan: Hierzu ist es nicht notwendig, sein leben mit militärischer Genauigkeit vorzuplanen, aber das Schaffen fester Abläufe und Strukturen wirkt sich stabilisierend auf die Psyche aus.
  • Gesunde Ernährung: Viel Obst, Gemüse, rotes Fleisch und Nüsse sowie Beeren haben sich als hilfreich erwiesen.
  • Soziale Interaktion: Auch wenn man sich nicht danach fühlt, sollte man sein Sozialleben nicht zu kurz kommen lassen.
  • Kein Selbstmitleid: Manchmal ist einem schon dadurch geholfen, wenn man sich etwas zusammenreißt und sich nicht selbst leid tut. Das ist auch nicht leichter gesagt als getan. Viele Betroffene nutzen ihre Depression als eine Art Ruhekissen. Das ist ein grundsätzlich falscher Ansatz und sollte vermieden werden.

Nach kurrentem Stand der Wissenschaft ist eine bipolare Störung (noch) nicht vollends auszumerzen. Nichtsdestotrotz kann man sie effektiv angehen und mithilfe von Psychotherapie und Medikamenten in den Griff bekommen.

Betroffene werden dieses Leiden also niemals ganz los, können aber dank schulmedizinischer Erkenntnisse ein, im Vergleich zu anderen mentalen Störungen, relativ sorgenfreies Leben führen. Dazu bedarf es allerdings einer regelmäßigen psychologischen Evaluation.

Die bipolare Störung ist so alt wie die Menschheit selbst. Daher gibt es auch eine Vielzahl an potentiell wirksamen Hausmitteln, die sich um laufe der Jahrtausende bewähren konnten. Aber auch neue Methoden kommen immer zum Vorschein.

Hier muss jeder für sich entscheiden, was ihm hilft oder nicht. Der Pool an möglichen Angeboten ist auf jeden Fall sehr groß und man kann sich und seiner Seele mithilfe der richtigen Beratung so einiges Gutes tun.

Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

Zu empfehlende alternative Methoden sind, wie bereits erwähnt, zahlreicher Natur. Dazu gehören Aromatherapien, ebenso wie Massage, Akupunktur, Kräutermedizin, tcm (Traditionelle Chinesische Medizin), Ayurveda und diverse andere Vorgehensweisen.

Um die o.g. Behandlungsmethoden noch einmal zu spezifizieren, hier die exakten praktischen Anwendungen:

  • Massage und Akupunktur: Beide Therapien helfen dabei, den Körper und also auch den Geist zu entspannen. Das hat einen positiven Effekt auf das gemüt und baut Stress effektiv ab, der oftmals ein Auslöser für eine bipolare Störung sein kann.
  • tcm und Ayurveda: Diese Heilmethoden aus Fernost blicken auf eine lange Geschichte zurück. Darüber hinaus warten beide mit einer Kombination aus Aromatherapie, Heilkräutern und Massagen auf. Alles dies kann Körper und Seele entspannen und dabei helfen, das psychische Leid unter Kontrolle zu kriegen.
  • Aromatherapie und Heilkräuter: Auch diese Techniken können dabei helfen, depressive Phasen entspannt und manische Phasen beruhigt durchzustehen.

  • Baldrian
  • Johanniskraut
  • Bergamotte
  • Melisse
  • Rosmarin
  • Kardobenedikte

Diese Kräuter sind entweder in Form eines Tees oder Aufgusses einzunehmen oder in getrockneter Reinform. Auch weiterverarbeitete Präparate auf Basis dieser Heilpflanzen sind eine Möglichkeit. Die Variante, sowie die Dosierung hängen vom persönlichen Befinden ab und sollten darüber hinaus mit dem zuständigen Heilpraktiker sowie dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, um ggf. Mischreaktionen oder Allergien im Vorfeld ausschließen zu können.

Folgende ätherische Öle können angewendet werden:

Ätherische Öle sind grundsätzlich im Rahmen einer Aromatherapie, d.h. in einer dafür eigens konstruierten Duftlampe, anzuwenden. Bisweilen können sie auch äußerlich Anwendung finden. Man sollte allerdings zuvor etwaige Allergien ausschließen, um ein böses Erwachen zu vermeiden.

Die Mischung in der Duftlampe hängt vom persönlichen Befinden ab, darf aber besonders bei schweren Depressionen auch stärker sein.

Dosierung und Anwendung sind aus der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim zuständigen Heilpraktiker anzufragen

Dosierung und Anwendung sind aus der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim zuständigen Heilpraktiker anzufragen

Allgemeine Tipps zu einer gesunden Ernährung können unter Berücksichtigung zu einer Steigerung des Wohlbefindens führen und dem Individuum dabei helfen, Depression und Manie besser durchzustehen.

Hierbei gilt es besonders viel Obst und Gemüse zu verzehren, aber auch sog. „Power Food“, wie Blaubeeren sind eine gute Wahl. Auf Süßigkeiten und raffinierten Zucker sollte verzichtet werden, ebenso auf weißes Mehl und Fertigprodukte.

Zusätzich zu den oben genannten Möglichkeiten der alternativen Behandlung, werden oftmals auch kostenlose Gruppentherapien oder Selbsthilfegruppen angeboten. Diese bieten den Betroffenen selbst sowie den Angehörigen eine gute Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und Hilfe jenseits der Kliniken zu erhalten.

Auch Kuren und Aufenthalte in Sanatorien haben sich in der Vergangenheit als probate Mittel erwiesen, um einer bipolaren Störung effektiv entgegenzuwirken.

Ist eine bipolare Störung vererbbar?

– Grob: Ja. Die genauen Mechanismen sind zwar noch nicht geklärt, dennoch lassen sich interfamiliäre Häufungen dieses Leidens beobachten.

Kann ich der Krankheit auch ohne Medikamente entkommen?
– Sicherlich. Nichtsdestotrotz sind Antidepressiva und Co. als ein Medium anzusehen, das es einem erleichtert, die Krankheit zu bezwingen. Personen mit schwächer ausgeprägten Variationen oder solche mit einer starken Persönlichkeit, können die Krankheit aber auch ohne pharmazeutische Präparate gut bekämpfen.

Hört eine bipolare Störung irgendwann auf?
– Nein. Das heißt, in sehr seltenen Fällen schon, aber in aller Regel nicht. Man leidet sein leben lang an dieser psychologischen Störung. Das muss aber nicht heißen, dass die Lebensqualität dauerhaft gesenkt ist. Bei richtiger Behandlung und diszipliniertem Umgang mit dem Leiden, lässt es sich gut regulieren.

Die Bipolare Störung, auch Bipolare affektive Störung oder Bipolare Erkrankung genannt, ist eine Krankheit, bei der die Betroffenen unter einem epsiodenhaften Wechsel ihrer Stimmungslage leiden. Auf dieser und den folgenden Seiten finden Sie ausführliche Informationen über Epidemiologie, Symptome, Diagnose, Komorbidität, Risikofaktoren, Ursachen, Verlauf und Therapie der Bipolaren Störungen.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze

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13 Selbsthilfe mit der Gruppe Eine psychoedukative Gruppe, in der ein Therapeut mit mehreren Betroffenen arbeitet, gibt es in meiner Region leider nicht, aber eine Selbsthilfegruppe. Ab und zu laden wir uns zu den Abenden Referenten ein. Neulich haben wir gemeinsam den Film Tanz mit dem Einhorn angeschaut, von dem einer aus der Gruppe einen begeisterten Bericht gelesen hatte. Die Treffen beginnen und enden üblicherweise mit einer Blitzlichtrunde, in der jeder sagen kann, wie es ihm gerade geht. Spannend finde ich immer wieder, wie die verschiedenen Teilnehmer ihre Stimmung beobachten. Da gibt es diejenigen, die standardisierte Fragebögen konsequent jeden Abend ausfüllen, und andere, die sogar ihr persönliches Stimmungsbarometer entwickelt haben. Wenn wir uns in der Runde darüber austauschen, was einem Einzelnen Stress macht, lerne ich, mich selbst noch genauer zu beobachten. Wir sind eine Gruppe nur für Betroffene, andere Gruppen stehen auch für Angehörige offen. Verschwiegenheit nach außen ist verpflichtend. Ein Tipp, wenn du dich entschließt, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen: Geh öfter hin, ehe du entscheidest, ob das was für dich ist oder nicht. Jede Gruppe läuft anders, je nach Aggregatzustand der Leute und wer gerade da ist. Nicht alle gehen jedes Mal hin. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf 24 Selbsthilfegruppen dienen dem Erfahrungsaustausch und bieten sowohl praktische Lebenshilfe als auch emotionale Unterstützung. Adressen von Selbsthilfegruppen finden sich z.b. auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS). Ein Stimmungstagebuch kann helfen, Anzeichen einer beginnenden Phase zu erkennen. Als Nachteil empfinden manche Patienten, dass sie durch die tägliche Fahndung nach depressiven oder manischen Anzeichen täglich mit ihrer Erkrankung konfrontiert sind. Es gibt Hinweise, dass bei Patienten, die ein Stimmungstagebuch führen, die Anzahl der bipolaren Episoden zurückgeht. Neben Stimmung, Antrieb, Konzentration und Schlafrhythmus ist es sinnvoll, Medikamente und wichtige Ereignisse des Tages zu notieren. 25

14 Auf dem Weg zur natürlichen Schönheit Die Ratgeber scheinen voneinander abzuschreiben. Dieselben Tipps, die für uns Bipolare gelten, nämlich gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, möglichst kein Alkohol, finden sich auch in Empfehlungen für die natürliche Schönheit oder für Herzkranke Umgekehrt heißt das wohl auch, dass wir mit vielen anderen in einem Boot sitzen, wenn wir uns mit Ernährungsvorschlägen befassen, bei sportlichen Aktivitäten abmühen und als Langweiler gelten, weil wir bei Alkohol abwinken und früh ins Bett gehen. Vielleicht wird es ganz nebenbei doch noch etwas mit meiner natürlichen Schönheit! Was bedeutet natürliche Schönheit? (. ) Eine schöne Haut benötigt eine gesunde Ernährungsweise, die reich an Gemüse, Obst, also an Vitaminen und Mineralstoffen ist. Gleichzeitig braucht unsere Haut eine gesunde Luft, Schlaf, aber auch körperliche Aktivität und Entspannung. (Gefunden auf 26 Lesehinweise Internetadressen: Bücher für Betroffene und Angehörige: Thomas Bock: Achterbahn der Gefühle: Mit Manie und Depression leben lernen, Balance-Verlag, Bonn (2007) Peter Bräunig: Leben mit bipolaren Störungen, Trias-Verlag, Stuttgart (2009) Christian Simhandl, Klaudia Mitterwachauer: Depression und Manie erkennen und erfolgreich behandeln, Springer-Verlag, Wien (2007) 27

15 Für Ihre Notizen Mein persönlicher Notfallplan In Ihrem persönlichen Notfallplan legen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Psychotherapeuten fest, welche Maßnahmen im Akutfall für Sie wichtig sind. Die vorgesehenen Schritte sollen aufeinander aufbauen und charakterisieren einen zunehmenden Schweregrad der Situation. Schritt 1 könnte daher die Rücksprache mit einem Freund oder Angehörigen darstellen, Schritt 7 der Anruf beim behandelnden Arzt oder die Fahrt zur Notaufnahme in die Klinik. Fassen Sie Ihren Notfallplan so konkret wie möglich ab und bestimmen Sie dabei auch die Rolle Ihres Partners und der Familie. Nicht vergessen: Legen Sie fest, wo der Plan im Notfall zu finden ist. Was tue ich, wenn es kritisch wird?

16 Notfallplan Für Ihre Notizen 7. Fachliche Hilfe aufsuchen: Arzt Name: Adresse: Telefonnummer: Klinik Name: Adresse: Telefonnummer: Psychotherapeut Name: Adresse: 30 Modifiziert nach Hautzinger M, Meyer T: Bipolar affektive Störungen. Fortschritte der Psychotherapie. Göttingen: Hogrefe Verlag (2011) Telefonnummer: 31

17 Arztstempel Ein Service von: Lundbeck GmbH Ericusspitze Hamburg Tel.: 0 40/ Fax: 0 40/ /2012 Wir wünschen gute Besserung!

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An einer Bipolar Affektiven Störung leiden in Deutschland etwa eine Million Menschen. Grundlage einer Bipolaren Störung ist eine vermutlich genetisch bedingte biologische Anfälligkeit (Bereitschaft). Die Erkrankung beginnt typischer Weise im frühen Erwachsenenalter und verläuft episodisch mit Phasen depressiver und/oder grundlos gehobener Stimmung. -->

weitere Informationen siehe Seite der Dt. Gesellschaft für bipolare Störungen: www.dgbs.de

Prognose: Trotz verfügbarer und bewährter Medikamente zur Phasenprophylaxe und Stimmungsstabilisierung ist der Verlauf der manisch-depressiven Erkrankung oft keineswegs unproblematisch. Wie zahlreiche Studien zeigen, leiden Patienten mit dieser Erkrankung über einen längeren Zeitraum (zwölf und mehr Jahre) in fast 50 Prozent dieser Zeit unter Krankheitssymptomen. Die Lebensqualität, die Beziehungs- und Arbeitsfähigkeit ist dadurch deutlich belastet. Im Vergleich mit unipolar depressiven Patienten werden bipolare Patienten früher berentet, zeigen eine deutlichere Erwerbminderung, sind suizidgefährdeter (15-22fach erhöht) und ihre Lebenserwartung ist signifikant verkürzt, wenn die Erkrankung nicht angemessen behandelt wird.

trotz Therapie kein ausreichendes kognitives Funktionsniveau. Kontrollierte Studien bei syndromal remittierten

Die therapeutische Forderung nach einer Stimmungsstabilisierung mit einem einzigen Medikament

ist bei vielen Patienten jedoch nicht realisierbar. Die Behandlung erfolgt allenfalls in 30 % mit nur Lithium, anderen Phasenstabiliserern oder Neuroleptika. Lithium ist ein hochwirksames Medikament vor allem bei Suizidgedanken.

Patienten. Daher ist es besonders wichtig, Nebenwirkungen zu vermeiden bzw. zu minimieren.

Der Verlauf einer bipolaren Störung wird durch folgende Merkmale ungünstig beeinflusst: Hohe Episodenfrequenz, schizoaffektive oder psychotische Episoden, gemischte Episoden (Nebeneinander von Agitation und Depression), Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Alltagsbelastungen und kritische Lebensereignisse, Instabiler Lebensrhythmus, unzureichende Zuverlässigkeit bei der Medikamenteneinnahme. Diese Auflistung macht deutlich, dass es auch bei der bipolaren Störung in erheblichen Maße Einstellungen, Krankheitsverständnis, Verhaltens- und Lebensmerkmale sind, die den Krankheitsverlauf bestimmen. Ein angemessenes Krankheitsverständnis bildet die Grundlage für die Zuverlässigkeit der medikamentösen Behandlung, aber auch der psychologische Zugang durch Verhaltensänderungen, Abbau von Belastungen sowie der Umgang mit einem gleichmäßigen Lebensrhythmus.

1.) In der ersten Therapiephase geht es um Motivation und Information. Anhand der eigenen Krankengeschichte und unter Zuhilfenahme von Schaubildern, Broschüren und Texten geht es um den Nutzen der Therapie und die Bedeutung der Krankheit für den Patienten und seine Angehörigen.

2.) In der zweiten Therapiephase stehen die detaillierte Verhaltensanalyse, die Selbstbeobachtung durch ein Stimmungstagebuch im Zentrum - mit dem Ziel, ein Frühwarnsystem zu etablieren, d.h. einen Plan, was beim Wiederauftreten von Symptomen zu tun ist.

3.) In der dritten Phase geht es um die Beeinflussung von Lebensstrukturen, Alltagsrhythmen, Schlaf-Wach-Rhythmen und den Umgang mit Belastungen, Lebensplanung, Einstellungsänderungen (kognitive Therapie) und Verhaltensänderungen.

4.) Die vierte Therapiephase ist dem Aufbau von Problemlöseverhalten, von angemessenen Interaktionsfertigkeiten und sozialer Kompetenz gewidmet.

5.) Über den gesamten Therapiezeitraum wird die Familie immer wieder einbezogen und die Therapie in Anlehnung an die sog. interpersonale Psychotherapie auf schwerpunktmäßige Problemfelder (Konflikte, Trauer, Rollenwechsel) bei gleichzeitiger Lösungsorientierung ausgerichtet.

Zu Depressionen im Speziellen siehe auch Depressionsratgeber auf dieser Seite

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  • Man fühlt sich sicher.
  • Der Zustand verbraucht weniger Energie als die Manie.
  • Die Gefühle sind angenehmer, weniger extrem.
  • Das Erleben ist vollständiger: Auch negative Gefühle werden wahrgenommen, nicht nur positive.
  • Man ist mehr bei sich und spürt eine innere Ruhe.
  • Man verschätzt sich nicht so oft, macht weniger Fehler und vergisst nicht so vieles, sondern kann Dinge abschließen.

Besonders nützlich ist hier ein Krisenplan, in dem Betroffene möglichst konkret ihre Frühwarnzeichen notieren sowie Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten, mit denen sie auf erste Krisenanzeichen reagieren können. (. ) Anhand folgender Kriterien können Sie eine normale Stimmungsschwankung von einer beginnenden Manie unterscheiden:

  • Normale Gefühlsschwankungen klingen nach einiger Zeit, spätestens nach mehreren Tagen wieder ab.
  • Für normale Gefühlsschwankungen sind klare Auslöser erkennbar.
  • Normale Schwankungen der Stimmung verschwinden meistens, wenn man darauf achtet, Belastungen zu reduzieren. (. )

Wenn Frühwarnzeichen einer Manie auftreten, ist es wichtig, schnell geeignete Selbsthilfestrategien zu ergreifen. (. ) Hier finden Sie eine Reihe von Möglichkeiten, um Struktur und Rhythmus im Leben der Betroffenen zu etablieren:

  • Betroffene sollten Ihren Schlaf genau beobachten und beispielsweise ein Schlaftagebuch führen.
  • Die Medikation sollte in Absprache mit dem Arzt rasch angepasst werden.
  • Betroffene sollten ihre körperliche Verfassung erfassen und regulieren, dies bedeutet, sich Ruhepausen zu gönnen, darauf zu achten, dass man regelmäßig isst und trinkt etc.
  • Hilfreich ist, sich vor Reizüberflutung zu schützen, z. B. indem man das Fernsehen und den Internetkonsum einschränkt, Termine absagt, sich zurückzieht und ruhigen Aktivitäten nachgeht wie Spaziergängen oder Entspannungsübungen.
  • Eine gute Planung von Aktivitäten gibt ebenfalls Halt und Struktur. Dies gelingt häufig mit einem Tages- oder Wochenplan. (. )
  • Es zieht nur neue Probleme nach sich, wenn Betroffene ihre Pflichten vernachlässigen. In Verbindung mit einem Tages- oder Wochenplan ist dann eine sogenannte A/B-Liste hilfreich: Aufgaben werden unterteilt in Pflichten, die man erledigen muss (A) und in angenehme Dinge (B). Die Betroffenen sollten versuchen, erst die A-Aufgaben zu erledigen und sich dann die B-Aufgaben zu gönnen. (. )
  • Impulsive Handlungen, vor allem unkontrolliertes Geldausgeben, können in der Manie viele Probleme verursachen. Dagegen kann die 24-Stunden-Regel helfen. Betroffene schließen eine Art Abkommen mit sich selbst: Wenn sie den starken Drang verspüren, etwas zu tun, beispielsweise etwas unbedingt kaufen möchten, so lassen sie erst 24 Stunden verstreichen, bevor sie ihr Vorhaben unter Umständen in die Tat umsetzen. Diese Regel sollte vom Betroffenen am besten schriftlich festgehalten werden.
  • Betroffene sollten einen großen Bogen um Alkohol und Drogen machen. Wenn sich eine erneute Krise ankündigt, sollten Betroffene nicht zögern, zum Arzt oder gegebenenfalls in eine Klinik zu gehen.
  • Für Betroffene sind feste Rhythmen und Strukturen eine Chance, den Beginn einer manischen Episode abzuwenden. Dabei ist es hilfreich, wenn Betroffene von anderen unterstützt werden, beispielweise von Fachkräften oder Angehörigen, die den Tages- oder Wochenplan mit ihnen durchgehen, sie an die 24-Stunden-Regel erinnern oder die A/B-Liste mit ihnen erstellen.

Manisch-depressive Erkrankung (auch bipolare Störung)

"Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt" - so übersetzt der Volksmund die Diagnose "manisch-depressive Erkrankung". Die Erkrankung wird in der Fachsprache auch bipolare Störung oder zyklothyme Störung genannt, da die Betroffenen sowohl depressive als auch manische Phasen erleben, die von gegensätzlichen Symptomen geprägt sind. Die zu oft stigmatisierte manisch-depressive Erkrankung ist die Krankheit der extremen Stimmungen und Emotionen.

Die VoG SIMILES ist ein Zusammenschluss von Familien und Freunden von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Für die Deutschsprachige Gemeinschaft ist die VoG Patientenrat & Treff Anlaufstelle für alle Bürger, die Informationen und Beratung zu Gesundheitsthemen oder Krankheitsbildern suchen. Die VoG bietet kostenlose Beratungen bei Fragen zur körperlichen oder psychischen Gesundheit an. Der PRT bietet Starthilfe bei der Gründung von Selbsthilfegruppen für Angehörige von psychisch erkrankten Menschen. Selbsthilfegruppen für Angehörige sind für die betroffenen Familienmitglieder eine wichtige Hilfe.

Weitere Informationen beim Patienten Rat & Treff VoG,

Aachener Str. 6 | 4700 Eupen, Tel: 087 55 22 88,

Meine neue Freundin (27) (welche mir (33) direkt gesagt hat, das sie Depressionen hat, das aber im Griff hätte) hat mich anfangs total verwöhnt und war so lieb zu mir wie sonst kein anderes Mädel je zuvor. Sie war sehr hyperaktiv und aufgedreht, redete sehr viel, hatte diverse Pläne wie Trödelmärkte, Kino, Kochen etc. und schrieb mir jeden Tag zig SMS. Wir telefonierten jeden Tag zwei Stunden und sie wollte mich ständig sehen. Das Wochenende über war ich immer komplett bei ihr.Vor einpaar Tagen sagte sie mir: 'Es ist so schön, das du mich gefunden hast und alles so gekommen ist, wie es ist. Du bist mein perfektes Gegenstück.'

Vor drei Tagen rutschte sie dann wohl in die depressive Phase ab, mußte überstürzt zu ihrer Freundin (Falscher Vorwand) und machte danach einfach per Mail schluß. 'Ich mußte zu meiner Freundin, die ist jetzt die einzige, die mich versteht.Du hast eh diverse Macken, das passt nicht, wir sind zu verschieden.'

Vorher hat sie noch diversen Freunden und Verwandten von uns erzählt. Seitdem kam nix mehr von ihr. Es ist so, als ob ich nie existiert hätte. Bei depressiven Menschen soll man ja, auch wenn sie sich nicht melden, Mitgefühl zeigen. Ich schreib ihr jeden Tag eine SMS mit Dingen wie 'Du schaffst das.Die dunklen Wolken sind bald wieder weg'.

Weitere Dinge sind: Schlecher Schlaf, wenig Freunde, diverse Komplimente an mich, unsaubere Wohnung und Auto, letzte Beziehung hielt von ihr 3 Jahre. wir waren 2 Wochen zusammen, alles war toll, total verliebt auf Wolke 7, dann der totale Absturz.

Jetzt werde ich komplett ignoriert.

Wie lange dauern solche depressive Phasen? Ab wann kann ich sie wieder in normalen Zustand emotional erreichen? Ich will wengistens irgendwann mit ihr reden.

Diese Phasen, wie du sie gut erkannt hast, kann man leider nicht vorhersehen! Es ist wirklich sehr schwer mit einem depressiven menschen zusammen zuleben wenn man selbst diese art der Depression, an die der partner leidet, nicht verstehen kann. Man kann das nicht so einfach heilen. Das ist ein langjähriger Prozess, indem solche menschen häufig unberechenbar handeln! Ist sie nicht in Behandlung?

Sie hat mir anfangs direkt gesagt, das sie Depressionen hat und in diesen Phasen dann einfach nur alleine ist und sich komplett zurückzieht. Sie hätte das im Griff, wäre aber nicht in Behandlung. Auf meine Nachfrage, ob sie dann alles wegwerfen würde, wenn sie "schwarz" sieht, hat sie vehement verneint. Aber man hat ja gesehen, das sie einfach schluß gemacht hat. Erst war ich ihr Held, dann nur noch ein Ärgernis. Und jetzt ist da garnix mehr. Von Hundert auf Null.

Sie kriegt von mir einmal pro Tag ne SMS (natürlich keine Reaktion) wo ich Sachen schreibe, die man einem Depressiven schreiben kann. Zum Beispiel: "Ganz egal wie es dir geht, ich bin für dich da" etc.

Naja mal abwarten.

hallo ihr lieben,

ich nehme jetzt seit ca 5 wochen Lasea und würde gerne zusätzlich noch neurapas balance einnehmen.

Hat jemand Erfahung? Wechselwirkungen? Verträglichkeit?

Hallo alles zusammen (: Ich habe ja vor kurzem schon einmal gefragt, ob es sein kann, dass ich an einer Essstörung leide. Ich war deshalb auch schon bei meinem Psychiater und der hat gemeint, dass wird dann in der Psychiatrie festgestellt. Dort gehe ich am 22. Juni für ein paar Monate, Minimum ein halbes Jahr wieder rein.

Jedoch dauert das nun doch noch zwei Wochen und es wird immer schlimmer. Ich kann momentan nichts essen. Weil mir permanent übel ist. Auch wenn ich essen möchte. Das geht nun schon seit über drei Wochen so. Fast vier. Ich habe in der Zeit 11 Kilo abgenommen. Ich wiege nun bei 1.76 Meter 51 Kilogramm. Ich kann nicht abstreiten, dass ich mich sehr über den Gewichtsverlust freue. Mein persönliches Ziel sind momentan 45 Kilogramm. Ich empfinde mich selbst als viel zu dick und würde gerne schlanker werden. Das macht mich echt fertig. Jedesmal, wenn ich auf die Waage steige und sehe, dass ich wieder etwas abgenommen habe, löst das ein ungemeines Glücksgefühl in mir aus. Das ist momentan das einzige, was mich noch ansatzweise glücklich macht. Ich stecke momentan wieder in einer schweren Depression und mein Borderline-Verhalten kommt nun mehr zur Geltung denje. Ich finde das einfach furchtbar und meine Mitmenschen wenden sich auch schon nach und nach von mir ab und sind maßlos überfordert. Das ist einfach schrecklich. Deshalb gehe ich nun bald wieder in die Psychiatrie, um mir so schnell wie möglich Hilfe zu holen. Denn ich nehme seit drei/vier Wochen auch keine Medikamente mehr. Und ich nehme sehr viele Medikamente. Das ist ein fürchterliches Risiko, da ich bipolar bin und eine Manie das letzte ist, was ich nun gebrauchen kann. Aber ich habe nicht absichtlich aufgehört, meine Medikamente zu nehmen. Ich kann momentan nicht mehr richtig essen und trinken. Das heißt, ich erbreche (diesmal unabsichtlich!) alles wieder heraus, was ich zu mir nehme. Egal ob Tabletten, Trinken oder auch normales Essen. Ich kann nicht wirklich etwas dagegen tun. Ich habe schon Massen an Anti-Brech-Mittel genommen. Ist leider wirkungslos. Eine Schwangerschaft ist ausgeschlossen, da ich die Spirale habe. Mir ist nur noch übel und ich bin permanent am Erbrechen. Kann das vielleicht von der Essstörung beziehungsweise von der Psyche kommen? Ich bin wirklich überfragt.. Danke schonmal für die Antworten!

Hi. Wie oben schon gesagt ich bin depressiv und überlege jeden Tag ob ich mich umbringen soll. Wir hatten letztes Jahr einen vertrauenslehrer an der Schule ich habe ihm alles erzählt (wir hatten einen Vorfall mit einem Lehrer und seit dem geht es mir richtig schlecht). Er hat mir immer geholfen und dieses Schuljahr ist er nicht mehr als vertrauenslehrer zuständig und es wird zur Zeit noch schlimmer mit selbstmordgedanken. Ich Fänge auch öfters einfach im Unterricht an zu weinen. Er hat das schon gesehen aber er beachtet mich nicht mehr. Ich war auch sehr oft bei unserem Direktor er hat mir auch geholfen aber ich war auch nur durch unseren damaligen vertrauenslehrer dort. Allein traue ich mich nicht aber ich brauche Hilfe. Und ich will es auch keinem anderen sagen außer ihm. Meine Eltern wissen auch nicht das es so schlimm ist. Was soll ich tun? Soll ich ihn fragen ob er mir wieder helfen kann oder soll ich einfach warten bis es ganz schlimm ist und es jeder sieht (falls ich da noch da bin). Danke schonmal für die Antworten;) Und bitte keine dummen antworten. Danke

Hallo ihr Lieben, Seid einem dreiviertel Jahr habe ich mit Kreislaufschwierigkeiten und Herzrasen zu kämpfen. (Tachykardie, bis an die 200er Grenze) Die Ärzte sind etwas ratlos und haben mich als braucht Aufmerksamkeit eingestuft, weil meine Werte sonst immer recht gut sind. Lediglich im 72 Stunden EKG sind die Werte nicht okay. Sobald ich nicht alle 2 Stunden etwas esse, bekomme ich plötzlich extremen Hunger und Übelkeit, fang an zu zittern, kann nicht mehr reden, schwitze und bekomme Herzrasen. Da ich am Tag 3-4 Liter Leitungswasser trinke (und immer noch Durst habe), meinte mein Arzt jetzt: wir machen mal einen Zuckerbelastungstest wegen Diabetes. Blöd war nur, ich durfte am Vortag (Mittwoch) nur bis 18 Uhr etwas essen und danach nur noch Wasser trinken. Da um 21 Uhr mein Kreislauf zusammen gebrochen ist, musste ich doch noch eine Kleinigkeit essen. Hab mich dann direkt schlafen gelegt und dann ging es auch. Gestern hatte ich den OTG-Test. Er ging 5 Stunden (natürlich musste ich die ganze Zeit komplett nüchtern sein) und schon vor dem ersten Blutabnehmen ist mein Puls (im Sitzen, beim Warten) auf 150 hoch. Mir wurde schwummrig, schwarz vor Augen und ich musste mich hinlegen. Mir wurde dann immer alle Stunde aus der Armbeuge Blut abgenommen (jedes Mal 2-3 Spritzen) und zum Ende alle halbe Stunde. Mein Wert ging bei 97 los, ist dann auf 89 gefallen und am Ende "nur" auf 72. Allerdings musste ich mich hinsetzen, als er unter 90 war. Als er unter 80 war konnte ich nicht mehr sitzen und musste liegen und zum Schluss (bei 72) konnte ich nicht mehr verstehen, was der Arzt sagt, nicht mehr reden (Zunge=Waschlappen) und die Augen nicht mehr aufhalten. Das für mich unverständliche an der Sache ist: mein Blutzucker wurde von den Arzthelferinnen überwacht, der Arzt kam nur am Ende, weil ich nicht mehr ansprechbar war. Er kam rein, hat mich gesehen und sofort zur Helferin gesagt: "Die muss was essen, sie unterzuckert". Darauf hin wurde ein letztes Mal Blut abgenommen und meine Freundin hat mir eine Banane, Schwarzbrot und Wasser gereicht. Ich selbst habe vom Gespräch nicht viel mitbekommen (ich war mir in dem Zustand nicht mal ganz sicher, ob der Arzt überhaupt Deutsch spricht) und weiß es nur von meiner Freundin, die die ganzen 5 Stunden bei mir war. So und das komische ist nun, dass der Arzt sich erst sooo sicher war, dass ich unterzuckere und im Nachhinein meinte er, dass ich wohl nicht unterzuckert bin, weil mein BZ noch über 70 war. Er will aber auf sicher gehen und warten, bis das Labor die Ergebnisse schickt (wegen Insulin). Dass dauert aber 2 Wochen, weil er vorher keinen Termin frei hat.. Nun meine Fragen: kann manm auch unterzuckert sein, obwohl der Wert über 70 ist (bei 97 war mir ja schon schlecht)? Ist es normal, dass man so lange auf die Ergebnisse warten muss? Ich hoffe das ist alles verständlich ausgedrückt.

Liebe Grüße, MadeInGermany

bei mir wurde eine schwere Depression (mit Verdacht auf bipolare Störung) festgestellt. Suizidale Gedanken und Phasen, Selbstverletzendes Verhalten, Motivationslosigkeit usw. sind so meine Symptome. Ich stehe nun auf der Warteliste für die KJP, bisher war ich nur für eine Woche in der geschlossenen Psychiatrie für erwachsene und dementsprechend war es der HORROR für mich. Ich habe noch nie soetwas menschenverachtendes gesehen, keine Therapien, man steht auf um die Zeit totzuschlagen usw., weswegen ich nun etwas Angst vor dem Kommenden habe. was wird mich da erwarten?

ich habe in 2 Wochen meinen Nachsorgetermin beim Hautarzt, was ich total vergessen habe. Nun habe ich am Arm aber selbstzugefügte Schnitte.

Ich habe nun etwas Angst vor seiner Reaktion, weil er das beim Hautcheck sehen wird, ich kann sie nun ja nicht mehr wegzaubern. Kann ein Arzt jemanden bei soetwas einweisen lassen? Das wäre glaube ich etwas übertrieben oder?

Hallo, nach dem Lesen verschiedener Websites zu diesem Thema befürchte ich,dass meine Freundin eine paranoide Persönlichkeitsstörung hat. Leider habe ich nirgendwo Hinweise gefunden, wie man als Angehöriger damit umgehen sollte. Die Störung äußert sich in 1.Linie darin, dass Sie ständig befürchtet, in der Wohnung abgehört zu werden oder dass jemand mithört. Dabei handel es sich um eine gute Wohngegend und ein Haus mit soliden Wänden. Die Nachbarn horchen auch nicht ständig und sind (eigentlich) auch nicht das Problem. Dieses besteht darin, dass meine Freunding bei allen "heiklen" Themen mich ermahnt, leise zu sprechen, oder zu flüstern, bzw Angelegenheiten welche zb das Finanzamt oder Geld im Allgemeinen betrifft, gar nicht auszusprechen, weil Sie befürchtet jemand könnte mithören. Dabei ist kein Steuerhinterzieher unter uns und meine Stimme ist für einen Mann eher leise. Schreien tue ich auch nie. Trotzdem ist diese Paranoia da, die schon in der alten Wohnung gelegentlich auftrat und jetzt in den letzter Zeit immer schlimmer geworden ist. Zb hatte meine Freundin sich häufig über den ehemaligen Nachbarn aufgeregt, aber nie gewagt, ihn direkt zu kritisieren. Stattdessen lässt sie sich alles gefallen und benimmt sich so, als ob jeder Nachbar ein Halbgott wäre. Als ICH mich dann auch mal in einem 4-Augen-Gespräch mit Ihr über den Typ aufgeregt habe,ist sie völlig durchgedreht. Nachdem ich die Wohnung zu einem Termin verlassen hatte, bekam ich 2 Std. später von Ihr eine SMS mit dem Wortlaut: "du hast meinen Nachbarn beleidigt, komm nie wieder hierhin". Nach ein paar Tagen konnte ich Sie dann wieder beruhigen. Nun haben wir uns letzte Woche wegen einer Nebensächlichkeit gestritten. Dabei sagte ich (mit etwas lauterer Stimme, aber sicher nicht schreiend) zu Ihr: "du benimmst dich dich wirklich sehr unhöflich und undankbar mir gegenüber". Als ich Sie dann am nächsten Tag von der Arbeit anrief, bekam ich von Ihr zu hören, ich hätte mich asozial benommen, rumgeschrien und die Nachbarn hätten bestimmt alles gehört. Jetzt könnte Sie denen nicht mehr in die Augen sehen,wir müssten uns trennen und separate Wohnung nehmen. Dabei habe ich weder geschrien,noch sie beleidigt,noch konnten die Nachbarn etwas davon hören. In Ihrer Paranoia hat Sie aber anscheinend eine Heidenangst davor, dass jemand (in 1.Linie wohl die Nachbarn) etwas Ungebührliches hören könnte. Dabei erzählt Sie in ruhigen Stunden sogar selber immer wieder,dass sie paranoid wäre. Behandeln lassen will sie sich aber nicht. Wie gesagt, die Probleme sind: a) Paranoia (Angst abgehört zu werden oder die Nachbarn könnten mithören) b) die Meinung der Nachbarn ist unermesslich wichtig für Sie **Frage: wie soll man mit einer solchen Paranoia umgehen? Mit Argumenten komme ich nicht zu Ihr durch. Ruhig bleiben und mitspielen, praktiziere ich schon seit Jahren. Aber es wird immer schlimmer. Gibt es keine andere Möglichkeit, wie man eine Paranoia abmildern oder therapieren kann? Für Tipps: danke im Voraus!

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In beide Studien wurden Patienten eingeschlossen, die an einer Bipolar-I-Störung (in der Regel schwere depressive und schwere manische Episoden) litten und kürzlich oder akut entweder eine manische oder eine depressive Episode hatten. Sowohl die Einzelauswertungen als auch die Metaanalyse zeigten, dass Lamotrigin in der Verhinderung affektiver Episoden ebenso wirksam war wie Lithium. Lithium und Lamotrigin unterschieden sich allerdings wesentlich im Wirksamkeitsprofil. Lithium verhinderte signifikant den Ausbruch manischer Episoden, während Lamotrigin hierauf keinen signifikanten Effekt hatte. Dagegen verhinderte Lamotrigin den Rückfall in eine depressive Episode, wogegen Lithium hier keine signifikante Wirksamkeit zeigte. ck

Die antiepileptische Wirkung wird erreicht durch die Blockade aktivitätsabhängiger Natriumkanäle. Darüber hinaus sind Calcium-antagonistische Effekte und eine Senkung extrazellulärer Glutamatspiegel beschrieben.

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1 Arbeitsblatt - Bipolare Störung Viel Spaß bei der Bearbeitung. Um Euch das viele Blättern zu ersparen, stehen die Lösungen direkt bei den Aufgaben. Die Schrift ist ein wenig anstrengend zu lesen, aber das ist Absicht, damit die Lösung nicht direkt ins Auge fällt. In der Sparte Für Besserwisser findet Ihr Informationen, die vielleicht ein wenig über das normale Lernmaß hinausgehen. Schaut wenigstens einmal drüber. Vielleicht könnt Ihr damit mal in der mündlichen Prüfung glänzen. Außerdem ist nie auszuschließen, dass so etwas auch mal in der schriftlichen Prüfung gefragt wird. Das Besserwisser - Areal ist durch dieses gekennzeichnet. Zur Einleitung Ein 65-jähriger Mann sucht Dich wegen psychischer Probleme auf. Im Rahmen der Medikamentenanamnese erfährst Du, dass er seit einiger Zeit Lithium nimmt. Für welche Krankheit spricht diese Therapie am ehesten? O A Alkoholismus O B Affektive Störung O C Alzheimer Demenz O D Dependente Persönlichkeitsstörung O E Schizophrenes Residuum Lösung: B Definition Frage: Was versteht man unter einer bipolaren Störung? Antwort: Die bipolare Störung ist eine Affektstörung, bei der es zum alternierenden Auftreten von manischen bzw. hypomanischen Phasen mit depressiven Episoden kommt. Zwischen den Episoden sind die Betroffenen meist psychiatrisch unauffällig. Epidemiologie Beurteile den Wahrheitsgehalt der Aussagen. 1. Bipolare Störungen kommen relativ häufig vor. 2. Betrachtet man die verschiedenen bipolaren Störungen gemeinsam, dann ergibt sich eine Häufigkeit bei 9,0% bis 15,5%. 3. Überwiegend beginnt eine bipolare Störung zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr. 4. Jenseits des 40. Lebensjahrs ist die Erstmanifestation einer bipolaren Störung selten.

2 5. Es besteht kein Unterschied des Risikos zwischen Männern und Frauen. 6. Mit der Dauer der Krankheit steigt das Risiko, dass sich ein Rapid Cycling entwickelt. Hier sind Männer deutlich häufiger betroffen. Lösung: Wahr: Aufgaben 1,4,5 Falsch: Aufgabe 2: Es sind 3,0% bis 6,5%. Aufgabe 3: Korrekt wäre 17. und 21. Lebensjahr. Aufgabe 6: Frauen sind deutlich häufiger betroffen. Für Besserwisser Ursachen / Auslöser Die Genese einer bipolaren Störung ist wahrscheinlich multifaktoriell bedingt: Erblichkeit Bei Verwandten ersten Grades von Menschen mit einer Bipolar-I- Störung ist die Wahrscheinlichkeit für ein Auftreten der Erkrankung im Vergleich zur Normalbevölkerung um das siebenfache erhöht. Bei eineiigen Zwillingen ist in 60 % der Fälle der zweite Zwilling auch von einer bipolaren Störung betroffen. Biologische Faktoren Psychosoziale Faktoren Die Neurotransmitter (Serotonin, Dopamin und Noradrenalin) zeigen bei Betroffenen quantitative Unterschiede im Vergleich zu den Nichtbetroffenen. traumatische Ereignisse (Trennungen, Mobbing, Verfolgung, Folter) psychosozialer Stress angstauslösende Veränderungen Schwäche des Selbstwertgefühls unregelmäßiger Tag-/Nacht-Rhythmus Überarbeitung Schlafmangel

3 Symptome / Diagnostik Ordne die Symptome der Manie bzw. Depression zu. 1. Ablenkbarkeit 2. Alkoholmissbrauch 3. Appetitstörung 4. Euphorie 5. Feindseligkeit 6. gedrückte Stimmung 7. Hoffnungslosigkeit 8. Hypersexualität 9. Ideenflucht 10. Irritierbarkeit 11. Konzentrationsstörungen 12. Logorrhoe 13. Müdigkeit 14. Schlafstörung 15. Schlafstörungen 16. Selbstüberschätzung 17. Suizidgedanken 18. Suizidversuche 19. Wahnideen 1. O Manie O Depression 2. O Manie O Depression 3. O Manie O Depression 4. O Manie O Depression 5. O Manie O Depression 6. O Manie O Depression 7. O Manie O Depression 8. O Manie O Depression 9. O Manie O Depression 10. O Manie O Depression 11. O Manie O Depression 12. O Manie O Depression 13. O Manie O Depression 14. O Manie O Depression 15. O Manie O Depression 16. O Manie O Depression 17. O Manie O Depression 18. O Manie O Depression 19. O Manie O Depression Lösung Manie: 1, 2, 4, 5, 8, 9, 10, 12, 14, 16 Depression: 3, 6, 7, 11, 13, 14, 15, 17, 18, 19 In der mündlichen Prüfung bist Du glücklich, alle Symptome aufgezählt zu haben. Da holt der Prüfer zum nächsten Schlag aus. Frage: Sie erwähnten die Ideenflucht und die Logorrhoe. Was genau versteht man darunter? Antwort: Die Ideenflucht ist ein außerordentlich ideenreicher und sprunghafter Gedankengang, bei dem das Denken von Assoziationen unterbrochen bzw. weitergeführt wird. Der Betroffene kommt im Gespräch "vom Hundertste ins Tausendste" und wechselt ständig die Themen. Unter einer Logorrhoe versteht man einen verstärkten Redefluss bzw. extremen, nahezu ununterbrochenen Rededrang. Man kann hier zwischen einer kohärenten und inkohärenten Logorrhoe unterscheiden. Bei Letzterer kann man dem Betroffenen inhaltlich nicht mehr folgen. Aus der Praxis Herr Meier sitzt in Deiner Praxis. Du stellst ihm einige Fragen. Welche Symptome willst Du damit in Erfahrung bringen. Handelt es sich bei diesen Krankheitszeichen um Haupt - oder Nebensymptome? 1. Haben Sie sich während der letzten zwei Wochen überwiegend traurig, niedergeschlagen oder deprimiert gefühlt? 2. Konnten Sie sich während der letzten zwei Wochen kaum motivieren, irgendetwas zu tun? Lag der Tag schon morgens wie ein unüberwindbarer Berg vor Ihnen? 3. Hatten sie in den letzten zwei Wochen das Gefühl, dass Ihr Interesse an vielen Dingen schwindet und dass ihnen auch Aktivitäten keinen Spaß mehr machen, die sie früher gerne betrieben haben? zu 1: Gedrückte Grundstimmung - Hauptsymptom zu 2: Antriebsminderung / - verlust - Hauptsymptom zu 3: Interessenverlust / Anhedonie - Hauptsymptom

4 Zurück zu Prüfung Prüfer wollen immer gerne erfahren, ob der Kandidat die Fachbegriffe, die er benutzt auch wirklich kennt. Frage: Was ist denn eine Anhedonie? Antwort: Die Anhedonie ist eine psychische Störung, bei der die Fähigkeit zum positiven emotionalen Erleben eingeschränkt oder aufgehoben ist. Man könnte es auch kurz als Freudlosigkeit bezeichnen. Tipp Meist wird ja nach ICD-10 gelernt. Falls Ihr Euch mal die Kriterien gemäß DSM-IV anschaut, werdet Ihr feststellen, dass sie sich mit denen des ICD-10 decken, aber angenehmer lesbar sind. Differenziertes Wissen freut jeden Prüfer und kann den Verlauf der Prüfung entscheidend positiv beeinflussen, das heißt, Differenzialdiagnosen sollte man drauf haben, aber nicht alle! Sucht Euch 3-4 raus, mit denen Ihr auch bei Nachfragen gut umgehen könnt. Die kursiven Begriffe sind am Ende der Tabelle etwas näher erklärt. Affektive Störungen unipolare Depression rekurrente kurzdauernde Depression Dysthymia Persönlichkeitsstörungen Borderline-Persönlichkeitsstörung Narzisstische, antisoziale Persönlichkeitsstörung Andere psychische Schizophrenie Störungen Schizoaffektive Episode ADHS Verhaltensstörung Internistische Erkrankungen Hyperkortisolismus Schilddrüsenerkrankungen Neurologische Erkrankungen Encephalomyelitits disseminata Morbus Pick Frontalhirntumoren Neurolues Epilepsie Pharmakologische Ursachen, Antidepressiva Substanzen Psychostimulantien, (z. B. Kokain, Amphetamine, Ecstasy) Antihypertensiva (z. B. ACE-Hemmer) Antiparkinsonmittel Hormonpräparate (z. B. Kortison, ACTH) unipolar: "reine" Depression ohne manische Phasen rekurrent: "zurücklaufend". Dysthymia: Chronische Verstimmung, die die Merkmale einer Depression hat, jedoch mit Symptomen, die weniger schwerwiegend sind, aber deutlich länger anhalten. Hyperkortisolismus: Beim Morbus Cushing kann es zu psychischen Veränderungen wie Angstattacken, Depressionen oder Psychosen kommen Encephalomyelitits disseminata (= Multiple Sklerose): Affektive und kognitive Störungen treten häufig im fortgeschrittenen Stadium auf.

5 Frontalhirntumoren / Morbus Pick (frontotemporale Demenz): Frontalhirnprozesse gehen meist mit Persönlichkeitsveränderungen einher. Diese können depressiv oder manisch anmuten. Neurolues: Die progressive Paralyse, die im Rahmen einer Neurolues vorkommen kann, geht mit einer fortschreitenden Demenz einher. Es kann aber auch zu wahnhaften Erscheinungen kommen, insbesondere Größenwahn. Epilepsie: Hier kann es zu Wesensänderungen im Sinne einer Depression kommen. Antihypertensiva (z. B. ACE-Hemmer): Schlafstörungen und Erschöpfung gehören zu den Nebenwirkungen. Antiparkinsonmittel: Sie können Ursache für eine Depression sein. Verlaufsformen Ordne die Beschreibungen (Liste 1) der entsprechenden Verlaufsform (Liste 2) zu. 1. Mindestens 14 Tage andauernde depressive Episode, danach mindestens eine Phase der Hypomanie 2. Die Betroffenen haben mindestens zwei Jahre lang leichte (aber immer noch über dem normalen affektiven Level liegende) depressive und manische Schwankungen 3. Etwa 7 bis 14 Tage andauernde manische Episode, im Anschluss mindestens eine depressive Episode 4. Mindestens vier Stimmungswechsel pro Jahr, hohes Suizidrisiko, schlechte Prognose A. Bipolar I B. Bipolar II C. Rapid Cycling D. Zyklothymia Lösung: 3A, 1B, 4C, 2D Therapie Grundsätzliches Da sich Menschen mit bipolarer Störung in den manischen Phasen oft sehr krankheitsuneinsichtig zeigen, ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Behandler und Patient von großer Bedeutung. Daher sollten intensive Aufklärungsgespräch erfolgen. Phasenprophylaxe Eine prophylaktische Therapie der bipolaren Störung erfolgt mit Stimmungsstabilisierern wie Lithium oder Antikonvulsiva wie Caramazepin (z.b. Tegretal, Timonil), Valproinsäure (z.b. Convulex, Ergenyl, Orfiril) oder Lamotrigin (z.b. Bipolam, Elmendos, Lamapol). Das Lithium gilt hier als das effektivste Medikament. Welche Aussage zum Lithium trifft zu? O A Das Lithium wird als Phasenprophylaktikum angewendet O B Es hat eine hohe therapeutische Breite O E Lithium hat vorrangig eine antriebssteigernde Wirkung O D Lithium schon wenige Minuten nach der Einnahme O C Die Lithiumwirkung wird nicht durch grippale Infekte beeinflusst

6 Zu A - RICHTIG Lithium gehört zur Gruppe der Phasenprophylaktika oder einfacher gesagt - Stimmungsstabilisierer. Sie werden bei bipolaren Störungen eingesetzt und sollen die Stimmungswechsel der Betroffenen auf ein normales Niveau bringen. Hierzu werden auch Antikonvulsiva (= Antiepileptika) wie Carbamazepin (z.b. Tegretal, Timonil), Valproinsäure (z.b. Convulex, Ergenyl, Orfiril) oder Lamotrigin (z.b. Bipolam, Elmendos, Lamapol) gezählt. Das Lithium gilt hier als das effektivste Medikament. Zu B - FALSCH Das Lithium besitzt eine sehr geringe therapeutische Breite, d.h. zwischen Über - und Unterdosierung liegt ein kleiner therapeutischer Bereich. Daher muss der Lithiumspiegel gerade bei Therapiebeginn oft kontrolliert und das Medikament in der Dosierung angepasst werden. Zu E - FALSCH Lithiumsalze mildern oder beheben manische Zustände und beugen einem Rückfall sowohl manischer als auch depressiver Episoden vor. Wäre Lithium tatsächlich antriebssteigern, wäre es bei der Manie kontraindiziert. Auch die Entdeckung der Lithiumwirkung in der Medizin beruhte darauf, dass man in Tierexperimenten die beruhigende Wirkung des Lithiums als Zufallsbefund zur Kenntnis nahm. Zu D - FALSCH Die therapeutische Wirkung kann in 8-10 Tagen einsetzen, manchmal aber auch erst nach einem halben Jahr. Zu C - FALSCH Die Ausscheidung von Lithium ist abhängig von der Flüssigkeits - und Kochsalzzufuhr, bzw. der Natriumkonzentration im Blut. Hat der Körper zu wenig Flüssigkeit oder Natrium, wie es bei grippalen Infekten (hohes Fieber - starkes Schwitzen) vorkommen kann, steigt die Lithiumkonzentration im Blut an. Für Besserwisser Die wichtigsten Kontraindikationen für Phasenprophylaktika Akute Alkohol-, Schlafmittel-,Analgetika- oder Psychopharmaka-Intoxikationen Schwere Störungen des Elektrolythaushalts und Morbus Addison Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen Vorbestehende Knochenmarksschädigung Gerinnungsstörungen Schwere Nierenfunktionsstörungen bzw. Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate alle Lithium Lithium Carbamazepin, Vorsicht mit Valproinsäure. Carbamazepin darf wegen der potenziellen Knochenmarkstoxizität nicht mit Clozapin kombiniert werden. Vorsicht mit Valproinsäure Lithium, Vorsicht mit Valproinsäure und Lamotrigin Schwere Leberschädigung Carbamazepin und besonders Valproinsäure, Vorsicht mit Lamotrigin Pankreatitis Valproinsäure Akute intermittierende Porphyrie Carbamazepin und Valproinsäure Frauen im gebärfähigen Alter Valproat Teratogenität und erhöhtes Risiko für polyzistischer Ovarien

7 Psychotherapie Die Psychotherapie wird bei bipolaren Störungen gemeinhin als ergänzende Therapie zur Erhaltung, Stabilisierung und als Rezidivprophylaxe angesehen. Sie ist keine Alternative zur Pharmakotherapie, sondern kann nur unterstützend sein. Eine effiziente Psychotherapie bei bipolaren Störungen beinhaltet (Minimalforderung): Psychoedukation über die Erkrankung, Medikation usw. Fähigkeit zur Selbstbeobachtung insbesondere im Bezug auf die Stimmungsveränderungen Aufbau der Fähigkeit zum Selbstmanagement der persönlichen Frühwarnzeichen und Stimmungsschwankungen Stressmanagement Normalisierung und Stabilisierung des Lebensrhythmus (v.a. Tag - Nacht - Rhythmus, ausreichender Schlaf, Reizabschirmung falls eine erneute manische Phase droht, adäquate Einnahme der Medikation) Vorbereitung auf Krisen und Notfälle, insbesondere Rezidive Elektrokovulsionstherapie (EKT) Beurteile den Wahrheitsgehalt der Aussagen. 1. Die EKT wird heutzutage kaum noch angewendet. 2. Im Rahmen der EKT wird ein zerebraler Krampfanfall ausgelöst. 3. Die EKT, kann auch ohne Narkose durchgeführt werden, wird dann aber als unangenehm empfunden. 4. Die EKT kann bei Depressionen, Manie, aber auch bei einer Schizophrenie angewendet werden. 5. Eine EKT darf nur einmal im Leben angewendet werden. 6. Bei Menschen, die älter als 50 Jahre alt sind, ist die EKT kontraindiziert. 7. Als Nebenwirkung werden Gedächtnisstörungen genannt.

8 1. falsch - Die EKT ist ein modernes etabliertes Therapieverfahren. 2. wahr - Es wird ein zerebraler Krampfanfall ausgelöst. Da aber vorher ein Muskelrelaxans injiziert wird, findet der Krampf quasi nur im EEG statt. 3. falsch - Wenn ein Muskelrelaxans injiziert wird, funktioniert auch die Atemmuskulatur nicht mehr. Daher immer eine Kurznarkose! 4. wahr - Die EKT ist universell verwendbar und kann bei Depressionen, Manie, aber auch bei einer Schizophrenie angewendet werden. 5. falsch - Im Normalfall hat ein "Behandlungszyklus" Anwendungen. Danach ist eine Pause und gegebenenfalls eine Auffrischungs - EKT. Das kann rein theoretisch beliebig oft wiederholt werden. 6. falsch - Auch bei Menschen über 80 kann eine EKT angewendet werden. EKT kontraindiziert. 7. wahr - Als Nebenwirkung werden Gedächtnisstörungen genannt, die auch eine ganze Zeit lang anhalten können, aber gemeinhin selbstlimitierend sind.

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Wir sind eine Selbsthilfegruppe in Nürnberg für Menschen mit Bipolarer Störung. Wir treffen uns regelmäßig im KISS in Nürnberg. Unter Kontakt findest du alle nötigen Informationen um dich mit uns in Verbindung zu setzen.

Eine Selbsthilfegruppe ist eine selbstorganisierte Gruppe von Menschen, die alle ein gleiches Problem oder eine Krankheit, in unserem Fall die Bipolare Störung, eint. Unsere Gruppe versucht Menschen mit bipolarer Erkrankung die Möglichkeit zu geben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Vor allem an affektiven Störungen Erkrankte machen leider oft die Erfahrung, dass ihr Umfeld die Erkrankung nicht verstehen oder sogar nicht als wirkliche Krankheit akzeptieren kann. Insbesondere unter depressiven Episoden Leidende ziehen sich dann noch mehr aus ihrem Umfeld in die Isolation zurück. In unserer Gruppe bekommt jeder die Möglichkeit über seine Ängste, Probleme und Schwierigkeiten im Umgang mit der Erkrankung zu reden. Aber genauso reden wir natürlich auch über Erfolge, Fortschritte und ganz normale alltägliche Dinge!

Was ist eine Selbsthilfegruppe nicht?

Eine Selbsthilfegruppe kann keinen Arzt, Psychiater, Psychologen, Neurologen oder Psychotherapeuten ersetzen!
Falls du der Meinung oder im Verdacht bist, unter einer bipolaren Störung zu leiden, dann wende dich bitte zu allererst an einen Arzt!
Um es noch einmal zu sagen: Das wichtigste bei einer bipolaren Erkrankung ist eine kontinuierliche und individuell angepasste medizinische Betreuung!

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Bipolare Störung: Manische Depression als Wechselbad der Gefühle Mittwoch, 02. August 2017

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Selbst­ver­ständ­lich soll­ten regel­mä­ßi­ge Blut­kon­trol­len zur Über­wa­chung des Vit­amin-D-Spie­gels (25-OH-Vit­amin D3 )
erfol­gen (17).

Im Okto­ber 2009 berich­tet die ame­ri­ka­ni­sche Fach­zeit­schrift „Cli­ni­cal Psych­ia­try News“ in der Titel­ge­schich­te: „Mito­chon­dria Key in Mood Dis­or­ders“, dass bei Depres­sio­nen auch Stö­run­gen in unse­ren Zell­kraft­wer­ken, den Mito­chon­dri­en, fest­ge­stellt wor­den sind. Auf­grund sol­cher Erkennt­nis­se soll­ten wir uns mei­nes Erach­tens beson­ders um Nähr­stof­fe küm­mern, die in der Lage sind, die Mito­chon­dri­en zu schüt­zen. Hier­zu zäh­len u.a. die kör­per­ei­ge­nen Wirk­stof­fe Coen­zym Q10, Car­ni­tin und Alpha-Lipon­säu­re. Übri­gens: Die in der Behand­lung von bipo­la­ren Erkran­kun­gen ein­ge­setz­ten Sub­stan­zen wie Lithi­um und Val­proa­te wir­ken auch im Bereich der Mito­chon­dri­en.

Nach neu­es­ten Erkennt­nis­sen zeigt sich, dass Glu­ten, das Kle­ber­ei­weiß im Getrei­de, sehr nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Funk­tio­nen des Gehirns hat – beson­ders, wenn es nicht hin­rei­chend ver­daut wird. So führt eine getrei­de­las­ti­ge Ernäh­rung u.a. über den Glu­ko­se­an­stieg im Blut (Hyper­gly­kä­mie) zur Insu­lin­re­sis­tenz und chro­ni­scher Ent­zün­dung. Das Gehirn aber reagiert extrem emp­find­lich auf die durch chro­nisch hohe Glu­ko­se­wer­te ver­ur­sach­ten gly­ko­li­sier­ten Pro­te­ine wie das gly­ko­li­sier­te Hämo­glo­bin (HbA1c). Die­se Ner­ven schä­di­gen­den Reak­tio­nen wer­den durch Glu­ten ver­stärkt. Glu­ten schä­digt als mito­chon­dria­les Gift die Ener­gie­zen­tra­len unse­rer Zel­len. Hier­durch kommt es schließ­lich zu einer Abnah­me des Volu­mens bestimm­ter Hirn­area­le wie Hip­po­cam­pus und Amyg­da­la, die u. a. für die Wahr­neh­mung, Gedächt­nis­leis­tung und Stress­re­gu­la­ti­on ver­ant­wort­lich sind. Unter die­sem Aspekt muss Glu­ten als Hirn schä­di­gen­de Sub­stanz ein­ge­ord­net wer­den.

Ob und wie stark die schä­di­gen­den Reak­tio­nen auf Glu­ten bei den betref­fen­den Pati­en­ten ablau­fen, kann durch neue Labo­rana­ly­sen indi­vi­du­ell abge­klärt wer­den.

Wei­te­re Unter­su­chun­gen an Gehir­nen von ver­stor­be­nen Pati­en­ten haben gezeigt, daß bei Depres­si­ven Gene hoch­re­gu­liert sind, die einen ver­stärk­ten oxi­da­ti­ven Stress ver­ur­sa­chen. Die Gabe von Anti­oxi­dan­ti­en darf daher bei der Depres­si­ons­be­hand­lung auf kei­nen Fall feh­len. Dass oxi­da­ti­ver Stress nicht nur in Ver­bin­dung mit Depres­sio­nen son­dern mit neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ven Erkran­kun­gen gese­hen wer­den muß, hat Dr. David Perl­mut­ter wäh­rend des Func­tio­nal Medi­ci­ne Kon­gres­ses in Flo­ri­da erwähnt: Die Ein­nah­me von Anti­oxi­dan­ti­en (Vit­amin E und C) ver­min­dern das Demenz­ri­si­ko um 47 % (10)!

In der ortho­mo­le­ku­la­ren Psych­ia­trie wer­den bereits seit Jahr­zehn­ten Vit­ami­ne, Mine­ral­stof­fe, Ami­no­säu­ren und Fett­säu­ren the­ra­peu­tisch ein­ge­setzt. Einer der Pio­nie­re auf die­sem Gebiet, Dr. Abra­ham Hof­fer, ist in 2009 im Alter von 91 Jah­ren in Bri­tish Colum­bia gestor­ben. Er hat beob­ach­tet, dass Pati­en­ten mit Schi­zo­phre­nie von der Ein­nah­me von Vit­amin B3 (Nia­cin) und Anti­oxi­dan­ti­en pro­fi­tier­ten. Sei­ne bahn­bre­chen­de Beob­ach­tung mach­te er an einem schi­zo­phre­nen Pati­en­ten, der sich im kata­to­nen Zustand im Koma befand und zu ster­ben droh­te. Als The­ra­pie­ver­such ver­ab­reich­te Dr. Hof­fer gro­ße Men­gen an Vit­amin B3 und Vit­amin C über eine Magens­ode, wodurch der Pati­ent über­lebt hat. Am nächs­ten Tag konn­te der Pati­ent das Getränk selbst im Sit­zen trin­ken und nach 30 Tagen wur­de er sym­ptom­frei ent­las­sen.

Damit der Rah­men die­ser Arbeit nicht gesprengt wird, ver­zich­te ich auf eine aus­führ­li­che Dar­stel­lung von Ein­zel­wir­kun­gen von Nähr­stof­fen und ver­wei­se auf die ent­spre­chen­de Fach­li­te­ra­tur im Anhang. Die 10 wich­tigs­ten ortho­mo­le­ku­la­ren Nähr­stof­fe bzw. Vital­stoff­kom­bi­na­tio­nen, die ich als Ner­ven­schutz­sub­stan­zen bei mei­nen Pati­en­ten ein­set­ze, sind in der Tabel­le 4 Brain-Pro­tec­tion- For­mu­la auf­ge­führt.

Pati­en­ten, die an Depres­sio­nen oder ande­ren neu­ro­lo­gi­schen Erkran­kun­gen lei­den, soll­ten nicht nur nach den her­kömm­li­chen Metho­den (Psy­cho­the­ra­pie, Psy­cho­phar­ma­ka, Psych­ia­trie) behan­delt wer­den. Ent­zün­dun­gen, Umwelt­gif­te, Stö­run­gen im Magen-Darm-Trakt und ein erhöh­ter Nähr­stoff­be­darf kön­nen als mög­li­che Ursa­chen oder Sym­ptom­ver­stär­ker infra­ge kom­men.

Die fol­gen­den Ana­ly­sen betrach­te ich als Basis­un­ter­su­chun­gen bei Depres­sio­nen und ande­ren Erkran­kun­gen des Ner­ven­sys­tems:

  • Gro­ßes Blut­bild mit Homo­cystein, Vit­amin D3, IgE, IL-6, hs-CRP.
  • Stoff­wech­sel- & Nähr­stoff­pro­fil: Orga­nix Pro­fil
    (Ori­gi­nal Test von GENOVA Dia­gnostics, USA ).
  • Stuhl- & Ver­dau­ungs­ana­ly­se (Pil­ze, Para­si­ten?)
    NEU: Mikro­bi­om Ana­ly­se mit­tels DNA- und Laser­tech­no­lo­gie (Mal­di-Tof) (Ori­gi­nal Tests von Doc­tors Data bzw. GENOVA, USA ).
  • Toxi­sche Metal­le, Mine­ral­stof­fe und Spu­ren­ele­men­te im Urin, Haa­ren bzw. Blut (Doc­tors Data/ USA ver­fü­gen über 40-jäh­ri­ge Labor­er­fah­rung).
  • Abklä­rung Nah­rungs­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten
    (z.B. Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit).
  • Pep­ti­d­ana­ly­sen im Urin (Caso­mor­phi­ne, Glu­teno­mor­phi­ne).
    Bedingt durch eine gestör­te Ver­dau­ung von Kuh­milch- und Getrei­de­pro­te­inen kön­nen unver­dau­te Eiwei­ße (z.B. Caso­mor­phi­ne, Glu­ten­exor­phi­ne) ent­ste­hen, die Ner­ven- und Hirn­funk­tio­nen ähn­lich wie Mor­phin stö­ren. Sie sind asso­zi­iert mit Autis­mus, ADHS, Depres­sio­nen und Schi­zo­phre­nie. Seit 2009 sind Urin­tests zur Abklä­rung einer sol­chen Pep­ti­dun­ver­träg­lich­keit Bestand­teil des Dia­gnos­tik­spek­trums in mei­ner Pra­xis.
Die­sen Bei­trag u.a. im PDF-For­mat her­un­ter­la­den und bequem lesen:

Schwung, Ener­gie und Lebens­freu­de durch NADH // Prof. Wal­ter Birk­may­ers Ent­de­ckung // Das CoEn­zym 1 und sei­ne Funk­ti­on // The­ra­peu­ti­scher Ein­satz von NADH // Depres­si­on …

Wie Ent­zün­dun­gen, Umwelt­gif­te, Stö­run­gen der Ver­dau­ung, Nähr­stoff­man­gel den Gehirn­stoff­wech­sel beein­flus­sen // Ent­zün­dun­gen ver­ur­sa­chen Depres­sio­nen…

Mein The­ra­pie­kon­zept habe ich als das „ 3-E “ Pro­gramm zusam­men­ge­fasst:

Psychosomatik: Wie Körper, Seele und Geist zusammenhängen

Psychosomatk: die Lehre, wie Körper, Geist und Psyche sich gegenseitig beeinflussen. Wenn die Seele leidet, leidet auch der Körper.

Psychische Probleme äußern sich deshalb oft in körperlichen Schmerzen. Die Folge: psychosomatische Erkrankungen und Beschwerden. Bild © twentyfree - Fotolia

Körper, Geist und Seele sind eine Einheit. Woran wir denken und wie wir uns fühlen, hat einen Einfluss auf unser körperliches Befinden.

Unser Denken beeinflusst unsere Psyche und die Zellen und Organe unseres Körpers. Tatsache ist:

Wenn es der Seele gutgeht, ist der Körper gesünder. Wenn es der Seele schlecht geht, dann geht es auch dem Körper schlecht.

Unter psychosomatischen Erkrankungen versteht man körperliche Erkrankungen und Beschwerden, die durch psychische Belastungen oder Faktoren hervorgerufen werden.

Wer unter psychosomatischen Beschwerden leidet, der verspürt körperliche Symptome, die medzinisch nicht erklärbar sind.

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Das Ziel der Akuttherapie ist es, mit Hilfe von stimmungsstabilisierenden Medikamenten eine akute manische oder depressive Episode abzuschwächen. In schweren Fällen wird der Erkrankte manchmal zu seinem eigenen Schutz in eine Klinik eingewiesen, bis sich seine Stimmung wieder stabilisiert hat. Neben der Medikamentengabe helfen unterstützende psychiatrische Gespräche, die Diagnose zu bewältigen und die Rehabilitation zu planen.

Die vorbeugende Therapie zielt darauf ab, die Stimmungslage langfristig zu stabilisieren und einen Rückfall in eine depressive oder manische Episode zu verhindern. Ein wichtiger Baustein ist die individuell abgestimmte Medikamenteneinnahme. Häufig wird Lithium verordnet, denn seine antimanische Wirkung ist gut belegt. Welche Medikamente sinnvoll sind, ist jedoch vom Einzelfall abhängig.

Daneben ist auch eine psychotherapeutische Langzeitbehandlung sinnvoll, bei der Erkrankte darin unterstützt werden, (wieder) einen normalen Alltag zu führen.

Häufig geben Angehörige den Anstoß zur Behandlung: Sie spiegeln dem Betroffenen wider, dass sein Verhalten ihm selbst und seinem Umfeld schadet und drängen zum Arztbesuch. Für eine optimale Diagnose ist es sinnvoll, wenn die Angehörigen bei der Untersuchung dabei sind, um ihre Eindrücke zu schildern. Denn die Diagnose basiert auf einem ausführlichen Gespräch, bei dem der Arzt die aktuellen Beschwerden, Probleme und Vorerkrankungen sowie die Lebens- und Familiengeschichte erfragt.

Familie und Freunde stehen oft vor einer schwierigen Situation und wissen nicht, wie sie mit der Erkrankung umgehen sollen. Gefühle wie Wut und Überlastung können das Verhältnis zum Erkrankten beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, eigene Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen, sich Freiräume zu schaffen oder den Kontakt zu anderen Angehörigen in Selbsthilfegruppen zu suchen.

  • Akzeptieren Sie die bipolare Störung als Erkrankung.
  • Motivieren Sie den Betroffenen, einen Arzt aufzusuchen und die Behandlung konsequent wahrzunehmen. Insbesondere während der manischen Episode ist es wichtig, ihn davon zu überzeugen, dass er Hilfe benötigt. Holen Sie sich gegebenenfalls selbst Unterstützung.
  • Helfen Sie ihm, sich über die Erkrankung zu informieren.
  • Überfordern Sie den Erkrankten in der depressiven Episode nicht. Aufgrund der typischen Antriebsarmut ist er vor allem in der akuten Erkrankungsphase nicht in der Lage, selbst einfache Aktivitäten durchzuführen.
  • Nehmen Sie Äußerungen Ihres Angehörigen, nicht mehr leben zu wollen, immer ernst und informieren Sie umgehend seinen behandelnden Arzt darüber.
  • Hat der Erkrankte wichtige Entscheidungen zu treffen, so sollte er dieses nicht alleine tun. Sowohl in depressiven als auch manischen Episoden kann bei den Betroffenen die Wahrnehmung der Realität erheblich verzerrt sein. Gegebenenfalls ist auch die Einrichtung einer Betreuung für finanzielle Entscheidungen sinnvoll. Besprechen Sie dies am besten gemeinsam mit dem Betroffenen und dem behandelnden Arzt.

In vielen Regionen gibt es Selbsthilfegruppen für Menschen mit einer bipolaren Störung und deren Angehörige. Betroffene profitieren besonders von Initiativen wie zum Beispiel "TRIALOG", einem Erfahrungsaustausch zwischen Patienten, Angehörigen und Therapeuten, der von Selbsthilfegruppen organisiert wird.

Aktuelle regionale Kontaktadressen finden Sie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen: www.dgbs.de.

S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen, Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS) und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) (Stand: 18.07.2014).
Pfennig, A.; Krüger, S.; Mönter, N.: Bipolare Störungen: Behandlung in der Hausarztpraxis. Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS), 2013.
Bauer R.; Bauer M.; Schäfer U.; Mehlfeld V.; Kolbe M.: Manie und Depression. Die Bipolare Störung. Ratgeber für Betroffene und Angehörige. Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS), 3. Auflage 2017.

Bipolare Störung: Leben extrem – zwischen Manie und Depression

Bipolare Störung: Leben extrem – zwischen Manie und Depression

Extreme Gefühsschwankungen sind bei bipolaren Störungen typisch. Der Leidensdruck für die Betroffenen ist enorm - gerade wenn die Störung unerkannt und unbehandelt bleibt.

Ein Hochgefühl und Energie für drei und dann wieder Ängste, Wahnvorstellungen, Depressionen. Das Leben mit einer bipolaren Störung ist wie eine Achterbahnfahrt. Wie Betroffene das aushalten und warum die Krankheit oft nicht erkannt wird.

Es ist ein interessanter Lebenslauf, der von Thomas Stein (Name geändert). Der Hamburger hat schon vieles angepackt, an vielen unterschiedlichen Orten der Welt gelebt und gearbeitet. Er hat Unternehmen beraten, Nichtregierungsorganisationen betreut und Internet-Startups gegründet. Aber auch harte Brüche und lange Klinikaufenthalte gehören zum Leben des heute Fünfzigjährigen.

Als er 18 Jahre alt ist, wirft es ihn zum ersten Mal aus der Bahn. Es ist eine sehr stressige Lebensphase. Thomas Stein macht sein schriftliches Abitur, nebenbei noch die Fahrschule. Er fühlt sich zunächst unter Druck, durch die Anforderungen belastet, doch dann schlägt die Gefühlslage um. Er ist wie beflügelt von grenzenlosem Tatendrang und Euphorie. Freunde überredet er nach dem schriftlichen Abitur, mit ihm nach Frankreich zu kommen und ein Haus zu kaufen. Den nicht vorhandenen finanziellen Background blendet er dabei völlig aus. Er ist inmitten seiner ersten Manie.

„In der Manie kann es passieren, dass Patienten im Job eine ganze Firma ins Wackeln bringen, indem Sie zum Beispiel als Banker an der Börse durch waghalsige Geschäfte viel Geld verspekulieren“, erklärt Prof. Martin Schäfer, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Suchtmedizin in Essen und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen.

Der Körper schüttet zu viele euphorisch machende Botenstoffe wie Dopamin aus. „Man fühlt sich wie unter Drogen: euphorisch, enthemmt, gut drauf, voller Energie, Schlaf scheint überflüssig“, sagt Schäfer. Im grenzenlosen Überschwang der Gefühle trauen sich Betroffene oft alles zu, blenden Gefahren aus, handeln übertrieben und stürzen sich in riskante Geschäfte. Auch Wahrnehmungsverschiebungen können bei extremer Ausprägung einer Manie auftreten.

Dieselben Menschen kennen aber auch die Kehrseite - die oft langen Phasen der Depression, geprägt von Ängsten, Schuldgefühlen, Suizidgedanken, Entscheidungsunfähigkeit und völliger Energie- und Antriebslosigkeit. Die extremen Gefühlsschwankungen sind typisch für eine bipolare Störung, unter der auch Thomas Stein leidet.

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In Deutschland leben etwa 800.000 Menschen mit einer bipolaren Störung. Ihr Leben gleicht einer Achterbahn, die - einmal angeschoben - nur schwer zum Stehen kommt. Dennoch werden ihre Probleme oft übersehen oder falsch therapiert. Von der ersten Episode bis zu einer angemessenen Behandlung vergehen bei der Krankheit im Durchschnitt fünf bis zehn Jahre. Vor allem die euphorischen Phasen sind häufig nicht so stark ausgeprägt, dass sie auffallen.

Zwar seien die Betroffenen in den sogenannten hypomanen Phasen äußerst arbeitswütig, besonders kreativ oder sehr selbstbewusst und exzentrisch. "Aber sie fallen nicht aus dem gesellschaftlichen Rahmen. Für manche sind es subjektiv sogar die besten, kreativsten Phasen ihres Lebens", sagt Wolfgang Maier, der die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bonn leitet. Ernest Hemingway, Virginia Woolf und Robert Schumann schufen in gemäßigten Hochs der Krankheit Weltliteratur und Musikklassiker. Doch dann flaute die Euphorie wieder ab. Unauffällige Zeiten folgten, bis die Depression übernahm.

Viele Betroffenen gehen erst in schwermütigen Zeiten zum Arzt, bei drei von vieren beginnt die Erkrankung gar mit einer Depression. Gewöhnlich behandeln Psychiater dann ausschließlich diese, der andere Pol der Erkrankung bleibt ihnen verborgen. "Auch wenn die Patienten vorher schon leicht manische Phasen erlebt haben, werden sie entweder nicht danach gefragt oder erinnern sich nicht unbedingt daran", sagt Psychiater Michael Bauer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden.

Einige Betroffene verheimlichen auch, dass sie bereits ausgeprägte manische Phasen erlebt haben. "Das veraltete Bild vom durchgedrehten, manisch-depressiven Irren ist in der Gesellschaft noch stark verankert. Viele wollen da lieber nicht dazu zählen", sagt Bauer, der seit 25 Jahren Betroffene behandelt und sich im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen engagiert.

Ohne angemessene Behandlung erleben die Erkrankten immer wieder Episoden mit manischen oder depressiven Symptomen. Die Abstände zwischen den Krankheitsschüben verkürzen sich, das Auf und Ab setzt vielen zu. Suizidgedanken beginnen, sie zu plagen. Im Unterschied zu Menschen mit Depressionen sind sie jedoch auch in ihren depressiven Phasen recht agil, haben eher Wut im Bauch und setzen den Todeswunsch deshalb öfter um. Jeder dritte Betroffene versucht, sich das Leben zu nehmen; etwa einer von fünf Todesfällen unter Bipolar-Patienten geht auf einen Suizid zurück. So auch die von Hemingway, Woolf und Schumann.

Ein fast normales Leben

Dabei lässt sich auch mit der Erkrankung ein normales Leben führen, wenn sie schnell und korrekt behandelt wird. "Die Diagnose bedeutet zwar, dass man ein Leben lang ein sehr hohes Risiko für erneute manische oder depressive Episoden hat", sagt Wolfgang Maier, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. "Bei günstigem Verlauf machen diese Krankheitsphasen aber im Durchschnitt kaum mehr als 15 Prozent der Lebenszeit aus. Zwischen den Episoden liegen oft mehrere Jahre."

Ohne Medikamente beträgt die Wahrscheinlichkeit, in eine neue Episode zu rutschen, 80 Prozent. Mit Medikamenten lebt etwa ein Drittel ohne Symptome. Bei einem Großteil schwanken zwar weiterhin Stimmung, Aktivität und Antrieb, doch nicht annähernd so gravierend wie ohne Therapie. "Sicher gibt es in den Biografien von Menschen mit bipolarer Störung mehr Brüche zu verzeichnen. Die meisten sind aber in die Gesellschaft integriert, gehen arbeiten, leben in Beziehungen und haben Kontakt zu ihrer Familie und Freunden", sagt Maier. So auch die Buchautorin Kay Redfield Jamison.

Die bipolare Erkrankung hat sie in ihrem Leben mehrfach aus der Bahn geworfen, heißt es in ihrer Autobiografie "Meine ruhelose Seele. Die Geschichte einer bipolaren Störung". Dennoch: Die heute 68-Jährige ist verheiratet und hat trotz oder auch in Teilen wegen ihrer Krankheitsepisoden Karriere gemacht - als Psychologin und Psychiatrieprofessorin sowie international angesehene Expertin für bipolare Störungen. Die Erkrankung war für sie Hindernis und Antrieb zugleich, wie sie schreibt: "Manisch-depressive Störungen sind eine Krankheit, die sowohl tötet als auch Leben gibt. Es liegt in der Natur des Feuers, dass es erschafft und zerstört Die Manie ist eine sonderbare treibende Kraft, eine Zerstörerin und ein Feuer im Blut."

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie - auch anonyme - Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.

Erfahrungsberichte - bipolaris - Manie & Depression Selbsthilfevereinigung Berlin-Brandenburg e. V.

Für alle Berichte liegt das Copyright bei bipolaris e.V. oder den Autoren. Vervielfältigung im Ganzen oder in Teilen ist ohne ausdrückliche Zustimmung nicht gestattet. Dies gilt auch für das Einstellen auf anderen Webseiten.

Hier stellen wir einige Erfahrungsberichte zur Verfügung, die von Menschen mit einer Bipolaren Störung oder von ihren Angehörigen geschrieben worden sind.

Gerne können auch Sie uns Ihre Erfahrungen mitteilen: Kontakt.

Erfahrungsberichte von Menschen mit Bipolaren Störungen

Die bipolare Störung, medizinisch korrekt auch bipolare affektive Störung (BAS) genannt, ist eine psychische Erkrankung, die zur Gruppe der Affektstörungen gehört. Früher war die bipolare Störung unter dem Namen manisch-depressive Erkrankung bekannt.

Bis vor wenigen Jahren wurde die bipolare Störung in medizinischen Fachkreisen als manisch-depressive Erkrankung oder manisch-depressive Psychose bezeichnet. Auch manische Depression ist ein gebräuchliches Synonym.

Die bipolare Störung ist eine schwere psychische Erkrankung, die in der Regel einen chronischen Verlauf nimmt. Charakteristisch ist ein episodischer Verlauf mit depressiven und manischen Episoden. Während die Patienten in der depressiven Episode eher unter einer gedrückten Stimmung bis hin zu Suizidgedanken leiden, ist die manische Episode durch einen gesteigerten Antrieb und eine unangemessene euphorische Stimmung gekennzeichnet. Auch gemischte Episoden mit depressiven und manischen Anteilen können auftreten.

Zwischen den einzelnen Phasen befinden sich die Betroffenen meist in einem normalen und unauffälligen Zustand. Die bipolare Störung kann in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten. Einige Patienten können mit ihrer psychischen Erkrankung gut leben, Patienten mit stark ausgeprägten Episoden leben hingegen oft im gesellschaftlichen Aus.

Die bipolare Störung beginnt häufig schon im frühen Erwachsenenalter. Bis schlussendlich die Diagnose bipolare Störung gestellt wird, vergehen nicht selten mehrere Jahre, sodass die Betroffenen bei der Diagnosestellung schon einen langen Leidensweg hinter sich haben.

Die bipolare Störung gehört zu den häufigeren psychischen Erkrankungen. Wenn auch leichtere Fälle in die Statistiken eingerechnet werden, leiden drei bis vier Prozent der Bevölkerung in Industrieländern unter einer bipolaren Störung.

Bei der bipolaren Störung handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein multifaktoriell bedingtes Krankheitsgeschehen. Aufgrund von Zwillingsstudien gehen Forscher davon aus, dass die bipolare Störung zu einem Großteil genetisch bedingt ist. Allerdings wird nicht die Erkrankung, sondern lediglich ein erhöhtes Risiko, an der Störung zu erkranken, vererbt. Das bedeutet, dass das Erbgut lediglich eine Prädisposition darstellt. Umweltfaktoren beeinflussen jedoch den Beginn, den Verlauf und das Ende der Erkrankung. Bisher konnten viele verschiedene genetische Veränderungen bei den Erkrankten identifiziert werden. Jede dieser genetischen Veränderungen stellt für sich allein betrachtet jedoch nur ein geringes Risiko für die Entwicklung der Krankheit dar. Nur bei einer Polygenie, also bei mehreren Veränderungen, kann die Störung zum Ausbruch kommen. Ferner ist zu beachten, dass die bisher identifizierten genetischen Veränderungen nicht krankheitsspezifisch sind, sondern auch ein erhöhtes Risiko für andere psychische und körperliche Erkrankungen beinhalten.

Studienergebnisse aus dem Bereich der Hirnforschung zeigen bei Patienten mit bipolarer Störung deutliche Abweichungen in den neuronalen Netzen, die für die Verarbeitung von Gefühlen und für die Emotionsregulation zuständig sind. Diese Abweichungen treten vor allem im präfrontalen und temporalen Cortex sowie im Hippocampus und in der Amygdala auf. Zudem ist die neurochemische Übertragung der Neurotransmitter Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Glutamat gestört. Ebenso zeigen sich bei den sekundären Botenstoffen, den sogenannten Second Messengern, Abweichungen in den Nervenzellen. Diese Störungen scheinen bei der Entstehung und dem Verlauf der Erkrankung eine entscheidende Rolle zu spielen.

Neben den genetischen und biologischen Faktoren sind auch Umweltfaktoren an der Entstehung der bipolaren Störung beteiligt. Insbesondere traumatische Erlebnisse wie schmerzhafte Trennungen, der Verlust des Arbeitsplatzes, sexueller Missbrauch oder Mobbing begünstigen die Entstehung der psychischen Krankheit. Ebenso negativ wirkt sich psychosozialer Stress aus. Zu den psychosozialen Stressoren gehören Konflikte in der Partnerschaft sowie Konflikte innerhalb der Familie oder im Beruf. Auch große Veränderungen wie beispielsweise ein Umzug in eine neue Wohnung oder ein Jobwechsel können sich auf den Verlauf und die Entstehung der bipolaren Störung auswirken. Drei Viertel aller Patienten berichten im Rückblick darüber, dass sie unmittelbar vor dem Ausbruch der Erkrankung starken Stress hatten.

Zu den auslösenden Faktoren der bipolaren Störung gehören zudem Alkohol– und Drogenmissbrauch sowie ein gestörter oder unregelmäßiger Tag- und Nachtrhythmus beispielsweise durch Schicht- oder Nachtarbeit. Insbesondere Schlafmangel wirkt sich negativ auf den psychischen Zustand der Patienten aus.

Grundsätzlich können die bipolaren Störungen in Bipolar I und Bipolar II unterteilt werden. Die meisten Patienten leiden unter der Bipolar-II-Störung. Diese ist durch eine mindestens zwei Wochen andauernde depressive Episode gekennzeichnet, auf die eine Phase der Manie oder Hypomanie folgt. Die Hypomanie ist die leichtere Form der Manie. Wenn diese hypomanische Phase sehr dezent verläuft, kann die Bipolar-II-Störung leicht mit einer rezidivierenden depressiven Störung verwechselt werden.

Die Bipolar-I-Störung beginnt mit einer 7 bis 14 Tage andauernden manischen Hochphase. An diese schließt sich eine depressive Episode an. Normalerweise durchlaufen die Betroffenen zwischen den einzelnen Episoden Phasen mit einem normalen Gemütszustand. Wechseln Manie bzw. Hypomanie und Depression übergangslos, so bezeichnet man dies als Switching oder Polaritätswechsel.

Eine manische Episode ist durch eine abnorme und dauerhaft gehobene Hochstimmung gekennzeichnet. Es gibt jedoch auch Patienten, die eine ausgeprägte gereizte Stimmung aufweisen. Während der manischen Periode haben die Patienten ein übertriebenes Selbstbewusstsein bis hin zum Größenwahn. Das Schlafbedürfnis ist verringert, sodass sie häufig mit nur drei Stunden Schlaf auskommen. Die Betroffenen fallen durch einen großen Rededrang und eine Zerstreutheit auf. Sie haben das Gefühl, dass ihre Gedanken rasen. Diese innere Nervosität spiegelt sich in einer psychomotorischen Unruhe wider. Auffallend ist, dass sich Menschen in einer manischen Episode exzessiv mit angenehmen Tätigkeiten beschäftigen, die vermutlich negative Konsequenzen für sie haben werden. So geben sich Patienten mit bipolarer Störung beispielsweise ungehemmt einem Kaufrausch hin oder tätigen unnütze Investitionen.

In der depressiven Episode leiden die Patienten hingegen unter einer depressiven Stimmung. Sie fühlen sich traurig und leer oder erscheinen weinerlich. Das Interesse an Aktivitäten des Alltags, auch an Aktivitäten, die den Betroffenen früher Freude bereitet haben, ist deutlich vermindert. Im Gegensatz zur manischen Episode ist in der depressiven Episode das Schlafbedürfnis übersteigert. Auch Schlaflosigkeit kann in der Depression auftreten. Patienten in der depressiven Episode sind erschöpft und leiden unter einem starken Energieverlust. Oft können sie den normalen Alltag ohne Hilfe nicht mehr bewältigen. Sie können sich nur sehr schwer konzentrieren und sind unfähig Entscheidungen zu treffen. Ausgeprägte depressive Episoden gehen mit wiederkehrenden Todes- und Suizidgedanken einher.

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  • Seit wann ungefähr besteht das Zittern (Tremor) der Hände/Beine?
  • Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Muskulatur ständig angespannt ist?
  • Haben Sie Schmerzen, etwa im Schulter- oder Nackenbereich?
  • Fällt es Ihnen schwer, beim Gehen das Gleichgewicht zu halten?
  • Fallen Ihnen feinmotorische Tätigkeiten (zum Beispiel ein Hemd zuknöpfen, Schreiben) zunehmend schwer?
  • Haben Sie Probleme beim Schlafen?
  • Ist Ihnen aufgefallen, dass sich Ihr Geruchssinn verschlechtert hat?
  • Wurde bereits bei Angehörigen eine Parkinson-Erkrankung festgestellt?
  • Nehmen Sie Medikamente ein, beispielsweise aufgrund psychischer Probleme? (Antipsychotika, „Dopaminantagonisten“ wie Metoclopramid)

Neben dem Anamnesegespräch folgen eine körperliche und eine neurologische Untersuchung. Dabei überprüft der Arzt allgemein die Funktion des Nervensystems: Er testet zum Beispiel die Reflexe des Patienten, die Empfindsamkeit (Sensibilität) der Haut und die Beweglichkeit der Muskeln und Gelenke. Dabei achtet er besonders auf die Hauptsymptome von Parkinson:

Verlangsamte Bewegungen (Bradykinese) sind sehr charakteristisch für Parkinson. Der Arzt erkennt sie, indem er Ihren Gang, Ihre Gestik und Mimik beobachtet. Möglicherweise wird er Sie bitten, einige Meter im Untersuchungsraum entlang zu gehen. Dabei kann er auch beurteilen, ob Sie „wackelig auf den Beinen“ sind (posturale Instabilität).

Um festzustellen, ob Ihre Muskeln auffallend steif sind (Rigor), wird der Arzt prüfen, ob sich Ihre Gelenke flüssig bewegen lassen. Bei Parkinson ist die Muskelspannung stark erhöht, so dass die Muskeln einen Widerstand entgegensetzen, wenn der Arzt versucht, ein Gelenk (wie den Ellenbogen) zu bewegen. Dieses Phänomen wird auch als Zahnradphänomen bezeichnet (siehe oben: "Parkinson: Symptome").

Ob bei Ihnen ein Zittern in Ruhe (Ruhetremor) vorliegt, bemerkt der Arzt während der körperlichen Untersuchung. Wichtig für die Parkinson-Diagnose ist die Unterscheidung zwischen einem Ruhetremor (wie er bei Parkinson auftritt) und anderen Tremorarten. Dazu zählt zum Beispiel der sogenannte Intentionstremor: Bei einer Schädigung im Kleinhirn beginnt die Hand zu zittern, sobald der Betreffende versucht, eine gezielte Bewegung damit auszuführen. In Ruhe zittert die Hand dagegen nicht.

Um die Parkinson-Diagnose zu unterstützen, wird manchmal der sogenannte L-Dopa-Test durchgeführt. Dabei erhalten Patienten einmalig die Dopamin-Vorstufe L-Dopa (Levodopa). Das ist jenes Medikament, das zur Standardtherapie bei Parkinson gehört. Bei manchen Patienten bessern sich die Bewegungsstörungen und die steifen Muskeln schon kurz nach der Einnahme (ungefähr eine halbe Stunde danach). Dann liegt vermutlich ein idiopathisches Parkinson-Syndrom vor (Achtung: Der Ruhe-Tremor lässt sich nicht immer mit Levodopa lindern).

Der L-Dopa-Test ist in der Parkinson-Diagnostik aber nur begrenzt aussagekräftig. Denn manche Menschen haben zwar Parkinson, sprechen aber nicht auf den Test an. Dann fällt das Ergebnis falsch-negativ aus. Umgekehrt kann der L-Dopa-Test auch bei anderen Erkrankungen als Parkinson positiv ausfallen. Das gilt zum Beispiel bei manchen (aber nicht allen) Patienten mit einer sogenannten Multisystematrophie. Bei dieser fortschreitenden Erkrankung sterben Nervenzellen in verschiedenen Hirnregionen ab. Das kann ein atypisches Parkinson-Syndrom auslösen.

Wegen dieser Probleme wird der L-Dopa-Test nicht routinemäßig in der Parkinson-Diagnostik empfohlen. Ein weiterer Grund dafür ist, dass er Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen haben kann. Um diesen vorzubeugen, erhalten Patienten vor dem Test in der Regel das Anti-Brechmittel Domperidon.

Der L-Dopa-Test kann auch helfen, die Therapie bei Parkinson zu planen: Bei nachgewiesenem Parkinson kann mit dem Test geprüft werden, wie gut der Patient auf L-Dopa anspricht. Aber auch hier darf man kein eindeutiges Testergebnis erwarten. Manche Patienten sprechen nicht auf den Test an (negatives Ergebnis), lassen sich später aber trotzdem gut mit L-Dopa behandeln.

Übrigens: Anstelle des L-Dopa-Tests wird zur Parkinson-Diagnose gelegentlich der Apomorphin-Test gemacht. Hier wird geprüft, ob sich die Bewegungsstörungen nach einer Apomorphin-Spritze bessern. Wenn ja, spricht dies für ein idiopathisches Parkinon-Syndrom. Es gilt hier aber das Gleiche wie beim L-Dopa-Test: Nicht bei jedem Parkinson-Patient fällt der Test positiv aus. Zudem können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Schläfrigkeit auftreten.

Mithilfe der Computertomografie (CT) oder der Kernspintomografie (MRT) lässt sich das Gehirn des Patienten bildlich darstellen. Das kann helfen, andere mögliche Ursachen für die vermuteten Parkinson-Symptome auszuschließen, beispielsweise einen Hirntumor. Die Bildgebung des Gehirns hilft also, ein idiopathisches Parkinson-Syndrom von einem sekundären Parkinson oder anderen neurodegenerativen Erkrankungen (wie atypischer Parkinson) zu unterscheiden.

Eventuell werden dazu auch spezielle Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehört beispielsweise die SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography), eine nuklearmedizinische Untersuchung: Dem Patienten wird dabei zuerst eine radioaktive Substanz verabreicht. Mit dieser lassen sich jene Nervenenden im Gehirn darstellen, die sich bei Parkinson zurückbilden (DAT-SPECT). Das kann Aufschluss in unklaren Fällen geben.

Wenn die Parkinson-Diagnose unklar ist, ordnet der Arzt manchmal auch eine spezielle Variante der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) an: die FDG-PET. Die Abkürzung FDG steht für Fluordesoxyglukose. Das ist ein radioaktiv markierter Einfachzucker. Er wird dem Patienten verabreicht, bevor man das Gehirn bildlich mittels PET darstellt. Diese Untersuchung kann vor allem helfen, ein atypisches Parkinson-Syndrom abzuklären. Allerdings ist die Untersuchung zu diesem Zwecke nicht offiziell zugelassen. Sie wird deshalb nur in begründeten Einzelfällen dazu eingesetzt ("off-label-use").

Weniger aufwändig und kostengünstiger als diese Spezialuntersuchungen ist die Ultraschalluntersuchung des Gehirns (Transkranielle Sonografie, TCS). Sie hilft, ein idiopathisches Parkinson-Syndrom im Frühstadium zu erkennen und gegen andere Erkrankungen (wie atypische Parkinson-Syndrome) abzugrenzen. Dazu sollte der Arzt mit dieser Untersuchung aber umfassende Erfahrungen besitzen. Anderenfalls kann er das Untersuchungsergebnis vielleicht nicht richtig interpretieren.

Es ist nach wie vor oft schwer, die Diagnose Parkinson zweifelsfrei zu stellen. Ein Grund dafür ist, dass es viele verschiedene Erkrankungen gibt, die ähnliche Symptome wie die Parkinson-Erkrankung auslösen.

Das Arzt-Patient-Gespräch (Anamnesegespräch) und die körperlich-neurologische Untersuchung sind essenziell für die Parkinson-Diagnostik. Die weiteren Untersuchungen dienen in erster Linie dazu, andere Gründe für die Symptome auszuschließen. Nur wenn sich die Beschwerden gut durch Parkinson erklären lassen und keine anderen Ursachen dafür gefunden werden, kann die Parkinson-Diagnose (Idiopathisches Parkinson-Syndrom) gestellt werden.

Wie im Abschnitt "Ursachen" erwähnt, sind genetisch bedingte Formen von Parkinson sehr selten. Sie lassen sich aber mit einer molekulargenetischen Untersuchung feststellen. Eine solche Untersuchung kommt in Betracht, wenn:

  • der Patient vor dem 45. Lebensjahr an Parkinson erkrankt oder
  • mindestens zwei Verwandte 1. Grades an Parkinson leiden.

In diesen Fällen liegt der Verdacht nahe, dass die Parkinson-Erkrankung durch eine Genmutation verursacht wird.

Gesunde Angehörige eines Patienten mit genetisch bedingtem Parkinson können sich ebenfalls einem Gentest unterziehen. So lässt sich feststellen, ob auch sie die auslösende Genmutation aufweisen. Ein solcher Gentest zur Abschätzung des persönlichen Parkinson-Risikos darf aber erst durchgeführt werden, nachdem der Betreffene von einem Facharzt ausführlich genetisch beraten wurde.

Das idiopathische Parkinson-Syndrom ist eine fortschreitende Erkrankung, die bislang nicht heilbar ist. Je nach Symptomatik unterscheiden Mediziner vier Verlaufsformen:

  • akinetisch-rigider Typ: Es treten vor allem Bewegungslosigkeit und Muskelsteife auf, während Tremor kaum oder gar nicht vorhanden ist.
  • Tremordominanz-Typ: Das Hauptsymptom ist das Zittern (Tremor).
  • Äquivalenz-Typ: Bewegungslosigkeit, Muskelsteife und Zittern sind ungefähr gleich ausgeprägt.
  • monosymptomatischer Ruhe-Tremor: Das Zittern in Ruhe ist das einzige Symptom. Sehr seltene Verlaufsform.

Neben der Verlaufsform spielt das Erkrankungsalter eine wichtige Rolle bei Parkinson: Verlauf und Prognose werden davon beeinflusst, ob die Erkrankung in verhältnismäßig jungem Lebensalter (beispielsweise ab dem 40. Lebensjahr) oder aber im höheren Alter ausbricht.

So passiert es bei jüngeren Patienten viel eher, dass die Parkinson-Medikamente Bewegungsstörungen (Dyskinesien) und Wirkungsschwankungen (Fluktuationen) auslösen. Das trifft besonders beim akinetisch-rigiden Parkinson-Typ zu, für den ein frühes Erkrankungsalter typisch ist. Dafür ist L-Dopa bei diesen Patienten gut wirksam.

Anders beim Tremordominanz-Typ: Die Betroffenen sprechen relativ schlecht auf L-Dopa an. Dafür schreitet bei ihnen der Parkinson langsamer voran als bei den anderen Verlaufsformen. Somit hat der Tremordominaz-Typ die günstigste Prognose.

Mitte der 1970er Jahre wurden moderne Parkinson-Medikamente wie Levodopa entwickelt. Das veränderte die Prognose bei "echtem" (idiopathischem) Parkinson: Lebenserwartung und Lebensqualität der Patienten verbesserten sich dank der neuen Wirkstoffe. Laut Statistik hat ein optimal behandelter Parkinson-Patient heute fast die gleiche Lebenserwartung wie eine gleichaltrige gesunde Person: Wenn heute jemand mit 63 Jahren die Diagnose Parkinson bekommt, kann er schätzungsweise noch mit weiteren 20 Lebensjahren rechnen. Zum Vergleich: Mitte des letzten Jahrhunderts lebten Patienten nach der Diagnose im Schnitt noch etwas mehr als neun Jahre.

Die gestiegene Lebenserwartung beim idiopathischen Parkinson-Syndrom kommt dadurch zustande, dass die modernen Medikamente die wesentlichen Beschwerden der Patienten weitgehend beheben. Früher führten solche Beschwerden oft zu Komplikationen, die dann den Patienten vorzeitig sterben ließen. Ein Beispiel: Parkinson-Patienten, die sich kaum noch bewegen konnten (Akinesie), waren oft bettlägerig. Diese Bettlägerigkeit lässt das Risiko für gefährliche Erkrankungen wie Thrombose oder Lungenentzündung massiv ansteigen.

Achtung: Die verbesserte Lebenserwartung, wie sie hier beschrieben ist, bezieht sich nur auf das idiopathische Parkinson-Syndrom (= den „klassischen Parkinson“). Atypische Parkinson-Syndrome, bei denen die Betroffenen nicht oder kaum auf eine Behandlung mit L-Dopa ansprechen, schreiten meist rascher voran. Sie haben in der Regel eine deutlich schlechtere Prognose.

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14.03.2018 | Gesundheit Hawking litt an ALS - Was die Krankheit bedeutet

Stephen Hawking ist tot. Der berühmte Wissenschaftler hat über 50 Jahre mit der Krankheit ALS gelebt. Eine absolute Ausnahme! Alles über ALS:

Der berühmte Astrophysiker Stephen Hawking zählte zu einer sehr geringen Zahl an ALS-Patienten, die so lange mit der Krankheit leben konnten. Er hatte eine extrem seltene, langsam verlaufende ALS-Form. Stephen Hawking bekam die Diagnose ALS bereits mit 21 und lebte über 50 Jahre damit. Er wurde 76 Jahre alt.

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) führt zu zerstörten Nerven und fortschreitender Muskellähmung. Die Betroffenen können sich im Verlauf der Erkrankung nicht mehr bewegen, sie haben Schwierigkeiten beim Schlucken, Sprechen und Atmen. Das Bewusstsein und der Intellekt bleiben aber in der Regel intakt. In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge rund 6000 ALS-Patienten.

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