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  • Die Selbstlüge
    Die Selbstlüge wird benutzt, um unliebsame Wahrheiten zu verdrängen. Wenn Menschen sichbetrunken ans Steuer setzen und sich einreden, sie hätten nach wie vor alles unter Kontrolle. Man sagt: "Das ist die letzte Zigarette!", obwohl man genau weiß, dass man der Sucht nicht widerstehen kann. Mithilfe dieser Art Kontroll-Illusion kann man es aber auch schaffen, erfolgreich gegen Lebensängste anzukämpfen.
  • Die Notlüge aus Freundschaft
    Viele Schwindeleien entspringen vornehmlich dem Wunsch, seinen Mitmenschen eine Freude zu machen, sie nicht bloßzustellen oder gar zu verletzen. Man denke nur an die "nette" todlangweilige Party oder an die völlig missratene Frisur, die der Nachbarin "wirklich gut steht".
  • Die Geltungslüge
    Diese betrifft vor allem um Übertreibungen, mit denen andere Menschen beeindruckt werden und die das Bedürfnis nach Anerkennung stillen. Da wird der kleine Hügel, den man im Urlaub bestiegen hat, schnell zu einem Dreitausender.
  • Die Angstlüge
    Der Schutzfaktor bei der Angstlüge ist meist gering, da sich diese meist leicht überprüfen lässt. Statt ehrlich einen Fehler zuzugeben, will man den anderen etwas vormachen, etwa aus Angst vor unangenehmen Konsequenzen oder Bestrafungen.
  • Die skrupellose Lüge
    Lügen, die gezielt eingesetzt werden, um andere zu täuschen und zu benachteiligen, zu desinformieren oder in die Irre zu führen, haben den eigenen Vorteil zum Zweck und werden oft von karrieresüchtigen Menschen verwendet. Um sich selbst ins rechte Licht zu rücken, werden Kollegen oder Familienmitglieder beschuldigt, anstatt die eigenen Fehler einzugestehen.

Pseudologen - so bezeichnet man krankhafte LügnerInnen - suchen durch ihr Lügen in der Regel kindliche Entbehrungen mit Hilfe von Lügengeschichten zu kompensierten bzw. dient die Lüge einer seelischen Entlastung in Situationen, die ein Pseudologe anders nicht bewältigen könne. Der Pseudologe lügt, weil ihm die Lüge Anerkennung und Zuwendung sichert, wobei die Anerkennung dabei auf das Umfeld des Pseudologen abstrahlt, das daher oft nicht die Lügengeschichten hinterfragt. Die Pseudologia Fantastica setzt immer zweierlei voraus: Den Lügner und den, der sich belügen lässt. Über die Anzahl der Pseudologen gibt es keine verlässlichen Zahlen, unter anderem auch deshalb, da die Pseudologia Fantastica in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) nicht als Einzelphänomen verzeichnet ist. Die Pseudologia Fantastica zeigt dennoch ein charakteristisches Muster abnormen Verhaltens, eben dranghaftes Lügen, und ist eine charakteristische Störung der Impulskontrolle, wobei den Pseudologen Schuld- und Schamgefühle fehlen. Die Pseudologia Fantastica ist daher ein Syndrom, das unter die narzisstische Persönlichkeitsstörung fällt, das in der ICD aufgeführt ist, und ist somit nur Teil verschiedener Störungen wie etwa des Münchhausen-Syndroms, bei dem Menschen mit dem Ziel ärztlicher Behandlung Krankheiten erfinden oder selbst hervorrufen. Allerdings ist nicht jeder, der lügt, ist schon ein Pseudologe, denn Selbstwertkrisen kennt jeder und neigt daher auch mal dazu, sein Leben ein wenig schöner und spannender zu sehen, als es wirklich ist.

Nach Ansicht von Experten (Fetchenhaue & Goebbels, 2012, Kliche & Thiel, 2012) ist die Art, wie Menschen zur Aufrichtigkeit erzogen werden, wie sie die Regeln von Fairness und Solidarität befolgen, tief in der kulturellen Historie des Landes verwurzelt. Unterschiede dürften in der autoritaristischen Tradition eines Landes liegen, sodass Regulierungen und Kontrollen etwa zur Vermeidung von Korruption fragwürdige Therapiemöglichkeiten sind, denn eine korrupte Raubgesellschaft kann eine hermetische, perfekt rechtsstaatliche Fassade entwickeln, also ein seinerseits selbst von Korruption gesteuertes Justizwesen, das die Aufdeckung und Verfolgung einzelner Fälle aussichtslos macht und zugleich zu einer Art selbstverständlicher Öffentlichkeit der Korruption führt.

So zeigt der Corruption Perceptions Index 2012 von Transparency International, dass alle europäischen Staaten mit hoher Korruption sich in ökonomischen Schwierigkeiten befinden, während Staaten mit geringer Korruption prosperieren, d. h., je höher das Niveau an finanzieller Ehrlichkeit in einem Land ist, desto stärker wächst das Bruttosozialprodukt. Hinzu kommt, dass die Mehrheit der ehrlicheren Gesellschaften überwiegend protestantisch geprägt ist, meist verbunden mit einer demokratischen Tradition, während katholisch geprägte Gesellschaften bzw. ohne längere demokratische Geschichte es eher wenger mit der Ehrlichkeit halten.

In der alltäglichen Kommunikation kann man verschiedene Formen der Lüge finden:

  • Beim Weglassen werden Informationen in einer Aussage in so hohem Maße weggelassen, dass beim Gesprächspartner ein falscher Eindruck entsteht. Die extremste Variante ist dabei das völlige Verschweigen, wobei durch die Abwesenheit einer Teilinformation dem Empfänger verborgen wird, dass es etwas zu erfahren gäbe.

Ein wichtiges Modell der Sozialpsychologie besagt, dass alle Menschen im Lauf ihres Lebens zahlreiche verschiedene soziale Identitäten durch die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen entwickeln, wobei diese Identitäten auch mit unterschiedlichen sozialen Normen zusammenhängen, die immer dann zum Vorschein kommen, wenn eine Gruppenmitgliedschaft in einer gegebenen Situation besonders bedeutsam ist. Unter dieser Prämisse haben Cohn et al. (2014) untersucht, wie die Wertegeflechte und die ungeschriebenen Regeln innerhalb der Banken-Branche die Moral der Mitarbeiter prägt. Dazu ließ man 128 Angestellte einer großen internationalen Bank eine kurze Onlinebefragung absolvieren, wobei ein Teil der Probanden dabei nur ganz allgemeine Fragen zu ihren Lebensumständen beantworten musste, während man den anderen Probanden mit ganz gezielten Fragen ihren beruflichen Hintergrund in Erinnerung rief. Anschließend sollten alle Versuchspersonen zehnmal eine Münze werfen und das Ergebnis nennen, wobei sie in jedem Durchgang eine Belohnung von 20 US-Dollar gewinnen konnten, je nachdem ob sie "Kopf" oder "Zahl" nannten. Bei welchem Resultat das Geld winkte, war vorher stets bekannt, denn es ging auf diese Weise darum, die Ehrlichkeit der Probanden zu testen. Unter normalen Bedingungen zeigte sich, dass die Bankangestellten meist die Wahrheit sagten, denn im Durchschnitt nannten sie bei rund 51 Prozent aller Münzwürfe das Gewinn bringende Ergebnis. Waren die Teilnehmer aber zuvor an ihren beruflichen Hintergrund erinnert worden, kassierten sie stattdessen in 58 Prozent aller Fälle Geld. Aus statistischen Gesetzmäßigkeiten lässt sich eindeutig ableiten, dass die Probanden der zweiten Gruppe häufiger das tatsächliche Ergebnis zu ihren Gunsten abänderten. Zur Kontrolle führte man den gleichen Versuch mit Angestellten aus anderen Sektoren durch, bei denen sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen zeigte, wenn den Probanden zuvor ihr Beruf ins Gedächtnis gerufen wurde. Man kann daher annehmen, dass es vor allem die Bankenkultur ist, die die Ehrlichkeit der Bankangestellten grundsätzlich senkt.

Friedrich Nietzsche stellt übrigens Sprache unter den Generalverdacht der Lüge, denn Sprache ist für ihn ein Gespinst aus Bildern und Metaphern, von denen man nur vergessen hat, dass sie nur Metaphern und Bilder sind. Wenn man wie häufig in der Wissenschaft den Anspruch hat, Wahrheit als Übereinstimmung von Sprache und Sachverhalt zu definieren, dann findet man letztlich als Wahrheit über die Dinge nur das heraus, was schon längst unerkannt in der verwendeten Sprache steckt, sodass die Befangenheit als Gefangenheit in der Sprache zu einer nicht mehr zu durchschauenden (Selbst)Lüge geworden ist.

Die "Will"-Hypothese besagt, dass Ehrlichkeit die Fähigkeit ist, der Versuchung zum Lügen zu widerstehen, und steht im Gegensatz zur "Grace"-Hypothese, die davon ausgeht, dass bei vielen ehrlichen Menschen überhaupt keine Versuchung zum Lügen besteht und sie folglich auch gar nicht dagegen ankämpfen müssen. Joshua Greene und Joseph Paxton (Harvard-Universität, Cambridge) ließen in einer Studie ProbandInnen den Ausgang eines Münzwurfs vorhersagen. Lagen diese mit ihrer Vorhersage richtig, erhielten sie einen kleinen Geldpreis, wobei man jedoch auch die Möglichkeit hatte, zu schwindeln und zu behaupten, den Ausgang des Wurfs richtig vorhergesagt zu haben. Die Gehirnaktivität der ProbandInnen war eindeutig: Bei ehrlichen Menschen gilt die "Grace"-Hypothese, denn es zeigte sich bei ihnen keinerlei Hirnaktivität im präfrontalen Cortex (Kontrollzentrum für die Steuerung von Handlungen), die auf einen inneren Zwiespalt oder auf ein aktives Ankämpfen gegen die Versuchung hinwies. Bei ProbandInnen, die in den Versuchen auch einmal logen, zeigte sich eine Hirnaktivität, die auf einen solchen Widerstreit schließen ließ, allerdings sowohl wenn sie die Wahrheit sagten, als auch wenn sie betrogen.

Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/305266.html (09-07-14)

Charles Naquin et al. (University of South Carolina) haben in zwei Experimenten die Ehrlichkeit ihrer Probanden (48 Studenten) getestet, die in einem Versuch eine imaginäre Kasse mit dem Inhalt von 89 Dollar geschenkt bekamen und einem unbekannten Versuchspartner entweder per E-Mail oder per Brief mitteilen sollten, wie viel Geld in der Kasse war und wie viel davon sie zu teilen bereit wären. Von den Studenten, die per E-Mail kommuniziert hatten, logen 92 Prozent und änderten den Wert der Kasse zu ihren eigenen Gunsten. Von den Briefschreibern logen hingegen nur 63 Prozent. In einem anderen Experiment sollten 177 Manager in Dreiergruppen gegeneinander antreten, wobei jeder von ihnen als Leiter einer Forschungsgruppe mit den anderen um Forschungsgelder wetteifern musste. Obwohl sich die Teilnehmer untereinander kannten und jede Lüge am Schluss aufgedeckt werden sollte, logen und betrogen wieder die Emailer öfter.
Quelle: http://www.psychologie-heute.de/news_kommunikation_gesellschaft/in_emails_wird_mehr_gelogen__100423.html (10-04-29)

Auch in Computerspielen wird gelogen, wobei die Geschichte dieser Spiele auch eine Geschichte des Schwindelns ist, denn schon bei den ersten Spielen gab es Cheat-Codes, mit denen Spieler Unbesiegbarkeit erlangen oder schwierige Passagen überspringen konnten. Heute ist Cheating ein weit verbreitetes Phänomen, wobei etwa im Online-Shooter Counter-Strike oft eine Software nutzen, um den Gegner durch Wände hindurch sehen zu können, oder man verwendet Zielautomaten, um die Treffergenauigkeit zu steigern. Cheaten beruht vermutlich auf einem Verhalten, das auch im realen Leben benutzt wird, wo es mehr oder weniger toleriert, zum Teil sogar belohnt wird. Es sind die selben Denk- und Verhaltensstrukturen wie beim beschönigenden Lebenslauf, beim Versicherungsbetrug, der Steuerhinterziehung, in der Werbung und der Produktverpackung oder auch bei Kontaktanzeigen.

Quelle: Zeit online vom 29.11.2010

Amerikanischer Forscher der California State University haben in einem Experiment herausgefunden, dass bei der Kontrolle der Blase jene Gehirnareale aktiv sind, die auch beim Lügen und Täuschen eine wichtige Rolle spielen. Ihre Folgerung: Mit voller Blase lügt es sich besser.

Frauen lügen übrigens eher aus prosozialen Gründen, etwa wenn es um ihre Gefühle geht, während Männer dagegen eher für sich selbst lügen, etwa um sich in einem besseren Licht darzustellen. Peter Stiegnitz, Begründer der Mentiologie (lat. "mentiri" = "lügen"), der Lehre vom Lügen, hat Hitlisten männlicher und weiblicher Lügen aufgestellt. Nummer eins bei Männern: das Auto; Nummer eins bei den Frauen: das Gewicht. Frauen lügen auch häufig, um die Gefühle und das Selbstwertgefühl anderer nicht zu verletzen. Forschungen belegen auch, dass Frauen sich beim Lügen in der Regel unwohler fühlen als Männer, sie sind daher nervöser, fühlen sich nachher schuldbewusster und zeigen Angst vor der Aufdeckung. Übrigens zeigte sich bei unverheirateten Partnern, dass 85 Prozent ihre Partner in Bezug auf frühere Beziehungen und Verfehlungen belügen.

Menschen ganz unterschiedlicher ethnischer Herkunft lügen auch verschieden, denn so verwenden in einem Experiment Europäer beim Lügen das Wort "ich" seltener, um sich selbst von einem Vorfall zu distanzieren, auch sind die ausgedachten Geschichten bei den Europäern weniger detailreich. Afrikanische und asiatische Testpersonen hingegen benutzen häufiger das Wort "ich" und erwähnen auch weniger andere Menschen in ihren Lügengeschichten, so als würden sie versuchen, andere herauszuhalten und die Lüge vor allem auf sich beziehen.

Dana Samson et al. (Universität Birmingham) haben im im temporoparietalen Übergangskortex eine Hirnregion entdeckt, die beim Einschätzen eines Gesprächspartners eine entscheidende Rolle spielt. Schlaganfallpatienten mit Hirnschäden in diesem Bereich können nicht mehr beurteilen, ob das Gegenüber lügt oder einen Witz erzählt. Die Probanden scheiterten in einem Experiment, die Gedanken einer Person in einem Video oder einer Erzählung nachzuvollziehen, obwohl sie in anderen Wahrnehmungstests gute Ergebnisse erzielten. Bisher wusste man nur, dass die Hirnregion hinter dem Ohr eine Rolle spielt, um Hinweise wie zum Beispiel die Blickrichtung eines Gegenübers zu verarbeiten

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Jedoch hat die bipolare Störung eins gemeinsam mit der Depression: je eher diese erkannt und behandelt wird, desto schneller geht es Betroffenen besser!

Betroffene erleben ein ständiges Wechselbad zwischen extrem euphorischen, manischen Phasen und Phasen tiefer Depression. Dies macht ein geregeltes Leben sehr schwer bis unmöglich.

Betroffene erleben ständige Stimmungsschwankungen, die nicht den äußeren Umständen zuzuordnen sind.

Es gibt also keinen erkenn- und erklärbaren Grund, warum Betroffene in eine depressive Phase fallen oder aus ihr heraus in euphorische Zeiten wechseln.

Die Stimmungsschwankungen orientieren sich nicht an Situationen und Begebenheiten und ändern in einer Eigendynamik ihre Ausrichtung. Dazwischen liegen aber auch oft Episoden mit ausgeglichener Stimmung.

Die Symptome einer manischen Phase des Erkrankten können vielfältig sein. Treten jedoch mindestens drei dieser Verhaltensweisen über die Dauer von etwa einer Woche auf, so kann man von einer manischen Phase sprechen:

  • Gesteigerte Aktivität
  • Ruhelosigkeit
  • Rededrang
  • Ideenflucht
  • Gedankenrasen
  • Verlust sozialer Hemmungen
  • Vermindertes Schlafbedürfnis
  • Überhöhte Selbsteinschätzung
  • Ablenkbarkeit
  • Ständiger Wechsel von Aktivitäten
  • Tollkühnes oder rücksichtsloses Verhalten
  • Gesteigerte Libido
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Leichtsinniges oder verantwortungsloses Verhalten
  • Gesteigerte Geselligkeit

Im Gegensatz dazu fällt der Betroffene in depressive Phasen, von denen man spricht, wenn folgende Symptome über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen die Stimmung, das Verhalten und das Leben erkrankter Personen beeinflussen:

  • Depressive Stimmung
  • Verlust von Interesse und Freude
  • Antriebsmangel
  • Verlust des Selbstwertgefühls
  • Selbstvorwürfe
  • Schuldgefühle
  • Todes- und Suizidgedanken
  • Unentschlossenheit
  • Psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung
  • Schlafstörungen
  • Appetitstörungen

Besonders schwierig sind Mischformen, bei der Betroffene entweder in kurzen Episoden zwischen beiden Gemütszuständen wechseln oder Anzeichen für beide gleichzeitig zeigen.

Dies zeigt sich beispielsweise in gesteigerter Aktivität bei depressiver Grundstimmung.

Wichtig ist zunächst, die bipolare Störung als solche zu diagnostizieren. Das ist nicht immer einfach, weil viele Betroffene sich selbst nicht als krank erachten – und selbst wenn, sich in einer manischen Phase eher unauffällig präsentieren, sodass zu einer richtigen Diagnose oft mehrere Arztbesuche, lange Gespräche und meist auch eine Befragung von Verwandten oder (Ehe-) Partner nötig ist.

Die bipolare Störung ist keine Krankheit, die schnell und einfach behandelt werden kann.

Manchmal dauert sie ein ganzes Leben an und Betroffene müssen sich auf eine fortwährende Therapie einstellen.

Das Ziel ist es, Betroffenen ein geregeltes Leben zu ermöglichen, indem man die Stimmungslage normalisiert und erhält.

Dies wird mit intensiver Psychotherapie und unter Umständen auch mit unterstützenden Psychopharmaka erreicht. Beide Therapieformen können zum lebenslangen Begleiter betroffener Personen werden.

Zunächst ist wichtig, zu erkennen, dass eine Krankheit vorliegt, die behandelt werden muss.

Es gilt, den Betroffenen dazu zu überzeugen, Hilfe zu suchen und diese auch konsequent anzunehmen. Angehörige sollten dabei unterstützend wirken.

Wichtig ist auch, zwischen Krankheitssymptomen und tatsächlichen Charakterzügen und –schwächen zu unterscheiden.

Dies kann man einfach für sich herausfinden, indem man sich fragt, ob der/die Betroffene etwas nicht will oder aufgrund der Krankheit nicht kann. Auch, wenn es schwer ist, so ist es wichtig, dies genau zu unterscheiden!

Befindet sich ein Angehöriger gerade in einer depressiven Phase, so nützt es nichts, gut gemeinte Ratschläge zu geben.

Dies führt nur zu Spannungen, weil der Erkrankte diesen nicht nachkommen kann.

Stattdessen sollten Angehörige in solch dunklen Phasen erkennen, welche Entscheidungen für den Betroffenen gefällt werden müssen und welche Dinge man für Erkrankte Personen organisiert, weil sie selbst dazu nicht in der Lage sind.

Ganz wichtig: Ist dein Partner oder eine andere nahestehende Person betroffen, so bedeutet das nicht, dass du verpflichtet bist, dein Leben der Erkrankung unterzuordnen!

Auch, wenn es schwer fällt, einen Kranken sich selbst zu überlassen, solltest du diese Entscheidung fällen, wenn du Gefahr läufst, dir selbst durch die zu große Nähe und Anteilnahme am Geschehen zu schaden.

Um dich selbst zu schützen darfst du persönliche Konsequenzen ziehen und dich gegebenenfalls trennen.

Lasse nicht zu, dass du auf lange Sicht „co abhängig“ wirst, nur weil dein Angehöriger psychisch erkrankt ist! Doch zunächst versuche, Betroffenen zu helfen, aber setze dir dabei Grenzen, um dir nicht selbst zu schaden. Sei konsequent mit dir selbst!

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Erschienen: 10.12.2007
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Der bekannte Arzt und Psychotherapeut Dr. Ruediger Dahlke hat mit seinen Bestsellern wesentlich zu einem neuen Verständnis von Krankheit als pyschosomatischem Geschehen beigetragen. Krankheit begreift er als Chance, Körper und Seele wieder in Harmonie zu bringen und zu halten.

Dr. med. Ruediger Dahlke arbeitet seit 37 Jahren als Arzt, Autor und Seminarleiter. Mit Büchern von „Krankheit als Weg“ bis „Krankheit als Symbol“ begründete er seine ganzheitliche Psychosomatik, die bis in mythische und spirituelle Dimensionen reicht. Die Buch-Trilogie „Schicksalsgesetze“, „Schattenprinzip“ und „Lebensprinzipien“ bildet die philosophische und praktische Grundlage seiner Arbeit. Ruediger Dahlke nutzt seine Seminare und Vorträge, um die Welt der Seelenbilder zu beleben und zu eigenverantwortlichen Lebensstrategien anzuregen.

Seminarwochenende
"Vegane Kochpraxis"
Teilnahme: 280 €

Auszüge aus Büchern und Vorträgen
von Dr. med. Michaela Glöckler

Was ist Krankheit aus spiritueller Sicht?

Was ist der tiefere Sinn von Krankheit im Hinblick auf die Entwicklung des Menschen?

Das Geheimnis der menschlichen Entwicklung, das zugleich das Geheimnis von Gesundheit und Krankheit ist, lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Wenn sich jemand in Richtung Menschheitsziel entwickelt, wenn er an der Wahrheit und an der Welt interessiert ist und seine Freiheit und seinen Willen, so gut er kann, in den Dienst des Geistes stellt, kann er gar nicht verhindern, dass er immer gesünder wird. (vgl. Gesundheit: Gesundheit und Denken). Das gilt auch dann, wenn jemand aus karmischen Gründen diese oder jene Krankheit durchzumachen hat. Mit der oben genannten Haltung lässt sich alles besser verkraften.

Nachdem Rudolf Steiner einmal über diese Zusammenhänge einen Vortag gehalten hatte, sprach ihn im Abschluss jemand darauf an, dass so viele Anthroposophen krank sind. Daraufhin antwortete er: „Ich möchte Ihnen nicht erzählen, wie krank sie wären, wenn sie die Anthroposophie nicht kennen gelernt hätten.“ Humor ist natürlich auch gesund.

Wenn bestimmte Ziele gar nicht angestrebt und deshalb auch nicht erreicht werden, wenn es so ist, wie es in der Apokalypse heißt, dass die Menschen sich nicht ändern, dass sie in ihrer Entwicklung stehen bleiben, dass sie nichts tun und nicht vom Fleck kommen, wenn es irgendwann solche Formen annimmt, dass alle Güter der Welt im Dienste des Ego stehen, dann werden alle möglichen Leiden und Schmerzen die Folge sein (vgl. Krankheit: Folgen des Fehlens spiritueller Werte).

Wir sind der alten Gesetzmäßigkeit, die ausführlich erklärt wird im Buch der Apokalypse, noch nicht zur Gänze entwachsen. Diese Gesetze bilden immer noch den Grundstock unserer Natur. Es wird auch deutlich gemacht, dass jeder selbst den Schlüssel in der Hand hat, um dem entgegenzuwirken.

Rudolf Steiner beschreibt in „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?“ 1 in Gedankenform, was er uns in der Apokalypse in Bildform vor Augen führt: Wie der Mensch sich zuerst als individuelles Wesen entwickelt, um schließlich den Weg zum Gral zu finden und ein soziales „menschheitliches“ Wesen zu werden.

Wenn wir die Skizze vom Merkurstab betrachten, haben wir hier im oberen Teil das bewusste Leben und im unteren Bereich das unbewusste Leben. Die merkurielle Dynamik führt die die Kräfte des Oberen – das außerkörperliche Erkenntnisleben – in die Wirkbereiche des Unteren – in die unbewussten Lebenswelten des Stoffwechsels – über und umgekehrt. Das ist zugleich die Schwellendramatik zwischen der sinnlichen und der über-sinnlichen Welt. Sie zeigt, wie Krankheit dadurch entstehen kann, dass man an dieser Grenze, der Schwelle zur geistigen Welt, körperlich, seelisch oder geistig – wodurch auch immer verursacht – die rechte Orientierung verliert.

Wenn ein Mensch nun eine bestimmte Fähigkeit erwerben möchte, z.B. inneren Frieden, Ruhe, und er die Bedingungen nicht vorfindet, um diese Qualität zu entwickeln, kann es zu einer Erkrankung kommen, die Frieden am falschen Platz erzeugt. Denn die Kräfte, die inneren Frieden herstellen können, sind potentiell immer vorhanden. Wenn sie aber auf der seelisch-geistigen Ebene nicht genützt werden, wo sie gesundheitsfördernd wirken würden, sinken diese ungenützten Kräfte Nacht für Nacht tiefer in das unbewusste Körperleben und der Betreffende entwickelt Rheuma. Das nur als Beispiel.

Es kostet unseren Körper unglaublich viel Kraft, eine Krankheit hervorzubringen. Ein normaler Organismus möchte gesund sein. Zusätzliche Kräfte aus dem Seelisch-Geistigen sind nötig, um diesen Extraaufwand krank zu werden zu bewerkstelligen. Heilung bedeutet nun, diese Kräfte wieder an ihren richtigen Platz zu erheben und Kräfte im Körper aufzurufen, die sie dorthin bringen. Daraus lässt sich eine „spirituelle Pathogenese“, eine Aufklärung über die Herkunft von Leiden ableiten. Wir können jede Station dieses Weges anschauen und begreifen, was geschieht, wenn die Erkenntniskräfte, anstatt im Geistigen zu tätig zu sein, im Körperlichen zu wirken beginnen und damit eine Krankheit hervorrufen.

Entscheidend dabei ist jedoch, dass Krankheit in diesem Kontext nicht als Makel, Fehler oder Irrtum gebrandmarkt wird. Vielmehr ist Sinn der Krankheit ihr Auftreten selbst, weil in ihr die – wenn auch schmerzhafte – Korrektur, und damit auch die Heilung, veranlagt ist. Krankheit erscheint in diesem spirituellen Kontext als ein Gutes, das sich im Körper oder in der Seele des Menschen einen Ort schafft, an dem sich der notwendige Schicksal-sausgleich vollziehen kann.

Vgl. mit einer Zusammenstellung von Vorträgen über „Die sieben Siegel der Apokalypse“ gehalten 2007

  1. Rudolf Steiner, Wie erlangt man Erkenntnisse der Höheren Welten?, GA 10.

Das Rätsel Stephen Hawking: Trotz Krankheit ALS ein langes Leben

Trotz ALS langes Leben: Das Rätsel Stephen Hawking

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Hier berichtet K. Disse von einem Vortrag des bekannten Arztes und Autors Dr. Ruediger Dahlke bei der Med. Woche 2004, der sie besonders beeindruckt hat. Wichtige Themen darin: die Eigenverantwortung des Patienten, die Reflexion des Systems Therapeut-Patient, die Motivation für eine resonanzbezogene Medizin und Wege zur Umsetzung.

Dr. med. Ruediger Dahlke ist bekannt als Arzt und Buch-Autor. Seit 1978 ist er als Psychotherapeut, Fastenarzt und Seminarleiter tätig. Seit 1989 leitet er das Heil-Kunde-Zentrum für Psychotherapie, ganzheitliche Medizin und Beratung in D-84381 Johanniskirchen zusammen mit seiner Frau Margit. Er hält Seminare und Ausbildungen in Psychosomatik (Archetypische Medizin), Atem- und Psychotherapie, Fasten und Bilder-Meditation, Wassertherapie. Man kennt ihn aus Vorträgen und Firmen-Trainings im deutschsprachigen Raum und in Italien.

Kongressbericht unserer Autorin Kerstin Disse von der Medizinischen Woche 2004

Der aus München stammende Arzt Dr. med. Rüdiger Dahlke ist als Autor bekannt geworden mit seinem 1987 erschienenem Buch „Krankheit als Weg“. Sein neues Buch: “Krankheit als Sprache der Seele Be-Deutung und Chance der Krankheitsbilder“ (Goldmann Verlag) knüpft an sein erstes Buch an. Dahlke beschreibt es selbst als Fortsetzung und Erweiterung des Themenbereiches Krankheit als Symbol.
In seinem Vortrag wählt er diese Überschrift, um klar zu machen, dass er als Arzt einen neuen Weg gesucht und gefunden hat, um sich der „deutenden Medizin“ zuzuwenden. Diese Medizin begreift Krankheit als Symbol und kümmert sich um die „Muster im Hintergrund“ des Geschehens.

Er selbst sagt, er habe sich ziemlich schnell und gründlich von der eigentlichen Schulmedizin abgewandt, um sich als Arzt für Naturheilwesen und Psychotherapeut zu betätigen. Seit 1978 arbeitet er auch als Reinkarnationstherapeut und Fastenarzt und gibt Ausbildungsseminare in archetypischer Medizin, Fasten und Meditation. Es kommt also nicht von ungefähr, dass er sich den Zugang zum Patienten über die Seele wählt.

Um seinen Ansatz: „Krankheit als Symbol“ zu verdeutlichen, wählt er ein aus der TCM (traditionelle chinesische Medizin) entlehntes Ordnungssystem:

Dazu bemerkt er, dass sich die Schulmedizin ausschließlich auf der untersten Ebene bewegt. Am ausgeprägtesten die Chirurgie. Das bedeutet, dass die Qualität in diesem System steigt, wenn auf den anderen, höheren Ebenen mit dem Patienten gearbeitet wird.
Wenn das Krankheitsgeschehen allerdings schon auf der untersten Ebene angelangt ist, brauchen wir die Chirurgie. Das Problem besteht darin, dass sich die heutige Medizin nur auf dieser Ebene bewegt und dort auch ihre Gelder einsetzt.

Dahlke betont, dass es sich schon bei der Wahl der Mittel zeige, welche Haltung die Schulmedizin heute einnimmt: die Anti-Haltung. Antibiotika, Antiepileptika, Antiphlogistika, Antidepressiva oder Blocker: Beta-Blocker, Säurehemmer usw. Daraus kann keine positive Haltung erwachsen.
Anhand des Schaubildes wird auch klar, dass es aber durchaus einen Überbau gibt. Dieser spielt bei chronischen Krankheiten eine große Rolle: Die Psyche und das Bewusstsein. Wer aber nur mit Medikamenten und chirurgischen Eingriffen behandelt wird, kann dem Kreislauf der Schulmedizin nicht entkommen und bleibt krank.
Das Wort chronisch, bedeutet eben auch, dass nicht von schneller Heilung auszugehen ist, sondern dass die Dinge Zeit brauchen. Um zu entstehen und auch um wieder zu gehen. Dazu muss man sie aber „be-handeln“ und nicht abwehren.

Übergewicht, ein großes Thema in der westlichen Zivilisation: Geld ausgeben für Diäten, die nichts nützen, ist in Ordnung. Wenn das zu nichts führt, lassen wir uns die Fettschürzen wegschneiden und wenn das wieder nicht hilft, wird der Magen verkleinert usw., usw.
Wer stellt die Frage nach den Folgen? Was passiert dann mit uns im Alter, wenn der Magen sowieso schrumpft? Müssen wir uns dann wieder über Infusionen ernähren lassen?

Was Dahlke versucht, ist äußerst interessant, nämlich das Sichtbare, das was uns entgegentritt zu deuten und nicht zu beseitigen.
Also: Keine Krankheit ohne Sinn. Um die Bedeutung zu erkennen, muss die seelische Ebene beachtet und bearbeitet werden.

  • Punkt eins: die Ausbildung der Ärzte würde verändert und erweitert, zumindest auf psychotherapeutischer Ebene. Der Streit mit Kollegen, den Psychotherapeuten, ist damit vorprogrammiert.
  • Punkt zwei: Die Krankenkassen müssten therapeutische Gespräche ausreichend honorieren, die wiederum haben aber kein Geld.
  • Und Punkt drei: Die Patienten wären aufgefordert, Eigenverantwortung zu übernehmen, die sie aber nicht entwickeln können, weil sie es nicht gelernt haben.
  • Die Alternative: Der Arzt wird gezwungen, sich aus dem System zu verabschieden, um dem Menschen wirklich helfen zu können und nur der Mensch erfährt echte Heilung, der den vollen Geldbeutel und die richtige Einstellung mitbringt.
  • Das System krankt. Das Problem muss also, wie bei einer Erkrankung auch, auf mehreren Ebenen gleichzeitig, eben gesamtgesellschaftlich, bearbeitet werden.
  • Hoffnung ist ein schönes Wort!

„So lange geglaubt wird“, so wiederum Dahlke, „dass irgendetwas existiert, dass Form und Gestalt hat und gleichzeitig ohne Sinn und Bedeutung ist, solange wird sich nichts verändern“. Wenn ich aber an dem Punkt angekommen bin, an dem ich erkenne, dass ein Magengeschwür, Sinn und Bedeutung hat, dann komme ich dahin, nicht das Magengeschwür allein zu behandeln, sondern den ganzen Menschen: Sein Verhalten zu reflektieren, seine soziale und psychische Situation zu beleuchten, um dann gemeinsam mit ihm daran zu arbeiten, dass er kein Magengeschwür mehr braucht! Und damit keine Operation, keine Tabletten,. keinen Arzt?

Und noch ein wichtiges Thema: Dahlke sieht die Esoterik Szene in einem Punkt sehr kritisch: Die ständige Beschäftigung mit positiven Denken und Licht, das den Schatten als Kehrseite ausblendet. Was heißt das?
Zum einen, dass 15% seiner Patienten in Johanniskirchen ihre Schäden aus der Esoterik Szene davongetragen haben und zum anderen, dass auch hier grundsätzliche Prinzipien nicht beachtet wurden.

Licht erzeugt Schatten, sagt Dahlke. D.h. positives Denken allein, das alle negativen Impulse ignoriert oder sie nicht zulässt, führt natürlich auch zur Sublimierung derselben. Dann werden Impulse auf eine andere Ebene verschoben, um sich im schlechtesten Fall auf der körperlichen Ebene in Krankheiten zu manifestieren.

Aus dem Umfeld des Patienten müsse man die Krankheit sehen können, aus der Krankheit auf das Umfeld schließen können. Paracelsus hatte das schon erkannt. Das fehlt in der heutigen Medizin, meint Dahlke, komplett. Mit welchen Themen geht der Patient in Resonanz? Auf was reagiert er? Sprich: wo kann ich ihn „kriegen“? Mitreißen, Motivieren?

Was bei Dahlke ganz offensichtlich ist, dass er ein unglaubliches Bildungswissen auf allen Ebenen besitzt. Er schöpft aus den Geisteswissenschaften ebenso, wie aus der Medizin und der Psychotherapie und seiner langjährigen Erfahrung.
Das macht ihn auch, neben dem persönlichen Charisma, so überzeugend.

Handbuch der Psychosomatik und Integralen Medizin. Symptome, Be-Deutung, Bearbeitung, Einlösung

5 von 5 Sternen

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Wer als Absolvent nicht zwingend in einer Metropole arbeiten möchte, sollte Phoenix Contact als Arbeitgeber in Betracht ziehen. Moderne Arbeitsplätze, Familienfreundlichkeit, eigene Weiterbildungsakademie und internationale Karrierechancen sind klare Pluspunkte.

Als familiengeführtes Unternehmen gehört Brose zu den erfolgreichsten Automobilzulieferern Deutschlands. Mitarbeiter müssen bereit sein, Leistung zu bringen, dafür wird ihnen aber auch viel geboten. Das Unternehmen will weiter expandieren und stellt viele Absolventen ein.

Die Aareal Bank ist eine auf Immobilienfinanzierung spezialisierte Bank mit Hauptsitz in Wiesbaden. Die Bank wird im Allgemeinen als zuverlässiger Arbeitgeber gesehen. Im Unternehmen werden flexible Arbeitszeitmodelle, Jobsharing und Teilzeitarbeit angeboten. Von Bewerbern wird erwartet, dass sie gute Examensnoten mitbringen.

Deloitte gehört zu den Big Four der Prüfungs- und Beratungsbranche – in Deutschland als Nummer 4, weltweit als Nummer 1. Das Unternehmen nimmt für sich in Anspruch, auf die Work-Life-Balance von Einsteigern zu achten. In der Projektarbeit kann es zuweilen aber auch stressig werden.

Mahle ist weltweit aktiv und besetzt Führungspositionen oft mit eigenen Mitarbeitern. Hier gibt es gute Karriereaussichten für Absolventen, die in die Zulieferindustrie ein- und dort aufsteigen möchten.

Dass das Unternehmen Aldi Süd nicht gerade wenig von seinen Mitarbeitern verlangt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Dafür zahlt der Discounter allerdings auch nicht schlecht und bietet bei entsprechendem Einsatz und guter Performance interessante Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten.

ZF spielt weltweit in der absoluten Top-Liga der Autozulieferer. Besonders für Ingenieurabsolventen bieten sich viele Jobchancen. Für Einsteiger besonders interessant: Das Unternehmen treibt viele Innovationen voran, zum Beispiel im Bereich Elektromobilität.

SEW Eurodrive ist ein klassischer Hidden Champion, der einiges tut, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Viele Mitarbeiter loben die vielfältigen, abwechslungsreichen und interessanten Aufgaben. Besonders für Ingenieure und Informatiker kann es lohnen, sich das Unternehmen genauer anzusehen.

Welcome to the Yahoo Search forum! We’d love to hear your ideas on how to improve Yahoo Search.

The Yahoo product feedback forum now requires a valid Yahoo ID and password to participate.

You are now required to sign-in using your Yahoo email account in order to provide us with feedback and to submit votes and comments to existing ideas. If you do not have a Yahoo ID or the password to your Yahoo ID, please sign-up for a new account.

If you have a valid Yahoo ID and password, follow these steps if you would like to remove your posts, comments, votes, and/or profile from the Yahoo product feedback forum.

Your search engine does not find any satisfactory results for searches. It is too weak. Also, the server of bing is often off

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Im Rahmen einer Trennung wird häufig die Frage nach Rechten und Pflichten gestellt. Da vielfach der Vater / Mann der Versorger der Familie ist, lautet die Frage deshalb auch häufig nach Pflichten des Vaters. Der Begriff Vater / Mann steht hier exemplarisch für den Versorger der Familie. Besteht die Trennung (Details siehe Trennungsjahr oder Lebensgemeinschaft) haben natürlich beide Ehegatten unterschiedliche Rechte und Pflichten in verschiedenen Bereichen.

Bei einer Trennung haben beide Ehepartner Rechte an der Wohnung / dem Haus, in dem die Ehegatten zusammen gelebt haben. Sie können weiterhin beide dort wohnen bleiben, müssen aber getrennt leben.

Eines der Trennungsrechte ist der Anspruch auf Unterhalt. Ab Vorliegen der Trennung entstehen die Unterhaltsansprüche des Ehegatten und der Kinder.

Der Kindesunterhalt wird nach dem Bedarf der Kinder ermittelt. Üblich ist es dazu die Düsseldorfer Tabelle heranzuziehen. Zu weiteren Information zum Thema Trennungsrecht und Unterhalt siehe auch Unterhaltsberechnung.

Leben die Eltern aufgrund der Trennung nicht mit den Kindern zusammen, hat der Elternteil bei dem das / die Kinder nicht leben das Recht und die Pflicht auf Umgang mit dem Kind. Das Kind hat nur das Recht auf Umgang.

Anläßlich einer räumlichen Trennung bestehen auch Rechte bzgl. Teilung des Haushalts. An sich müßte eine Auflistung aller Haushaltgegenstände erstellt werden. Sodann müßte angegeben werden, wer Eigentümer der einzelnen Gegenstände ist. Im dritten Schritt ist dann ein Vorschlag für eine angemessene Aufteilung zu machen. Dabei sind die Gegenstände, die ein Ehegatte mit in die Ehe gebracht hat, also er schon vor der Heirat besaß, diesem vorab zu überlassen. Erhält dann ein Ehegatte Haushaltsgegenstände in höherem Wert als der andere, ist ihm ein Ausgleich in Höhe des Wertunterschieds zu zahlen.

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Ihre Erkrankung ist schon vor langer Zeit diagnostiziert worden. Aber Maria Carey hat die Augen davor verschlossen – und ziemlich harte Zeiten durchgemacht. Dann hat sie sich doch in Behandlung begeben.

Die als extrem verzogen berüchtigte und schwierig geltende Superdiva leidet eigenen Angaben zufolge an einer bipolaren Störung. Diese psychische Erkrankung sei bei ihr schon 2001 diagnostiziert worden, gestand die Musikerin jetzt gegenüber dem US-Magazin „People“. Zunächst habe sie es aber nicht glauben wollen, keine Behandlung gesucht und dann einige „der härtesten Jahre meines Lebens“ durchgemacht.

„Bis vor kurzem habe ich in Leugnung und Isolation gelebt und in anhaltender Angst, dass mich jemand enttarnen könnte. Es war eine zu schwere Last und ich konnte sie nicht mehr tragen. Ich habe Behandlung gesucht und bekommen, positive Menschen um mich herum gebracht und jetzt mache ich wieder, was ich liebe – Songs schreiben und Musik.“

Eine bipolare Störung kann zu extremen Stimmungsschwankungen führen, zwischen Depression und Manie. Sie kann unter anderem mit Therapie und Medikamenten behandelt werden. Carey ist mit mehr als 200 Millionen verkauften Alben eine der erfolgreichsten Musikerinnen der USA. Gemeinsam mit Ex-Mann Nick Cannon hat die Sängerin sechs Jahre alte Zwillinge.

Eine Depression, bei der es auch Phasen von ungewohnter Hochstimmung gibt, nennt sich „Bipolare Störung“. „Bi-polar“ bedeutet, dass die Stimmung zwischen den zwei Extremen „Niedergeschlagenheit“ und „überschwengliche Hochstimmung (Euphorie)“ schwankt. Die Phase der „Hochstimmung“ wird auch als „Manie“ bezeichnet. Die Betroffenen sind dann äußerst aktiv und tatkräftig, reisen unter Umständen viel, unternehmen sehr viel, schmieden großartige Pläne oder geben besonders viel Geld aus. Wenn eine manische Phase einmal extrem ausgeprägt war, spricht man von einer „Bipolaren Störung Typ I“. Patienten, bei denen sich die Depression mit weniger ausgeprägten Phasen der gehobenen Stimmung abwechselt, erhalten oft die Diagnose „Bipolare Störung Typ II“. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Petra Schmidt, Pixelio)

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Links:

Balance – Berliner Selbsthilfegruppe von Menschen mit einer Bipolaren Störung

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F31.7
Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig remittiert

Der betroffene Patient hatte wenigstens eine eindeutig diagnostizierte hypomanische, manische oder gemischte affektive Episode und wenigstens eine weitere affektive Episode (hypomanisch, manisch, depressiv oder gemischt) in der Anamnese; in den letzten Monaten und gegenwärtig besteht keine deutliche Störung der Stimmung. Auch Remissionen während einer prophylaktischen Behandlung sollen hier kodiert werden.

  • ICD-10
  • F30-F39 - Affektive Störungen
  • F31 Bipolare affektive Störung
  • F31.7 Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig remittiert

Copyright © 2018 Verlag Heilpraktiker Psychotherapie. Alle Rechte vorbehalten.

Wie ist es zu erklären, dass unter Künstlern und Wissenschaftlern besonders viele bipolar "Gestörte" vertreten sind??
z.B. Hermann Hesse, Franz Kafka, Ernest Hemingway, Sylvia Plath, Robert Schumann, Jimmy Hendrix, Sting, Roman Polanski, Vincent van Gogh, Paul Gaughin, Robert Munch, Martin Luther, Friedrich Nietzsche, Max von Pettenkofer, Winston Churchill, und und und.

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Die bipolare affektive Störung. Definition, Ursachen, Verlaufsformen und Behandlungsmöglichkeiten

Facharbeit (Schule) 2016 16 Seiten

2 Was ist eine bipolare Störung?

3 Phasen der bipolaren Störung und ihre Symptome
3.1 Die Manie
3.2 Die Hypomanie
3.3 Die Depression
3.4 Der Mischzustand

4 Ursachen der bipolaren Störung
4.1 Genetische Faktoren
4.2 Biologische Faktoren
4.3 Medikamentöse Ursachen
4.4 Psychosoziale Faktoren

5 Verlaufsformen der bipolaren Störung
5.1 Bipolar I – Bipolar II
5.2 Rapid Cycling
5.3 Mischzustände
5.4 Zyklothymia
5.5 Suizidrisiko

6 Behandlung der bipolaren Störung
6.1 Medikamente
6.2 Psychotherapie

Abbildung 1: Phasen der bipolaren Störung

Abbildung 2: Bipolar I- Erkrankung

Abbildung 3: Bipolar II- Erkrankung

Abbildung 4: Rapid Cycling

Abbildung 5: Gemischte Episode

Abbildung 6: Zyklothymia

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Uns allen geht es manche Tage besser und manche Tage schlechter. Kaum einer, der von sich ehrlich und selbstkritisch sagen kann: es geht immer gleich. Bei Manisch Depressiven sind aber die Zustände von großer Heftigkeit. Sie fühlen sich einer stärkeren Kraft ausgeliefert. Wenn sie manisch sind geht es so gut, dass sie nicht wissen wohin mit ihren Energien. Sie können nicht schlafen, können viel tun, sind kreativ und haben zu allen eine Meinung: vor allem zu allen Mitmenschen. Sie spüren Gefühle intensiv: Glück, Liebe, Lust und Trauer aber auch Zorn und Ärger. Sie reden schnell, singen, reimen, tanzen, machen Scherze und lachen viel - wen stört es dann schon, dass nicht jeder Witz passt? Wen stört es, dass sie die ganze Welt umarmen können, alle lieben und sich jeden Tag ein neues Auto kaufen wollen? Genau das ist das Problem: Maniker brennen lichterloh und genau wie ihr Bankkonto so sind auch ihre Energien sehr bald erschöpft und der Absturz folgt unweigerlich und er ist sehr tief.

Die Depression beim Bipolaren ist meist heftiger, als bei Menschen mit chronischen Depressionen und sie dauert länger als eine sogenannte depressive Episode. In dieser Zeit kann es vorkommen, dass die/der Betroffene nicht arbeiten kann, das Haus, vielleicht nicht einmal das Bett verlassen kann. Es geht nur schlecht, alles - auch die kleinste Aufgabe - bedeutet eine schwere, unüberwindbare Anstrengung. Man ist nicht in der Lage einkaufen zu gehen, zu kochen oder auch nur die Post zu öffnen. Gefühle gibt es nur negative, oder vielmehr das Gefühl, niemals Gefühle gehabt zu haben und auch keine Hoffnung, dass sich irgendwas ändern wird. Es ist wie am Boden einer völlig schwarzen Höhle zu sitzen, keine Chance raus zu kommen. Meterhohe und -dicke Wände zwischen mir und dem nächsten Menschen.

Nicht alle Menschen mit bipolaren Störungen haben Symptome in der vollen Ausprägung udn Heftigkeit, aber selten ist das nicht.

Sicherlich ist es notwendig, dass wir mit unserer Befindlichkeit und unserer Stimmung auf die Ereignisse der Umwelt reagieren. Aber wir lernen bereits im Kindesalter, wie wichtig es ist, unsere Gefühle im Zaum zu halten. Jähzorn und Aggression, aber auch Liebesbezeugungen müssen gezügelt werden sonst ist ein soziales Zusammenleben nicht möglich. Über die Pubertät hinweg passen wir uns zunehmend an die Regeln unsrer Gesellschaft an. Manche schaffen es mehr, manche weniger. Aber "Reaktion" und phasenweise Stimmungschwankungen sind grundsätzlcih voneinander verschieden, auch wenn die Betroffenen und ihre Angehörigen immer nach Erklärungen suchen. Biologisch unterliegen Menschen mit phasenweisen Beeinträchtigungen (zyklothyme Menschen) einem gewissen Rhythmus. Der ist so natürlich wie der Biorhythmus oder Monatszyklus der Frau, und er kann auch so natürlich erforscht werden und man kann sich daran anpassen.

Aber die meisten von uns kennen Momente oder Phasen in denen es manchen von uns schwer fällt ihre Emotionen im Schach zu halten und "angepasst" zu reagieren. Dies kann neben Streit und verbalen "Ausrutschern" mitunter sogar zu Affekthandlungen führen. Manchmal ist eine solcher Moment der Beginn einer längeren Phase von Verstimmung. Was liegt dann näher als im Streit die Erklärung zu sehen? Aber es kann auch umgekehrt sein: wir haben gerade den beginn einer schlechten (negativen, dysphorischen, depressiven) Phase erlebt und waren deswegen besonders sensibel oder leicht beleidigt. Es war der Beginn einer Depression, aber wir glauben es ist eine Reaktion.

Formen ausgeprägter Bipolarer Störungen

Die meisten Menschen, die an bipolaren Strörungen erkrankt sind bilden immer wieder das gleiche Muster aus, das sie, wenn sie keine Therapie in Anspruch nehmen dann ihr Leben lang begleitet.

  1. Depressive Phasen und manische Phasen wechseln einander ab. Beide in starker Ausprägung, aber meist von unerschiedlicher Dauer: Manisch drei Tage, depressiv drei Monate.
  2. Depressive Phasen sind stark ausgeprägt, manische Phasen fast nicht merkbar
  3. Depressive Phasen komme regelmäßig, manische nur bei Einahme der falschen Medikamente
  4. Menschen sind die meiste Zeit übereifrig, überengagiert, aufgezogen, lustig (man nennt das: hyperthym) und haben manchmal, dafür umso schwerere depressive Einbrüche bzw. Phasen.

Diese Verlaufsformen bleiben zwar bei jedem Betroffenen konstant, die Abtsände und die Heftigkeit der Symptome können variiieren. Zusätzlich können abhängig vom Schweregrad auch fixe, überwertige Ideen und Wahnsymptome auftreten( "Ich bin schuldig", "ich werde verarmen, meine Familie nicht erhalten können". ).

Aus den Erfahrungen mit diesen Krankheitsbildern wird klar, dass es sich heir um die gefährlichsten psychischen Erkrankungen handelt. Nicht nur, dass die Selbstmordrate hoch ist, auch Selbstschädigung durch Fehleinschätzungen (Autofahren nach zu viel Alkohol, unpassende Sex-abenteuer, falsche Entscheidungen in beruflichen und wirtschaftlichen Dingen) vor allem aber soziale Komplikationen schaffen Probleme für Betroffene und deren Angehörige.

Wenn eine "bipolare Störung" die Ursache für emotionale Entgleisungen ist.

. ist es sinnvoll das möglichst bald zu behandeln. Nicht immer sind Depressionen "grundlos" aber manchmal sind die Gründe für depressive Entgleisungen hausgemacht. Es sind Dinge, die uns unter andren Umständen nicht berühren, ängstigen oder stören würden. Aber in der verletzlichen Zeit zu Beginn einer depressiven Phase ist es eben schlimm.

Letztlich entscheidet die Heftigkeit der Symptomatik, was und ab wann wir etwas machen müssen, bzw. ab wann der Arzt ein Medikament verschreibt. Wenn bekannt ist, dass es sich um eine bipolaren Störungen handelt, können wir dem zuvor kommen, indem wir eine sog. Phasenprophylaxe bzw. stimmungstabilisierende Therapie einnehmen.

Achtung: nicht alle zornigen, depressiven, verzweifelten und angstvollen Menschen leiden an bipolaren Störungen

Aus psychiatrischer Sicht ist emotionale Instabilität, die zu Komplikationen führt, verschiedenen grundlegenden Leidenszuständen zuzuordnen.

Unzufriedenheit mit sich selbst. Ein im Grunde gekränkter und enttäuschter Mensch kann sehr instabil sein. Sein Selbstwert ist nicht hoch, aber er kann durch das Gefühl andere beeinflussen zu können steigen. Kündigen diese anderen - meist Familienmitglieder - die Bereitschaft auf ihn zu hören auf, kann es zu Schwierigkeiten kommen.

Depressive Grundstimmung. Gerade an der Schwelle zur Depression, bei Beginn einer depressiven Phase und manchmal auch bei deren Ende kann die Stimmung als quälend und schmerzhaft unbefriedigend empfunden werden. Der Wiener nennt es "Grant", der Psychiater Dysphorie, allgemein wird dieser Zustand als Gereiztheit verstanden. Ein explosiver Zwischenbereich zwischen dem Wohlergehen und dem schlechten Zustand. Hier kann ein andere den Zündfunken für eine Entladung bilden. Auch bei dem Beginn der Wirkung von Psychopharmaka können solche instabile Zustände vorkommen.

Angst und Zwangshandlungen: Menschen, deren Handeln durch Angst, Zwänge und Riten geprägt ist, reagieren unsicher und gereizt, wenn es Abweichungen von ihrem Plan gibt. Durch ihre von vornherein festgelegten und genau geplanten Handlungen bekommen sie Sicherheit, allerdings um den Preis einer hohen Arbeitsbelastung. Stress, Erschöpfung und aufkeimende Panik kann sie zu Kurzschlusshandlungen verleiten. So können auch diese sehr beherrschten und meist ruhigen Zeitgenossen in emotionale Extremzustände gelangen.

Sucht und Persönlichkeitsstörungen: sie können Teil oder Ursache einer anderen psychischen Erkrankung sein oder auch für sich selbst Gemütsschwankungen verursachen. (Auf dieses komplexe Thema möchte ich hier nicht eingehen.)

Wirklich heftige Gemütschwankungen haben Krankheitswert und sind eine Belastung für den Betroffenen selbst und für seine Mitmenschen. Es sollte daher rasch ein Facharzt aufgesucht werden, der durch ein verhältnismäßig einfaches Therapieangebot Hilfe bringen kann. Interessanterweise sind die meisten der dafür wirksamen Medikamente eigentlich für etwas anderes gedacht.

Die Bipolare (lateinisch bis = zwei) Störung zeichnet sich durch Stimmungs­schwankungen zwischen dem depressiven und dem maniformen Pol aus. Da die Schwankungen das Gefühl betreffen, wird auch von Bipolarer affektiver Störung gesprochen. Affekt ist von lateinisch afficere = hinzutun abgeleitet. Der Begriff verweist darauf, dass die pathologische Qualität der Stimmung als etwas Gemachtes (facere = machen) erscheint, das dazukommt ohne dazuzugehören.

  • Manisch-depressive Erkrankung (MDE)
  • Zykloide Psychose
  • Bipolare Psychose

Auch die Stimmung Gesunder schwankt. Daher hängt die Abgren­zung zwischen gesund und krank von den individuellen Bewer­tungen sowohl des Untersuchers als auch des Betroffenen ab. Schwankungen, die der eine als Ausdruck lebendiger Reaktivität empfindet, bezeichnet ein Anderer als krank.

  • Je schwerer die depressive Verstimmung ist, desto häufiger wird sie als krankhaft empfunden.
  • Maniforme Symptome werden vom Betroffenen oft nicht als krankhaft, sondern als Ausdruck eigentlicher Gesundheit erlebt. Erst im Nachhinein und wenn er mit den Folgen vernunftwidriger Taten konfrontiert wird, erkennt er die problematische Qualität der Manie.
  • Schwere, wahnhafte Depressionen deutet der Kranke oft nicht als krankhaft, sondern als Strafe Gottes für vermeintliche Sünden oder als folgerichtige Reaktion auf existenzielle Bedrohungen (z.B.: Verarmung, Krankheit, Weltuntergang oder Strafgericht).

Treten im Rahmen der Bipolaren Störung psychotische Symptome auf, wird auch von Bipolarer Psychose gesprochen.

Bipolare affektive Störungen werden in der Internationalen Klassifikation der Krank­heiten (ICD-10) nach drei Kriterien aufgeteilt:

  1. Polarität (depressiv, manisch, gemischt)
  2. Ausprägung (abwesend, leicht-mittelschwer, schwer)
  3. Vorliegen psychotischer Symptome: Wahn, Halluzinationen (ja/nein)

Bipolare Störungen gemäß ICD-10-Klassifikation der WHO

Den gemischten Episoden kann auch die agitierte Depression zugeordnet werden. Die agitierte Depression zeichnet sich durch innere Unruhe und Getriebenheit aus. Sie ist von der gehemmten Depression zu unterscheiden. Bei der gehemmten Depression ist der Antrieb vermindert.

Seelische Erlebnisweisen sind individuell. Deshalb sind sich Psychiater oft uneins, wel­cher diagnostischen Kategorie ein Zustandsbild zugeordnet werden sollte. Das betrifft auch die Bipolare Störung. Sie wird sowohl gegenüber anderen Diagnosen abgegrenzt als auch intern unterschieden.

Als Sonderform der Bipolaren Störung ist das Rapid cycling bekannt. Dabei wechseln sich mindestens vier depressive und / oder maniforme Phasen innerhalb eines Jahres ab. Der Phasenwechsel kann sogar in Tagen oder Stunden erfolgen. Dann spricht man von Ultra-rapid-cycling bzw. Ultra-ultra-rapid-cycling.

Heute werden Bipolare Störungen in zwei Typen unterteilt:

Der Unterschied liegt in der Ausprägung maniformer Symptome. Kommen echte Manien vor, spricht man von Bipolar I. Finden sich lediglich hypomane Zustände, spricht man von Bipolar II.

Hypoman enthält das griechische hypo [υπο] = unterhalb. Hypomanien sind Stimmungsvarianten, die echten Manien qualitativ ähneln, aber weniger ausgeprägt sind; und meistens keine schädlichen Folgen haben. Ihr Intensitätsniveau liegt unterhalb des Grades echter Manien.

Die Häufigkeit der Bipolar-I-Störung wird mit circa 1% ange­geben. Für die Bipolar-II-Störung werden teils deutlich höhere Zahlen genannt.

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3 Und ich? Wann hat es angefangen? Eine ziemlich beeindruckende Darstellung eines bipolaren Patienten liefert der charmante Richard Gere im Hollywood-Film Mr. Jones, großes Kino, empfehlenswert. So überzeugend er in die Patientenrolle schlüpft, so einfach kann er sie nach den Dreharbeiten wieder abstreifen. Und ich? Ich lebe seit fast 20 Jahren mit der Diagnose einer bipolaren Störung. Tage- oder wochenlanger Rückzug, dann wieder Party bis zum Morgengrauen in der Pubertät gehört das doch dazu, oder? Auch mein Mann, meine Familie und meine Freunde müssen damit leben. Zurzeit geht es mir ziemlich gut, aber ich weiß, dass ein Rückfall möglich ist. Für bipolare Störungen typisch sind Zeiten sehr niedergeschlagener Stimmung und Zeiten extremer Hochstimmung, die aufeinander folgen. Dauer, Grad der Ausprägung und Häufigkeit unterscheiden sich von Patient zu Patient. Die Trennung von meinem ersten Freund kam, als ich gerade 18 war. Er ging für ein Jahr ins Ausland und ich verbrachte die folgenden Wochen fast ausschließlich im Bett. Ich konnte nichts essen und wollte niemand sehen. Was meine Eltern für heftigen Liebeskummer hielten, war in der Rückschau wohl meine erste depressive Phase. Etwa ein halbes Jahr später fuhr ich nach einer mit Freunden durchwachten Nacht spontan 300 km nach München. Wir hatten stundenlang über Gott und die Welt diskutiert und ich kann mich noch gut an meine aufgekratzte Stimmung erinnern. Als die anderen ins Bett gingen, fuhr ich mit dem Auto meiner Mutter los und verbrachte einen ganzen Tag in München. Tief in der Nacht kam ich wieder nach Hause und meine Eltern überhäuften mich mit Vorwürfen. Dass ich ihre Aufregung überhaupt nicht verstehen konnte, machte sie noch wütender. Ich fühlte mich großartig und schlief kaum noch. Die nächsten Wochen waren von sex and drugs and rock n roll geprägt. Dann kam der Zusammenbruch. Ich heulte stundenlang, bis ich nicht mehr konnte. Bipolare Störungen beginnen meistens im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter. Negative sowie positive Lebensereignisse können die Erkrankung auslösen. Vom Auftreten der Symptome bis zur korrekten Diagnosestellung vergehen oft mehrere Jahre. 4 5

4 Schrecklich müde Damals war ich der Depression hoffnungslos ausgeliefert. Heute weiß ich ziemlich gut, wie sich eine depressive Phase bei mir ankündigt und vor allem wissen es auch mein Mann und meine beste Freundin: Ich wache gegen 4 Uhr morgens auf und kann nicht mehr einschlafen. Den ganzen Vormittag fühle ich mich deshalb wie gerädert. Ich habe das Gefühl, dass mich jede Kleinigkeit mehr Kraft kostet, als ich habe. Wenn ich es endlich aus dem Bett geschafft habe, schlurfe ich noch bis zum Mittag im Schlafanzug durch die Wohnung. In den ersten Tagen fühle ich mich wenigstens nachmittags dazu in der Lage, ein bisschen aufzuräumen oder den Müll hinauszubringen. Ich weiß, dass mir dann ein Spaziergang guttut. Aber ich schaffe es kaum, mich dazu aufzuraffen, wenn nicht jemand mit mir geht. Bevor ich gelernt habe, mit meiner Krankheit offener umzugehen, ging es mir nach den ersten Anzeichen von Tag zu Tag schlechter. Schließlich fehlte mir jeder Antrieb, morgens aufzustehen. Manchmal gönnte ich mir schon am frühen Morgen einen Cognac, um wieder einschlafen zu können. Appetitlosigkeit und Lustlosigkeit steigerten sich bis zu einer vollkommenen inneren Leere. Alles erschien sinnlos. Mehr als einmal habe ich daran gedacht, Schluss zu machen. Eine depressive Episode kündigt sich häufig durch Schlafstörungen an. Früherwachen und ein sogenanntes Morgentief sind typisch. Psychische Symptome der Depression niedergedrückte oder ängstliche Stimmung, Lustlosigkeit bis zum Lebensüberdruss, Verlangsamung, Konzentrationsschwäche, aber auch Unruhe und Reizbarkeit werden oft von körperlichen Symptomen begleitet. Dazu gehören Appetitstörungen, die zur Gewichtsabnahme, manchmal aber auch zur Gewichtszunahme führen. 6 Eine Depression bedeutet für mich, Landschaften des eigenen Selbst durchwandern zu müssen, die abgebrannt, tot, niedergetrampelt oder einfach nur leer sind. (Kommentar eines Betroffenen, zitiert auf 7

5 Großartig! Großartig! Ich fühle mich großartig! Wenn ich so auf die Frage antworte, wie es mir geht, sieht mich mein Mann schon skeptisch an. Manische Phasen fürchtet er fast mehr als depressive. Dann schlafe ich wenig und fühle mich trotzdem topfit. Mir kommen viele Ideen, ich bin unternehmungslustig Das fühlt sich anfangs so gut an, dass ich in Gefahr bin, meine Medikamente wegzulassen. Von meiner letzten manischen Episode habe ich noch ein paar Einzelheiten in Erinnerung: Einmal fuhr ich mit der S-Bahn in die Stadt und schaffte es, das ganze Abteil zu unterhalten. Wir erfanden den Rap gegen die Sorgen am frühen Morgen. Im Musikgeschäft bestellte ich ein Schlagzeug. Um Platz dafür zu schaffen, räumte ich zu Hause das Wohnzimmer um. Bis mein Mann von seiner zweitägigen Dienstreise zurückkam, hatte ich es auch schon neu gestrichen orange! und außerdem eine bessere Stereoanlage besorgt. Zur Einweihung organisierte ich eine Willkommensparty für ihn mit Nachbarn und Freunden. Weil er sich offensichtlich gar nicht darüber freute, gerieten wir in heftigen Streit. Den Rest der Nacht verbrachte ich in einer Kneipe, bis der Wirt in den frühen Morgenstunden meinen Mann anrief, um mich abzuholen Die meisten Menschen würden heutzutage in der Leistungsund Mediengesellschaft alles dafür geben, einmal besonders zu sein, besonders interessant, selbstsicher, kreativ, belastbar, einmal aus der Reihe zu fallen, etwas Verrücktes zu machen, immer fröhlich zu sein etc. sie nehmen sogar Drogen für diese Illusion. Wir kriegen das leider umsonst und können am eigenen Leib erfahren, wie grausam das alles sein kann und wie wenig der Mensch dafür gemacht ist, so zu sein. Und wir müssen diese Suppe dann jedes Mal auslöffeln, wenn der schöne Schein vorbei ist. (Kommentar eines Betroffenen*, zitiert auf Eine gehobene, oft überdreht-fröhliche Stimmungslage ist typisch für die manische Episode, aber auch erhöhte Reizbarkeit und Streitsucht kommen vor. Vorbote einer manischen Episode kann ein deutlich vermindertes Schlafbedürfnis sein. Die gehobene Stimmung führt nicht selten zu risikoreichem Verhalten, darunter leichtsinnige Geldausgaben und sexuelle Abenteuer. 8 * Mit Betroffener wird im vorliegenden Text sowohl ein Mann als auch eine Frau mit bipolarer Störung bezeichnet. 9

6 Meine Eltern und ihre Schuldgefühle Mein mutiger Mann Meine Eltern wollten es zunächst nicht wahrhaben, dass ich dem verrückten Cousin meiner Mutter nachschlage. Sie hatten lange Zeit das Gefühl, in der Erziehung versagt zu haben. Dann machten sie sich wieder Vorwürfe, nicht früher erkannt zu haben, dass ich krank bin. Die nächste Selbsthilfegruppe für Angehörige ist von ihrem Wohnort über 70 km entfernt, aber es gab Jahre, da ließen sie keines der monatlichen Treffen aus. An schlechten Tagen frage ich mich, was meinen Mann noch bei mir hält. Ich fange dann häufig Streit an oder ziehe mich völlig zurück. Manchmal gelingt es ihm, durch eine bestimmte Art, meinen Namen auszusprechen, mich zurückzuholen. Das ist wie eine Geheimsprache zwischen uns. Ich bin Einzelkind, daher weiß ich nicht aus eigener Erfahrung, wie Geschwister reagieren. Eine Mitpatientin hat mir einmal erzählt, dass ihre kleine Schwester für sie immer diejenige war, zu der sie am meisten Vertrauen hatte. Damals habe ich mich nach einer Schwester gesehnt Die bipolare Erkrankung kommt familiär gehäuft vor. Es gibt aber nicht das Bipolar-Gen. Das Behandlungsteam sollte die Angehörigen nach Möglichkeit einbeziehen. Dies ist nicht nur für die Erhebung der bisherigen Krankengeschichte ( Anamnese ), sondern auch für den weiteren Krankheitsverlauf wesentlich. Die Angehörigen sollten sich nicht scheuen, selbst Rat zu suchen. Den Bedürfnissen des Erkrankten stehen die eigenen Grenzen der Belastbarkeit gegenüber. Schweben zwischen Hoffnung, Enttäuschung, Resignation. Ungläubiges Entsetzen (das kann doch nicht wahr sein, meine Tochter). Aufbieten aller Kräfte, um helfen zu wollen. Weich geklopft sein vom ewigen Auf und Ab. (Kommentar eines Elternteils, zitiert auf 10 An guten Tagen, wenn ich ihn mit meinen Geschichten zum Lachen bringe, sehe ich uns gemeinsam als älteres Pärchen auf der Bank vor einem rosenumrankten Häuschen Wir haben uns vor zehn Jahren in einem Volkshochschulkurs getroffen. Ich war in einer stabilen Phase meiner Erkrankung, arbeitete halbtags und wollte Leute außerhalb meiner Therapiegruppe und außerhalb meiner Arbeitsstelle kennenlernen. Weil der Konversationskurs Französisch schon belegt war, entschied ich mich für einen Kochkurs aus dem Pfundskur -Programm. (Unter der regelmäßigen Medikamenteneinnahme hatte ich schon ein bisschen zugenommen ) Mein Mann war aus beruflichen Gründen zugezogen und hoffte ebenfalls, beim Kochen neue Leute kennenzulernen. Wir hatten viel Spaß in dem Kurs, gingen erst ein paarmal mit der Gruppe aus und irgendwann planten wir eine Fahrradtour zu zweit. Die Tour war zwar verregnet, aber in einem Unterstand im Wald erreichten wir bald eine so vertrauliche Gesprächsatmosphäre, dass ich von meinen bipolaren Schwankungen und der Therapie erzählen konnte. Wenn ich sage, dass ich ihn mutig finde, weil er sich auf eine Beziehung mit mir eingelassen hat, widerspricht er mir. Er meint, er sei weniger mutig als einfach mit einer gewissen Gelassenheit auf die Welt gekommen! 11

7 Mein mutiger Mann Freundschaften und Freundschaften Eine wirklich gute Freundin ist mir aus Schultagen geblieben und es hat sich ergeben, dass wir im selben Ort gelandet sind. Sie kennt mich in- und auswendig und hat sich in schwierigen Phasen nicht abschrecken lassen. Von ihr lasse ich mir viel mehr sagen als von irgendjemand sonst. Ich habe aber auch viele Freunde verloren: In der Depression habe ich mich so vollkommen zurückgezogen, dass sie nicht mehr an meine Freundschaft geglaubt haben, und in der Manie habe ich einige wohlmeinende Freunde sehr verletzt. Entweder du kannst damit leben und dann läuft s oder du kannst es nicht, dann musst du einen Schlussstrich ziehen. (Nach einem Beitrag auf Die bipolare Störung stellt auch für den Lebenspartner oder die -partnerin eine große Belastung dar, nicht allein in psychischer Hinsicht. Schwierigkeiten am Arbeitsplatz bis hin zur Kündigung, aber auch übertriebene Geldausgaben in der Manie können zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Wenn sich der oder die Betroffene von gemeinsamen Freunden abwendet, ist die Freundschaft oftmals ungewollt auch für den Lebenspartner oder die -partnerin zu Ende. Das sexuelle Verlangen kann sich in einer akuten Episode der Erkrankung ändern, vom völligen Desinteresse in der Depression bis zum erheblich gesteigerten Interesse in der Manie. Dabei richtet sich die Lust der Betroffenen häufig auch auf Personen außerhalb der Partnerschaft. In der Manie habe ich auch immer wieder falsche Freunde gefunden, die mit mir getrunken und mit Drogen experimentiert haben. Dann bin ich noch tiefer abgestürzt. Freunde zu finden ist auch deshalb nicht leicht, weil mich praktisch schon beim ersten Kennenlernen die Frage quält, ob ich ihr (oder ihm) von meiner bipolaren Störung erzähle und wann der beste Zeitpunkt dafür ist. Dann bin ich verkrampft und anders, als ich sein möchte Freunde und Bekannte können zur Stabilisierung erheblich beitragen. Nähere Freunde sollten über die bipolare Störung Bescheid wissen. So können sie den Betroffenen auf erste Anzeichen einer neuen Episode hinweisen und ggf. eingreifen (s. Notfallplan, S. 29). Seit ich gelernt habe, meine Gefühle, Ängste und Befürchtungen, aber auch die Verbundenheit und Liebe zu diesen Menschen zu beschreiben und zu vermitteln, habe ich das Gefühl, dass sich echte und tiefe Beziehungen entwickelt haben. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf

8 Am Arbeitsplatz Berufstätigkeit bei bipolarer Erkrankung ist ein heikles Thema. Viele Betroffene werden früher oder später als erwerbsunfähig in Rente geschickt. Ich bin bisher nur mehrfach arbeitslos gewesen, meine Eltern und später mein Mann haben mich finanziell unterstützt. In einem Ratgeber habe ich gelesen, dass ich nicht verpflichtet bin, meine bipolare Störung am Arbeitsplatz zu erwähnen. Damit habe ich einmal ganz massiv Schiffbruch erlitten: Ich hatte zu Beginn einer manischen Phase die Medikamente abgesetzt und flippte bei der Arbeit mehrfach aus. Ich machte die Kolleginnen beim kleinsten Fehler nieder und pöbelte die Kunden an. Daraufhin setzte mich mein Chef kurzfristig für Arbeiten ohne Kundenkontakt ein, aber nach mehreren Beschwerden von Mitarbeiterseite schickte er mich eines Nachmittags nach Hause. Ich war so wütend, dass ich mich ins Auto setzte und fuhr und fuhr. Am Bodensee suchte ich mir ein Hotel. Erst am nächsten Tag meldete ich mich bei meinem Mann, um mich darüber zu beschweren, wie man mich behandelt hatte. Er holte mich ab und beschwor mich, in die Klinik zu gehen. Ich willigte zunächst nur ein, mit meinem Arzt zu sprechen und mich krankschreiben zu lassen. Eine geregelte Tätigkeit ist ein wichtiges Element, um in einem sozialen Rhythmus zu bleiben. Schichtarbeit ist nicht geeignet. Die Entscheidung, am Arbeitsplatz über die Erkrankung zu sprechen, sollte sorgfältig abgewogen werden: Wer genau soll ins Vertrauen gezogen werden? Eine Einzelperson oder mehrere? Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter? Wie genau soll(en) diese Person(en) informiert werden? Die Sicherheit, dass im Notfall professionelle Hilfe zur Verfügung steht, kann dem Arbeitgeber ggf. die Entscheidung für die Anstellung leichter machen. In Absprache mit dem behandelnden Arzt können z.b. dessen Kontaktdaten hinterlegt werden. Ich habe mich bei einer Besprechung geoutet, das heißt zumindest gesagt, dass ich bipolare Störungen habe und welche Auswirkungen das haben kann. Mit einem Kollegen kann ich sehr offen über das Thema sprechen, den Rest hab ich eher nur grob informiert. Seit ich das gemacht habe, fühle ich mich auf der Arbeit viel freier. Ich hätte vorher nie gedacht, dass mir so viel Verständnis und Wohlwollen entgegengebracht werden würden. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf Es hat lange gedauert, mir einzugestehen, dass ich nicht mehr in Vollzeit arbeiten kann. Inzwischen bin ich echt froh, dass ich mich dafür entschieden habe. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf

9 Die Erkrankung akzeptieren Eine ältere Mitpatientin hat mir einmal gesagt, dass sie ihre Medikamente nimmt wie ein Diabetiker sein Insulin. So sei das eben mit chronisch Kranken. Zu akzeptieren, dass ich krank bin, zwar behandelbar, aber doch chronisch krank, war ein weiter Weg für mich. Welcher Mensch hat denn keine Stimmungsschwankungen? Was ist schon normal? Darf man denn niemals traurig sein? So spielte ich lange herunter, was mit mir geschah. Lange Phasen der Normalität ließen mich hoffen, dass der Spuk vorbei sei. Als ich mit den Anforderungen des Studiums nicht mehr zurechtkam, suchte ich die Studienberatung auf. Besser gesagt: Meine Wohnungsgenossin schleppte mich förmlich dorthin. Ich hatte großes Glück, dass mich die Studienberaterin direkt zur psychologischen Beratungsstelle begleitete. Von dort ging es in die nächste Landesklinik: mein erster Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, meine erste Auseinandersetzung mit der Diagnose bipolare Störung. Meine Probleme als Krankheit anzusehen hatte auch etwas Entlastendes. Endlich war ich nicht mehr an allem schuld. Für eine erfolgreiche Behandlung der bipolaren Störung ist es unabdingbar, dass sich die Betroffenen mit dem Krankheitsbild und den Therapiemöglichkeiten auseinandersetzen. Selbst nach Jahren ohne Beschwerden können neue Episoden auftreten. Meine Diagnose Bipolare Störung wurde gestellt, als ich mein gesamtes Leben bereits ruiniert hatte. Für neun Jahre Chaos gab es plötzlich eine Erklärung, einen Namen, deshalb konnte ich die Diagnose sofort annehmen. Was mir noch hilft, verhältnismäßig unbekümmert mit der Erkrankung zu leben, ist der Umgang meines Arztes damit. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf Am Ende ist man nicht nur ein selbsternannter Experte auf diesem Gebiet, sondern man sieht die Diagnose auch sehr viel nüchterner und nimmt sich nicht selbst immer alles sooo übel. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf

10 Behandlung: Akutphase Mein Vater hatte einmal ein Problem mit seinem Fernsehgerät: Er hatte versehentlich die Einstellung gewählt, mit der die Kanäle ständig wechseln, ohne dass man die Fernbedienung drückt. In der Klinik von der Manie herunterzukommen ist so, als ob nach ständigem Programmwechsel auf einmal ein langer, ruhiger Naturfilm läuft. Das ist erholsam und ein bisschen langweilig. Aus dem Loch der Depression herauszuklettern dauert bei mir auch mit Medikamenten mindestens drei Wochen. Und dann bin ich immer noch erschöpft von der Kletterei ans Tageslicht. Wenn dann gleich zu viel von mir erwartet wird, ziehe ich mich unwillkürlich wieder zurück. Besucher sind mir in dieser Phase oft zu anstrengend. Die Behandlung verläuft in drei Phasen: Akutphase, Erhaltungsphase und Rückfallverhütung. Ziel der Akutphase ist, den Betroffenen aus dem Hoch oder Tief in den normalen Bereich von Stimmungsschwankungen zurückzuholen. Die Akuttherapie kann mehrere Wochen dauern. Eine Abschirmung von Außenreizen während der Akutphase ergänzt die medikamentöse Behandlung. Häufig ist eine Psychotherapie in dieser Phase nicht möglich

11 Erhaltungstherapie Nicht noch einmal! Wenn die tiefe Traurigkeit oder die große Maßlosigkeit abgeklungen ist, kommt eine schwierige Phase. Die Klinik zu verlassen ist, wie wenn ich aus einem schallisolierten Raum auf die Straße trete: Ich muss erst einmal stehen bleiben, mich orientieren und an den Lärm gewöhnen. Manchmal spüre ich dann, wie Angst und Mutlosigkeit wieder auftauchen. Durch Rückfälle habe ich gelernt, dass ich an einer medikamentösen Dauertherapie nicht vorbeikomme. Das heißt nicht, dass ich damit überhaupt keine Stimmungsschwankungen mehr kenne, aber mit der Zeit sind die Ausschläge geringer geworden, die Hochs sind nicht mehr so hoch und die Tiefs nicht mehr so tief. Ich weiß, dass ich besonders in dieser Phase engen Kontakt zu meinem Arzt halten muss. Anpassungen der Tabletten und regelmäßige Gespräche helfen mir, nach und nach in den Alltag zurückzukehren. Spaziergänge im Wald mit meinem Mann oder mit meiner Freundin gehören zu meinem persönlichen Erholungsprogramm. Wenn es passt, setzen wir uns danach noch zum Tee zusammen und lassen den Nachmittag ausklingen. Ähnlich wie bei körperlichen Erkrankungen sind Zeit und Geduld für den Heilungsprozess erforderlich. Restsymptome können noch eine gewisse Zeit nach der Akutphase weiterbestehen. Gerade in der Erhaltungsphase sollte nicht zu früh das Risiko einer erneuten Belastung eingegangen werden, z.b. aus Angst vor Arbeitsplatzverlust oder Sorge um den Haushalt. 20 Auch wenn sich normal ein bisschen langweilig anfühlt, ändere ich ohne meinen Arzt nichts mehr an den Tabletten, und mit meiner aktuellen Kombination habe ich seit drei Jahren keine Krankheitsepisode mehr gehabt. Die verschiedenen Tabletten wirken nicht bei allen Patienten gleich gut und auch die Nebenwirkungen fallen unterschiedlich aus. Nicht nur ich, auch mein Arzt musste viel Geduld beweisen, bis wir diese Kombination gefunden haben. Die Nebenwirkungen, die mir im Alltag zu schaffen machen, sind vor allem Müdigkeit und Gewichtszunahme. Ich bin ganz stolz, dass ich seit über zwei Jahren mit einer Walking-Gruppe zweimal pro Woche unterwegs bin. Außerdem habe ich Limonade ganz abgeschafft, ich trinke stattdessen fast nur noch Wasser. Mit meinem Mann probiere ich aus, welche kalorienarmen Rezepte wirklich schmecken Zur Rückfallverhütung werden vor allem die sogenannten Stimmungsstabilisierer eingesetzt. Dazu zählen neben Lithium bestimmte Mittel, die auch gegen Epilepsie wirken (Valproinsäure, Carbamazepin, Lamotrigin), sowie verschiedene atypische Neuroleptika, die seltener die typischen Nebenwirkungen von Neuroleptika hervorrufen. Die medikamentöse Rückfallverhütung bedeutet in der Regel eine Dauertherapie. 21

12 Psychotherapie und Notfallplan Stress soll neue Episoden auslösen. Gar nicht so leicht ist herauszufinden, was Stress im Einzelfall bedeutet. Für mich ist Stress z.b., wenn ich an drei Tagen hintereinander aus irgendwelchen Gründen weniger als sieben Stunden Nachtschlaf bekomme. Selbst Urlaub kann für mich in Stress ausarten, wenn die Anreise zu lang ist, der Tagesrhythmus sich zu stark verschiebt oder das Abendprogramm zu laut ist. Ein wichtiges Ergebnis der Gespräche mit meinem Therapeuten ist mein persönlicher Notfallplan. Ich habe aufgeschrieben, wer über meine Erkrankung und die Frühwarnzeichen informiert ist. Mein Mann oder meine Freundin sollen mich darauf ansprechen, wenn sie den Eindruck haben, dass ich in eine neue Episode rutsche. Wenn sie in Sorge sind, dass ich ihnen entgleite, habe ich ihnen mein schriftliches Einverständnis erteilt, dass sie mit meinem Arzt Kontakt aufnehmen. Betroffene und Angehörige müssen Frühwarnzeichen und Symptome akuter Episoden kennen und lernen, auf eine beginnende Symptomatik richtig zu reagieren. Nein, ich lege mich nicht auf eine Couch und erzähle meinem Doktor, was mir in den Sinn kommt. Wir setzen uns zu längeren Gesprächen auf zwei bequeme Sessel, die sich nicht genau gegenüberstehen, so dass ich ihn nicht immer anschauen muss, während ich rede. Meine Krankheit kennenzulernen war das Wichtigste für mich in den ersten Gesprächen. Dazu hat mir mein Therapeut viele Informationen gegeben. Die nächste Stufe bestand darin, wahrzunehmen, wie sich eine Episode bei mir ankündigt. Zu erkennen, was dazu beiträgt, eine Episode auszulösen, oder was hilft, ein Wiederaufflackern zu vermeiden, ist dann sozusagen die hohe Kunst. 22 Ein schriftlicher Notfallplan sollte zumindest Vertrauenspersonen und den behandelnden Arzt benennen. Als psychotherapeutische Verfahren werden Verhaltenstherapie, Familientherapie und auch tiefenpsychologische Verfahren erfolgreich eingesetzt. Vom Opfer zum Moderator des eigenen Lebenswegs werden (Kommentar eines Betroffenen, zitiert auf 23

13 Selbsthilfe mit der Gruppe Eine psychoedukative Gruppe, in der ein Therapeut mit mehreren Betroffenen arbeitet, gibt es in meiner Region leider nicht, aber eine Selbsthilfegruppe. Ab und zu laden wir uns zu den Abenden Referenten ein. Neulich haben wir gemeinsam den Film Tanz mit dem Einhorn angeschaut, von dem einer aus der Gruppe einen begeisterten Bericht gelesen hatte. Die Treffen beginnen und enden üblicherweise mit einer Blitzlichtrunde, in der jeder sagen kann, wie es ihm gerade geht. Spannend finde ich immer wieder, wie die verschiedenen Teilnehmer ihre Stimmung beobachten. Da gibt es diejenigen, die standardisierte Fragebögen konsequent jeden Abend ausfüllen, und andere, die sogar ihr persönliches Stimmungsbarometer entwickelt haben. Wenn wir uns in der Runde darüber austauschen, was einem Einzelnen Stress macht, lerne ich, mich selbst noch genauer zu beobachten. Wir sind eine Gruppe nur für Betroffene, andere Gruppen stehen auch für Angehörige offen. Verschwiegenheit nach außen ist verpflichtend. Ein Tipp, wenn du dich entschließt, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen: Geh öfter hin, ehe du entscheidest, ob das was für dich ist oder nicht. Jede Gruppe läuft anders, je nach Aggregatzustand der Leute und wer gerade da ist. Nicht alle gehen jedes Mal hin. (Nach dem Beitrag eines Betroffenen auf 24 Selbsthilfegruppen dienen dem Erfahrungsaustausch und bieten sowohl praktische Lebenshilfe als auch emotionale Unterstützung. Adressen von Selbsthilfegruppen finden sich z.b. auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS). Ein Stimmungstagebuch kann helfen, Anzeichen einer beginnenden Phase zu erkennen. Als Nachteil empfinden manche Patienten, dass sie durch die tägliche Fahndung nach depressiven oder manischen Anzeichen täglich mit ihrer Erkrankung konfrontiert sind. Es gibt Hinweise, dass bei Patienten, die ein Stimmungstagebuch führen, die Anzahl der bipolaren Episoden zurückgeht. Neben Stimmung, Antrieb, Konzentration und Schlafrhythmus ist es sinnvoll, Medikamente und wichtige Ereignisse des Tages zu notieren. 25

14 Auf dem Weg zur natürlichen Schönheit Die Ratgeber scheinen voneinander abzuschreiben. Dieselben Tipps, die für uns Bipolare gelten, nämlich gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, möglichst kein Alkohol, finden sich auch in Empfehlungen für die natürliche Schönheit oder für Herzkranke Umgekehrt heißt das wohl auch, dass wir mit vielen anderen in einem Boot sitzen, wenn wir uns mit Ernährungsvorschlägen befassen, bei sportlichen Aktivitäten abmühen und als Langweiler gelten, weil wir bei Alkohol abwinken und früh ins Bett gehen. Vielleicht wird es ganz nebenbei doch noch etwas mit meiner natürlichen Schönheit! Was bedeutet natürliche Schönheit? (. ) Eine schöne Haut benötigt eine gesunde Ernährungsweise, die reich an Gemüse, Obst, also an Vitaminen und Mineralstoffen ist. Gleichzeitig braucht unsere Haut eine gesunde Luft, Schlaf, aber auch körperliche Aktivität und Entspannung. (Gefunden auf 26 Lesehinweise Internetadressen: Bücher für Betroffene und Angehörige: Thomas Bock: Achterbahn der Gefühle: Mit Manie und Depression leben lernen, Balance-Verlag, Bonn (2007) Peter Bräunig: Leben mit bipolaren Störungen, Trias-Verlag, Stuttgart (2009) Christian Simhandl, Klaudia Mitterwachauer: Depression und Manie erkennen und erfolgreich behandeln, Springer-Verlag, Wien (2007) 27

15 Für Ihre Notizen Mein persönlicher Notfallplan In Ihrem persönlichen Notfallplan legen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Psychotherapeuten fest, welche Maßnahmen im Akutfall für Sie wichtig sind. Die vorgesehenen Schritte sollen aufeinander aufbauen und charakterisieren einen zunehmenden Schweregrad der Situation. Schritt 1 könnte daher die Rücksprache mit einem Freund oder Angehörigen darstellen, Schritt 7 der Anruf beim behandelnden Arzt oder die Fahrt zur Notaufnahme in die Klinik. Fassen Sie Ihren Notfallplan so konkret wie möglich ab und bestimmen Sie dabei auch die Rolle Ihres Partners und der Familie. Nicht vergessen: Legen Sie fest, wo der Plan im Notfall zu finden ist. Was tue ich, wenn es kritisch wird?

16 Notfallplan Für Ihre Notizen 7. Fachliche Hilfe aufsuchen: Arzt Name: Adresse: Telefonnummer: Klinik Name: Adresse: Telefonnummer: Psychotherapeut Name: Adresse: 30 Modifiziert nach Hautzinger M, Meyer T: Bipolar affektive Störungen. Fortschritte der Psychotherapie. Göttingen: Hogrefe Verlag (2011) Telefonnummer: 31

17 Arztstempel Ein Service von: Lundbeck GmbH Ericusspitze Hamburg Tel.: 0 40/ Fax: 0 40/ /2012 Wir wünschen gute Besserung!

Erfahrungsbericht Catheriné – Bipolare Störung & Alexithymie

Mein Name ist Catheriné, ich bin 30, beziehe Hartz 4 und habe eine Bipolare Störung (Typ 2) und eine leichte bis mittlere Alexithymie. Ich habe keinen Job und schaffe inzwischen auch keinen 1 € – Job mehr. Ich lebe mit 2 Meerschweinchen zusammen und kontrolliere meine Störung ganz ohne medikamentöse Hilfe. Und das ist meine Geschichte:

Streitende Eltern, Mobbing, Angst, unzählige Therapien. Ich bin quasi „kaputt“ groß geworden. Ohne je gelernt zu haben, wie eine intakte elterliche Beziehung aussieht oder was Liebe ist, wie es aussieht, wenn sich jemand liebt. Ich bin nur mit sich hassenden Eltern groß geworden.

Meine größte Angst? Je wieder eingewiesen zu werden. Ich bin 30. Wenn es nach mir geht, nach meinem Gefühl, ist genau das der Fehler. Das ich 30 geworden bin. Ich habe das Gefühl, ich dürfte längst nicht mehr existieren, hätte eigentlich nicht 30 werden dürfen. Mein Freund hat mich vor kurzem gefragt, ob ich Selbstmordgedanken habe. Selbstmordgedanken? Nein. Das stimmt. Aber wenn ich aufwache ist mein erster Gedanke oft, dass ich mir wünschte, tot zu sein.

Komisch. Eigentlich bin ich glücklich und lebe gerne. Ich verstehe diesen Gedanken selbst nicht. Ich bin eher dankbar, jeden Tag aufs Neue die Welt entdecken zu dürfen, zu leben und atmen zu dürfen. Trotzdem ist das an vielen Tagen der erste Gedanke, der mir kommt, wenn ich aufwache oder: „Eigentlich dürftest du gar nicht mehr existieren“. Frage ich mich wieso, ist die Antwort: „Weil ich eigentlich nicht mehr existieren dürfte.“ Ich kämpfe jeden Tag gegen meine schlechte Seite, gegen meine negativen Instinkte und Gedanken an. Ich würde so gerne aufgeben, aber das kommt nicht in Frage.

Als Teenager war ich vollkommen überfordert. Mir war alles zu viel. Richtig schlimm wurde es erst in der „WG“. Ich kam mit 14 in das Haus in V. und dachte von Anfang an darüber nach, wie ich zurück zu meiner Familie komme. 2 Jahre lang. Ich habe die WG gehasst. Drogen, Gewalt, Manipulation war dort nichts Neues. Das war an der Tagesordnung. Ich war fast 2 Jahre da. Ausgebildete Erzieher? Nein. KEINER hatte die Ausbildung, keiner hätte da als Erzieher Kinder betreuen dürfen. Das hat aber keinen interessiert. Die, die als Erzieher angestellt waren, waren nichts weiter als Sozialhilfeempfänger. Der Grund, aus dem ich dahin kam, war, dass ich nicht mit der Scheidung meiner Eltern klarkam und den Schmerz und die Wut an meiner Mutter ausgelassen habe.

Ich beschloss, zu meinem Vater zu ziehen. Ich war zu der Zeit ein Papakind. Ein Kind, das durch die Zeit bei seinem Vater lernen musste, dass er nicht der tolle Vater war, als das es ihn sah. Er war Alkoholiker und hatte Alexithymie. Er konnte seine Gefühle nicht zeigen. Ich ging mit in Gaststätten, wo er sich bewusstlos trank. Ich musste. Konnte nicht allein zu Hause bleiben. Also musste ich mit angucken, wie er sich bewusstlos getrunken hat. In dem Zustand hat er mir auch jedes Mal gute Nacht gewünscht und war der liebste Vater der Welt.

Ich hatte Angst. 3 Wochen später war mir das auch zu viel. Ich ging zu meiner Mutter, vertraute mich ihr an und kam durch das Jugendamt, in eine WG. Grund: Ich konnte nicht mehr nach Hause. Durfte nicht. Mich hat keiner gefragt. Also kam ich in die WG.

Ich habe schnell festgestellt, dass es da nicht so toll ist, wie es schien. Aber das interessierte keinen. Ich war psychisch krank. Alles Einbildung. Ich musste selbst klarkommen. Die WG wollte, als sie rausbekam, dass ich immer wieder zu meiner Mutter ging und ihr erzählte, was passiert ist, den Kontakt zwischen uns unterbrechen und vermeiden. Drogen, Gewalt, Mädchen, die zu Abtreibungen gezwungen wurden – würde das rauskommen, wäre die WG geliefert gewesen. Das Haus wäre geschlossen worden. Das ging nicht.

Nach 2 Jahren wurde ich vergewaltigt. Ab da gingen die Probleme richtig los. Ich wurde dadurch gebrochen und wurde manisch-depressiv. Ich weiß noch, dass ich das Gefühl hatte, etwas würde zerbrechen. Hilfe? Nein. Ich hatte nur meine Tage, hieß es. Ein Arzt war nicht nötig. Mich fragen? Unnötig. Ich hatte Verletzungen, blutete, der Teppich war voll.

Der „Erzieher“ – Ein Witz. Ich würde lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Der „Erzieher“ der zu der Zeit Nachtdienst hatte in jener Nacht war eigentlich mal als Hausmeister angestellt worden, hatte keine Ausbildung. Wurde trotzdem für die Erziehung eingesetzt. Grund: Er hatte 2 erwachsene Kinder. Er rauchte gerne mal mit ein paar der älteren Jugendlichen Marihuana, zum Teil auch mit jüngeren. Es blieb aber nicht nur dabei. Alkohol war auch oft im Spiel. Für viele Jugendliche war das der einzige Weg, um die WG auszuhalten und zu vergessen. In jener Nacht war er Sturzbetrunken. Er hatte sich mit einem Kollegen zusammen betrunken und als einer der älteren Jugendlichen mich fand und den beiden Herren Bescheid sagte, wurde es richtig übel. Ich erinnere mich noch sehr klar. Es ist, als hätte ich alles als Außenstehende gesehen. Er säuberte den Teppich, ich stand neben seinem Kollegen, verängstigt und fertig. Ich hatte keine Ahnung, was passiert ist. Mein einziger, klarer Gedanke war, dass ich mein erstes Mal gerade hatte und sterben werde. Ich war mir sicher, dass ich sterben muss. Sein Kollege fragte ihn, ob ich nicht zum Arzt sollte. Er sah auf, grinste und meinte nur: „Nö, die hat nur ihre Tage“.

Dann machte er weiter als wäre nichts gewesen. Als er fertig war, gingen sie ohne sich weiter um mich zu kümmern und ich blieb mit Angst, verwirrt, verletzt und Schmerzen zurück. Am folgenden Morgen wurde ich geweckt und mir mitgeteilt, dass ich zur Schule zu gehen habe. Da ich Angst hatte, widersprach ich nicht. 4 Tage darauf hatte jener „Erzieher“ Wochenenddienst. Er stand morgens plötzlich hinter mir und raunte mir ins Ohr, dass ich meine Familie nie wiedersehen würde, wenn ich es wagen würde, jemandem davon zu erzählen. Ganz ehrlich? Wem hätte ich davon denn erzählen sollen… Ich war auf mich gestellt.

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