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Psychische Störungen - Affektive Störungen

Mechanismus für Resilienz bei Menschen mit hohem Risiko für BAS entdeckt

19.08.2017 Eine im Fachblatt American Journal of Psychiatry veröffentlichte Studie hat einen Mechanismus im Gehirn bei den Geschwistern von bipolaren Patienten identifiziert, der sie gegenüber einer bipolaren Störung resilienter (widerstandsfähiger) macht.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Gehirn in der Lage ist, sich an das biologische Risiko für die Bipolare affektive Störung (BAS) anzupassen, wodurch sich neue Wege auftun, die Resilienz bei den gefährdeten und aktuell Betroffenen zu verbessern.


Bild: Gerd Altmann

Die psychische Krankheit neigt dazu, in Familien gehäuft aufzutreten: Geschwister von Patienten mit BAS entwickeln 10-mal häufiger die Erkrankung - verglichen mit der allgemeinen Bevölkerung. Allerdings werden die meisten Menschen mit einer BAS in der Familie nicht die Krankheit entwickeln.

Um herauszufinden, was die Menschen gegenüber einer Bipolaren Störung resilienter macht, untersuchten die Forscher Gehirnscans (fMRT) von

  • 78 Patienten mit BAS,
  • 64 ihrer nicht-erkrankten Geschwister und
  • einer Kontrollgruppe von 41 Nicht-Verwandten ohne die psychische Störung.

Während die Geschwister genetische Hinweise auf eine abnormale Konnektivität in Hirnregionen zeigten, die an Empfindung und Bewegung beteiligt sind, die in anderen Studien mit einer bipolaren Erkrankung verknüpft waren, kompensierten sie die Krankheit durch Hyper-Konnektivität (verstärkte Verbindungen zwischen Hirnregionen) im Standardmodusnetz (DMN - default mode network) des Gehirns.

Diese Hyperkonnektivität fehlte in der Gruppe der Patienten mit Bipolarer affektiver Störung.

Das DMN ist ein Netzwerk von interagierenden Hirnregionen, deren Aktivität stark miteinander verbunden ist und sich von anderen Netzwerken im Gehirn unterscheidet.

Die meisten Risikofaktoren für BAS - einschließlich genetisches Risiko, frühe negative Erfahrungen in der Kindheit und Traumata - sind nicht veränderbar, sagte Studienautorin Dr. Sophia Frangou, Professorin für Psychiatrie an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai.

Im Gegensatz dazu, zeigt diese Forschung, dass das Gehirn seine Konnektivität verändern kann, um biologische Widrigkeiten zu überwinden. Das gibt Hoffnung, dass wir dieses natürliche Potential des Gehirns nutzen können, um präventive Behandlungen zu entwickeln, sagte sie.

Basierend auf diesen Ergebnissen führen die Forscher eine Reihe von Follow-up-Experimenten durch, um die Möglichkeit zu testen, ob das Gehirn der Patienten durch einfache computergestützte Aufgaben, die die Gehirnkonnektivität verbessern, neu vernetzt werden kann.

Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass einfache Interventionen die funktionelle Architektur des Gehirns wiederherstellen und die Schwere der Symptome bei den Patienten reduzieren können, schreiben die Wissenschaftler.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Icahn School of Medicine at Mount Sinai; American Journal of Psychiatry; Aug. 2017

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

  • Veränderungen in Gehirnkonnektivität schützen
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  • Blut von Patienten mit bipolarer Störung: toxisch für Gehirnzellen
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  • Bipolare affektive Störung und das Striatum
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  • Geringere Konnektivität in den emotionalen Hirnarealen
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Prof. Dieter Sturma, Philosoph Uni Bonn:

"Dass sie jetzt über den Flur läuft und hinter einem steht oder jedes Mal im falschen Zimmer ist, das ist aus ihrer Situation sicher rekonstruierbar, bloß wir haben keinen Zugang mehr."

Erst sind es nur wenige Nervenzellen, die absterben, dann immer mehr. Der Prozess des Vergessens vollzieht sich langsam, aber unaufhaltsam. Bis zum Jahr 2050, so Schätzungen, sollen in Deutschland bis zu drei Millionen Menschen an Demenz erkrankt sein. Eine große medizinische und pflegerische, aber vor allem auch eine ethische Herausforderung. Denn - was ist ein Mensch ohne Gedächtnis? Der zunehmend "von seinem Geist" verlassen wird - denn nichts anderes bedeutet ja "De-mens"? Ist er ein "auseinanderfallendes Selbst", wie Gedächtnisforscher Hans Markowitsch es nennt? Eine sich auflösende Persönlichkeit? Ist jemand, der am Ende niemanden mehr erkennt, wie es der später selbst an Demenz erkrankte Walter Jens in gesunden Jahren formulierte, "im Sinne des Humanen" kein Mensch mehr?

"Das Wort Person bezeichnet "ein denkendes verständiges Wesen, das Vernunft und Überlegungen besitzt und sich selbst betrachten kann."

So definierte es der englische Philosoph John Locke im 17. Jahrhundert. Vernunft und die Fähigkeit zu selbstbestimmtem Handeln sind in der Tradition der Aufklärung zentrale Kennzeichen des Menschen. Für Immanuel Kant zum Beispiel dürfen nur vernünftige Wesen Personen genannt werden. Und sind sie vernünftig, dann sind sie zugleich in der Lage, selbstbestimmt moralisch zu handeln. Diese Fähigkeit zu Vernunft und Moral begründet für Kant die Würde des Menschen.

"Also Autonomie und vernünftiges Handeln, das sind Konzepte, die sich aus dem Leben ohne Demenz, aus dem Leben in Gründen, wie das Philosophen sagen, herleiten."

Wolfgang Maier ist der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uni Bonn:

"In der Demenz ist es ab einem gewissen Grad immer schwerer möglich, zum Beispiel bei einer Entscheidung die Konsequenzen zu betrachten, also zu betrachten, wie verhält sich das zu meinen früheren Handlungen, also die Beziehungssetzung, das Zurückdenken und das Vorausdenken."

Sind Demente also am Ende keine Personen mehr, weil sie nicht mehr vernünftig und autonom handeln können? Der US-Philosoph Jeff McMahan bezeichnet schwer Demenzkranke als "Post-Personen". Ähnlich der australische Philosoph Peter Singer. Er spricht von "ehemaligen Personen". Und Menschen, die viel Wert darauf legen, ihr Leben frei und selbstbestimmt zu gestalten, werden den Zustand der Demenz möglicherweise als unakzeptabel, ja als würdelos empfinden. Prof. Dieter Sturma, Philosoph an der Universität Bonn und Direktor mehrerer Ethik-Institute:

"Wer jetzt natürlich sagt, für mich ist ganz entscheidend vor allem aus der Perspektive eines autonomen Lebens, der wird den Zustand in einer Demenz als nicht akzeptabel auffassen und wird entsprechend auch Vorkehrungen treffen wollen, dass er den Zuständen nicht zu lange ausgesetzt ist."

Die Auseinandersetzung mit der Demenz wirft die Frage nach unserem Menschenbild auf. Wird der Mensch mit seiner geistigen Leistung gleichgesetzt, erscheint Demenz als Zerstörung dieses Menschen. Wird er auch als empfindendes, soziales, emotionales Wesen verstanden, kann sich der Blick leichter auf dessen noch vorhandene Fähigkeiten richten.

"Wenn jemand sagt, personales Leben ist nicht durchgängig an kognitive Fähigkeiten gebunden, der kriegt einen viel umfassenderen Blick darauf und wird sagen, ich kann mit dem Zustand, nicht mehr autonom zu sein am Ende meines Lebens, anders umgehen. Der sagt, ich akzeptiere das als eine Form des Lebens oder der Existenz."

Dieter Sturma war Leiter des Forschungsverbunds "Person und Demenz" am Institut für Neurowissenschaften und Medizin in Jülich. Er hält einen Begriff von Person, der vor allem, an deren kognitive Kompetenzen gebunden ist, für verkürzt:

"Wir haben im Rahmen unseres Forschungsprojekts 'Person und Demenz' mal ein großes umfassendes Bild gezeichnet von Eigenschaften der humanen Lebensform, wie wir das genannt haben. Und da stand nicht mehr nur Autonomie oder personale Identität, sondern noch 60 andere Begriffe drauf, wie Kontemplation, wie Ausdruck, wie ästhetische Komponenten und moralische Komponenten, die noch lange intakt bleiben.. Übrigens auch emotionale Nähe."

Es gelte also, den Personenbegriff der Aufklärung zu erweitern, meint Dieter Sturma. Und damit, so Dr. Michael Wunder, Mitglied des Deutschen Ethikrates, müsse man auch die zentralen Attribute dieses Personenbegriffs neu denken:

"Erstens stellt sich die Frage, was wir unter Vernunft eigentlich verstehen? Verstehen wir eine objektiv messbare Handlung, einen Outcome einer Handlung oder würden wir es eher in das Handeln hinein verlegen, was er für vernünftig und damit für sich für erklärbar hält, für plausibel machbar. Und ich neige dem Zweiten zu."

Dann, so Michael Wunder, könnte man vielleicht auch Handlungsweisen verstehen, die auf den ersten Blick unvernünftig erscheinen.

"Zum Beispiel wenig bekleidet in der kalten Jahreszeit rauszugehen, ist unvernünftig. Es kann aber vernünftig sein, weil dicke Sachen drum herum unangenehm empfunden werden, dann ist es auf eine andere Art und Weise vernünftig, nämlich erklärlich für den Betroffenen. Also die genaue Beobachtung von Dementen und Mitgehen mit ihren Empfindungen lehrt uns, bescheiden zu sein mit den großen Überzeugungen, das ist Vernunft, das ist Selbstbestimmung."

Und auch wenn Selbstbestimmung und Demenz wie zwei weit auseinanderliegende Pole des menschlichen Daseins erscheinen, gelte es, den dementiell Erkrankten in die Gestaltung seines Lebens mit einzubeziehen.

"Natürlich ist es so, dass wir nicht sagen, es ist die volle Selbstbestimmung, sondern es ist eine Teilselbstbestimmung und die gilt es ernst zu nehmen. Und natürlich ändert sich der Rahmen, in dem die Selbstbestimmung möglich ist."

Es sei geradezu eine ethische Herausforderung, formulierte der Ethikrat in seiner Stellungnahme "Demenz und Selbstbestimmung", die Autonomie des Erkrankten weitgehend zu erhalten.

"Jemand, der in der zweiten Phase der Demenz ist, kann nicht mehr über seine Eigentum und sein Testament entscheiden, das ist auch klar. Aber er kann darüber entscheiden, wie sein Tag abläuft. Und wenn Sie einzelne Fälle angucken, dann sehen Sie eine Fülle von nicht nötigen Fremdentscheidungen in diesen Tagesabläufen: Was gibt es zu essen, wie werden Feste verbracht? Dass jemand, der sehr auf die eigene Räumlichkeit angewiesen ist, selbstverständlich über die Bedingungen in dieser Räumlichkeit auch selbst bestimmen kann, selbst wenn es nur hell - dunkel, warm - kalt oder lautere oder leisere Musik ist."

Allerdings wird bei fortschreitender Krankheit zunehmend schwieriger, die Willensäußerungen eines dementiell Erkrankten zu deuten. Möglicherweise ist es nur noch das, was juristisch als "natürlicher Wille" bezeichnet wird, anhand dessen die Wünsche des Kranken dechiffriert werden können. Wenn jemand zum Beispiel beim Füttern den Kopf abwendet, lässt sich das als Ausdruck verstehen, dass er keine Nahrung zu sich nehmen will. Wobei dann dennoch unklar ist, aus welchen Gründen das geschieht. Aus Appetitlosigkeit, einer Abneigung gegenüber der dargereichten Speise, aus einer depressiven Stimmung, gar einem Todeswunsch heraus?

"Entscheidungen werden häufig aus dem Moment heraus getroffen, das nennt man dann den natürlichen Willen, der sich da äußert. Und häufig widerspricht er Äußerungen früheren Verlautbarung im Zustand der völligen Autonomie, als man noch gut überlegen konnte, Werte entwickeln konnte."

Wolfgang Maier beschäftigte sich im Rahmen des Verbundprojekts "Person und Demenz" mit dem Thema "Patient und Autonomie".

"Also das Beispiel ist etwa die Konstellation Walter Jens. Jens hatte ja früher mit Küng zusammen über die Patientenautonomie geschrieben, praktisch schon, bevor es eine Patientenverfügung gab. Er hat schriftlich festgelegt, wenn er im Zustand etwa einer Demenz in einen lebensbedrohlichen Zustand gerät, dass dann eine medizinische Hilfe nicht um jeden Preis gegeben werden soll."

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Zur Definition: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) wird als seltene Krankheit eingestuft, an der jährlich weltweit 120.000 neue Personen erkranken. Aufgrund der verbesserten Erkennung der Krankheit heutzutage hat ALS in den vergangenen 50 Jahren einen starken Anstieg zu verzeichnen.

Dennoch bleiben viele Details von ALS unbekannt, auch wenn die Folgen der Erkrankung bis zu einer Lähmung führen können. Tatsächlich ist Amyotryphe Lateralsklerose (ALS) eine neurodegenerative Erkrankung, die die Motoneuronen des Gehirns betrifft, also anders gesagt jene Neurone, die für die Bewegungen des Körpers zuständig sind, sowie das Rückenmark.

ALS: Das sind die Symptome der schwerwiegenden Krankheit

Zum Krankheitsbild: Üblicherweise wird die ALS Krankheit bei Personen im Alter zwischen 55 und 70 Jahren festgestellt, allerdings existieren mehrere Formen. Die eine Form von ALS betrifft das Rückenmark und beginnt in den Extremitäten der betroffenen Person. Die zweite Form, auch "bulbäre ALS" genannt, betrifft vor allem die Hirnregionen, die für das Schlucken, die Stimmbildung und die Motorik der Zunge zuständig sind.

Die Unterscheidung zwischen den beiden Formen ist nicht ganz einfach, da beide dazu neigen, in ähnlicher Form fortzuschreiten. In beiden Fällen sind die Symptome daher gleich und ähneln verschiedenen Beeinträchtigungen, wie beispielsweise Gehschwierigkeiten, Gefühle von Steifheit, Krämpfe, Sprachschwierigkeiten, Rückgang der Muskeln, sowie Schwierigkeiten, zu lachen oder zu schlucken.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Eine komplexe Diagnose

Der Verlauf von ALS ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und kann sich über mehrere Monate oder Jahre hinziehen, wodurch den Ärzten eine präzise Prognose der Lebenserwartung erschwert wird. Die Diagnose besteht im Normalfall aus der Aufdeckung der klinischen Beschreibung der Krankheit. Zusätzlich sollte jedoch eine Elektromyografie (EMG) durchgeführt werden, um zu bestätigen, dass mehrere Bereiche und Neuronen des Gehirns betroffen sind. Dies erlaubt eine genauere Einschätzung des Grades der Krankheit und ihrer Folgen.

Andere Untersuchungen können ebenfalls durchgeführt werden, wie beispielsweise Blutuntersuchungen, ein MRT, oder sogar in einigen Fällen eine Biopsie. Sobald die Diagnose präzisiert aufgestellt wird, müssen die Patienten sich regelmäßigen Untersuchungen unterziehen, um das Fortschreiten der Schädigungen zu verfolgen und die Atemfunktionen zu überprüfen.

ALS Krankheit: Therapie und Lebenserwartung

Nach und nach im Verlauf der Nervenkrankheit gewinnt die Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit zunehmend an Bedeutung, bis es letztendlich zu Lähmungen verschiedener Funktionen kommt. Trotz der durchgeführten Forschung gibt es bis zum heutigen Tage kein Mittel, um ALS zu heilen. Die Behandlung von ALS zielt daher vor allem auf die Verlangsamung des Fortschreitens der Krankheit ab.

Riluzol ist die einzige medikamentöse Therapie, deren Effektivität gezeigt werden konnte und dies auch nur in begrenzter Form, da die Lebenserwartung von ALS-Patienten durch das Medikament nur um wenige Monate verlängert wird. Zur Zeit werden andere Behandlungsmöglichkeiten, wie etwa mit Lithium, in klinischen Studien geprüft, doch bislang wurde noch kein weiteres Medikament hergestellt. Neben den Medikamenten müssen ALS-Kranke regelmäßige Einheiten an Physiotherapie durchführen, welche die motorischen Defizite verlangsamen sollen und weiterhin logopädische Sitzungen gegen die Sprachschwierigkeiten.

Nach dem Auftreten der ersten Symptome der ALS Krankheit beträgt die Lebenserwartung meist nur einige Jahre. Die neuronale Beeinträchtigung führt zu dem Erscheinen von Schluckbeschwerden, die die Nahrungsaufnahme erschweren und somit Unterernährung auslösen können. Die Beeinträchtigung der Muskeln im Bereich der Atmung können das Infektionsrisiko erhöhen und zu Atemnot führen.

Ursachen und Faktoren der Nervenkrankheit ALS

Auch wenn Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) in den letzten Jahren deutlich an Bekanntheit gewonnen hat, ist die Behandlung nach wie vor schwierig, vor allem da die tatsächlichen Ursachen noch nicht identifiziert werden konnten. Spezialisten zufolge leiden ca 90% der Erkrankten an der Form von ALS, die das Rückenmark betrifft. Daher wurden genetische Ursachen in Betracht gezogen, die allerdings nur 5 bis 10% der Patienten betreffen. Für den restlichen Anteil an Patienten wurden Umweltfaktoren als Risikofaktoren angesehen, jedoch konnten diese bislang noch nicht bestätigt werden.

Neben den oben genannten potentiellen Faktoren, scheinen bestimmte berufliche Aktivitäten (z.B. von Bauern), die Aussetzung unter Pestiziden oder Lösemitteln, gravierende physische Traumata, Tabakkonsum oder eine zu fettige Ernährung eine Rolle zu spielen. Auch prädisponierende Gene oder besondere Vulnerabilitäten könnten von Bedeutung sein.

Gerade aus diesen Gründen wird die wissenschaftliche Forschung fortgesetzt, um mehr zu erfahren. Im August 2011 wurde eine Studie in der Zeitschrift Nature veröffentlicht, die einen Mangel in der Proteinverwertung in einigen Zellen des Zentralen Nervensystems für den Ausbruch der Krankheit ALS verantwortlich macht. Dadurch könnten alternative Behandlungsmethoden auf den Weg gebracht werden, die möglicherweise effektiver sind.

Die heimtückische Nervenkrankheit ALS sperrt Menschen in ihren eigenen Körper ein, bis er völlig erlahmt. Die Forschung macht zwar Fortschritte, doch bisher gibt es keine Heilung. So bleibt Betroffenen vorerst oft nur, auf Hilfe bei ihren Selbstzweifeln zu hoffen: Wie soll ich das nur ertragen?

Dr. Heike Le Ker, Jahrgang 1975, geboren in Hamburg, studierte Medizin in Münster, Berlin und Paris. Als Ärztin arbeitete sie in der Neurologie eines Berliner Krankenhauses. Nebenher schrieb sie frei für "Neue Zürcher Zeitung am Sonntag", "Welt", "Süddeutsche Zeitung", "Focus" und arbeitete für das NDR-Fernsehen. 2005-2006 besuchte sie die Axel-Springer-Journalistenschule in Berlin. Seit Januar 2007 ist sie Redakteurin bei SPIEGEL ONLINE mit dem Schwerpunkt Medizin, seit Januar 2018 stellvertretende Ressortleiterin Gesundheit.

Ein Mann stolpert, vier Monate später sitzt er im Rollstuhl, und wenige Wochen danach ist er tot. Einer 66-jährigen Frau fallen ab und zu Gegenstände aus der Hand - nach zwei Jahren ist ihr ganzer Körper gelähmt, und sie stirbt. Beim Fußballspielen knickt ein 32-jähriger Sportler um und kämpft danach acht Jahre lang einen aussichtslosen Kampf gegen eine Krankheit, die einen komplizierten Namen trägt: Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS.

In Internetforen gibt es zahlreiche solcher Geschichten, sie alle ähneln einander, sie alle erzählen vom langsamen Verfall des Körpers, den Betroffene bei vollem Bewusstsein erleben. Die Verbindung zwischen den Nervenzellen und den Muskeln gehen kaputt, die Muskeln bekommen keine oder zu wenig Signale aus dem Gehirn und können nicht mehr richtig gesteuert werden. Hände, Arme und Beine sind häufig zuerst betroffen, dann kommt die Stimme, später die Atemmuskulatur und der Schluckreflex. "Am Ende steht der komplette Autonomieverlust", sagt Thomas Meyer, Leiter der Ambulanz für ALS an der Berliner Charité. "Der Körper wird zum Gefängnis."

Der Maler Jörg Immendorff litt und starb an der Krankheit, gegen die es bisher keine Heilung gibt, der Physiker Stephen Hawking lebt dagegen seit Jahrzehnten damit. Betroffene, Angehörige und Ärzte stehen dem Nervenleiden oft hilflos gegenüber. Denn die Medizin kennt kein Mittel, das die Krankheit stoppen kann: Es gibt zwar eine Arznei, Riluzol heißt der Wirkstoff, die das Fortschreiten der Krankheit hinauszögern kann. Doch im fortgeschrittenen Stadium sind das drei Monate, vielleicht etwas mehr bei früherem Beginn der Behandlung. Manche hoffen, dass auch Lithium hilft, Studien haben das bisher jedoch nicht beweisen können.

"Die Betroffenen klammern sich an jeden Strohhalm"

Prominente wie Hawking und Immendorff haben der Krankheit in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit verschafft. In den USA haben sich wohlhabende Betroffene für mehr Forschung auf dem Gebiet der ALS eingesetzt - und Geld investiert. So läuft derzeit eine von einer Pharmafirma initiierte globale Studie mit dem Wirkstoff Dexpramipexol. Er soll, ähnlich wie bestimmte Parkinson-Medikamente, die Nervenzellen schützen.

"Die Betroffenen klammern sich an jeden Strohhalm", sagt Meyer, der Patienten in der sogenannten Empower-Studie behandelt. "Das Interesse an der Studie ist groß, aber wir mussten einige Patienten enttäuschen, weil sie nicht teilnehmen durften." Doch das Unternehmen will schon im Frühjahr 2012 eine Wiederholungsstudie mit höheren Dosierungen beginnen, um möglichst bald eine Zulassung beantragen zu können. Dabei ist der Absatzmarkt nicht unbedingt vielversprechend: Weltweit leiden rund 350.000 Menschen an der seltenen Krankheit.

Um ALS-Kranke und ihre Angehörigen zu unterstützen, hat RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann jetzt die Initiative "Hilfe für ALS-kranke Menschen" gegründet. Der Anlass war die Erkrankung eines Mitarbeiters. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Schirmherrschaft übernommen. Im Rahmen der Initiative wird es unter anderem ein web-basiertes Versorgungszentrum geben, bei dem die Charité mitwirkt. Ein Patientennetzwerk soll Betroffenen zudem die Möglichkeit bieten, untereinander und mit Therapeuten in Kontakt zu kommen. Denn die Patienten und ihre Familien fühlen sich oft allein gelassen mit der niederschmetternden Diagnose, wissen nicht, wohin sie sollen mit ihren Fragen und Ängsten. Auch die ALS-Forschung soll mit dem Geld der Initiative gefördert werden.

Einschlafen im Kohlendioxid-Rausch

Die Wissenschaftler melden unterdessen neue Erkenntnisse: Im August 2011 berichtete ein Team um Han-Xiang Deng von der Northwestern University in Chicago im Fachblatt "Nature" über die Entdeckung eines wichtigen Abbau- und Reparaturproteins, das im zentralen Nervensystem von ALS-Patienten nicht richtig funktioniert. Dadurch sammeln sich fehlerhafte Eiweiße in den Zellen an. Sie bilden seilartig gedrehte Ablagerungen, die letztlich zum Tod der Neuronen führen, so dass die Steuerung der Muskeln versagt. "Vermutlich gibt es nicht die eine Ursache der ALS, sondern eher Dutzende", meint Thomas Meyer. "Bereits vor zwei Jahren wurde ein anderes Eiweiß entdeckt, das ebenfalls am Krankheitsprozess beteiligt ist."

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LaFrance, M.: zitiert nach A. Krumpholz-Reichel

Mayr, D. F., K. O. Mayr: Von der Kunst Locken auf Glatzen zu drehen. Eine illustrierte Kulturgeschichte der menschlichen Haarpracht. Eichborn-Verlag, Frankfurt 2003

Tischer, B.: Einfluss von Haarausfall auf Personalentscheidungen. Emnid-Institut, Healthcare, Pullach 1999

Bei allen Ausführungen handelt es sich um allgemeine Hinweise.
Bei persönlichen Anliegen fragen Sie bitte Ihren Arzt.
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Spendensammeln für seltene Krankheiten: Mit Eiswasser gegen die Krankheit ALS

Die weltweite „Ice Bucket Challenge“ ist mehr als ein Internet-Hype. Sogar Präsidenten machen mit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es wird so viel gespendet wie sonst selten.

Anthony Carbajal trägt ein knallrotes Bikinioberteil, auf seiner pinken Unterhose steht: „Kiss my ALS“. Er räkelt sich auf der Motorhaube seines Autos – bis er mit Eiswasser übergossen wird. So weit, so schräg. Trotzdem ist sein Video nicht einfach eines von vielen, die gerade durch die sozialen Netzwerke geistern.

Der 26-Jährige weiß, wovon er redet, wenn er über die „Ice Bucket Challenge“ zu Spenden für die ALS-Forschung aufruft. „Ich hatte mein Leben lang entsetzliche Angst vor ALS“, sagt er und ringt um Fassung. „Meine Oma starb daran, meine Mutter ist todkrank. Vor fünf Monaten bekam ich die Diagnose.“

Die Abkürzung ALS steht für amyotrophe Lateralsklerose. Ablagerungen schädigen die motorischen Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark der Patienten immer weiter, irgendwann gibt es keine funktionierende Verbindung mehr zwischen Hirn und Muskeln. Der wache Geist ist in einem völlig hilflosen Körper gefangen. Dass der Physiker Stephen Hawking seit Jahrzehnten mit dieser Krankheit lebt, ist die Ausnahme. Die meisten sterben innerhalb von zwei bis fünf Jahren nach den ersten Symptomen.

Anthony Carbajal hat seine Zukunft jeden Tag vor Augen, er pflegt seine Mutter. Wenn er sie aufsetzt, hängt ihr Körper schlaff da. Die Ernährung übernimmt eine Magensonde. Ab und an braucht sie eine Sauerstoffmaske. „So etwas will niemand hören“, sagt Carbajal. „Deshalb bin ich dankbar für diese Aktion. Auch wenn sie einige Menschen irritiert.“ Seine eigenen Hände werden bereits schwach. Manchmal hat er Mühe, sein Hemd zuzuknöpfen. Bald wird er nicht mehr laufen, essen oder sogar selbstständig atmen können. Heilung gibt es nicht. Für die Erforschung seltener Erkrankungen wie ALS fehlt wegen fehlender Profitaussichten das Geld.

Freunde eines Patienten starteten deshalb ein Online-Spiel. Wer sich vor laufender Kamera Eiswasser über den Kopf kippt, darf die drei nächsten Mitspieler nominieren. Sie haben 24 Stunden Zeit, ihre kalte Dusche im Netz zu posten. Herauswinden können sie sich nur mit einer Spende an eine ALS-Organisation.

Das Schneeballsystem erreichte die Moderatorin Oprah Winfrey, Microsoft- Gründer Bill Gates, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und den ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush. In Deutschland waren Moderatorin Anne Will, Schauspieler Matthias Schweighöfer, die Vorsitzende des Entwicklungsausschusses Dagmar Wöhrl (CSU) und der FC-Dortmund-Spieler Marco Reus dabei. Nicht nur Prominente kombinieren Spende und Eiseimer. Eine amerikanische Selbsthilfeorganisation sammelte so mehr als 53 Millionen Dollar. Bei der ALS-Ambulanz der Berliner Charité gingen in zwei Wochen rund 250 Spenden ein, auch größere. „Das ist ein dramatischer Unterschied“, sagt der Leiter der Ambulanz, Thomas Meyer. Dabei sind ihm Charity-Aktionen keinesfalls fremd. „Ohne Spenden müssten wir schließen.“

Die Betreuung von ALS-Patienten ist teuer und aufwändig

Nur ein Drittel der Kosten für das zehnköpfige Team aus Neurologen, Ernährungsberatern, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern und anderen Experten übernehmen die Krankenkassen. Eine Ambulanz, die rund 800 Schwerkranke aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt nach amerikanischem Vorbild umfassend betreut, sei im Regelwerk des deutschen Gesundheitswesens wie ein Ufo, sagt er.

Dazu kommt die Grundlagen- und Therapieforschung. „Wir beginnen erst, die Molekularbiologie der Krankheit zu verstehen“, sagt Meyer. Besonders stolz ist er auf eine IT-Plattform, die sein Team entwickelt hat. Sowohl der Patient und seine Angehörigen als auch Ärzte, Apotheker und andere Versorger können damit auf die Daten des Kranken zugreifen, den Status von Lieferungen überprüfen, Bewertungen abgeben und den Krankheitsverlauf dokumentieren. „Das erleichtert die alltägliche Logistik“, sagt er.

Die ALS-Ambulanz profitiert nicht nur von der „Ice Bucket Challenge“. Das Team wurde auch selbst herausgefordert. „Das haben wir gern angenommen“, sagt Meyer. Nominiert hat er Hasso Plattner, Peter Maffay und Wladimir Kaminer.

Die ALS-Ambulanz der Charité können Sie mit und ohne Eiswasser unterstützen:

Konto der Charité bei der Berliner Sparkasse

IBAN: DE53100500001270005550, BIC: BELADEBEXXX,

Verwendungszweck: „Ice Bucket/ 89751010“

Eine Erläuterung über den allgemeinen Mechanismus, der hinter allen Krankheitsbildern steckt.

Wann immer der Mensch droht, sich allzu sehr im menschlichen Egospiel zu verlieren, muss die Seele einschreiten, damit der Mensch sich nicht allzu weit von seiner Göttlichkeit entfernt. Der Mensch erhält dann von seiner Seele Impulse und Botschaften, deren Intensität immer weiter zunimmt, solange, bis die Botschaft verstanden wurde. Diese Steigerung kann auch eine Krankheit beinhalten, muss es aber nicht zwangsläufig.
Wenn aber eine Krankheit auftaucht, dann ist es immer eine Botschaft der Seele. Eine andere Ursache für eine Krankheit gibt es nicht. Andere vermeintliche Gründe für Krankheiten, wie beispielsweise Viren, Bakterien, giftige Substanzen, Umweltgifte, Gene und vieles andere sind nur Erfüllungsgehilfen der Seele, um die Krankheit mit deren Botschaft, zu erzeugen.
Wie schon oben geschrieben, die Seele wird ihre Botschaft zuerst leise flüsternd weitergeben, und dann immer lauter, immer aufdringlicher werden. Eine solche Steigerung kann sich über Jahrzehnte hinwegziehen. Im folgenden die häufigsten Stufen dieser Steigerungen:

  1. Seele "flüstert" den Gedanken zu
    Auf dieser Stufe können tiefe Schichten des Unterbewusstseins die Botschaft bereits erfassen. Es kommt zu Träumen, an die man sich hinterher nicht mehr bewusst erinnert. Nur Menschen, die "nach Innen" hören, können die Botschaft auf dieser Stufe bereits bewusst verstehen. Wer genügend offen ist, kann es erleben, dass die Botschaft/der Gedanke plötzlich, wie aus heiterem Himmel, im Kopf auftaucht.
  2. Seele "rüttelt" im Traum
    Damit sind Träume gemeint, die so eindringlich gestaltet sind, dass man sich hinterher noch daran erinnert, ja, vielleicht sogar schon gleich nach, oder während dem Traum aufwacht. Auf dieser Stufe ist das Unterbewusstsein also schon heftig mit der Seelenbotschaft beschäftigt, und, ganz wichtig, ab dieser Stufe hat der Mensch die Möglichkeit durch die Bearbeitung seiner Träume die Botschaft zu verstehen, und anzunehmen, und entsprechend zu handeln. Sträubt sich der Mensch jedoch noch immer dagegen, so wird die Seele irgendwann zur nächsten Steigerungsstufe übergehen (vorausgesetzt, der Seele ist das Thema wichtig genug).
  3. Das Thema manifestiert sich im Außen
    Nun wird einem das Thema im Außen gezeigt, sozusagen als Spiegel dessen, was momentan das eigene Innere bewegt. Die Botschaft der Seele begegnet einem also nun, wie zufällig in allerlei Variationen im realen Leben, vielleicht zappt man wie "zufällig" in einen Fernsehkanal, wo es grad um das Thema geht, oder man bekommt es sonst wie präsentiert. Auf dieser Stufe geschieht dies noch relativ flüchtig und unaufdringlich. Erst wenn die Seele merkt, dass es so nichts bringt, geht es weiter mit der Steigerung:
  4. Das Thema manifestiert sich auf eine penetrante Art
    Auf dieser Steigerungsstufe manifestiert sich das Thema auf eine aufdringliche Art und Weise. Die Person kann das Thema nun nicht mehr ignorieren, verdrängen oder beiseite schieben. Das Thema manifestiert sich nun auf eine solch penetrante Art, dass die Person reagieren muss. In ihrer Umgebung tauchen nun beispielsweise Menschen auf, die ihr massiv das Thema spiegeln. Mobbing ist beispielsweise ein Phänomen, welches auf dieser Steigerungsstufe stattfinden kann. Leichte Unfälle oder leichte Schmerzen können auch Teil dieser Stufe sein und natürlich auch Krankheiten und Schmerzen jeglicher Art (Hinter jeder Krankheit oder Schmerz steckt darum die betreffende Botschaft).
  5. Zwangsweise Änderung durch Schockerlebnis und/oder Krankheit
    Oftmals finden in dieser Phase richtige Schockerlebnisse oder gar Unfälle statt, wenn die Seele anders nicht mehr durchkommen kann mit ihrer Botschaft. Das Thema beeinflusst nun das Leben so stark, dass eine zwangartige Änderung im Leben der Person eintritt. Dies kann auch eine Krankheit sein, als Spiegel dessen, wo der Mensch sich weiterentwickeln muss. Darum wird der Mensch durch eine Krankheit oft gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, zumindest mit dem eigenen Körper, der ja der Spiegel seines Seins ist. Auf dieser Steigerungsstufe kann der Leidensdruck sehr hoch sein. Schmerzen sind hier fast immer vorhanden.
  6. Tod
    Falls die Botschaft, also das Lernthema der Seele so wichtig ist, dass sie die Inkarnationsziele als nicht mehr erfüllbar ansieht, und sie keinen Lösungsweg mehr sieht, das Leben der Person aus Sicht der Seele also sinnlos wurde, wird die Seele die Inkarnation der Person abbrechen, also den Tod einleiten. Dies kann dann durch eine tödlich verlaufende Krankheit oder einen Unfalltod geschehen. Dann erhält die Person im nächsten Leben wieder die Möglichkeiten sich mit dem Lernthema auseinanderzusetzen und es anzunehmen.

Es ist also wichtig zu verstehen, dass, wann immer eine Krankheit entsteht, es wurden immer zuvor alle niedrigeren Steigerungsstufen durchlaufen!
Wird die Botschaft der Seele angenommen, so enden diese Steigerungen sofort.

Kurzbeschreibung
Dieses umfassende Kompendium verschiedener Krankheitsbilder und ihnen innewohnender seelischer Botschaften vermittelt sowohl fundierte Sachinformationen als auch Anregungen zur bewußten Auseinandersetzung mit den durch die Krankheit möglich werdenden Lernschritten. Der Arzt und Psychotherapeut Ruediger Dahlke zählt heute zu den renommiertesten Vertretern einer ganzheitlichen Medizin.

Klappentext
Mit "Krankheit als Sprache der Seele" setzt Rüdiger Dahlke sein vor mehr als zehn Jahren mit Thorwald Dethlefsen veröffentlichtes Buch "Krankheit als Weg" fort. Der Arzt und Psychotherapeut beschreibt in diesem Buch viele Krankheitsbilder, die in das erste Buch nicht aufgenommen worden sind. Ziel ist es wiederum, daß der Leser selbst die Symptome deuten und mit den seelischen Ursachen in Beziehung setzen kann. Die Darstellung einer neuen Psychosomatik, mit "Krankheit als Weg" begonnen, erhält mit "Krankheit als Sprache der Seele" die von Betroffenen und Fachkreisen geforderte Ergänzung. Rezension
Inhalt (neutral): Der Autor Rüdiger Dahlke stellt in "Krankheit als Sprache der Seele" sein Verständnis von Krankheit dar, nämlich daß Krankheit (oder besser körperliche Symptome) als Signal des Menschen (oder des Schicksals) an sich selbst zu verstehen ist, daß etwas aus dem Lot geraten ist und Aufmerksamkeit auf einen Bereich des Lebens gerichtet werden muß um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Im weitesten Sinne ist dieses Prinzip jedem untder dem Begriff Psychosomatik vertraut, jedoch bezieht Dahlke es auf jegliche Art von Symptom, sei es nun Kopfschmerz, ein Knochenbruch oder eine Warze an der Fußsohle (um nur einige zu nennen). Das Buch entspricht damit in Aussage und Inhalt grob dem ca. 15 Jahre früher veröffentlichten "Krankheit als Weg", wurde diesmal aber nicht mit Thorwald Detlefson sondern mit andern Co-Autoren zusammen geschrieben. Das Buch besteht (wie übrigens fast alle Dahkle Bücher) aus zwei Teilen, nämlich einem 70-seitigen Einführungsteil, der die "Theorie" und Herangehensweise an Krankheiten erklärt und einem 370-seitigem Symptomteil, in dem verschiedene Krankheiten und Symptome aufgerollt und in ihrer Symbolik entschlüsselt werden. Die Themenkomplexe des zweiten Teils sind: Krebs, der Kopf (Augen, Geruch, Ohren/Gehör, Nebenhöhlen, etc.), Nervensystem, Hals (Kehlkopf, Schilddrüse), Wirbelsäule, Schultern, Arme, Hände, Brust, Bauch, Becken, Beine, Füße und Altersprobleme. Jedes Unterkapitel dort (z.B. Schilddrüse im Kapitel Hals ist mit einer Fragenliste abgeschlossen, die helfen soll, die individuelle Symbolik zu entschlüsseln). Bewertung (subjektiv): Zunächst einmal ist das Buch deutlich weniger dogmatisch und verkniffen als "Kranheit als Weg", was primär daran liegen dürfte, daß Thorwald Detlefson, der ein ein meinen Augen äußerst starres und mechanisches Weltbild vertritt (siehe sein "Schicksal als Chance"), nicht mehr daran mitwirkte. Dadurch wird das Buch meines Erachtens dem Menschenbild der heutigen Zeit wesentlich besser gerecht und ist damit auch etwas leichter verdaulich für all jene, die intensiver christlich orientierter Argumentation und Geheimwissenschaften nicht viel anfangen können. Der Grundton, daß jeder krank sei, Gesundheit also bestenfalls ein Fernziel und Krankheit der Normalzustand dieser Welt ist, ist zwar noch im Einleitungsteil erkennbar, aber deutlich weniger prominent als im früheren Buch und damit weniger störend (zumindest für diejenigen, die diese Sichtweise überhaupt stört). Leider ist der Einführungsteil im Vergleich zu "Krankheit als Weg" um die Hälfte geschrumpft, so daß es für Leser, für die das Buch den Erstkontakt der Dahlke’schen Psychosomatik darstellt, nicht unbedingt überzeugend wirken dürfte, da die Grundprinzipien zwar aufgezählt aber nicht wirklich logisch aufgebaut werden. Die Prinzipien werden aber um neue Gedanken, nämlich "Rituale" und "Muster" erweitert, die für Kenner des früheren Dahlke-Materials eine lohnenswerte Erweiterung darstellen dürften. In der Softwaretechnik könnte man das Buch als Update zum früheren bezeichnen. Der Symptomteil ist dagegen gut strukturiert und gut gelungen auch wenn ich persönlich die kürzeren Beschreibungen aus "Krankheit als Symbol" bevorzuge, da sie durch die Kürze besser als Sprungbrett dienen und mehr zur Eigenleistung beitragen statt sich auf die langen Erklärungen Dahlkes zu verlassen. Allerdings ist der Vorteil der längeren Erklärungen hier der, daß man ein gutes Gefühl dafür bekommen kann, wie Symbolik und Symptom zusammenhängen. Fazit: Lohnenswert für alle, die "Krankheit als Weg" bereits kennen und die darauf aufbauen wollen. Empfehlenswert als Geschenk an Menschen, die bereits eine Idee von Psychosomatik haben, für die aber "Krankheit als Weg" wegen des etwas starren, mechanischen Weltbilds und des latent vorhandenen Grundtons von Schuld und Sünde als unpassend erachtet wird. Leser die nur an einem umfassenden Symptom-Lexikon interessiert sind, sollten allerdings stattdessen "Krankheit als Symbol" von Dahlke in Erwägung ziehen. Quelle:

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Be-Deutung und Chance der Krankheitsbilder

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Produktinformationen zu „Krankheit als Sprache der Seele “

Krankheit als Sprache der Seele von Ruediger Dahlke

I. Einführung in die Philosophie der Krankheitsbilder-Be-Deutung

1. Deutung und Wertung

Der Titel »Krankheit als Weg« hat zu einigen Mißverständnissen geführt. Dabei ist er durchaus wörtlich und ohne Wertung gemeint. Krankheit ist ein gangbarer Weg, kein an sich guter oder schlechter. Es hängt ganz ausschließlich vom Betroffenen ab, was er daraus macht. Mit einer Reihe von Patienten konnte ich miterleben, wie sie diesen Weg bewußt gingen und rückwirkend feststellen konnten, daß »ihr Übergewicht«, »ihr Herzinfarkt« oder sogar »ihr Krebs« zur großen Chance geworden war. Bei der heiligen Theresa von Ávila muß man heute annehmen, daß sie gerade ihr Herzinfarkt auf ihren späteren Weg brachte. Von Hildegard von Bingen wissen wir, wie eng ihre Visionen mit ihrer Migräne zusammenhingen. Diese beiden herausragenden Frauen haben ganz offenbar die Botschaften ihrer Krankheitsbilder angenommen und beispielhaft in ihrem Leben um­gesetzt. Genau das ist der Anspruch von »Krankheit als Weg«: an den eigenen Symptomen zu lernen und zu wachsen.

Dieses Konzept und die dahinterliegende Philosophie für Wertun­gen zu mißbrauchen, ist ein großes Mißverständnis. Esoterik hat gerade nichts mit Schuldverteilung zu tun, geht sie doch, wie im ersten Band ausführlich dargestellt, davon aus, daß jeder Mensch grundsätzlich schuldig, weil von der Einheit abgesondert ist. Schul­digwerden ist keine Frage von kleinen oder großen Fehlern im täglichen Leben, sondern eine grundsätzliche. Die menschliche Ur­schuld liegt im Verlassen der paradiesischen Einheit. Das Leben in dieser Welt der Gegensätze ist notwendigerweise voller Fehler und dient dazu, den Weg zurück zur Einheit zu finden. Jeder Fehler und jedes Krankheitsbild verdeutlichen so zur Vollkommenheit fehlende Elemente und werden damit zur Entwicklungschance.

Krankheitsdeutungen zur Bewertung anderer Menschen zu miß­brauchen, ist ein Mißverständnis in mehrfacher Hinsicht. Zur Schuld­verteilung besteht zum einen keinerlei Anlaß, da die Urschuld längst verteilt ist und es dazu keiner menschlichen Mitarbeit bedarf. Ge­nausogut könnte man den Betroffenen zu ihrer Krankheit wegen der darin enthaltenen Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten gratulieren. Sogenannte »Primitive« sind uns diesbezüglich voraus, schätzen sie doch Krankheitssymptome als Eingriffe des Schicksals in ihr Leben und nehmen sie bereitwillig als Bewährungsproben an. In vielen Stämmen sehnt der angehende Schamane seine Einweihungskrank­heit herbei, die ihn allein in neue Erfahrungsbereiche einführen kann. Dieser Gedanke wird manchmal so konsequent verfolgt, daß ein Heiler nur diejenigen Krankheitsbilder behandeln darf, die er selbst schon mit Leib und Seele durchlebt hat. Versteht sich der Heiler als Seelenführer durch die inneren Welten, ist diese Haltung zwingend, schließlich sollte ein Reiseführer das Land, durch das er führt, vorher kennengelernt haben.

Bei uns ist dieser Gedanke nur noch in Spuren vorhanden. So läßt sich in dem Wort Schicksal das »geschickte Heil« (von lat. salus = das Heil) erkennen. Auch an die Arzneimittelprüfungen der Homöo­pathen wäre zu denken. Der Arzt begibt sich hier freiwillig in den Erfahrungsraum der Krankheit, um das Muster seines Heilmittels kennenzulernen. Von einem Psychotherapeuten schließlich erwarten wir zu Recht, daß er die eigenen und die kollektiven Seelenland­schaften ausgiebig bereist hat und weiß, wohin er seine Patienten begleitet.

Die grundsätzliche und uns alle verbindende Tatsache des Krank­seins einem Menschen anläßlich einer schweren Lernzeit mit entspre­chenden Wachstumschancen vorzuwerfen, ergibt keinen Sinn. Das hat jedenfalls nichts mit dem Konzept von »Krankheit als Weg« zu tun, sondern eher mit der Lust, jemanden zu drangsalieren.

Wer seinen Zeigefinger zur Waffe macht und andere »deutend« ihrer Krankheitsbilder bezichtigt oder sich diesbezüglich selbst be­schuldigt, verrät außerdem, daß erden ganzen Ansatz mißverstanden hat. Mit dem Mißbrauch der Deutung als Beschuldigung nach dem Motto »Du bist verstopft, weil du so ein Geizkragen bist!« verkennt er den Schattencharakter in jedem Krankheitssymptom. Schatten ist dem Betroffenen definitionsgemäß unbewußt. Insofern wird der sol­cherart Beschuldigte die Deutung sowieso nicht akzeptieren können. Wenn er wüßte, daß er geizig ist, gäbe es nicht den geringsten Grund, verstopft zu sein. Schatten eignet sich nicht als Vorwurf. Bei diesem schwierigsten Thema unserer Existenz ist im Gegenteil besonders behutsames Vorgehen notwendig. Der Betroffene braucht seine gan­ze Kraft und von seiten der Umwelt viel Raum, um in kleinen eigenen Schritten seinen Bezug zu dem im Krankheitsbild ausgedrückten Thema zu entdecken. Dabei erweist sich Wertung als ebenso hinder­lich, wie Deutung sinnvoll ist.

Wer sich selbst in dieser Weise beschuldigt, verkennt ebenfalls die Wachstumschancen von Krankheit. Das Durchschauen eines Krankheitsbildes bis zur seelischen Ebene ändert weder an der grund­sätzlichen Schuld noch an den konkreten Tatsachen des anstehenden Problems etwas. Man wird dadurch auch kein besserer oder schlech­terer Mensch, sondern lediglich wissender und verantwortungsbe­wußter. Ignoriert man dieses Wissen und die damit einhergehende Verantwortung, ändert sich wenig, alles bleibt beim alten. Über­nimmt man dagegen die Verantwortung für das eigene Schicksal, wird Krankheit zur Chance und ermöglicht es, auf die Hinweise des eigenen Musters zu antworten.

Das Vorgehen dabei ist nicht einmal schwer. Auf der körperlichen Ebene kann jeder deuten, nämlich mit dem Finger auf die Stelle, die ihm Beschwerden macht. Diese Erfahrung in Zusammenhang mit der seelischen Ebene zu bringen, ist Ziel dieses Buches. Früher war das einmal genauso selbstverständlich, wie es das körperliche Hindeuten mit dem Finger bis heute ist. Es geht darum, den Finger im übertra­genen Sinne in die Wunde zu legen. Das erfordert Mut, aber auch wieder nicht soviel, denn die Wunde ist bereits da. Sie entsteht nicht erst, wenn man den Finger hineinlegt, dadurch wird sie lediglich bewußter. Langfristig bekommt sie durch diesen mutigen Schritt die Möglichkeit zu heilen.

Handbuch der Psychosomatik

München 2007, Bertelsmann, 570 Seiten, 25 €

Jetzt bestellen. Hinweis: Wird nicht als Taschenbuch erscheinen.

Tausende von Symptomen, Hunderte von Krankheitsbildern in alphabetischer Reihenfolge gedeutet. Im ersten Teil Deutung der gesunden Organe und Körperstrukturen, im zweiten Teil der Krankheitssymptome.

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Das Ähnlichkeitsprinzip umschreibt den schon erwähnten und von Hahnemann entdeckten Sachverhalt, dass ein und derselbe Stoff, der in seinem ursprünglichen Zustand Krankheitssymptome hervorbringen kann, diese heilen kann, sofern er nur entsprechend oft verdünnt wird. Der Leitsatz „Similia similibus curentur“ („Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden“) prägt seither die Arbeitsweise der Homöopathen.[7] Um nach diesem Leitsatz zu heilen, müssen sie einerseits die Wirkung des Arzneimittels sehr gut kennen, andererseits auch eine möglichst genaue Befragung und Untersuchung des Patienten durchführen, um beides in Relation setzen zu können. Eine homöopathische Anamnese wird deshalb meist sehr ausführlich durchgeführt. Erfahrungen, die im Laufe der Jahre mit Hilfe des Ähnlichkeitsprinzips gesammelt wurden, flossen in die sogenannten Arzneimittelbilder ein. Einem jeden Arzneimittel ist ein solches Arzneimittelbild zugeordnet und dieses enthält genaue Informationen über dessen Eigenschaften und dessen Modalitäten. Diese liefern Auskunft darüber, wann ein gewisses Symptom sich beim jeweiligen Arzneimittel bessern sollte oder nicht. Eine solche Modalität ist zum Beispiel beim Mittel Belladonna die Verschlechterung aller Beschwerden bei Kaltwerden des Kopfes. Eine weitere Quelle, aus welcher Informationen für die Arzneimittelbilder gewonnen werden, sind die sogenannten Arzneimittelprüfungen am Gesunden. Bei diesem, ebenfalls von Hahnemann entwickelten Verfahren, wird die Wirkung eines homöopathischen Mittels bei gesunden Prüfern beobachtet. Das Mittel kann bei Gesunden nämlich bisweilen für kurze Zeit eben jene Symptome erzeugen, die es im Krankheitsfall lindern soll.[8]

Das Potenzieren der Arzneien erfolgt nach einem vom Homöopathischen Arzneibuch (HAB) vorgeschriebenen Verfahren: Die Ausgangssubstanz erfährt dabei eine rhythmische Verdünnung über mehrere Stufen, welche auch als „Verschüttelung“ bekannt ist. Je höher die Verdünnung, desto höher ist die Potenz des Mittels und desto höher ist nach dem homöopathischen Verständnis auch dessen Heilkraft.[9]

Globuli, auch Kügelchen oder Streukügelchen genannt, zählen zu den beliebtesten homöopathischen Darreichungsformen. Der homöopathische Wirkstoff wird direkt auf die Globuli nach deren Herstellung gesprüht. Neben Globuli sind auch Tabletten, alkoholische Verdünnungen (Dilutionen) und Salben gebräuchlich.

Der Vorteil der Darreichungsform Globuli besteht darin, dass sie aufgrund ihres geringen Gewichtes leicht auch in größerer Menge wie zum Beispiel in Form von Taschenapotheken transportiert werden können; ihr kleiner Durchmesser ermöglicht auch die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern. Zudem sind sie vollkommen frei von Alkohol und ihr leicht süßlicher Geschmack animiert auch kleinste Patienten dazu, sie zu lutschen und ausreichend lange im Mund zu behalten. Im Unterschied zu homöopathischen Tabletten haben sie den Vorteil, dass sie nicht wie diese aus Milchzucker, sondern aus Rohrzucker (Saccharose) bestehen und damit auch von Menschen mit Laktoseintoleranz gut vertragen werden können. Wie bei anderen homöopathischen Darreichungsformen sind Nebenwirkungen fast ausschließlich nur im Rahmen einer homöopathischen Erstverschlimmerung zu erwarten, da der eigentliche Wirkstoff nur in einer starken Verdünnung vorliegt (siehe Absatz „Nebenwirkungen und Erstverschlimmerung“).

Der Einsatz von Globuli kann durch andere homöopathischen Darreichungsformen unter Umständen sinnvoll ergänzt werden: Besonders Dilutionen und Salben für die äußere Anwendung kommen hierbei in Frage. Bei Verletzungen, zur Narbenpflege, bei Verbrennungen, bei Hauterkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis, bei Juckreiz, oberflächlichen Entzündungen und Schmerzen des Bewegungsapparates kann deren Auftragen eine sinnvolle Ergänzung zu der innerlichen Einnahme von Globuli darstellen.

Der homöopathische Arzneischatz umfasst eine Vielzahl verschiedener Mittel, die aus ganz unterschiedlichen und für die heutige Medizin teilweise ungewöhnlichen Ausgangssubstanzen hergestellt werden. Im Folgenden soll diese Vielfalt mit jeweils einem bekannten Mittel als Beispiel dargestellt werden. Als Ausgangsstoffe dienen:

  • Pflanzen (zum Beispiel Belladonna aus Atropa Belladonna, der Tollkirsche)
  • Tiere (zum Beispiel Apis aus Apis mellifica, der Honigbiene)
  • Mineralien und Metalle (zum Beispiel Sulfur aus Sulfur depuratum, dem sublimiertem Schwefel)
  • Menschliche und tierische Krankheitsprodukte, Gewebe oder Sekrete (zum Beispiel die Nosode Tuberculinum aus dem Sekret eines tuberkulösen Abszesses)
  • Pharmazeutisch hergestellten Stoffe wie künstliche Hormone oder Medikamente (zum Beispiel Cortisonum aus dem Hormon Cortison)

Je nach Ausgangsmaterial unterscheidet das Homöopathische Arzneibuch (HAB) unterschiedliche Vorschriften, mit deren Hilfe der Grundstoff für die Potenzierung aufgearbeitet wird. Unter den homöopathischen Mitteln finden sich unzählige Stoffe, die unter normalen Umständen für den menschlichen Organismus giftig wären, durch den Potenzierungsprozess jedoch medizinisch genutzt werden können.
Es sind drei verschiedenen Arten der Potenzierung gebräuchlich, welche sich voneinander durch die jeweiligen Verdünnungsschritte unterscheiden:

  • Die Dezimalpotenzen oder D-Potenzen mit dem Verdünnungsschritt 1:10, gebräuchlich sind D1 bis D 1000
  • Die Centesimalpotenzen oder C-Potenzen mit dem Verdünnungsschritt 1: 100, gebräuchlich sind C1 bis C1000
  • Die Quinquagintamillesimalpotenzen oder LM/ Q-Potenzen mit dem Verdünnungsschritt 1: 50000, gebräuchlich sind zum Beispiel LM IV, LM XII, LM XVIII, LM XXIV und LM XXX

Innerhalb einer jeden Potenz werden zusätzlich tiefe, mittlere und hohe Potenzen unterschieden. Bei den D-Potenzen gelten zum Beispiel D1 bis D10 als Tiefpotenzen, D11 bis D29 als mittlere und alles ab D30 als hohe Potenzen.[10]

Für die Selbstmedikation empfehlen sich vor allem die tiefen Potenzierungen, ihre Domäne sind die akuten Beschwerden und Erkrankungen. Ihr Wirkungsspektrum wird als breiter eingeschätzt und eine erwünschte Wirkung kann schon bei nicht so exakter Verordnung erfolgen. Bisweilen wird deshalb empfohlen, Haus- und Taschenapotheken für Laien mit Potenzen bis D/C 12 auszustatten.[1]
Die Verordnung höherer Potenzen sollte durch einen Homöopathen erfolgen, da sich für deren richtigen Einsatz eine genaue homöopathische Anamnese und Fallbestimmung empfiehlt. Sie werden vor allem für chronische und psychische Erkrankungen bevorzugt eingesetzt.

Bezüglich der Einnahme von Globuli gilt es, folgende Hinweise zu beachten, um deren Wirkung nicht zu beeinträchtigen:

1. Ein Homöopath wird im Rahmen einer homöopathischen Behandlung eine für jeden Patienten individuelle Dosierung wählen, die sich an dessen Verfassung orientiert. Für die Selbstmedikationen können die folgenden Dosierungsempfehlungen für Erwachsene als Richtschnur dienen[:[10]

  • Tiefe Potenzen: Bei akuten Beschwerden alle halbe bis ganze Stunde 5 Globuli bis zum Eintritt der Besserung, jedoch höchstens 6-mal täglich. Danach und bei chronischen Erkrankungen 1- bis 3-mal täglich 5 Globuli.
  • Mittlere Potenzen: 1- bis 2-mal täglich 5 Globuli
  • Hohe Potenzen: Im Rahmen der Selbstmedikation sollte nur eine Einmalgabe von 5 Globuli erfolgen.

Für Kinder gilt: Säuglinge bis zum 1. Lebensjahr erhalten ein Drittel, Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr erhalten die Hälfte und Kinder zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr zwei Drittel der Erwachsenendosis.

2. Globuli werden am besten in den Mund gegeben und dort langsam unter der Zunge zergehen gelassen. Der sich währenddessen in der Mundhöhle ansammelnde Speichel sollte nicht sofort heruntergeschluckt werden, da die Aufnahme des sich darin aufgelösten homöopathischen Wirkstoffes direkt über die Mundschleimhaut erfolgt. Auch Säuglingen und Kleinkindern können Globuli schon direkt in den Mund verabreicht werden. Werden Globuli vor der Einnahme in Wasser aufgelöst, ein Procedere das bisweilen bei höheren Potenzen verordnet wird, so ist beim Umrühren darauf zu achten, dass hierfür kein magnetischer, also eisenhaltiger Löffel, verwendet wird, der die feinstoffliche Wirkung stören könnte. Ein Löffel aus Porzellan oder Holz ist demnach vorzuziehen.

3. Globuli sollten mindestens eine halbe Stunde vor oder nach einer Mahlzeit und nicht direkt vor oder nach dem Genuss eines Getränkes eingenommen werden. Nach der Einnahme sollte für mindestens eine halbe Stunde der Kontakt mit stark wirkenden ätherischen Ölen wie Kampfer, Menthol oder Kamillenöl vermieden werden. Diese sind zum Beispiel in vielen Zahnpflegemitteln enthalten. Die Frage, ob koffeinhaltige oder alkoholhaltige Getränke nach der Einnahme konsumiert werden sollten, lässt sich mit dem heutigen Kenntnisstand nicht schlüssig beantworten, der Verzicht auf ebensolche wird dennoch bisweilen geraten.

Neben der Verordnung von Homöopathika durch einen Therapeuten kann auch die Selbstmedikation einen wichtigen Beitrag für viele Patienten darstellen, wenn deren Grenzen bekannt sind und respektiert werden. Homöopathische Haus- und Reiseapotheken erfreuen sich großer Beliebtheit und stellen eine grobe Richtlinie für die Behandlung häufiger Beschwerden wie Durchfall, Fieber, Kopfschmerzen und ähnliche dar. Der Arzt sollte jedoch von der Selbstmedikation mit Homöopathie in Kenntnis gesetzt werden, so lässt sich am besten gewährleisten, dass bei ernsten Erkrankungen und Beschwerden, zu deren Behandlung eine homöopathische Therapie nicht ausreicht, rechtzeitig die entsprechenden Maßnahmen durch den Arzt angeordnet werden können.

Globuli gelten wie auch andere homöopathische Mittel als weitgehend nebenwirkungsfrei. Die Symptome einer Erkrankung können sich jedoch nach deren Einnahme verändern und neue können unter Umständen auch hinzutreten. Folgende Überlegungen sollten deshalb in Betracht gezogen werden, um die Wirkung der homöopathischen Behandlung korrekt beurteilen zu können. Solche Veränderungen im Beschwerdebild stellen nämlich meist keine unerwünschte Nebenwirkung dar, sondern sind Teil des homöopathischen Heilungsprozesses.

  • Gelegentlich kann eine kurzzeitige Verstärkung der Beschwerden zeitnah nach der ersten Einnahme im Rahmen einer homöopathischen Erstverschlimmerung auftreten, die als günstiges Zeichen gewertet wird und dem Heilungsprozess vorangeht. Da von einer solchen Erstverschlimmerung eine ernsthafte Komplikation der Grunderkrankungen unterschieden werden muss, sollte deren Beurteilung durch einen erfahrenen Homöopathen erfolgen.
  • Eine sogenannte Spätverschlimmerung kann vornehmlich auftreten, wenn ein und dasselbe Mittel über einen zu langen Zeitraum gegeben wurde. Wird das Mittel daraufhin abgesetzt und die Symptome bessern sich wieder, ist das ein sicherer Hinweis auf eine Spätverschlimmerung. Auch hier bedarf es der Erfahrung eines Fachmannes, um die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.
  • Im Verlaufe des homöopathischen Heilungsprozesses können, vor allem beim Einsatz der Hochpotenzen, auch Symptome früherer Erkrankungen auftreten. Auch dies stellt meist einen günstigen Verlauf und ein Zeichen für eine tiefgreifende Genesung dar, jedoch auch hier gilt es, im Einzelfall den Rat eines Homöopathen einzuholen.
  • Nach Einnahme können unter Umständen sogar neue Symptome auftreten, dies tritt jedoch selten und auch fast nur bei Hochpotenzen auf. Ein Homöopath kann nun abwägen, ob dies ein Zeichen dafür ist, ob das verordnete Mittel das richtige ist oder falsch gewählt wurde.

Auch wenn der Wirkstoffgehalt des homöopathischen Mittels gering ist, sollten Dosierungsempfehlungen wie die weiter oben genannten eingehalten werden. Gerade in der Homöopathie, die mit der starken Verdünnung der Ausgangssubstanz arbeitet, gilt: Weniger hilft oft mehr. Eine Überdosierung ist theoretisch möglich und kann – auch wenn sie gut gemeint ist – unter Umständen die Symptome der Krankheit unnötig verstärken.[1]

Seit Einführung der Homöopathie als Heilsystem wird deren Nutzen kontrovers diskutiert. Auch in jüngster Vergangenheit wurden entsprechende Stimmen laut, die der Homöopathie jede Berechtigung im medizinischen Alltag absprechen wollen. Gerade bei solchen, selbst ernannten kritischen Stimmen, lässt sich bisweilen die kritischen Haltung, welche die Faktenlage beider Seiten gegeneinander abwiegt, zugunsten einer klaren Haltung gegen die Homöopathie vermissen. Während eine kontrovers geführte Diskussion die Homöopathie als solche weiterbringt, kann jede einseitig geführte Debatte ihr schaden.
Gegen die Homöopathie werden unter anderem folgende Argumente vertreten:

  • Die Wirkung der Homöopathie reiche nicht über den Placeboeffekt hinaus, positive Effekte seien nur durch den Glauben des Patienten oder durch Vorspielen falscher Tatsachen von Seiten des Therapeuten möglich.
  • Mit der homöopathischen Behandlung werde bisweilen wertvolle Zeit bei ernsthaften Erkrankungen verloren, die besser mit herkömmlichen Therapiemitteln genutzt werden sollte.
  • Mit dem Potenzierungsprozess verliert das Mittel an Wirkstoffen und kann unmöglich als wirksam gelten.
  • Die „vorwissenschaftliche“ Einstellung der Homöopathie verführe generell zu einem unwissenschaftlichen Denken und dieses könne zum Beispiel auf die akademische und schulische Karriere von Kindern und Jugendliche negative Auswirkungen haben, da ein solches Denken an den Grundfesten unseres aufgeklärten Zeitalters rüttele.
  • Das homöopathische Selbstverständnis öffne anderen magischen Heilsystem die Türe und führe dazu, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die offizielle Medizin schwinde, was zum Beispiel zur heutigen Impfmüdigkeit führen kann.[11]

In dieser, von beiden Seiten oft unsachlich geführten Debatte, können Befürworter der Homöopathie diesen Argumenten, die mittlerweile in mehreren Studien und in der Erfahrungsheilkunde gewonnenen Einsichten über den Nutzen der Homöopathie entgegensetzen. (siehe Abschnitt „Historie der Homöopathie“)

In einem Punkt dürften sich beide Seiten einig sein: Homöopathie darf nicht schaden. Das verlangt auch von Seiten der Befürworter eine kritische Haltung und setzt für den verantwortungsvollen Gebrauch die Kenntnis ihrer Grenzen voraus:

Vom Patienten wird teilweise ein geduldsame Einstellungen dem Heilungsprozess gegenüber abverlangt. Dieser lässt sich schwer forcieren und ist für den Laien in seinem Verlauf bisweilen schwer nachzuvollziehen. So ist bei schweren Erkrankungen neben Geduld auch Vertrauen in die Fähigkeiten des behandelnden Homöopathen vonnöten. Eine fundierte Ausbildung, eine ausreichend lange Erfahrung und laufende Fortbildung sind hingegen die Voraussetzungen, die einem Homöopathen abverlangt werden. Zudem muss dieser sich selbst und dem Patienten gegenüber im Klaren sein, wenn eine Heilung im besten Sinne nicht mehr möglich ist: Sobald im Laufe einer Erkrankung Organstrukturen irrereversibel geschädigt oder zerstört worden sind, kann die Homöopathie weiterhin nur noch unterstützend eingesetzt werden: Zu solchen Erkrankungen zählen unter anderem degenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Herzklappenveränderungen oder Tumorerkrankungen im Endstadium. Behandlungshindernisse können ebenfalls auftreten, wenn vom Patienten zu wenig verwendbare Symptome geäußert werden können, wie zum Beispiel bei Wachkomapatienten oder wenn die homöopathische Behandlung durch den stetigen Kontakt mit störenden Einflüssen unterbrochen wird. Hierzu können zum Beispiel unlösbare Spannungen im sozialen Umfeld, schädigende Chemikalien oder heftige Konflikte in der Partnerschaft zählen.[12]

Bei der Selbstmedikation sollte darauf geachtet werden, dass stets ein Arzt über die Symptome und deren homöopathische Behandlung in Eigenregie informiert ist. Eine genaue Kenntnis der einzelnen Mittelbilder und deren Verwendung sollte durch entsprechende Fachliteratur und in Seminaren erworben werden.

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Gemeinschaftspraxis Dr.Lutz Mauersberg und Dr.Brit Wald

Innere · Allgemeinmedizin · Geriatrie · Palliativmedizin · Notfallmedizin

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Pfad: start > icd10-gm-diagnosen > block-f30-f39

Zertifizierungen:

ICD-10-GM Version 2018

Diese Gruppe enthält Störungen deren Hauptsymptome in einer Veränderung der Stimmung oder der Affektivität entweder zur Depression - mit oder ohne begleitende(r) Angst - oder zur gehobenen Stimmung bestehen. Dieser Stimmungswechsel wird meist von einer Veränderung des allgemeinen Aktivitätsniveaus begleitet. Die meisten anderen Symptome beruhen hierauf oder sind im Zusammenhang mit dem Stimmungs- und Aktivitätswechsel leicht zu verstehen. Die meisten dieser Störungen neigen zu Rückfällen. Der Beginn der einzelnen Episoden ist oft mit belastenden Ereignissen oder Situationen in Zusammenhang zu bringen.

Alle Untergruppen dieser Kategorie dürfen nur für eine einzelne Episode verwendet werden. Hypomanische oder manische Episoden bei Betroffenen, die früher eine oder mehrere affektive (depressive, hypomanische, manische oder gemischte) Episoden hatten, sind unter bipolarer affektiver Störung (F31.-) zu klassifizieren.

Inkl.: Bipolare Störung, einzelne manische Episode

Eine Störung, charakterisiert durch eine anhaltende, leicht gehobene Stimmung, gesteigerten Antrieb und Aktivität und in der Regel auch ein auffallendes Gefühl von Wohlbefinden und körperlicher und seelischer Leistungsfähigkeit. Gesteigerte Geselligkeit, Gesprächigkeit, übermäßige Vertraulichkeit, gesteigerte Libido und vermindertes Schlafbedürfnis sind häufig vorhanden, aber nicht in dem Ausmaß, dass sie zu einem Abbruch der Berufstätigkeit oder zu sozialer Ablehnung führen. Reizbarkeit, Selbstüberschätzung und flegelhaftes Verhalten können an die Stelle der häufigen euphorischen Geselligkeit treten. Die Störungen der Stimmung und des Verhaltens werden nicht von Halluzinationen oder Wahn begleitet.

Die Stimmung ist situationsinadäquat gehoben und kann zwischen sorgloser Heiterkeit und fast unkontrollierbarer Erregung schwanken. Die gehobene Stimmung ist mit vermehrtem Antrieb verbunden, dies führt zu Überaktivität, Rededrang und vermindertem Schlafbedürfnis. Die Aufmerksamkeit kann nicht mehr aufrechterhalten werden, es kommt oft zu starker Ablenkbarkeit. Die Selbsteinschätzung ist mit Größenideen oder übertriebenem Optimismus häufig weit überhöht. Der Verlust normaler sozialer Hemmungen kann zu einem leichtsinnigen, rücksichtslosen oder in Bezug auf die Umstände unpassenden und persönlichkeitsfremden Verhalten führen.

Zusätzlich zu dem unter F30.1 beschriebenen klinischen Bild treten Wahn (zumeist Größenwahn) oder Halluzinationen (zumeist Stimmen, die unmittelbar zum Betroffenen sprechen) auf. Die Erregung, die ausgeprägte körperliche Aktivität und die Ideenflucht können so extrem sein, dass der Betroffene für eine normale Kommunikation unzugänglich wird.

Inkl.: Manie mit parathymen psychotischen Symptomen Manie mit synthymen psychotischen Symptomen Manischer Stupor

Hierbei handelt es sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Hypomanie oder Manie), dann wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression). Wiederholte hypomanische oder manische Episoden sind ebenfalls als bipolar zu klassifizieren.

Inkl.: Manisch-depressiv:

  • Krankheit
  • Psychose
  • Reaktion
Exkl.: Bipolare affektive Störung, einzelne manische Episode (F30.-) Zyklothymia (F34.0)

F31.0 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode

Der betroffene Patient ist gegenwärtig hypomanisch (siehe F30.0) und hatte wenigstens eine weitere affektive Episode (hypomanisch, manisch, depressiv oder gemischt) in der Anamnese.

F31.1 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode ohne psychotische Symptome

Der betroffene Patient ist gegenwärtig manisch, ohne psychotische Symptome (siehe F30.1) und hatte wenigstens eine weitere affektive Episode (hypomanisch, manisch, depressiv oder gemischt) in der Anamnese.

F31.2 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen

Der betroffene Patient ist gegenwärtig manisch, mit psychotischen Symptomen (F30.2) und hatte wenigstens eine weitere affektive Episode (hypomanisch, manisch, depressiv oder gemischt) in der Anamnese.

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Interview mit Rüdiger Dahlke

In Ihren zahlreichen Büchern widmen Sie sich der Entschlüsselung der geistig-seelischen Hintergründe verschiedenster Krankheitsbilder. Wie haben Sie diese Deutungen entwickelt, wie all diese Erkenntnisse gewonnen?

Im Wesentlichen haben mir Patienten mit ihren Kranken- bzw. Lebensgeschichten dabei auf die Sprünge geholfen. Es war auf die Dauer unübersehbar, dass Krankheitsbilder Aufforderungscharakter hatten und die Betroffenen zur Entwicklung anstießen. Hinzu kam mein Interesse für Meditation, das mir half, die Seelenbilderwelten ernst und für Heilungsprozesse in Anspruch zu nehmen. Schließlich hat mir auch die spirituelle Philosophie weitergeholfen, etwa Paracelsus und sein Satz, dass die Innenwelt der Außenwelt entspricht.

Wie erklären Sie sich das Interesse von Ärzten und Patienten an Ihrem ganzheitlichen Ansatz? Wie verstehen Sie selbst Ihre Arbeit? Gab es für Sie einen speziellen Anstoß, sich in diese Richtung zu bewegen?

Das Interesse an meinem Ansatz, Krankheitsbilder zu deuten, begann ganz eindeutig bei den Patienten. Von ihnen kamen die wichtigsten Anstöße. Die Ärzte boykottierten den für sie neuen Zugang zunächst sogar. Als Nächstes haben sich Heilpraktiker dafür interessiert, die ich in vielen Fortbildungen geschult habe. Irgendwann hatte sich die erste Million meiner Bücher verkauft. Damit wuchs auch das Interesse daran. Inzwischen ist es - erfreulicherweise - so, dass auch die Ärzte immer zahlreicher in die Ausbildung der Archetypischen Medizin kommen - zumal sie schon vereinzelt von den Ärztekammern anerkannt wird. Im Juli dieses Jahres wird es zum Beispiel eine dreitägige Einführung in die Krankheitsdeutung für Ärzte geben, die nicht nur von der Ärztekammer Niedersachsens zur Fortbildung anerkannt ist, sondern auch in deren Räumen stattfindet. Das aber ist noch ein recht neues Phänomen. Im Ausland übrigens war die Offenheit von Anfang an auch unter Ärzten größer. Mittlerweile gibt es Übersetzungen meiner Bücher in 20 Sprachen, und mich erreichen aus aller Welt Anfragen zu dem Thema.

Ich selbst verstehe die Arbeit der Krankheitsbilder-Deutung als Brückenschlag zwischen Körper und Seele wie auch zwischen Schulmedizin und ganzheitlicher Psychosomatik.

Krankheiten können Hinweise darauf geben, dass der Mensch nicht im Gleichgewicht ist. Gibt es also keinerlei Zufälle?

Aus meinem Weltverständnis ist Zufall das, was einem gesetzmäßig zufällt. Diese Gesetze zu verstehen, ist eines der Anliegen der Archetypischen Medizin. Der Zusammenhang zwischen Körperregionen und Organen und seelischen Themen ist für mich offenkundig gesetzmäßig und wird im Übrigen ja von Hunderttausenden überprüft. Ein Buch wie "Krankheit als Symbol" ist mittlerweile in der 13. Auflage erschienen.

Was glauben Sie, besitzt jeder Mensch die Möglichkeit, Verantwortung für die Heilung seiner Krankheiten zu übernehmen?

Nein, diese Möglichkeit besitzt ein Kleinkind natürlich kaum und ein Neugeborenes gar nicht. Hier könnten nur die betroffenen Eltern einspringen und ihrerseits Verantwortung übernehmen. So lassen sich Antworten auf die spezielle Herausforderung einer Krankheit finden. Die allermeisten Erwachsenen haben nach meinen Erfahrungen gute Chancen, in Eigenverantwortung mit ihren Krankheitsbildern fertig zu werden. Sie müssen sie annehmen und einordnen können, was alles viel leichter macht.

Sie meditieren seit vielen Jahren und haben zahlreiche Meditations-CDs zu einzelnen Themen herausgebraucht. Was bedeutet Meditation für Sie? Welche Rolle spielt sie für die Heilung?

Für mich ist Medi-tation nicht nur vom Wortstamm her verwandt mit Medi-zin. Es ist eine wundervolle Möglichkeit, die eigene Mitte zu finden und sich und seine Umwelt besser verstehen und annehmen zu lernen. Ich habe in den letzten 40 Jahren kaum einen Tag ohne Meditation verbracht und möchte das auch in Zukunft nicht. Für die Heilung von Krankheiten ist Meditation für mich fast unabdingbar. Denn allein intellektuelles Verständnis, also etwa das Nachschlagen in "Krankheit als Symbol", ist leider nur ein erster Schritt. Der entscheidende Schritt ist, das Ganze in der inneren Seelenbilderwelt zu verarbeiten. Das aber leisten die Meditationen auf den CDs mehr als die Bücher.

Neben den Klassikern "Krankheit als Weg" und "Krankheit als Sprache der Seele" haben Sie viele Bücher zu einzelnen Problembereichen veröffentlicht. Woran arbeiten Sie gegenwärtig, was interessiert Sie zurzeit besonders?

An einem Buch wie "Krankheit als Symbol" arbeite ich ständig weiter. Denn nach meiner Einschätzung hat alles, was Form und Gestalt hat, auch einen Inhalt und somit einen Sinn. Ganz konkret habe ich gerade "Schlaf - die bessere Hälfte des Lebens" fertig gestellt. Im Augenblick bin ich dabei, ein Buch über Ernährung zu schreiben. Aber schwanger gehe ich immer mit verschiedenen Themen. So würde es mich reizen, mal ein Buch über den umgekehrten Weg zu schreiben, wie man nämlich über den Körper die Seele beeinflussen kann. Und natürlich reizt es mich, in einem Buch darüber nachzudenken, wie sich aus dem gängigen Krankheitssystem doch noch ein Gesundheitssystem machen ließe.

Die Fragen stellte Ulrike Künnecke, Literaturtest.

2014, Nachdruck der 22., vollständig überarbeiteten und erweiterten Auflage, 780 Seiten, Maße: 14,6 x 22 cm, Gebunden, Deutsch, Unter Mitarb. v. Christine Stecher, Margit Dahlke u. a., Verlag: C. Bertelsmann, ISBN-10: 3570122654, ISBN-13: 9783570122655

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Künstliche Ernährung: Die Gefahr des Refeeding-Syndroms

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“Innerlich bin ich schon tot” – Wie die Magersucht Melisas Leben bedroht

Tagebuch einer Magersüchtigen: “Was ist eigentlich Hunger?"

“Du siehst toll aus” – Gibt es eine Wunderheilung bei Magersucht?

Lieber verschwinde ich – Magersucht in der Kindheit

Extrem dünn: Die Promi-Damen im Magerwahn”, “Treibt der Druck auch sie in die Magersucht?” Schlagzeilen wie diese machen mich wütend. Die Boulevardpresse berichtet über Essstörungen in der Promiwelt und macht dabei keinen Unterschied zwischen dem Schlankheitswahn in der Gesellschaft und der tatsächlichen Diagnose Magersucht (Anorexia nervosa).

"Heute sind doch alle magersüchtig" – so habe ich, Nora Burgard-Arp, mein Projekt genannt, das aufklären und Vorurteile abschaffen soll. Und ich möchte damit eine Gegenbewegung zum aktuellen Trend der Berichterstattung setzen: Ich will die Krankheit, die hinter dem Begriff Merkmale Anorexia Nervosa* “Magersucht” steht, wieder in den Vordergrund rücken. Magersucht ist mehr als nur das Verfolgen eines Schönheitsideals.

Das tatsächliche Körpergewicht liegt mindestens 15% unter dem erwarteten Gewicht oder unter einem BMI (Body-Mass-Index) von 17,5.

Die eigene Gewichtsschwelle wird sehr niedrig angelegt und die tiefverwurzelte Angst vor Gewichtszunahme ist überwertig.

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Stress kann sich körperlich und seelisch äußern: Betroffene Kinder und Jugendliche klagen zum Beispiel über Magenschmerzen, Schweißausbrüche oder Kopfschmerzen, sind gereizt, stark erschöpft oder haben Angst. Als kurzzeitige Reaktionen auf aktuelle Ereignisse, wie beispielsweise eine schwierige Schularbeit, ist das völlig normal. Problematisch wird es erst, wenn die Symptome länger anhalten. Die Folge können psychosomatische oder funktionelle Krankheiten sein. Manche Kinder und Jugendliche werden aggressiv und reagieren destruktiv. Sie fallen in der Gruppe auf, weil sie ständig stören. Andere wiederum ziehen sich in sich selbst zurück. Sie erzählen wenig und wirken antriebslos. Beide Reaktionen können längerfristig den Effekt haben, dass die sozialen Beziehungen beeinträchtigt werden.

Nach Selye’s Definition bezeichnet der Begriff „Stress“, unspezifische Reaktionen des Körpers auf Anforderungen, als ein stereotypes Anpassungsmuster, das den Organismus primär auf körperliche Aktivität, z.B. Kampf oder Flucht, vorbereitet. Wenn körperliche Aktivität nicht möglich oder sozial nicht akzeptabel ist, kann körperlicher oder psychischer Stress entstehen. Stress gilt als einer der Mechanismen, die (unter bestimmten Umständen) zu Krankheit führen. (Selye zit. nach Engel, U., Hurrelmann, K. 1989, S. 66)

Jugendliche befinden sich in einer sehr sensiblen Lebensphase, der Übergang vom Kind zum Erwachsenen ist oftmals mit vielen Komplikationen und Schwierigkeiten verbunden. Diese kritischen Phasen in der Jugend, beispielsweise durch die körperliche Entwicklung, dem Hineinwachsen in die Rolle des Erwachsenen, dem Herausfinden der eigenen Identität, dem Loslösen von den Eltern oder dem Finden geeigneter Freundesgruppen, stellen oft große psychische Belastungen dar. Nebenbei üben auch äußere Lebensbedingungen einen nicht zu vernachlässigenden Druck auf die Jugendlichen aus. Erwähnenswert sind hierbei Schule, Beruf/ Wirtschaft, Familie oder auch Freunde – all diese Faktoren stellen diverse, oft widersprüchliche Erwartungen an den jugendlichen Menschen.

Anforderungen und geänderte Lebenssituationen im Jugendalter

Im Lebensabschnitt der Jugendlichen gibt viele neue Aufgaben in dieser, welche sie bewältigen müssen und Rollen, denen sie gerecht werden sollen. Wichtige Entwicklungsaufgaben in der Jugendphase sind etwa:

  • Neue und reifere Beziehungen zu Altersgenossen beiderlei Geschlechts aufbauen
  • Übernahme der männlichen oder weiblichen Geschlechtsrolle
  • Akzeptieren der eigenen körperlichen Erscheinung und effektive Nutzung des Körpers
  • Emotionale Unabhängigkeit von den Eltern und von anderen Erwachsenen
  • Vorbereitung auf Ehe und Familienleben
  • Vorbereitung auf eine berufliche Karriere
  • Werte und ein ethisches System erlangen, das als Leitfaden für das Verhalten dient - Entwicklung einer Ideologie
    (vgl. auch Stangl 2006))

Gerade in unserer sehr stark leistungsorientierten Zeit wird es für Jugendliche immer schwieriger den gesellschaftlichen, schulischen und beruflichen Anforderungen zu entsprechen. Um den genannten Herausforderungen schon in der Jugendphase gerecht zu werden, müssen Jugendliche schon in dieser Lebensphase ihr Leistungsvermögen und ihre Leistungsbereitschaft unter Beweis stellen.

Es gibt natürlich eine Vielzahl an Stressoren, welche Jugendliche im Alltag belasten können. Beispielsweise Konflikte mit Eltern, Lehrern oder Geschwistern, finanzielle Probleme, Schwierigkeiten mit dem Erwachsenwerden und noch viele andere Möglichkeiten könnten hier genannt werden. Wir möchten allerdings hier nur auf drei Stressfaktoren für Jugendliche eingehen, dies sind auch jene Faktoren, auf die wir unseren Fokus bei der empirischen Untersuchung gelegt haben:

Es wird von den Jugendlichen immer mehr gefordert eine „ordentliche“ Schulausbildung zu absolvieren und dabei so gut wie möglich abzuschneiden. Bei einer repräsentativen Untersuchung unter Jugendlichen gaben 38% der weiblichen und 29% der männlichen Befragten an, dass sie in der Schule oder im Beruf ständigem Druck ausgesetzt sind (vgl. Mansel, Hurrelmann 1994, S. 139).

Die Schule beeinflusst die psychosoziale Befindlichkeit der Jugendlichen sehr stark, verbunden mit Schule entsteht ein großer Erfolgs- und Erwartungsdruck. Beispielsweise entstehen Ängste und Befürchtungen bei Jugendlichen:

  • hinsichtlich dem Nichterhalten des Schulabschlusses
  • bei erwarteten oder tatsächlichen Schulversagen
  • bei schlechteren Schulleistungen als die Eltern erwartet hätten
  • aufgrund von Konflikten mit Eltern wegen der erreichten Schulleistungen
    (vgl. Mansel & Hurrelmann 1994, S. 45)

Im Jugendalter geraten oft die Eltern mit den jugendlichen Kindern in Konflikte. Die Jugendlichen wollen ihren eigenen Weg gehen, wollen selbst Entscheidungen treffen und ihre eigenen Vorstellungen in die Realität umsetzen. Eine Untersuchung von MANSEL und HURRELMANN hat beispielsweise ergeben, dass Jugendliche oft Meinungsverschiedenheiten mit ihren Eltern haben. Es geht dabei unter anderem um auseinander klaffende Vorstellungen bezüglich der Erfüllung schulischer Leistungen, Gestaltung der persönlichen Freiheiten, Teilnahme an der Hausarbeit und Ähnlichem (vgl. Mansel, Hurrelmann 1994, S. 159).

Zu den Entwicklungsaufgaben der Jugendlichen gehört, wie oben bereits erwähnt, auch der Kontakt zu gleichaltrigen Freunden und Kollegen. Stress wird dann in einer Gruppe ausgelöst, wenn ungleiche Behandlung oder dominante Haltung einiger Mitglieder vorherrscht und wenn dadurch der Jugendliche eine Randstellung in der Gruppe einnehmen muss. Auch ist es problematisch für Jugendliche, keinen Anschluss in einer solchen Peergruppe zu finden. (vgl. Mansel, Hurrelmann 1994, S. 163ff.)

Auswirkungen von Stress auf Körper und Psyche bei Jugendlichen

Folgende grafische Darstellung soll den Zusammenhang zwischen bestimmten ungünstigen Lebensbedingungen und den damit hervorgerufenen Stresssymptomen zeigen (Mansel, Hurrelmann 1994, S. 56):


[zum Vergrößern auf die Grafik klicken!]

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Stress, demnach gibt es Menschen, die Stress als positive Herausforderung sehen und andere wiederum, die in ähnlichen Situationen zusammenbrechen würden. Beeinflussen kann dieses positive oder negative Empfinden die Ressourcen, welche einem Mensch zur Bewältigung einer Stresssituation zur Verfügung stehen. Beispielsweise persönliche Fertigkeiten, Freunde, Umfeld, psychologische Betreuung und ähnliches. Jedoch, je weniger Ressourcen die Jugendlichen zur Bewältigung des Stresses zur Verfügung haben, desto weniger leicht wird die Verarbeitung solcher Stresssituationen sein. (vgl. Konecny, Leitner 2000, S. 31)

Wenn die Situation für den Jugendlichen nicht veränderbar bzw. nicht kontrollierbar ist, kann man versuchen, die eigenen körperlichen Stressreaktionen abzubauen, indem man z. B.: Gefühle ausdrückt, wo dies möglich und angebracht ist; Entspannungsübungen durchführt (z. B. Progressive Muskelentspannung, Hypnose, Autogenes Training, Yoga, Meditation etc.); die Einstellung zur Stresssituation verändert (Annahmen, Erwartungen, Einstellungen überprüft etc.).; die Situation, wie sie ist, zu akzeptieren lernt und sich nicht mehr innerlich dagegen auflehnt; sich Gelegenheiten zu Erholung und Freizeit verschafft (z. B. ausgleichende Tätigkeiten wie Sport, Bewegung, Sozialkontakte, Hobby etc.); einen humorvollen Umgang mit Stressoren versucht; sich gegebenenfalls auch zurückzieht und ablenkt; sich positive Erlebnisse verschafft (wichtig gerade in belastenden Zeiten und bei Zeitdruck); sich belohnt (täglich kleine Belohnungen sind besser als selten große); ein soziales Unterstützungssystem aufbaut (positives Arbeitsklima, Teamgeist schaffen); Work-Life-Balance herstellt (Balance zwischen schulischen Anforderungen, häuslichen Pflichten und Freizeitaktivitäten).

Zur Einführung von Maßnahmen im Unterricht zur Stressprävention in der Schule gehört eine Klärung des Stressverständnisses. Viele verstehen Stress als ein von außen auf sie einwirkendes Übel, dem sie passiv ausgeliefert sind. Es geht daher darum, die Bedeutung von eigenen Bewertungs- und Bewältigungsprozessen für die Stressentstehung hervorzuheben. Entspannen und loslassen Die Fähigkeit, körperlich zu entspannen und gedanklich abzuschalten, stellt eine grundlegende Bewältigungsmöglichkeit gegenüber Belastungen dar. Über diese Fähigkeit verfügt grundsätzlich jeder Mensch, und sie ist trainierbar. Kinder und Jugendliche brauchen Ruhe- und Entspannungszeiten, in denen sie ihre Fantasie, ihre Kreativität und ihre Persönlichkeit entwickeln und entfalten können. LehrerInnen sollten ebenso wie Eltern Rahmenbedingungen schaffen, die Kindern und JugendlichenMöglichkeiten bieten, sowohl spielen als auch sich zurückziehen zu können.

Kinder und Jugendliche sollen stresserzeugende und stressverstärkende Gedanken erkennen und verändern lernen. Stressverstärkende Einstellungen und Bewertungen sollen gedanklich hinterfragt und stressmindernde, ermutigende Selbstgespräche gefördert werden. Die SchülerInnen sollen lernen, dass Problemsituationen zum normalen Leben gehören und man sie aktiv meistern kann. Sie lernen, Probleme im Augenblick des Auftretens wahrzunehmen und der Versuchung zu impulsiven Handeln zu widerstehen, und sie erfahren dadurch eine emotionale Distanzierung gegenüber ihren Belastungen. Der Ausgleich für bestehende Belastungen und der Aufbau von regenerativen Aktivitäten sind auch für Kinder und Jugendliche enorm wichtig.

Buchempfehlung
Vera Kaltwasser: Achtsamkeit in der Schule

Stille-Inseln im Unterricht: Entspannung und Konzentration

Engel, U., Hurrelmann, K. (1989). Psychosoziale Belastung im Jugendalter. de Gruyter: Berlin.

Mansel, J. & Hurrelmann, K. (1994). Alltagsstress bei Jugendlichen. Eine Untersuchung über Lebenschancen, Lebensrisiken und psychosoziale Befindlichkeiten im Statusübergang. Juventa: Weinheim.

Konecny, E., Leitner M-L. (2000). Psychologie. Braumüller: Wien.

Oerter, R., Dreher, E. (2002). Jugendalter. In Oerter, R. & Montada, L. Entwicklungspsychologie (S.310f.). Weinheim: Beltz.

In den meisten Bundesländern beträgt die Ausbildungszeit 3 Jahre, die sich in 2 Jahre schulische Ausbildung und ein einjähriges Anerkennungspraktikum gliedern. In einigen Schulen ist das Berufspraktikum in Praktikumsblöcken über die 3-jährige Ausbildungszeit verteilt, was jedoch den Ausnahmefall darstellt. Gegebenenfalls kann das Anerkennungsjahr halbtags über zwei Jahre abgeleistet werden. Es muss nicht unbedingt im Anschluss an die schulische Ausbildung absolviert werden, die Regelungen, in welchem Zeitraum nach Ablegen der Abschlussprüfung das Anerkennungsjahr/Berufspraktikum begonnen werden muss, sind in den Bundesländern ebenfalls unterschiedlich. In einigen Bundesländern gibt es seit einiger Zeit kein Anerkennungsjahr mehr, dafür sind die Zugangsvoraussetzungen anders geregelt.
Zur Zeit gibt es Bestrebungen, dass die Ausbildung in Form eines Fachhochschulstudiums absolviert werden soll. In einigen Bundesländern gibt es bereits die Möglichkeit diesen Weg zu wählen.

Niedersachsen:
Hier entfällt das Berufspraktikum, so dass die Ausbildung nur 2 Jahre dauert. Dafür wird als Zugangsvoraussetzung die zweijährige Ausbildung als staatlich geprüfteR SozialassistentIn mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik gefordert.

Baden-Württemberg:
Die ErzieherInnenausbildung beinhaltet hier als erste Stufe das einjährige Berufskolleg für PraktikantInnen, so dass die Ausbildung 4 Jahre dauert.

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